In dieser Folge von „Eine Entdeckungsreise in die Welt der Gefühle“ spricht Raimund Fuchs über Depressionen. Er beleuchtet die verschiedenen Ursachen und Formen von Depressionen, von hormonell bedingten bis hin zu seelischen und äußeren Auslösern. Dabei wird betont, dass auch Gläubige betroffen sein können. Der Vortrag gibt praktische Ratschläge zur Bewältigung von Stress, zur Stärkung des Selbstwertgefühls und zur positiven Gestaltung des Lebensstils.
„Eine Entdeckungsreise in die Welt der Gefühle“: 3. Depressionen
Raimund Fuchs · Eine Entdeckungsreise in die Welt der Gefühle ·Themen: Depression, GesundheitWeitere Aufnahmen
Serie: Eine Entdeckungsreise in die Welt der Gefühle
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Transkript
[0:00] Vertraue und glaube, es hilft, es heilt die göttliche Kraft!
[0:31] So, ihr Lieben, ich hoffe, ihr habt nicht zu gut gegessen, damit ihr jetzt nicht in den Predigtschlaf versinkt bei dieser Hitze. Aber ich denke, ich hoffe, dass ich euch ein bisschen bewegen kann. Ihr habt euch dieses Thema ausgesucht und es ist ein ganz wichtiges, notwendiges Thema und unsere Freunde sollten das auch hören. Man kann auch die Aufnahmen weitergeben und mit den Menschen darüber reden, wenn sie das Thema bewegt, nämlich depressive Verstimmungen, Auswege aus der Depression.
[1:09] Es geht also darum, dass wir verstehen müssen, dass viele Menschen in dem Tal der Gefühle manchmal sind. Besonders jene, die eben himmelhoch jauchzen sind, sind auf der einen Seite, werden wieder zu Tode betrübt und dann kriegst du sie nicht rauf wieder oder nicht runter. Es ist einfach wichtig, dass wir verstehen, dass wir hier von einer Volkskrankheit reden, die eigentlich eine bekannte Volkskrankheit Nummer eins ist. Jeder Dritte leidet heute schon an seelischer Verstimmung. Ich meine, depressive Phasen hat jeder Mensch. Das ist also etwas, was im Leben des Menschen dazugehört, ein bisschen, dass es ihm ein bisschen besser geht und ein bisschen weniger. Aber wenn es dann dauernd in diesem Tal des Negativen drinnen ist, dann wird es schon ein bisschen schwierig und krank. 400.000 an behandlungsbedürftigen Depressionen gibt es. Das heißt, die Menschen, die solche ständigen Tiefen haben, sollten eigentlich behandelt werden. 15 Prozent davon sind Jugendliche. Man höre und staune, es ist also so, dass auch Jugendliche ganz besonders in diese Krankheit hineinkommen können. Und es ist bekannt, dass 70 Prozent aller unserer Krankheiten jetzt nicht eingebildete Krankheiten sind, aber sie haben ihre Ursachen im seelischen Bereich. Und da wollen wir heute ein bisschen hineinschauen, denn letztlich hängt es zusammen, was wir denken, wie wir fühlen, wie wir empfinden, wie wir entscheiden, wie dann letztlich auch mein Körper reagiert darauf. Diese psychosomatischen Krankheiten sind heute sehr, sehr bekannt.
[3:02] Und jetzt kommt ein ganz wichtiges Thema. Auch Gläubige, auch Christen können unter dieser Krankheit leiden. Bitte sagt nie, dass Christen so etwas nicht bekommen, so eine Depression oder depressive Phase. Das stimmt nicht. Und die Bibel ist voll von diesen Themen. Darf man nur die Klagelieder studieren oder den Psalm 73 zum Beispiel hernehmen, wo einer sagte, es geht mir sehr schlecht. Ich schaue auf die anderen, die sind dick und fett und die kümmern sich um nichts und Gott ist ihnen egal und ich, ich bin gläubig und mir geht es so schlecht. Wir werden heute noch auf einen ein bisschen eingehen, den Elia, der letztlich auch in einer ganz tiefen Depression gewesen ist. Und das kann auch gläubigen Menschen passieren. Und sie können in diese Situation kommen. Warum? Weil es verschiedene Arten von Depressionen gibt und das sollten wir ein bisschen wissen.
[4:07] Es gibt auf der einen Seite die depressive Verstimmung. Wie gesagt, Zeiten, wo es mir nicht so gut geht, wo ich einfach ein bisschen negativ bin und entmutigt bin. Dann gibt es aber auch ganz besonders hormonell bedingte Depressionen, wie zum Beispiel, da sind die Frauen sehr angesprochen, die Wechseljahre oder auch die Periode. Aber auch die Männer haben Wechseljahre in gewisser Weise. Da geht es einfach darum, dass die Hormone verrückt spielen und wir dementsprechend hier Hilfe brauchen. Dann gibt es auch eine Art von Depression, man nennt sie die Erschöpfungsdepression. Das ist oft so, wenn du nach einem Ziel ringst und ein Ziel erreichen willst und da hast du alle Energie, damit du dieses Ziel erreichst und dann hast du es endlich erreicht und dann fällst du in eine tiefe Phase hinein, in ein depressives Tief hinein. Das ist ganz typisch, diese Erschöpfungsdepression, weil du einfach Raubbau getrieben hast an deiner Gesundheit und über die Maßen die Kraft verwendet hast und am Ende dann hast du es zwar erreicht, aber die Erschöpfung ist die Folge.
[5:22] Man spricht dann auch von der sogenannten Endogenendepression. Das heißt also, die Depression kommt von mir heraus. Da hat niemand etwas getan, sondern das bin ich selber. Meine sichere innere Verfassung ist zum Beispiel, kann das erblich sein? Da kann ich gar nichts dafür. Ich habe das vielleicht mitbekommen von meinen Eltern. Kann auf der anderen Seite eben auch mein seelisches Thema sein, das Denken, das Fühlen und so weiter. Oder auch einfach gewisse Botenstoffe, die der Körper nicht mehr produziert zwischen den Neurotransmittern, gibt es solche Botenstoffe und wenn der nicht mehr organisiert wird, dann kommt es zu depressiven Verstimmungen, zum Beispiel Serotonin. Oder aber auch die exogene Depression. Da bin nicht ich schuld, sondern das kommt von außen an mich heran. Darum heißt es exogene Depression. Das heißt also, der Auslöser kommt von außen durch einen Trauerfall, dass ich zum Beispiel einen lieben Menschen verloren habe. Und dann ist das eine wichtige Arbeit, in der Trauerphase durch diese Depression hindurchzukommen. Da muss man daran arbeiten. Da gibt es ein eigenes Seminar darüber, ein Trauerbewältigungsseminar, wo man das lernen kann, dass man einfach auch durch diese Tiefe, die man nach einem Todesfall, den man erlebt hat, durchgetragen werden kann.
[6:52] Und auch körperliche Ursachen können auch die Probleme hervorrufen. Andere Ursachen zum Beispiel sind, wie wir schon gesagt haben, erbliche Anlagen. Der Schwermut kann von der erblichen Seite her kommen. Es kann auch mein Hormonspiegel verrückt spielen. Und bei vielen Frauen ist es oft so, und da möchte ich euch ermutigen, lasst euch untersuchen vom Arzt. Tut es nicht herumoperieren oder herumprobieren. Das kann oft nur eine Sache der Schilddrüse sein. Wenn die Schilddrüse nicht funktioniert, dann kommt auch dementsprechend die depressive Phase. Seelische Ursachen zum Beispiel, negatives Denken, negative Einstellung, Mangel an Selbstwertgefühl, das kann eben von der Kindheit her schon kommen. Dass du gehört hast, wie wir heute in der Früh schon gehört haben, du bist nichts wert, du kannst nichts, lass es und dementsprechend Mangel an Liebe. Und das kann auch sich dann auswirken.
[8:00] Depressive Umgebung ist genau dasselbe. Man könnte aber auch noch, wenn wir bei dem Seelischen bleiben, muss ich euch noch eine interessante Geschichte erzählen. Das kann auch deshalb kommen, die depressive Phase, weil du gegen dein Gewissen gehandelt hast. Zum Beispiel hat eine Frau eine schwere Depression bekommen und man schickte sie zum Doktor und der Arzt hat sie untersucht, vollkommen gesund, alles in Ordnung. Aber sie hat eine tiefe Depression gehabt. Dann ist sie zum Psychologen gegangen und der Psychologe hat sie durchgecheckt, alles in Ordnung, sie hat keine negativen Gedanken und so weiter, es passt alles. Zum Glück ist diese Frau dann in die Hände eines Seelsorgers gekommen. Also das Ideal wäre ja Seelsorger, Psychologe und Arzt in einem, weil er Körper, Seele und Geist beachtet. Sie ist zu einem Seelsorger gekommen und da ist man im Gespräch darauf gekommen, dass sie vor Jahren gegen ihr Gewissen gehandelt hat. Sie hat eine Abtreibung durchgeführt. Normalerweise hat sie so Oberflächengefühle organisiert, das muss man ja, damit man überlebt, das war notwendig und das hat so sein müssen und so weiter. Aber im Innersten des Herzens hat es gearbeitet und sie hat irgendwie ihre Schuldgefühle nicht verarbeitet und dann kam da die Depression heraus und sie wusste nicht, was sie hatte.
[9:39] Das heißt also, auch gegen das Gewissen handeln ist eine Ursache, warum Depressionen hervorkommen können. Deshalb ist es wichtig, dass man auch mit einem Seelsorger hier die Sachen durcharbeitet. Wichtig ist aber eines, Depression ist eine menschliche Gefühlsreaktion, die immer auf einen Verlust zurückgeht. Das heißt also, der Mensch, der Körper, die Seele reagieren auf einen Verlust. Die Folgen sind Traurigkeit, Melancholie, Minderwertigkeit, die Folgen sind Erschöpfung, du bist lustlos, du willst nichts mehr, du hast also Schuldgefühle, ich bin eigentlich nichts, ich sollte und ich kann aber nicht, ich habe keine Kraft und so weiter. Also das sind schlimme Folgen, die so weit gehen, dass man auch nicht mehr essen möchte, nicht mehr rausgeht, man sperrt sich ein und es geht sogar so weit, dass man die Fenster vernagelt fasst, dass kein Licht mehr hereinkommt und am besten ist, ich bin nicht mehr da, so auf die Art. Rückzug in die Einsamkeit, das kann ganz schlimm sein. Dass man sich also abschottet und dann wird es noch schlimmer, weil man eigentlich in dieser eigenen Suppe des Mitleides hier vergeht und am Ende ist dann auch tatsächlich der Selbstmord da. Viele Selbstmorde können auch auf diese depressive Phase zurückgeführt werden.
[11:17] Und jetzt schaut einmal, welche Gründe zu einer Depression führen können und das ist mir sehr wichtig, dass wir das ein bisschen vor Augen führen. Auf der einen Seite ein falsches, negatives Denken. Es hängt und steht und fällt sehr viel mit meinen Gedanken zusammen. Wenn ich Negatives im Kopf habe und immer wieder Negatives denke, das wirkt auf alle Fälle auf meine Seele wirken. Was kann ich damit tun? Ich kann die Gedanken schon lenken. Wenn ich jetzt vor mir eine Rose habe, dann kann ich mich ärgern oder freuen. Ich kann mich ärgern über die Stacheln, die Dornen, die ja wirklich wehtun und schlecht ist oder ich kann mich freuen über die gute duftende Blüte. Das habe ich in der Hand. Was du denkst, kannst du selber entscheiden. Will ich an das Gute denken oder will ich das Schlechte in meinem Herzen weiter pflegen und hegen. Und je mehr ich den negativen Gedanken hege, desto größer wird er. Das ist wie ein Schneeball-Effekt, kann man das sagen. Man spielt sich mit diesem Gedanken und da wird er immer größer und immer stärker.
[12:41] Dann bitte achtet darauf, dass, und da möchte ich auch uns Christen hinweisen, extremer Perfektionismus führt auch in Depressionen hinein. Was heißt extremer Perfektionismus? Es gibt Leute, die meinen, sie müssen perfekt sein, damit sie Gott gefallen und damit sie akzeptiert werden. Und dann sind sie aber nicht perfekt und sie bemühen sich und sie kommen da in eine tiefe Depression hinein. Und schaut einmal solche, unter Anführungszeichen, konservativen Christen an. Wo sind da die freudigen, strahlenden Augen? Wo ist da dieses freie Lächeln? Ich habe einmal ein Thema gehalten, das hat geheißen, konservativ, liberal oder treu. Ich bin weder liberal noch konservativ, sondern ich bin treu. Und das ist diese gesunde Mitte, diese Ausgewogenheit, die wir brauchen, damit wir gesund und glücklich sind. Denn wenn wir zu rechts sind, können wir beim Pferd rechts runterfallen. Oder zu links kannst du links runterfallen und dem Bösen ist es egal, wo du runterfällst. Wichtig ist, dass du runterfällst. Das heißt also, achtet auf extremen Perfektionismus. Das ist nicht im Sinne des Schöpfers. Er möchte, dass du frei bist und fröhlich bist und glücklich bist. Und er nimmt dich und verändert dich in einer Art und Weise. Das ist so wichtig, dass wir das kennenlernen, diese Botschaft der drei Engel. Die ist eigentlich die Botschaft, die uns so fröhlich und glücklich macht. Also extremer Perfektionismus führt mich in Depressionen hinein.
[14:25] Unterdrückter Ärger genauso. Es gibt Leute, die schlucken alles runter. Und besonders den Ärger. Ich darf mich nicht ärgern. Ja, was soll ich sagen? Und dann schlucken sie das alles runter. Da gibt es ja einen interessanten Bibeltext. Kennt ihr den? Im Epheser Kapitel 4. Das möchte ich euch so nebenbei ein bisschen sagen. Da heißt es, zürnet ihr. Wie heißt es da? Kennt ihr ja den Text. Wie geht es weiter? Zürnet ihr, so sündigt nicht. Das heißt, es gibt Situationen, wo auch ein Christ emotional rausrasten kann, zornig ist. Und dann heißt es, zürnet ihr. Epheser 4, Vers 26. So sündigt nicht, sondern lasst die Sonne nicht untergehen über eurem Zorn. Was mache ich mit meinem Zorn? Und viele meinen, Christen dürfen nicht zornig sein. Und jetzt hast du aber dieses Gefühl, du könntest deinem Mann jetzt auf den Mond schießen oder deinen kleinen Jungen oder wenn auch immer den Nachbarn, der dir dauernd den Dreck über den Zaun wirft. Das ist legitim, dass da sich etwas regt. Besonders wenn es ungerecht geschieht.
[15:50] So, was machen wir jetzt? Und das ist ein Zitat aus den Psalmen und das ist ganz interessant, wenn wir das Original anschauen in Psalm Kapitel 4. Da ist dieses Zitat hier und das soll gleich direkt eine Hilfe sein für euch. Wenn ihr zornig seid, bitte unterdrückt den Zorn nicht und sagt nicht, ich darf nicht zornig sein, ich darf nicht zornig sein, sondern was mache ich da? Psalm Kapitel 4, das ist das Originalzitat, was der Paulus dann verwendet. Und da sagt er, Vers 5, zürnet ihr, so sündigt nicht. Wann würden wir sündigen? Wenn wir den Zorn an dem anderen auslassen. An den Kindern, am Partner, an der Katze, am Hund, was auch immer. Wir können den Zorn auslassen, das ist nicht richtig. Wenn du zornig bist, was machst du da? Nicht runterschlucken, weil das wird noch schlimmer. Dann frisst sich dein Magen auf und am Ende kommst du wieder heraus mit deiner Emotion. Sondern redet in eurem Herzen, auf eurem Lager und seid stille. Das heißt also, wenn du Ärger hast, nicht unterdrücken, geh in dein Zimmer, dein Kämmerlein und rede mit Gott. Und sag ihm, du, mir geht es jetzt nicht gut. Ich könnte meinen Mann auf den Mond schießen. Der hat das und das und das getan. Erzähl ihm alles. Nicht runterschlucken, im Gebet erzählen. Oder wenn du vor deinem Kind stehst und das Kind sagt, wie wir heute Vormittag gesagt haben, wenn es zusammenräumen soll, nein, nicht laut werden und jetzt zuschlagen oder etwas. Sondern sag, mein lieber Kleiner, der Papa geht jetzt in sein Kämmerlein und redet jetzt mit dem himmlischen Vater. Weil wenn ich jetzt nicht reden würde mit meinem himmlischen Vater, würde ich etwas machen, was vielleicht Sünde ist. Und das möchte ich nicht. Du wartest jetzt da und ich erzähle das dem Herrn und dann werden wir miteinander besprechen, wie wir das lösen werden. Solche Augen macht der Kleine. Und so lernt er dann auch, mit seinem Ärger umzugehen, wie der Papa das macht oder die Mama das macht. Dann geh in dein Kämmerlein und sag, lieber Gott, mein Junge, ich verstehe, was soll ich machen, der regt mich auf. Sag es ihm, raus aus deinem Herzen. Nicht irgendjemandem sagen, haben wir am Freitag geklärt, sondern ihm, dem Schöpfer sagen. Und dann sag, nimm du mein Gefühl jetzt in deine Hand. Denn ich kann es nicht, ich raste aus. Übernimm du jetzt meine Gefühle, übernimm du jetzt meinen Ärger und besänftige mich. Und dann zeig mir, wie soll ich jetzt mit meinem Kind umgehen. Das ist wichtig, weil jedes Kind ist anders. Du kannst nicht, da gibt es keine Regeln. Du musst jetzt mit dem Schöpfer reden, weil der hat ja das Kind gewollt, damit du auch so reagierst, wie er es will. Und du wirst sehen, da hilft er dir und du kannst dann ganz anders, ganz autoritär kann man jetzt nicht sagen, aber autoritativ ist das bessere Wort, vor deinem Kind stehen und sagen, du, ich habe mir, lieben Gott, Folgendes ausgemacht. Und dann werdet ihr hier nicht in depressive Phasen kommen.
[19:17] Wassermangel. Ihr Lieben, es ist heute so heiß und ich möchte euch bitten, vielleicht kann jemand ein paar Gläser Wasser heraufbringen, dass unsere Zuhörer ruhig ein bisschen Wasser trinken. Ich bin davon überzeugt, dass wir nicht nur theoretisch davon reden, sondern dass wir wirklich auch ein bisschen Wasser trinken. Viel zu wenig trinken wir. Wassermangel führt tatsächlich zu depressiven Phasen. Ich merke das bei mir selber, wenn es mir manches Mal nicht gut geht, wenn ich entmutigt bin, depressiv bin und dann schaue ich nach. Ja, ich habe zu wenig getrunken. Ganz einfach Wassermangel. Das heißt, wir brauchen mindestens bei dem Wetter zwei Liter Wasser am Tag.
[20:05] Wenn zum Beispiel deine Oma im Altenheim krantig ist und zornig ist. Was braucht sie? Ja, ganz einfach. Ihr müsst euch das vorstellen, das ist ganz logisch. Da oben funktionieren die Zellen nur mit Wasser. Das ist wie bei einer Autopatrie. Wenn eine Autopatrie zu wenig Wasser hat, gibt der elektrische Strom nicht. Wenn jemand zu dir sagt, du Wasserkopf, dann ist das eine Ehrenbezeichnung. Denn es ist bis zu 70 Prozent alles aus Wasser. Das funktioniert nur mit Wasser. Wenn also jetzt zu wenig Wasser ist, gibt es Fehlschaltungen und wenig Elektrizität. Und dann wird man krantig, zornig, ärgerlich, depressiv, weil man zu wenig Wasser getrunken hat. Und das ist ganz, ganz wichtig.
[20:58] Etwas anderes, was ich ansprechen möchte, ist der Medikamentenmissbrauch. Ihr Lieben, schaut mal dieses Bild an. Da hat einer hinten einen Pillenfahrplan. Um 7 Uhr muss er die Muntermacher zu sich nehmen. Um 8 Uhr Rezeptorenblocker. Um 10 Uhr Beruhigungsmittel. Um 11 Uhr Appetitzügler. Um 13 Uhr Verdauungspillen. Um 14 Uhr Koffeintabletten. Um 15 Uhr Beruhigungsmittel. Um 16 Uhr ein Vitaminstoß. Um 17 Uhr Schlaftabletten. Wir haben ja für alles Pillen und Pulverchen. Und wir meinen, wenn wir das essen, dann hilft es uns natürlich. In gewisser Weise braucht man das. Aber letztlich bitte aufpassen, Medikamentenmissbrauch führt den Menschen zu Depressionen hinein. Es ist wichtig, dass wir wirklich mit dem Arzt gut überlegen, was ist notwendig und was ist nicht unbedingt notwendig. Vielleicht kann man das mit natürlichen Mitteln ausgleichen. Aber auch hier brauchen wir eine Ausgewogenheit.
[22:06] Körperliche biochemische Ursachen sind auch die Folge. Wie wir schon gesagt haben, zum Beispiel Wechseljahre oder wenn es gerade die Menstruation ist oder wenn es gewisse Ermüdungserscheinungen sind, können das auch herausfinden. Und noch etwas, was wir oft zu wenig beachten, Schlafmangel. Wenn einer nicht schlafen kann in der Nacht, dann kann er sicher sein, dass er irgendwann mal in eine depressive Phase hineinkommt. Ich kann das euch erzählen von meiner lieben Frau, die jahrelang nicht richtig schlafen konnte auf der einen Seite, weil die Tochter, bis sie sechs Jahre alt war, erst durchschlafen konnte als kleines Kind. Und das hat Raubbau an der Mutter getrieben. Da konnte sie nichts dafür. Und dann war sie Krankenschwester. Dann sind die Nachtdienste gekommen und da konnte sie auch nicht schlafen. Und so ging das weiter und weiter, bis dann plötzlich du überhaupt nicht mehr zur Ruhe kommst und nicht mehr schlafen kannst. Das ist tödlich. Das ist ganz, ganz schlimm. Also bitte achtet darauf, dass ihr guten Schlaf habt. Und wenn nicht, dann ist es teilweise sogar mal ein bisschen notwendig, irgendetwas zu nehmen, damit man einmal richtig durchschlafen kann, um wieder zu neuen Kräften zu kommen.
[23:26] Gründe, die zu einer Depression führen, sind auch anders noch. Zum Beispiel können wir eines festhalten. Übersteigendes Selbstmitleid. Wenn einer immer nur an sich denkt und sagt, wie arm bin ich und warum muss ich so viel leiden und ich bin der Ärmste unter den Armen, ist ganz klar, dass er dann in eine depressive Phase verfällt. Er ist ein negativer, eingestellter Mensch. Übersteigendes Selbstmitleid führt zu Depressionen. Was noch? Falsches Handeln gegen das Gewissen. Das habe ich euch schon erzählt. Achtung auf die Stimme des Gewissens. Und wenn das Gewissen sagt, nein, mach es nicht, dann tu es nicht. Wir sollten eigentlich gewissenhafte Menschen sein, die auf die Stimme des Gewissens hören und das tun, was das Gewissen sagt. Denn der gläubige Mensch weiß, wenn er mit Gott in Verbindung ist, ist die Stimme des Gewissens auch die Stimme Gottes in seinem Leben. Und deshalb bitte handelt nie gegen das Gewissen.
[24:37] Und da gibt es noch einen guten Rat, den meine Frau mir immer wieder gibt. Wenn du nicht weißt, soll ich es machen oder nicht machen, im Zweifelsfalle immer schmutzig. Was heißt das? Bei mir ist es so, ich trage sehr oft weiße Hemden. Wenn ich sie aus dem Kasten nehme, kein Zweifel, alles wunderbar. Wenn ich sie aber einmal angehabt habe, dann schaue ich mir den Kragen an und dann sage ich meiner Frau, soll ich das noch anziehen oder nicht mehr? Dann sagt sie immer, im Zweifelsfalle schmutzig. Versteht ihr? Wenn du anfängst schon zu zweifeln, ist es schon schmutzig. Soll ich mir das anschauen oder nicht mehr anschauen? Lass es lieber. Das heißt also, ein ganz wichtiger Rat, Achtung auf die Stimme des Gewissens. Und wenn du nicht sicher bist, dann bitte lieber nicht machen.
[25:24] Dann, nach Stress oder unter Stress erreicht dem Ziel. Das heißt also, ich habe mich darauf voll eingesetzt für irgendetwas und das hat mich wirklich gestresst. Und dann habe ich es endlich erreicht. Dann kommt letztlich diese depressive Phase, die automatisch kommt, weil es durch diesen Stress einen Raubbau gegeben hat an meiner Gesundheit. So ist es ganz wichtig, dass wir lernen, und das zeige ich euch noch, den Stress abzubauen.
[25:52] Ein anderer Grund ist, dass man nicht Nein sagen kann. Es gibt Leute, die können nicht Nein sagen. Die können nicht sagen, Stopp, das ist jetzt zu viel. Ob das jetzt die Nachbarin ist, die immer rüberkommt und immer sich ausweint und nur den negativen Tratsch von der Nachbarschaft wiederbringt. Wenn es dir zu viel ist, sag Nein, danke, bleib daheim. Wenn, dann komm und erzähl mir was Gutes, aber das Negative brauche ich nicht. Ruhig Nein sagen können und sagen, du, das ist mir jetzt zu viel, ich schaffe das nicht mehr. Aber vor lauter Mangel an Selbstwert, ja, ich muss ja, oder christlicher falschen Verständnis, ich muss ja für den anderen da sein, bis zur Selbstaufgabe, das ist nicht im Sinne des Schöpfers. Ruhig auch einmal Nein sagen können und Stopp sagen können, denn sonst wird es zu viel.
[26:43] Und letztlich ist man, und da sollte man sehr gut aufpassen, auf die depressive Umgebung. Schaut einmal eure Wohnung an. Ist sie ermutigend oder depressiv machend? Entweder sind es so kleine Fenster und es kommt kaum Sonnenlicht herein oder zu dumpf ist, düstere Vorhänge oder was auch immer es ist. Natürlich, manches kann ich ändern, manches kann ich nicht ändern. Wenn ich also mit einem depressiv machenden Mann verheiratet bin, da muss ich vielleicht was anderes angehen, aber vieles kann ich ändern. Freunde kann ich mir aussuchen, wenn sie negativ sind und depressiv machend sind. Ich muss mich nicht diesem Einfluss aussetzen. Ich kann da auch schon etwas machen. Ein Tapetenwechsel ist vielleicht gar nicht so schlecht manches Mal, damit wir einfach ein bisschen ermutigend und fröhlich auch schon von der Umgebung her gemacht werden.
[27:49] Das Thema Selbstwert ist ein eigenes Thema. Es gibt da hinten Vortragsreihe über das Thema Selbstwert. Wie bekomme ich einen gesunden Selbstwert? Es gibt beides einen übersteigerten Selbstwert und einen krankhaften Selbstwert. Und das ist beides nicht richtig. Wir brauchen einen gesunden Selbstwert, der mir hilft, auch aus den Tiefen des Depressiven herauszukommen.
[28:14] Wie schaut das aus? Wann kann ich sagen, dass ich eine Depression habe? Es beginnt mit Anzeichen im Brustkorb. Da merke ich schon, ich bin bedrückt. Ich habe da eine Enge in meinem Herzen. Schlafstörungen, wenn du nicht schlafen kannst, wenn du immer wieder munter wirst und nicht einschlafen kannst, dann wieder ist ein Anzeichen von einer depressiven Phase, von einer Krankheit. Antriebs- oder Lustlosigkeit. Bitte, wenn du das merkst oder wenn ein Partner das an dir merkt oder du es am Partner merkst. Achtung, aufpassen, das sind Anzeichen einer Depression. Magenschmerzen, Kopfschmerzen, Herzrasen. Das geht hin bis zu Panikattacken, die der Mensch dann hat, die ein ganz deutliches Zeichen einer Depression sind. Das geht dann hin bis zur Hoffnungslosigkeit, die der Mensch hat. Also hört zu, passt auf, seid, wie soll ich sagen, gute Helfer, die diese Anzeichen bemerken und dann auch einsetzen können.
[29:21] Wir werden noch genauer darüber sprechen, was wir tun können. Worauf wir noch ein bisschen achten sollten, sind die sogenannten Verstärker einer Depression. Das heißt also, wir müssen nicht unbedingt, wenn wir ja eh schon so eine Anlage zur Depression haben, nicht unbedingt noch Verstärker hinzufügen. Was wären solche Verstärker? Zum Beispiel Alkohol. Alkohol ist ein Verstärker, der letztlich vielleicht in der Zeit, wo man getrunken hat, es nicht ist, aber nachher dann kommt das Tal, die Tiefe, die man dann erlebt. Zuerst im Rausch ist alles okay, aber dann kommt die Nüchternheit, dann kommt die Erkenntnis. Dann kommt bitte auf die Drogen und dann ist es jetzt egal, welche Droge das ist, ob das jetzt Alkohol ist oder Koffein ist oder Nikotin oder Tein. Das sind alles Verstärker, die letztlich Raubbau an der Seele betreiben und Nervengifte sind. Und deshalb ist es so wichtig, dass wir auf unser Nervensystem Acht haben. Wir haben das am Freitag schon miteinander besprochen, dass wir auf dieses Nervensystem aufpassen. Nicht nur wegen der Depression, sondern weil das Nervensystem unser Organ ist, mit dem wir mit dem Schöpfer in Verbindung treten. Das müssen wir uns mal bewusst machen. Deshalb achtet auf diese Dinge, die dann das Nervensystem kaputt machen und dementsprechend uns, wie soll ich sagen, Kräfte rauben.
[31:03] Koffein lügt dich an. Du glaubst also, wenn du eine Tasse Kaffee trinkst, dann geht es dir wieder besser. Nein, du nimmst von deiner Reserve die Kräfte, du kriegst keine Kraft. Koffein ist ein Nervengift, aber kein Kraftgeber. Du nimmst noch die Kraft von der letzten Reserve, die du hast und am Ende ist die Depression.
[31:24] Mangel an Bewegung ist etwas, was ich unbedingt viel mehr noch deutlich machen möchte als bis jetzt. Das Leben hängt und steht und fällt mit der Bewegung. Und ich möchte euch ermutigen, mindestens dreimal in der Woche eine halbe bis dreiviertel Stunde irgendeine Bewegung zu machen, die außer eurer normalen Bewegung ist. Manche Hausfrauen meinen, ich bin eh dauernd auf der Achse. Von der Küche ins Wohnzimmer und runter und rauf in den Keller, das ist zu wenig. Nein, ihr müsst wirklich Bewegung machen. Und zwar, was weiß ich, Radfahren, Schwimmen, Walken, einfach ganz bewusst jeden Tag, wenn es geht, Bewegung zu haben. Das macht fröhlich, stärkt unser Immunsystem, gibt Endorphine frei und man wird wieder glücklich und fröhlich. Wenn jemand an dieser Depression leidet, dann wird er in ein ganz besonderes Bewegungsprogramm hineingeführt. Und ich möchte euch wirklich ermutigen, die zwei Stecken zu nehmen und ein bisschen schneller zu gehen, so einmal eine Stunde oder dreiviertel Stunde am Tag.
[32:48] Adrenalin ist auch ein Verstärker für unsere Depression. Es ist interessant, dass gerade die Welt, in der wir heute leben, diese Freizeitindustrie, ja ausgerichtet ist danach, dass wir Adrenalinschübe bekommen. Etwas erleben, etwas Adrenalin zu bekommen. Ob das die Hochschaubahn ist oder was auch immer uns dieses Gefühl des Starkseins bringt. Letztlich ist es ein Verstärker, weil es von unserer Kraft wieder etwas wegnimmt, was wir hätten brauchen können, wenn wir ein bisschen Haushalter gewesen wären mit unserer Kraft.
[33:33] Zu viel an Zucker. Insulinüberproduktion wirkt auf das Gehirn und am Ende ist die Depression. Das heißt also, bitte reduziert den Zuckergenuss ganz drastisch. Das ist ganz wichtig, dass wir das auch verstehen. Und ich möchte euch hinweisen auf das Seminar. Es gibt da hinten noch DVDs. Ihr könnt sie auch bestellen bei Amazing Discovery über zum Beispiel das Thema Endlich aufatmen. Das ist ein Stress- oder Antistress-Seminar eigentlich. Das aufbaut auf diesem Buch Endlich aufatmen, das ihr auch vom EBC bekommt oder vom Advent Verlag. Wo es auch heißt, und auf Seite 41 zitiere ich da, Depressionen sind oft das Resultat von Stressphasen, die zum Erschöpfungszustand geführt haben. Um Depressionen zu vermeiden, muss man lernen, Stress abzubauen. Und wir leben heute in einer stressreichen Zeit und viele haben nicht gelernt, mit dem Stress richtig umzugehen und den Stress auch abzubauen.
[34:44] Zum Beispiel, was kann man machen? Und ich möchte euch jetzt ganz praktische Hilfen geben. Wichtig ist einmal, auf unsere Einstellung zu achten. Ich weiß nicht, wie ihr denkt, aber vielleicht findet ihr euch in diesen Sätzen wieder. Zum Beispiel sagt jemand, alle müssen mich mögen und akzeptieren. Wenn ihr so denkt, dann werdet ihr in Depressionen kommen. Also bitte, es ist ein falscher Satz. Alle müssen mich mögen und akzeptieren. Nein, das geht nicht. Du kannst es nicht. Du kommst in einen tiefen Stress hinein und am Ende bist du depressiv und entmutigt, weil es nicht möglich ist. Oder eine andere Einstellung. Wenn ich akzeptiert werden will, muss ich alles können, um meine Ziele erreichen. Heute Vormittag haben wir ein bisschen darüber gesprochen. Bitte passt auf. Es ist völlig falsch. Du bist nicht akzeptiert, weil du etwas gemacht hast. Du bist nicht wertvoll, weil du etwas hast, sondern weil du bist. Und das ist ein großer Unterschied. Wichtig ist da, die Gefahr ist die Leistung da drinnen. Ich muss etwas leisten, damit ich geliebt werde, damit ich wertvoll bin, damit ich wer bin. Völlig falsch.
[36:17] Ein anderer falscher Gedanke. Und wenn ihr solche Gedanken habt, dann bitte weg, ausradiert und anders denken. Wenn es anders kommt, als von mir gewünscht, dann ist es eine echte Katastrophe. Nein, dein Wunsch ist nicht das Maß aller Dinge. Bitte, lass es einfach zu, dass der Herr dir das schenkt, was du brauchst, und nicht unbedingt, was du möchtest und was du wünschst. Ein anderes Denken, ob ich glücklich bin oder nicht, das liegt in einer höheren Gewalt. Was sagt ihr zu diesem Satz? Das Glück hast du in deiner Hand. Und du kannst entscheiden, ob du glücklich bist oder nicht. Das liegt nicht in einer höheren Gewalt. Er hilft dir zum Glücklichsein, aber letztlich sagst du, ich möchte glücklich sein.
[37:14] Falsche Einstellungen. Ich brauche immer jemanden zum Anlehnen, allein bin ich verloren. Habt ihr das schon einmal gehört? Wenn das jemand sagt, dann sag ihm, du bist ein Kandidat für Depression. Falsch. Ich brauche niemanden zum Anlehnen. Heute haben wir das ja ein bisschen besprochen. Ich mache mich doch nicht abhängig von den Menschen. Alleine bin ich nicht verloren. Nächster Punkt. Ich darf nichts wünschen, denn dann kommt es gerade anders. Manche sagen, jetzt habe ich es verschrieben. Nein, bitte, vergesst diese Gedanken. Die sind alle falsch und führen in Depressionen hinein.
[38:01] Mein Wert hängt davon ab, was ich habe und leisten kann. Na arm ist der Mensch, der nach diesem Prinzip lebt. Das ist ein Leistungsprinzip. Das kann bis hineingehen in die Religion. Wenn du das und das und das machst, dann bist du gerettet. Bitte vergiss das. Das ist ganz ganz wichtig. Mein Wert hängt nicht davon ab, was ich habe und was ich leisten kann, sondern was ich bin. Das ist es.
[38:34] Jetzt helfe ich euch ein bisschen, wie man Depressionen begegnen kann, indem man es negativ aufzählt. Man kann nämlich zum Beispiel, wenn man etwas negativ darstellt, auch herausfinden, wie es richtig gehen würde. Das heißt, ich zeige euch jetzt zehn Möglichkeiten. Wenn du das machst, kannst du dich oder einen anderen in eine Depression bringen. Also, was musst du machen, um einen Menschen in Depressionen zu führen? Erstens, versuche immer, den anderen zu bevormunden. Dann wirst du automatisch in die Depression. Das heißt also, du kannst nichts, lass es stehen, ich mache es für dich und so weiter. Das ist ein ganz wichtiger Punkt. Wenn man das macht, dann kann der Mensch nur in Depressionen kommen. Also umgekehrt könnte man also jetzt lernen, wie mache ich es besser.
[39:41] Was würde dir jetzt besser machen? Ja, was könnte man positiv machen? Wertschätzen. Ja, ganz richtig, keinen Kaffee trinken. Wertschätzen, den anderen Positives sagen. Ich finde es schön, aber bitte versuch das einmal. Das ist gar nicht so einfach, den anderen Wert zu schätzen ohne Leistung. Man ist ja immer wieder in diesem Leistungsprinzip drin. Ich liebe dich, weil du eine gute Suppe gemacht hast. Oder weil du so gut kochen kannst. Oder weil du so gut basteln kannst. Es ist immer Leistung dabei. Versuch dir mal, den anderen Wert zu schätzen ohne Leistung. Einfach weil er ist, was du an ihm schätzt, seinen Charakter, seine Art, wie er liebt. Da gibt es so viel, ganz besonders Positives.
[40:42] Oder, wie kann ich einen Menschen in Depressionen führen? Zeige ihm, dass er ohne dich nichts ist. Ja, Minderwertigkeit gibst du ihm. Umgekehrt aber, fördere den Menschen. Ermutige ihn und zeige ihm, was er kann und das schätze wert.
[41:04] Einen anderen Weg, jemanden in Depressionen zu führen, wäre, untergrabe durch doppeldeutige Hinweise die Selbstachtung. Man kann das so schön durch so Doppeldeutigkeiten anführen und am Ende ist der Mensch depressiv. Oder lade den anderen ein moralisches Schuldgefühl auf. Kennt ihr das, dem anderen den moralischen aufzusetzen, sagt man im Volksmund? Wisst ihr, wie das geht? Das passiert gerade in der Christenheit sehr. Wenn du nicht vegan bist, dann bist du verloren. Dann habe ich dir jetzt einen moralischen aufgesetzt. Wer bin ich, dass ich das sagen kann, dass du verloren bist? Ich kann das ja gar nicht. Lade dem anderen ein moralisches Schuldgefühl auf. Wenn du das nicht machst, dann, oder du müsstest eigentlich schon, weil du eine Predigersfrau bist, solltest du schon Klavier spielen. Wer sagt es, dass jede Predigersfrau Klavier spielen muss? Vielleicht hat es die Vorgängerin gemacht, ja. Aber die heutige Frau, die kann vielleicht was anderes viel besser.
[42:19] So, was machen wir jetzt positiv? Wie würde man es jetzt positiv machen? Die Vorzüge des anderen herauszufinden und ihn zu ermutigen, seine Art zu leben, wie er ist. Und nicht aus ihm das machen zu wollen, was wir uns vorstellen. Wir sind ja nicht das Maß aller Dinge und er ist nicht von uns abhängig.
[42:43] Missdeute die Absichten und Motive des anderen, bis er selber daran zweifelt. Das hast du ja nur deshalb gemacht, weil du, was weiß ich jetzt, kannst du von mir etwas Negatives hören, weil du dich ins rechte Licht rücken wolltest. Das tut weh, weil das stimmt nicht. Es ist wichtig, dass wir verstehen, dass wir durch diese Dinge Menschen in Depressionen führen.
[43:13] Oder blockiere die Verständigung zum anderen. Spiel so, als ob es ihn nicht gibt. Du bist für mich gestorben. Ich rede nicht mehr mit dir. Ich rede erst wieder mit dir, wenn du brav bist. Das tut weh, führt in die Isolation und am Ende kommt die Depression. Was machen wir positiv? Suche den Kontakt zum anderen. Rede mit ihm. Hör zu. Es ist so wichtig, dass wir auf den anderen, weil alleine schon, wenn ich mit dir rede und dich anschaue, zeige ich dir, dass ich mich interessiere für dich. Dass du auf meiner Agenda bist, dass du wertvoll bist für mich. Und das hilft dem anderen schon zu merken, ich bin wertvoll. Wenn du nicht mit mir redest, wenn du mich links liegen lässt, die Depression wird es dann.
[44:12] Oder führe einen Konkurrenzkampf ein. Dann führst du den anderen sicher in Depressionen hinein. Da geht es wieder mit Leistung zurande. Oder sorge für eine monotone Umgebung. Alles Grau in Grau. Das macht depressiv. Das ist etwas ganz Wichtiges, das wir verstehen, dass auch Farben auf die Psyche wirken. Deshalb ist es wichtig, wenn jemand z.B. immer nur graue Kleider trägt oder schwarze Kleider trägt, dann darf er sich nicht wundern, dass er etwas ausdrückt oder durch diese Kleidung eine Rückschlüsse auf seine Psyche gibt.
[45:00] Wehre und unterdrücke jede positive Gefühlsäußerung. Christen sind ernst. Je ernster du bist, desto heiliger bist du. Es ist ganz klar, dass du in Depressionen führst. Ich muss euch mit der Bibel ein bisschen beschäftigen. Sie ist oft wirklich sehr fröhlich und lustig und witzig in vielen Dingen. Man kann auch durch Lachen vieles wieder gesund machen. Man kann Freude ausdrücken und man sollte sie auch ein bisschen ausdrücken. Positive Gefühlsäußerungen.
[45:40] Der nächste Punkt, wie man in Depressionen führt, ist vermittle ein Gefühl der Verwirrung, kritisiere und gib nur das Negative weiter. Ganz klar. Da merkt man schon, wo wir auch einsetzen können und wie wir helfen können. Indem wir nicht kritisieren, sondern dem anderen helfen, ermutigen, das Positive weitergeben, dann kann er gesund werden.
[46:10] Mögliche andere Hilfen. Ein bisschen haben wir schon darüber gesprochen, aber ich möchte es noch ein bisschen zusammenfassen. Es hängt mit unserem Lebensstil sehr zusammen. Und deshalb ist der Lebensstil also wichtig, nicht zu tun, sondern etwas Positives dafür einzusetzen. Wir haben am Freitag gehört, überwinde das Negative durch aktiv Positives. Also etwas tun, nicht nichts tun. Das heißt also, nicht keinen Alkohol trinken, sondern Wasser trinken, etwas tun. Bewegung, Licht. Wir brauchen Sonnenlicht. Und es ist sehr wichtig, dass wir ein bisschen die Sonne genießen. Und ich möchte euch ermutigen, sie noch zu genießen. Es kommt bald ein bisschen mehr die depressive Phase. Das ist dann der Herbst, die Nebeltage, wo es dann nur mehr grau in grau ist. Und da braucht man dann auch ein bisschen Sonne. Und es nützt dann jeden Augenblick, in die Sonne hinaus zu gehen und ein bisschen Vitamin D zu tanken. Das ist wichtig.
[47:22] Und ich möchte euch wirklich ermutigen, man nennt das, Powernapping zu machen. Wisst ihr, was das ist? Powernapping, Mittagsschlaferl, sagen wir Österreicher. Ja, zum Mittag, so eine Viertelstunde, halbe Stunde, mehr braucht es nicht sein. Du kriegst wieder Kraft. Es ist wichtig, man hat herausgefunden, in den Stressprogrammen ist das auch drinnen, so mögliche Pausen, die man einschiebt, wo man sich hinlegt und wo man ein bisschen entspannt und ein bisschen schläft. Nicht gleich zwei Stunden, das ist zu viel. Das ist nicht gut. Aber ein bisschen Powernapping ist ganz wichtig.
[48:07] So, was wir brauchen, sind gerade, wenn jemand in depressiven Phasen ist, einen richtigen Helfer, einen guten Helfer, der ihn nicht noch tiefer hinunterzieht, der ihm jetzt aber das Richtige an Hilfe gibt. Zum Beispiel hilft ihm nicht, wenn du einen Partner hast, der depressiv ist, dass du zu ihm sagst, du freu dich, es ist eh alles in Ordnung und denk nicht so negativ. Das hilft ihm nicht. Das würde ihn noch eher hinunterziehen, weil das wieder ein Leistungsprinzip ist. Gute Helfer, wir werden noch darüber ein bisschen sprechen, über einfühlsame Helfer. Wichtig ist, dass wir lernen, umzudenken und das Positive zu fördern und hier das Negative zu überwinden durch aktiv Positives. Erinnert euch an Freitagabend, Finsternis. Wie überwinden wir die Finsternis? Licht anzünden, etwas Positives. Dann kann es aber auch sein, dass man so tief in einer Depression oder auch wirklich krankhaft drinnen steht, dass man ärztliche Hilfe braucht. Ich würde auch hier sagen, das gehört auch dazu, ruhig ärztliche Hilfe zu nehmen. Und zwar gibt es da verantwortliche Ärzte, christliche Ärzte, die wirklich auch in Verantwortung des Schöpfers gegenüberarbeiten. Vielleicht ist es auch manches Mal notwendig, gewisse Medikamente zu nehmen für eine gewisse Zeit, damit man diese Botenstoffe, die vielleicht nicht mehr der Körper aufbauen kann, zuführt, damit man wieder durchatmen kann, durch Blick hat, sich freut und an dem Schönen sich wieder erfreuen kann. Es ist auch das notwendig und der Schöpfer des Himmels hat auch die Gabe der Weisheit den Ärzten teilweise auch gegeben, dass sie diese Dinge verstehen, die Zusammenhänge kennenlernen und dementsprechend auch euch helfen können.
[50:16] Es gibt auch gute Literatur, die ich euch anbieten möchte im Adventsverlag oder auch im Top Life Wegweiser Verlag. Heilkräfte für Seele und Geist sind sehr gute Bücher, die auch helfen, wenn man in Depressionen hineingekommen ist oder vorher schon, damit man gar nicht erst hineinfällt. Denn wenn man drinnen ist, ist es gar nicht so einfach wieder rauszukommen. Weil jemanden, der drinnen ist, zu sagen, du musst spazieren gehen, der will gar nicht. Da ist es schon wichtig, dass man gar nicht erst hineinkommt.
[50:58] Mittel gegen Depressionen. Heitere, mutmachende Umgebung. Ermutigende Umgebung. Deshalb ist es so wichtig, eine Christengemeinde zu haben, wo ich gerne herkomme, wo ich ermutigt werde, aufgebaut werde und nicht noch hinuntergetaucht werde. Mutmachende Umgebung. Ob das jetzt in der Familie ist oder in der Gemeinde, wo auch immer wir da sind. Entspannung. Ganz wichtig. Hört euch diese CD oder DVD an, über dieses Anti-Stress-Programm. Wir brauchen Entspannung. Wir werden heute noch ein bisschen darüber sprechen, was man da machen kann. Entspannung bedeutet also, dass man wirklich lernt, sich zu entspannen. Das muss man dann auch ganz bewusst machen. Ich werde euch das noch genauer sagen.
[52:02] Sinnvolle Beschäftigung. Vielleicht auch eine Beschäftigung, die anderen Freude bereitet. Zum Beispiel, es hat auch mich einmal betroffen, da ist es mir auch nicht gut gegangen. Da habe ich eigentlich genauso einen depressiven Tag gehabt wie jeder andere und mir hat nichts gefreut. Und da sitze ich so im Auto und da dachte ich mir, der Herr Fuchs redet ja immer darüber, was man da machen könnte, also mache ich es einmal. Wenn es mir nicht gut geht, eine Freude bereiten. Und da bin ich da im Auto gesessen und habe überlegt, was könnte ich machen. Und da bin ich draufgekommen, ja, es gibt in unserem Büro nette Sekretärinnen, die immer wieder für mich arbeiten. Also mache ich Folgendes, ich werde jetzt zum Blumenladen gehen, kleine Blümchen, Stöckchen kaufen und dann habe ich einen Blumengruß. Alleine schon das Nachdenken, das Aussuchen der Blumenstöckchen, das Hinbringen und dann so platzieren, dass sie nicht wissen, wer das gemacht hat, hat mir so viel Freude bereitet, dass ich am Ende einen schönen Tag hatte. Ich habe mich sozusagen wieder herausgeholt aus meiner Tiefe. Noch dazu, wenn ich dann gehört habe, das ist dann etwas Positives, es wirkt auf uns, sinnvolle Beschäftigung. Das heißt, etwas zum Beispiel basteln und jemandem Freude bringen. Alleine das Basteln macht schon Freude. Allein versucht einmal, eine Distel zu zeichnen. Wie wunderschön dieses Element ist. Wir waren jetzt, gestern war das, in der Blumenschau bei euch, in Schorndorf, ganz toll, da hat es Disteln gegeben, die sich bewegen, wunderbare Pflanzenwelt, die Blüten, die Gestecke, die sie gemacht haben, das ist faszinierend. Alleine schon das Machen bringt Freude und wenn du das dann noch für jemanden machst, dann kommst du raus aus der Depression.
[53:35] Genussvolle Freizeit, Bewegung, Sinnvolles, ganz wichtig. Ich kann es nicht genug betonen, dass wir viel mehr Bewegung machen sollten. Dann, erfahrene Liebe. Es ist einfach wichtig, den anderen so zu akzeptieren, wie er ist und ihm diese Geborgenheit zu schenken. Denn ich muss ja immer in dieser Welt Leistung bringen, damit ich akzeptiert werde. Und das ist falsch. Wenn ich wenigstens nach Hause kommen kann und dann sein darf, der ich bin und so, wie ich bin, geliebt werde, das ist heilsam. Stellt euch vor, wenn ich aus dem Kampf in der Firma, da bist du eine Schuhverkäuferin und ich muss Ihnen noch etwas zeigen mit einem Lächeln auf den Lippen. Am liebsten würdest du mich schon rausschicken und sagen, du wirst eh nicht kaufen. Dann kommst du nach Hause und sollst zuerst den lieben Ehemann spielen oder was auch immer das ist. Bitte, das macht doch kaputt. Erfahrene Liebe ist dies, dass ich akzeptiert werde vom Anderen, so wie ich bin und diese Geborgenheit erlebe. Erfahrene Liebe.
[55:59] Lachen. Es ist einfach wichtig, euch manches Mal lachen zu sehen von gewissen Dingen, die ich sage. Es ist, glaube ich, ganz, ganz wichtig, dass wir lernen, viel mehr zu lachen. Schaut euch positive Dinge an, worüber ihr auch lachen könnt. Einfach sich hineinfallen lassen in die Geborgenheit des Schöpfers, in die Liebe des Schöpfers und so wie ein Kind diese Geborgenheit zu erleben, das ist wieder heilsam für die Seele.
[56:35] Also, das sind einige Dinge, die man festhalten kann. Seelische Hilfen wären zum Beispiel auch, und da müssen wir jetzt sehr aufpassen, Gedankenstopp. Nicht einfach seinen Gedanken nachzuhängen und sich einfach diesen Gedanken hinzugeben. Stopp. Das lasse ich nicht zu, diesen Gedanken. Dies kannst du nur allein machen. Stopp zu sagen. Und ganz bewusst einen anderen Gedanken zu denken. So wie wir gestern gesagt haben, eine neue Autobahn zu bauen.
[57:12] Was wir auch machen können, ist, seelische Hilfe, kein Selbstmitleid. Stopp. Nicht dauernd in diesem Selbstmitleid schwelgen. Ich armer Mensch, was muss ich alles leiden? Da kann ich ganz bewusst Stopp sagen. Es gibt einen, der mir aus allen Dingen heraushilft. Oder kein negatives Reden. Übt euch darin, ganz bewusst zu sagen, Stopp, das sage ich nicht. Denn negatives Reden bringt wieder negative Gefühle in mir. Letztlich wirkt eins das andere. Nicht nur, dass ich die anderen in negatives hineinbringe, durch mein negatives Reden, sondern mich selber. Und da kannst du Stopp sagen. Ich rede nur Gutes. Ganz bewusst die Wahrheit, was gut ist.
[58:03] Da könnte ich euch eine ganz gute Hilfe... Kennt ihr die drei Siebe? Schlagt mit mir auf den Epheserbrief. Den haben wir schon heute einmal angeschaut. Da gibt es drei Siebe. Das ist ganz interessant. Die Bibel ist psychologischer als jedes Psychologiebuch. Da heißt es in Epheser, Kapitel 4, Vers 29, lasst kein faules Geschwätz aus eurem Munde gehen. Negatives Reden. Und jetzt Achtung, die drei Siebe. Sondern was gut ist, das Nötige fördert, das redet, auf das es Segen bringt, denen, die es hören. Erstes Sieb, bevor ihr etwas sagt, lasst es durch das erste Sieb durch. Das heißt, ist es richtig, ist es wahr, was ich sage. Da wird so viel geredet und nicht nachgeschaut, ob es wirklich wahr ist. Zweitens, ist es gut, haben wir gesagt, ist es wahr. Zweitens, das zweite Sieb, ist es notwendig, dass ich das jetzt sage. Was heißt notwendig? Wendet es die Not? Gut, wenn das so ist, dann kannst du es sagen, ansonsten nicht. Und drittes Sieb, bevor du es sagst, hilf es dem anderen, bringt es ihm Segen. Das sind ganz einfache Dinge, die mir helfen. Ich sage Nein zum negativen Reden. Erstens Sieb, ist es wahr, ist es gut, was ich sage. Zweitens, ist es notwendig. Und drittens, bringt es ihm Segen. Dann kannst du es sagen.
[59:57] Wenn ich in negativen Phasen drinnen bin, zum Beispiel in einer Krankheit und in einer schwierigen Situation, man kann auch aus den schwierigen Situationen etwas Positives herausnehmen. Was zum Beispiel? Nämlich, wenn ich in einer Schwierigkeit bin, habe ich auch eine Segnung. Und die Bibel sagt, sag Dank, wie heißt es in der Bibel, sag Dank fast alle Zeit für fast alles. Das ist wichtig. Das steht nicht drinnen in der Bibel. Es steht drinnen, sag Dank alle Zeit und für alles. Habt ihr schon einmal für negative Situationen Dank gesagt? Kann man für Negatives auch Dank sagen? Oh ja. Es gibt auch in Schwierigkeiten Segnungen. Warum kann ich das sagen? Denn durch solche Schwierigkeiten habe ich zum Beispiel Erkenntnis gewonnen. Wer den Hunger nicht kennt, weiß nicht, was satt sein heißt. Also sag Dank für den Hunger, denn dann weißt du, was satt sein heißt. Wenn du eine Krankheit durchgehst, kannst du den Kranken gar nicht richtig verstehen. Das heißt also, du kriegst Erkenntnisse. Viele können mit Krankheit nichts anfangen, weil sie vielleicht nie selber krank gewesen sind. Aber das ist gut, wenn man selber durch die Negativen durchgeht. Es gibt Segnungen, Erkenntnis zum Beispiel. Eine andere Segnung ist, Gott hat mich manches Mal runtergeholt, damit ich mich nicht überhebe, damit ich schön am Boden bleibe. Das ist auch etwas Positives. Dann, du kriegst neue Einsichten über das Leben und über dich selbst. Du lernst etwas, was du vielleicht sonst nicht lernen würdest, wenn du dieses negative Erlebnis nicht hättest. Du wirst Reife bekommen, die du sonst nicht bekommen hättest. Zum Beispiel gibt es gewisse Obstsorten, die erst dann richtig reif werden, wenn sie durch den Frost gehen. Sie müssen zuerst einmal frieren, dann werden sie reif. Das ist tatsächlich eine Segnung der Schwierigkeiten, dass ich durch eine gewisse Situation, die auch negativ ist, durchgehen muss, damit ich etwas lerne. Das Negative ist nicht unbedingt nur negativ. Es gibt auch etwas Gutes daraus zu holen. Man kann andere verstehen lernen, viel besser verstehen lernen und man kann auch viel effektiver helfen.
[1:03:00] Ich bin sehr froh und in dieser Weise sehr dankbar. Meine Frau hat eine depressive Zeit durchgemacht und wir könnten mit ihr mal reden darüber. Heute sehen wir, das war gut so, weil jetzt kann sie anderen Menschen helfen. Jetzt kann sie andere verstehen, die man vielleicht vorher nicht verstanden hätte. Manches hat einen Sinn im Leben und das müssen wir einfach herausfinden. Jedes Ding hat seinen Sinn. Du bist geholt, du bist geplant, du bist geliebt, du bist sinnvoll und das ist ganz wichtig, dass wir das auch verstehen. Du bist eine Persönlichkeit. Viktor Frankl hat einmal gesagt, das Sinn im Leben ist dies, dass man für andere da ist. Das Furchtbare ist, wenn Menschen nur um sich selber kreisen, ein Kreisel, der nur um sich selber kreist. Denkt an die Erde. Zum Glück kreist die Erde nicht nur um sich selber, sondern die Erde hat auch noch einen anderen Angepunkt, um den sie sich dreht, nämlich um die Sonne. Und genau das will Viktor Frankl uns lehren. Wir brauchen auch noch einen anderen Dreh- und Angepunkt, nicht nur um uns selber da zu sein, sondern für andere auch da zu sein. Und dann werden wir herauskommen aus diesem Strudel der Schwermut und der Depression.
[1:04:36] Glücklich machen, das ist das Konzept. Als Sissi und ich geheiratet haben, saßen wir da unten und der Pastor sagte, wer glücklich werden will, soll nie heiraten. So, da sitzen wir da unten, wollen glücklich werden und der Pastor sagt, wer glücklich werden will, soll nie heiraten. Und er hat recht gehabt. Er hatte aber noch dazu gesagt, wer glücklich werden will, soll nie heiraten, sondern wer glücklich machen will. Das ist der Unterschied. Ich will nicht nur um mich, dass sich um mich alles dreht, mach mich glücklich, befriedige du mich, sondern ich möchte dich glücklich machen. Letztlich sagt Jesus zu uns Christen, der Sinn im Leben ist der, dass wir für ihn leben. Dass wir jetzt, nachdem wir verstanden haben, ihr könnt diese Texte euch aufnotieren, dass er uns zuerst geliebt hat, dass unser Leben ihm geweiht ist und somit können wir letztlich gesund werden. Deshalb möchte ich euch ermutigen, dieses Psychologie-Buch, das Buch des Menschen für den Menschen, wirklich wieder herzunehmen und einmal in diesem Sinne zu lesen. Sorge im Herzen, sagt der weise Salomo, bedrückt den Menschen, aber ein freundliches Wort erfreut ihn. So können wir herausholen aus der Depression.
[1:06:12] Ein Beispiel, da habe ich euch gesagt, dass wir auch in depressive Phasen kommen. Ein typisches Beispiel ist der Elia. In 1. Könige 18 könnt ihr lesen, was er Gewaltiges getan hat. Er hat Großes getan und den Menschen gezeigt, wo es lang geht und wo die Wahrheit ist und was richtig ist und was falsch ist und hat ganz Israel dazu geführt, dass sie die richtige Entscheidung treffen. Dann sitzt er am Bach und will sterben. Was war das? Eine Erschöpfungsdepression. Er hat sich voll engagiert und dann ist er in eine depressive Phase gekommen. Das kann auch einem gläubigen Menschen passieren. Er will sterben. Ich will nicht mehr. Was macht der liebe Gott? Er sagt, das tut man nicht. Leb ordentlich. Was macht er? Achtung, er ernährt ihn. Nichts anderes. Er sagt gar nichts. Er ernährt ihn. Er gibt ihm zu essen. Das ist einmal wichtig. Deshalb bitte, ladet die Leute ein. Ernährt sie. Gibt ihnen Gutes. Nicht gleich einen guten Ratschlag. Gott ernährt ihn. Dann geht er in die Höhle. Das ist so typisch. Sehr oft ziehen sich die Männer in die Höhle zurück. Das macht krank. Der liebe Gott sagt, komm heraus. Nichts in der Höhle drinnen. Nicht sich zurückziehen, abschließen, einschließen und einigeln. Das ist nicht gut für dich. Er holt ihn heraus. Dann sagt er, du kannst mir begegnen. Du wirst mich erleben. Der Mensch braucht eine Begegnung mit dem Allmächtigen. Dann kommt Feuer. Dann kommt Erdbeben. Dann kommt Hagel. Dann kommt ein stilles, sanftes Sausen. Er begegnet dem lieben Gott. Nicht im Feuer. Nicht im Erdbeben. Wo wir immer wieder glauben, wenn es da kracht, ist der liebe Gott da. Nein, im sanften, stillen Sausen. Da begegnet er ihm. Aber draußen, außerhalb der Höhle. Nicht in der Höhle. Und er überwindet das Negative mit Positivem. Wie war er eingestellt? Er hat gesagt, keiner ist mehr da. Ich bin allein übrig geblieben. Niemand ist da. Und was sagt der liebe Gott? Stimmt ja gar nicht. Es gibt nur 7000. Die kennst du nicht. Und so überwindet er durch die Tatsache, dass er nicht mehr da ist. Und das ist etwas, was wir lernen können.
[1:09:31] Die Bibel ist psychologischer als jedes Psychologiebuch. Deshalb ist es wichtig für einen, der depressive Phasen hat, dass er Gott begegnet. Man spürt heute von Meditation. Nachdenken, besinnen. Es ist wichtig, dass man in dieser Phase eine persönliche Begegnung mit Gott hat. Die christliche Meditation findet ihren Gegenstand des Nachdenkens im Buch, der Bibel und im Gebet. Da begegnet uns Gott. Und es geht um eine persönliche Begegnung mit ihm. Nicht einfach nur eine Theorie. Sondern eine wirkliche persönliche Begegnung. Beten ist das Reden des Herzens mit Gott. Und wir brauchen diese Ruhe, diese seelische Kraft, wenn wir in dieser Gemeinschaft sind. Das haben wir heute schon angefangen zu besprechen. Der Psalm 23 ist so praktisch. Wir haben heute schon etwas herausgeholt. Jetzt nehmen wir ein anderes Wort aus dem Psalm 23. Ich wandere durchs finstere Tal, den Tal der Depression. Ich brauche mich nicht fürchten. Warum nicht? Denn ich bin nicht allein. Er ist bei mir. Er geht auch durch diese Depression mit mir durch. Er ist letztlich bei mir. Und das hilft mir zu wissen, ich bin nicht allein. Er ist bei mir, auch wenn es mir nicht gut geht.
[1:11:07] Gegen die Schwermut ist also wichtig. Die Einsamkeit meiden. Lernen und musizieren. Nicht nur den CD-Player einschalten. Sondern selber Musik machen. Versucht einmal selber die Flöte zu spielen. Oder die Gitarre. Auf dem Klavier ein paar Melodien zu spielen. Das hilft gegen Schwermut. Bewegung und Sonnenschein. Wasser trinken und Ernährung. Gute Hygiene. Nicht freien Lauf. Gott vertrauen. Loben und danken. Die Segnungen. Anderen helfen. Das hilft mir selber. Dass ich mich ganz bewusst einsetze für andere. Das hilft mir selber. Wenn ich eine Dame hätte, hätte sie 5 oder 10 Pastoren gebraucht. Das wäre immer noch zu wenig gewesen. Nur sie, nur sie. Bis ich eines Tages gesagt habe, ich habe da eine Dame. Könntest du mir nicht helfen? Die bräuchte nur jemanden, der sie einmal in der Woche besucht. Und in dem Augenblick ist sie gesund geworden. In dem Augenblick, wo sie diese Dame besucht hat, ist plötzlich die Dame interessant geworden. Und ihre Probleme. Und sie hat ihre eigenen ganz schwind angestellt und vergessen. Ich glaube, das ist es, was wir brauchen. Anderen helfen.
[1:12:55] Geduld mit sich selber haben. Und letztlich bedenken, es hat alles seinen Sinn. Das ist die Ruhe in Gott. Hebräerbrief Kapitel 4 sagt, das ist diese Sabbatruhe. Ich bin geborgen in dir. Meine Seele ist unruhig, bis sie ruht, mein Gott, in dir. Das ist der Gedanke, den ich kurz mit euch besprechen wollte. Und jetzt möchte ich euch ermutigen, dass wir das gleich praktizieren. Wollen wir noch mit einem Gebet abschließen. Bis bald. Copyright WDR 2021
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