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Diese Predigt beleuchtet die Bedeutung von „Sozo“ – dem griechischen Wort für Heilung und Rettung – und wie es sich in Jesu Wirken widerspiegelt. Christopher Kramp erklärt, wie Jesus nicht nur Krankheiten heilte, sondern vor allem die Menschen von ihren Sünden befreite. Die Predigt betont, dass die wahre Aufgabe der Nachfolger Jesu darin besteht, das Evangelium nicht nur zu predigen, sondern es auch durch praktische Hilfe und Nächstenliebe zu demonstrieren, was als „medizinische Missionsarbeit“ bezeichnet wird.


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Serie: Predigten

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Transkript

[0:00] Gesegneten Sabbat! Schön, dass ihr da seid. Ich will heute gar nicht lange Vorreden halten, weil die Zeit ist schon fortgeschritten. Wir haben ein interessantes Thema. Das Thema, das ich mit euch heute betrachten möchte, ist ein zweiteiliges Thema. Das heißt, ihr müsst unbedingt in drei Wochen am 14. Mai nochmal kommen. Wenn mir den Gefallen tut, dann haben wir die Predigt gemeinsam. Dann werden wir beide Teile zusammengefügt haben. Das Thema ist: Es hatte begonnen. Es hat begonnen. Eine Geschichte vom Holzhacken und dem lauten Ruf. Und ich kann euch versprechen, es wird sicherlich einiges Neues und Interessantes für euch dabei sein. Wir werden einen Blick zurückwerfen in die Geschichte und wir werden einiges lernen für unser praktisches Leben. Das ist ein Thema, das man selbst in zwei Predigten gar nicht so wirklich ganz abdecken kann, aber wir werden unser Bestes versuchen.

[1:09] Und bevor wir beginnen, möchte ich euch einladen, dass wir, wo es möglich ist, gemeinsam niederknien für ein Anfangsgebet. Lieber Vater im Himmel, ich möchte dich jetzt bitten, dass du gegenwärtig bist durch deinen guten Geist. Wir danken dir für all das Gute, was wir schon heute lernen durften. Wir danken dir für den Tag und für die Gemeinschaft und den Segen, den wir erlebt haben bisher. Aber jetzt sind wir hier, um dein Wort zu hören, um Gedanken zu durchdenken, die von deinem Thron kommen und die du uns aufschreiben lassen hast. Und obwohl wir mit völlig verschiedenen Umständen und Erfahrungen heute hierher gekommen sind, hast du doch für jeden Einzelnen von uns ein besonderes Wort, eine Botschaft. Ich möchte dich bitten, dass du alles Störende fernhältst, dass wir uns gut konzentrieren können und dass dein Wort Klarheit und Weisheit und Stärke uns vermittelt, dass wir getröstet und gestärkt und ermutigt und erweckt werden, dass wir erkennen, worum es wirklich geht in unserer letzten Zeit. Im Namen Jesu. Amen.

[2:47] Es war eine Gerichtsverhandlung und Gerichtsverhandlungen sind meistens ziemlich interessant. Und einige Männer waren angeklagt für ein spezielles Verbrechen. Wenn man angeklagt ist, gibt es ja verschiedene Dinge, für die man angeklagt sein kann. Zum Beispiel für Mord. Man kann angeklagt werden, weil man vielleicht Hochverrat begangen hat. Man kann angeklagt werden wegen Steuerhinterziehung. Es gibt viele Möglichkeiten, warum ein Mensch vor Gericht erscheint und angeklagt wird. Aber an jenem Tag wurden Männer angeklagt wegen etwas, wofür wahrscheinlich seitdem so gut wie niemand jemals wieder angeklagt worden ist. Sie sind angeklagt worden, weil sie einen Menschen geheilt hatten. Angeklagt wegen einer Heilung.

[3:42] Wir können die Geschichte nachlesen in Apostelgeschichte Kapitel 4 und dort ab Vers 9. Die beiden Männer, die hier als schwere Kriminelle vor dem Gericht stehen, sind Petrus und Johannes. Aber Petrus und Johannes haben nichts Böses verbrochen. Petrus und Johannes haben einen Menschen geheilt. In Apostelgeschichte 4 und dort ab Vers 9 sagen sie dann: „Wenn wir heute wegen der Wohltat an einem kranken Menschen verhört werden, durch wen er geheilt worden ist, so sei euch allen und dem ganzen Volk Israel bekannt gemacht, dass durch den Namen Jesu Christi des Nazareners, den ihr gekreuzigt habt, den Gott auferweckt hat aus den Toten, dass dieser durch ihn gesund vor euch steht. Das ist der Stein, der von euch, den Bauleuten, verworfen wurde, der zum Eckstein geworden ist. Und es ist in keinem anderen das Heil, denn es ist kein anderer Mensch, kein anderer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, in dem wir gerettet werden sollen.“ Ich glaube, ihr kennt die Geschichte. Sie haben diesen Menschen geheilt. Sie werden von der aufgebrachten Menge, von den Priestern und Pharisäern, vom Hohen Rat gebracht und angeklagt. Stellt euch das praktisch vor. Sie werden angeklagt, einen Menschen geheilt zu haben. Was das für eine merkwürdige Sache, dass jemand auf die Idee kommen würde, dass eine gute Tat, Heilung, ein Verbrechen ist. Und Petrus nutzt die Gelegenheit und sagt: „Also, wenn das schon so ist, wenn ihr uns anklagt, wenn das Verbrechen, das ihr uns zur Last legt, eine Heilung ist, dann möchte ich euch gleich wissen lassen: Wir folgen Jesus.“

[5:39] Die Antwort, die er gibt, ist äußerst bemerkenswert und vermutlich hat niemand von euch das gemerkt. Aus einem Grund, man kann das im Deutschen gar nicht so merken, aber diese Antwort ist spektakulär und weist wie die Nadel auf den Pol auf das Grundproblem des Universums und gleichzeitig auf die Lösung dieses Grundproblems. Und wir wollen in diesen beiden Predigten uns dem ein bisschen nähern. Also, ihr habt diese Antwort gelesen in Vers 9 bis 12 und das sind viele Worte, aber es gibt zwei Worte in dieser Antwort, die besonders sind, weil sie nämlich im Griechischen dasselbe Wort sind. Und das sind die beiden: In Vers 9 spricht Petrus von Heilung und in Vers 12 spricht er von Rettung. Im Deutschen lesen wir das und sagen: Naja, Jesus hat den Menschen geheilt und Jesus kann den Menschen auch retten. Er kann uns körperlich gesund machen und er kann uns unsere Sünden vergeben. Was uns vermutlich nicht so bewusst ist, ist die Tatsache, dass hier dasselbe griechische Wort steht: *sozo*. Das heißt, als Petrus gesagt hat: „Naja, also, wenn ihr uns deswegen anklagt, weil durch unsere Kraft – nein, nicht durch unsere Kraft, sondern durch wessen Kraft? Durch Jesu Kraft ein Mensch *gesozt* wurde, dann wollen wir sagen: Wir folgen diesem Jesus, denn durch diesen Jesus kann jeder Mensch *gesozt* werden.“ Die Heilung dieses Menschen hatte etwas zu tun mit der Rettung aller Menschen, die möglich ist, wenn sie Jesus annehmen.

[7:39] Wir wollen die Geschichte eines Konzeptes verstehen. Das Konzept, das im Griechischen mit vier Buchstaben *SOZO* versucht und erklärt wird, und wir wollen das ein bisschen genauer anschauen. Dazu ein paar Zitate. Ich helfe mal. Wenn ihr mit einem Satz sagen solltet, was ist unsere Aufgabe? Formuliert mal einen klugen Satz, der beschreibt, was die Aufgabe eines gläubigen Menschen in unserer Zeit ist. Werde einen Vorschlag. Ja. Sag einen Satz. Okay. Geht hin und macht zu Jüngern Völker. Liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Den Herrn, unser Gott, verherrlichen vor aller Welt. Das Evangelium verkünden, dass alle Leute gerettet werden. Okay. Noch ein Vorschlag. Ja, du zitierst auch Matthäus 28. Sehr gut. Die Kraft des Evangeliums in uns sichtbar werden. Vollkommen zu werden wie unser Vater im Himmel. Ihr habt große theologische Antworten. Wunderbar. Auf Morgen 14, 6 bis 12. Das ist mehr als ein Satz, aber trotzdem richtig. Johannes 3, Vers 16. Die Menschen zu Jesus bringen. Wunderbar. Alles richtige Antworten. Hier ein anderes Zitat: Unsere Aufgabe ist was? Klar definiert. Was heißt definiert? So ist es. Eine Definition ist keine Beschreibung, ist kein Beispiel, sondern eine Definition sagt, es ist immer genau so. Sie sagt, unsere Aufgabe ist was? Sie ist klar definiert. Nicht nebulös, nicht so etwas. Sie sagt, unsere Aufgabe ist klar definiert. Jetzt ein Satz: So wie der Vater seinen einzig geborenen Sohn in die Welt sandte, ebenso sendet Christus uns seine Jünger als seine medizinischen Missionare aus. Halleluja. Nochmal, damit das alle verstehen: Ebenso wie Gott der Vater Christus ausgesandt hat, genau so sendet Christus uns aus und zwar klar definiert als medizinische Missionare. Habt ihr das gewusst? Ja, wir haben alle gewusst, wir sollen irgendwie das Evangelium verbreiten, oder? Wir sollen irgendwie die gute Nachricht weiterbringen, oder? Wir haben tolle Zitate gemacht. Sie sagt, unsere Aufgabe ist nicht nebulös. Nicht jeder macht mal so ein bisschen, wie er denkt, so wie er das Gefühl hat, der Heilige Geist würde ihm eingeben. Sie sagt, unsere Aufgabe ist was? Klar definiert. Genauso wie Gott der Vater seinen Sohn gesandt hat, genau so sendet Jesus uns als seine was? Seine medizinischen Missionare.

[10:48] Okay, für den Fall, dass ihr das noch nicht ganz glaubt. Nächstes Zitat: Indem er Männer und Frauen die Mission aufträgt, die er Christus auftrug, beabsichtigt Gott, seine Nachfolger von aller weltlichen Politik zu entflechten, müsst ihr verstehen, und ihnen ein Werk zu geben, das was ist? Was? Die meisten von euch sind so geschockt, dass sie noch gar nicht antworten. Was? Identisch. Was heißt identisch? Es heißt nicht ähnlich. Es heißt nicht annähernd. Es heißt nicht in etwa, wie es heißt, identisch. Mit welcher mathematischen Formel könnte man identisch ausdrücken? Ist gleich. Ein Werk zu geben, das identisch ist mit dem, das Christus tat. Unsere Aufgabe, sagt sie, ist klar definiert. Jeder ist ein medizinischer Missionar und jeder ist gerufen, ein Werk zu tun, das nicht irgendwie annähernd an Jesus erinnert, sondern identisch ist mit dem, was Jesus tat. Das ist doch relativ klar, oder? Da weiß man schon, was man zu tun hat. Noch nicht genau wie, oder? Aber für den Fall, dass ihr es immer noch nicht glaubt, noch ein Zitat. Ich möchte euch sagen, dass wenn die Evangeliumsprediger und die medizinischen Missionare nicht vereint sind, sie benutzt immer so herrliche Worte, das schlimmste Übel auf unsere Gemeinden gelegt wird, das dort existieren kann. Okay, was heißt denn, was ist denn das schlimmste Übel? Was ist das Wort für schlimmste Übel? Supergau. Größte Katastrophe. Mit anderen Worten, wer könnte sich denn das schlimmste Übel ausdenken? Also, wenn der Satan in seine Trickkiste schaut und sagt: „Oh, wie könnte ich die Gemeinde so richtig schädigen? Wie könnte ich ihr Schaden zufügen?“ Was haben wir denn hier? Gemeindestreit, nicht schlecht. Irrlehren, das ist immer gut. Irrlehren, da könnte man so richtig die Gemeinde durcheinanderwirbeln. Wie wäre es mit Trägheit? Ja, aber dann hat er ein Ass im Ärmel, das zieht immer. Wenn die Predigt des Evangeliums und das, was sie medizinische Missionsarbeit nennt, getrennt sind, weil Gottes Ziel es immer war und immer ist, diese beiden Dinge zusammenzubringen.

[13:40] Vielleicht sagt er jetzt aber: „Moment mal, jetzt bin ich geschockt. Ich freue mich ja, dass es medizinische Missionare gibt, so wie den David Mais, der sich mit den ganzen Kräutern auskennt und für jede Krankheit das Kräutlein kennt, das dort wächst. Wunderbar, wir beten für ihn, dass er noch Leute ausbildet, dass die das alles machen, oder? Wir freuen uns, dass es Ärzte gibt, die an Ellen White glauben und die dann tatsächlich diese Dinge auch irgendwie auf Videos präsentieren. Wir freuen uns, wenn wir Kochkurse haben und jemand, der kochen kann, das präsentiert. Das brauchen wir alles, aber in unserem Kopf ist medizinische Missionsarbeit irgendetwas, naja, so ein Teil der Arbeit, oder? Da gibt es die Evangelisten und die Prediger und die Hauskreise und da gibt es die Bibelstunden und da gibt es die Missionsarbeiter und irgendwo gibt es auch die medizinische Missionsarbeit.“

[14:27] Um zu verstehen, worum es eigentlich wirklich geht, müssen wir die Geschichte etwas von vorne aufrollen und zwar fangen wir bei dieser Geschichte ganz von vorne an, so weit von vorne, dass man nicht weiter vorne anfangen kann. Wir fangen an im Anfang. Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und das Wort war Gott und Gott ist die Liebe. Am Anfang war alles gut. Im Anfang war alles Harmonie und eines Tages hat ein Engel sich gefragt: „Könnte es sein, wäre es möglich, dass es vielleicht noch ein besseres Leben gibt als das, was ich liebe? Bisher diene ich den Menschen immer. Als Engel bin ich ein Diener, also den anderen Engeln. Bisher sind wir alle so, jeder achtet auf den anderen, aber was wäre, wenn ich nicht auf die anderen achte? Was wäre, wenn ich auf mich selbst achte?“ Und ihr kennt die Geschichte, ich brauche es euch nicht zu erzählen. Aus Luzifer wurde Satan. Jesus hat später mal gesagt: „Ihr habt den Teufel zum Vater. Was euer Vater begehrt, wollt ihr tun. Der war ein Menschenmörder von Anfang an und steht nicht in der Wahrheit, denn Wahrheit ist nicht in ihm. Wenn er die Lüge redet, so redet er aus seinem eigenen, denn er ist ein Lügner und der Vater derselben.“ Von diesem Moment an hat Satan Dinge gesagt und andere Dinge getan. Er hat gesagt: „Ich bin immer noch für Gott und für sein Wort und für seine Regierung“, aber gleichzeitig waren seine Taten nicht mehr überein mit seinen Worten. Ihr kennt das, oder? Er hat die Engel verführt. Er hat ihnen Dinge behauptet, die er selbst nicht tat. Er war ein Lügner und der Vater derselben.

[16:59] Nun, wir denken, das war ein großes Problem. War das ein großes Problem? Ich habe das am Dienstagabend schon mal erzählt. Wisst ihr, wie schwer es für Gott ist, den Satan zu besiegen? Ellen White sagt eine interessante Sache. Sie sagt, für Gott den Vater, den Satan zu besiegen, das ist so, als wenn ein Kind – das war noch viel zu freundlich – als wenn ein Kind so einen kleinen Stein nimmt und auf den Erdboden wirft. Das wäre alles. Gott ist so mächtig, er hätte einfach den Satan besiegen können. Die Frage ist also, warum sind wir noch da? Wenn es für Gott so einfach ist, den Satan einfach umzubringen, den Satan zu besiegen, was war das Problem? Das Problem war, dass der Satan Dinge behauptet hat und diese Dinge mussten widerlegt werden.

[18:11] Das Erste, was Gott tat, und vielleicht kennt ihr das aus den Schriften von Ellen White, er berief eine Versammlung ein, rief alle Engel zusammen und die sollten dann kommen und Gott, der Vater, hat Jesus Christus auf den Thron gesetzt. Da waren also zwei Throne. Da war hier beim Gesetz Gottes sozusagen, da war der Vater und dann war der Sohn. Und der Vater saß neben dem Thron und neben dem Sohn, auf dem Thron. Beide saßen nebeneinander. Ellen White sagt, der Regenbogen umzirkelte beide. Die Bibel beschreibt dieses Ereignis, als es heißt in Hebräer 1, Vers 8: „Von dem Sohn sagte er: Dein Thron, o Gott, währt von Ewigkeit zu Ewigkeit, das Zepter deines Reiches, dein Zepter des Rechts.“ Der Satan hatte gesagt: „Jesus ist nicht wirklich Gott. Jesus ist nur ein Engel. Jesus ist nur ein geschaffenes Wesen.“ Und was macht Gott? Er erklärt, er behauptet, er sagt: „Jesus ist Gott.“ Frage an euch: Hat das gereicht? Okay, Abstimmung. Wer sagt, das hat gereicht? Wer sagt, das hat nicht gereicht? Wer sagt, es hätte reichen sollen? Gott sagt, und achtet sehr darauf, er sagt: „Jesus ist Gott.“ Alle Engel hören es, die Guten, wie auch diejenigen, in denen sich bereits die Rebellion bewegt und selbst der Satan – also, der Luzifer zu Satan wurde, sie sagt, er war kurz davor, wieder zurückzukehren. Die Worte hatten eine gewaltige Wirkung. Trotzdem fielen dann ein Drittel der Engel ab. Gott sagte: „Jesus ist Gott.“

[20:02] Doch dann tat er was anderes. Er ließ Jesus das demonstrieren. Habt ihr euch schon mal gefragt, warum Jesus die Welt geschaffen hat und nicht Gott, der Vater? Hättet ihr auch Gott, der Vater, den Menschen formen können? Hätte er es auch geschafft? Oder hat Gott, der Vater, nicht so gute Ideen wie Jesus? Nee, die Ideen kamen sowieso vom Gott, dem Vater, oder? Gott, der Vater hätte die Welt schaffen können. Hätte der Heilige Geist die Welt schaffen können? Ja oder nein? Ja oder nein? Absolut. Warum hat also Jesus die Welt geschaffen? So, wie uns die Bibel sagt, in Hebräer 1, Vers 10, wo es heißt: „Du, o Herr, hast am Anfang die Erde gegründet und die Himmel sind das Werk deiner Hände.“ Warum? Jemand hatte zuvor angezweifelt, dass Jesus Gott ist. Und so tat Gott zwei Dinge: Er sagte, dass Jesus Gott ist, und dann ließ er Jesus demonstrieren, dass er Gott ist. Die Worte: „Du bist Gott“, wurden demonstriert durch die Werke. Gott sagt zu Jesus: „Du bist Gott“, und dann gibt er Jesus die Gelegenheit zu sagen: „Okay, ich zeige auch, dass das stimmt.“ Die Werke von Jesus demonstrierten das, was Gott vorher gesagt hat.

[21:48] Übrigens, was waren das für Werke? Was waren das für Werke? Sehr gute Werke. Die Bibel sagt: „Gott sah alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut.“ Heutzutage gibt es ja im Christentum so eine leichte Atten-Neigung gegen die guten Werke. Wir wollen nicht so viel von den Werken hören, weil die Erlösung ja allein durch den Glauben kommt. Ja, gute Werke, ja, das hat seine Funktion. Ich hätte jetzt überlegt, ob ich die Predigt nenne: „Gerettet durch Werke“. Das wäre vielleicht ein bisschen zu kontrovers geworden. Aber der Punkt ist der: Die Engel verstanden die Aussage von Gott, Jesus ist Gott, erst als sie die Werke sahen. Noch einmal gesagt: Gott sprach: „Jesus Christus ist Gott.“ Das haben die Engel gehört, aber als sie die Werke von Jesus sahen, als sie Jesus sahen, wie er sprach: „Es werde Licht“, „Es wird Licht“, als er den Menschen geformt hat, als er in diese staubige Hülle da hineingeblasen hat und plötzlich fing der Mensch an zu atmen, da verstanden die Engel und glaubten die Engel: Das stimmt. Die Demonstration der Worte Jesu überzeugte die Engel.

[23:13] Nun, die guten Werke von Jesus weisen zurück auf das, was man nicht sehen kann, sagt nicht Römer 1, Vers 20: „Denn sein unsichtbares Wesen, nämlich seine ewige Kraft und Gottheit, das, was Gott vorher gesagt hatte, seine Kraft und Gottheit wird seit Erschaffung der Welt an den Werken durch Nachdenken wahrgenommen, sodass sie keine Entschuldigung haben.“ Mit anderen Worten, wenn die Menschen die Werke von Jesus sehen, können sie verstehen, was Gott über ihn gesagt hat. Gott sagte: „Du bist Gott“, aber die Werke, die guten Werke, die Jesus tat, beweisen: Es stimmt. Frage: Wurde er Gott dadurch, dass er die guten Werke getan hat? Nein, er war schon Gott, oder? Aber die guten Werke bewiesen vor dem Universum das, was er schon war. Johannes 1, Vers 14 sagt: „Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und das Wort war Gott und das Wort wurde Fleisch und wurde unter uns.“

[24:21] Zweite Szene. Erste Szene dort im Himmel. Satan greift das Universum an. Gott sagt: „Jesus ist Gott“, und die Schöpfung beweist, sie demonstriert: Jesus ist Gott. Eine zweite Anklage von Satan war gewesen, dass Gott nicht liebevoll ist, oder? Dass er nicht barmherzig ist, dass er nicht – wie soll man sagen – dass er nicht dem Menschen Gutes möchte. Frage: Hatte Gott jemals schon gesagt, durch Worte, dass er gnädig und barmherzig ist? Hat er das schon mal gesagt, irgendwo? Wenn ihr eine Stelle finden solltet in der Bibel, wo Gott gesagt hat, dass er gnädig und barmherzig ist, welche Stelle würdet ihr nennen? Genau, zweite Mose, 33. Was sagt Gott dort? „Und der Herr ging vor seinem Angesicht vorüber und rief: Der Herr, der Herr, der starke Gott, der was ist? Der, der barmherzig und gnädig ist, langsam zum Zorn und von großer Gnade und Treue.“ Seit Jahrhunderten hatte Gott gesagt: „Ich bin gnädig, ich bin barmherzig, ich bin liebevoll, ich vergebe die Sünde.“ Doch es kam der Zeitpunkt, wo Gott diese Worte demonstrierte. Das Wort wurde Fleisch. So wie im Himmel Gott der Vater gesagt hat: „Jesus ist Gott“, und dann Jesus durch seine Werke demonstrierte, dass das stimmt, was der Vater gesagt hat. So hatte Gott immer gesagt, dass er barmherzig und liebevoll und gütig ist, aber die Werke von Jesus auf der Erde demonstrierten das. Man konnte es jetzt nachvollziehen und sehen.

[26:26] Jetzt, was hat denn Jesus so gemacht? Matthäus 4, Vers 23: „Und Jesus durchzog ganz Galiläa und er lehrte und predigte und er heilte.“ Was haben wir gelesen? Unsere Aufgabe ist was? Klar definiert. So wie der Vater seinen einzig geborenen Sohn in die Welt sandte, ebenso sendet Christus uns aus, seine Jünger als seine medizinischen Missionare zu sein. Frage also: Wie hat Jesus gearbeitet?

[27:06] Wir haben also so ein kleines Prinzip gesehen und ich hoffe, ihr konntet das bisher sehen. Gott spricht und dann tut er etwas. Die Werke demonstrieren das, was er vorher gesagt hat. Bei Jesus kann man das sehr schön sehen. In Matthäus 4, Vers 23, wenn ihr das aufgeschlagen habt, haben wir gerade gesehen, er predigte, er verkündigte und er lehrte, er predigte und er heilte. Schau mal mit mir in Matthäus 9, Vers 35. Matthäus 9, Vers 35. Matthäus 9, Vers 35: „Und Jesus durchzog alle Städte und Dörfer, lehrte in ihren Synagogen, verkündigte das Evangelium von dem Reich und heilte jede Krankheit und jedes Gebrechen im Volk.“ Was hat er getan? Gelehrt, gepredigt und geheilt. In Matthäus 4 sagt er, sagt Matthäus, er hat gelehrt, gepredigt und geheilt. In Matthäus 9 sagt er, er hat gelehrt, gepredigt und geheilt. Was hat er dazwischen getan? In Kapitel 5, 6, 7, 8, 9. Was hat er in Kapitel 5 gemacht? Gelehrt. In Kapitel 6? Gelehrt. In Kapitel 7? Gelehrt. Also Kapitel 5, 6 und 7, die Bergpredigt, das ist die Lehre. Was macht er in Kapitel 8? Er heilt. Was macht er in Kapitel 9? Er heilt.

[28:48] Die Grundidee ist wieder: Jesus spricht und dann tut er, was er gesagt hat. Er demonstriert es durch Werke. Hätte die Bergpredigt ausgereicht als Theologie? Schon alles drin. Die Bergpredigt enthält alles, was man wissen muss, aber Kapitel 8 und 9, die Heilungen, die Jesus tut, demonstrieren, sie zeigen, was er eigentlich gemeint hat. Mit anderen Worten, die Bergpredigt ist das Evangelium erklärt. Die Heilungen sind das Evangelium demonstriert. Wonach Gott sich sehnt, schon immer, ist, dass seine Worte demonstriert werden, dass das, was er sagt, anschaulich wird. Er sagt: „Jesus ist Gott.“ Er demonstriert durch die Schöpfung: Jesus ist Gott. Er sagt: „Ich bin gnädig und am Herzen.“ Er sendet Jesus, um zu demonstrieren, dass er gnädig und am Herzen ist. Er predigt die Bergpredigt, er demonstriert die Bergpredigt.

[29:53] Und was können wir also von den Heilungen Jesu lernen? Wir haben das ja in der Lektion diese Woche studiert, deswegen können wir da kurz drüber gehen. In Matthäus 8, die erste Heilung, die dort geschieht, von dem Aussätzigen. Die Bibel sagt, Jesus kam gerade von dem Berg hinab. Er hat gerade die Bergpredigt gehalten, da kommt dieser Aussätzige angerannt. Und was macht Jesus? Was machen die anderen, als der Aussätzige kommt? Nein, bloß nicht. Bloß nicht der Aussätzige. Was sagt Jesus? Und der Aussätzige fragt ihn: „Ich weiß, dass du mich retten kannst, aber ich frage mich, willst du mich retten?“ Dort, wie es hier steht, in Kapitel 8, Vers 2: „Und siehe, ein Aussätziger kam, fiel vor ihm nieder und sprach: Herr, wenn du willst, kannst du mich reinigen.“ Die Antwort von Jesus war: „Ich will, sei gereinigt.“ Und sogleich wurde er von seinem Aussatz rein. Hast du schon mal das Gefühl gehabt, dass du gesagt hast: „Ich weiß, Gott kann Sünden vergeben, aber ich bin mir nicht ganz sicher, ob er das in meinem Fall möchte.“ Die Heilung von Jesus demonstriert: Gott kann nicht nur, Gott will. Und sogleich, sofort wurde der Aussätzige gesund.

[31:37] Nun, nächste Heilung, das ist die Heilung von dem Knecht des Hauptmanns. Schaut mal in Vers 5 bis 13. Ihr kennt die Geschichte, oder? Da kommt der römische Hauptmann und sagt: „Ich habe da einen Knecht, der ist krank. Könntest du ihn bitte heilen?“ Was sagt Jesus? „Ich komme gerne, ich heile ihn gerne.“ Und der Hauptmann sagt dann: „So herrlich, nicht wahr, was der Hauptmann sagt?“ Was sagt der Hauptmann? Wunderbar, ich habe ein Fest vorbereitet, komm, du hast eine Wohnung hier bei mir, du kannst übernachten, freue mich, wenn du kommst, oder? Was sagt der Hauptmann? „Bleib, wo du bist. Du brauchst nicht kommen. Solange du redest, solange dein Wort da ist, brauchst du gar nicht persönlich da sein.“ Was lernen wir? Die Heilung Jesu ist nicht von seiner persönlichen Gegenwart abhängig, sondern die Heilung Jesu basiert auf seinem Wort. Was hat er damit illustriert? Dass Gott uns vergibt, hängt nicht davon ab, ob Jesus uns in einem Traum erscheint, ob Jesus uns ein Zeichen gibt, oder ob wir uns besonders fühlen. Die Vergebung Jesu hängt davon ab, dass er es gesagt hat. Hat er es gesagt? Ja oder nein? Wir können geheilt sein. Die Heilungen demonstrieren das, was er vorher gesagt hat.

[33:05] Noch ein Beispiel. Matthäus 8, Vers 14, 15. Wer wird da geheilt? Wer wird dort geheilt? Matthäus 8, Vers 14, 15. Die Schwiegermutter des Petrus. Was hat die gehabt? Fieber. Und es ist interessant, wie Jesus sie heilt. Es heißt in Vers 14: „Als Jesus in das Haus des Petrus kam, sah er, dass dessen Schwiegermutter dann niederlag und Fieber hatte und er rührte ihre Hand an und das Fieber verließ sie und sie stand auf und diente ihnen.“ Die Geheilte dient Jesus und seinen Jüngern. Was illustriert das? Wenn Jesus heilt, dann heilt er komplett, ja, aber wenn Jesus heilt, dann? Wenn Jesus heilt, wird der Geheilte Jesus dienen. Und nicht nur Jesus, sondern seiner Gemeinde. Wenn also, wenn Jesus mich von der Sünde heilt, dann werde ich Jesus dienen und seiner Gemeinde. Die Heilungen Jesu demonstrieren das, was er vorher gesagt hat. Wir könnten all diese Punkte auch in seinen Predigten finden, oder? Dass wenn jemand Erlösung erlebt, dass er Jesus dienen soll, oder? Dass Erlösung durch das Wort geschieht, dass Jesus erlösen will. All das steht ja auch woanders. Die Heilungen Jesu haben das aber grafisch sichtbar gemacht.

[34:46] Noch ein letztes Beispiel. Ein vorletztes Beispiel. Die Heilung der Besessenen. Ihr kennt die Geschichte, oder? Da kommen die Jünger gerade von einer turbulenten Überfahrt am Ufer des Sees an und plötzlich rennen dort zwei Menschen auf sie zu. Die verdienen kaum das Wort Mensch. So grässlich sehen sie aus, kommen aus den Gräbern, nackt, Schaum vor dem Mund, besessen von einer Legion von Dämonen. Das sind so ungefähr mehrere tausend. Was macht Jesus mit ihnen? Er heilt sie und er schickt die Dämonen in das Schweinefleisch, das da noch grasend über die Hochfläche läuft. Weil er weiß, die Juden, die diese Schweine halten, die dürfen das erstens nicht essen und zweitens sollen es auch nicht verkaufen an Leute, weil Schweinefleisch ist für keine gut. Und so sagt er sich: „Wenn ich euch schon von diesen Besessenen befreie, dann mache ich gleich ganze Arbeit und befreie euch gleich noch vom ungesunden Schweinefleisch.“ Wunderbar, oder? Und die Leute sagen: „Das ist ja toll, dass du diese Besessenen befreit hast, aber die Schweine hättest du uns gerne behalten können.“ Und es geht so weit, dass sie diesen größten aller Ärzte nach Hause schicken und sagen: „Dann lass uns lieber die Besessenen, Hauptsache wir können weiter unsere Schweine züchten.“ Wie oft geschieht es, dass Menschen nicht ihre Sünden vergeben bekommen, weil sie wüssten, wenn sie zu Jesus kommen, sie irgendeine schlechte Gewohnheit aufgeben. Und sie lieben die Schweine mehr als den Arzt. Sie lieben diese sündige Gewohnheit mehr als die Erlösung. Seht ihr, wie die Heilungswunder Jesu eigentlich einfache Evangeliumswahrheiten illustrieren, demonstrieren.

[36:39] Und das wird ganz deutlich, wenn man sich die Geschäfte von dem Gelebten anschaut, in Matthäus 9. Da sind sie in der Stadt und ihr wisst, das Haus war so voll, noch voller als heute hier und so voll, dass man hatte schon um neue Räumlichkeiten gebeten, aber das konnte den Armen nicht helfen. Und deswegen mussten die Armen, die Kranken jetzt über das Dach hinabgebracht werden. Ihr kennt die Geschichte aus der Kindersabbatsschule. Und da sitzt jetzt dieser Gelähmte oder er liegt vielmehr auf der Bahre, Jesus vor ihm. Und Jesus sagt etwas Außergewöhnliches. Er sagt nämlich: „Deine Sünden sind dir vergeben.“ Die Leute sagen: „Was? Ich dachte, du bist hier, um zu heilen. Ich dachte, du bist hier, um Leute gesund zu machen. Du bist doch ein Arzt.“ Nein, bei Jesus sind Heilung und Vergebung eng verknüpft, weil Heilung die Illustration der Vergebung ist.

[37:45] Was war wichtiger für Jesus? Die Heilung oder die Vergebung? Frage Nummer eins. Was hat er mehr gemacht? Vergeben oder geheilt? Okay, eine Frage. Warum ist Jesus auf die Welt gekommen? Ist er gekommen, um die Menschen von den Krankheiten zu befreien? Ja oder nein? Wenn Jesus gekommen ist, um die Menschheit von den Krankheiten zu befreien, dann hat er eine ziemlich schlechte Arbeit getan, denn die allermeisten Menschen haben niemals Jesus als Arzt gehabt. Die allermeisten Menschen sind nicht von Jesus geheilt worden. Jesus kam, um die Menschen von der Sünde zu befreien. Wenn Jesus gekommen wäre, um die Menschen von Krankheiten zu befreien, dann hätte er eine Arztpraxis in Kapernaum aufgemacht und hätte die nächsten 40 Jahre genügend Patienten gehabt, oder nicht? Er hätte sein ganzes Leben dafür verwenden können, Menschen zu heilen, zu heilen, zu heilen. Die Leute wären begeistert gewesen. Wahrscheinlich würden heute noch alle Ärzte ihren Namen von Jesus her beziehen. Aber Jesus kam nicht primär, um zu heilen, sondern all seine Heilungen waren Illustrationen seiner eigentlichen Mission, nämlich die Menschen von der Sünde zu befreien. Kennt ihr nicht die Geschichte, wo Jesus einen ganzen Tag war in Kapernaum und heilt und am nächsten Morgen steht er früh auf und die Leute kommen und sagen: „Die Liste, die Liste ist voll von Leuten, die das sehen wollen. Die Schlange geht fast bis zum nächsten Dorf.“ Alle wollen geheilt werden und Jesus sagt: „Es tut mir leid, ich muss noch in ein anderes Dorf gehen, um das Evangelium zu predigen.“ Jesus kam nicht primär, um die Menschen zu heilen. Er heilte, um seine Worte zu illustrieren.

[39:39] Er sagt an einer Stelle: „Wenn ich aber die Dämonen durch den Geist Gottes austreibe, so ist ja das Reich Gottes zu euch gekommen.“ Das Reich, das im Himmel angegriffen worden war. Im Himmel hatte Gott – hatte der Satan gesagt: „Dein Reich, Gott, ist unfair, es ist ungerecht und Jesus ist schon gar nicht Gott und du bist ungerecht und du bist böse und du willst uns nicht das Beste.“ Und Jesus kommt auf die Erde und illustriert, er demonstriert das Reich Gottes, am deutlichsten am Kreuz. Die Juden hatten auf einen König gewartet und es kam ein König, aber der König war so unscheinbar, so gewöhnlich, so unspektakulär. Es gehört genau zu, so unspektakulär und so ungewöhnlich, dass sie sich nicht vorstellen konnten, dass das die Lösung ist. Wir werden in fünf Minuten sehen, in zehn Minuten, wie entscheidend das für uns ist. Es war so unspektakulär, was er tat, wie er aussah, so ganz ohne militärische Präzision und Kraft und Gewalt, dass man ihn nicht als den Erlöser anerkannte. Aber Jesus demonstrierte am Kreuz das Gesetz des Himmels.

[41:28] Schaut euch mal diese Aussagen an und tragt sie euch gut ein: Selbstverleugnende Liebe ist das Gesetz des Lebens. Der Kreislauf der Wohltätigkeit ist das Gesetz des Lebens. Das große Gesetz des Lebens ist ein Gesetz des Dienstes. Geben bedeutet Leben. Selbstaufopferung ist das Gesetz der Selbsterhaltung. Selbstverleugnung ist das große Gesetz der Selbsterhaltung und Selbsterhaltung ist das Gesetz der Selbstzerstörung. Geben bedeutet Leben. Dienen bedeutet existieren. Das war schon immer so und es war genau das, was der Satan angegriffen hatte. Er war der Meinung, dass es ein noch besseres Leben gibt als dienen. Und alles, was Gott seit diesem Tag tut, seit der Satan zum ersten Mal dachte: „Vielleicht ist das mit dem Dienen nur die zweitbeste Variante.“ Alles, was Gott seitdem tut, ist, er möchte sagen und demonstrieren, dass das das Gesetz des Himmels ist.

[43:09] Jetzt, als Jesus am Kreuz starb, da ist im Himmel die Stimme erschallt: „Nun ist gekommen das Heil und die Macht und das Reich unseres Gottes und die Herrschaft seines Christus. Darum seid fröhlich, ihr Himmel und die ihr darin wohnt. Wehe denen, die auf der Erde wohnen und auf dem Meer, denn der Teufel ist euch herabgekommen und hat einen großen Zorn, da er weiß, dass er nur wenig Zeit hat.“ Die Menschen hatten nicht verstanden, was die Engel verstanden hatten. Die Engel hatten jetzt gesehen, es war ihnen demonstriert worden: Gott ist gnädig, Gott ist barmherzig, Gott dient. Und für sie gab es keine weiteren Fragen. Der große Kampf war für das Universum beendet. Nur auf der Erde würde er noch weitergehen, denn die Menschen hatten das noch nicht begriffen. Die Menschen hatten noch nicht begriffen, dass Dienst das Gesetz des Lebens ist. Und der Satan hat wenig Zeit.

[44:06] Der Satan wusste, dass Jesus der Menschheit ein Beispiel gegeben hat, wie Worte und Taten übereinstimmen. Das, was er sagte, das tat er. Die Menschen waren gewohnt, dass man das eine redet und das andere tut. Aber im Leben von Jesus waren die Worte und die Taten, sie waren eins. Und Gottes Wunsch war, dass in der ganzen Welt bekannt wird, wie bei Gott seine Worte und seine Taten, seine Werke eins sind. Der Satan hatte ein Ziel: diese beiden Dinge, die Worte des Evangeliums und die Demonstrationen des Evangeliums zu trennen. Denn wenn diese beiden Dinge getrennt sind, dann ist das das schlimmste Übel, was es gibt in der Gemeinde.

[45:02] Und so zogen die Jünger Jesu los. Und die Jünger Jesu hatten von Jesus gelernt. Sie predigten das Evangelium und sie demonstrierten das Evangelium. Sie hatten ihre Bibeln dabei und sie heilten die Menschen. Sie kümmerten sich um die Gesundheit, sie halfen den Armen und sie sorgten sich um die Kleinen. Das, was Petrus und Johannes und Paulus predigten, das demonstrierten sie durch ihre guten Werke. So wie Gott im Himmel, so wie Jesus auf Erden. Das, was sie sagten, demonstrierten sie. Und der Satan war wütend. Er wollte diese Demonstration verhindern, weil jeder Mensch in seinem normalen Verstand, wenn er die Werke sieht, erkennt er durch die Werke das, was unsichtbar ist. So wie ein Mensch durch Betrachten der Natur erkennt: „Es muss einen unsichtbaren Gott geben.“ So sieht ein Mensch durch gute Werke, die jemand anders tut: „Da muss es eine gute Botschaft geben. Da muss etwas geben, was tiefer geht als das, was mir die Philosophie bietet.“ Die guten Werke illustrieren die Wahrheit. Und so hat der Satan versucht, diese Menschen, die die Wahrheit illustrierten und demonstrierten, kaputt zu machen und zu vernichten und zu verfolgen. Das hat nicht funktioniert. Und so hat er sich etwas anderes überlegt. Er hat die Menschen überzeugt, hat die Christen überzeugt, dass das Gesetz des Lebens gar nicht mehr wichtig ist. Und ab dem Zeitpunkt, wo man sich entschied, das Gesetz Gottes zu ändern, änderte sich auch die Kirche. Statt gute Werke zu tun, schlossen sich jetzt die Heiligsten in Klöster ein und warteten darauf, dass andere ihnen noch etwas geben. Statt den Germanen, statt den Sachsen Wickelumschläge zu machen, hat man gesagt: „Ihr Sachsen, wenn ihr nicht das Evangelium annehmt, hauen euch den Kopf ab.“ Statt das Evangelium zu illustrieren, tat man jetzt genau das Gegenteil. Man sprach von Liebe und zog in den Kreuzzug. Man sprach von Evangelium und verbrannte die, die einem nicht gefallen. Die Werke und die Worte waren getrennt. Da war eine Theorie und da war eine Praxis und die hatten nichts miteinander zu tun. Und mehr und mehr wurde auch die Theorie immer mehr verdüstert. Irgendwann kam dann die Kindertaufe, nicht wahr, und dann kam das Höllenfeuer und all das kam dann hinein und verdunkelte das Bild von Gott.

[47:40] Und dann kam die Reformation und Gott zeigte den Menschen, was die Wahrheit des Evangeliums ist, die Theorie des Evangeliums. Und die hatten schon eine ganze Menge damit zu tun, erst mal die Theorie wieder zu verstehen. Gerechtigkeit allein aus Glauben, Gerechtigkeit allein durch Christus, Gerechtigkeit allein aus Gnade, allein die Schrift. Für eine Demonstration des Evangeliums war dann noch nicht viel Zeit. Weiß jemand, wann die ersten Christen wieder anfingen zu sagen: „Moment mal, wenn wir Christen sind, sollten wir noch Gutes tun, vielleicht sollten wir nach Afrika gehen und den Menschen helfen.“ Weiß jemand, wann das wieder losging? Um 1800 herum. Anderthalb Jahrtausende hatte der Satan diese Demonstration des Evangeliums fast vollständig kaputt gemacht. Um 1800, da sagten wieder einige Leute: „Moment mal, so ein paar Baptisten und Methodisten und einige andere, wenn wir Christen sind und wir glauben das Evangelium, warum helfen wir dann nicht denen, die es noch nicht kennen?“ Und dann gingen plötzlich wieder Missionare nach Afrika und nach China und nach Indien und brachten übrigens dann auch medizinische Missionare mit. So ging das los. Ihr kennt die Adventgeschichte, dann kam der Miller und er predigte die Wiederkunft und dann kam die Drei-Engel-Botschaft und interessanterweise gab Gott der Adventgemeinde nicht nur eine besondere Botschaft, sondern er gab ihnen auch eine besondere Gelegenheit, diese besondere Botschaft zu illustrieren: die Gesundheitsbotschaft.

[49:16] Und da beginnt eigentlich so richtig unsere Geschichte. Im Jahre 1868, die Gesundheitsbotschaft war angenommen worden, die Leute hatten das Schweinefleisch weggelassen, man hatte Alkohol und Nikotin aufgegeben, man ernährte sich größtenteils vegetarisch, man hatte das erste Sanitarium gegründet in Battle Creek. Jesus kommt bald wieder. Man predigte das Gesetz, man predigte die Drei-Engel-Botschaft, man predigte: „Babylon ist gefallen“ und man lebte gesund. Im Jahre 1868 kam eine Frau nach Battle Creek. Ihr Name war, wie ihr sehen könnt, Hannah Moore. Hannah Moore war eine Baptistin gewesen, die 1863 von ihrem Afrikaaufenthalt, wo sie als Missionarin der Baptisten gedient hatte, nach Amerika gekommen war. Sie hatte dort ein Traktat über den Sabbat bekommen. Sie hat dieses Traktat gelesen, aber nicht so wirklich verstanden, ist zurück nach Sierra Leone, nach Afrika gegangen und hat dort in Afrika den Sabbat erkannt und wollte jetzt den Sabbat halten, eine Missionarin in Afrika. Mit Adventisten hatte sie erstmal nichts zu tun. Sie nahm dann Kontakt auf mit den Siebenten-Tags-Adventisten in Battle Creek und sie haben gesagt: „Naja, ja, wunderbar, preis den Herrn. Jemand, der den Sabbat hält in Afrika.“ Und das gefiel aber dann ihrer Kirche nicht und sie wurde gefeuert, weil sie den Sabbat hielt. Jetzt hatte sie, sie war Single, sie hatte kein Einkommen und sie bezahlte sie mit dem letzten bisschen, was sie hatte, ihre Überfahrt von Afrika nach Battle Creek und sie freute sich jetzt endlich zu den Adventisten zu kommen, von denen sie so viel gehört hatte, so viel gelesen hatte, all die Traktate und all die Bücher und den Raya Smith kennenzulernen und den kennenzulernen und sie war so begeistert und sie kam nach Battle Creek und sie klopfte an einer Tür nach der anderen, ging von einer Institution zur nächsten und wir kennen die Geschichte aus den Zeugnissen von Ellen White, die zu dem Zeitpunkt nicht in Battle Creek war. Hannah Moore, man muss sagen, sie war ein bisschen, sie war schon ein bisschen alt, nicht wahr? Ging ein bisschen gebeugt, sie hatte jahrelang im Dschungel gelebt, ihre Haare waren grau, sie hatte schlechte Sicht, sie hatte so eine ganz dicke Brille, die Augen waren schon dadurch viel größer, nicht wahr? Ein Auge war fast blind, sie hatte so hässliche alte Klamotten an und sie, so wird sie beschrieben, ja und sie hat immer gefragt: „Ich habe kein Geld mehr, ich bin so froh bei den Adventisten zu sein, könnte ich bei euch leben?“ Und dann haben sie gesagt: „Da preist den Herrn, dass du gekommen bist, frag mal beim Nachbarn.“ Und sie kommt zum Nachbarn und da steht sie, nicht wahr, viel älter als sie, sieht viel älter aus als sie ist und fragt: „Könnte ich bei euch, ich freue mich so bei euch zu sein, preist den Herrn, dass du gekommen bist, leider haben wir gerade Besuch, frag mal da.“ Sie ging von einem Haus zum nächsten, von einer Institution zur nächsten, niemand nahm sie auf.

[52:27] Dann überlegte sie: „Hey, ich habe doch alte baptistische Freunde.“ Hat sich gemeldet, die hatten ein Zimmer, das war kalt, keine Heizung, dort durfte sie bleiben. Sie hat innerhalb von wenigen Wochen Tuberkulose bekommen und ist gestorben. Als Ellen White davon erfahren hat, schreibt sie einige der schärfsten Briefe an die Adventgemeinde jemals. Sie sagt: „Wenn Jesus Christus vor eurer Tür gestanden hätte, ihr hättet ihn abgewiesen.“ Das waren alles Adventisten, die gepredigt haben: „Babylon ist gefallen und raus aus Babylon und wir müssen auf jeden Fall vegetarisch leben, nicht wahr, oder vegan.“ Als das Evangelium hätte demonstriert werden können, hat es keiner getan und so war man natürlich tief betreten, das hat man natürlich gewollt. Und so hat man eine Wohltätigkeitsgesellschaft gegründet, die Siebenten-Tags-Adventistische Wohltätigkeitsgesellschaft. Und 1887 gab es schon 37 Stadtmissionen, aber irgendwie hat sich keiner richtig darum gekümmert. Das war so ein bisschen so ein lästiges Ding am Fuß, wir müssen was für die Armen tun, aber keiner hat richtig gespendet, keiner hat sich darum gekümmert. Ein Jahr später waren schon 40 Prozent der Stadtmissionen wieder eingegangen.

[53:48] Und dann, auch übrigens, es war die Zeit, bei der Ellen White sagt, wir haben das damals das Gesetz so viel gepredigt, bis wir trocken wurden wie die Hügel von Gilboa, wo die Leute nur noch gepredigt, wo Adventisten zu dem Punkt gekommen waren: „Die Leute kennen ja schon Jesus, sie müssen den Sabbat kennenlernen, sie kennen ja schon Jesus, sie müssen 1844 kennenlernen, sie kennen ja schon Jesus, sie müssen von den sieben Plagen hören und dann nur noch über den Sabbat und über 1844 und die Plagen geredet, weil Jesus kannte man ja schon.“ Und es scheint mir so zu sein, dass es eine Verbindung gab zwischen diesem trockenen, nur noch adventistischen Sonderlehren und der Abgrenzung gegen diese Frau Moore. Da war ein Problem, sowohl geistlich als auch im Lebensstil.

[54:39] Und dann kam 1888, vielleicht kennt ihr das Bild, Minneapolis, Generalkonferenz und Gott hat sich gesagt: „Okay, das können wir so nicht lassen. Wenn Jesus bald wiederkommen soll, muss etwas geschehen.“ Und er sandte zwei junge Prediger, deren Namen kennt ihr wahrscheinlich, Alonzo T. Jones und Elliot Wagoner, und die predigten Gerechtigkeit aus dem Glauben, die predigten, dass Christus allein das Zentrum unserer Hoffnung ist. Und man würde ja denken: Halleluja, oder? Aber unsere lieben Brüder und Schwestern, die wir sehr schätzen, die waren schon so festgefahren, dass sie Angst hatten vor dieser einfachen Botschaft, weil sie meinten: „Wenn wir jetzt immer von Jesus reden, dann reden wir über den Sabbat nicht mehr. Und wenn wir jetzt Jesus in den Mittelpunkt stellen, dann kommen wir nicht zu 1844.“ Ob ihr es glaubt oder nicht, die Generalkonferenz hätte beinahe eine Abstimmung gemacht gegen Gerechtigkeit aus Glauben. Da gab es eine Abstimmung, wo man gesagt hat: „Ist das jetzt so wichtig?“ Und bei der Nein hat sich einer mit zwei Händen gemeldet: „Unwichtig, brauchen wir nicht. Haben wir schon, kennen wir, brauchen wir nicht.“ Man könnte viel dazu sagen und es ist auch viel darüber geschrieben worden. Ellen White war dann am Ende so erbost über die Sache. Sie hat dann den Jones und Wagoner genommen und hat dann mit ihnen eine Tournee gemacht durch die Gemeinden und hat gesagt: „Wenn die Generalkonferenz sich hören will, dann sollen es die Gemeinden hören. Wir brauchen Christus, wir brauchen seine Liebe, wir brauchen seine Gnade, wir brauchen seinen Glauben, weil nur so können wir die Gebote halten. Nur so macht 1844 Sinn und nur so haben wir keine Angst vor den Plagen.“

[56:19] Aber was die wenigsten wissen, ist, dass 1888 noch für einen anderen Menschen sehr wichtig war, und das war John Harvey Kellogg. Wovon Kellogg gehört? Der Erfinder der Kellogg's. Kein Scherz. Kellogg war der wahrscheinlich intelligenteste Mann, den die Adventgemeinde jemals besessen hat. Der weltberühmteste, bevor Ben Carson sich entschied. Das ist ein anderes Thema. Kellogg war der bestausgebildete Mann, den es zu der Zeit gab. Er war ein Doktor, er war ein Arzt, er war Siebenten-Tags-Adventist, er hat den Sabbat gehalten, er war bereits Leiter unseres Krankenhauses und 1888, sagt Ellen White, hat er sich bekehrt. Ich sag's nochmal: Er war Siebenten-Tags-Adventist, er war getauft, er hat vegan gelebt, er hat Gesundheitsbotschaft umgesetzt, er war Leiter des Krankenhauses, er war jeden Sabbat im Gottesdienst, hat gepredigt und dann hat er sich bekehrt. Das, was Ellen White sagt: „Nach der Versammlung in Minneapolis war Dr. Kellogg ein bekehrter Mann und wir wussten es alle, wir konnten die bekehrende Kraft Gottes in seinem Herzen und Leben sehen.“ Der hat nicht nur noch geredet, es war sichtbar, es war demonstriert. Die 1888 Botschaft hat etwas bewirkt. Die Leute haben vorher von Gehorsam und Gehorsam und Gehorsam und Gehorsam und Gehorsam gesprochen und waren ungehorsam. Hier hört jemand die Botschaft von Christus und seiner Gerechtigkeit und er nimmt sie an und sagt: „Ich hilfloser Sünder, ich brauche Jesus“ und er wird ein lebendiges Zeugnis.

[58:02] Das erste, was er sagte, ist: „Wir müssen etwas für die Armen tun, wir müssen etwas für andere tun.“ Und Kellogg war jemand, der wirklich, wenn er sich was in den Kopf gesetzt hat, dann hat er das getan. Er hat dann 1890 vorgeschlagen: „Lasst uns doch mal ein Waisenhaus gründen. Wir haben doch kein Waisenhaus, es gibt adventistische Waisen, wir brauchen ein Waisenhaus.“ Die Leute haben vielleicht gedacht: „Waisenhaus, ist das jetzt unsere Aufgabe?“ Zum Glück hat Ellen White schnell davon erfahren und sie sagt: „Ich sagte, dies sei genau das, was in unserem Volk gebraucht wird und dass wir in solchen Unternehmungen weit hinter anderen Denominationen zurückstehen.“ Gesagt, getan. März 1891, Kellogg präsentiert die Idee: „Wir brauchen ein Waisenhaus.“ Die Delegierten sagen: „Okay, gut, ein Waisenhaus, dann lasst uns mal dafür sammeln.“ Sammelaufruf. Machen wir eine Sammlung für ein Waisenhaus. Es wurde in den Gemeinden gepredigt: „Liebe Geschwister, bei der letzten Generalkonferenz wurde ein Aufruf erlassen, wir sollen jetzt ein Waisenhaus gründen, wer möchte, darf dafür spenden.“ Es kamen ein paar Spenden, es gab eine Riesenbegeisterung, wisst ihr bei wem? Bei den Waisen. Die Waisen waren total begeistert: „Es gibt ein Waisenhaus bald, ja, unbedingt, ja!“ Und der Rest war so.

[59:22] Kellogg hat eine Studie gemacht, er hatte alle Leiter in der Gemeinde, in allen Vereinigungen gefragt, wie viele Waisen gibt es in den Adventgemeinden. Jetzt haltet euch fest: Es gab 222 offiziell registrierte Waisen. Dann hat er allerdings noch was gemacht, er hat alle Todesanzeigen durchgeblättert der Gemeindezeitschriften der letzten Jahre und hat errechnet, es gibt in Wirklichkeit 774. Und hat dann die Delegierten gefragt: „Ihr Lieben, wo sind die anderen 500?“ Keiner wusste es. Keiner wusste es. 500 Waisen, adventistische Waisen, nicht mal die von draußen, adventistische Waisen, keiner hat sich drum gekümmert. Aber haben alle gepredigt: „Wir müssen das Gesetz halten, ja, kommt aus dir heraus, Babylon.“

[1:00:08] Kellogg sagt: „Das geht nicht, wir müssen was tun, wir müssen was tun für die Armen.“ Und es gibt diesen Spendenaufruf und wie gesagt, naja, es kommt kaum Geld zusammen, mit dem bisschen, was zusammenkommt, kann man keinen großen Reibach machen, naja. Dann kam ein Besuch nach Battle Creek und zwar eine Nicht-Adventistin. Ihr Name war Haskell, Caroline Haskell, nicht verwandt und nicht verschwägert mit dem berühmten Pionier Haskell. Ihr Mann war vor kurzem gestorben und ihr Mann hat ein Herz für Waisen und sie kommt und besucht dieses Battle Creek Sanitarium und fragt den Kellogg: „Sag mal, könnte ich irgendetwas Gutes tun? Ich habe ein bisschen Geld über, mein Mann ist gerade gestorben, der hat mir Geld hinterlassen, ich würde gerne was Gutes tun.“ Und der Kellogg sagt: „Wir haben da im Krankenhaus, da fehlen ein paar Betten, könntest du dir für ein paar Betten sorgen?“ Sie sagt: „Nee, ich wollte schon was Größeres machen.“ „Oh Moment mal, wir wollen ein Waisenhaus gründen.“ Dann fragt sie: „Wie viel?“ „Das würde schon ein bisschen was kosten.“ Dann sagt sie: „Pass auf, du bekommst 30.000 Dollar.“ Das sind umgerechnet heute 700.000 Euro. Eine Nicht-Adventistin auf Besuch zum ersten Mal sagt: „Hier sind 700.000 Euro, bau dein Waisenhaus.“ Gesagt, getan. Waisenhaus wurde gebaut.

[1:01:41] Aber Kellogg hatte noch mehr Ideen. Er hat gesagt: „Waisenhaus schön und gut, aber wir müssen was für die Menschen auch draußen tun. Wir müssen ja die Menschen erreichen, zum Beispiel in Chicago, in diesen großen Städten.“ Wiederum war eine Frau in Battle Creek zu Besuch. Sie war krank gewesen, hatte sich dort behandeln lassen. Es ging ihr besser, aber dann wurde sie in Chicago operiert und verstarb an den Folgen der Operation. Und als sie auf dem Sterbebett war, hat sie zu ihrem Vater gesagt: „Vater, erfüllst du mir eine Bitte?“ Und einer sterbenden Tochter kann man die Bitte nicht ausschlagen. Sie sagt: „Damals, als ich in Battle Creek war bei den Adventisten, die waren so freundlich zu mir im Krankenhaus, die Krankenschwestern. Könntest du bitte dafür sorgen, dass eine Krankenschwester auf deine Rechnung dauerhaft in Chicago arbeitet?“ Und der Vater sagt: „Okay, alles klar.“ Ging also nach Battle Creek und sagt: „Pass auf, meine Tochter ist gestorben. Sie hatte diesen Wunsch, ich werde dafür bezahlen, dass eine eurer Krankenschwestern jetzt als medizinische Missionarin in Chicago arbeitet.“ Gesagt, getan. Kellogg war begeistert und es zeigte sich, dass sie so viel Gutes tun konnte und dass so ein riesen Bedarf ist, dass man jetzt etwas organisierte, was ich euch kurz vorstellen möchte. Man gründete 1892 die sogenannten Christian Help Bands. Schon mal davon gehört? Hat nichts mit den Bands zu tun, die Musik machen, sondern es war eine kleine Gruppe von Leuten, die christliche Hilfsarbeit leisten sollte. Eine Gruppe sah so aus: Neun Personen. Ein Leiter, ein Evangeliumsarbeiter, eine Missionskrankenschwester, drei junge Männer als Lastenträger, drei junge Frauen als Hilfskräfte. Einer war der Leiter, einer hat die Bibelstunden gegeben, einer war dafür zuständig, so richtig medizinisch zu arbeiten und die anderen haben einfach Hilfsdienste geleistet.

[1:03:42] Jetzt, was haben die gemacht? Okay, ihr Lieben, wir sind gleich fertig. Tief durchatmen, zurücklehnen, anschnallen. Was jetzt kommt, ist der absolute Hammer. Das sind Auszüge aus ihren Berichten. Christian Help Bands, 1892, Chicago. Zwei alte Damen, die Holz gespalten haben wollten und niemand hatten, wurden den jungen Männern gemeldet und ein späterer Bericht zeigt, dass das Holz zur großen Freude der einsamen alten Dame gespalten wurde. Eine Witwe wurde gefunden, die unbedingt ihre Räume zum Unterhalt vermieten musste. Mieter wurden gesucht und zu ihr gesandt, sodass sie für sich sorgen konnte. Eine junge Frau wurde gefunden, die dringend medizinische Hilfe benötigte und sie wurde im Krankenhaus gemeldet und Behandlung wurde gesichert. Mr. So und So besucht, dessen Frau im Krankenhaus liegt, das Haus in einem traurigen Zustand. Kann ich gut nachfühlen, wenn man als Mann alleine ist. Geholfen, es wieder zu reinigen. Dem Patienten, der zuvor besucht und behandelt wurde, geht es besser und er ist freudiger, er liebt es, die Bibel zu lesen, die ich ihm gesandt habe. Tränen der Dankbarkeit füllten seine Augen. Als es erhielt, möge der Herr ihn bekehren. Ein anderer schreibt: „Gutes Lesematerial bei einer Familie hinterlassen oder habe zur Apotheke gesandt, um Medizin zu holen oder habe fünf Handschuhe, etwas essen und Traktate weitergegeben.“

[1:05:13] Vielleicht überlegt ihr gerade, warum sollte ich mich anschnallen? Das ist doch das Normalste auf der Welt, oder? Okay, lasst euch noch angeschnallt. In diesem Monat, als das begann, schreibt Ellen White einen Satz, den sie nie zuvor geschrieben hat und den sie danach nie wieder geschrieben hat: „Die Zeit des Testes steht vor uns, denn der laute Ruf des dritten Engels hat bereits begonnen.“ Jahrelang hat sie immer gesagt: „Der laute Ruf ist in der Zukunft, der wird kommen, der laute Ruf kommt, der laute Ruf kommt, der laute Ruf kommt.“ In diesem Jahr, in dem Monat, als die Leute rausgehen und sagen: „Können wir bitte euer Holz hacken und können wir bitte euch helfen“, da sagt sie: „Der laute Ruf hat begonnen.“ Ja, ich dachte, der laute Ruf ist, wenn alle im Stadion predigen. Ich dachte, der laute Ruf ist, wenn riesige Dinge geschehen, doch nicht, wenn Leute Holz hacken, oder? Was haben die Juden erwartet? Einen großen, mächtigen König, oder?

[1:06:30] Der laute Ruf hatte begonnen, ihr Lieben, weil Siebenten-Tags-Adventisten bereit waren, das Selbstverständlichste auf der Welt zu tun: liebevoll zu ihrem Nächsten zu sein. Und das ist medizinische Missionsarbeit. Holz hacken, einen Brief wegbringen, einem Bruder, einer Schwester den Arm um den Hals legen und sagen: „Erzähl mal, wie es dir geht.“ Das ist medizinische Missionsarbeit. Und wisst ihr was? Ich habe eine Vermutung. Meine Vermutung ist, das können wir alle. Weil wir denken: „Medizinische Missionsarbeit, ich müsste erst so viel Kräuter kennen wie der David Mais. Kann ich nicht, also kann ich es nicht machen.“ Preis den Herrn für den David. Aber wenn du das kannst, was wir gerade gelesen haben, dann könntest du den lauten Ruf mitgeben.

[1:07:24] Naja, das war ein Riesenerfolg und Kellogg war total begeistert. Oh, das ist super, das läuft super. Wir müssen das noch erweitern. Wisst ihr, was er jetzt gedacht hat? Im nächsten Jahr, 1893, sollte eine Art Weltausstellung in Chicago kommen. Er hat gesagt: „Das ist unsere Gelegenheit, wir machen ein Riesending. Wir ziehen das richtig groß auf und wir bauen ein Sanitariumskrankenhaus in Chicago für all die Leute.“ Super Idee, oder? Fantastische Idee. Und so hat er überlegt, wie machen wir das? Geld fehlt natürlich her. Bitte gib Geld. Wenn es dein Wille ist, gib Geld. Wenn es dein Wille ist, lass uns Geld. Wir wollen richtig eine Riesenstruktur bauen. Und was meint ihr, was ist passiert? Kurze Zeit später bekommt Kellogg die Nachricht von einer 40.000 Dollar Spende. Umgerechnet fast eine Million Dollar von Neubekehrten aus Südafrika, die dort mit Diamantengegenden gehandelt haben. Da war ein bisschen Geld übrig geblieben. Und die spendieren ihm jetzt eine Million Dollar. Der hat geschrieben: „Gebetserhöhung, preist den Herrn. Amen?“ Ja, sag nicht so früh Amen.

[1:08:41] Wisst ihr, was Ellen White gesagt hat? Ich liebe sie, sie ist so unberechenbar. „Die Mittel, die die Wessels-Familie so reichlich in Amerika gegeben hat, hätten nicht von einer einzigen Person gehandhabt werden wollen, sondern von treuen Haushaltern, die das Geld für die Eröffnung des Werkes in Afrika angewendet hätten. Ein großes Werk hätte in diesem Feld getan werden können. Bücher hätten übersetzt werden sollen, in Feldern, die starke missionarische Bemühungen brauchen. Hier haben die jungen Männer der Wessels-Familie einen Fehler gemacht. Missionsfelder in Afrika schrien in ihrer Entbehrung zu Gott um Hilfe und Erleichterung.“ Mit anderen Worten, die eine Million Dollar Euro waren gerade ganz woanders gebraucht. Nicht in einer riesigen großen Struktur in Chicago, sondern in den unscheinbaren Feldern im afrikanischen Dschungel. Da kann man nicht so viel Aufsehen mit machen, aber da wären sie nötiger gewesen. Was für eine herrliche Lektion. Ja, wir brauchen das, aber wie leicht kann man seiner Begeisterung wieder ein bisschen mehr Menschenwerke machen, als das, was Gott vorgesehen hat. Und dann sagt sie, was das sollte euch wirklich interessieren, sie sagt: „Dieser grausame, verräterische Krieg wäre nicht zu dieser Zeit entstanden, wenn die Missionsarbeit getan worden wäre, die die Menschen in Afrika zu dringend gebraucht hätten.“ Der Krieg, von dem sie spricht, ist der zweite Burenkrieg, der 27.000 Menschen in Südafrika das Leben gekostet hat, wo zum ersten Mal Stacheldrahtzäune verwandt worden sind, um Leute in Konzentrationslager einzusperren. Sie sagt: „Diesen Krieg hätte es nicht gegeben, wenn die neubekehrten Siebenten-Tags-Adventisten ihre Riesenspende nicht für diese tolle Struktur in Chicago, sondern dorthin gesandt hätten, wo es am nötigsten gewesen wäre.“ Den Krieg hätte es nie gegeben.

[1:10:37] Was ist die Lektion? Von dem Licht, das Gott mir gegeben hat, weiß ich, dass er nicht solch ein Werk für uns vorgesehen hat, wie es Dr. Kellogg in Chicago gestartet hat. In jeder Stadt sollten Missionare und Evangelisten benannt werden, die für die unteren Bevölkerungsschichten wirken, aber es dürfen nicht alle Ressourcen für diese Arbeit verbraucht werden, da ansonsten das Werk, die Wahrheit in andere Städte und Missionsfelder weit entfernt von Amerika zu bringen, nicht ausgeführt werden kann. Ellen White ist so unglaublich ausgewogen. Und sie sagt, es gibt zwei Extreme. Wir können entweder nichts machen oder alles machen, aber wir müssen immer diese beiden Felder, die Theorie der Wahrheit und die Praxis der Wahrheit, sie müssen kombiniert sein. Und der Mensch neigt dazu und auch Kellogg neigt dazu, aus lauter Begeisterung und vielleicht ein bisschen Selbsterhebung, nicht wahr? Lass uns was ganz Großes machen, eine große Struktur. Und Gott sagt nein.

[1:11:37] Und dann kam 1893. Auf der Generalkonferenz wollte Kellogg sein großes Prinzip vorstellen. Und wenn ihr wissen wollt, warum bis heute in unseren Gemeinden die Evangeliumsarbeit und die Missionsarbeit getrennt sind, dann werden wir nächstes Mal darüber sprechen. Ellen White sagt uns, der laute Ruf hatte begonnen. Und wenn wir wollen, dass der laute Ruf wieder erschallt, dann müssten wir doch überlegen, was hat damals dazu geführt, dass er begonnen hat? Und was hat dazu geführt, dass er wieder aufgehört hat? Das werden wir uns das nächste Mal anschauen.

[1:12:26] Mit einem Zitat möchte ich euch heute entlassen: „Der Herr wird dir Erfolg in dieser Arbeit geben, denn das Evangelium ist die Kraft Gottes zur Erlösung, wenn es mit dem praktischen Leben verwoben ist, wenn es gelebt und praktiziert wird. Die Verbindung von Christus-ähnlicher Arbeit für den Körper und Christus-ähnlicher Arbeit für die Seele ist die wahre Interpretation des Evangeliums. Das Evangelium wird interpretiert, wenn wir für das Denken der Menschen und für ihre körperlichen Bedürfnisse vereint wirken. Alles andere ist Täuschung. Wenn wir predigen, ohne für die Menschen da zu sein, ist das Selbsttäuschung. Wenn wir für die Menschen da sind, ohne in das Evangelium zu predigen, ist das Selbsttäuschung und deren Täuschung. Aber wenn beides zusammenkommt, dann ist das die wahre Interpretation des Evangeliums.“ In drei Wochen werden wir weitersehen, was aus Kellogg geworden ist und im lauten Ruf und was geschehen muss, dass mit der laute Ruf wieder geschieht. Für heute möchte ich euch einfach diese simple Frage stellen: Wer von euch hat verstanden, was seine Aufgabe ist? Seht ihr jetzt etwas klarer, was diese klar definierte Aufgabe ist? Den Menschen das Evangelium zu predigen und zu demonstrieren. Und wenn das bedeutet, Holz zu hacken oder Medizin zu holen oder einfach da zu sein und ein Buch vorzulesen. Wer von euch möchte sagen: „Ich möchte ein Werk tun, das identisch ist mit dem, was Jesus getan hat.“ Amen. Lasst uns gemeinsam niederknien und beten.

[1:14:42] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass wir deine Worte lesen durften, dass wir uns Gedanken machen konnten über das, was wirklich zählt. Das Evangelium ist nicht einfach eine Theorie, sondern das Evangelium ist eine Theorie, die demonstriert wird. Wir möchten dich um Vergebung bitten, dass so oft wir eine Theorie vertreten haben, ohne in unserem Leben zu demonstrieren, dass diese Theorie wirklich Kraft hat. Bitte hilfst du uns, dieses identische Werk zu tun, das Jesus auch getan hat. Hab Dank, dass du uns zeigst, dass das keine große Sache ist, nichts Außergewöhnliches, wo man jahrelange Ausbildung braucht. Und auch wenn du auch Prediger und Missionare und Evangelisten und Ärzte und medizinische Missionare im Besonderen brauchst, brauchst du doch jedes einzelne Gemeindebild, das diese Art von missionarischer Arbeit tut. Praktische Hilfeleistung für die Nächsten, praktische Freundlichkeit, eine Demonstration des Evangeliums. Herr Jesus, darum bitten wir dich, dass wir als Gemeinde das lernen, dass nicht nur das Universum, sondern auch die Welt sieht, was das Evangelium kann und dass durch dieses Sehen sie verstehen, was auch die Theorie des Evangeliums ist. Wir bitten dich von ganzem Herzen, dass du uns heute segnest, an diesem Sabbatag, dass wir heute die Gelegenheit haben, durch unsere Taten das Evangelium, das wir glauben, anderen zu demonstrieren. Im Namen Jesu, Amen.


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