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Manuskript zur Sendung >>> Sendemanuskript Jesus der Meisterlehrer Teil 2

In dieser Lektion der Serie „Erziehung und Bildung“ beleuchtet Monja Ströck anhand biblischer Geschichten die Rolle Jesu als Meisterlehrer. Sie zeigt auf, wie wichtig es ist, sich an seinem Vorbild zu orientieren und wie Gott auch nach Fehlern und Sünden stets den Weg zur Vergebung und Erlösung anbietet. Die Ausführungen betonen die Bedeutung von Gebet und Stille für die eigene Vorbereitung und die Notwendigkeit, jedem Menschen mit Liebe und Geduld zu begegnen, so wie es Jesus tat.


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Serie: Erziehung und Bildung

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Transkript

[0:05] Liebe Lehrer, als beste Vorbereitung auf eure Arbeit verweise ich auf die Worte, das Leben und die Methoden des größten Lehrers aller Zeiten. Achtet auf ihn! Darum bitte ich euch: Betrachtet ihn als ein wahres Vorbild und vertieft euch solange darin, bis der Geist des göttlichen Lehrers eure Herzen vollkommen erfüllt. Indem ihr dann immer stärker seine Herrlichkeit widerspiegelt, werdet ihr ihm ähnlicher. Darin liegt das Geheimnis eurer Wirkung auf eure Schüler. Spiegelt Jesus wider!

[1:04] Aus "Erziehung", Seite 287. Damit begrüße ich euch ganz herzlich zur sechsten Cannstatt-Datei auch in diesem Quartal zu dem Thema Erziehung. Nachdem wir uns letzte Woche angeschaut haben, was wir von der Menschwerdung und dem Tod am Kreuz von Jesus lernen können, werden wir uns diese Woche verschiedene Geschichten anschauen, sowohl im Alten Testament als auch im Neuen Testament, um von den Handlungen und Worten Jesu zu lernen. Und damit bereiten wir uns auf das Bibelgespräch am Sabbat, den 7. November 2020, vor. Auch wenn ihr keine Lehrer oder Eltern seid, lassen sich daraus wertvolle Lektionen lernen.

[1:47] Und zu Beginn wollen wir zusammen beten: Vater im Himmel, ich danke dir, dass du uns ein Vorbild bist und ich danke dir, dass wir auf jeder Seite der Bibel etwas von dir lernen können. Und wenn wir uns heute dein Leben etwas genauer anschauen und besonders für das Thema Erziehung Dinge daraus ziehen wollen, so bitte ich dich, dass du uns erfüllst mit deinem Heiligen Geist und dass wir es verstehen. Und dafür danke ich dir.

[2:16] Am Anfang gehen wir ganz zu Beginn in der Bibel. Wir gehen zu Adam und Eva. Sie waren die ersten Menschen, die auf dieser Erde lebten. Sie waren die ersten Menschen, die von ihrem Schöpfer unterrichtet wurden und sie waren in dem perfekten Klassenzimmer im Garten Eden. Doch was taten sie? Das wollen wir zusammen lesen in 1. Mose 3, Vers 1 an.

[2:49] Aber die Schlange war listiger als alle Tiere des Feldes, die Gott der Herr gemacht hatte. Und sie sprach zu der Frau: Sollte Gott wirklich gesagt haben, dass ihr von keinem Baum im Garten essen dürft? Da sprach die Frau zur Schlange: Von der Frucht der Bäume im Garten dürfen wir essen, aber von der Frucht des Baumes, der in der Mitte des Gartens ist, hat Gott gesagt: Esst nicht davon und rührt sie auch nicht an, damit ihr nicht sterbt. Da sprach die Schlange zu der Frau: Keineswegs werdet ihr sterben, sondern Gott weiß: An dem Tag, da ihr davon esst, werden euch die Augen geöffnet und ihr werdet sein wie Gott und werdet erkennen, was gut und böse ist. Und die Frau sah, dass von dem Baum gut zu essen wäre und dass er eine Lust für die Augen und ein begehrenswerter Baum wäre, weil er weise macht. Und sie nahm von seiner Frucht und aß und sie gab auch davon ihrem Mann, der bei ihr war, und erst da wurden ihnen beiden die Augen geöffnet und sie erkannten, dass sie nackt waren. Und sie banden sich Feigenblätter um und machten sich...

[4:05] ...Schulze. Adam und Eva mit dem perfekten Lehrer zweifelten an dem Wort Gottes und begannen ihre erste Sünde. Und jetzt kommen wir zu Jesus. Jetzt schauen wir uns an, was Jesus tat. In Vers 8, erst noch, was die Menschen daraufhin hatten. Und sie hörten nicht die Stimme Gottes des Herrn, der im Garten wandelte, als der Tag kühl war. Und der Mensch und seine Frau versteckten sich vor dem Angesicht Gottes des Herrn hinter den Bäumen des Gartens. Die Menschen, die sich jeden Tag darauf gefreut hatten, mit Jesus Gemeinschaft zu haben, versteckten sich nun vor ihm. Aber was tat Gott darauf?

[4:42] Der Herr rief den Menschen und sprach: Wo bist du? Gott ging ihnen nach. Gott gab ihnen Verheißungen und Gott ließ sie nicht im Stich. Wo bist du? Wo bist du in deiner Sünde und Schuld? Wo bist du in der Beziehung zu Jesus und zu dem, was er gesagt hat, um dich da raus zu retten? Bist du bei ihm oder versteckst du dich? Jesus sucht dich und Jesus geht dir nach.

[5:27] Gottes Antwort auf die Sünde war das Kreuz. Adam und Eva verbargen sich vor Scham und Schuld, aber Gott suchte sie. Und wie wir letzte Woche schon studiert haben, kam Jesus auf die Erde, um sie zu retten.

[5:42] Welche Lehren können wir daraus ziehen für uns als Erzieher? Wir können sehen: Egal, was ein Mensch getan hat, er ist ein geliebtes Kind Gottes. Und die Fehler der Menschen hielten Gott nicht ab, sie weiter zu unterrichten und weiter für sie da zu sein. Heißt im Umkehrschluss für uns als Lehrer oder Erzieher: Die Fehler eines Kindes oder einer Person halten uns nicht ab, weiterhin für sie da zu sein. Gott sucht die Menschen, um ihnen Frieden und Erlösung zu geben. Lasst uns als Werkzeuge Gottes uns von ihm gebrauchen und dies ihm nachtun.

[6:31] Wir wollen uns noch eine zweite Geschichte anschauen im Alten Testament, die auch die Sündenvergebung verdeutlicht, und zwar Jakob. Jakob wusste, dass er das Erstgeburtsrecht bekommen sollte, auch wenn er der Zweitgeborene war. Doch als es menschlich so aussah, dass die Verheißung Gottes nicht wahr werden würde, hat er aus eigener Kraft gehandelt und hat große Schuld und große Schande über sich gebracht. Und die Folgen davon musste er noch jahrelang spüren.

[7:08] Und wir lesen einen etwas längeren Text von Ellen White: Nachdem Jakob seinen Bruder Esau um das Erstgeburtsrecht betrogen hatte, floh er vor dessen Rache. Aber es war nicht nur die Angst vor Vergeltung, die ihn aus dem Vaterhaus trieb, sondern auch das schwer beladene Gewissen. Auf der Flucht wurde ihm klar, dass er nicht nur an seinem Bruder, sondern auch an Gott gesündigt hatte. Von allem abgeschnitten, was sein Leben bisher ausgemacht hatte, fürchtete er nun auch, von Gott getrennt leben zu müssen. Niedergeschlagen legte sich Jakob unter freiem Himmel zum Schlafen. Niedergeschlagen legte sich Jakob unter freiem Himmel zum Schlafen. In dieser Nacht hatte er einen eigenartigen Traum. Er sah eine riesige Leiter, die Himmel und Erde miteinander verband. Engel stiegen auf und nieder. Schließlich hörte er eine Stimme, die ihn tröstete und ihm neue Hoffnung schenkte. Er begriff, dass da einer war, der ihm das geben konnte, wonach er sich sehnte: Vergebung und Schuldvergebung, Entschuldigung. Die äußeren Verhältnisse hatten sich nicht geändert, dennoch war Jakob erfüllt von Freude darüber, dass er trotz allem nicht von der Gemeinschaft mit Gott ausgeschlossen war.

[8:31] Die geheimnisvolle Leiter in Jakobs Traum gab es zwar nicht wirklich, doch sie war ein Bild dafür, dass die Kluft zwischen dem sündigen Menschen und dem heiligen Gott durch Jesus Christus überbrückt werden sollte. Das stand in "Der bessere Weg zu einem neuen Leben". Auch hier sehen wir, wie Jesus Jakob in der Schuld begegnete und wie Jesus Jakob trotz seiner Schuld nicht verleugnet hat, nicht abgestoßen hat, sondern ihn angenommen hat und ihm Gewissheit gegeben hat, dass er ihm vergeben wird.

[9:11] Wir machen einen großen Sprung in der Geschichte von Jakob. Viele Jahre später. Jakob hat mittlerweile Familie und war wieder auf dem Weg zurück in sein Herkunftsland. Doch ihn quälte die Frage, wie er dort aufgenommen wird. Wird er es überleben? Wird es ihm wohlgesonnen sein? Und das Bitterste, was in ihm nagte, war, dass seine eigene Schuld, die er damals auf sich gebracht hat, so viel ihm lieb gewonnene Menschen mit ihm in Gefahr bringt. Und eines Abends zieht er sich zurück. Er kniet, er weint und er betet. Und da packte ihn eine starke Hand. Er dachte, es wäre sein Feind und er kämpfte und kämpfte. Sie beide kämpften ohne ein Wort zu sagen.

[10:03] Und während er so kämpfte, überkam Jakob ein großes Schuldbewusstsein. Seine Sünden türmten sich vor ihm auf und er flehte um Gottes Vergebung. Er wollte endlich Frieden in seinem Herzen spüren. Dann legte sein Gegner die Hände an seine Hüfte und dies bewirkte, dass die Hüfte ausgerenkt wurde. Da begriff Jakob: Das ist ein himmlischer Bote, der mit ihm kämpft. Und er ließ ihn nicht los. Er weinte, er bat um Vergebung und er wollte die Gewissheit haben, dass seine Sünden vergeben sind.

[10:47] Der Bote drängte ihn, und das lesen wir in 1. Mose 32, Vers 27. 1. Mose 32, Vers 27: "Lass mich gehen, denn die Morgenröte bricht an." Aber was tat Jakob? Jakob antwortete: "Ich lasse dich nicht, es sei denn, du segnest mich." Schreibt dazu mit zitterndem Griff hatte er sich an Gottes Zusage festgehalten. Und die Quelle unendlicher Liebe konnte die flehentliche Bitte des Sünders nicht abweisen.

[11:31] Der Betrug des Erstgeburtsrechts stand Jakob noch vor Augen. Er hatte damals nicht auf die Verheißung getraut und hat aus eigener Kraft gehandelt. Doch in diesem Moment wusste er, dass Jesus ihn vergeben hat. Wir lesen weiter in Vers 28: Da fragte ihn: "Was ist dein Name?" Er antwortete: "Jakob." Da sprach er: "Dein Name soll nicht mehr Jakob sein, sondern Israel, denn du hast mit Gott und Menschen gekämpft und hast gewonnen." Jakob aber sprach: "Ich bitte dich, lass mich doch deinen Namen wissen." Er beantwortete: "Warum fragst du nach meinem Namen?" Und er segnete ihn dort.

[12:22] Das Zeichen der Vergebung war die Namensänderung. Aus Sünde und Täuschung von Jakob entstand Flucht und Angst. Doch trotz dieser Sünde, trotz dieser Flucht, hat Jesus die Verbindung gesucht. Jesus erreicht uns trotz unserer Sünden. Und lasst uns diesen Blick behalten, auch wenn wir schauen, was das für Erziehung bedeutet. Jesus sucht jeden Menschen trotz der Sünde, egal was er im Leben angerichtet hat. Jesus sucht den Menschen.

[12:59] Jetzt steigen wir in das Leben Jesu ein. Jetzt springen wir ins Neue Testament und schauen uns verschiedene Geschichten an und was wir daraus, was hier Jesu Leben lernen können. Und wir springen mal in Johannes 1 und lesen die ersten 14 Verse. Johannes 1, die Verse 1 bis 14: "Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Dies war am Anfang bei Gott. Alles ist durch dasselbe entstanden; und ohne dasselbe ist auch nicht eines entstanden, was entstanden ist. In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht leuchtet in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht begriffen. Es war ein Mensch von Gott gesandt, sein Name war Johannes. Dieser kam zum Zeugnis, um von dem Licht Zeugnis zu geben, damit alle durch den Glauben nicht er war das Licht, sondern er sollte Zeugnis geben von dem Licht. Das wahre Licht, welches jeden Menschen erleuchtet, sollte in die Welt kommen. Er war in der Welt, und die Welt ist durch ihn geworden; doch die Welt erkannte ihn nicht. Er kam in sein Eigentum, und die Seinen nahmen ihn nicht auf. Allen aber, die ihn aufnahmen, denen gab er das Anrecht, Kinder Gottes zu werden, denen, die an seinen Namen glauben; die nicht aus dem Blut, noch aus dem Willen des Fleisches, noch aus dem Willen eines Mannes, sondern aus Gott geboren sind. Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des Eingeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit."

[14:50] Jesus war das Wort, Jesus war bei Gott. Durch Jesus ist alles entstanden und in Jesus war das Leben. Er ist das Licht, das in der Finsternis leuchtet, und er gibt uns die Möglichkeit, Kinder Gottes zu werden. Jesus wohnte unter uns, und Gott hat sich in Jesus personifiziert. In "Science of the Times" schreibt Ellen White, dass Jesus der größte Lehrer war, den die Welt je gesehen hat.

[15:22] Was können wir von Jesus lernen? Jeder, der mit Kindern zu tun hat, weiß, dass man keine Pause hat. Kinder sind auf ein angewiesen, Kinder haben Fragen, Kinder brauchen Hilfe, Kinder brauchen Anweisungen, sie müssen beaufsichtigt werden, und das rund um die Uhr. Und das war auch bei Jesus so. Ständig drängten sich Menschen um ihn. Sie wollten ihn hören, sie wollten mit ihm reden, sie wollten von ihm geheilt werden.

[15:53] Doch was tat Jesus in diesem ganzen Trubel, der ihm Tag für Tag begegnete? Was war Jesu Vorbereitung auf die ganzen Tage und auf die ganzen Begegnungen mit den Menschen? Wie hat er die vielen Aufgaben bewältigt? Wir lesen in Lukas 5, Vers 16: "Er aber hielt sich zurückgezogen an einsamen Orten auf und betete." In Lukas 6, Verse 12 bis 13: "Es geschah aber in jenen Tagen, dass er hinausging auf den Berg, um zu beten, und er verharrte die Nacht hindurch im Gebet zu Gott." Das war die Nacht, bevor er seine Jünger berufen hat. Wir schauen denn Markus 1, Vers 35: "Und am Morgen, als es noch sehr dunkel war, stand er auf, ging hinaus an einen einsamen Ort und betete dort."

[16:59] Und wir lesen noch ein paar Verse, auch wenn er wahrscheinlich das Prinzip schon erkannt habt. Wir lesen nach Matthäus 14, Vers 13: "Und als Jesus das hörte, zog er sich von dort in einem Schiff abseits an einen einsamen Ort zurück. Und als die Volksmenge es vernahm, folgte sie ihm aus den Städten zu Fuß nach." Und Vers 23: "Und nachdem er die Menge entlassen hatte, stieg er auf den Berg, um abseits zu beten. Und als es Abend geworden war, war er dort allein."

[17:40] Und auch ganz am Ende, kurz vor der Kreuzigung, lesen wir, wie Jesus im Garten Gethsemane mit seinem himmlischen Vater sprach. Bei allem Leid lesen wir: Durch seine große und persönliche Anteilnahme gewann er die Herzen der Menschen. Er zog sich oft ins Gebirge zurück, um allein zu beten. Denn dies war eine Vorbereitung auf seinen Dienst unter den Menschen, die im Alltagsleben standen. Von diesen stillen Zeiten des Gebets kehrte er zurück, um den Kranken Linderung zu bringen, die Unwissenden zu unterweisen und die Ketten derer zu sprengen, die...

[18:22] Jesus suchte ganz bewusst Momente der Stille. Er suchte ganz bewusst Momente, in denen er mit seinem Vater im Himmel alleine war, indem er mit ihm reden konnte, indem er ihm sein Herz ausschütten konnte und so neue Kraft bekam für die nächsten Aufgaben. Und darin ist eine große Lehre für uns. Auch wir, die wir mit Menschen zu tun haben, egal in welcher Art, ob wir Eltern sind, ob Lehrer sind, ob wir mit Menschen um uns herum haben, auf der Arbeit, wo auch immer, egal welche Aufgaben wir haben, auch wir dürfen zu unserem himmlischen Vater kommen. Auch wir dürfen mit ihm über alles sprechen, ihm alles vorlegen wie mit einem Freund und von ihm Weisheit, Rat, Kraft und Mut erhalten.

[19:11] Überlege dir, wie du diese Momente der Stille in deinen Alltag einbauen kannst. Wir haben bei Jesus gelesen, er hat sich immer wieder zurückgezogen an einsame Orte, wo er alleine war und wo er alleine mit seinem Vater reden konnte. Es war früh abends, es war frühmorgens. Er suchte sich in seinem Tag Momente der Ruhe und der Stille. Wie kannst du diese Momente in deinen Alltag einbauen?

[19:41] Und dann, dieser, möchte ich noch ein Zitat von Ellen White lesen, das besonders Mütter ermutigen soll, die den ganzen Tag ihre Kinder und sich herum haben und denen es vielleicht manchmal schwer fällt, diese Momente der Stille in ihrem Alltag zu finden. Aber Jesus ist auch bei den Müttern. Dort heißt es im "Leben Jesu": "Jesus kennt die Last eines jeden Mutterherzens. Der eine Mutter, die mit Armut und Entbehrung kämpfte, er hat für die Mühen jeder Mutter Verständnis. Er unternahm eine lange Reise, um der bekümmerten Herzen einer Kannaniterin beizustehen. Wird dasselbe auch für die heutigen Mütter tun? Der der Witwe zu leihen, ihren einzigen Sohn zurückgab und der in seinem Todeskampf am Kreuz noch an seine eigene Mutter dachte, weiß um die Sorgen der Mütter heute. In jedem Kummer und in jeder Not will er trösten und helfen." Das ist eine schöne Zuversicht. Jesus kümmert sich auch um die Mütter.

[20:49] Und im Folgenden wollen wir uns zwei Begegnungen von Menschen mit Jesus anschauen. Die erste finden wir in Matthäus 15 oder in Markus 7. Und wir schauen in Matthäus 15, Matthäus 15 und dort Vers 21: "Und Jesus ging von dort weg und zog sich in die Gegend von Tyros und Sidon zurück." Jesus zog sich zurück. Er zog sich in ein Gebiet zurück, wo viele Heiden lebten. Und warum tat er das? Was war Jesu Absicht? Den Sieg der Lebewesen. Christus kannte die Notlage dieser Frau. Er wusste, dass sie danach sehnte, ihn zu sehen. Darum begab er sich dorthin, wo sie ihm begegnen konnte.

[21:39] Und diese Frau kam zu ihm. Wir lesen weiter: "Und siehe, eine Kanaaniterin kam aus jener Gegend, rief ihn an und sprach: Erbarme dich über mich, Herr, du Sohn Davids! Meine Tochter ist schlimm besessen." Eine Frau kam zu ihm. Jesus wusste es schon, und sie bat um Heilung für ihre Tochter. Doch was tat Jesus? Jesus ging nicht auf ihre Bitte ein.

[22:08] Wir lesen: "Er aber antwortete ihr nicht ein Wort." Er begegnete der Frau so, wie es die Juden an seiner Stelle getan hätten. Und warum tat er das? Auch das hat einen Grund.

[22:26] Wir lesen weiterhin: "Sieg der Liebe". Er wollte den Jüngern durch diese Begegnung zeigen, wie kalt und herzlos die Juden eine solche Frau behandelten. Es ist interessant hier zu sehen, wie Jesus seinen Jüngern etwas mitteilen wollte. Doch die Frau, die gab ihrer Hoffnung nicht auf. Sie wiederholte ihre Bitte, sie drängte und drängte Jesus weiter. Die Jünger, die ärgerten sich darüber. Sie ärgerten sich, dass die Frau aufdringlich war, und sie forderten sie auf, Jesus auf sie weg zu schicken.

[23:08] Es heißt weiter in Vers 23: "Da traten seine Jünger hinzu, baten ihn und sprachen: Fertige sie ab, denn sie schreit uns nach." Sie wollten die Frau wegschicken. Und weil ihr Meister sie, die Frau, gleichgültig behandelte, nahm sie an, dass er das Vorurteil billigte, das die Juden gegen die Kanaaniter hatten. Und deswegen kamen sie auf Jesus zu und sagten: "Jesus, schick die Frau weg." Aber die Frau, die bat Jesus weiter. Jesus sagt als Antwort für die Jünger: "Ich bin nur gesandt zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel." Und das zieht auch wieder in Übereinstimmung zu sein mit dem Vorteil der Juden, aber gleichzeitig, was ein unausgesprochener Tadel an die Jünger, da er ihnen ganz oft gesagt hatte, dass er in die Welt gekommen sei, um alle zu erlösen, die ihn annehmen.

[24:22] Die Frau ließ sich nicht abwimmeln. In Vers 25 kam sie viel vor ihm nieder und sprach: "Herr, hilf mir!" Hier richtet die Frau ihre Bitte an den Erlöser. Sie flehte Jesus an: "Herr, hilf mir!" Und was war seine Antwort? Er antwortete und sprach: "Es ist nicht recht, dass man das Brot der Kinder nimmt und es den Hunden vorwirft."

[24:57] Es scheint so, als ob Jesus die Frau immer noch abweist. Wir als ob Jesus die Frau immer noch so behandelt, wie es ein herzloser Jude tun würde und die Bitte einfach abweist. Und die Antwort, die Jesus hier gegeben hat, die hätte Leute entmutigt, die ihn weniger ernsthaft gesucht hätten. Aber Jesus wusste, was er seinen Schülern zumuten kann. Er wusste, was er seinen Jüngern zumuten kann und was seine Jünger brauchten, um eine Lektion zu lernen. Und gleichzeitig wusste er, was er der Frau zumuten kann, die er hier als Beispiel genommen hat. Und die Frau, die er kannte, in seinen Worten mit Leid, wenn er sagt: "Es ist nicht recht, dass man das Brot der Kinder nimmt und es den Hunden vorwirft."

[25:50] nicht recht, dass man das Brot der Kinder nimmt und es den Hunden vorwirft. Es war mit Leid, dass er nicht verbergen konnte.

[25:58] Und sie sprach weiter: „Ja, Herr, und doch essen die Hunde von den Brosamen, die vom Tisch ihres Herrn fallen.“ Sie dachte: Wenn selbst die Hunde profitieren von dem reich gedeckten Tisch, dann gab es doch auch einen Segen für sie.

[26:17] Und den Segen gab es im Matthäus 15, Vers 28. Da antwortete Jesus und sprach zu ihr: „Frau, dein Glaube ist groß! Dir geschehe, wie du willst!“ Und ihre Tochter war geheilt von jener Stunde an.

[26:33] Warum tat Jesus das? Was können wir davon lernen? Ein Sieg der Liebe schreibt ein weites Feld, indem er auf ihren Kummer einging. Er erteilte er seinen Jüngern einen lebendigen Anschauungsunterricht dessen, was er sie zu lehren gedachte. Deswegen war er mit seinen Jüngern in diese Gegend gezogen. Er wünschte sich, dass sie die große Unwissenheit sehen könnten, die in den Dörfern und Städten rund um Israel herrschte. Das Volk, dem Gott jede Gelegenheit gegeben hatte, die Wahrheit zu verstehen, wusste nichts von den Nöten der umliegenden Völker. Niemand bemühte sich darum, Menschen aus ihrer geistlichen Finsternis herauszuführen. Die Schranken, die durch den jüdischen Stolz aufgerichtet worden waren, hielten sogar die Jünger davon ab, mit den Heiden Mitleid zu haben. Aber diese Mauern der Trennung mussten niedergerissen werden. Und nur deswegen hat Jesus diese Begebenheit hervorgerufen.

[27:35] Und was wir hier von ihm lernen können: Jesus hatte jeden seiner Schüler im Blick. Jesus wusste, was sie brauchen, und Jesus wusste, welche Begebenheit seine Jünger brauchten, damit dieses Vorurteil abgebaut werden kann. Und gleichzeitig wusste Jesus, was die Frau aushält. Sie wusste, wie und er wusste, wie entschlossen sie war, dass sie nicht sich nach ein oder zwei Abweisungen entmutigt von ihm abwendet. Und in dem, wie er sich verhalten hat, was er gesprochen hat zu der Frau, verpackte er damit wichtige Lehren für die Jünger. Und diese Lehren setzten sich viel tiefer herein, weil sie es erlebt haben, weil sie dabei gewesen sind, als wenn er ihnen einfach nur irgendwelche Sätze erzählt hätte.

[28:30] Und hier ist auch eine interessante Parallele zu uns als Lehrer oder Erzieher: Kennen wir die Grenzen unserer Schüler? Wissen wir, was wir manchen Schülern zumuten können und was für manchen Schülern auch nicht zumuten können? Und gleichzeitig ist es für uns eine Anregung, dass wir darüber nachdenken, wie wir die Inhalte, die wir unseren Schülern oder Kindern vermitteln wollen, verpacken, wie wir sie nachhaltig für packen in Situationen oder anschaulich, so dass sie möglichst lange und eindrücklich im Gehirn bleiben.

[29:08] Lasst uns zu einer anderen Geschichte springen, was wir auch etwas lernen können. Wir bleiben, wie er springt zu Markus 10.

[29:14] Bleiben, wie er springt zu Markus 10. Markus 10 und dort die Verse 46 bis 52. Und sie kommen nach Jericho. Und als er von Jericho auszog samt seinen Jüngern und einer großen Volksmenge, sei es ein Sohn des Timäus, der Blinde, am Weg und bettelte. Hier haben wir bald Timäus ist blind. Timäus sitzt, sieht nichts und er sitzt jeden Tag da und bettelt und Geld für seinen Lebensunterhalt. Doch heute, dieser Tag, ist anders als die ganzen zuvor. Als er hörte, dass es Jesus, der Nazarener war, begann er zu rufen und sprach: „Jesus, du Sohn Davids, erbarme dich über mich!“ Timäus hörte, dass Jesus in die Stadt kommt. Er hat schon von ihm gehört und es keimte Hoffnung in ihm auf, dass dieses Leben, das er ja Jahr für Jahr, Tag für Tag gelebt hatte, nun endlich aufhören kann. Er werde sich die Chance natürlich nicht entgehen lassen. Und so nutzt er das, was er hatte. Er begann zu rufen. Er schrie: „Jesus, du Sohn Davids, erbarme dich über mich!“

[30:38] Die Mitmenschen wollten ihn davon abhalten. Vers 48: „Und es geboten ihn viele, er soll es schweigen.“ Er aber rief noch viel mehr: „Du Sohn Davids, erbarme dich über mich!“ Er ließ nicht locker. Er seine Hoffnung und versuchte alles, um Jesus auf ihn aufmerksam zu machen.

[31:03] Vers 49: „Und Jesus stand still und ließ ihn zu sich rufen.“ Da riefen sie den Blinden und sprachen zu ihm: „Sei getrost, steh auf, er ruft dich!“ Jesus ließ ihn rufen. Timäus durfte nun endlich zu Jesus gehen, und das hat er getan. Er überstand, er warf seinen Mantel ab und stand auf und kam zu Jesus. Und nun begegnet er Jesus und Jesus begann und sprach zu ihm: „Was willst du, dass ich dir tun soll?“ Der Blinde sprach zu ihm: „Rabbuni, dass ich sehend werde.“

[31:47] Da sprach Jesus zu ihm: „Geh hin, dein Glaube hat dich gerettet.“ Und zugleich wurde er sehend und folgte Jesus nach auf dem Weg. Durch den Glauben wurde Timäus geheilt. Und Jesus hat Timäus nicht nur körperlich geheilt. Timäus konnte nachher die Farben wiedersehen. Er könnte die ganze Welt um sich herum wieder wahrnehmen durch die Augen. Aber Jesus hat ihn auch geistlich geheilt. Wir lesen von ihm: Timäus folgte Jesus nach auf dem Weg.

[32:23] Was musste Timäus tun, um geheilt zu werden? Als allererstes, und das ist irgendwie selbstverständlich, aber als allererstes muss er anerkennen, dass er blind ist. Er musste bemerken, dass er nicht sieht. Das hat er für Jahre getan. Aber wenn wir es auf unsere, die geistliche Ebene übertragen, wir müssen auch wir anerkennen, dass wir blind sind ohne Jesus, dass wir nicht sehen. Und dann musste er im Glauben zu Jesus kommen. Er hat die günstige Gelegenheit ergriffen, als er Jesus gehört hat, als er gehört hat, dass er in die Stadt kam, hat er alles getan, damit er zu Jesus kommen kann und hat ihm geglaubt und vertraut, dass Jesus ihn gesund machen kann.

[33:05] Und auch wir, wir müssen erkennen, dass wir geistig blind sind und wir müssen im Glauben zu Jesus kommen. Und wir haben die Verheißung, dass wir im Glauben zu Jesus kommen, dass er uns gesund macht. Es steht an vielen Stellen in der Bibel, aber ich möchte die eine Botschaft lesen, die auch gerade die Gemeinde in unserer Zeit so wichtig ist, nämlich die Gemeinde in Militär. Und dort wird es auch beschrieben, dass wir blind sind und dass Jesus uns Augen zu geben möchte, damit wir sehen können.

[33:38] In Offenbarung 3, Vers 18: „Ich rate dir von mir Gold zu kaufen, das im Feuer geläutert ist, damit du reich wirst, und weiße Kleider, damit du dich bekleidet und die Schande deiner Blöße nicht offenbar wird, und Salbe deine Augen mit Augensalbe, damit du sehen kannst.“

[34:00] Wenn wir auf den Meisterlehrer reagieren, sehnen wir uns danach, sein Bild zu tragen, seinen Geist zu atmen, seinen Willen zu tun und ihm in allem zu gefallen. Jesus hat immer ganzheitlich geheilt und die Menschen stets auf ihn hingewiesen. Und wenn wir Kinder erziehen oder unterrichten, mit Menschen zu tun haben, dann lasst uns schauen, wie wir sie auch ganzheitlich unterrichten, wie wir ihnen nicht nur irgendwelche Inhalte vermitteln, sondern wie wir diese Inhalte mit geistlichen Dingen verknüpfen können, damit sie Jesus immer näher kommen und ihm auch nachfolgen.

[34:48] In Hebräer 5 gibt uns Jesus nach einem Hinweis darauf, wie man den Inhalt der Lehrer aussuchen soll. Hebräer 5 und dort die Verse 12 bis 14.

[35:10] „Dennoch gleiche derzeit nach Lehrer sein solltet, habt ihr es wieder nötig, dass man euch lehrt, was die Anfangsgründe der Aussprüche Gottes sind, und ihr seid solche geworden, die Milch nötig haben und nicht feste Speisen. Wer nämlich noch Milch genießt, der ist unerfahren im Wort der Gerechtigkeit, denn erst ein unmündiger. Die feste Speise aber ist für die Gereiften, deren Sinne durch Übungen geschult sind zur Unterscheidung des Guten und des Bösen.“

[35:37] Was wir hier sehen ist, dass wir jedem seine Lehre zuschneiden sollen, dass wir jeden Menschen individuell behandeln sollen. Wenn ich jetzt an Bibelstunden denke, dann ist jeder Mensch individuell ein Mensch. Erkennt Jesus durch sein Leben, indem er die Evangelien liest, indem er schaut, was Jesus auf Erden getan hat und das auf sein Leben überträgt. Ein anderer, der findet den Zugang zu Jesus durch die Prophetie, vielleicht durch Daniel, das, was Jesus vorhergesagt hat, indem er sieht, was aktuell in der Welt passiert und wie das sich mit Gottes Wort deckt. Aber was wir hier sehen ist, dass jeder Mensch unterschiedlich ist und jeder Mensch unterschiedliche Dinge braucht, aber dass für bestimmte Dinge auch bestimmte Grundsätze gelegt sein müssen. Das ist hier gemeint, wenn es heißt: „Zuerst die Milch und dann die feste Speise.“

[36:43] Wir wollen uns noch Gedanken machen über die Jünger Jesu. Die Jünger Jesu, die hatten die Ängste, Gemeinschaft mit ihm und an der Art und Weise, wie Jesus seine Freunde, also die engsten Jünger, auf ihren Dienst vorbereitet, lassen sich auch manche Lehren für uns ableiten.

[37:09] Die Erziehung, wie Gott sie will, soll unser irdisches Leben mit Gottes himmlischer Welt in Verbindung bringen. Und nur so können uns das Leben und die Kraft zufließen, uns zugedacht hat. Die Methode, die Jesus benutzte, war schon die Methode seit Beginn der Welt. Er machte die Jünger zu seiner Familie. Er teilte mit ihnen Freuden, aber auch leidvolle Momente. Überall im Alltag waren sie um ihn und überall im Alltag ergaben sich Momente und Gelegenheiten, bei dem Jesus sie lehren konnte.

[37:50] Die Jünger waren einfache Menschen. Sie waren ungelernte Leute. Sie waren Fischer und sie hatten die Eigenschaften Ausdauer und des Fleißes. Sie waren sehr interessiert und lernbereit, aber es waren ganz unterschiedliche Menschentypen. Und indem er ganz unterschiedliche Menschentypen um sich scharte und sie in einer Familie zusammen wohnen ließ, bereitete er sie darauf vor, Lehrer der Welt zu werden, wo es auch ganz unterschiedliche Menschentypen gab, verschiedene Kulturen, verschiedene Ansichten, verschiedene Charaktere.

[38:33] Und wenn wir uns ein paar Charaktere anschauen, dann haben wir zum Beispiel wie Matthäus. Er war ein geschäftstüchtiger Beamte im Dienste Roms. Er konnte mit Geld umgehen. Oder wir haben Simon. Er war sehr traditionsbewusst, der Name es mit dem Glauben sehr genau und er war ein sehr erbitterter Feind der Römer. Petrus, er war ungestüm, selbstgefällig und dennoch warmherzig. Oder wir haben Judas Iskariot. Er war gut ausgebildet, doch er hat einen zwiespältigen Charakter. Wir haben Philippus und Thomas. Sie waren treu und zuverlässig und dennoch waren sie nicht leicht zu überzeugen und zweifelten ab und zu. Wir haben Nathan. Er hat ein kindliches Vertrauen und eine große Aufrichtigkeit. Oder Jakobus und Johannes, die nicht umsonst Donner-Söhne genannt wurden. Und doch konnten sie den Auftrag, den Jesus von ihnen wollte, nur dann erfüllen, wenn sie zu einer geistlichen Einheit gelangten, wenn sie sich auf eine gemeinsame missionarische Zielstellung einigten.

[39:48] Und aus seinem Jünger-Kreis hebt er Jesus viel Jünger hervor. Und Jesus wusste es und bereitete sie auf das vor, was sie später im Leben erwartete. Jakobus, der ein sehr frühes Märtyrertod gestorben ist. Oder Johannes, der Jesus nicht verleugnet hat trotz Verfolgung und er später die Offenbarung geschrieben hat. Petrus, der die Botschaft unter den Heidenvölkern verkündigt hat. Aber auch Judas Iskariot, der von den natürlichen Anlagen der Fähigste war, wie ein Weit schreibt, aber dennoch Jesus verraten hat.

[40:30] Jesus hat sich liebevoll um seine Jünger gekümmert, sehr liebevoll und intensiv. Und Petrus, Jakobus und Johannes, sie nutzten alles, um Jesus nahe zu sein und ganz eng mit ihm verbunden zu sein und von ihm zu lernen. Und wir wollen uns den Umgang von Jesus mit Petrus und Judas ein bisschen genauer anschauen.

[40:59] Petrus, erst mutig, erst selbstsicher und auch manchmal ein bisschen streitsüchtig. Er hat eine schnelle Auffassungsgabe, ein spontanes Handeln, schnell entschlossen und doch warmherzig. Und er hat viel erlebt mit Jesus, auch viele persönliche Begegnungen. Wenn wir zum Beispiel daran denken, wie Jesus auf dem Wasser zu den Jüngern kam und Petrus Jesus und hat gesagt: „Herr, wenn du es bist, so komme ich auf dem Wasser zu dir!“ Und er setzte seinen Fuß aus dem Boot und er stand auf dem Wasser und er lief Jesus auf dem Wasser entgegen. Und er hat gemerkt, dass Wasser trägt, mich. Und dann kam eine Welle und hat auf die Welle geschaut, er hat Angst bekommen und erst fast ertrunken, aber Jesus hat ihn gerettet.

[41:55] Petrus war auch einer der Jünger, der bei der Verklärung dabei sein konnte, der dieses Ereignis miterleben durfte. Doch er drängte, wie auch die anderen Jünger, die kommende Krise ein bisschen zurück.

[42:13] Und wir schauen Matthäus 16. Matthäus 16, Vers 22. In Vers 21 erzählt Jesus ihnen von der kommenden Krise. „Von da an begann Jesus seinen Jüngern zu zeigen, dass er nach Jerusalem gehen und viel leiden müsste von den Ältesten, den obersten Priestern und Schriftgelehrten und getötet werden und am dritten Tag auferweckt werden müsste.“

[42:36] Was war Petrus Reaktion? Dann nahm Petrus ihn beiseite und fing an ihm zu wehren und sprach: „Herr, behüte dich selbst! Das war wieder fahre dir nur nicht!“ Und Jesus, Jesus hat ihn dafür geteilt. Er aber wandte sich um und sprach zu Petrus: „Weiche von mir, Satan! Du bist mir ein Ärgernis, denn du denkst nicht göttlich, sondern menschlich!“ Petrus war immer wieder sehr impulsiv und er handelte aus eigener Kraft. Und Jesus hat ihn mit sehr deutlichen Worten zurechtgewiesen, wie wir gerade gelesen haben.

[43:15] Und wir wissen schon, dass Petrus Jesus verleugnen wird. Petrus wusste es in dieser Situation noch nicht, aber Jesus wusste es. Und Jesus hat ihn deswegen schon im Vorfeld zu sagen gegeben und gemacht, die ihm in der Situation dann helfen sollten.

[43:37] Und die lesen wir. Wir lesen in Lukas 22, Lukas 22, die Verse 31 bis 32. „Es sprach aber der Herr: ‚Simon, Simon, siehe, der Satan hat euch begehrt, um euch zu sichten wie den Weizen. Ich aber habe für dich gebeten, dass dein Glaube nicht aufhöre. Und wenn du einst umgekehrt bist, so stärke deine Brüder.‘“

[44:03] Alles Petrus noch sehr sicher für Jesus zu kämpfen. Und wir lesen, dass in Matthäus 26, Vers 33. „Der antwortete Petrus und sprach zu ihm: ‚Wenn auch alle an dir Anstoß nehmen, so werde doch ich niemals Anstoß nehmen.‘“

[44:19] Doch Jesus, Jesus kennt Petrus Handeln in den nächsten Stunden und er kündigt ihm sein Fallen an. Jesus spricht zu ihm: „Wahrlich, ich sage dir, in dieser Nacht, ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen.“ Petrus konnte das nicht wahrhaben. Und er sprach noch einmal. Petrus spricht zu ihm: „Und wenn ich auch mit dir sterben müsste, werde ich dich nicht verleugnen.“ Ebenso sprachen auch alle Jünger.

[44:52] Als Jesus dann gefangen genommen wurde, hat Petrus auf seine eigene Kraft vertraut. Er hat dreimal Jesus verleugnet. Er, der für Jesus kämpfen wollte, hat ihn wegen Spott verleugnet und damit eine große Niederlage erlitten.

[45:13] Aber Jesus hat sich nicht abgewandt. Er konnte die Folgen nicht lindern, aber hat sich nicht von ihm abgewandt. Und wir können Lukas lesen, dass Jesus ihn sogar angeschaut hat, als er verhört wurde. Hatte sich nicht von Petrus abgewandt.

[45:34] Und Lukas 22, Vers 61 heißt es: „Nachdem der Hahn gekräht hat, und der Herr wandte sich um und sah Petrus an.“ Da erinnerte sich Petrus an das Wort des Herrn, dass er zu ihm gesprochen hatte: „Ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen.“ Jesus schaute ihn an mit einem liebevollen Blick. Jesus ließ Petrus die Liebe spüren, obwohl er ihn verleugnet hat. Und diese Zusage in dem Blick, dieser liebevolle Blick, den Jesus ihm zuwarf, bewahrte Petrus von dem Straucheln.

[46:12] In der Erziehung steht: Christus konnte ihm diese bittere Lektion nicht ersparen, aber er ließ Petrus trotz allem nicht im Stich. Und hier wieder Fragen an uns, an unser Handeln: Wie gehen wir mit Fehlern um, mit unseren eigenen? Aber wie gehen wir auch mit den Fehlern anderer um? Können wir anderen trotz eines Fehlers mit Liebe begegnen und sie so für Strauchelnde waren? Wir können niemandem ins Herz schauen und die Beweggründe sehen, so wie Jesus es hat. Doch Jesus, obwohl er die Beweggründe sah, war er dennoch liebevoll. Und das ist eine große Ehre für uns. Und sowie der liebevolle Blick Petrus vor dem Straucheln bewahrte, so kann auch ein liebevoller Blick von uns anderen Menschen Hoffnung und Zuversicht geben.

[47:10] Wenn Jesus Wunden schlug, dann nur, um sie zu heilen. Wenn Jesus von Schuld und Versagen sprach, dann leuchtete es stets der Strahl der Hoffnung. Und in dem Buch „Der rettende Weg“ lesen wir, wie Jesus Tadel ausgesprochen hat: Heuchelei, Unglauben, Unrecht prangerte er zwar an, aber wenn er eine scharfe Zurechtweisung aussprechen musste, tat er dies oft mit Tränenerstickter Stimme.

[47:45] Wie sprechen wir Tadel aus? Geben wir unseren Mitmenschen auch diese Hoffnung, auch den Frieden, den sie in Jesus haben können?

[47:57] Lasst uns in Markus 16 anschauen, was Jesus nach der Auferstehung getan hat. In Markus 16 und dort Vers 7: „Aber geht hin, sagt seinen Jüngern und dem Petrus, dass er euch nach Galiläa vorangeht. Dort werdet ihr ihn sehen, wie ihr euch gesenkt gesagt hat.“ Hier wird Petrus explizit genannt. Petrus ist nicht verworfen.

[48:24] Petrus konnte trotz seines Fehlers wieder zu Jesus umkehren. Und bevor Jesus in den Himmel gefahren ist, ließ er alle wissen, dass Petrus trotz seines Versagens weiterhin zum engsten Jüngerkreis gehören soll.

[48:41] Und das lesen wir Johannes 21, die Verse 15 bis 17. Johannes 21, die Verse 15 bis 17. Als sie nun gefrühstückt hatten, spricht Jesus zu Simon Petrus: „Simon, Sohn des Jonas, lebst du mich mehr als diese?“ Er spricht zu ihm: „Ja, Herr, du weißt, dass ich dich liebhabe.“ Er spricht zu ihm: „Weide meine Lämmer.“ Wiederum spricht er zum zweiten Mal zu ihm: „Simon, Sohn des Jonas, liebst du mich?“ Er antwortete ihm: „Ja, Herr, du weißt, dass ich dich liebhabe.“ Er spricht zu ihm: „Weide meine Schafe.“ Und das dritte Mal fragte er ihn: „Simon, Sohn des Jonas, hast du mich lieb?“ Da wurde Petrus traurig, dass er ihn das dritte Mal fragte: „Hast du mich lieb?“ Und er sprach zu ihm: „Herr, du weißt alle Dinge, du weißt, dass ich dich liebhabe.“ Jesus spricht zu ihm: „Weide meine Schafe.“

[49:36] Im Buch „Aktion“ lesen wir, was Petrus verstanden hat nach der Kreuzigung. Nun fiel es ihm wie Schuppen von den Augen, und er verstand plötzlich Aussagen und Handlungen Jesu, deren Sinn ihm bisher verborgen geblieben war. Zum Beispiel, warum Christus eines Tages ein Kind in ihren Kreis gestellt und von ihnen verlangt hatte, auch so zu werden wie dieses Kind. Nachdem er am eigenen Leib erfahren hatte, wie unzuverlässig und schwach er war und wie treu und stark Jesus ist, vertraute und gehorchte er seinem Herrn wie nie zuvor. Und als er nach einem schweren und aufopferungsvollen Leben für Christus und seine Gemeinde selbst den Märtyrertod sterben musste, meinte er, dass diese Ehre für einen, der seinen Herrn verleugnet hatte, viel zu groß sei.

[50:26] Im Umgang von Jesus und Petrus können wir vieles lernen, wie liebevoll Jesus mit Petrus umgegangen ist, trotz seines Versagens. Was ein Blick ausmachen kann. Und wir können lernen, dass manche Lektionen, die wir anderen Leuten beibringen, erst später verstanden werden, wenn sie noch mehr Erfahrungen gemacht haben und wenn sie vielleicht Konsequenzen daraus sehen. Aber was wir bei Petrus vor allem sehen, in seinem Leben, auch aus einem großen Fehler oder einer falschen Entscheidung, kann man umkehren. Und kein Mensch sollten wir deswegen aufgeben.

[51:06] Wir schauen uns noch an, wie Jesus mit Judas umgegangen ist, und das ist sehr

[51:08] Judas umgegangen ist und das ist sehr interessant, wenn wir Judas und Petrus nebeneinanderstellen. Bei Petrus haben wir gesehen, dass Jesus ihn oft mit scharfen Worten getadelt hat. Bei Judas war das ganz anders. Judas ist von direktem Tadel verschont geblieben. Das hat sich zu Jesus hingezogen gefühlt, die Persönlichkeit, die Botschaft, die wundheilende Kraft, der Lebensstil. Das hat ihn angesprochen, Jesus zu folgen. Aber vor allem lockte ihn die Macht und der Einfluss. Und er hoffte, dass er Jesus bei der Aufrichtung des jüdischen Gottesstaates unterstützen kann und dass er dadurch Macht und Einfluss bekommt. Jesus äußerte sich anders, aber Judas und auch die anderen Jünger verbanden immer wieder mit irdischen und machtpolitischen Zielen.

[52:03] Und hier können wir sehen, dass Lehrer auch mal falsch verstanden werden und dass eigene Ideen und Gedanken des Schülers manchmal maßgebend für das sind, wie sie Dinge des Lehrers verstehen. Judas fiel es sehr schwer, sich unterzuordnen und einzufügen. Und trotzdem vermied Jesus die direkte Auseinandersetzung mit Judas, weil er wusste, dass sich dadurch die Fronten noch verhärtet hätten. Und der Selbstsucht und Unredlichkeit setzte er vielmehr seine aufopfernde Liebe entgegen.

[52:50] Jesus formulierte Dinge, polierte diese Dinge so, dass die Jünger in gewissen Treffen, ohne dass er sich bloßgestellt fühlt. In Johannes 6, Johannes 6 und dort Vers 64. Johannes 6:64, da lesen wir: "Aber es sind etliche unter euch, die nicht glauben." Denn Jesus wusste von Anfang an, wer die waren, die nicht glaubten und wer ihn verraten würde. Jesus wusste von Anfang an, wer ihn verraten würde. Und trotzdem diente er ihm bis zum Schluss. Und selbst am Abend, kurz vor der Verleugnung, kämpfte er noch um ihn. Er wusch ihm die Füße und er drückte sich, obwohl Jesus wusste, was Judas tun würden, aber ihn auf. Und auch, obwohl er wusste von seinem Widerspruchsgeist, den Judas unterschwellig in die Jünger verbreitete und wo Jesus immer wieder entgegenwirken musste. Dennoch nahm er ihn auf und gab ihm jede mögliche Gelegenheit, um zu klären.

[53:53] Welche Liebe hat Jesus? Welche große Liebe hatte Jesus? Jesus gab keinen Menschen auf und er nutzte jede Gelegenheit und die Zeit, die er mit ihm hatte. Auch wir sollten die Zeit nutzen, die wir mit unseren Schülern haben. Manchmal wissen wir nicht, wie lange sie haben. Auch wenn Judas sich dagegen entschieden hatte, war es eine große Lehre für die Jünger, die erst nach dem Kreuz so richtig begriffen haben, was die Sendung und sein Auftrag war.

[54:29] In "Erziehung" auf Seite 98 steht das, was Gottes Geist an den Menschen zur Zeit vollbrachte, kann und will er auch heute noch tun. Auch uns gilt seine Zusage: Ihr dürft sicher sein, ich bin immer und überall bei euch bis an das Ende dieser Welt. Voraussetzung ist freilich, dass wir uns dem Wirken des Heiligen Geistes ebenso öffnen, wie die Jünger Jesu damals taten.

[54:56] Das zu erreichen, zumindest dazu beizutragen, ist Sinn und Ziel christlicher Erziehung. Lass uns noch einmal ein paar Gedanken zusammenfassen. Jesus liebt die Sünder und er nimmt sie an. Er lässt sie nicht fallen, sondern er sucht sie. Jesus nutzte jede Gelegenheit, um seine Jünger zu lehren. Er ging mit ihnen an verschiedenen Orten und er nutzte die Momente, die sie erlebten und die Dinge, die sie zur Verfügung hatten, um ihnen wichtige Lektionen zu lehren.

[55:31] Er musste auch immer wieder das Gleiche sagen, und manche Lektionen wurden erst viel, viel später verstanden. Wenn Menschen zu ihm kamen, fragte Jesus nicht nach dem Ist-Zustand, sondern er blickte auf das, was er aus ihnen machen kann. Er sieht ihr Potenzial. Er nimmt die Menschen so an, wie sie sind, aber er lässt sie nicht so, sondern er wandelt sie um und macht sie zu Mitarbeiterinnen im Dienst an anderen.

[55:58] Die Voraussetzung dafür war, dass sie sich von ihm erziehen lassen und ausbilden. Jeder Schüler ist unterschiedlich und er braucht unterschiedliche Dinge. Und gleichzeitig fängt Lehren bei mir an. Wir haben uns Jesus angeschaut, der das vollkommene Beispiel war. Doch Lehren fängt in erster Linie bei mir an, dass ich mich verändern lasse. Liebe Lehrer, als beste Vorbereitung auf eure Arbeit verweise ich euch auf die Worte, das Leben und die Methoden des größten Lehrers aller Zeiten.

[56:35] Achtet auf ihn, darum bitte ich euch, als ein wahres Vorbild betrachtet es und vertieft euch solange darin, bis der Geist des göttlichen Lehrers eure Herzen vollkommen erfüllt. Indem ihr dann immer stärker seine Herrlichkeit widerspiegelt, werdet ihr ihm immer ähnlicher. Darin liegt das Geheimnis eurer Wirkung auf eure Schüler. Spiegelt Jesus wieder. Fangt ihr euch an, achtet auf Jesus als das Vorbild, betrachtet es und vertieft es so, dass der göttliche Geist erfüllen kann und damit wir Jesus widerspiegeln und auch unsere Mitmenschen ihn in uns sehen. Und dabei wünsche ich euch Gottes Segen. Amen.


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