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In dieser Folge von „Die Zeit des Endes“ wird die zersplitterte und versprengte Situation der Bräutigams-Adventisten im Herbst 1845 beleuchtet. Nach dem Scheitern der Erwartungen von 1844 sehen sich die Gläubigen mit wachsendem Fanatismus, internen Spaltungen und persönlichen Krisen konfrontiert. Die Episode zeigt, wie verschiedene führende Persönlichkeiten mit Zweifeln ringen, ihre Überzeugungen aufgeben oder sich neuen Wegen zuwenden, während Ellen Harmon und James White weiterhin versuchen, die Wahrheit zu verteidigen und die verbleibenden Gläubigen vor weiteren Enttäuschungen zu bewahren.


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Serie: Die Zeit des Endes (Eine chronologische Darstellung der Adventgeschichte von 1798 bis in die 1850er)

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Transkript

[0:00] Einen wunderschönen guten Abend, schön, dass ihr da seid, herzlich willkommen hier zu Die Zeit des Endes, schön, dass ihr auch eingeschaltet habt auf joelmedia.tv.de zu unserer 49. Folge, heute mit dem Titel Zersplittert und versprengt. Wir werden uns die letzten Monate des Jahres 1845 anschauen und wie jedes Mal möchten wir, bevor wir beginnen, ein Gebet sprechen, denn es gibt einiges zu lernen, auch diesmal heute für unsere Zeit und ich möchte euch einladen, mit mir zu beten.

[0:32] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir Dank sagen für diesen Tag, Dank sagen für die Korrektur, für die Führung, für die Gnade, die du uns heute gegeben hast. Wir möchten dich bitten, dass du jetzt zu uns sprichst durch die Geschichte auch, dass wir kostbare Lektionen lernen können aus den kleinen und großen Begebenheiten unserer Pioniere und dass wir erfahren, wie du wirkst und wie du führst, damit wir diese Führung auch in unserem Leben deutlich erkennen können. Ich möchte dich bitten, dass du alle Störende fernhältst und dass du durch deinen Heiligen Geist unsere Herzen anrührst, im Namen Jesu, Amen.

[1:08] Wir haben uns das letzte Mal angeschaut, wie nach der ersten prinzipiellen Trennung der Adventisten in die Albany-Adventisten, die ihre Erfahrungen 1844 quasi wieder aufgegeben haben und gesagt haben, das war alles ein Fehler, ein Irrtum, und die Bräutigams-Adventisten, die gesagt haben, irgendetwas ist da passiert, Jesus ist zur Hochzeit eingegangen, dass nach dieser Teilung es viele weitere Teilungen gab. Wir haben gesehen, wie Fanatismus aufgekommen ist und wie insbesondere diese Bräutigams-Adventisten richtig durchgeschüttelt werden von verschiedenen Winden der Lehre und dort wollen wir weitermachen.

[1:49] Wir haben gesehen, wie am Ende des Sommers im August einige der führenden Bräutigams-Adventisten ihren Glauben in 1844 wieder aufgeben. Einer von ihnen war John Pearson, der am 3. September dann im Advent Herald, dem leitenden Organ der Albany-Adventisten, Folgendes sagt: „Nachdem ich mit vielen anderen durch die Herausgabe des Hope of Israel dafür verantwortlich war, dass die Ansicht, Christus sei als Bräutigam gekommen und ähnliche Ansichten verbreitet wurden, und da ich nun völlig überzeugt bin, dass diese Ansichten unbiblisch und schädlich für die Sache der Wahrheit sind, sei es mir erlaubt, meine Gründe zu nennen.“ Er sagt, ich habe das jetzt monatelang verkündigt und jetzt bin ich der Meinung, es ist unbiblisch und ich möchte das öffentlich kundtun. Er sagt sogar als Begründung: „Die Ansichten, dass der Bräutigam gekommen sei, also in 1844, als Jesus dort irgendetwas getan hat, 1844, sind, so bin ich völlig überzeugt, ein Vorbereitungsschritt für den Fanatismus gewesen. Es ist die Quelle für jenen unchristlichen Richtgeist unter unseren Geschwistern gewesen.“ Also die Schlussfolgerung geht so: Ich habe das geglaubt und jetzt habe ich gesehen, dass viele von denen, die das glauben, fanatisch geworden sind, demzufolge muss es falsch sein. Und dieser logische Schritt klingt so logisch, ist aber ganz oft falsch. Eine Wahrheit wird nicht dadurch falsch, dass sie von Fanatikern angenommen wird und ins Extrem gezogen wird. Aber das war sein Grund.

[3:16] Apropos Fanatiker, ihre Zeitschrift, Voice of the Shepherd, wird im September zwar eingestellt, doch der allgemeine Fanatismus ist weiterhin im Vormarsch. Wir haben das letzte Mal auch hingewiesen auf diese Theorie der vier Nachtwachen. Einige Adventisten haben immer noch nicht genug vom Zeitsetzen und sagen, ja, vielleicht kommt Jesus ja im Herbst 1845. Und diese Theorie wird diskutiert und hier am 3. September wird sie in Voice of Truth abgelehnt, zumindest von den Albany-Adventisten, die sagen, jetzt lass mal dieses Zeitsetzen sein.

[3:50] Auch der Sabbat wird weiterhin diskutiert. Wir haben letztes Mal gesehen, wie Enoch Jacobs einen Artikel geschrieben hat, wo er gesagt hat, ja, der Sabbat, wer das halten möchte, soll es tun, aber bitte nicht zum Test machen. Das kann ja nicht so wichtig sein. Und so schreibt ein Leser an ihn: „Ich war sehr getröstet durch den Artikel über den Sabbat. Ich sehe, es gibt die große Gefahr, dass der Feind die Kinder zu weit treibt.“ Er will damit sagen, also das ist wohl der Satan, der jetzt den Sabbat hier reinbringt und zum Test machen möchte. Also es gibt ein ziemliches Hin und Her über diese Frage.

[4:18] Und dann am 6. September wird es offiziell. Jacobs druckt es ab. Snow will sich von allen trennen und will mit niemandem was zu tun haben, der nicht seiner Meinung ist. Und das ist ein weiterer Schlag für die Bräutigams-Adventisten. Einer ihrer großen Helden, Samuel Snow, rennt in den Fanatismus und glaubt, dass er selbst der Elia ist, der kommen soll. Andere wie James White, der junge Prediger, 24 Jahre alt ist er zu dem Zeitpunkt, ist unermüdlich gegen diesen Fanatismus anzukämpfen. In dieser Ausgabe nennt er zum ersten Mal auch die, die noch übrig bleiben, die immer weniger werden, er nennt sie die Übrigen. Ein Begriff, der später noch wichtig werden wird, aber allein zahlenmäßig sind es tatsächlich nur noch die Übrigen und sie werden immer weniger.

[5:05] Er selbst ist immer noch unterwegs mit der jungen Ellen Harmon, die weiterhin 17 Jahre ist, hier in Massachusetts, in der Gegend von Boston, wo es eine ganze Reihe von Bräutigams-Adventisten gibt, die an 1844 festhalten, viele von ihnen von Fanatismus bedroht, einige schon regelrecht verführt, einige von ihnen auch mit dem Sabbat involviert. Und gerade wegen der Vergeistlichung schreibt sie über diese Zeit: „Wir mussten auf der Hut sein, überall ausgerüstet mit biblischen Zeugnissen über die buchstäbliche, persönliche Erscheinung unseres Erlösers.“ Unter denen, die an 1844 festgehalten haben, war die große Frage gewesen: Ist Jesus jetzt schon gekommen, geistlich oder wird er noch kommen? Ellen Harmon und James White versuchen immer wieder mit der Bibel zu zeigen, Jesus kommt noch, und zwar buchstäblich und persönlich.

[5:59] In dieser Zeit wird sie dankenswerterweise aufgenommen von der Familie Otis-Nichols. Hier schreibt sie: „Ich hatte mein Heim jetzt im Haus von Bruder Otis-Nichols. Sie haben mich stets mit Worten der Ermutigung getröstet, wenn ich in Anfechtung war und oft stiegen ihre Gebete für mich zum Himmel auf. Sie sorgten sich um meine Bedürfnisse und gaben mir großzügig die Mittel für meine Reisen.“ Als junges 17-jähriges Mädchen hatte sie ja eigentlich auch quasi gar nichts, auf das sie sich verlassen konnte. „Sie wurden verachtet, weil sie glaubten, dass ich ein Kind Gottes sei, das ein spezielles Zeugnis für sein Volk hatte und deswegen waren sie ständig im Konflikt, denn viele probierten jedes Mittel gegen mich.“ Die Familie von Otis-Nichols geht in die Adventgeschichte ein als eine der ersten, die tatsächlich Ellen als Prophetin annimmt, neben James White und natürlich einigen wenigen anderen aus ihrem direkten Umfeld. Und dort, von diesem Haus von Otis-Nichols aus, tut sie ihre Reisen im Bundesstaat Massachusetts ausführen und verschiedene Gruppen zu besuchen, um die Aufrichtigen zu warnen vor dem Fanatismus.

[7:02] Hier haben wir ein Bild von dem Otis-Nichols, als er viel, viel älter war, das einzige fotografische Bild von ihm, das es überhaupt gibt. Aber sie wird immer bekannter. Es heißt hier: „In vielen Fällen, wo der Weg zuvor für mich geschlossen war, um ein Zeugnis zu geben, war er nun geöffnet und ich hatte mehr Freunde als zuvor.“ Dieser aktive Dienst seit Monaten bringt Früchte und wo immer sie hingeht, predigt sie über die biblische Botschaft, dass Jesus bald wiederkommt und sie predigt und zeigt ihre Vision, die sie gehabt hat. Vor allem diese Vision von dem Mitternachtsruf und von dem Ende der 2300 Abende und Morgen.

[7:38] Dann berichtet auch Jacobs im Daystar, dass John Pearson den Bräutigams-Adventismus aufgegeben hat und er vermutet, Pearson sei von Joshua Himes beeinflusst worden. Himes wird zur regelrechten Feindfigur der Bräutigams-Adventisten, der hat ja schon Miller beeinflusst und vom rechten Weg abgebracht. Aber Pearson sagt später, dass er das von ganz alleine aufgegeben haben will. Wie auch immer. Er ist im September tatsächlich wieder unterwegs, nachdem er viele Monate gar nichts gemacht hat, ist er in Vermont und Connecticut unterwegs, um einige Predigten zu halten. Er ist mittlerweile der Meinung, dass die Erfahrung von 1844 ein Fehler war, ein Irrtum und dass viele dieser Dinge, die später hinzugefügt worden sind zur Adventbotschaft, wie der Zustand der Toten und viele andere Sachen, dass die gar nichts damit zu tun haben und er bleibt auf seinen alten Positionen. Natürlich, wie wir gesehen haben, beeinflusst von Litch und Himes.

[8:37] Und dann gibt es noch einen Schlag für die Bräutigams-Adventisten, nämlich eine der letzten Zeitungen, die für sie geschrieben haben, die Zeitschrift Hope Within the Veil, die Hoffnung hinter dem Vorhang von Charles Pearson und Emily Clemens, die ja gesagt hatte, Jesus ist ins Allerheiligste gegangen. Die wird Mitte September eingestellt. Und der Grund ist interessant. Nicht nur ist Charles Pearson der Bruder von John Pearson, der wenige Tage zuvor 1844 aufgegeben hat als Prophetie, es gibt einen anderen Grund. Die beiden sind nämlich nicht verwandt und nicht verschwägert, aber arbeiten sehr eng zusammen und haben im Laufe der letzten Wochen die Idee bekommen, vielleicht könnten wir heiraten. Das Problem ist nur, Bräutigams-Adventisten zu dem Zeitpunkt gehen ja davon aus, dass Jesus, weil er ja, weil sozusagen schon alles abgeschlossen ist, in den nächsten Tagen wiederkommen wird, in den nächsten Wochen. Und deswegen ist heiraten nicht gerade ein Ausdruck dieser Überzeugung, dass 1844 was Besonderes passiert ist. Es gibt etliche, auch James White sagt das, dass heiraten in dieser Zeit eine Ablehnung des Glaubens wäre. Das ist übrigens auch der Grund, warum er gar nicht daran denkt, Ellen Harmon zu heiraten. Und jetzt wollen die heiraten, die sind auch davon überzeugt, dass Bräutigams-Adventismus und heiraten sich ausschließen, aber sie wollen unbedingt heiraten. Und was machen sie? Sie geben die Theorie auf. Sie geben 1844 auf.

[10:07] Da sieht man wieder, was passiert, wenn man ein bisschen zu weit geht, die Wahrheit mit einer unnötigen Satzung verknüpft, nämlich das mit dem nicht heiraten war ja totaler Quatsch. Aber weil sie davon so fest überzeugt sind, aber unbedingt heiraten wollen, geben sie lieber ihre ganze Erfahrung auf. Und die letzte Ausgabe, die noch gedruckt werden soll, wird nur noch halb gedruckt und nicht mehr versandt. Dabei ist ausgerechnet in dieser Ausgabe ein erweiterter Tegel von Crozier drin, der ja gemeinsam mit Edson und mit Hahn das Heiligtum studiert hatte, über das himmlische Heiligtum, wo vieles von dem erklärt worden wäre, was gerade Pearson und Clemens nicht verstanden haben. Aber sie schreibt dann Crozier: „Das Thema der Versöhnung ist uns nicht vollständig klar. Uns ist bewusst, dass du viel Wahrheit hast, aber wir müssen es noch gründlich untersuchen, bevor wir sagen können, dass es keinen Irrtum enthält.“ Heißt auf Deutsch: Wir möchten jetzt eigentlich heiraten, wir haben jetzt keine Zeit uns mehr damit zu beschäftigen. Das ist bestimmt wahr, aber ich glaube, wir lassen es lieber.

[11:04] Sie schreibt am 18. September: „Alle hier fühlen, dass unsere Position bezüglich des Kommens des Bräutigams und der geschlossenen Tür erschüttert worden ist.“ Es sind Gedanken, die sie haben, es sind Gefühle, die sie haben, Eindrücke, aber kein Bibelstudium. Und wenn man dieses ganze Jahr 1845 verfolgt, ist es eine interessante Studie, welche Gründe es alles gibt, seinen Glauben an eine biblische Wahrheit aufzugeben. Manche geben ihn auf aus Gruppendruck, wie William Miller, manche geben ihn auf, weil sie Angst um ihre Reputation haben, wie Himes, manche geben ihn auf, weil sie nur ihre eigene Meinung gelten lassen, wie Snow, manche geben ihn auf, weil sie lieber heiraten möchten. Es ist sehr, sehr interessant und manche geben ihn auf, weil sie fanatisch wären. Es gibt alle möglichen Gründe und ich glaube, das ist eine ganz praktische Lektion für uns. Es gibt auch heute viele Gründe, verschiedene, warum man etwas aufgibt, was man vielleicht vorher noch als biblische Wahrheit geglaubt hat.

[11:57] Währenddessen beklagen sich in vielen Bundesstaaten Angehörige der großen Kirchen, dass dort eine geistliche Dürre herrscht, wie seit langer Zeit nicht mehr. Die Jahre 1843, 1844, 1845 sind ein absoluter Nullpunkt in den anerkannten Kirchen.

[12:15] James White hat den Glauben noch nicht aufgegeben. Am 20. September stellt er eine überarbeitete Version dieser Vier-Nacht-Wachen-Theorie vor und er sagt, alle organisierten Kirchen, von denen wir gerade gesprochen haben, die gehören zu Babylon und Jesus kommt jetzt bald wieder. Gleichzeitig kämpft man gegen den Fanatismus als den Geist des Antichristen.

[12:34] Was hat das mit diesen Vier-Nacht-Wachen auf sich? James White greift diese Idee auf. Jesus sagt ja an manchen Stellen, dass er in der dritten oder vierten Nachtwache kommen wird und nach James White 1845 könnte das ja so aussehen, dass das Jahr von 1844 bis 1845 in so vier Nachtwachen aufgeteilt ist. Also von Oktober 1844 sind es erstmal drei Monate, das ist die erste Wache, das war der Moment im Januar, wo die Bräutigams-Interpretation aufgekommen war. Dann drei Monate später war das Passah, einige hatten darauf gewartet, dann drei Monate später war Juli gewesen, Ätzen und einige anderen hatten darauf gewartet und jetzt kommt Oktober 1845, dann ist das Jubeljahr zu Ende und dann kommt doch jetzt wirklich ganz bestimmt Jesus. Er ist jetzt schon ins Allerheiligste gegangen 1844 und ein Jahr später muss er kommen, oder?

[13:21] Und so schreibt er noch einmal: „Vor dem zehnten Tag des siebten Monats 1845 wird unser König kommen. Er wacht, er wacht, er wacht ihr Boden des Jubeljahres und sagt der zerstreuten Herde: Der Morgen kommt.“ Der Enthusiasmus ist noch nicht verloren gegangen, zumindest bei den wenigen. Und James White glaubt es wirklich ganz aufrecht und ernsthaft, er ist zum Zeitpunkt 24 Jahre alt.

[13:46] Charles Pearson, wie gesagt, der Bald-Bräutigam von Emily Clements, sagt: „Seit einigen wenigen Wochen habe ich noch einmal stark über die Position von einigen von uns nachgedacht, nämlich, dass der Bräutigam gekommen ist und die Tür geschlossen wurde. Vorher hatte ich schon gelegentlich Zweifel gehabt, habe diese als Versuchung abgetan, aber nun konnte ich sie nicht abschütteln.“ Er sagt, da war so ein Kampf und ich habe eigentlich vorher gedacht, es ist eine Versuchung und wahrscheinlich war es auch eine Versuchung, aber jetzt habe ich mich dafür entschieden.

[14:13] 24. September. Voice of Truth bemerkt, dass im Bundesstaat Vermont einige predigen, dass der Sabbat gehalten werden muss und das führt weiter um zu Spaltungen unter den Adventisten dort. Oft ist es so Hälfte-Hälfte, wenn so eine Gruppe von Adventisten 40 zusammen sind, dann sagen 20: Man muss den Sabbat halten und 20: Den Sonntag und dementsprechend geht es in der Mitte wieder durch.

[14:40] Otis Nichols, von dem wir gerade gesprochen haben, der Ellen Harmon aufgenommen hat, schreibt am 27. September Folgendes: „Der 10. des siebten Monats, also gemeint ist der 22. Oktober 1844, ist ein Meilenstein und ein herrliches Licht, auf das wir jetzt zurückschauen.“ Diese Sprache deutet an, dass er die Vision von Ellen Harmon gut kannte und angenommen hat. Ellen Harmon hatte gesagt: „Dieser Mitternachtsruf ist das Licht auf dem Weg, der bis zum neuen Jerusalem scheint.“ Und er sagt: „Das ist das Licht, auf das wir jetzt zurückschauen. Denn dann, so glauben wir, kam der Bräutigam, der Bote des neuen Bundes zum Tempel, der im Tempel geöffnet wurde. Und wenn wir unser Vertrauen in das vergangene Licht nicht wegwerfen und in der gegenwärtigen Wahrheit voranschreiten, werden wir bald, ich glaube, schon in wenigen Tagen noch viel herrlicheres Licht sehen.“ Und so glauben einige, zum Beispiel hier, 27. September, Bruder Barry sagt: „Oktober, November, das ist ungefähr die Zeit, dann muss es zu Ende sein. Wir können vielleicht das Datum nicht genau sagen, aber in diesem Zeitraum muss Jesus wiederkommen.“

[14:44] Israel Demmen, der mittlerweile sich vom Fanatismus erholt hat, berichtet, dass es in New Hampshire viel Fanatismus gibt und Enoch Jacobs ist so ziemlich der Einzige, der noch die verschiedenen Ansichten veröffentlicht. Er sagt: „Der Daystar ist kein Gebiet über den Glauben des Volkes Gottes, sondern ein Medium für die gegenseitige Kommunikation im Geist der Demut und als ein solches Medium hat Gott ihn wunderbar erhalten.“ In einer Zeit, in der fast jede adventistische Zeitschrift so ihren eigenen Kurs einschlägt und nur noch das abdruckt, was dem Haupteditor gefällt, versucht Enoch Jacobs noch, das Feld weit zu lassen, um Diskussionen zu ermöglichen. Und der Daystar wird so quasi zum letzten Hoffnungspunkt für Leute wie James White oder Joseph Bates. Er berichtet am 3. Oktober, dass auch in Maine der Sabbat sich verbreitet.

[16:34] Und dann berichtet Enoch Jacobs von dem Abfall von Emily Clemens und Charles Pearson. Er sagt: „Die Mauern ziehen uns, hängen erneut in Trauer. Oh komm Herr Jesus, komm schnell“, besagte Emily Clemens, erklärt dann am 8. Oktober: „Ihre frühere Ansicht war ein Fehler.“ Und nicht nur das, sie fangen jetzt auch an, ihre ehemaligen Gefährten, die Bräutigams-Adventisten zu überzeugen, dass sie 1844 aufgeben sollen. Nicht nur geben sie selbst ihre Meinung auf, sondern sie entwickeln so einen Missionsgeist und reißen umher und sagen: „Ihr müsst das aufgeben mit 1844, das war ein Irrtum, kommt zurück zu Miller, kommt zurück zu Himes, kommt zurück zu Litch, kommt zur großen Mehrheit, lasst uns wieder alle eins sein.“

[17:17] Ganz andere Geschichte, ähnlicher Fall. John Newman hatte über zehn Jahre lang in England, in der sogenannten Oxford-Bewegung, die anglikanische Kirche von unten ausgeholt. In 90 Traktaten haben er und seine Freunde versucht, die anglikanische Kirche wieder so weit wie möglich zum Katholizismus zurückzubringen. Und im Oktober 1845 tritt dann John Newman überraschenderweise, eigentlich nicht überraschenderweise, tatsächlich der katholischen Kirche bei. Einer der berühmtesten Anglikaner wird Katholik und gibt damit noch einmal dieser Rekatholisierung der englischen Kirche einen enormen Schub. Und auch das natürlich sehr, sehr interessant als Zeichen der Zeit.

[18:03] Und Enoch Jacobs ist völlig fassungslos angesichts der Tatsache, dass eine Stütze nach der anderen wegbricht. Er sagt: „Ich kann nicht mehr dazu sagen, ich kann wirklich nicht, denn mein Herz schmerzt und meine Gedanken versinken. Jedes Mal, wenn ich auf diese Briefe blicke und denke, ist es möglich, kann es sein, dass Schwester Clemens solch einen Kurs aufgrund solcher Überlegungen einschlägt.“ Er sagt: „Ich hätte meine Hand ins Feuer für sie gelegt, dass sie bei der Wahrheit bleibt.“ Und dann nicht mal wegen Bibelstudium, sondern einfach, weil sie heiraten möchte. Und Enoch Jacobs ist sogar noch direkt genug, um das dann in seiner Zeitschrift zu veröffentlichen. Naja, und die Entrüstung ist natürlich groß unter den verbleibenden Bräutigams-Adventisten, die zu dem Zeitpunkt nur noch einige wenige Hunderte darstellen. Und er ruft völlig verzweifelt aus: „Ich bin alleine gelassen.“ Tatsache ist, er ist der einzige nicht-fanatische Bräutigams-Adventist, der noch eine Zeitschrift unter sich hat. Das heißt, jeder, der jetzt noch wirklich an 1844 festhält und nicht fanatisch ist, kann nur noch mit dem Daystar kommunizieren. Alle anderen Zeitschriften sind entweder dem Fanatismus oder den Albany-Adventisten gewidmet. Und Jacobs verweist natürlich, dass das jetzt eine große Last ist, denn ohne Zeitung kann man sich kaum weiterentwickeln. Denn wie soll man sonst kommunizieren? Die Bräutigams-Adventisten sind alle weit verstreut. Hier 20, in dem Bundesstaat 20, in der Stadt 10, in dem Dorf. Die können ja nicht mit Briefen untereinander kommunizieren. Sie brauchen irgendein Organ, wo sie sich austauschen können und eine gemeinsame Linie finden können. Aber Enoch Jacobs schreibt kampfesbewusst: „Ich bin überzeugt, dass die Sache, in der wir vereint sind, die Sache Gottes ist. Und in wenigen Tagen wird es auf die Welt sehen. Wir sind nicht von denen, die zurückweichen.“ Noch glauben sie, im selben Herbst wird Jesus wiederkommen. Kein Grund enttäuscht zu sein.

[19:55] Und Crozier schreibt: „Das Licht, das er in den letzten Monaten über die Versöhnung, über den großen Versöhnungstag empfangen habe, hat jeglichen Zweifel ausgeräumt, ob die heilige Stadt Neu-Jerusalem buchstäblich und ewig existiert, vom Himmel herab kommen wird und so weiter.“ Er sagt: „Also diese Vergeistlicher, die alles irgendwie ins Herz legen wollen, das ist Quatsch. Wenn man wirklich das himmlische Heiligtum studiert, wenn man studiert, dass es eine erste und eine zweite Phase gibt, dann weiß man, es muss eine neue Erde geben. Es muss ein himmlisches Heiligtum geben. Das ist alles real.“ Heißt also, wenn die Bräutigams-Adventisten sich mehr mit dem Heiligtum beschäftigt hätten, wie Crozier es hier immer weiter ausführt, dann wären viele gar nicht fanatisch geworden. Und er sagt: „Wenn ihnen, also gemeinsam mit Emily Clemens und Charles Pearson, das Thema der Versöhnung vollständig klar gewesen wäre, wenn sie das nur gelesen hätten, wenn sie es nur abgedruckt hätten, hätten sie sich nicht so überstürzt zurückgewandt. Davon bin ich überzeugt. Sie hätten dann auch nicht Angst gehabt, in das Lager der Fanatiker von Voice of the Shepherd gezogen zu werden.“ Mit anderen Worten, manchmal hat man die Antwort von Gott schon auf dem Schreibtisch und dann wendet sich trotzdem ab. So wie Emily Clemens und Charles Pearson diesen Artikel von Crozier ja hatten, aber ihn nicht wirklich gründlich studiert haben und dann sich zurückgezogen haben.

[21:17] Crozier schreibt: „Ich fürchte, die Geschwister untersuchen die Versöhnung nicht gründlich genug. Sie studieren nicht gründlich genug. Viele in der Zeit folgen Eindrücken, folgen Ideen, folgen, ach, vielleicht ist es ja so, wenige studieren gründlich die Bibel. Das ist das Problem.“ Und er sagt: „Die Versöhnung ist noch nicht beendet, aber wir sind in der Versöhnung des 10. Tages.“

[21:39] Eine frohe Nachricht aus der Zeit. Joseph Bates hat, nachdem er den Sabbat kurze Zeit aufgegeben hatte, im Oktober 1845 ihn wieder angenommen. Er hat das Thema noch mal gründlich in der Bibel studiert. Er sieht zwar viele Fanatiker den Sabbat halten, aber er sieht, dass in der Bibel der Sabbat so deutlich ist, dass er ihn halten muss, kostet was es wolle. Egal wie viele Fanatiker ihn auch halten, das ist ihm egal. Er entscheidet sich: Ich werde den Sabbat halten, weil es die Wahrheit ist. Und die Fanatiker interessanterweise begründen den Sabbat meistens nicht mit der Schöpfung und mit den Geboten, sondern mit anderen Begründungen, weil sie ja zum Beispiel gar nicht arbeiten wollen. Und Bates kehrt zurück zu dieser eigentlichen Begründung, die schon Preble gebracht hat: Schöpfung, 10 Gebote. Und interessanterweise, seine Frau folgt ihm nicht. Seine Frau bleibt beim Sonntag. Und jede Woche fährt er seine Frau zu den anderen Adventisten, die sich am Sonntag treffen, mit der Kutsche. Und sie sagt jedes Mal: „Komm doch wenigstens mit rein.“ Und er bleibt draußen sitzen in der Kutsche und sagt: „Nein.“ Und hält für sich mit einigen wenigen anderen den Sabbat.

[22:41] Zu dieser Zeit verbleiben den wenigen Bräutigams-Adventisten nur noch wenige Führungspersönlichkeiten. Unter ihnen Enoch Jacobs, der ist 36. James White ist 24. Cook, auch einer, der den Sabbat hält, ist 41. Crozier ist 25, auch ein ziemlich junger Mann. Joseph Bates mit 53, vielleicht der älteste. Pickens und Peavey und Pomeroy sind ebenfalls dabei, die jetzt versuchen noch diese immer mehr zersplitterte Herde zusammenzuhalten, die an 1844 festhalten und nicht fanatisch geworden sind.

[23:21] Wie gesagt, am 11. Oktober wird es nochmal gesagt, die meisten Leser erwarten die Wiederkunft in den nächsten Tagen. Crozier allerdings sagt: „Nein, nein, es braucht noch ein paar Jahre, weil der große Versöhnungstag, der dauert eine Zeit. Das könnte bis 1847 gehen.“ Hat aber auch keine guten Gründe dafür. Deswegen wird er nicht ernst genommen. Und wie gesagt, man wendet sich tatsächlich gegen das Heiraten und sagt, wer das tut, der verleugnet seinen Glauben. Denn wenn Jesus jetzt ein paar Wochen wiederkommt, wer will jetzt noch heiraten? Und wie gesagt, das ist der Grund, warum die beiden zwar ganz viel zusammen reisen, aber nicht einen Gedanken daran verschwenden, vielleicht heiraten zu können.

[24:04] Aber just in diesem Moment, als diese letzten verbleibenden Bräutigams-Adventisten schon auf die nächste Enttäuschung zuschlittern, greift Gott ein. Als Ellen Harmon in Carver, Massachusetts ist, erhält sie eine Vision, die alle diejenigen, die Ellen Harmon als Prophetin annehmen, vor einer Enttäuschung bewahrt. Just im Oktober hat sie ihre berühmte Angst in Jakob-Vision, die vierte große inhaltliche Vision, die sie gehabt hat. Sie sagt: „Ich hatte eine Vision von Ereignissen, alle in der Zukunft.“ Wie gesagt, zu dem Zeitpunkt glauben die wenigen Übrigen noch, Jesus kommt in den nächsten Tagen. Aber sie sagt: „Ich hatte eine Vision und die Dinge, die ich gesehen habe, sind alle in der Zukunft. Ich sah die Zeit der Trübsal, wie sie noch nie gewesen ist. Jesus sagte mir, es ist die Zeit der Angst in Jakob.“ Weder sie noch irgendjemand sonst hatte vorher was gehört von der Angst in Jakob. Das ist natürlich ein biblischer Begriff, kommt aus Jeremia, aber sie hatten das nie studiert und war völlig unklar, dass es noch eine Trübsalszeit vor der Wiederkunft geben muss. Und sie sagt: „Die gibt es noch.“ Und die logische Schlussfolgerung ist: Jesus wird wohl nicht im Oktober 1845 kommen, wenn es dann noch eine Trübsalszeit geben muss. Wie genau das sein wird, muss man studieren in der Bibel. Aber er sagt zumindest, da kommt erst noch was. Und dass wir durch die Stimme Gottes aus ihr befreit würden. „Direkt bevor sie begann, erhielten wir alle das Siegel des lebendigen Gottes.“ Heißt im Umkehrschluss, das Siegel Gottes ist noch gar nicht vergeben. Muss auch noch geschehen. Übrigens, hier steht nicht, was das Siegel ist, weil Ellen Harmon hält immer noch ganz fleißig den Sonntag. Gott sagt nur: Also passt mal auf, ihr Lieben, ihr braucht noch das Siegel. Ich sage euch nicht, was es ist. Studiert mal selbst. Aber jetzt macht man halblang.

[25:50] „Dann sah ich, dass die vier Engel aufhörten, die Winde zu halten. Noch halten sie sie. Und es war Hunger, Pestilenz und Schwert. Eine Nation erhob sich gegen die andere. Und die ganze Welt war in Konfusion.“ Das kann man beim besten Willen nicht vom Oktober 1845 behaupten. War einfach nicht so. „Dann schrien wir Tag und Nacht zu Gott um Befreiung, bis wir die Glocken an seinen Gewändern hörten. Und ich sah Jesus aus dem Allerheiligsten herauskommen.“ Schlussfolgerung: Der ist immer noch da. Im Gegensatz zu Snow und anderen, die gesagt haben, er war nur einen Tag drin. Jesus ist immer noch drin. Und als er kam, hörten wir die Glöckchen. Das ist diese Idee. Der Hohepriester im himmlischen, im irdischen Heiligungsdienst hatte diese kleinen Glöckchen und Granatäpfel an seinen Gewändern gehabt. Er sagt: „Und wussten, unser Hohepriester kommt hinaus. Dann hörten wir die Stimme Gottes, die Himmel und Erde erschütterte und in 144.000 den Tag und die Stunde des Kommens Jesu ankündigte.“ Das hatte sie schon in der ersten Vision gesehen. Hier sieht sie es wieder. In einer Zeit, als Adventisten immer noch versuchen, irgendwie das Datum festzusetzen. Sagt Gott: Jetzt macht mal halblang. Wenn es mal soweit ist, werde ich es euch schon sagen. Das könnt ihr euch jetzt klemmen, irgendwie rauszukriegen zu wollen, wann Tag und Stunde des Kommens Jesu ist. Das wird euch dann auch früh genug gesagt werden, wenn die Zeit der Trübsal ist. „Dann waren die Heiligen frei, vereint und voll der Herrlichkeit Gottes. Denn er hatte ihre Gefangenschaft gewendet. Und ich sah eine flammende Wolke dort, wo Jesus stand. Und er legte sein priesterliches Gewand ab und zog sein königliches Gewand an, nahm seinen Platz auf der Wolke ein, die ihn in den Osten brachte, wo er zuerst den Heiligen auf Erden erschien. Eine kleine schwarze Wolke, die das Zeichen des Menschensohnes war.“

[27:21] Jetzt schaut mal hier, sehr interessant. Während die Wolke vom Allerheiligsten zum Osten sich bewegte, was einige Tage dauerte, betete die Synagoge Satans zu den Füßen der Heiligen an. Als sie diese Vision erzählt, sind zumindest alle diejenigen, die ihr glauben, vor einer weiteren Enttäuschung bewahrt. Denn sie wissen, mit dem, was noch vor uns liegt, kann Jesus nicht 1845 wiederkommen. Und James White, Otis Nichols und einige andere erleben keine weitere Enttäuschung mehr. Sie geben das sofort auf. Diejenigen, die nicht an Ellen Harmon im Moment glauben, die rennen jetzt gleich nochmal an eine ganz erhebliche Enttäuschung.

[28:00] Hier war das in Carville, südlich von Boston. Sie kehrt nochmal zurück nach Portland, nach Hause. Aber weiter wird stark gegen sie geschossen. Man behauptet vor allem, dass sie hypnotisiert sei von James White. Und Otis Nichols schlägt ihr dann Folgendes vor: „Ich schlug vor, dass sie, Ellen und ihre Schwester Sarah Harmon, ohne die Begleitung von Bruder White nach Boston kommen sollten, um die Gruppen in Boston, Roxbury und Randolph zu besuchen und wo immer die Visionen bekämpft wurden, um sie, wenn möglich, zu überzeugen, dass sie von ihren Lehrern verführt worden waren.“ Warum ohne James White? Klar, weil wenn der der Hypnotiseur angeblich ist, dann muss der mal eben nicht dabei sein. Gerade Turner und Haskins und Hole haben sich zur Aufgabe gemacht, die verbleibenden Bräutigams-Adventisten gegen Ellen Harmon zu arbeiten. Man hat dazu sogar ihre Freundin genötigt, ein Dokument zu unterzeichnen, wo Ellen Harmon Dinge gesagt hat, als sie damals schwer krank war und an ihren eigenen Visionen gezweifelt hat, um das jetzt gegen sie zu verwenden. Also man versucht jedes Mittel. Ellen Harmon stimmt überein mit diesem Vorschlag und sie lassen Bruder White in Portland zurück und kommen wieder zu ihm. Fast den ganzen Rest des Jahres bleibt sie jetzt dort in Massachusetts bei der Familie von Otis Nichols und reist zu den verschiedenen Gruppen, um diese Visionen weiterzugeben.

[29:32] Sie sagt: „Es gab dort in Boston und Umgebung eine Gruppe fanatischer Personen, die behaupteten, es wäre Sünde zu arbeiten. Sie sagten, sie wären im Jubeljahr, das Land müsse ruhen und die Armen müssten ohne Arbeit unterhalten werden. Sgt. Robbins und einige andere waren die Führer. Sie sagten, meine Visionen seien vom Teufel, weil mir ihre Irrtümer gezeigt worden waren. Sie waren hart allen gegenüber, die nicht so glaubten wie sie.“ Jetzt passiert etwas ganz Interessantes. Als Ellen Harmon dort beim Otis Nichols ist, kommen Sgt. und Robbins den besuchen und als er sagt: „Hey, Ellen Harmon ist wieder bei mir.“ Da sagen sie: „Oh wirklich, wir haben doch was anderes vor und sind ganz schnell wieder weg.“ Aber Nichols sagt: „Bevor ihr geht, die Ellen Harmon hat was Interessantes euch zu sagen. Wann trefft ihr euch das nächste Mal wieder zum Treffen?“ Sie sagen: „Nächsten Sonntag in Boston, da kann sie kommen, kann sie ihre Vision erzählen.“ Und Ellen Harmon sagt: „Okay, ich werde nächsten Sonntag in Boston sein.“ Aber Gott gibt ja eine Vision und da sieht sie, dass es gar kein Treffen in Boston gibt, sondern im südlichen Randolph. Man hat sie also versucht, in den falschen Weg zu leiten und sagt: Alles klar, wir fahren nach Randolph nächsten Sonntag. Und sie kommen ein bisschen spät an und ist der Gottesdienst im vollen Gange. Die Sgt. und Robbins freuen sich schon, dass sie Ellen Harmon in die falsche Richtung geschickt haben, als Ellen Harmon die Tür hineingeht und den beiden fast die Kinnlade runterfällt, was sie jetzt dort zu suchen hat. Und der Gottesdienst wird relativ schnell kurz abgehalten und wird abgebrochen. Und man sagt: Ja, am Nachmittag treffen wir uns. Und man versucht irgendwie, sie aufzuhalten, aber das funktioniert nicht. Sie wird ihr Zeugnis geben.

[31:08] Und was dann passiert an dem Nachmittag, ist ebenfalls in die Adventgeschichte eingegangen. Es heißt hier von ihr selbst: „Der Segen des Herrn ruhte auf mir und ich hatte eine Vision. Mir wurden erneut die Irrtümer dieser gottlosen Männer gezeigt.“ Sie hat übrigens während der Vision gesprochen und hat das alles erzählt. „Ich sah, dass ihre Irrtümer verwirren und ablenken würden. Einige würden von ihnen verführt werden, aber die Wahrheit würde am Ende triumphieren. Mir wurde gezeigt, dass sie nicht ehrlich waren und dann wurde ich in die Zukunft versetzt und sah, dass sie fortfahren würden, die Lehren des Herrn und Tadel zu verachten und dass sie in totaler Finsternis bleiben würden.“ Eine Kette der Wahrheit wurde mir aus der Bibel präsentiert, im Kontrast zu ihren Irrtümern. Als ich aus der Vision kam, brannten Kerzen. Meine Vision hatte fast vier Stunden gedauert. Das ist die längste Vision, die Ellen Harmon in ihrem ganzen Leben gehabt hat. Aber diese Vision heißt nicht umsonst, die Vision mit der Taya-Bibel, denn was sie selbst gar nicht mitbekommen hat, weil sie vier Stunden lang die Vision gehabt hat über diese Männer dort, haben die Augenzeugen berichtet. Während der Vision ist sie mehrmals aufgestanden und hat die Familienbibel des Hauses von der Familie Taya genommen und hochgehalten und über einen Zeitraum von ungefähr 30 Minuten Bibeltexte zitiert, die dort oben aufgeschlagen waren, ohne draufzuschauen und hat diese Bibel so hochgehalten. Das klingt noch nicht so gewaltig, das kann man mit einer Bibel machen, wenn man viel Muskelkraft hat, 30 Minuten. Wenn man aber weiß, dass die Bibel so groß war, dann bekommt das eine ziemlich krasse Ausmaße. Das ist hier, also genau, wie hat es auch versucht. Das ist nicht die selbe Bibel, aber die gleiche Bibel. Also genau dieselbe Ausgabe. Und die hat sie da also enormen Zeit lang getragen und hochgehalten und Sgt. und Robbins waren völlig außer sich und sie haben sich nicht besser beholfen, als zu sagen: Okay, wir können sie nicht stoppen, wir können sie auch jetzt nicht umwerfen oder so. Wir können vielleicht einfach laut singen. Sie haben angefangen, während der Vision laut zu singen und als das nicht funktioniert hat, haben sie die Bibel aufgeschlagen und haben laut aus der Bibel vorgelesen. Das Problem war, jeder konnte immer noch Ellen Harmon verstehen, weil sie irgendwie lauter gesprochen hat als die beiden. Und als sie dann nach stundenlangem Singen und stundenlangem Bibellesen so erschöpft waren, mussten sie zuhören, was Ellen Harmon ihnen alles Deutliches zu sagen hatte. Interessanterweise, wie Ellen Harmon gesehen hat, haben sie es nicht angenommen, die meisten dort. Und tatsächlich ist die Gruppe dann im völligen Fanatismus aufgegangen, hat sich versprengt. Sie haben bald allen Glauben an die Bibel aufgegeben und einige von denen haben dann gesagt, sie können gar nicht mehr sündigen und so weiter, sind dann irgendwo im Nichts verschwunden.

[33:55] In der Zeit kommt sie auch zum ersten Mal in Massachusetts, in New Bedford, mit dem hier zusammen, mit Joseph Bates, der allerdings sehr, sehr kritisch ist. Visionen sind gar nichts für ihn. Und während er sie trifft, hat er sich zur Aufgabe gemacht, immer ihre Schwester Dinge zu fragen und an sie zu fragen und sie quasi so auszuhören, um irgendwelche Widersprüche zu finden aus ihrem Leben oder irgendetwas. Er kann zwar nichts finden, aber er bleibt sehr skeptisch. Aber diese Distanz ist beiderseitig, denn Joseph Bates hat ja eine Bürde und eine Bürde allein, der Sabbat. Und er predigt vom Sabbat und redet vom Sabbat und Ellen Harmon sagt: „Also lieber Bruder Bates, ich finde das ja ganz schön, aber der Sabbat ist ja nur wirklich nicht so wichtig. Ich glaube, du irrst dich, dass du so sehr über den Sabbat redest und die anderen neuen Gebote aus und vor lässt. Also ich halte den Sabbat für unwichtig.“ Und so war das erste Aufeinandertreffen nicht so besonders konstruktiv, aber sie haben sich schon mal kennengelernt.

[34:51] Am 21. Oktober präsentiert Crozier interessanterweise erstmals Gründe, warum der zweite Bock in 3. Mose 16 nicht Christus, wie bis dahin alle Gläubigen jemals gedacht haben, aller Christen, sondern Satan darstellt, der Sündenbock, der in die Wüste geführt wird. Viele Christen haben gedacht, das ist Christus, weil er trägt die Sünden, aber Crozier sagt: „Nein, nein, nein, nein, nein, das ist eigentlich Satan, auf den werden sie gelegt, wenn der große Versöhnungstag zu Ende geht.“ Und das ist natürlich ein wichtiges Puzzlestück, dann um später zu verstehen, wie das alles funktioniert mit dem Allerheiligsten und so weiter.

[35:24] Und der Sabbat verbreitet sich. Hier berichtet ein Henry Ammons: „Einige haben erklärt, sie würden nicht einmal 50 Dollar nehmen, was damals enorm viel ist, um am Sabbat zu arbeiten.“

[35:34] Crozier versucht weiterhin jetzt diesen zwei Phasen Versöhnungsdienst zu präsentieren. Er ist mittlerweile der Einzige, nachdem Emily Clemens, die ähnliche Ansichten hatte, verschwunden ist, ist er der Einzige, der jetzt wirklich mit Edson und Hahn zusammen dieses Thema nach vorne pusht. Er sagt: „Es gibt im irdischen Heiligtum zwei Versöhnungsabschnitte, den täglichen Dienst und den jährlichen Dienst. Und der tägliche Dienst stellt Jesu Dienst im Allerheiligsten, im Heiligen, Verzeihung, bis 1844 dar und der jährliche, den Antitypus, jetzt ab 1844. Zwei Abteilungen, zwei Phasen.“ Das präsentiert er in der Voice of Truth. Dort wird es natürlich abgelehnt, weil die mehr zu Himes und Miller tendieren.

[36:24] Und als dann der November kommt, sind sich schon die, die Ellen Harmon nicht annehmen und trotzdem bei 1844 bleiben, nicht mehr ganz so sicher mit der Wiederkunft 1845, weil es ist schon November. Und so sagt Jacobs: „Naja, vielleicht ist es ja im Frühjahr 1846.“ Aber so langsam gehen die Argumente aus. Jedes Mal wird schwächer und schwächer und schwächer. Das plätschert jetzt so vor sich hin. Er weiß auch nicht mehr, wie er es begründen soll. Und die Sabbat-Frage spaltet außerdem, es ist keine einfache Zeit für die Verbleibenden.

[36:52] Übrigens, der Storrs hat sich mittlerweile von allen Adventisten getrennt. Er hat sogar die Idee angenommen, zurück wieder angenommen, dass die Juden zurückkehren werden nach Israel. Und er interessiert sich jetzt gar nicht mehr so für die Wiederkunft und ist jetzt auf seinem eigenen Trip und macht so sein eigenes Ding.

[37:05] Miller im November ein bisschen unterwegs innerhalb der Albany-Adventisten, wo man jetzt sich nicht mehr um 1844 kümmert, sondern einfach nur noch darum, dass Jesus bald wieder kommen wird, predigt an einigen Orten. Aber für die Bräutigams-Adventisten ist der November wirklich ein schlimmer Monat, denn die Zeit vergeht und Jesus ist natürlich auch diesmal nicht wiedergekommen. Und jetzt gibt es wirklich kaum noch was, an das man sich festhalten kann. Jetzt noch ein neues Datum setzen wird nichts mehr bringen. Und es gibt nur noch eine Zeitschrift, die sie haben, nur noch einen wirklichen Editor, der auf ihrer Seite steht. Und mittlerweile fangen wirklich viele an sich zu überlegen: Okay, sollen wir nicht vielleicht doch zurückgehen zu der Hauptgruppe um Himes und Miller? Vielleicht haben wir uns wirklich geirrt. Und andere sympathisieren mit diesen Vergeistlichern, die sagen: Ist doch so alles schon geschehen. Jesus ist schon längst wiedergekommen. Viele andere Optionen scheinen nicht zu bleiben. Und so brechen noch mehr weg.

[38:03] Crozier versucht noch darauf hinzuweisen, dass dieser Versöhnungsdienst länger gehen wird, als nur ein paar Monate. Er sagt: „Der Antitypus des zehnten Tages, also der große Versöhnungstag, ist nicht ein buchstäblicher Tag oder ein Jahr. Es sind viele Jahre.“ Croziers großer Verdienst, worüber er ihn so schätzen muss, ist, dass er als erster gesehen hat, der Dienst ab 1844 ist nicht nur ein Tag, ein Monat, ein Jahr, sondern ein längerer Dienst. Wie lange? Das weiß man nicht. Und natürlich hat auch Crozier gedacht, dass er kürzer sein wird, als er jetzt am Ende gegangen ist. Aber er hat gesehen, es wird ein mehrere Jahre lang dauernder Prozess sein.

[38:40] Und dann am 17. November bricht für Jacobs die Welt zusammen. Einer der letzten Führer der nicht-fanatischen Bräutigams-Adventisten, Pickens, schreibt ihm einen Brief und sagt: „Weißt du was, jetzt wo alles fehlgeschlagen ist. Ich habe die Sache nochmal durchdacht. Ich glaube, Jesus ist schon wieder gekommen. Wir stehen nicht länger und schauen zum Himmel. Dieser selbe Jesus hat begonnen, zurückzukehren.“ So wie er gegangen ist, also der stellt sich jetzt auch auf die Seite der Vergeistlicher. Und dann sagt er dem Jacobs: „Ich habe meine Meinung geändert und du wirst es auch tun.“ Klingt fast wie eine Drohung. Und Jacobs ist völlig fertig.

[39:22] Es gibt auch einige, die versuchen, das irgendwie zu verbinden. Hier wie zum Beispiel diese C.S. Minor, ist auch eine Frau, die umherreist, die sagt: „Ich glaube, wir sind der Tempel des Lebendigen Gottes. Und der Herr kam durch seinen Geist am 10. Tag des 7. Monats, also 1844, zu seinem Tempel. Nicht dem im himmlischen Heiligtum, sondern zu dem hier. Jesus ist in uns wiedergekommen. Er änderte damit seinen Dienst, zu einer zweiten Manifestation zu der Welt. Er prüft und bereitet seine Kinder und auf eine ganz besondere Weise mit ihm zu regieren.“ Und das ist so ein bisschen Wahrheit. Das ist ein bisschen Irrtum vermischt. Und diese C.S. Minor tendiert auch zum Fanatismus. Ellen Harmon hatte mit ihr Kontakt gehabt und sie hatte Ellen Harmon aufgefordert: „Erzähl doch deine Vision.“ Und Ellen sagt: „Nein, nein, in dieser Umgebung kann ich das nicht.“

[40:04] Und naja, wie auch immer. Am 22. November wird übrigens berichtet, dass es in der Boston-Gegend Visionen gegen Turner und Howell gibt. Das ist eine indirekte Anspielung auf Ellen Harmon, die sich dort versucht, gegen diese Fanatiker durchzusetzen. Und die drei Dinge werden immer ganz gern zusammengenommen: Fußwaschung, heilige Begrüßung und Sabbat. Der Sabbat wird mehr an die Fußwaschung gegründet als an die Schöpfung, interessanterweise in der Zeit, von vielen der Bräutigams-Adventisten, warum auch immer. Eine der wenigen, die das nicht tun, sind Bates, wie gesagt, und Cook, der jetzt schon sagt: „Wir leben in der Versiegelungszeit.“ Und auch er hält den Sabbat. Der Begriff gegenwärtige Wahrheit wird eingeführt.

[40:43] Und James White, der jetzt sieht, dass noch mehr zu den Fanatikern überwechseln, wirft nochmal alles in die Waagschale. Er sagt: „Die Kräfte des Himmels sind noch nicht erschüttert worden. Wer will behaupten, dass dies nicht buchstäblich ist, um es auf die Zersprengung bekenntlicher Christen anzuwenden. Eine buchstäbliche Sonne wurde 1780 verdunkelt und buchstäbliche Sterne fielen 1833 vom buchstäblichen Himmel. Und derselbe buchstäbliche Himmel muss noch durch die Stimme des Vaters erschüttert werden. Die Wiederkunft kommt noch.“ Und dabei war es interessanterweise ein Blick zurück in die Adventgeschichte, der ihn davor bewahrt hat, das alles aufzugeben. Er sagt: „Schaut doch mal, die Prophezeiungen haben sich buchstäblich erfüllt. Die anderen werden sich auch buchstäblich erfüllen.“

[41:28] Es ist die Zeit, in der im Dezember 1845 der neu gewählte US-Präsident James Polk sagt: „Wir haben einen Auftrag von Gott. Wir müssen den Westen des Kontinentes erobern. Die USA müssen bis zum Pazifik reichen.“ Und damit wird eine Denkrichtung vorgegeben, die die nächsten Jahrzehnte prägen wird. Richtung Westen.

[42:02] Am 6. Dezember Jacobs berichtet, wie tief enttäuscht er ist, dass Pickens zu den Vergeistlichern übergelaufen ist. Und am 10. Dezember kann man lesen bei den Albany-Adventisten, dass es immer mehr Bräutigams-Adventisten gibt, die echte Zweifel haben an ihrer Position. Und die Albany-Adventisten sagen: „Hey, lasst uns nicht mehr so böse mit ihnen sein. Die haben sich zwar geirrt, aber wenn sie zurückkommen wollen, lasst sie doch zurückkommen. Und sie sollen als reuige Wanderer aufgenommen werden.“ Und so gibt es in der Zeit viele, viele, die sagen: Okay, vielleicht haben doch Himes und Miller recht gehabt, als sie gesagt haben, 1844 ist nichts passiert. Lassen wir zurückgehen. Es gibt da so eine Annäherung.

[42:42] Miller selbst schreibt im Dezember einen Brief an Himes: „Er ist schwer krank, ich habe große Probleme mit meinen alten Beschwerden, preist den Herrn, bald werde ich bei ihm sein.“ Und am 18. Dezember wird sogar berichtet, dass es einige Prediger gibt, die, wie gesagt, sich darauf spezialisieren, Bräutigams-Adventisten zu Albany-Adventisten zu machen. Auf Deutsch: Sie predigen, 1844 ist nichts passiert. Kommt zurück, lasst uns einfach über die Wiederkunft reden und den ganzen anderen Quatsch mit der geschlossenen Tür und all dem, alles beiseite tun. Und sie haben Erfolg, viel Erfolg.

[43:16] Und Ellen Harmon ist gegen Ende des Jahres nochmal in Portland und sie hört dann, dass selbst Enoch Jacobs anfängt zu zweifeln und sich unsicher ist. Ja, ist denn 1844 jetzt wirklich eine Prophetie gewesen, ja oder nein? Und als sie das hört, das ist quasi der Letzte, sich auch schon Gedanken macht, da entscheidet sie sich, etwas zu tun, was sie bis dahin noch nie gemacht hat. Sie schreibt eine Vision vollständig auf und schickt einen Brief an ihn. Sie schreibt ihre erste Vision, die sie ein Jahr zuvor gehabt hat, schreibt sie auf und schickt diesen Brief an Enoch Jacobs, der wie gesagt jetzt anfängt zu zweifeln. Ist das passiert oder ist es nicht passiert? Und in dieser ersten Vision, ihr erinnert euch ja, hat sie gesehen, dass dort ein breiter, ein schmaler Weg war, hoch oben aufgeworfen und dass ein Licht auf dem Weg schien, der Mitternachtsruf. Und diese Vision hat natürlich einen Sinn und einen Zweck. Sie soll ihn bestätigen, bleibt dabei und er bekommt die Vision, liest sie und ist getröstet. Ganz, ganz interessante Geschichte, werden wir das nächste Mal weiterverfolgen, wie dem Jahr nur weitergegangen ist. Sie hat übrigens explizit und ausdrücklich darauf hingewiesen, diese Vision bitte nicht zu veröffentlichen, nicht in der Zeitschrift abzudrucken. Nicht vergessen, dieses Mal mehr dazu.

[44:50] Am 29. Dezember bringen die Anhänger von Samuel Snow, die 50, die übrig geblieben sind, eine neue Zeitschrift raus, The True Day Star, der wahre Day Star. Und dort gibt es jetzt eine Überschrift: „Siehe, Elia ist gekommen.“ Snow ist da, das ist wirklich eine Sekte, die da entstanden ist, die sich auch innerhalb einiger Zeit dann aufgelöst hat.

[45:04] Am gleichen Tag wird Texas aufgenommen und damit vergrößern die USA gleich mal ganz erheblich ihr Territorium, sehr zu missfallen Mexikos, die damit natürlich sich bedroht fühlen. Und am 31. Dezember schreibt John Pearson: „Ich freue mich sehr zu hören, dass der Herr an den Brüdern und Schwestern in verschiedenen Teilen des Landes wirkt, die die Lehre gehabt haben, der Herr sei als Bräutigam gekommen. Ich bin nicht enttäuscht angesichts der vollen, freien und demütigen Bekenntnisse, die sie wegen ihres Irrtums machen.“ Soll heißen: Immer mehr geben ihren Glauben auf, immer mehr. Und es bleiben immer weniger übrig. Wie viel genau, wissen wir nicht. Zu dem Zeitpunkt im Westen gibt es noch ein paar mehr als im Osten, aber man kann sie mittlerweile schon an ein paar Händen zählen. Und sie sind tatsächlich zersplittert und versprengt. Und keiner weiß wirklich, wie es weitergehen soll.

[46:06] Crozier und Edson studieren in diesem Heiligtum und wissen, da ist eigentlich ganz viel Licht und Wahrheit, das müsste man weiter studieren. Bates verteidigt den Sabbat, Ellen Harmon hat ihre Vision und keiner von den drei ahnt, dass die drei Punkte jetzt eigentlich nur noch zusammenkommen müssen. Und dann würde sich plötzlich ganz viel Licht ergeben.

[46:30] Und nur noch eine ganz andere Randbemerkung. Zu der Zeit, als die Bräutigams-Adventisten denken, eigentlich ist schon alles für die Welt getan und wir haben unsere Aufgabe bis 1844 gemacht und die Welt hat es gehört. Da gibt es einen Missionar in Südafrika. Kennt jemand seinen Namen? Es ist David Livingstone, der sich Gedanken macht: Hey, wir sind schon in Afrika gewesen, immer an der Küste. Aber noch niemals ist irgendjemand hinein nach Innafrika. Da muss es Millionen von Menschen geben, die haben noch nichts und gar nichts vom Evangelium gehört. Und er macht sich 1845 die Gedanken und sagt: Was muss man tun, wie kommt man da rein in diesen Dschungel, diese ganzen Urwälder? Naja, die müssen auch noch erreicht werden, bevor Jesus wiederkommt, oder? Und deswegen muss Gott den verbleibenden Bräutigams-Adventisten zeigen, wie es weitergehen muss. Und nächste Woche sehen wir, dass Gott es getan hat. Für alle, die gewartet haben, hat Gott großes Licht bereit. 1846, der geöffnete Himmel, werden wir uns das nächste Mal anschauen. Es hat etwas mehr als ein Jahr gedauert, aber dann war es klar. Und ich denke, was wir lernen können daraus ist, dass es viele Gründe gibt, seinen Glauben an etwas aufzugeben, was man mal als wahr anerkannt hat. Aber dass die, die ausharren bis ans Ende, die kann Gott führen. Nächstes Mal, wie gesagt, wenn wir sehen, welche großartige Antwort sie dann verstanden haben. Und wir können auch diesmal mit echter Überzeugung sagen, wir haben nichts zu befürchten, es sei denn, wir vergessen, so wie Emily Clemens und Charles Pearson und Samuel Snow und all die Leute. Wir vergessen, wie Gott uns in der Vergangenheit geführt hat. Amen. Jetzt haben wir eine kurze Pause und sehen uns in fünf Minuten wieder zum Offenbarungsseminar. Bis dahin.


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