In dieser Predigt wird William Foy vorgestellt, ein oft übersehener Pionier der Adventbewegung. Erhard Vasicek beleuchtet Foys Leben und seine Rolle in der Zeit vor 1844, eine Periode, die von wichtigen prophetischen Erwartungen geprägt war. Der Vortrag geht auf Foys Visionen ein, die er in Boston empfing, und thematisiert die Herausforderungen, denen er sich als Farbiger gegenübersah. Es wird betont, wie Gott auch ungewöhnliche und benachteiligte Personen beruft, um seine Botschaft zu verbreiten.
Es sei denn, wir vergessen: 1. William Foy – Den guten Kampf gekämpft
Erhard Vasicek · Es sei denn, wir vergessen ·Themen: AdventgeschichteWeitere Aufnahmen
Serie: Es sei denn, wir vergessen
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Transkript
[0:33] Herzlich willkommen zum ersten Teil unserer Vortragsreihe: "Es sei denn, wir vergessen". Erweckt durch die Adventgeschichte. Wir wollen uns heute beschäftigen mit einem Pionier, der für manche völlig unbekannt ist und wo sich manch anderer fragt: War das eine Person, die wirklich dem Ruf Gottes treu geblieben ist, oder hat er irgendwann seine Verantwortung niedergelegt und ist abgefallen vom Glauben? Wir wollen uns heute beschäftigen mit einem Mann namens William Foy. William Foy ist jemand gewesen, von dem interessanterweise kein einziges Bild existiert. Es gibt nur eine Fotografie, die man seinem Sohn zuordnet. Aber William Foy war jemand, der in der Periode vor 1844 von Gott benutzt wurde und der erstaunliche Erfahrungen gemacht hat mit seinem Herrn, der ihn berufen hat.
[1:30] Ich möchte gerne am Anfang eine Aussage lesen aus dem Buch "Heralding Stories" auf adventist.news aus dem zweiten Band. Und das heißt hier: "Während du die Leben dieser hingegebenen Männer und Frauen Gottes nochmals betrachtest, ist es meine sehnlichste Hoffnung, dass du dahin geführt wirst, dein eigenes Leben dem Dienst für Jesus, deinem besten Freund, der gestorben ist, damit du für immer mit ihm leben kannst, erneut zu weihen. Es ist mein Gebet für uns alle, dass wir auch in der Nachfolge unseres Herrn hingegeben sein werden, dass wir willig werden, zu tun, worum immer er uns bittet, und dorthin zu gehen, wo auch immer er uns hin sendet. Ich bete darum, dass jeder von uns standhaft bleibt, bis Jesus in den Wolken der Herrlichkeit kommt, um uns mit ihm nach Hause zu nehmen."
[2:26] Wir haben hier ein Bild vom Grabstein von William Foy. Und dieser Grabstein hat eine ganz bezeichnende Inschrift, nämlich einen Text aus dem zweiten Timotheusbrief, Kapitel 4, Vers 7. Und dort schreibt Paulus: "Ich habe den guten Kampf gekämpft, ich habe den Lauf vollendet, ich habe Glauben gehalten." William war jemand, der in einer, könnte man sagen, entscheidenden Zeit in der amerikanischen Geschichte eine Botschaft hatte, die nicht für jeden populär war. Und er war auch jemand, der eine nicht populäre Hautfarbe gehabt hat, nämlich William Foy war ein hellhäutiger Farbiger. Er war ein Baptist und ein großer Redner und er bereitete sich auf seine Einsegnung als Prediger vor. Im Jahr 1842, von 1840 bis 1842, in Boston gelebt, erhielt William Foy einmal im Januar und einmal im Februar jeweils eine Vision, die er auch geteilt hat.
[3:34] Manche verwechseln William vielleicht unwissentlich mit diesem Mann hier auf dem Bild. Dieser Mann war ein entfernter Verwandter von Ellen White, namens Hessen Force. Und er war der Mann, den Gott berufen hat, nach William Foy, mit dem Unterschied, dass Hessen Force ein Weißer war. Er war ein talentierter Mann, aber Hessen Force war jemand, der den Ruf Gottes abgelehnt hat. Dazu werden wir später noch kurz kommen.
[4:02] Warum vielleicht manche Adventgläubige glauben, dass William vom Glauben abgefallen ist, hat vielleicht unter anderem zu tun mit einer Aussage, die J. D. Loughborough gemacht hat, auch einer unserer entscheidenden Pioniere, der auch die ersten zwei denominationellen Geschichtswerke geschrieben hat. Eines findet man vielleicht noch im Deutschen antiquarisch, das heißt "Entstehung und Fortschritt". Und Loughborough schreibt in diesem Werk folgendes: "Nachdem verschiedene Teile Englands bereist hatte, ließ er im Jahr 1845 zwei seiner Gesichter in einer Broschüre drucken, betitelt 'Vors Gesicht'. Aber schließlich erhob er sich über die Offenbarung, verlor infolge dessen seine Einfalt und damit auch diese Gabe des Geistes. Er kränkelte und starb bald darauf." Loughborough war einer unserer treuen Pioniere, aber was man dazu sagen muss zu dieser Aussage ist, dass er irgendwie falsch informiert gewesen sein muss, weil es fakt war, dass William Foy auch nach der großen Enttäuschung 1844 noch mehrere Jahrzehnte weiter gelebt hat.
[5:20] So viel weiß man heute. Wenn wir uns anschauen, an wen Gottes Ruf erging in diesem Zeitraum, ist es sehr interessant, dass Gott ganz unterschiedliche Menschen berufen hat, die auch nicht alle so populär waren zu dieser Zeit. Wenn man darauf abzielt, dass sie Menschen waren, durch die Gott sein Volk führen wollte, nämlich einmal mit Ellen White, sehen wir, dass Gott eine Frau berufen hat von damals schwächlicher Gesundheit. Als Ellen White ihre erste Vision erhalten hat, war sie ungefähr 17 Jahre alt und wog weniger als 40 Kilogramm. Dann einmal Hessen Force, ein Weißer, und ganz links William Foy, ein Farbiger, der damals auch mit Vorurteilen gegenüber seiner Hautfarbe zu kämpfen hatte.
[6:13] Im Jahr 1818, wir sehen hier ein Beispielbild von New England, von der ländlichen Gegend. Im Jahr 1818 wurde William Foy als erster Sohn seiner Eltern, die freie Farbige waren, geboren. Zu der Thematik mit dem freien Schwarzen kommen wir später noch einmal zurück, weil das Wort ein bisschen trügerisch ist. Selbst in den Nordstaaten, wenn jemand in Boston z.B. gelebt hat, dann war er nicht wirklich so, wie du und ich heute in unserer Gesellschaft, ein völlig freier Mann. Wenn man das Wort auseinandernehmen würde...
[6:54] Im Jahr 1835 hat William seine Bekehrung erlebt und er führt das auch zurück auf einen Mann, oder verbindet das auf einen Mann, der hier auf dem Bild sieht, nämlich Silas Curtis. Der ein weißer Prediger gewesen ist, der war aktiv auch in der Anti-Sklaverei-Bewegung. Und Silas Curtis hat Gemeinden gegründet innerhalb seiner Laufbahn und Hunderte von Menschen haben sich bekehrt aufgrund vom Dienst von Silas Curtis. Sei es Curtis war für ihn mehr als jemand, der ihn nur getauft hat, sondern er war für William Foy auch ein Vorbild und jemand, an dem er sich auch orientiert hat, wenn es um manche Lebensfragen ging.
[7:37] William Foy schreibt selber, und das hier kommt aus "Christian Experience", das ist eine Broschüre, die William Foy im Jahr 1845 selber veröffentlicht hat. Und William Foy schreibt hier: "Im Jahr 1835 führte mich die Predigt vom Ältesten Silas Curtis dahin, mich zu fragen, was ich tun musste, um gerettet zu werden. Christen wiesen mich auf das Lamm Gottes hin, welches die Sünden der Welt hinweg nimmt. Dann wurde ich willig, alles aufzugeben. Und in diesem Moment erschien mir Christus als der Eine, der völlig lieblich ist. Dann erfreute ich mich an Gott, meiner Erlösung."
[8:16] Foy hat hier einen interessanten Satz gesagt in dem Zeugnis, das er gibt. Er sagt: "Dann wurde ich willig, alles aufzugeben." Ellen White schreibt darüber im Geist der Weissagung, in Zeugnisse Band 6 für die Gemeinde, auf der Seite 99, wie wichtig es ist, sich Gott gänzlich zu übergeben. Und sie schreibt: "Satan möchte verhindern, dass jemand einsieht, wie notwendig es ist, sich Gott gänzlich zu übergeben. Vollzieht die Seele diese Übergabe nicht, wird die Sünde nicht aufgegeben. Dann streben es Lust und Leidenschaften nach der Herrschaft und Versuchungen verwirren das Gewissen, so dass keine wahre Bekehrung stattfindet."
[9:02] Im Jahr 1835 hat William Foy dann auch seine Taufe erlebt. Allerdings muss man dazu sagen, dass William Foy selber sagt, dass er drei Monate ungehorsam war, bevor er vor die Gemeinde trat und eigentlich erzählt hat, welche Erfahrungen er mit Gott gemacht hat. Das hat nichts damit zu tun, dass William Foy keine wahre Bekehrung erlebt hat, sondern der Grund ist darin zu suchen, dass William Foy auch wenn er in einer Gemeinde war, wo er jetzt nicht der einzige Farbige war, dass es so war, dass selbst die freien Farbigen nicht die gleichen Rechte gehabt haben wie jetzt die weißen Gemeindemitglieder. Dh. die christliche Philosophie von der Gleichheit hat diese Linie der Rassentrennung vielleicht gebogen, aber sie hat sie nicht gebrochen.
[9:56] Die Farbigen saßen damals oft, den wurden die Plätze in den hinteren Reihen der Gemeinde zugewiesen. Und es hat schon einiges an Mut erfordert, sich als Farbiger vor die Gemeinde zu stellen und sein Zeugnis wiederzugeben.
[10:11] Als William Foy dann getauft wird in diesem Jahr, ihr seht hier ein Beispielbild. Als William Foy getauft wurde, da sagt er: "Während ich aus dem Wasser herausstieg, da erschien es mir, als ob die sich öffnenden Himmel um mich herum erstrahlten, und ich rief mit einer lauten Stimme: Ehre Gott und dem Lamm, das auf dem Thron sitzt!"
[10:38] William Foy hat dann die entscheidenden, oder für ihn entscheidende Jahre erlebt, auch wenn es um die Adventbewegung geht, im Zeitraum von circa 1840 bis 1842 in Boston. Das war auch der Zeitraum, in dem Foy seine ersten beiden Visionen erhielt, eine im Januar und eine im Februar des Jahres.
[11:02] Boston im Jahr 1790 ist eine sehr interessante Stadt. Nämlich Boston gehörte nicht zu den Südstaaten. In den Südstaaten war die Sklaverei noch sehr stark und da gab es eigentlich ein Bedürfnis, noch mehr Sklaven zu haben. Während es im Norden so war, dass Anti-Sklaverei-Gesellschaften sich entwickelt haben. Wenn wir uns einmal ein paar Zahlen anschauen, dann sehen wir, dass in New York z.B. im Jahr 1790, das war jetzt einige Zeit, bevor Foy in Boston gelebt hat, dass es 3252 Farbige gab. Davon waren 2184 Sklaven und 1078 waren frei. Wenn wir uns Philadelphia anschauen, da sehen die Zahlen schon wieder anders aus: 1630 Farbige, 210 Sklaven und 1420 frei. Baltimore: 1578 Farbige und 323 freie. Und wenn wir Boston anschauen im Jahr 1790, gab es 761 Farbige. Das sind viel weniger, und alle davon waren frei.
[12:10] Das hier ist die Grove Street, in der Foy gelebt hat, während der Zeitperiode, wo er seine Visionen erhielt. Die er auch z.B. unter Baptisten und Methodisten, unter diesen zwei Gruppierungen, hat er die Visionen geteilt. Wie ich vorhin schon erwähnt habe, war es so, dass man als Farbiger auch in Boston, in einer Stadt, wo es auch den Vorteil gab, dass Farbige z.B. eine Erziehung erhalten konnten, war man trotzdem, auch wenn man ein freier Farbiger war, nicht wirklich frei.
[12:51] Wir sehen das auf dem Plakat hier: "Vorsicht!" steht hier drauf, an die farbigen Menschen von Boston. Diejenigen von euch, die Englisch können, die können das ja in Ziffern, worum es geht. Es war so, dass auch die Farbigen damals in Boston nicht alle Freiheiten hatten. Denn wenn jemand in Boston damals gesagt hat: "Ich habe Visionen erhalten", und die dann öffentlich wiedergibt, dann war das doch eine Position, die nicht zu beneiden und die auch gefährlich sein konnte.
[13:22] So war es auch so, dass die Schwarzen damals überwacht wurden, ihre Bewegungen, und das ist auch sein konnte, wenn es schlecht läuft, dass auch in manchen Gegenden der Nordstaaten, wenn du als Schwarzer jetzt gereist bist, das gefährlich war, weil jemand denken könnte, dass du ein entlaufener Sklave bist. Und in diesem Zeitabschnitt ist es jetzt so, dass William Foy seine erste Vision erhält.
[13:54] Im Jahr 1835 war es auch so, dass in den Südstaaten das Recht, sich zu versammeln, von fast allen Farbigen weggenommen wurde, und dass sie eigentlich nur ihre Gemeinde-Veranstaltungen abhalten konnten, wenn ein zugelassener und respektierter weißer Prediger dabei gewesen ist. Natürlich war es auch so, dass im alltäglichen Leben von Boston, dass die Schwarzen Angst haben mussten, dass sie vielleicht beleidigt werden, dass sie aus der Reihe tanzen. Und es gab auch rechtliche Benachteiligungen und Verleumdungen, wenn du ein Farbiger gewesen bist.
[14:38] Die erste Vision von William Foy fand dann statt in Boston im Jahr 1842, genauer gesagt am 18. Januar des Jahres, in der South Park Street in Boston. Und sie dauerte zweieinhalb Stunden. William Foy war ja Mitglied der Free Will Baptist Church und als er diese erste Vision erhielt, schreibt er selber darüber auch in dieser Broschüre, "The Christian Experience of William Foy", auf der Seite 9.
[15:11] Dort schreibt er: "Am 18. Januar 1842 traf ich mich mit dem Volk Gottes in der South Park Street in Boston, wo sich die Christen im ernsten Gebet befanden, und wo meine Seele in der Liebe Gottes glücklich war. Sofort wurde ich wie in Todesqualen ergriffen, und mein Atem verließ mich. Es ist interessant, wenn man an Daniel Kapitel 10 denkt. Dann sah ich einen, der mit weißen Kleidern angetan war, und dessen Angesicht heller leuchtet als die Sterne." Die Vision von William Foy dauerte zweieinhalb Stunden, und wir werden das nachher noch sehen, in dieser Broschüre, die William Foy herausgegeben hat, finden wir auch die Augenzeugen unerwähnt, z.B. einen Dr. Cummings, seine Frau und einige weitere Menschen, die damals anwesend waren.
[16:01] Finden wir ihre Namen auf der Rückseite verzeichnet. Wahrscheinlich hat kaum der ein oder andere von euch einmal gelesen den Inhalt von einer Vision, die William Foy von Gott bekommen hat. Ich möchte euch gerne mitnehmen in die ersten zwei Visionen und einen kurzen Abschnitt daraus lesen, dass ihr euch ein bisschen vorstellen könnt, was der Inhalt war von den Visionen, die William Foy erhalten hat und die er dann auch geteilt hat mit anderen.
[16:29] In der ersten Vision schreibt Foy, das ist ein Auszug hier: "Dieser leuchtende Eine nahm ich bei meiner rechten Hand und führte mich zu einem Flussufer. In der Mitte des Flusses war ein Berg reinen Wassers. Am Ufer sah ich eine Menschenmenge, bestehend aus Großen und Kleinen. Sie waren die lebenden Einwohner der Erde. Bald bewegten sich alle nach Westen und liefen auf dem Wasser, bis wir den Berg erreichten. Dieser Berg wurde zur Trennlinie zwischen den Gerechten und den Bösen. Die Gerechten überquerten ihn und durchliefen drei Veränderungen: Zuerst wurden ihre Körper verherrlicht, als zweites erhielten sie reine und leuchtende Kleider, als drittes wurden ihnen leuchtende Kronen gegeben. Als aber die Bösen den Ort erreichten, an dem die Gerechten verwandelt worden waren, sanken sie um Gnade und sanken unter den Berg. Dann sah ich in der Mitte dieses endlosen Platzes einen Baum. Mein Ratgeber sprach daraufhin mit einer lieblichen Stimme zu mir und sagte: 'Diejenigen, die von der Frucht dieses Baumes essen, kehren nicht mehr zur Erde zurück.' Ich streckte meine Hand aus, um von der himmlischen Frucht zu essen, aber oh weh, ich befand mich sofort wieder in diesem einsamen Tal der Tränen."
[17:46] Wahrscheinlich ist dem einen oder anderen von euch aufgefallen, wenn wir uns den letzten Teil dieses Abschnitts anschauen, erinnert das sehr, sehr, sehr stark an etwas, was Ellen White gezeigt wurde in einem Gesicht von Gott.
[18:04] Hier haben wir noch mal, was ich angesprochen hatte vorhin, auf der Seite 24 von dieser Broschüre, die Foy herausgegeben hat, haben wir hier die Namen von Augenzeugen, die gegenwärtig waren bei dieser Vision. Und das auch bei ihm festgestellt wurde, dass er nicht atmete und das Lebenszeichen bei ihm eigentlich nur in der Herzgegend vorhanden waren.
[18:29] Die zweite Vision erhielt William Foy im darauffolgenden Monat, am 4. Februar 1842, in der African Methodist Episcopal Church in der Main Street im Beacon Hill in Boston. Und diese Vision dauerte zwölf eineinhalb Stunden.
[18:49] Williams hat seine erste Vision nicht mitgeteilt. Er hat zwar eine Last auf seinem Herzen gefühlt, aber er hat sich gewisser Weise ein bisschen entschuldigt damit, dass ihm ja nicht buchstäblich gesagt wurde, dass er die Vision teilen soll. Und so befindet er sich am 14. Februar 1842 in einer Versammlung, und im Lauf dieser Versammlung bietet er jemanden seinen Platz an, und er kommt in die Vision. Und nach zwölf eineinhalb Stunden kommt er wieder zu sich.
[19:22] Wir wollen mal einen kleinen Ausschnitt lesen aus dieser langen Vision, die Foy gehabt hat, oder einen Ausschnitt, den er beschreibt in seiner Broschüre, besser gesagt. Und er sagt dann: "Kam einer zu mir, der in weiß gekleidet war, den ich meinen Ratgeber nennen. Er führte mich zu einem Platz, der einer engen Tür öffnete. Das erste, was ich sah, war ein mächtiger Engel, bei dessen rechter Hand ein großes, geöffnetes Buch lag. Zu seiner Linken saß ein anderer mit einem geöffneten Buch vor ihm. Daraufhin sprach mein Ratgeber zu mir und sagte: 'Diejenigen, welche ihre Sünden auf der Erde bereuen, werden aus dem Buch auf der linken Seite ausgelöscht und in dem Buch auf der rechten Seite niedergeschrieben.' Dann sah ich Engel von der Erde herauf und hernieder fahren. Sie überbrachten den aufzeichnenden Engeln Botschaften."
[20:19] William Foy war natürlich jemand, der dann schließlich, als er seine Visionen wiedergegeben hat, das Ganze im Vorfeld nicht ohne innere Kämpfe abgelaufen ist. William Foy schreibt selber davon: "Die Botschaft war so unterschiedlich und die Art und Weise, wie der Befehl gegeben wurde, so verschieden von allem, was ich bisher gehört hatte und Wissen über das Vorurteil gegenüber Leuten, meine Hautfarbe, wurde das Ganze für mich sehr herausfordernd. Folgende Fragen kamen mir immer wieder in den Sinn: Warum sollten gerade mir all diese Dinge gegeben werden, um sie der Welt mitzuteilen, und nicht gebildeten oder jemandem, der in einer anderen Situation als der meinigen ist? Aber ich konnte keine Ruhe in diesem Zustand des Ungehorsams finden. Der Gedanke: 'Wem er, wenn ich diese Dinge nicht weitergebe, lastete schwer auf meiner Seele.'"
[21:15] In verschiedenen Situationen in der Geschichte war es immer wieder so, dass Gott Menschen, die er berufen hat zu einer bestimmten Aufgabe, und die große Schwierigkeiten vor sich gesehen haben, dass Gott diese Menschen ermutigt hat. Ein Beispiel finden wir auch zum Beispiel in der Adventgeschichte, wenn es um William Miller geht, der eine Einladung bekam, um zu verkündigen, was Gott ihm gezeigt hat.
[21:44] Gott hat es William Foy auch leicht gemacht, und das ist sehr tröstend auch für uns, die wir in einer entscheidenden Zeit leben. Gott hat William Foy auch einladen lassen, nämlich es kann einige Zeit nach dem Foy, diese lange Vision gehabt hat, kam ein Pastor einer Gemeinde und mit einigen Gemeindegliedern, die William Foy eingeladen haben, hier in die Broomfield Street, in die Second Baptist Church, die 1000 Sitzplätze, tausend Menschen konnten dort komfortabel sitzen, hatte William Foy eingeladen, haben dort seine Vision zu erzählen.
[22:24] Das war der erste Ort, an dem Foy seine Visionen mit... Und als sie Foy eingeladen haben, hat zugesagt, aber er hat es einige Zeit später bereut. Und als dann dieser entscheidende Tag gekommen ist, an dem Foy seine Vision erzählen sollte, da war er in großer Anfechtung. Und Foy hat sich überlegt, er hat an seine Hautfarbe gedacht und an die Schwierigkeiten und wie es wohl sein wird, wenn er als Farbiger dort steht und wenn er sich vielleicht nicht mehr genau an alles erinnern kann, was er wiedergeben soll.
[23:00] Und an diesem Tag war es dann so, dass einige Anhänger der Gemeinde, dass sie Foy aufgesucht haben bei ihm zu Hause, und sie haben ihn begleitet bis zu dieser Gemeinde, bis zu dieser Kirche in der Branch Street, wo Foy seine Vision wiedergegeben hat. Ich möchte gerne eine Aussage mit euch teilen, wo es generell darum geht: William Foy war nicht der erste, der Schwierigkeiten oder Herausforderungen gehabt hat, dem Ruf zu folgen, den Gott an ihn gegeben hat. Und es gibt in der Geschichte sehr stärkende Beispiele davon, wie Gott Menschen ermutigt und wie er ihnen hilft, ihre Aufgabe nachzukommen.
[23:45] Ein generelles Beispiel, unabhängig davon, finden wir, wenn es um die Berufung von Mose geht. Und ich möchte einen Abschnitt mit euch lesen aus dem Buch "Patriarchen und Propheten" auf der Seite 232. Und dort schreibt Ellen White: "Trotz dieses göttlichen Auftrags fehlte Mose jedes Selbstvertrauen. Er war bedächtig im Reden und ängstlich dazu. Er war von der Vorstellung erfüllt, er sei unfähig dazu, Gottes Sprachrohr für Israel zu sein. Aber nachdem er die Aufgabe einmal angenommen hatte, stellte er sich mit ganzem Herzen darauf ein, voller Vertrauen auf den Herrn. Die Bedeutung seiner Sendung erweckte ihn ihm die..."
[24:23] seiner Sendung erweckte ihn ihm die höchsten Geisteskräfte und Gott segnete seinen bereitwilligen Gehorsam. Er wurde berät und hoffnungsvoll, so dass er gefasst und bestens vorbereitet an das größte Werk gehen, das jemals einem Menschen übertragen wurde. Das ist ein Beispiel dafür, wie Gott denen Kraft gibt, die vertrauensvoll und vorbehaltlos seinen Befehlen nachkommen. Auffällig, Gott wird in Verantwortung einem Menschen Kraft und Leistungsfähigkeit zufließen lassen, sobald er sich mit ganzer Seele darauf vorbereitet, sie gewissenhaft zu tragen. Mögen Amt und Fähigkeiten noch so bescheiden und begrenzt sein, so wird doch jemand, der sein Werk im Vertrauen auf Gottes Kraft treu zu verrichten sucht, wahre Größe erlangen.
[25:14] Als William Foy dann sich in diesem Gebäude befand, in der Branch Street, da war es so, dass er erst einmal den Pastor gebeten hat, die Versammlung mit Gebet zu eröffnen. Und William Foy hat innerlich gehofft, dass sie vielleicht in dieser Gemeinde eine Gebietsversammlung haben, anstatt dass er sein Zeugnis erzählen muss. Aber als William Foy dann gebetet wurde, da sagt Foy: "Es erschien mir, als ob eine Stimme zu mir spricht und mir sagt: Ich bin mit dir und ich habe versprochen, mit dir zu sein." In diesem Moment hat Foy Befreiung erfahren von seinen Ängsten und von seinen Unsicherheiten. Er sagt: "Mein Herz begann dann in mir zu brennen und die Furcht vor Menschen floss plötzlich." Und dann sagte ich: "Ich habe mit großer Freiheit erzählt."
[26:13] Er hat davon erzählt, was Gott ihm gezeigt hat, und die Versammlung saß in völliger Stille da. Foy ist daraufhin monatelang gereist und hat seine Erfahrungen geteilt mit Häusern, die gut gefüllt waren. Dann hat er für einige Zeit, um seine Familie zu unterhalten, die öffentliche Arbeit für eine Zeit verlassen. Aber er hat keine Ruhe gefunden, Tag und Nacht, und hat seine Arbeit dann immer wieder aufgenommen. Hat auch in seiner Arbeit im Zusammenhang damit, hat Foy auch Verfolgung erlebt und Schwierigkeiten. Aber er hat gesagt: "Das Versprechen eines Ratgebers hat mich niemals verlassen, nämlich mit William Foy zu sein."
[26:55] Williams hat dann im Jahr 1845 diese Broschüre herausgegeben und er schreibt dort folgende Worte: "Das ist ein kurzer Textauszug vom Ende dieser Broschüre." Und William Foy sagt: "Mein Ziel mit der Veröffentlichung dieser Visionen ist die Heiligen zu ermutigen. Sie waren mir in Zeiten der Versuchung und Prüfung ein großer Trost. Wann immer sich mein Herz traurig und allein fühlte, haben mich die Dinge, welche mir der Engel gezeigt hat, über die ermüdenden Szenen der Erde erhoben. Es ist mein Verlangen, dass die Kinder Gottes in derselben Weise gesegnet werden. Ich warte nun auf meinen kommenden Herrn."
[27:47] Interessanterweise war es so, dass Ellen White, bevor sie ihre erste Vision bekommen hat, dass sie William Foy das ein oder andere Mal sprechen hörte. Einmal zum Beispiel im Jahr 1844 an einem späten Sommerabend war die Familie Harmon unter den Zuhörern, als William Foy gesprochen hat zu einer Versammlung. Ellen White hat eine Situation einmal beschrieben, wo die erste Frau von William Foy, seine Frau hieß es, wo sie in der Nähe oder neben Ellen White gesessen ist und sich sehr unruhig bewegt hat, was wahrscheinlich daran lag, dass sie verunsichert war oder verängstigt, weil es, wie gesagt, für William Foy herausfordernd war, auch in diesem Setting als Farbiger einfach zu sprechen und über Visionen zu erzählen, die Gott ihm geschenkt hat.
[28:42] Ellen White war jemand, die, wenn sie über William Foy gesprochen hat, es sieht so aus, dass sie nie angezweifelt hat, dass Foy von Gott berufen war. Sie hat an einer Stelle gesagt über William Foy, dass es ganz erstaunliche Zeugnisse waren, die er überbracht hat. Im Gegensatz zu William, der seinen Dienst treu ausgeführt hat, steht dieser Mann, den Gott nach William Foy berufen hat.
[29:12] Vielleicht noch ein kurzer Zusatz: Williams hatte insgesamt vier Visionen. Von der vierten weiß man nicht, aber man geht davon aus, dass William Foy diese Vision geteilt hat mit anderen Helden. Foy war jemand, der ein weißer Mann war, ein talentierter Mann, auch ein entfernter Verwandter von Ellen White. Er hat sein erstes Gesicht kurz vor der Wiederkunft im Jahr 1844, vor der erwarteten Wiederkunft bekommen. Aber er hat sich geweigert, wiederholt geweigert, das Licht weiterzugeben. Und als Gott ihn dann schließlich klar gemacht hat, dass diese Würde von ihm genommen wird und auf jemand anderen gelegt wird, da war es so, dass Hessen Foy dann schließlich gesagt hat: "Ich teile das, was Gott mir gezeigt hat."
[30:03] Und als er in einer Versammlung war und er versuchte, das wiederzugeben, was Gott ihm gezeigt hat, da konnte er es nicht. Und Augenzeugen, die damals dabei waren, haben gesagt, dass das die schrecklichste Versammlung war, die sie jemals besucht hatten. Und Hessen Foy hat selber gemerkt, dass der Geist Gottes ihn verlassen hat.
[30:25] Die erste Vision, die Ellen White gehabt hat, war im Dezember 1844. Sie war 17 Jahre alt und von schwacher Gesundheit und wog zu der Zeit weniger als 40 Kilogramm. Über William Foy hat sie gesagt: "Der Satz, den wir vorhin schon erwähnt haben, es waren außergewöhnliche Zeugnisse, die er überbrachte."
[30:49] William Foy hat heute, wissen wir, wo William Foy seine letzten Jahre verbracht hat. Das war in einer ländlichen Gegend von Sullivan in Maine. Wenn man lokale Aufzeichnungen betrachtet, dann nehmen sie Bezug auf William Foy und sagen: "Er war ein machtvoller Prediger, der es geliebt hat, über das Kommen von Christus zu sprechen."
[31:15] William Foy war treu in seinem Dienst und Gott hat ihn berufen vor 1844, um wichtige Botschaften, die Gott ihm gezeigt hat, weiterzugeben. Vor der Zeit der großen Enttäuschung, besser gesagt, in einer Zeit, wo farbige Menschen geächtet wurden und wo sie teilweise getötet wurden für Vergehen, in Anführungsstrichen, die weit weniger schlimm gewesen sind.
[31:45] Hier ist ein Auszug aus ein paar Versen, die William Foy selber niedergeschrieben hat. Ihr findet das hier auf Englisch, der ein oder andere kann es vielleicht entziffern. Ich versuche das zu übersetzen, während wir uns die Folie anschauen. Das ist sehr bezeichnend, was Foy schreibt. Er sagt: "Während ich unten in Ägyptenland war, hörte ich, dass mein Erlöser sich anschickte zu kommen, und der Mitternachtsruf erklang, und ich wollte frei sein."
[32:14] "Also verließ ich meine formalen Brüder, um das Jubeljahr zu verkündigen. Sie sagten, dass ich besser bleiben sollte und mit ihnen auf ihrem Weg wandeln sollte, aber sie verachteten oder spotteten in Bezug auf die Kraft meines Herrn. Mit ihnen konnte ich nicht übereinstimmen. Also verließ ich ihre getünchten Synagogen, um das Jubeljahr zu verkündigen."
[32:43] Und er schreibt weiter: "Der Kampf ist nicht für die Starken, die Schwachen werden das Lied der Überwinder singen. Ich bin durch den Feuerofen hindurchgegangen und mir ist kein Unrecht, kein Übel geschehen. Ich kam heraus mit einem stärkeren Beweis, um das Jubeljahr zu verkündigen."
[33:08] William Foy war jemand, der Gottes Ruf in einer Zeit, die für ihn nicht einfach war, treu gewesen ist. Was wir lernen können aus seinem Leben sind, denke ich, verschiedene Dinge. Einmal, dass Gott alle Menschen berufen möchte, unabhängig von Geschlecht, Alter und Hautfarbe, und sie verwenden möchte, um sein Werk zu vollenden. Wenn wir unseren Willen Gott übergeben, wird er uns helfen, jedes Hindernis zu überwinden, um seine Botschaft zu verkündigen.
[33:35] Allein das Befolgen von Gottes Ruf bringt Frieden und Glück. Wir leben auch in einer entscheidenden Zeit, und Gott hat uns eine entscheidende, wichtige Botschaft für diese Welt gegeben. Die meisten von uns haben nicht mit solchen Vorurteilen zu kämpfen, die so geartet sind, wie die Vorurteile, die William Foy entgegenstanden. Aber Gott wünscht sich auch von uns, und er möchte jedem von uns die Kraft geben, der sich vielleicht angstvoll fühlt oder der diese großen Berge vor sich sieht, die Schwierigkeiten, wenn es darum geht, Gottes Auftrag für mein Leben in dieser Zeit auszuführen.
[34:13] Und Gott möchte uns durch das Leben von William Foy und durch seinen Dienst, den er getan hat, in einer wichtigen Zeit für Gottes Volk, möchte auch er uns ermutigen, unserem Dienst und unserer Aufgabe treu zu sein und einen Teil dazu beizutragen, in Gottes Kraft das Werk zu vollenden, damit Jesus bald wiederkommt und alle zu sich nehmen kann, die im Glauben an ihn gestorben oder noch lebend sind, wenn er wiederkommt. Möge Gott uns segnen bei der Erfüllung dieser Aufgabe.
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