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In diesem Vortrag von Raimund Fuchs geht es um den Umgang mit Sorgen und Ängsten. Er beleuchtet die vielfältigen Ursachen und Erscheinungsformen von Angst, von existenziellen Sorgen bis hin zu irrationalen Befürchtungen. Der Sprecher gibt praktische Ratschläge, wie man Ängste überwinden kann, indem man die Realität prüft, positive Gedanken fördert und sich auf eine höhere Macht verlässt. Ein zentraler Gedanke ist, dass Liebe die Furcht vertreibt und dass Vertrauen in Gott eine tiefe Ruhe schenken kann.


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Serie: Eine Entdeckungsreise in die Welt der Gefühle

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Transkript

[0:00] Vertraue und glaube, es hilft, es heilt die göttliche Kraft!
[0:31] Ja, Dankeschön für das Willkommen! Wir freuen uns sehr, dass wir diese Zeit mit Ihnen verbringen dürfen. Meine liebe Frau und ich, wir fühlen uns immer wieder zu Hause, egal wo wir hinkommen. Wir sind gerne unterwegs und wir freuen uns, dass wir jetzt hier sein können.

[0:52] Vielleicht etwas Persönliches: Vor 44 Jahren jetzt schon haben wir so ausgeschaut. Ja, wir sind heuer 44 Jahre verheiratet und glücklich verheiratet und sind sehr dankbar für den Weg, den wir miteinander gehen durften. Und der liebe Gott hat uns zwei liebe Kinder geschenkt. Die Tanja, die ist jetzt 43 Jahre alt und sie ist Kindergärtnerin. Sie hat auch einen christlichen Kindergarten ins Leben gerufen, neben dem, dass sie in einem öffentlichen arbeitet, in Wien, mit ihrem lieben Mann, der Gemeindeleiter ist, in Wien-Kagran. Und wir sind ihr sehr dankbar, dass sie sich voll und ganz einsetzt für das gute Werk. Und unser Sohn Manuel, er ist Tischler und ist jetzt in einem besonderen Adra-Projekt tätig in Mistelbach. Das ist ungefähr eine halbe Stunde von Wien weg, Richtung Norden. Und da hat er mit seiner Frau ein ganz besonderes Projekt, wo er Menschen hilft, wo er Kleidung verteilt und auch Essen weitergibt und hier mit vielen Mithelfern eine gute Arbeit tut.

[2:05] Er hat uns zum ORF gemacht. Wisst ihr, was ORF heißt? Meine Kinder sagen immer ORF zu mir. Wisst ihr, was das heißt? Österreichischer Rundfunk normalerweise. ORF habt ihr sicher schon im Fernsehen gesehen. Also, wenn ihr jetzt im Fernsehen seht, ORF, dann wisst ihr, was das heißt. Das heißt Onkel Raimund Fuchs. Und als dann unsere Kinder geheiratet haben, haben die Kinder gesagt: „Jetzt heißt du nicht mehr Onkel Raimund Fuchs, sondern Opa Raimund Fuchs.“ Genau so ist es. Und ORF I ist schon gekommen. Er ist jetzt bald fünf Jahre alt und Jonathan macht uns rechte Freude. ORF I, der kleine Jonathan. Und dann kam vor mehr als zwei Jahren ORF II. Das ist die Laura. Und so können wir auch ein bisschen etwas als Großeltern in dieser Sache sprechen.

[3:09] Wir sind ja sehr lange schon, seit 40 Jahren, im Seelsorgedienst, im Dienst für Menschen, für Ehepaare, für Jugendliche. Wir haben hier Ehe- und Familienberatung gemacht, lange Zeit. Und jetzt, seit zwei Jahren, sind wir im wohlverdienten Ruhestand, den ich euch empfehlen kann. Wir genießen ihn und wir genießen auch unsere Enkelkinder und unsere Familie. Und so wollen wir ein bisschen etwas aus unserer Praxis mit euch teilen.

[3:43] Es geht also um eine Erlebnisreise durch diese Welt der Gefühle, wobei wir nicht alle ansprechen können, sondern wir nehmen jetzt nur einmal eine heraus. Ein Gefühl, das uns ein bisschen Probleme bereitet. Nämlich das Thema heute Abend ist das Thema Angst. Ich habe Angst. Wohin mit der Angst? Wohin mit den Sorgen? Das ist unser Thema heute Abend und das wollen wir ein bisschen ansprechen. Furcht prägt also unser Leben.

[4:17] Welche Ängste kennen Sie denn? Vielleicht helfen Sie mir ein bisschen. Mit welchen Ängsten haben wir es denn zu tun? Zukunftsängste, genau. Was noch? Existenzängste. Angst vor dem Versagen. Wovor habt ihr Angst? Vom Löwen? Vor dem Unbekannten? Was gibt es noch für Ängste? Krankheit, genau. Was noch? Ah, da gibt es auch vieles. Bitte? Verlust des Arbeitsplatzes. Das sind Ängste, die oft sehr gravierend sind, weil sie an die Existenz gehen. Bitte noch? Dass der Partner einen verlässt. Das ganze Leben besteht aus Ängsten. Angst vor der Technik, vor dem Neuen. Angst vor der Wissenschaft, vor der Regierung. Prüfungsangst, Angst vor dem Tod. Angst vor dem Leben, Angst vor Einsamkeit. Es gibt sogar Leute, die vor Gott Angst haben, weil ein böses Bild ihnen gezeichnet worden ist.

[5:32] Wovor hat man Angst heute? Wir kommen mit vielen Menschen zusammen, vor Einsamkeit, vor dem eigenen Versagen, vor Krankheit, vor Gefahren, vor Leid, vor Wertigkeitsverlust, vor der Entdeckung der eigenen Schuld und letztlich auch vor dem Sterben. Es gibt also viele Ängste, die uns da bewegen. Und manche leben in diesen Ängsten.

[5:59] Vielleicht können Sie mit diesem Gedanken heute und auch mit der Aufnahme, die gemacht wird, helfen. Sorgen sind nicht ungefährlich. Sorgen töten. Es ist nicht die Arbeit, die die Menschen umbringt, sondern die Sorge. Wir befinden uns in der Gefahr durch Sorgen, uns ein Joch auf den Hals zu legen, das uns letztlich dann zerstört, uns auffrisst. Es macht uns sogar krank. Angst, um sich selber zu haben, verursacht Schwäche und Leid. Wenn Kranke von Niedergeschlagenheit und Grübelei frei werden, fördert das aber ihre Heilungsaussichten. Deshalb ist es wichtig, dass wir den Menschen helfen und vielleicht auch uns selber heute Abend etwas sagen, damit wir diese Freiheit von der Angst erleben dürfen. Denn Angst ist nicht ungefährlich. Sie kann sogar krank machen.

[6:59] Es gibt sogar Leute, die Angst vor der Angst haben. Das ist so, wie wenn man vor einer Schlange und ihrem hypnotischen Blick, wie von einer Krankheit gebannt vor uns liegt und wie Angst uns lähmt und unsere Kräfte mindert. Die Schwermut, Angst oder Sucht, gegen die ich ankämpfe, gewinnt dabei immer mehr Macht über mein Leben. Je mehr ich mich damit beschäftige, desto schlimmer wird es. Das ist so ein richtiger Kreislauf, der ins Verderben führt. Es gibt sogar Angst vor der Angst, sagt Ernst von Zunieden.

[7:38] Panik hat auch schon der eine oder andere vielleicht erlebt. Panikattacken sind deutliche Ausdrucksformen einer Krankheit, einer Depression und müssen ernstlich behandelt werden. Mehr werden wir morgen darüber sprechen. Es ist wichtig, dass wir uns da ein bisschen beschäftigen und letztlich auch wissen, wie wir damit umgehen können.

[8:02] Bleiben wir mal beim Urproblem. Das Urproblem bin ich selber. Ich mache mir Angst. Ich habe Angst. Es geht darum, dass ich ein bisschen auf mich selber schauen sollte. Wenn wir die Dinge, die auf uns zukommen, selbst in die Hand nehmen und meinen, alles muss ich machen und letztlich meine, ich bin der oder das Maß aller Dinge und auf meine eigene Weisheit mich verlasse, dann nehme ich mir eine Last auf, die letztlich mir nicht zukommt und die mich erdrückt. Und ich mache mir Sorgen und ich mache mir Angst. Das passiert mir in meinem Gehirn. Da passiert das Ganze. Sorgen machen wir uns. Ängste bekommen wir teilweise auch und gewissen Dingen hängt es auch mit der Kindheit zusammen.

[9:02] Ich muss hier auch etwas sagen, was mir sehr am Herzen liegt. Es ist sehr wichtig, wie man mit den Kindern umgeht. Man kann schon den Kindern Angst einflößen und sie in Situationen bringen, dass sie ängstlicher werden, dass sie vielleicht sogar sagen: „Ich kann nichts, ich bin nichts wert und ich fange lieber gar nichts an“, weil man falsch umgegangen ist mit den Kindern, autoritär und ihnen da Angst gemacht hat. Bis hinein in die Religion geht das.

[9:32] Das Gehirn ist sozusagen ein Aspekt oder ein Teil unseres Nervensystems. Und deshalb ist es sehr wichtig, dass wir auf unser Nervensystem Acht haben, denn dann werden wir auch stärker werden in Bezug auf Fehlschaltungen oder letztlich auch eben diese Ängste. Oft passiert es schon im Kindheitsalter und deshalb ist es schon wichtig, dass wir die Kinder in rechter Weise in Liebe auferziehen, damit sie keine Angst haben müssen. Wir werden das noch genauer besprechen.

[10:09] Statt euch Sorgen zu machen, erfüllt die täglichen Pflichten, die das Leben auferlegt und seid für andere da. Pflanzen wachsen nicht schneller, weil man Angst hat und sich Sorgen macht, ob sie vielleicht wachsen würde. Pflanzen selber machen sich auch keine Sorgen und wachsen. Und ich glaube, es ist ganz wichtig, dass wir hier etwas in unserer Hand haben. Wir können die Ängste noch verstärken und wie gesagt, noch machen, oder wir können sie auch verjagen. Über das können wir noch genauer sprechen.

[10:48] Ein anderes Problem, das uns bereitet, ist der Ehrgeiz. Um ihren Ehrgeiz und Wünschen zu befriedigen, sind viele bereit, ihr Gewissen zu verletzen und sich mit Dingen zu belasten, die sie bereuen müssen. Die ständige Belastung kostet viel Lebenskraft. Angst und Sorgen machen sie blind. Der Mensch möchte und möchte und möchte und hat Angst, das nicht zu schaffen. Er vergleicht sich sogar dann mit anderen und sagt: „Ich möchte ja so sein wie der“, und als Angst, damit ich nicht richtig akzeptiert werde, mache ich das, was der andere auch macht. Das ist ein Problem, Ehrgeiz. Und ich möchte auch da sagen: Ruhig ein bisschen zurückstecken. Die anderen sind nicht das Maß aller Dinge. Wir dürfen uns nicht vergleichen mit anderen und meinen, wer so ist wie der andere, dann ist er akzeptiert und dann ist er geliebt.

[11:48] Wir werden morgen Vormittag noch sehr viel darüber sprechen. Viele belasten ihr Herz mit schweren Sorgen, weil sie danach streben, es anderen gleich zu tun. Sie schauen auf den anderen und sagen: „So wie der muss ich sein, weil sonst bin ich nicht akzeptiert.“ Sie nehmen ihre Dienste in Anspruch, akzeptieren die Verirrungen der Menschen und richten sich nach dem, was üblich ist. „Ja, das macht man heute eben so und somit muss ich es auch machen.“ Und dann hat man eben Angst, wenn man es nicht kann und vielleicht eben anders ist. Das schadet aber letztlich unserem Charakter. Deshalb sollten wir uns ein bisschen befreien von dem, der andere ist ein Maß für mein Leben.

[12:32] Wir brauchen da ein gesundes Selbstwertgefühl. Da gibt es einen eigenen Vortrag zu diesem Thema, das Problem Selbstwert. Es gibt viele Ängste, die aufkommen, weil man sich selber einfach zu wenig zutraut. Weil man meint, und das kann eben auch schon aus der Kindheit kommen, aus der Erziehung kommen, die falsch gemacht worden ist, dass man nichts wert ist und man kann es eben nicht und man traut sich es nicht zu. Durch eine gesunde Einstellung zu sich selbst und ein wenig Mut zum Überwinden lassen sich diese Sorgen leicht beseitigen. Ein gesundes Selbstwertgefühl, dass ich weiß, wer ich bin und was ich kann und was ich habe, ist ganz wichtig und wirkt schon sehr viel auf unsere Probleme in Bezug auf Angst.

[13:26] Ja, auf der einen Seite müssen wir unterscheiden zwischen echten Ängsten, die notwendig sind und unnötige Ängste. Unnötige Ängste. Es gibt ja auch notwendige Angst und in gewisser Weise ist eine Angst gar nicht so schlecht. Warum? Es ist ja nichts einzuwenden gegen eine vernünftige Art der Vorsorge zum Beispiel oder vor einer Angst vor Dingen, die vielleicht gefährlich sind. Diese Sorglosigkeit ist ja nicht ganz gut. Es ist ja ganz gut, wenn man vor etwas Angst hat, zum Beispiel, wir werden das noch ein bisschen besprechen, vor dem Krebs. Wenn man ein Raucher ist, dann muss man Angst haben davor. Also es ist nichts einzuwenden gegen eine vernünftige Art der Vorsorge, aber es ist nicht richtig, wenn wir uns fieberhaft um materielle Dinge sorgen, machen und mit Ängsten belasten.

[14:32] Das heißt also, eine gesunde Angst, in dem Sinne eine Ehrfurcht vor dem Unbekannten, das ist schon bei einem Kind so, der zu irgendeinem Abgrund geht und dann nicht mehr weiter geht, weil man Angst hat, ist gut so. Das ist ein Schutzmechanismus. Den sollten wir ja auch behalten. Weil wenn man da so sorglos und angstlos herumlaufen würde, würde ja vieles passieren. Und von daher ist es gut so. Aber man sollte nicht sorglos sein. Man müsste sagen: „Los von Sorgen, aber nicht sorglos.“

[15:11] Sorglos bedeutet, dass man auf der einen Seite weiß, es gibt berechtigte Ängste, die uns helfen, Fehler nicht zu machen. Und wenn man Angst hat vor dem Lungenkrebs, dann sollte man nicht anfangen zu rauchen. Denn Rauchen bringt ganz automatisch den Lungenkrebs. Das Problem ist aber das, dass die Leute diese Tatsachen in den Wind schlagen und meinen: „Mir passiert das nicht. Den Krebs kriegen die anderen, nicht ich.“ Es ist ja interessant, wenn man so auf die Zigarettenschachteln draufschaut, seit Neuestem gibt es ja viele, viele grausame Bilder, was das Rauchen alles anstellt. Jetzt habe ich einmal mit einem Raucher geredet und habe gesagt: „Was sagt dir denn das, wenn du so ein Packerl in der Hand hältst?“ „Uninteressant, da kann draufstehen, was der will. Das bewirkt mich nicht, die Zigarette wegzulegen.“ Der blaue Dunst vernebelt die Einsicht. Den Krebs kriegt der andere, nicht ich.

[16:14] Also von daher ist es schon gut, wenn man eine gewisse Angst, eine Vorsorge hat, aber man muss aufpassen, dass es nicht zu viel wird. Was uns helfen wird, ist die Tatsache. Viele Ängste sind einfach möglich. Viele Ängste sind einfach nur übernommen. Man weiß eigentlich nicht, warum. Zum Beispiel gibt es viele Leute, die haben Angst vor der Maus. Kennt ihr solche Leute? Oder sie haben Angst vor der schwarzen Katze, die von rechts nach links den Weg kreuzt. Ja, die Leute haben Angst davor.

[16:54] Hat eine Dame einmal gesagt, hat eine Dame einmal einen Seelsorger gefragt: „Jetzt muss ich Sie fragen, wie ist denn das jetzt wirklich mit dieser schwarzen Katze, die von rechts nach links über den Weg läuft? Muss ich da wirklich Angst haben?“ Sagt der Seelsorger: „Das kommt nur darauf an.“ Und sagt sie: „Worauf kommt es an?“ „Ja, ob sie ein Mensch sind oder eine Maus.“ Verstehen Sie, was ich meine? Die Menschen brauchen keine Angst haben, wenn eine Katze von rechts nach links läuft, ob sie schwarz, grau oder wie auch immer ist. Das ist ein überliefertes Aberglaubenelement. Und die Leute glauben das, weil es halt alle Leute glauben. Sie haben Angst vor dem Freitag, den 13. Aber sie haben nicht Angst vor dem 13. Gehalt. Also da merkt man schon, da ist eine, wie soll ich sagen, keine Tatsache da. Und es ist wichtig, dass man sich die Tatsache vor Augen stellt: Muss ich mich als erwachsener Mensch vor einer Maus fürchten? Die Tatsache ist ganz wichtig, dass ich die herauskriege. Denn oft mache ich mir Sorgen über etwas, was gar nicht ist.

[18:15] Und ich glaube, da werden wir noch ein bisschen darüber sprechen. Aber ich glaube, das kommt mit meinem Denken zusammen und vielfach auch von der Tradition, von dem, was ich übernommen habe, vom Elternhaus, von den Verwandten, Bekannten, von Freunden und so weiter, die mir das vielleicht sogar tief hinein ins Herz geschrieben haben: „Du musst Angst haben, wenn du in den Raunächten die Wäsche hinaushängst.“

[18:42] Das Ganze geschieht in unserem Gehirn. Und wenn wir uns darum kümmern, achten Sie auf Ihr Nervensystem, haben wir schon gesagt. Und unser Gehirn sind die feinsten Nerven. Und es ist sehr wichtig, wir werden noch morgen darüber genauer sprechen, dass wir dieses Nervensystem gesund erhalten. Blauer Dunst vernebelt dieses Nervensystem und du kannst nicht mehr klar denken. Alkohol beeinträchtigt auch schon ein Glas dieses Nervensystem. Nikotin, was auch immer das für Gifte sind, die unser Nervensystem lähmen oder aufregen oder was auch immer da jetzt passiert in unserem Körper. Letztlich ist es so, dass wir nicht mehr klar denken können und keine Entscheidungen treffen können.

[19:30] Sie sehen hier an diesem Bild, das sind Nervenbahnen im Gehirn, die verzweigt sind. Und man kann also jetzt sagen, im Laufe eines Denkprozesses ist das so, dass von einer Synapse zur anderen letztlich man einen Weg baut, der, wenn man immer denselben Gedanken denkt, letztlich sehr stark wird, dieser Weg. Das ist so wie eine Autobahn, müsst ihr euch das vorstellen. Immer wieder fahre ich denselben Weg, da wird dann richtig eingefahren, dieser Weg. Und ich denke dann automatisch immer nur in dieser Autobahn. Die Verbindungen zwischen diesen zwei Zellen immer stärker verbinden, weil du ja immer denselben Gedanken denkst.

[20:15] Wenn ich also jetzt mir unbegründet Angst mache und immer wieder in dieser Angst, wie soll ich sagen, Autobahn lebe, dann ist es verständlich, weil eben mein Gehirn sich darauf eingestellt hat. Und jetzt kommt die gute Nachricht: Wenn man bewusst aber in anderen Bahnen denkt und jetzt die Angst überwindet durch Umdenken, indem man sich mit der Tatsache auseinandersetzt und sagt zum Beispiel: „Ich brauche mich ja nicht fürchten vor einer Maus“, dann wird interessanterweise die Autobahn, die nicht mehr gedacht wird, immer kleiner und die neue Autobahn, die man sich baut, wird in meinem Kopf stärker. Das heißt also, es hängt sehr viel an unserem Denken, wie wir unsere Ängste überwinden können. Und ein bisschen werde ich noch mit anderen praktischen Hilfen heute Ihnen entgegengehen können.

[21:18] Also, das ist wichtig, dass wir ganz bewusst in neuen Bahnen denken und sich die Frage stellen: Ist es die Tatsache? Dann muss ich mir Angst machen. Wenn nicht, dann brauche ich das nicht.

[21:33] Achtung, es gibt eines, wovor ich euch warnen möchte. Macht euch keine Sorgen und klagt nicht, denn das zahlt sich nicht aus. Unternehmt nicht zu viel, denn wenn ihr versucht, zu viele Pläne auf einmal zu verwirklichen, erreicht ihr weniger, als wenn ihr Schritt für Schritt an eine Sache herangeht. Wenn man sich oft zu viel zumutet und es dann nicht schafft und Angst hat vor dem Versagen. Also lieber langsam angehen, lieber eine Sache nach der anderen machen und nicht fünf gleichzeitig zu erledigen, dann werden wir auch schon manche Ängste abbauen können.

[22:12] Es ist sehr wichtig, dass wir uns ganz bewusst überlegen, was wir sagen und wie wir reden. Wenn wir zum Beispiel immer nur negativ reden und etwas schlecht reden, dann dürfen wir uns nicht wundern, dass Angst in unserem Inneren aufkommt. Wenn wir aber über Positives reden und Ermutigendes weitergeben, dann wird die Angst überwunden. Das kann zum Beispiel auch durch ein positives Lied sein, das man heute gesungen hat. Die Soldaten, wenn sie in den Krieg ziehen, sie singen. Sie singen positive Lieder, Lieder des Sieges und können so ihre Angst überwinden. Ich denke, das können wir auch machen, wenn wir positiv denken, positiv reden und auch ganz bewusst unsere Gedanken auf das Positive richten und nicht zu viel machen.

[23:12] Es ist sehr oft gut, Perspektivenwechsel zu machen. Sie haben das auf alle Fälle schon begonnen, indem Sie heute zu dem Vortrag gekommen sind, indem Sie sagen: „Ich möchte mir das Ganze von einer anderen Seite mal anschauen.“ Sie kennen ja das Lied von Reinhard Mey „Über den Wolken“. Muss die Freiheit wohl grenzenlos sein? Alle Ängste, alle Sorgen, sagt man, scheinen plötzlich nichtig und klein. Manchmal tut auch ein Perspektivenwechsel gut, indem man die Dinge mal von einer anderen Seite betrachtet. Denn es hat, bitte vergessen Sie nicht, alles mindestens zwei Seiten. Und Sie können, wenn Sie anfangen, auch einmal die andere Seite zu betrachten, schon wissen, dass manche Ängste und Sorgen kleiner werden oder vielleicht sogar verschwinden.

[24:10] Ja, der weise Salomon hat einmal gesagt: „Alles hat seine Zeit. Überquert eine Brücke nicht, bevor es an der Zeit ist.“ Wir sollten an heute denken. Und wenn wir unsere heutigen Pflichten recht erfüllen, dann können wir auch die Pflichten von morgen bewältigen. Wie wir schon zuerst gesagt haben: Langsam beginnen, eines nach dem anderen.

[24:38] Das heißt also, es ist sehr wichtig, dass wir verstehen, dass eigentlich nur ein Tag uns gehört. Und das ist das Heute. Macht ihr darüber Sorgen und nicht über das Morgen und übermorgen und was, was alles noch kommen wird. Das ist noch nicht unsere Sache. Es gehört uns nur ein einziger Tag. Und den sollten wir leben, der den heutigen Tag gibt. Und der gibt uns auch die Kraft für morgen. Also ich denke, es ist wichtig, vor lauter Angst, was morgen sein wird und was übermorgen sein wird, hat man keine Energie für das Heute und schafft das Heute nicht.

[25:26] Da gibt es eine ganz wichtige Hilfe in diesem Lebensbuch, in diesem Programm des Schöpfers. Da heißt es: „Sorge dich nicht für morgen, denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, dass jeder Tag seine eigene Plage hat.“ Das ist eine Therapie, das ist eine Hilfe des Schöpfers für uns. Dass er sagt: „Bitte, es gibt Leute, die leben da in der Zukunft und was wird einmal sein. Dann gibt es Vermutungen und Überlegungen und dann vor lauter Überlegungen und Ängsten macht man das Heute nicht richtig.“

[26:08] Ihr müsst euch das so vorstellen: Unser Leben ist wie ein Fließband, auf dem Kübeln stehen. Und wenn wir jetzt vor lauter Sorgen, was dann einmal kommen wird, das Heute sehen, ist der Kübel nicht erfüllt. Also bitte, es ist sehr wichtig, und das ist auch eine Tatsache, die uns hilft, diese Gefühlswelt ein bisschen in den Griff zu bekommen, nämlich: Sorge dich für heute, das genügt. Mach dir nicht mehr Sorgen, als du schaffst. Nicht grübeln, das ist ganz wichtig.

[26:51] Es gibt Leute, die grübeln den ganzen Tag und manche befürchten ständig irgendwelche Schwierigkeiten. Natürlich kann es dann passieren. Einen sagen: „Ich habe schon Krebs, ich spüre es schon da und bin da schon krank.“ Und was auch immer sie dafür für Überlegungen haben, ihr dürft euch nicht wundern, dass es dann wirklich kommt. Manche befürchten ständig irgendwelche Schwierigkeiten. Sie können das Gute nicht sehen, weil sich ihre Gedanken ständig mit unangenehmen Dingen, mit unangenehmen Dingen beschäftigen. Sie kommen und überlegen, was kommen könnte. Oder weil sie Kleinigkeiten aufbauschen zu wirklich großen Sorgen. Das macht sie blind und undankbar.

[27:33] Also überlegen Sie, was Sie denken. Ist das wirklich die Tatsache? Oder ist das etwas, was ich mir nur so vorstelle? Und was in meiner Vorstellung immer größer und immer größer wird. Und immer schwieriger wird. Da gibt es Leute, die sinnen nach und nach und vor lauter Nachsinnen kommen sie nur noch tiefer in den Strudel der Depression hinein.

[27:57] Was könnte man machen? Ablenkung auf das Positive richten. Spaziergang im Wald, rausgehen, die wunderbare Natur betrachten und sich so ein bisschen ablenken und zu sagen: „Ich bin dankbar für das, was ich heute sehe, ich genieße das heute, was morgen kommt, da wird mir der, der letztlich das Heute mir geholfen hat, auch das Morgen schaffen.“

[28:24] Ganz was Wichtiges, bitte, ist das Nächste. Wir sollten uns wirklich entscheiden, nichts, was Sorgen und Ängste betrifft, zu äußern. Es gibt Leute, die erzählen ihre Sorgen anderen und sie reden nur von ihren Ängsten. Und je mehr ihr von diesen Ängsten redet, desto mehr macht ihr euch Angst und den anderen auch. Wenn wir unsere Zweifel und Ängste äußern, weil wir nicht alle Probleme lösen können, werden die Schwierigkeiten nur größer.

[29:03] Also, das ist einmal ganz wichtig, dass wir sagen: „Ich werde mit meiner Angst nicht mit dem Nachbarn reden oder mit irgendjemandem anderen reden, weil dann mache ich ihm ja auch noch Angst.“ Ich möchte letztlich still sein. Und wenn, dann kann ich mit meinem Schöpfer darüber reden und sagen: „Mir geht es nicht gut, ich habe Angst.“ Aber nicht mit Menschen und nicht mit Mitmenschen. Letztlich machen Ängste, wenn wir sie weitergeben, uns nur noch mehr Ängste und dem anderen auch.

[29:33] Also bitte, das sind ganz wichtige Hinweise, die uns helfen. Das sind ganz einfache Kleinigkeiten. Noch einmal, die Tatsache ist so wichtig, dass wir uns hier die Frage stellen: Was ist Wahrheit? Ist es wirklich so? Viele haben Angst durch Aberglauben. Zum Beispiel, sie gehen zu Astrologen, weil sie Angst haben, und fragen nach der Zukunft und lassen sich die Karten legen und gießen Blei und pendeln und gehen zum Wahrsager, um irgendwo herauszufinden, was die Zukunft bringt und vielleicht weniger Ängste zu haben.

[30:18] Ich möchte Sie wirklich ermutigen: Weg, Hände weg von diesen Dingen, denn je mehr Sie sich damit beschäftigen, desto mehr Ängste kommen. Aber du gehst zu einem Wahrsager und fragst ihn: „Wie alt werde ich?“ Du bist 24 und er sagt 25. So, wie geht es dir jetzt? Bist du jetzt glücklich? Glücklicher als vorher? Denn du weißt jetzt nicht, lebst du noch 25 Jahre oder stirbst du mit 25? Stimmt das überhaupt, eine Vermutung?

[31:00] Also bitte, Hände weg von diesem Aberglauben, Hände weg von diesen falschen Dingen, auch von den falschen Wahrsagern und Propheten. Da gibt es ja Leute, und das geht bis in die Religion hinein, die vermuten schon alles, was morgen passiert. Und bitte, Hände weg von diesen Dingen, ihr macht es euch nur selber kaputt.

[31:24] Die christlichen Vorhersagen wurden überprüft. Davon konnten weniger als 3%, also 6 von 250 Wahrsagereien, als einigermaßen erfüllt angesehen werden. Der Rest von 97%, also 244 Wahrsagereien, lagen völlig daneben. Und wir glauben das. Natürlich kriegen wir Angst, wenn man hört von einem Wahrsager, was da in der Zukunft alles passiert. Und das muss ja kein Wahrsager sein, das können ja religiöse Führer sein. Bitte, haltet euch an die Tatsache und nicht an das, was andere vermuten.

[32:06] Und gerade bei der Religion muss ich auch sagen, da wird auch viel mit Angst gearbeitet. Millionen Menschen sind durch falsche Religionen gebunden vor lauter Angst. Man hat Angst vor der Hölle und mit dieser Angstmache versucht man, den Menschen irgendwie zu ändern. Entweder sklavische Furcht oder stoische Gleichgültigkeit. Sie stöhnen unter der Last, die ihnen auferlegt worden ist und haben keine Hoffnung und Freude.

[32:43] Es gibt Leute, die haben Angst vor dem lieben Gott. Wenn man sie zusammenliest, dann donnert es und der Herrgott schimpft. Und die Kinder haben Angst vor Gott. Das passiert immer wieder in jeder Religion, egal wo ich hinkomme, man macht Angst. „Pass auf, kleines Auge, was du siehst, denn der Vater im Himmel schaut herab auf dich.“ Und was ist das? Angst. Wo ist da der liebende Gott?

[33:13] Ich denke, es ist sehr wichtig, dass wir den Kindern schon das richtige Gottesbild vermitteln und selber die Frage stellen: Was ist richtig und was ist falsch. Diese Höllenbilder und was auch immer in den Kirchen, die da gemalt werden, wo die Leute die armen Seelen hören, wie sie jammern und klagen und so weiter. Da ist klar, dass die Leute Angst haben. Eine berechtigte Angst? Nein, auf keinen Fall. Das hat nichts mit Wahrheit zu tun.

[33:46] Deshalb empfehle ich Ihnen das Bibelbuch, das alte Bibelbuch, gerade bei euch in Deutschland ist es ja so schön, ihr habt Martin Luther, der die Bibel wieder so wunderschön übersetzt hat. Nehmt es her und da könnt ihr erleben, dass viele Ängste, was auch Zukunftsängste betrifft, verloren gehen, weil wir Hilfe von oben bekommen. Wenn wir uns seelisch dazu erziehen, größeren Glauben zu haben, mehr Liebe und Geduld und Vertrauen in unseren himmlischen Vater, könnten wir ruhiger und glücklicher durch die Schwierigkeiten des Lebens gehen. Es ist einfach für uns eine Hilfe da. Wir sollten sie nur in Anspruch nehmen.

[34:32] Also, was tun wir gegen diese Angst oder die Finsternis der Sorge? Es gibt einen Ausweg. Kurz zusammengefasst drei Punkte. Das erste ist die Frage: Ist die Angst berechtigt oder nicht? Wenn du also Angst vor Krebs hast, was machst du? Laut? Ja, das ist einmal ganz toll. Aber wenn ich jetzt schon Angst habe, dann gehe ich zum Arzt, ganz richtig. Ich frage mich jetzt: Ist die Angst berechtigt? Und der Arzt wird mir dann sagen, ja oder nein, und dann kann ich mich daran halten. Wenn er sagt: „Nein, du bist bumperlgesund“, dann vergiss deine Angst, dann geht sie schon weg.

[35:29] Ist es eine berechtigte Angst? Ist es die Wahrheit? Und das ist sehr wichtig, dass wir immer die Frage stellen: Ist es die Wahrheit? Und nicht irgendeine Vermutung und nicht irgendetwas, was irgendwer redet. Glauben Sie nicht jedem. Prüfen Sie die Menschen, egal wer es ist. Es hat alles zwei Seiten. Ja, man kann es von der negativen Seite sehen und man kann es aber auch von der positiven Seite sehen. Man kann es von der und von der Seite sehen. Und letztlich möchte ich Sie ermutigen, vielmehr die positive Seite zu pflegen und zu hegen, weil dann wird die Angst automatisch weggehen.

[36:20] Es gibt ein Gesetz. Es gibt ein Gesetz und dieses Gesetz finden Sie in diesem Lebensbuch für Menschen, in dieser Betriebsanleitung der Bibel. Da heißt es: „Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit aktiv Gutem.“ So, auf unser Thema übertragen würde das heißen: Lass dich nicht von der Angst überwinden und der Sorge, sondern überwinde die Angst mit Gutem.

[36:57] So, wie mache ich das jetzt? Ganz einfach. Ich finde es toll, dass die Kinder da sind und ich möchte euch ermutigen, denkt ein bisschen mit. Stellt ihr vor, und das ist jetzt ein Bild, das ich euch zeichne, was macht ihr, damit die Finsternis rausgeht? Was würdest du machen? Stell dir vor, der Saal ist ganz finster, was würdest du machen, damit die Finsternis rausgeht? Hast du eine Idee? Habt ihr eine Idee? Laut? Licht anzünden, würdest du das auch machen? Oder würdest du so dumm sein, die Schachtel nehmen und die Finsternis in die Schachtel packen und dann raus? Geht das? Nein, das geht doch nicht. Oder die Finsternis mit Fußtritten oder mit Boxen hinausjagen. Geht das? Ihr lacht. Aber die Schildbürger haben das gemacht. Sie haben das Haus gebaut und haben das Fenster vergessen. Da war das ganz finster. Jetzt haben sie überlegt, was machen wir? Sie wollten die Finsternis in Schachteln packen. Und ihr lacht. Aber wir machen es in Wirklichkeit auch so. Wir bekämpfen das Negative mit Negativen.

[38:33] Wenn Kinder zum Beispiel nicht so richtig brav sind und folgen, was macht der Vati? Das ist wieder etwas Negatives. Also Negatives mit Negativen. Was passiert dann beim Kind wieder? Das geht nicht. Das funktioniert nicht. Bitte hört damit auf. Brecht durch.

[39:01] Was müssen wir machen, wenn der finstere Saal da ist? Ganz einfach, ein Licht anzünden. Wie kriegen wir die Finsternis raus? Durch Licht. Wenn wir jetzt die Finsternis als Symbol hernehmen für unsere Angst, für unsere Sorgen, die uns belasten, die uns finster machen und traurig machen. Wie kriegen wir das weg? Die Finsternis als Symbol für die Angst. Wie kriegen wir die Angst weg? Machen wir es einfach. Wieso kriegen wir die Finsternis weg, wenn man ein Licht anzündet? Ganz einfach. Weil die Finsternis nichts anderes ist als Mangel an Licht. Verstehen Sie?

[39:50] Angst, Sorge ist nichts anderes als Mangel an Liebe. Morgen Vormittag sind Sie alle wieder da. Bringen Sie Ihre Verwandten und Bekannten alle mit. Denn das ist ein Geheimnis, das ganz einfach ist. Die Liebe ist das positive Pendant zu der Angst und zu der Sorge und zu der Furcht. Es ist nämlich tatsächlich so, dass die Angst nur Mangel an Liebe ist. Genauso wie Finsternis Mangel an Licht ist.

[40:29] In diesem Lebensbuch steht drinnen: „Furcht ist nicht in der Liebe. Die wahre Liebe treibt die Furcht aus.“ Wenn ich also wirklich diese Liebe empfange, die ich brauche, dann wird letztlich die Angst vergehen, die unbegründet ist und letztlich uns in Gefangenschaft hält. So wie die Finsternis uns umklammern kann. Deshalb heißt es: Was gut ist, was wahr ist, was ehrbar ist, was gerecht ist, was rein ist, was lieblich ist, was wohl lautet, was positiv ist, dem sollten wir nachdenken und nicht der Angst. Denn wenn wir der Angst nachdenken, dann werden wir immer noch ängstlicher und immer noch ängstlicher.

[41:25] Wenn wir aber das Negative überwinden wollen, dann müssen wir es mit aktiv Positivem überwinden. Genauso wie die Finsternis mit positivem Aktivem überwunden wird. Und wenn es nur eine kleine Kerze ist, es braucht nicht mehr diese Riesenscheinwerfer, eine Kerze alleine schon genügt, um die Finsternis zu verjagen. Deshalb ist mir sehr wichtig, am Herzen, dass wir lernen, auf das Positive zu schauen, auf die Wahrheit zu schauen, was ehrbar ist, was gerecht ist, was richtig ist, was wohl lautet. Das vertreibt letztlich meine Sorgen und Ängste.

[42:10] Wenn wir lernen, trotz widriger Umstände uns vertrauensvoll auf seine Liebe zu verlassen, werden wir froh werden. Wenn es uns möglich macht, nicht zu klagen und zu sorgen, sondern uns ganz auf die Macht zu verlassen, die unendlich ist und uns zur Verfügung steht. Vertrauen! Vertrauen Sie nicht irgendjemandem. Nicht sich selbst, denn dann kommen Ängste. Nicht irgendeinem anderen, denn da sind wir schon manchmal enttäuscht worden. Dem Guten, dem Wahren, der Liebe, dem Schöpfer sich an. Und ihr werdet eines merken: Da geht die Angst weg. Das geschieht automatisch. Da brauche ich mich gar nicht mit der Angst beschäftigen, denn je mehr ich mich mit der Angst beschäftige, desto ängstlicher werde ich. Jetzt lasse ich die Angst einmal sein, die Angst zu zünden, etwas Positives. Und schon vergeht das andere.

[43:19] Dieses Lebensbuch, das ich Ihnen hier mitgeben möchte, diese Betriebsanleitung für unser Leben, sagt: Sie ist eine Leuchte, ein Licht auf meinem Weg. Die Bibel ist nichts anderes als Licht. „Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Weg.“ Wenn ich also jetzt mich mit diesem positiven Wort beschäftige, wenn ich mir Zeit nehme, die Wahrheit zu erkennen und mich mit ihr zu verbinden, verliere ich automatisch die Angst.

[44:01] Haben Sie schon etwas gehört von der sogenannten Heidenangst? Tja, Heidenangst. Das ist ein interessantes Wort. Angst vor dem Unsichtbaren, vor den unsichtbaren Mächten, vor dem Unbekannten, lässt uns oft ganzen Tag in Unruhe erleben und auch die Nächte mit Furcht erfüllen. Deshalb ist es sehr wichtig, dass man schon überlegt, was schaue ich mir an, was lese ich, was kommt da in mein Herz hinein. Wenn Sie natürlich einen Hitchcock-Film anschauen, dann werden Sie nachher nicht ruhig schlafen können und dann werden Sie bei jedem Schatten irgendeinen Geist sehen. Wenn Sie sich aber mit der Bibel beschäftigen vor dem Einschlafen, dann wird sich das ganz anders zeigen.

[44:55] Heiden, was sind denn Heiden? Heiden sind Menschen, die ohne Gott leben. Freiheit hat jeder. Er kann sagen: „Ich will ein Heide sein, ich will keinen Gott, brauche ihn nicht.“ Aber er darf sich nicht wundern, dass Ängste kommen. Es hat jemand einmal gesagt, ein weiser Philosoph: „Wenn du den wahren Gott bei der Tür hinaus jagst, kommen die Gespenster beim Fenster herein.“ Das heißt also, der Mensch, wenn er Heide ist, wird Angst haben, weil er sich auf sich alleine gestellt fühlt, weil er niemanden hat, der für ihn da ist.

[45:43] Das Heilmittel gegen Angst ist das Wissen, dass einer da ist, der mich lieb hat. Dass einer da ist, der mir hilft. Der Schöpfer sorgt für alles und erhält alles, was er geschaffen hat. Wenn wir das nur glauben könnten, dann bräuchten wir uns keinerlei unnötiges Sorgen zu machen und könnten die Ruhe für unsere Seelen finden, die uns schon lange fremd geworden sind. Du brauchst keine Angst haben, denn er hat dein Leben in seiner Hand. Wenn du es ihm gibst, wenn du sagst: „Papa, hilf mir.“

[46:31] Es ist ja schön, wenn die Kinder einen Papa und eine Mama haben. Habt ihr schon mal was gehört von Schlüsselkindern? Wisst ihr, was Schlüsselkinder sind? Das sind Kinder, die haben einen Schlüssel um den Hals, weil der Papa und die Mama nicht zu Hause sind. Sie kommen von der Schule und können selber aufsperren. Manche sagen: „Super, dann kann ich machen, was ich will. Der Papa nicht da und die Mama nicht da. Ich bin der Herr in meinem Haus.“ Aber das ist gar nicht so lustig, weil du musst dir das Essen selber machen aus dem Kühlschrank. Das sind Ängste.

[47:19] Zu wissen, da ist ein Papa, der für mich da ist. Da ist eine Mama, die mich lieb hat. Diese Liebe vertreibt die Angst. Die vertreibt die Sorge.

[47:34] Ich möchte euch eine Geschichte erzählen, die mich wirklich bewegt hat. Unsere liebe Tochter war damals acht Jahre alt. Der Sohn ein paar Jahre jünger, fünf Jahre ungefähr. Wir hatten ein Seminar zu halten am Abend. Wir hatten niemanden, der auf unsere Kinder aufpassen konnte. Da sagte die Tochter: „Papa macht nichts, ich passe schon auf auf meinen Bruder. Ich mache das alleine.“ Wir haben gesagt: „Das ist schwer.“ Gut, haben wir gesagt, ausnahmsweise lassen wir die ältere Tochter auf den jüngeren Bruder aufpassen. Wir haben ein schlechtes Gewissen gehabt, dass wir das gemacht haben. Aber sie wollte es so und sie hat gesagt: „Ich schaffe das schon, keine Probleme.“

[48:32] Nach dem Seminar kommen wir nach Hause. Das Mädchen steht im Wohnzimmer und weint bitterlich. Was ist passiert? Als Seelsorger bekommen wir manchmal Hilferufe. Da hat jemand angerufen. Er war betrunken. Meine Tochter hebt ab, sie ist ja alleine zu Hause. Da hat der Betrunkene ins Telefon gelallt: „Helfen Sie mir, sonst bringe ich mich um.“ Stellen Sie sich vor, du bist acht Jahre alt und jetzt solltest du helfen. Wenn ich etwas Falsches sage, bringt sich der um und ich bin schuld. Vor lauter Angst, das war eine existenzielle Angst, hatte sie gesagt, das war sehr klug: „Bitte tun Sie sich nichts an, rufen Sie in einer halben Stunde wieder an, da ist der Papa da.“ Gut, er hat aufgelegt. Aber ihr ist nicht gut gegangen. Wenn ihr anruft und der Papa ist noch nicht da, was mache ich dann? Ich mache etwas Falsches und er bringt sich um und ich bin schuld. Könnt ihr euch diese Angst vorstellen, in der sie gelebt hatte?

[49:46] Jetzt möchte ich euch diese Szene ausmalen, was dann passiert ist. Jetzt kommt der Papa nach Hause. Ich habe mich mit meiner Tochter zum Schreibtisch gesetzt. Die Tochter sitzt auf meinem Schoß und wir warteten auf den Anruf. Er ist nie mehr gekommen. Aber jetzt könnt ihr euch Folgendes vorstellen. Sie sitzt da auf meiner Schoß und jetzt habe ich etwas gespürt. Ich habe erlebt, wie plötzlich die Angst weggeht von ihr. Ein paar Mal hat sie noch aufgeatmet, weil sie ja noch geweint hatte. Aber jetzt ist der Papa da, jetzt kann der anrufen, kein Problem. Und die Angst ist weggegangen. Warum? Weil der Papa da war.

[50:40] Und ich möchte euch wirklich ermutigen: Der Vater löst die Angst. Wir brauchen diesen G-Faktor, Geborgenheit. Aber da geht es nicht nur um eine Theorie, da geht es nicht nur um theoretisches Wissen, da geht es wirklich um eine Erfahrung. Ich hoffe, die jeder schon gemacht hat. Auf der Schoß eines liebenden Vaters zu sitzen, der die ganze Welt in seiner Hand hält und die Angst dir wegnimmt.

[51:10] Kennt ihr Ben Carson? Ein bekannter Chirurg in Amerika hat gesagt: „Durch Sorgen ist noch niemand gesund geworden.“ Das sagt ein Arzt. Ein Mann, der eigentlich sehr vieles kann und der eigentlich, man muss sagen, durch viele Ängste und Sorgen gegangen ist. Ihr wisst ja, dass er am 11.09.2004 die Zwillinge Lea und Tabea getrennt hat. Und ich weiß nicht, wie es ihm da gegangen ist, dass er vor der Operation keine Angst gehabt hätte, etwas falsch zu machen. Aber er wusste, und das ist so wichtig, schon von Kindheit an, dass es möglich ist.

[51:57] Der Neurochirurg Benjamin Carson gilt als erfahrenster Experte für Operationen, der viele Zwillinge schon getrennt hatte. Das ist wieder ein Bild von einem Zwilling. In der Schule, als kleines Kind, hat man von ihm gesagt: „Du bist ein Dummerchen.“ Und hat sich lächerlich gemacht über ihn. Er hat eigentlich ein schlechtes Selbstwertbewusstsein gehabt und schlechte Noten gehabt. Heute kann Benjamin Carson, der leitende Neurochirurg, bei einer Operation von Lea und Tabea auf eine auch für amerikanische Verhältnisse ungewöhnliche Karriere zurückblicken. Carson stammte aber aus einem Ghetto und hatte nichts mitbekommen. Und da verließ der Vater die Familie. Und jetzt kommt es: Mutter Sonja, lange von Depressionen geplagt, erzog die beiden Söhne alleine. Gott und die Liebe der Mutter, sagte der 53-jährige Adventist heute, hätten ihm Halt gegeben und auch den Antrieb, der ihn schließlich an eine der renommiertesten Kliniken der Welt führte.

[53:13] Ich bin sehr dankbar. Ich war sechs Jahre alt, als die Eltern geschieden wurden. Und ich habe auch mit meiner Mutter durch viele Ängste durchgehen müssen. Aber eines habe ich gelernt: Meine Mama hat mir gezeigt, wie ich eine lebendige Beziehung zu einem lebendigen Vater im Himmel haben kann und wie er mir hilft, meine Probleme zu meistern. Wenn du mit dem Papa sitzt und keine Angst haben musst, weil der Papa da ist, so kannst du das auch und jeder von uns mit dem Papa im Himmel. Er sagt durch seinen Sohn Jesus Christus: „In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden. Ich bin für dich da.“ Und ich glaube, wenn wir das viel mehr bewusster erleben, dann wird, genauso wie bei unserer Tochter Tanja, die Angst weggehen, weil das Positive da ist, weil das Gute, der Vater im Himmel da ist.

[54:22] Wäre ja schön, wenn einer käme und die Angst mitnimmt, der anklopft und sagt: „Haben Sie ein paar Ängste? Ich hole sie ab, oder?“ Wäre das schön? Natürlich, und es gibt einen. Ich sage es Ihnen, es gibt einen. Und mit dem Gedanken möchte ich abschließen. Er sagt, und das ist der Herr Jesus gewesen, in Matthäus 11, Vers 28, in diesem Lebensbuch des Menschen: „Kommt her zu mir, wenn du mühselig, wenn du belastet bist, wenn du traurig bist, wenn du Schwierigkeiten hast, wenn du Sorgen hast, wenn du Ängste hast, ich will euch erquicken und Ruhe schenken für eure Seele.“ Nimm sie, gib sie mir. Und ich möchte euch wirklich ermutigen, das mal ganz bewusst auszuprobieren. Ich kann Ihnen nur aus eigener Erfahrung sagen, es funktioniert. Sagen Sie es ihm. Sagen Sie es nicht irgendjemandem. Sondern sagen Sie es ihm, er holt sie ab und er schenkt uns Ruhe für unsere Seelen.

[55:34] Das für heute. Das nächste Mal, und das ist morgen Vormittag, werden wir ganz praktisch über die Macht der Liebe sprechen. Und ich bin sicher, da wird jeder wieder da sein. Denn da geht es eben darum, dass wir das, was wir heute ein bisschen angesprochen haben, erst so richtig erleben dürfen, dass das Licht der Liebe die Finsternis austreibt. Das für heute. Ich hoffe, ich konnte Ihnen ein bisschen helfen und ich wünsche Ihnen alles Gute. Dankeschön.

[56:25] Vertraue und glaube, es hilft, es heilt die göttliche Kraft!


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