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In dieser Folge von „Die Zeit des Endes“ tauchen wir in die Jahre 1820 und 1821 ein und beleuchten die Entwicklungen in der Adventgeschichte. Wir erfahren, wie William Miller mit seinen Zweifeln und seiner wachsenden Verantwortung umgeht, nachdem er seine prophetischen Entdeckungen gemacht hat. Gleichzeitig werfen wir einen Blick auf weltgeschichtliche Ereignisse und die Anfänge wichtiger prophetischer Auslegungen, die die kommende Adventbewegung prägen werden.


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Serie: Die Zeit des Endes (Eine chronologische Darstellung der Adventgeschichte von 1798 bis in die 1850er)

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Transkript

[0:00] Einen wunderschönen guten Abend. Heute hier in Stuttgart, Bad Cannstatt. Herzlich willkommen auch allen Zuschauern wieder auf joelmedia.de zu unserer nächsten Folge von "Die Zeit des Endes". Ich freue mich, dass wir den Weg hierher gefunden haben und dass wir gemeinsam dieses Thema betrachten können. Das heute heißt: Zweifel und Verantwortung. Zwei Jahre haben wir heute auf dem Menüplan: 1820 und 1821. Für denjenigen, der nicht mehr genau weiß, was in den letzten Jahren passiert ist, sei auf unsere Webseite verwiesen joelmedia.de, wo wir alle bisherigen Folgen natürlich online haben und da man nochmal nachschauen kann, was bisher passiert ist. Ich habe heute viel, viel vor, viele interessante Dinge. Ich glaube, es wird sehr, sehr spannend werden und wir wollen den Abend beginnen, wie jeden Abend, indem wir gemeinsam beten und ich lade jetzt ein, kurz die Augen zu schließen.

[0:59] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass wir zu dir kommen können und dass wir von dir lernen dürfen. Und ich bitte dich von ganzem Herzen, dass für jeden Einzelnen von uns, der wie hier ist und die wir zuschauen oder später die Aufnahme anschauen, dass in dem, was gesagt wird, dass Lektionen und Lehren dabei sind, die uns helfen in unserem persönlichen Alltag mit dir und dass aus dem, wie du dein Volk geführt hast früher, wir können können, wie du heute dein Volk führst. Wir bitten dich von ganzem Herzen um deinen Segen, dass dein Heiliger Geist uns leitet und danke dir dafür. Amen.

[1:35] Zweifel und Verantwortung. Wir haben uns ja in den letzten Wochen sehr intensiv beschäftigt mit William Miller und mit dem, was er 1818 herausgefunden hat. Können wir das noch kurz wiederholen? Was hat Miller nach zwei Jahren Bibelstudium im Jahre 1818 entdeckt? Er hat entdeckt, dass Jesus wiederkommen wird und zwar nicht erst nach einem Millennium, sondern vor einem Millennium, das heißt in nicht allzu langer Zukunft. Und er hatte sogar das eingegrenzt durch sein Prophetiestudium auf ungefähr 25 Jahre. Das Jahr 1843 war das Jahr, das ihm dort durch Daniel 8, Vers 14 vor Augen geführt worden war.

[2:20] Wir wollen einmal heute kurz schauen, wie er damit umgegangen ist. Im Jahre 1820, hier haben wir ihn noch einmal in seiner typischen Studierpose, da schreibt er folgendes, hier in diesen Jahren nach 1818: "Mit der feierlichen Überzeugung, dass solche enormen Ereignisse in der Bibel vorausgesagt sind oder vorhergesagt sind und in so kurzer Zeit sich erfüllen werden, stellte sich mir mit mächtiger Kraft die Frage, was meine Pflicht der Welt gegenüber wäre, angesichts der Beweise, die mein Denken so beeinflusst hatten." Er hat sich gefragt: Wenn ich das jetzt hier studiert habe und ich weiß, was auf uns zukommt, was ist jetzt meine Aufgabe, was muss ich tun? Er sagt hier: "Wenn das Ende so nahe war, dann war es wichtig, dass die Welt es wissen sollte." Kann man nachvollziehen, oder? Wenn man zur Überzeugung gelangt, dass in 25 Jahren die Welt untergeht, dann spürt man diese Verantwortung.

[3:18] Er sagt: "Ich vermutete, sehr interessant jetzt, was er sagt, er sagt, ich vermutete, dass es den Widerstand der Gottlosen hervorrufen würde, aber es kam mir niemals in den Sinn, dass irgendein Christ es bekämpfen würde." Als er überlegt hat, was wird mir wohl passieren, wenn ich diese Lehre predigen werde, dass Jesus bald wiederkommt, hat er gesagt: Naja, die Ungläubigen, die werden auf jeden Fall dagegen protestieren, aber die Christen werden es alle annehmen. Er war noch relativ jung im Glauben, um so naiv sein zu können. Aber ich denke, das ist nur schön, wenn man noch so frisch im Glauben ist, dass man sich gar nicht vorstellen kann, dass irgendein Christ etwas gegen die Wahrheit hätte, oder?

[3:58] Dann sagt er weiter: "Ich nahm an, dass sich alle von ihnen so daran freuen würden, angesichts der herrlichen Aussichten, dass es nur notwendig wäre, es zu präsentieren, damit sie es annehmen." Mit anderen Worten, er hat sich das vorgestellt, dass, wenn man nur darüber spricht, würde jeder Christ es sofort annehmen, weil es so eine wunderbare Hoffnung ist, dass Jesus buchstäblich bald wiederkommen wird. Und dann sagt er etwas Interessantes: "Er sagt, meine große Furcht bestand darin, dass sie in ihrer großen Freude über das herrliche Erbe, das sobald offenbart werden würde, die Lehre annehmen würden, ohne sie ausreichend an der Bibel zu prüfen, um die Wahrheit zu entdecken." Er hat sich gedacht: Wenn ich das präsentiere, werden alle Leute so begeistert sein, dass sie es wahrscheinlich von ganz alleine annehmen werden, ohne die Bibel nochmal wirklich zu prüfen. Und davor hat er Angst gehabt. Er wollte nicht, dass die Menschen einfach nur wegen einer begeisternden Predigt oder weil sie sich so darüber freuen, eine Wahrheit annehmen, sondern wenn sie es in der Bibel wirklich sehen.

[4:55] Er sagte weiter: "Ich fürchtete daher, sie zu präsentieren, also die Lehre zu präsentieren, damit ich nicht möglicherweise im Irrtum bin und verantwortlich dafür bin, andere in die Irre zu leiten." Das gefällt mir sehr gut an William Miller. Viele andere Menschen vor und nach ihm, wenn die etwas Neues in der Bibel entdeckt haben, die haben kaum zu Ende gedacht, da standen sie schon auf einem Pult und haben dann gepredigt. Und Miller hat sich wirklich überlegt, was passiert, wenn ich jetzt predige, anderen Leuten das weitergebe und es könnte ja sein, dass ich im Irrtum bin. Dann bin ich schuld, wenn andere, die wahrscheinlich das nicht prüfen werden, dann auch in die Irre gehen. Und so hat er ein bisschen gezweifelt, was er jetzt machen soll und wie es weitergehen soll.

[5:36] Er hat immer noch auf seiner Farm hier in Lowhampton gelebt und hat sich weiter als Farmer betätigt, Jahr ein, Jahr aus, in diesen Jahren nach 1818. Und während er so auf der Farm gearbeitet hat, geerntet hat, gepflanzt hat und all das, was ein Farmer so tut, da hat er darüber nachgedacht, über das, was er studiert hat. Es ging ihm nicht aus dem Kopf und er sagt dann hier: "Verschiedene Schwierigkeiten und Einwände kamen mir von Zeit zu Zeit in den Sinn." Also während er das Heu gemäht hat oder was auch immer gemacht hat, da hat er darüber nachgedacht, was könnte man gegen meine Theorie einwenden. Finde ich einen ganz, ganz interessanten Gedanken und wichtigen Gedanken. Wir sind meistens so überzeugt von dem, was wir glauben, dass wir uns selten Zeit nehmen, darüber nachzudenken, gibt es irgendetwas, was unserer Meinung widersprechen könnte.

[6:22] Er sagt: "Bestimmte Texte fielen mir auf, die meinen Schlussfolgerungen entgegenzustehen schienen." Er hat also beim Bibellesen und beim darüber nachdenken gemerkt: Hey, dieser Vers, den könnte man gegen meine Theorie verwenden. Es sieht so aus, als ob meine Theorie nicht mit diesem Vers übereinstimmt. Und ich wollte nicht eine Ansicht anderen präsentieren, während offensichtlich einige Schwierigkeiten damit verbunden sind. Und deswegen hat er folgendes gemacht.

[6:51] Er sagt: "Ich fuhr daher mit dem Studium der Bibel fort, um zu sehen, ob ich einen dieser Einwände erhärten könne." Und jetzt der nächste Satz hat es in sich. Ich glaube, man kann da wirklich eine ganze Menge vom nächsten Satz lernen. Er sagt: "Mein Ziel war es nicht, sie bloß zu entfernen, die Einwände, sondern ich wünschte zu sehen, ob sie gültig sind." Manchmal, wenn wir die Bibel lesen und wir finden etwas, dann sagen wir: Naja, man muss doch sehen, vielleicht gibt es da einen Einwand. Und wir studieren die Bibel mit dem einzigen Ziel, einfach nur diesen Einwand wegzuerklären. Aber Miller hat nicht den Einwand studiert nach dem Motto: Wie kriege ich den jetzt am besten harmonisiert mit meiner Theorie? Er wollte wissen: Hey, vielleicht liege ich falsch. Mal sehen, ob dieser Einwand berechtigt ist. Er war also seiner eigenen Theorie sehr kritisch gegenüber. Und das, glaube ich, ist etwas, was ihn ausgezeichnet hat, vor allen anderen Prophetieauslegern jener Zeit und vor vielen anderen, überhaupt aller Zeitalter. Und da kann man eine ganze Menge von lernen. So kritisch gegenüber sich selbst zu sein, dass man wirklich ernsthaft nach Gegenargumenten für seine eigene Theorie sucht. Und zwar mit einer echten Motivation, sie zu finden, nicht einfach nur, um das alles schnell wegzuerklären.

[8:12] Nun ja, er hat das also in den Jahren 1819, 1820 oder noch 1821 getan. Jahr für Jahr hat er über bestimmte Dinge nachgedacht und sie studiert. Wir wollen jetzt den Miller dort in Lowhampton lassen, beim drüber nachdenken über all die Widersprüche, die ihm in den Sinn kamen, und wollen uns ein bisschen anschauen, was in diesem Jahr 1820 sonst noch so passiert ist.

[8:33] Das ganze Jahr begann am 1. Januar mit einem Staatsstreich in Spanien. Da ist eine Verfassung verabschiedet worden und man hat dann endgültig die Inquisition abgeschafft und Pressefreiheit eingeführt, was sehr zum Vorteil war, wie wir noch sehen werden. Am 28. Januar, Ende des Monats, ist dieses Land hier entdeckt worden. Weiß jemand, was das hier für ein Land ist? Na, wie Brasilien sieht es nicht aus, oder? Das ist die Antarktis. 1820 vom russischen Kapitän von Bellinghausen zum ersten Mal gesichtet worden. Die Antarktis, man hatte schon seit Jahrhunderten vermutet, dass es dort unten irgendwo am Süden einen Kontinent geben müsse. Und manche der vermuteten Zeichnungen sehen auch dem Original recht ähnlich. Aber nach allem, was wir wissen, war Bellinghausen 1820 der erste, der sie gesehen hat. Und das hat natürlich dann auch ein ganz neues Interesse ausgelöst an Geografie und an unserer Erde.

[9:43] Im Winter 1820, zu Beginn des Jahres, ist dann auch Bates von einer längeren Reise wieder angekommen in Amerika. Er war ja immer noch unterwegs als Matrose auf Schiffen. Und Beginn des Jahres 1820 ist ihm zum ersten Mal das Kommando eines Schiffes angeboten worden. Das Schiff hieß Talbot und er war jetzt Kapitän des Schiffes. Und mit diesem Schiff sollte es nach Liverpool gehen. Er war jetzt 27 Jahre alt und Kapitän dieses Schiffes. Er hat schon eine ganz gute Karriere gemacht als Seefahrer.

[10:23] Am 15. März 1820 kam ein neuer Bundesstaat dazu zu den USA, und zwar der hier oben. Den gab es vorher schon. Vorher war dieses Gebiet hier Teil von Massachusetts. Das war so ein Bundesstaat. Jetzt wurde dieses Gebiet hier zu einem neuen Bundesstaat erklärt und zwar aus einem Grund: Es gab einen anderen Bundesstaat, der bald gegründet werden sollte, nächstes Jahr, Missouri. Und der war einer der Sklavenhaltenden Staaten. Es war also abzusehen, dass hier ein neuer Sklavenhalterstaat kam. Und in Amerika war es so, dass im Senat genau eine Ausgewogenheit da sein sollte zwischen Sklavenhalterstaaten im Süden und nicht Sklavenhaltenden Staaten im Norden. Und weil dieses Gleichgewicht dann nicht mehr gegeben wäre, hat man sozusagen hier einen neuen Staat geschaffen. Den Staat Maine, der auch in der Adventgeschichte in den nächsten Jahren von großer Wichtigkeit sein wird. Man hat einen Kompromiss gemacht und gesagt: Bei einem bestimmten Längengrad soll hier da drunter Sklaven gehalten werden und da drüber nicht.

[11:32] Im Frühjahr ist dann die Talbot mit Joseph Bates als junger Kapitän nach Europa gesegelt. Das erste Ziel war, wie gesagt, Liverpool, eine weite Reise. Und sie sind sicher angekommen und haben dort hier in Liverpool Salz geladen. Für Bates war das eine interessante Sache, weil zehn Jahre zuvor, mit siebzehn Jahren, war er hier im Jahre 1810 gefangen genommen worden von der Royal Navy. Vielleicht erinnern wir uns noch daran, wie er dort dann zwangsweise für die Briten fünf Jahre Kriegsdienst leisten musste. Aber jetzt hat sich die Welt verändert. Es herrscht Frieden in Europa, Frieden in der Welt. Er trifft sogar dort in Liverpool einen ehemaligen Offizier eines britischen Kriegsschiffes. Der kann sich aber nicht mal an ihn erinnern.

[12:25] Und dann erlebt er noch etwas ganz Interessantes. Als er wie gesagt Salz geladen hat, dann kommt es darauf an, das Salz dann vom Schiff auf den Hafen zu befördern. Und seine eigene Mannschaft bestand aus sieben Matrosen, die dieses Salz da geschippt haben auf das Kai. Und von dort hat er dann zwei Iren, zwei irische Männer gekauft, die dann das Salz in ein Behältnis geschippt haben. Und da ist ihm aufgefallen, dass die zwei Iren schneller und kräftiger waren als seine sieben Matrosen. Und er hat etwas festgestellt: Aufgrund der Hungersnot dort in Irland und auch in England hatten die Iren kein Fleisch, das sie essen konnten. Die haben sich nur von Kartoffeln ernährt. Und mit der Zeit ist ihm aufgefallen, dass diese Iren, die nur Kartoffeln essen und kein Fleisch, viel kräftiger und schneller waren als seine gut genährten Amerikaner. Das hat einen nicht geringen Eindruck auf ihn gemacht, mehr dazu ein andermal.

[13:26] Das können wir überspringen. Im Herbst ist er dann wieder sicher in Amerika angekommen, in Alexandria. Und da gab es aber keinen weiteren neuen Auftrag. So ist er erstmal nach Hause gegangen und hat dann nach 16 Monaten Abwesenheit mal wieder seine Familie besucht in Fairhaven. Das ist kein einfaches Leben als Seemann, wenn man da ständig jahrelang unterwegs ist und ab und zu mal seine Frau sieht. Mit dem möchte ich nicht verheiratet gewesen sein.

[13:59] Ebenfalls im Herbst, das ist nur nebenbei, gab es einen weiteren Kongress. In dieser Zeit gab es eine ganze Reihe von Kongressen, wo die Fürsten und Könige und Kaiser Europas immer zusammenkamen, um zu beraten, wie man nur diese immer wieder aufbrechende demokratische Revolution in den Griff bekommen kann. In dem Fall war das in Troppau. Und auch dort haben sich Russland, Österreich, Preußen und Großbritannien beraten, wie man noch irgendwie diese Republikaner im Keim ersticken kann. Anlass war, am 24. August war in Portugal wieder eine Revolution ausgebrochen. Und auch das war natürlich von den Machthabern Europas nicht gern gesehen.

[14:37] Dann im Oktober, was ganz spannend ist, und hier haben wir gleich wieder eine Novität, die bisher noch nirgendwo gestanden hat, das erkläre ich jetzt gleich. In dieser Zeitschrift, die wir schon öfter angeschaut haben, "The Jews' Expositor", das war das offizielle Organ der Missionsgesellschaft zur Missionierung der Juden in London. In dieser Zeitschrift gab es regelmäßig auch Prophetieauslegungen. Und hier im Jahre 1820 gab es mehrere Artikel. Von dem, von dem ich gelesen habe, habe ich leider trotz langer Suche kein Original mehr gefunden. Dort wurde nämlich im Oktober ein Artikel geschrieben, wo die 2300 Jahre ebenfalls auf das Jahr 1843 angesetzt wurden. Sehr interessant. Und außerdem die 1260 Jahre punktgenau auf 538 bis 1798. Also wirklich hervorragende Prophetieauslegungen zu dem Zeitpunkt.

[15:34] Aber was ich dann bei der Suche nach diesem Artikel von Oktober gefunden habe, zufällig, was aber in keinem Buch dieser Welt steht, ist, dass es im Dezember eine Ausgabe gab, wo interessanterweise die 2300 Abend und Morgen nicht auf 1843, sondern auf 1844 schon gelegt worden sind. Mit dem Jahr 457 als Anfangspunkt. Offensichtlich wahrscheinlich der erste Hinweis darauf, dass hier jemand das Jahr 0 mit einberechnet hat. Also das nicht existierende Jahr 0. Das habe ich bei keinem vorgefunden und wird noch für Jahrzehnte von keinem anderen so gesehen werden. Und der Schreiber ist auch nicht gleich herauszubekommen. Aber in dieser Zeitschrift findet sich schon dieser Hinweis im Jahre 1820.

[16:22] Und dann ein anderes Buch, das für Furore gesorgt hat, war dieses Buch hier. Und wiederum haben die so lange Titel. Es heißt in dem Fall: "Zwei Versuche über Daniels prophetische Zahl der 2300 Tage und über die Pflicht des Christen, sich mit der Befreiung der Kirche auseinanderzusetzen." Geschrieben von keinem geringeren als dem schottischen Prediger Archibald Mason, 1820. Und darin beschreibt er etwas. Und zwar folgendes.

[17:00] Er sagt hier folgendes: "Ich habe kürzlich ein Pamphlet von Reverend W.E. Davis aus South Carolina gesehen." Wer jemand gut aufgepasst hat in den letzten Wochen, wird er sich an den erinnern. Der nämlich 1811 ein Buch geschrieben hatte mit dem Titel "The Millennium". Und der der erste Amerikaner war, der jemals Daniel 8 und Daniel 9 verknüpft hatte. Vielleicht erinnern wir uns daran. Und das wurde dann 1818 in England neu aufgelegt und kam jetzt nach England. Und dieser Mason bezieht sich jetzt auf dieses Pamphlet von W.E. Davis und sagt: "Dieser Autor behauptet, dass die 2300 Tage, also Daniel 8, mit den 70 Wochen beginnen." Das war damals absolut ganz, ganz frisch. Und dann schreibt er: "Ich sehe mich genötigt, dieser Meinung zuzustimmen." Und er ist jetzt einer der ersten, die hier das mit bestätigen.

[17:57] Während Davis noch geglaubt hat, dass die 2300 Jahre 1847 enden, studiert Mason das Ganze noch weiter. Denn er weiß schon von anderen Prophetieauslegern, dass Daniel 9 einen genauen Anfangszeitpunkt hat, nämlich 457 vor Christus. Und er bringt jetzt diese beiden Dinge zusammen auch und schreibt: "Wenn wir 457 von 2300 abziehen, wird der Rest uns das Jahr der christlichen Ära angeben, in der die 2300 Jahre zu Ende gehen werden. Durch diese einfache Rechnung entdecken wir, dass diese Zahl im Jahr 1843 enden wird." Wieso viel hat er das Jahr 0 nicht bedacht? "In diesem Jahr wird das Herrnheiligtum gereinigt werden."

[18:33] Jetzt schauen wir uns an, was er damit meint. "Die Kirche und die Nationen von den Gräueln der Mutter der Huren befreit werden und das Papsttum wird von der Erde verschwinden." Hier haben wir eine Auflistung von allen Leuten, die bis zu diesem Zeitpunkt, 1820, die Verbindung von Daniel 8 und Daniel 9 gefunden haben, die wir mit Namen kennen. Der Erste war, wie gesagt, Johann Petri, 1768 in Deutschland. Dann ein J.A.B., höchstwahrscheinlich John Aquila Brown, 1810. Dann der besagte John Davis, 1811, der Erste in Amerika jemals. Er hat auch von den beiden nichts gewusst. William Miller, 1818, ohne die drei gekannt zu haben. Dann Heinz Peter, 1819, in Holland, ohne die vier gekannt zu haben. Und dann Archibald Mason, in Schottland, 1820, der das hier, dieses Pamphlet gelesen hat.

[19:23] Also wir sehen, wie in einem relativ engen Zeitraum mehrere Leute auf verschiedenen Orten der Welt zu der gleichen Überzeugung gekommen sind: Daniel 8 und Daniel 9 gehören zusammen. Und wie gesagt, in den Jahrhunderten vorher hat das kein einziger Mensch auf diesem Planeten geschrieben und erkannt.

[19:39] Und der Mason hat sich jetzt Gedanken gemacht, was bedeutet die Reinigung des Heiligtums? Und er hat sich gedacht: Gibt es da eine biblische Geschichte, die das illustriert? Und er ist auf folgende Geschichte gekommen, nämlich auf die Geschichte von Hiskia, der nachdem Ahas den Tempel in den Königen und Chroniken abgeschlossen hatte und zugeschlossen hatte, dieser Hiskia dann diesen Tempel wieder gereinigt hatte und wieder eingeweiht hatte. Und interessanterweise dauerte diese Reinigung von Hiskia damals 24 Tage. Und so hat sich Archibald Mason gedacht: Naja, vielleicht sind diese Tage prophetische Jahre und vielleicht dauert die Reinigung des Heiligtums 24 Jahre, so dass wir dann von 1843 bis ins Jahr 1867 kommen würden und dann wäre die Reinigung abgeschlossen und dann würde das Millennium beginnen.

[20:28] Naja, er schreibt dann hier, auch noch habe ich es nicht mehr auf Deutsch übersetzt, aber ich lese es kurz vor. Er sagt dann hier: "Einer der größten Schwierigkeiten ist das Zeitproblem, denn er sagt, Achtung, hier habe ich es genau: 'It must be acknowledged, the time is short.' Es muss zugegeben werden, die Zeit ist kurz. 'From the present day time, 1820, there are only 23 years until the final fall of anti-Christian potpourri and the cleansing of the sanctuary and only 47 until the Millennium's commencement.'" Er sagt: Vom jetzigen Zeitpunkt, 1820, sind es nur noch 23 Jahre bis zur Reinigung des Heiligtums und zum Fall des antichristlichen Papsttums und nur noch 47 Jahre bis das Millennium beginnt. Also die haben sich bewusst gemacht, wenn ihre Auslegung richtig ist, dann ist die Zeit wirklich knapp.

[21:19] Noch ein anderes hochinteressantes Werk aus jener Zeit, "The Messiah's Kingdom", das Königreich des Messias von John Bayford, einem Freund auch von Joseph Wolff, der in England gelebt hat, in London. Und da geht er durch die ganze Bibel durch und hier durch Daniel 2 und 7 und 8 und 9 und dann durch die ganze Offenbarung und zeigt, dass Jesus bald wiederkommen wird. Er ist einer der führenden Leute, John Bayford, in dieser Erweckungsbewegung, dieser Prophetiebewegung, die jetzt immer mehr konkrete Züge nimmt. In den Jahrzehnten zuvor waren es einzelne Leute gewesen, hier und dort. Um 1820 beginnt das Ganze eine richtige Bewegung zu werden, vor allem erstmal in England.

[22:01] Und ein weiteres Buch hier noch, sei es erwähnt, auch aus Oxford, 1820: "Observations upon the Vision of Daniel and the Revelation of St. John" von William Goddard Stone. Und auch er bezieht sich auf ganz ähnliche Dinge, hat allerdings ein paar seltsame Dinge dabei. Er sagt zum Beispiel, die 2300 Abend und Morgen enden erst 1965, weil er in Daniel 8 den Islam sieht und nicht das Papsttum.

[22:33] Auch in Deutschland, hier in Baden-Württemberg, beginnt um 1820 die Prophetie mit ganz großer Macht verkündigt zu werden. Das hängt vor allem an einem Mann, der schon lange, lange, lange tot war, schon über fast 100 Jahre, nämlich Bengel. Jemand von Bengel gehört? Von Johann Albrecht Bengel, der 1752 gestorben war und der hier in Baden-Württemberg großen Einfluss hinterlassen hat unter den Pietisten. Er hatte damals schon Bücher geschrieben wie hier: "Die erklärte Offenbarung Johannes oder vielmehr Jesu Christi und aus dem revidierten Grundtext übersetzt und durch die prophetischen Zahlen aufgeschlossen und allen, die das Werk und Wort des Herrn achten und dem, was vor der Tür ist, würdiglich entgegen zu kommen, begehren vor Augen geleget durch Dr. Johann Albrecht Bengel." Auch die Deutschen hatten lange Titel.

[23:24] Weiß jemand, was das hier ist? Das ist aus dem Buch, auf der Innenseite des Titels. Weiß jemand, was das ist? Das ist eine Illustration von Offenbarung 10. Das ist Jesus, dessen Angesicht leuchtet wie die Sonne, ein Regenbogen über seinem Kopf, der vom Himmel herabkommt, die Füße wie Feuer sollen, ein Bein auf der Erde, eins auf dem Meer, in seiner rechten Hand die gehobene zum Schwur, in seiner linken Hand das Büchlein, das steht sauer und süß. Das Buch Daniel, das entschlüsselt werden soll.

[23:59] Um 1820 herum beginnen jetzt mehrere dieser württembergischen Pietisten, Bengels Theorie ganz exponiert zu verkündigen. Bengel hatte geglaubt, dass die Zahl 666 eine Zeitprophezeihung ist und dass die Zahl 666 666 Jahre sind, die bis zum 18. Juni 1836 gehen werden. Und zwar kündigen jetzt in Baden-Württemberg um diesen Zeitraum, also damals war es Württemberg und Baden, das waren damals zwei verschiedene Länder, bevor mich jemand dann noch anschreibt und mich dafür kritisiert. Weil bis heute, glaube ich, haben die nicht so viel gemeinsam, die Badener und die Württemberger. Aber in diesem Gebiet hier ist das gepredigt worden, dass in ungefähr 16 Jahren Jesus wiederkommen wird und dann das Millennium beginnt.

[24:51] Und in den Jahren zuvor gab es ja durch die Napoleonischen Kriege viel Leid, viel Hunger, dann gab es diese Missernten durch das Jahr ohne Sommer, fast so wie heute. Und das hat dazu geführt, dass 1816 und 1817 schon eine ganze Reihe von Württembergern nach Kaukasien ausgewandert sind, weil sie gedacht haben, Jesus kommt bald wieder. Wir würden zwar gerne nach Jerusalem gehen, das ist aber zu gefährlich wegen den Türken, die dort noch regieren. Dann gehen wir nach Kaukasien, das ist schon relativ nahe. Und das hat zur Entstehung der Kaukasiendeutschen geführt, der Kaukasusdeutschen. Und wie gesagt, das war hier in Württemberg los.

[25:35] Dann, ebenfalls 1820, hat ein gewisser Robert Harmon, der Hutmacher, der schon seit 10 Jahren verheiratet ist, vor einiger Zeit dann bin ich schon kurz angesprochen, wir werden ihn später nochmal ausführlich behandeln, kam er zurück aus der Miliz, er hatte 6 Jahre in der Miliz in Maine gedient und hat sich jetzt hier in Portland, Maine, ein Haus gekauft. Robert Harmon wird später noch ganz wichtig werden, einfach mal merken.

[26:03] Ein ganz interessantes Zitat aus der Zeit, das ich gefunden habe von diesem Mann, den wir schon öfter angeschaut haben, Alexander Campbell, einem dieser Gründer der Christian Disciples, einer evangelischen Freikirche aus dieser Zeit. Er schreibt 1820 etwas Interessantes über den Versuch, Sonntagsgesetze einzuführen. Er sagt: "Obwohl er selbst am Sonntag immer in die Kirche ging, darum ist es antiefangelisch und entgegengesetzt zum Evangelium, einem ungläubigen oder natürlichen Menschen zu gebieten, in irgendeiner Weise den Tag des Herrn zu halten." Nun, er hat einen anderen Fehler gehabt, er hat geglaubt, das Gesetz Gottes ist ganz abgeschafft, deswegen darf man es nicht verbieten, aber es zeigt, dass auch zu der Zeit die Evangelikalen, die sich schon für den Staat interessiert haben, damals noch ganz klar überzeugt waren: Es ist nicht gut und nicht richtig, wenn man einen Ruhetag per Gesetz vorschreibt, obwohl er selbst vom Sabbat nichts wusste und den Sonntag gehalten hat.

[27:05] Und noch ein interessantes Buch aus dem Jahre 1820, das ist dieses Buch hier: "The Resurrection of the Dead, a Necessary Doctrine of the Gospel" von Richard Wright. Und da sagt er, das kann man gut nachvollziehen: "Einer wahren Auferstehung muss der tatsächliche Tod dessen vorausgehen, der auferweckt wird. Das, was nicht stirbt, kann nicht von den Toten auferweckt werden. Die Auferstehung, die in der Schrift bekannt gemacht wird, ist eine Auferstehung von den Toten. Was auch immer von den Toten auferweckt wird, muss tot bleiben, bis es auferweckt wird." Ziemlich einfache Logik. Aber damals eine absolute Minderheit und auch selbst heute unter den meisten Christen nicht bekannt. Und auch Richard Wright einer von denen, die das entdeckt haben und in Buchform weitergegeben haben.

[27:53] Übrigens, im Jahre 1820 war die Bevölkerung der USA mittlerweile auf 9,5 Millionen Menschen angestiegen und damit fast verdoppelt innerhalb von 20 Jahren. Und von denen leben ungefähr 27%, also ein gutes Viertel, im sogenannten Westen. Das heißt, in diesen Bundesstaaten, die jetzt immer mehr dazukommen. Ansonsten sei noch darauf hingewiesen, dass zu dieser Zeit die Sklavenfrage immer mehr an Bedeutung gewinnt, nicht zuletzt durch diese Streitfrage mit den Bundesstaaten. Immer mehr Kirchen engagieren sich dafür für die Sklaven, vor allem im Norden. Und es droht tatsächlich die USA zu spalten, schon zu diesem Zeitpunkt. Es gibt Antisklaverei-Journale, die herauskommen, zum Beispiel "The Emancipator". Und viele Christen fangen an, sich von anderen Reformen abzuwenden und nur noch sich dieser Sklavenfrage zuzuwenden. Einige von ihnen, einige Baptisten und andere fangen sogar an, sich gegen Missionen ganz zu wenden und sich nur noch diesen sozialen Dingen zuzuwenden. Das heißt, diese Erweckungsbewegung, die bis diesem Zeitpunkt stark zugenommen hat, bekommt jetzt ihre ersten Dämpfer. Einige Christen sagen: Wir brauchen keine Missionen machen, lasst uns einfach nur für soziale Dinge einstehen.

[29:08] Ansonsten noch interessant für 1820: Die Inquisition wurde abgeschafft in Argentinien und erneut der Jesuitenorden in Russland und Spanien abgeschafft. Und auch das nicht unwichtig: Im Jahre 1820 wurde die Blindenschrift erfunden von einem gewissen Herrn Breyer.

[29:29] Wir springen ins Jahr 1821 und auch das ein interessantes Jahr. In diesem Jahr ist der Elektromagnet erfunden worden, aber auch sonst war der Magnetismus ganz in Mode. Und mit Magnetismus meinen wir nicht den natürlichen Magnetismus, sondern das, was Mesmer entdeckt hat. Diese Trance-Zustände, diese Hypnosen, die er ausgeführt hat. Und 1821 ist tatsächlich der erste Mensch operiert worden, der nicht mit Alkohol oder irgendwas anderes betäubt worden ist, sondern allein durch Mesmerismus. Da hat man Leute durch Magnetismus in den Schlaf hypnotisiert und hat man sie operiert. Das war eine Zeit lang ganz Mode.

[30:13] Ansonsten war das ganze über Revolutionen. Portugal und dann auch in Süditalien, im Königreich beider Sizilien brach die Revolution aus. 1821 ist auch Mexiko unabhängig geworden. Das ist gar nicht so unwichtig, weil jetzt die USA einen neuen Nachbarstaat hatten. Statt Spanien, wie bisher, war es jetzt Mexiko. Die hatten sich schon 1810 unabhängig erklärt, aber nach elf Jahren Krieg konnten sie jetzt die Spanier endgültig abschütteln.

[30:46] Dann im Frühling ist Joseph Bates erneut wieder in See gestochen. Diesmal ging es nicht nach Liverpool, sondern nach Südamerika und zwar Richtung Rio de Janeiro. Wieder mit der Talbot und wieder als Kapitän. Er hat Mail geladen und als sie dann dort in Rio de Janeiro ankamen, da gab es noch nicht so viele Hochhäuser wie hier auf dem Bild, da war die Mannschaft ganz beeindruckt von den vielen Bergen und von dem Zuckerhut und überhaupt. Als Seemann ist man viel herumgekommen. Man hatte damals ja kein Flugzeug gehabt. Man musste, wenn schon mal was von der Welt sehen, wollte monatelang mit dem Schiff fahren.

[31:25] Sie sind von dort dann weitergefahren nach Montevideo, nach Uruguay, sind dort kurz vor der Landung fast an der Küste zerschellt, aber haben dann alles doch noch gut überstanden und sind dann wieder zurück nach Rio de Janeiro, haben dort alles Geld in Kaffee investiert, das sie dann weiter transportiert haben nach San Salvador und so ging es immer weiter.

[31:48] Auf dem Rückweg von Südamerika zurück nach Nordamerika hat Bates eine interessante Entscheidung getroffen. Er hatte seit einem Jahr wieder angefangen, starke Getränke zu sich zu nehmen. Ein Glas pro Tag. Starkalkoholische Getränke. Und er hatte an sich selbst bemerkt, dass, obwohl er noch nicht abhängig ist, doch sein Appetit für dieses Glas, was auch immer es war, größer war als sein Appetit für das Essen. Und als ihm das aufgegangen ist, hat er gesagt: Das will ich auf keinen Fall weitermachen. Und er hat sich entschieden, an diesem Tag, es war im Herbst schon 1821, nie wieder starke Getränke zu sich zu nehmen und hat es sein Lebensende nicht mehr getan. Und das als Kapitän auf hoher See, wo wir wissen, dass Seefahrer somit die allergetrunkensten Arbeiter sind, die es so gibt. Und das war der erste Schritt für ihn auf einer interessanten Reise, die wir in den nächsten Jahren verfolgen werden, wie er Schritt für Schritt eine Gesundheitsreform nach der anderen, völlig ohne Druck von außen, für sich selbst entdeckt hat.

[33:00] Es sei darauf hingewiesen, dass Gesundheit immer mehr auch in der ganzen Welt zu einem Thema wurde. In Amerika wurde eines der ersten Bücher überhaupt zu diesem Thema veröffentlicht. Das Buch hieß "Abstinence from Flesh". Von einem Pastor mit Namen William Metcalf in Philadelphia. Dort waren die ersten Christen und haben angefangen, vegetarisch zu leben. Und die haben das dann dort verbreitet.

[33:24] 1821 bringt uns auch zu diesem Mann hier. Heute haben wir zum ersten Mal ein Bild von ihm. Der Rechte hier, das ist Joseph Wolff. Unser deutscher Ex-Jude, mittlerweile auch Ex-Katholik, jetzt mittlerweile protestantischer, auszubildender Theologiestudent auf Kosten der Missionsgesellschaft zur Missionierung der Juden, die er als Missionar in den Nahen Osten schicken möchte. Auf Kosten von Henry Drummond, seinem guten Freund und Ex-Bankier, der sich auch zum Glauben bekehrt hatte. So wie Miller in dieser Zeit die Bibel studiert, so studiert ja auch Joseph Wolff. Wir haben letztes Mal gesagt, er ist jeden Morgen um zwei Uhr aufgestanden und hat studiert und studiert, hat Arabisch gelernt und Persisch und all die verschiedenen Sprachen, um sich auf diese Nahost-Missionsreise vorzubereiten. Und er studiert dort in Cambridge.

[34:13] Und er stellt fest, dass manches, was er in Rom kritisiert hat, auch in England nicht anders ist. Wenn er dort im Unterricht einem Professor widerspricht, wird ihm das sogar verboten. Das ist ihm sogar in Rom nicht passiert. Und er merkt auch, wie es sonst unter den verschiedenen protestantischen Kirchen in England nicht alles so glatt läuft, wie es ist. Und Drummond fragt dann irgendwann: "Wolf, wann gehst du jetzt endlich los? Wann fängst du an, in den Nahen Osten zu gehen?" Und Wolf sagt: "Ich würde gern, aber ich muss hier noch weiter unterrichten. Und die Gesellschaft sagt, ich muss das noch lernen, ich muss das noch lernen. Und sie wollen mich noch ein bisschen weiter ausbilden." Er erzählt dann so ein bisschen süffisant, dass er immer noch nicht weiß, wie man sich rasiert und wie man Tee macht. Und dass er alles noch beigebracht werden muss, um ein guter Missionar zu werden. Und darauf wird Drummond ganz ärgerlich über die Gesellschaft und sagt: "Wenn ihr ihn nicht losschickt, dann schicke ich ihn auf eigene Kosten los. Er muss jetzt endlich in die Welt. Alles, was er noch lernen kann, kann er auch dort lernen. Er muss jetzt unbedingt Menschen für Christus gewinnen."

[35:13] Und so bereitet sich Josef Wolf im Jahre 1821, und das war ein Schlüsselereignis der Adventgeschichte, vor, jetzt England zu verlassen, um in den Nahen Osten zu gehen. Bevor er England verlässt, versucht er schon, in England die Juden zu erreichen. Er geht in die Synagoge in London. Am Freitagabend, während dort das Gebet stattfindet, und fängt an, Traktate zu verteilen. Daraufhin wird er gewaltsam aus der Synagoge rausgeschmissen und verprügelt. Und das war der Beginn seiner Missionstätigkeit. Er hat aber dann geschrieben, die angesehenen Juden haben sich hinterher dafür entschuldigt, dass das vielleicht ein bisschen doll gewesen ist. Aber es war ihm dann auch bewusst, das war vielleicht nicht die cleverste Idee.

[35:58] Dann am 25. März begann die griechische Revolution, die für etliche Jahre da in Europa im Atem halten sollte. Das ist deswegen nicht unwichtig. Vielleicht erinnern wir uns vom letzten Mal, dass dieser Mann hier, Elias Smith, gelehrt hatte, dass 1819 die 2300 Abende zu Ende gehen und dann das Osmanische Reich verschwinden würde. 1819 war nichts passiert. Und so war diese Lehre eigentlich schon wieder in Vergessenheit geraten. Als dann aber 1821 die griechische Revolution ausbrach, die sich gegen die Türken richtete, und man herausfand, dass die Revolutionsführer sich seit 1819 das vorbereitet hatten, da fühlte er sich sehr bestätigt. Und seitdem lehrte seine Gruppe und seine Kirche, die Gruppe um ihn herum, dass 1819 die Zeit der 2300 Abenden und Morgen abgelaufen sei und jetzt das Osmanische Reich zu fallen beginnt. Deswegen diese griechische Revolution durchaus interessant für ihn.

[37:05] Im Folge dieser Revolution wurde sogar der ökumenische Patriarch Georgius V. an einer Kirchentür aufgehängt. Von dem hier, von Sultan Mahmud II., das im April. Aber das soll uns nicht weiter interessieren. Wir verfolgen jetzt den Weg von Josef Wolf in den Nahen Osten.

[37:18] Am 17. April verlässt er England und fährt mit dem Schiff nach Gibraltar. Er selbst sagt, er hat große Angst auf See gehabt. Ein kleiner Sturm schon hat ihn völlig aus der Fassung gebracht. Aber er ist sicher in Gibraltar angekommen, hat sich dort mit den Rabbis und den Juden in Kontakt begeben und ist auch relativ gut behandelt worden, hatte einige interessante Diskussionen über die messianischen Prophezeiungen.

[37:47] Bevor wir Josef Wolf weiterverfolgen, möchte ich noch ganz kurz eine Person vorstellen, die in den nächsten Jahren auch von Wichtigkeit sein wird für die Adventgeschichte, die man manchmal nicht so gut kennt. Und das ist Joshua Himes. Joshua Himes, wir lernen ihn heute kennen mit 16 Jahren, wo er eine Lehre beginnt, eine Tischlerlehre in New Bedford in Massachusetts. Er wollte eigentlich Theologie studieren. Sein Vater war ein Kaufmann, der Handel getrieben hat mit der Karibik. Er war in die Ruinen gekommen, weil einer der Unterhändler das Schiff, das ihm gehörte, einfach verkauft hat und mit dem Geld davon geflohen ist. So hat der Vater kein Geld, um dem kleinen Joshua ein Theologiestudium zu ermöglichen. Und er beginnt eine Tischlerlehre. An dem neuen Ort, wo diese Tischlerlehre jetzt durchführt, angekommen, findet er die Christian Church, eine evangelikale Kirche. Er kommt eigentlich aus einer episkopalen Kirche. Und er sagt hier: "Hier fand ich die offene Bibel und Gedankenfreiheit und ich machte von beidem Gebrauch." Wir wollen den Namen hier mal kurz hineingeworfen haben. In einigen Jahren danach wird Joshua Himes noch von großer, großer Bedeutung werden.

[38:56] Am 5. Mai tobt dann ein gewaltiger Sturm über den Atlantik, über die Insel Helena. Bäume werden ausgerissen und an jenem Tag stirbt Napoleon. 5. Mai und damit das Ende einer ganzen Epoche.

[39:16] Josef Wolf am 16. Juni verließ er dann Gibraltar und ist mit dem Schiff Richtung Malta weitergesegelt. Dort musste er erstmal in Quarantäne, weil es auf Gibraltar Fieber gegeben hatte. Als die Quarantäne vorbei war, ist er dann von den Juden dort auf Malta recht abweisend behandelt worden. Die haben ihn aus der Synagoge gekickt und ihm übel zugespielt, mitgespielt. Von den Engländern dort auf Malta ist er aber sehr wohlwollend aufgenommen worden. Und er ist dann eingeladen worden, in der Kirche der Londoner Missionsgesellschaft eine Predigt zu halten. Es wäre seine erste Missionspredigt geworden. Und dementsprechend hat dann einer der englischen Offiziere gesagt: "Bevor du hier eine Predigt hältst, möchte ich sehen, ob du das kannst." Und so musste Wolf seine Predigt eine ganze Woche lang vor diesem Offizier üben. Und sie immer wieder vortragen. Und wenn er ein Wort falsch betont hat, ist der Offizier aufgestanden und gesagt: "Nein, das musst du anders betonen." Und nachdem die Woche dann rum war, er seine Predigt gehalten hat, war sie ein großer Erfolg. Und der Offizier meinte: "Das ist ja kein Wunder." Er hat dort auch interessante Diskussionen gehabt mit einem französischen Atheisten. Und er traf eine ganze Reihe von interessanten Leuten auf seiner Reise. Und er wollte dann weiter nach Alexandria. Man hat ihn gewarnt: "Geh nicht dorthin, denn wegen dem Krieg zwischen der Türkei und den Griechen wird das gefährlich werden." Aber es hat ihn nicht gestört. Er ist jetzt weiter von Malta nach Alexandria.

[40:53] Und dort war er jetzt wirklich im Nahen Osten angekommen. Dort erfährt er, dass ein anderer Missionar, der vor ihm schon gesandt worden war aus England, sich völlig daneben benimmt. Und sich sogar dem türkischen Pasha als militärischer Oberbefehlshaber angepriesen hat. Also wie gesagt, ein christlicher Missionar, der zum türkischen Pasha geht und sagt: "Du, wenn du mir Geld genug gibst, dann werde ich dein General für deine Armee." Und den Frauen dort irgendwelche medizinischen Medikamente verkauft und dann auch noch behauptet, er könnte zaubern. Und als Wolf das hört, dass sein Missionskollege, Missionskollege so einen Quatsch macht, dann schreibt er zurück nach London und sagt, was hier los ist. Und kurze Zeit später war dieser Missionskollege seinen Job los. Er selbst wurde gut aufgenommen von den Juden und hat interessante Gespräche geführt. Immer wieder diskutiert er mit den Juden, mit den Rabbis über die messianischen Prophezeiungen und wird manchmal echt bis an den Rand seines Wissens gebracht, wenn sie ihm Fragen stellen, wie siehst du dieses Wort hier und was bedeutet das im Urtext. Und das sieht man anders.

[41:52] Er hat dort auch einen preußischen Naturforscher getroffen. Er hat dann im Gottesdienst abgehalten im britischen Konsulat, hat kostenlos Bibeln verteilt an verschiedene Menschen, hat vor den Italienern gepredigt. Und er sagt, er hat überhaupt kein Interesse gehabt an den ganzen Pyramiden und Monumenten, die es dort gibt. Ihn interessierten die verschiedenen Menschen, die verschiedenen Kulturen, die verschiedenen Rassen, die dort zusammenkamen. Zum Beispiel hat er ganz interessanterweise auf dem Weg von Alexandria nach Kairo eine 14-stündige Diskussion mit einem amerikanischen Offizier gehabt, der zum Islam übergetreten ist und hat ihn dann auf dieser 14-stündigen Bootsfahrt vom Islam wieder zurückgekehrt zum Christentum quasi. Das hat einen anderen Moslem, einen Albaner, im Boot gar nicht behagt und er hat immer angedroht, dass er den Wolf in den Nil werfen möchte. Das ist aber nicht passiert.

[42:52] Am 19. Juli übrigens gab es Anlass zu Feier in England. Georg IV. wurde zum britischen König gekrönt. Und am 4. August wurde in einem kleinen Ort in Palmyra ein kleines Kind geboren. Die Eltern waren Nachfahren der berühmten Mayflower. Was von der Mayflower gehört? Das waren jene Protestanten, die 1620 von England und von Holland aus nach Amerika gesiedelt waren. Das waren die ersten Siedler auf amerikanischem Boden. Und von diesen wenigen Familien gab es immer noch Nachfahren. Und einer dieser Nachfahren war John White. Und er bekommt hier in Palmyra einen Sohn und nennt ihn James Springer, James White. 1821 geboren. Zu dem Zeitpunkt ist Miller übrigens 38 Jahre alt, dass man ein Verhältnis hat. Und Bates 28. Der Vater von dem kleinen Baby James White ist Mitglied in der Christian Church und dient dort jahrelang als Diakon. Er ist ein sehr gläubiger Mann.

[44:22] 10. August 1821, wie angedeutet, der neue Bundesstaat kommt dazu, Missouri. Auch ein Sklavenstaat und der Drang nach Westen wird immer wichtiger.

[44:36] Das überspringen wir, genau. Dann im Oktober schreibt Louis Way, das ist der Vorsitzende jener Gesellschaft, mit der Joseph Wolff in Verbindung steht, um dort die Juden im Nahen Osten zu bekehren. Er beschreibt, dieser Louis Way, dass es wichtig ist, dass sich die Juden bekehren, denn das wäre das Anzeichen, dass der Spätregen kommt. Und die allermeisten Christen warten darauf, dass dort in Israel etwas passiert, schon zu jener Zeit. Und deswegen ist es so erstaunlich, dass William Miller genau diese Falle nicht getappt ist.

[45:15] Im Oktober macht sich dann Joseph Wolff auf von Kairo in die Halbinsel Sinai. Und er beschreibt das ganz genau in seinem Buch. Am 28. Oktober, am Sonntag, hat er noch zu Deutschen gepredigt, in Kairo auf Deutsch. Und dann am 29. am Montag macht er sich auf mit mehreren Kamelen. Er möchte gern zum Berg Sinai. Da hat wirklich was erlebt der Mann. Und er hat einen deutschen Diener mit, Franz, der war ständig besoffen. Sieben Kamele und einige englische Reisegefährten. Und er nimmt dann Bibel mit in verschiedenen Sprachen. Als man ihn fragt, warum dort auf dem Sinai, da lebt doch keiner. Also bis auf diese Mönche, diese griechischen Mönche in dem Katharinenkloster. Er sagt: "Das ist vollkommen egal. Könnte ja jemanden geben, der dort vorbeikommt. Und wenn er dann eine Bibel dort findet in seiner Sprache, dann wird er sich freuen." Und tatsächlich gab es dann später einen Bulgaren, der dort tatsächlich durch so eine Bibel, die Joseph Wolff dort zurückgelassen hat, Jahre später dann zum Glauben an Christus gekommen hat. Aber da kommen wir später noch zu.

[46:17] Sie machen sich auf den Weg und kommen dann hier am, äh zur Forst, Entschuldigung, kommen sie erst in Suez an, über Suez am 30. Oktober. Dort predigt er den Griechen und verteilt griechische Bibeln. Und dann durch die Wüste, sie kommen an einem Ort, den man nennt den Brunnen Moses. Dort predigt er zu arabischen Beduinen. Dann erreichen sie das Tal Paran und am 6. November das Katharinenkloster hier am Berg Sinai. Und dort am 7. November geht es dann auf zur Exkursion zum Sinai selbst. Wolff verteilt, wie gesagt, seine Bibeln im Kloster. Und die ganze Reisegesellschaft setzt sich dann oben auf den Berg des Sinai. Und kann sich mal vorstellen, was Wolff dann zitiert hat. Genau, erstmal 5. Mose 32, das Lied des Mose vom Sinai. 5. Mose 33 und dann die 2. Mose 20, die 10 Gebote. Und er zitiert das, weil er es so gut kann, sowohl in Englisch als auch in Deutsch, als auch in Arabisch für die Beduinen, die bei ihm sind. Um sozusagen allen das zu ermöglichen, zu verstehen, was hier gewesen ist. Und er ist völlig aus dem Häuschen, dass er das erleben darf, hier auf dem Berg Sinai zu sein.

[47:27] Und sie besuchen sogar den Felsen von Meriba. Und er behauptet tatsächlich in seinem Buch, dass dieser Felsen von Meriba dort zu finden ist. Interessanterweise heutzutage wird ja viel darüber diskutiert, ob jetzt dieser Berg wirklich dort ist oder woanders gewesen ist. Und viele dieser traditionellen Bezeichnungen werden heute angezweifelt. Aber Wolff macht folgende Feststellung. Er sagt, dass die Araber unheimlich gut sind im Weitergeben von Namen. Er sagt dann später in seinem Buch, dass selbst als er viele Jahre später an den gleichen Ort kam, die Araber, obwohl er nur wenige Tage sie kannte, nicht nur seine Namen kannten, sondern auch alle Namen seiner Diener und so weiter. Und er hat dann den Eindruck gewonnen, dass Araber wirklich sehr akkurat sind. Und er selbst hat für sich entschieden, dass, wenn die dortigen Bewohner sagen, das ist der Felsen von so und so, hat er mehr Vertrauen darin als von irgendeinem europäischen Wissenschaftler, der sagt, das könnte nicht sein aus dem und dem Grund. Und sie finden diesen Felsen und er beschreibt sogar, dass dort zwölf Löcher wären und man würde noch sehen, wo der Mose draufgeschlagen hat. Und es würden wohl für die zwölf Stämme dort zwölf Wasserfontänen rausgebrochen, wie auch immer.

[48:40] Ob das stimmt, wissen wir nicht. Aber während sie dort am Felsen Meriba sind, hören sie plötzlich einen Araber, der sie angeht, der zu ihnen kommt und als der sich dann bedroht fühlt, werden sie plötzlich umringt von einer ganzen Reihe von Beduinen. Es kommt beinahe zum Schusswechsel. Wolf kann das gerade noch verhindern. Und dann sind sie plötzlich Gefangene der Araber. Die sagen: "Ihr seid unsere Gefangenen, ihr kommt jetzt mit." Und einer der Gründe ist, die Araber waren unglaublich wütend auf die Mönche hier im Kloster. Das war ein griechisch-orthodoxes Kloster. Und die Mönche und die Araber waren so wütend auf diese Mönche, weil sie gesagt haben, in dem Kloster befindet sich das Buch des Mose. Die Araber glauben ja auch an Mose. Und wenn die Mönche nun mal beten würden aus dem Buch, dann würde es regnen. Aber es regnet nicht, also sind die Mönche faul. Sie sollen anfangen zu beten. Und jetzt sollte Wolf die Mönche da überreden, dass sie anfangen sollen zu beten vor Regen. Und Wolf hat das natürlich gemacht, aber die Mönche haben natürlich gesagt: "Mehr als beten können wir auch wieder nicht."

[49:48] Jedenfalls hat Wolf dann relativ schnell deutlich gemacht, dass, wenn diese Beduinen sie weiter hier gefangen halten, dann würden sie Ärger bekommen mit den Türken, die die Herrschaft haben im ganzen Land und die mit den Engländern gut können. Und dann sind die Scheiß bemüht, ihn ganz schnell wieder nach Kairo zurückzubringen. Und als sie in Kairo angekommen sind, fragt er dann, was er diesen Beduinen schuldet für die Reisekosten. Und dann sagen die Beduinen, sie müssten bezahlen dafür, dass sie ihn zurückgebracht haben. Er müsste aber auch dafür bezahlen, dass sie ihn gefangen genommen haben und dass sie ihn in ihren Zelten untergebracht haben. Und dann sagt er: "Das mache ich natürlich nicht." Ganz interessante Erfahrung, die er dort gemacht hat.

[50:30] Wir sind fast am Ende angekommen. Dort in der Wüste war er unterwegs. Übrigens, im November ist dann Joseph Bates mit seinem Schiff wieder in Amerika angekommen. Und er fährt durch einen Brief, dass sein einziger Sohn gestorben ist. Und wenn man sich überlegt, dass er sowieso seine Familie kaum gesehen hat, war das natürlich eine Tragödie. Und er ist dann auf einer hastigen Heimfahrt in einer Postkutsche, 28 Jahre war er alt, beinahe getötet worden, weil die Postkutsche umgefallen ist. Und er ist dann einige Wochen zu Hause, hat dort seine Frau getröstet und hat sich dann aber wieder auf die Reise begeben, um wieder zurückzufahren und ist auf der Rückreise von der Kutsche abgeworfen worden. Damals waren die Verhältnisse noch anders als später. Und das lag daran, dass auf dem Weg beide Fahrer abgeworfen worden waren und dann die Pferde wie wild durchgegangen sind. Und dann bergab, bergab, bergab und er ist dann abgeworfen worden nach links und kann von Glück reden, denn der Rest der Kutsche ist mit ziemlichem Karacho dann ich würde nicht sagen ins Verderben gelaufen, aber das war nicht so lustig, was da passiert ist. Die anderen haben sich alle verletzt. Und auf Bates hat sich durchaus was zugezogen dabei.

[51:47] Ende des Jahres macht sich dann Josef Wolf auf von Kairo Richtung Jerusalem. Er möchte in die Heilige Stadt. Und er kommt in Gaza vorbei. Und dann von Gaza geht es nach Tel Aviv, also heutige Tel Aviv, ins damalige Jaffa. Und dort trifft er einen Samariter. Und es stellt sich heraus, dass die Samariter zu der Zeit noch genau das gleiche glaubten wie die Samariter der Bibel, dass nämlich Mose der einzige Prophet ist, alle anderen Propheten nicht der Wahrheit entsprechen. Und die Samariter warten auf so eine Art Messias, der aus dem Stamm Josef herauskommen soll. Und wir haben nicht die Zeit, das alles anzuschauen, was die Samariter dort ihm gesagt haben, aber einer besonders mit Namen Israel, interessanterweise, der hat ein ganz langes Gespräch mit Wolf und Wolf hat Gründe anzunehmen, dass dieser Mensch sich doch bekehrt hat. Und er entscheidet sich dann noch nicht nach Jerusalem zu gehen, weil er erst noch den syrischen Dialekt des Arabischen lernen möchte, der dort gesprochen wird. Und entscheidet sich dann erstmal noch weiter zu gehen Richtung Berg Kamel. Und das werden wir dann nächstes Mal anschauen.

[53:02] Das letzte, was wir heute anschauen wollen, neben diesen Nahostreisen des Josef Wolf, ist noch eine Geschichte, die ich sehr, sehr interessant fand. Nämlich in Bezug auf Tartaren. Weiß jemand, was Tartaren sind? Das sind jene Völker im Zentralasien. Während also Wolf anfängt 1821 hier im Nahen Osten das Evangelium zu predigen und Jesus Christus, befindet sich ein irischer Missionar in Zentralasien. Und während er dort eine Gruppe von Tartaren trifft, die schon christlich sind, sieht er, wie der Tartarenpriester aus der Bibel predigt. Und er gesellt sich dazu, stellt einige Fragen. Und dann stellt sich heraus, dass er, der Ire, ein Missionar ist. Und der Tartarenpriester fragt ihn: "Oh, du bist ein Bibellehrer. Das finde ich toll, wir haben ein paar Fragen an dich. Wann kommt Jesus wieder?" Und der irische Missionar sagt: "Das weiß kein Mensch. Das ist nicht unsere Sache zu wissen. Keine Ahnung." Und der Tartarenpriester schaut ihn an und sagt: "Wie? Du bist ein Bibellehrer? Bei uns weiß jeder, der die Bibel liest, dass Jesus 1844 wiederkommen wird." Jeder Tartar wusste 1821, dass Jesus 1844 wiederkommen würde. Und das ist nur eine von vielen Geschichten, die so erstaunlich sind. Auch Josef Wolf berichtet von erstaunlichen Dingen, wie selbst die Samariter. Dieser Samariter, von dem ich erzählt habe, der konnte Johannes 4 auswendig zitieren, obwohl er nicht mal in das ganze Alte Testament geglaubt hat. Es waren wirklich interessante Zeiten.

[54:49] Und wie das weitergegangen ist mit Josef Wolf in der Wüste, dort unter vielen Gefahren im Nahen Osten. Mit Josef Bates, der immer noch auf hoher See unterwegs war. Und was William Miller dann schlussendlich herausgefunden hat. Ob seine Theorie bestehen bleibt oder ob er sie aufgeben muss. Das sehen wir alles nächstes Mal. Wenn es heißt: "Millers Glaube. 1822 bis 1823." Und dazu sind wir natürlich alle herzlich eingeladen. Und wir wünschen Gottes Segen bis dahin. Jetzt haben wir eine kurze Pause und dann werden wir unser Offenbarungsseminar haben.


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