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In dieser Betrachtung des ersten Timotheusbriefs untersucht Ingo Sorke die biblischen Aussagen zur Rolle von Frauen in der Gemeinde. Er argumentiert, dass die Anweisungen des Paulus zur Frauenordination nicht nur kulturell bedingt oder lokal gültig sind, sondern eine universelle, biblische Ordnung widerspiegeln, die auf Schöpfung und Sündenfall basiert. Der Vortrag beleuchtet die Bedeutung von Geschlechterrollen für die Einheit und Integrität der Gemeinde.


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Serie: Frauenordination und die Einheit der Gemeinde (Symposium)

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Transkript

[0:00] Herzlich willkommen zu einer Betrachtung, vor allem vom ersten Timotheusbrief. Ich möchte kurz davor noch mit euch beten. Herr, wir betrachten ein schwieriges Thema, ein Reizthema. Emotionen, Gefühle, Meinungen, Kultur, Generationen. Wir möchten die Ordination der Frau studieren und die Kommentare des Paulus. Schenk uns Weisheit, schenk uns Kraft und Verständnis, Liebe und Wahrheit. Dafür danken wir dir im Namen Jesu. Amen.

[1:14] Es gibt Verse im Paulus, die auf der Oberfläche vielleicht nicht schwierig zu verstehen sind, aber kontrovers und antikulturell. Manche Kommentare gehen um diese Verse herum, die Frau soll still sein, zum Beispiel. Ich habe hier einen Kommentar aus dem Jahre 1966, A. T. Hanson, die Pastoralbriefe. Der schreibt: „Christen haben keine Obligation, die Lehre des Apostels Paulus über Frauen zu akzeptieren.“ In einem Satz die Bibel einfach weggestrichen. Ich habe noch einen Theologen gelesen, und sie behauptet sogar, dass die Anweisungen des Paulus an Timotheus bezüglich der Frauen textkritisch nicht glaubwürdig sind und wir sie deswegen ignorieren können. Das heißt, was Paulus hier schreibt und uns etwas unbequem ist, können wir einfach ignorieren.

[2:33] So einfach ist das aber nicht. Was in der Bibel steht, hat Kraft, Autorität, und ich muss mich damit auseinandersetzen. Im Kontext, im Zusammenhang vom 1. Timotheus, fällt mir eines auf. 1. Timotheus, Kapitel 1, und ich lese mal von Vers 5. Wir haben nämlich Kollegen gesagt, bei der Frage der Ordination, der Frauenordination, geht es eigentlich um eine Nebensache. Es ist kein moralisches Thema, es geht ja nicht um die 10 Gebote. Deswegen ist es gar nicht so wichtig, und deswegen kann die Gemeinde eigentlich machen, was sie will.

[3:22] Aber lesen wir mal 1. Timotheus 1, Vers 5: „Aber das Endziel des Gebotes ist Liebe aus reinem Herzen, gutem Gewissen und aus ungeheucheltem Glauben.“ Denn Paulus geht es hier um die 10 Gebote. Und dann schreibt er: „Wovon einige abgeirrt sind und sich unnützem Geschwätz zugewandt haben, sie wollen Meister der Schrift sein.“ Wie ich gerade von diesen zwei Kommentaren gelesen habe, und über der Schrift stehen. Die Schrift steht über uns. „Sie wollen Meister der Schrift sein, Vers 7, und verstehen nicht, was sie sagen oder was sie so fest behaupten. Wir wissen aber, dass das Gesetz gut ist.“ Also es geht um eine Thematik, bei der es ums Gesetz geht, um Wichtiges, um Großes, wenn es jemand richtig anwendet. Vers 9: „Weil er weiß, dass einem Gerechten kein Gesetz gegeben ist, sondern den Ungerechten und Ungehorsamen.“ Und jetzt kommen einige Beispiele, und die passen alle in den Rahmen der 10 Gebote: „Den Gottlosen und Sündern, den Unheiligen und Ungeistlichen, den Vatermördern und Muttermördern, den Totschlägern, den Menschenräubern, den Lügnern, den Meineidigen, Knabenschändern, und was sonst der gesunden Lehre widerspricht.“ Und versteckt hier in dieser Liste sind die Knabenschänder. Darauf will ich jetzt im Spezifischen nicht eingehen.

[5:12] Was mir aber interessant erscheint, dass in dieser Liste, um die es sich bei den 10 Geboten geht, auch das Geschlecht sehr wichtig ist. Wir leben in einem Zeitalter, in dem Geschlecht kaum noch eine Rolle spielt. Menschen können sich von heute auf morgen neu definieren. Und der Paulus meint, dass Geschlecht eine moralische, wichtige Rolle im täglichen Leben der Gemeinde spielt. Der Text hat Autorität. Wir können einen Text nicht einfach ignorieren oder uminterpretieren, wenn der Text unbequem ist.

[5:59] Wir müssen natürlich den Zusammenhang des Textes beachten, auch die Kultur, den historischen Hintergrund, den Kontext. Aber wir dürfen die Kultur nicht dazu nehmen, den biblischen Text automatisch zu lähmen. Jetzt wollen wir einmal das näher betrachten. Ich fange von hinten an und dann schauen wir uns an, was Paulus dem Timotheus genau sagt. Aber am Schluss meint er in seinem Rat zum Timotheus und wie Mann und Frau zueinander Gemeindedienst leisten. Da sagt er im 1. Timotheus 3, Vers 14 und 15: „Dies alles schreibe ich dir in der Hoffnung, bald zu dir zu kommen. Falls sich mein Kommen verzögert, sollst du wissen, wie man sich im Haus Gottes verhalten soll, dass die Gemeinde des lebendigen Gottes ist, der Pfeiler und die Grundfeste der Wahrheit.“

[7:07] Das heißt, in seiner Zusammenfassung sagt der Paulus, das ist nicht ein Ratschlag, der nur lokal umzusetzen ist, sondern das ist allgemeiner, globaler Ratschlag zwischen Mann und Frau und Gemeinde. 1. Timotheus 2, Vers 8. Beim Studium der Bibel ist mir aufgefallen, dass es sich um einen geschlechtsspezifischen Ratschlag handelt. Natürlich gibt es Verse, wenn Gott meint: „Selig sind die Söhne Gottes“ in der Bergpredigt, das bezieht sich auch auf Frauen. Aber hören wir einmal ganz ruhig dem Paulus zu. Ich meine, es ist klar, dass er einmal die Männer anredet und dann die Frauen. Wenn alles geschlechtsneutral ist, könnte er ja nie den Männern Ratschlag geben und dann den Frauen.

[8:11] Hier ist der Text. 1. Timotheus 2, Vers 18: „So will ich nun, dass die Männer an allen Orten, global oder lokal, an allen Orten, nicht nur in der Gemeinde von Timotheus in Ephesus, sondern überall beten, indem sie heilige Hände aufheben ohne Zorn und Zweifel.“ Deswegen auch, dass sich die Frauen in schicklicher Kleidung mit Anstand und Sittlichkeit schmücken, nicht mit Haarflechten oder Gold oder Perlen oder kostbarem Gewand, sondern durch gute Werke, wie es sich für Frauen gehört, die sich zur Gottesfurcht bekennen. Vers 11: „Eine Frau lerne in der Stille mit aller Unterordnung.“ Wir wissen aus dem Kontext, es geht hier nicht darum, dass Frauen ständig absolut in der Gemeinde nie etwas sagen dürfen. In der Stille heißt unterwürfig, respektvoll, Autorität zu achten.

[9:31] Und dann sagt er: „Eine Frau lerne in der Stille mit aller Unterordnung. Einer Frau aber gestatte ich nicht, dass sie lehrt und auch nicht, dass sie über den Mann herrscht, sondern sie soll still sein.“ Dann kommt die Begründung. Bevor wir die Begründung betrachten, muss ich noch einmal Vers 12 lesen. Das wollen wir uns im Detail anschauen. „Einer Frau aber gestatte ich nicht.“ Interessanterweise sagt der Paulus dem Timotheus nicht: „Du gestatte der Frau in deiner Gemeinde nicht.“ Paulus schreibt allgemein, global, aus seiner Perspektive, nicht nur als Ratschlag für den Timotheus. Er sagt: „Einer Frau aber gestatte ich nicht.“ Das heißt, Timotheus, auch in deiner Situation, in deiner Gemeinde gestatte das nicht. Nicht also auf Timotheus isoliert, der Imperativ, sondern allgemein beschrieben. Das ist nicht nur hier der Fall, ein Präsensgebot, ein gegenwärtiges Gebot ist oft universal, also global.

[11:00] Zum Beispiel Römer 12, Vers 1. Im ersten Korinther 10 kommt das vor. Epheser 4, Vers 1. Philipper 4, Vers 2. 2. Timotheus 1, Vers 6. Mehrmals benutzt Paulus einen gegenwärtigen Imperativ, um etwas Globales, Universales auszudrücken. Ich gebe noch ein Beispiel. Jesus hat den sieben Gemeinden in der Offenbarung ein lokales, spezifisches Sendschreiben geschrieben, also an Ephesus, Pergamon, Laodicea. Aber interessanterweise sind auch diese spezifischen Briefe global gemeint. Denn am Ende aller Sendschreiben sagt der Heilige Geist, schreibt Johannes durch den Auftrag Jesu Christi: „Hört also, was der Geist den Gemeinden sagt.“ In der Mehrzahl, nicht in der Einzahl. Was also spezifisch sich auf eine Gemeinde bezieht, bezieht sich auch auf die anderen Gemeinden.

[12:14] Spekulative Rekonstruktionen. Die Kommentare habe ich gelesen. Spekulative Rekonstruktionen meinen, dass es hier beim Timotheus um protognostische, falsche Lehrerinnen handelt und deswegen der Text sich auf diese Lokalität beschränkt, sodass Paulus keinen geschlechtsspezifischen Ratschlag geben kann, sondern sich nur um diese falschen Lehrerinnen kümmert. Das Problem ist, dass in all diesen Kommentaren jeder Ausleger eine andere Theorie hat. Es gibt keine einheitliche protognostische Theorie zum Thema Ephesus. Die unterscheiden sich alle.

[13:07] Der Text andererseits ist klarer. 1. Timotheus 2, Vers 12: „Einer Frau aber gestatte ich nicht, dass sie lehrt, auch nicht, dass sie über den Mann herrscht, sondern sie soll still sein.“ Hier kommt ein Infinitiv vor im Griechischen, „einai“, und dann wiederholt sich der Infinitiv im 1. Timotheus 3, Vers 1: „Wenn jemand ein Leitungsamt anstrebt, begehrt er eine schöne Aufgabe. Es ist nötig, dass ein Leiter untadelig ist oder sei.“ Und dieses „sei“ ist genau das Gleiche wie im Vers 12, Kapitel 2. Das heißt, in der Nachbarschaft vom Timotheusbrief, die Frau soll so sein, ein Ältester, ein Bischof, ein Episkopos, ein Aufseher. Schlachter 2000: „soll so sein.“ Eine klare Trennung mit zwei Infinitiven, strukturell. Anweisung für die Frau, Anweisung für den Mann.

[14:28] Jetzt meinen einige, dass im Kapitel 3, Vers 1, es ist etwas technisch hier die Diskussion, aber das wollen wir mal ausloten, dass im Griechischen hier ein geschlechtsneutrales Pronomen vorkommt: „Wenn jemand.“ Und dieses „jemand“ kann sowohl maskulin als auch feminin sein. Das ist ganz richtig. Aber in einem spezifischen Kontext nimmt das „jemand“ ein Geschlecht an. Interessanterweise habe ich zwei, drei Bibelprogramme auf meinem Computer und beide analysieren dieses „jemand“ als maskulin. „Wenn jemand ein Leitungsamt anstrebt“, also irgendjemand, aber dann im direkten Zusammenhang sagt Paulus, dass dieser „jemand“ ein Mann ist. Also geschlechtsspezifisch.

[15:34] Ich muss noch etwas aufgreifen mit dieser protognostischen Theorie. Sie meinen, Paulus warnt Timotheus nur vor falschen Lehrern. Es geht also nicht um Mann oder Frau, sondern um falsche Lehrerinnen. Das ist allerdings nicht der Fall. 1. Timotheus 2, Vers 12: „Eine Frau lerne in der Stille.“ Griechisch „didasko“. Wenn er von falscher Lehre spricht, dann benutzt Paulus ein anderes Verb. 1. Timotheus 6, Vers 3: „Wenn jemand anders lernt.“ „Heterodidasko.“ Technischer Begriff für falsche Lehre. Das ist in 1. Timotheus 2, Vers 11 nicht der Fall. Lehren ist einfach positive Lehre als Älteste im Zusammenhang mit 1. Timotheus 2, Vers 3. Lehren positiv ist 1. Timotheus 4, Vers 11, Kapitel 6, Vers 2, 2. Timotheus 2, Vers 2.

[16:50] Dann fällt noch etwas auf. Es ist doch spannend, der Bibel zuzuhören. Also eigentlich ohne Kommentare. Einfach den Text lesen. Im 1. Timotheus 3, Vers 1 benutzt Paulus einen Satz, der auch anderswo auftaucht: „Das Wort ist gewiss wahr.“ Wegen dem Jubiläum 500 Jahre Reformation lese ich jetzt als Deutscher gerade die Lutherbibel. Der übersetzt: „Das Wort ist gewiss wahr.“ Das taucht auch mehrmals woanders auf. Und dieses woanders ist ganz wichtig für uns, denn wenn Paulus diesen Satz benutzt, dann predigt er etwas ganz Wichtiges. Zum Beispiel 1. Timotheus 1, Vers 15: Da geht es dem Paulus um die Erlösung. Auch so in Kapitel 4, Vers 9: „Das Wort ist ganz gewiss wahr und aller Annahme wert.“ Und dann redet er im Kontext von der Rettung. „Ein Retter aller Menschen“, also wieder von der Erlösung. 2. Timotheus 2, Vers 11: Auch die Erlösung. Und dann noch einmal im Titus 3, Vers 8. Da handelt es sich um Werke. Das heißt, wenn Paulus einem Zuhörer, einem Leser schreibt: „Das Wort ist gewiss wahr“, dann handelt es sich nicht um eine zweitrangige Nebensache, sondern um wichtige Materie für die Gemeinde.

[18:40] Jetzt kommt die Argumentation, warum. Paulus greift die Schöpfung auf. Es handelt sich also nicht nur um den Sündenfall und deswegen sind Frauen zweitrangig, was wir überhaupt nicht predigen, behaupten oder sagen. Nein, Paulus sagt, warum diese Geschlechterordnung, nicht Unterdrückung, Ordnung. Vers 13: „Denn Adam wurde zuerst gemacht, danach die Eva.“ Schöpfung also. Adam war zuerst in der Schöpfung. Adam hat die Tiere benannt. 1. Mose 2, Vers 15. Die Eva wurde dem Adam als Helfer gegeben, von seiner Seite her geschaffen. 1. Mose 2, Vers 18. Die Tiere benannt. 2. Vers 19. Arbeitseinteilung. 2, Vers 15. Das Konzept des Gebotes wurde dem Adam gegeben. 2, Vers 16 und 17. Und interessanterweise sind die zehn Gebote auch maskulin formuliert. Die zielen natürlich auf beide Geschlechter ab, aber der Mann ist Leiter, Aufseher der Gebote in der Familie.

[20:09] Die Eva wurde dem Adam gegeben. 1. Mose 2, Vers 22. Und Adam ist es, der seine Familie verlässt und eine neue Familie gründet. Das heißt, in der Schöpfung, in der Familie, ist der Leiter, das Haupt, der Adam. Ellen White kommentiert Patriarchen und Propheten im Englischen, Seite 48. Zitat: „Adam stand als Haupt der irdischen Familie, um die Prinzipien der himmlischen Familie aufrechtzuhalten.“ So steht es auch im Epheserbrief. Die Ehe ist eigentlich nicht direkt um Mann und Frau willen geschaffen, sondern um die Liebe Gottes vertikal der Welt wiederzuspiegeln. Das heißt, in der Geschlechterordnung, in der Familie geht es nicht nur um Mann und Frau, sondern es geht theologisch darum, eine Predigt vor der Welt zu leben. Deswegen ist es auch nicht überraschend, dass momentan zumindest in der westlichen Welt die Ehe eine 50% Fehlerrate aufzeigt.

[21:34] Dann kommt noch der Sündenfall. Erst die Schöpfung, dann 1. Timotheus 2, Vers 14: Begründung, warum diese Geschlechtertrennung in der Gemeinde: „Denn Adam wurde nicht verführt, die Frau aber wurde verführt und ist in Übertretung geraten.“ Jetzt müssen wir natürlich darauf hinweisen, dass Paulus auch im Römerbrief dem Adam die Schuld zuschreibt, nicht der Eva. Das kann nur logisch sein, wenn Adam das Haupt ist, nicht die Eva. Es geht also im 1. Timotheus 2 nicht um falsche Lehre, sondern um Eva, die ironischerweise unter Verführung falsch gelehrt wurde.

[22:26] Einen Gedanken noch dazu und dann werden wir etwas das ausweiten im Paulus. 1. Timotheus 3, Vers 1: „Das Wort ist gewiss wahr, wenn jemand ein Leitungsamt anstrebt“, so Luthers Übersetzung. Es geht also nicht nur um Ältester zu sein, sondern um ein Amt, das gefüllt werden muss. „Der begehrt eine schöne Aufgabe. Es ist nötig.“ Ein starker Imperativ im Griechischen. „Es ist nötig, dass ein Leiter untadelig ist, der Mann einer einzigen Frau, nüchtern, besonnen, ehrbar, gastfrei und lehrfähig, kein Trinker oder Schläger, nicht schändlichen Gewinn suchen, sondern gütig, nicht streitsüchtig, nicht geldgierig.“ Vers 4: „Der seinem eigenen Haus gut vorsteht und seine Kinder mit aller Ehrbarkeit zum Gehorsam anhält.“ Vers 5: „Denn wenn jemand seinem eigenen Haus nicht vorzustehen weiß.“ Das klingt mir nach Haupt, nach Aufseher, nach Leiter, nicht nach Diktator oder Tyrann, sondern nach einem Mann, der seine Familie göttlich in die richtige Richtung leitet.

[23:59] Vers 5: „Denn wenn jemand seinem eigenen Haus nicht vorzustehen weiß, wie wird er für die Gemeinde Gottes sorgen?“ Ist dieser Begriff, „der Mann einer einzigen Frau“, geschlechtsspezifisch oder nicht? Im 1. Timotheus, es hilft immer Kontexte zu lesen, Zusammenhänge zu betrachten. Im 1. Timotheus 5, Vers 9 heißt es: „Eine Witwe soll nur ins Verzeichnis eingetragen werden, wenn sie mindestens 60 Jahre alt ist, eines einzigen Mannes Frau.“ Das heißt, Paulus hatte in seinem Lexikon, in seinem Arsenal, in seiner linguistischen Schatzkammer, einen geschlechtsspezifischen Begriff: Mann einer Frau und dann Frau eines Mannes.

[24:59] In einem Bibelstudium, in einem Komitee, habe ich einem Theologen zugehört, der über eine Stunde lang es akrobatisch dann geschafft hat, so zu argumentieren, dass „der Mann einer Frau“ dann „die Frau eines Mannes“ ist. Ich meine, dass das den biblischen Text zu sehr beansprucht. Das geht dann über den Paulus hinaus und sagt genau das Gegenteil, 180 Grad verdreht, was er hier schreibt. Ein Mann einer Frau, nicht die Frau eines Mannes. Das heißt, im Klartext meint der Paulus, ein Gemeindeältester, der Vorsteher, der Aufseher, der Leiter, der Schafhirte der Herde ist ein Mann. Und er qualifiziert sich damit mit der Liste der geistlichen Qualifikationen und dass er das in seiner eigenen Familie demonstriert.

[26:10] 4. Mose 7, Vers 2 zum Beispiel. Dieses System ist nicht neu. Wir finden das schon im Alten Testament. 4. Mose 7, Vers 2: „Da opferten die Fürsten Israels, die Häupter waren in ihren Vaterhäusern, denn sie waren die Fürsten unter den Stämmen und standen über denen, die gezählt waren, nicht mit Arroganz, Hochmut oder Stolz.“ In der Tat wären das Disqualifikationen, um ein Haupt zu sein, sondern Leitung, Direktion, Richtungsanweisung.

[26:53] In unserem Sprachgebrauch vermischen wir den Ältesten und den Pastor etwas, und da ist eine Überdeckung der Funktion. Kurz ein paar Texte dazu. Apostelgeschichte, Kapitel 20, Vers 17: „Aber von Milet sandte er nach Ephesus und ließ die Ältesten von der Gemeinde rufen.“ Dann Vers 28: „So habt nun Acht auf euch selbst und auf die ganze Herde, in der euch der Heilige Geist zu Leitern eingesetzt hat, Schafhirten, also die Ältesten sind die Leiter, um die Gemeinde Gottes zu weiden, die er durch sein eigenes Blut erworben hat.“ Im neutestamentlichen Gemeindesystem sind die Ältesten beauftragt, die Gemeinde zu leiten, und nach Paulus sind diese Ältesten Männer.

[28:04] Und das ist mir so wichtig, dass es sich nicht nur um paulinischen Ratschlag lokal handelt, sondern global als neutestamentliches Gemeindesystem. 1. Petrus 2, Vers 25. Ich fange mit 24 an. Im Zusammenhang mit der Erlösung beschreibt er jetzt den Gemeindedienst. „Wie irrende Schafe, aber nun seid ihr zu den Hirten und Wächtern eurer Seelen bekehrt.“ Schafhirte, Pastor, Pastor lateinisch, Schafhirte, Wächter eurer Seelen bekehrt. Eine übertragende Funktion des Ältesten und des Pastors.

[29:06] Hier ein Zitat von Ellen White dazu, Manuskript 5, Seite 323: „Die Pastoren werden für ihre Arbeit bezahlt, und das ist gut so. Und wenn der Herr sowohl dem Mann als auch der Frau die Bürde der Arbeit gibt und sie ihrer Zeit und Kraft den Besuchen von Familie zu Familie widmet, ihnen die Schrift eröffnet...“ Und jetzt kommt ein wichtiger Satz: „Obwohl die Hände der Ordination, im Englischen Ordination, der Begriff, nicht aufgelegt worden sind, dann erfüllt sie eine Arbeit im Rahmen des Gemeindedienstes.“ Das heißt, Ellen White meint, es gibt Pastoren, es gibt Gemeindeälteste, die sind ordiniert zu ihrer Aufgabe, und Frauen haben auch einen Gemeindedienst, sind dazu aber nicht ordiniert. Eine klare Geschlechtertrennung, klare Unterscheidung zwischen Amt und Arbeit.

[30:13] Hier noch ein Beispiel, Manuskript 6, Seite 49: „Als Priester zu Hause und als Botschafter Christi in der Gemeinde.“ Und dann sagt sie: „Wer nicht ein vertrauenswürdiger, einsichtiger Hirte zu Hause ist, wird sicherlich kein vertrauenswürdiger Hirte seiner Herde Gottes in der Gemeinde sein.“ Geschlechtsspezifische Aufgaben. Zeichen der Zeit, 10. November 1881: „Wer nicht seinen eigenen Haushalt weise führt, ist nicht qualifiziert, die Gemeinde Gottes zu führen.“ Das heißt, Familie und Gemeinde stehen Hand in Hand wie Zwillinge zusammen als Qualifikation der Führungskräfte.

[31:09] 1. Timotheus 2, Vers 15. Mir wird vorgeworfen, das klingt ja nach Kinderkirche, Küche. Ob das jetzt von Martin Luther stammt oder nicht, ist zweitrangig. Ich möchte den 1. Timotheus 2, Vers 15 lesen. Es klingt fast so, als Frauen nur gerettet werden können, wenn sie Kinder gebären. Das ist nicht ganz der Fall. Der Paulus spürt, dass sich Frauen vielleicht bei seinem Ratschlag zum Timotheus unwohl fühlen könnten. Das ist ja Diskriminierung. Und dann schiebt er diesen Vers 15 rein und sagt: „Nein, nein, nein, nein, trotz des Falls, obwohl Eva so eine Misere herbeigeführt hat mit dem Adam, kann die Frau auch gerettet werden.“ Da ist wahrscheinlich zwischen den Zeilen ein versteckter Hinweis auf den Messias, aber darauf kommt es mir nicht an. Meine Kollegen werden das noch ausführlicher erklären. Der Konditionalsatz liest sich so: „Wenn sie im Glauben, in der Liebe und in der Heiligung bleiben mit Sittlichkeit.“ Und diese Sittlichkeit taucht schon in Vers 11 bei Luther als Unterordnung auf.

[32:44] Das heißt, Paulus sagt im Klartext: Ihr Frauen, macht euch keine Sorge. Wir leben seit 6000 Jahren unter der Sünde. Eine furchtbare Welt. Aber trotzdem kann Mann und Frau gerettet werden. Und ihr Frauen, macht doch weiter im Glauben, in der Liebe, in der Heiligung und in der Sittlichkeit oder in Vers 11, dasselbe Wort, Unterordnung.

[33:12] Ist der Rat des Paulus an Timotheus beschränkt? Titus 1, Vers 5 möchte ich noch kurz ansprechen. Es geht nicht nur im Ephesus, sondern auch in Kreta. Auf der Insel schreibt der Paulus dem Titus. „Paulus, ein Diener Gottes und ein Apostel Jesu Christi, entsprechend dem Glauben der auserwählten Gottes und der Erkenntnis der Wahrheit bezüglich der Gottesfurcht auf der Hoffnung des ewigen Lebens, dass Gott, der nicht lügt, vor den Zeiten der Welt verheißen hat.“ Also das Evangelium. Und im theologischen Rahmen des Evangeliums gibt der Paulus dem Titus eine Anweisung, wie er sich in der Gemeindeordnung zu verhalten hat. Und dieses Wort ist ganz wichtig. Hier kommt es in Vers 5: „Ich ließ dich deswegen in Kreta, weil du, was noch fehlt, in Ordnung bringen und in jeder Stadt Älteste einsetzen solltest, wie ich dir befohlen habe.“ Diese Gemeindeordnung ist nicht ein kultureller Vorschlag. Es ist eine Ordnung, die im Neuen Testament befohlen ist.

[34:31] „Wenn einer untadelig ist, Mann, eine Frau, der gläubige Kinder hat, gegen die keine Klage besteht, dass sie liederlich und ungehorsam sind, denn ein Leiter soll untadelig sein, ein Haushalter Gottes nicht eigensinnig, nicht zornig, kein Trinker, kein Schläger, nicht schändlichem Gewinn suchen, sondern gastfrei usw.“ Er erklärt das noch mehr. Das heißt, nicht nur für den Timotheus, sondern auch für den Titus der gleiche Ratschlag. Lokal oder global, universal. Ich meine universal. Für die Gemeinde des Neuen Testaments.

[35:18] Das Wort „Ordnung“ hier beim Paulus taucht in der Vulgata im Lateinischen als „ordo“ auf. Und von daher haben wir das Wort Ordination. Ein Kollege von mir meint, die Ordination müssten wir abschaffen. Das ist ja katholisch, kommt aus dem Lateinischen. Die Ordination, die Gemeindeordnung, kommt aus der Jüngerschaft, Markus 3, Vers 14, und hier im Auftrag von Paulus an den Titus und den Timotheus. Wir brauchen Ordnung in der Gemeinde, weil bald Verfolgung kommt. Und die Gemeinde braucht Hirten. Das heißt, Ordnung in der Gemeinde durch spezifischen Geschlechterratschlag ist biblisch nicht katholisch. Es ist auch nicht lokal, sondern global.

[36:19] Titus, Kapitel 2, Vers 1: „Du aber rede, wie es der gesunden Lehre entspricht, denn alten Männern sage...“ Den alten Männern sage, ist das geschlechtsspezifisch? Da brauche ich keine Theologen, kein Doktortitel, kein Studium, aber Bibelstudium und gesunden Menschenverstand in der Auslegung. Offensichtlich spricht Paulus hier die Männer an, nicht die Frauen. „Den alten Männern sage, dass sie nüchtern sein sollen, ehrbar, besonnen, gesund im Glauben, in der Liebe, in der Geduld. Ebenso den alten Frauen.“ Männer, Frauen, geschlechtsspezifisch. „Dass ihre Haltung sein soll, wie es sich für Heilige gehört, nicht verleumderisch, nicht vielem Wein ergeben, Lehrerinnen des Guten, Lehrerinnen des Guten, aber nicht gemein der Älteste. Dass sie die jungen Frauen lehren, ihren Mann und die Kinder zu lieben, besonnen zu sein, rein häuslich, gütig ihren Männern untergeordnet.“ Das kann nicht geschlechtsneutral sein. Damit das Wort Gottes nicht verlästert wird.

[37:34] Also noch mal, es geht nicht nur um eine nebenrangige, kulturelle Gemeindeordnung, beliebig veränderbar. Es geht darum, im Geschlechtsspezifischen, dass das Wort Gottes nicht verlästert wird. Erlaubt mir einen Kommentar zum Vers 4. Ich bin auch Gemeindeleiter, Pastor, ich habe eine Gemeinde, ich habe Schafe unter mir, und ich habe festgestellt, wenn Älteste und Pastoren Seelsorge mit Frauen betreiben, endet das oft nicht gut. Wir haben einen Gemeindedienst vernachlässigt, der hier im Neuen Testament erwähnt wird, auf den sich Frauen unbedingt konzentrieren sollten. Vers 4 wird kaum noch im Christentum praktiziert. Und ich möchte an euch Frauen appellieren: Kümmert euch um die jüngeren Frauen. Sie sind Schafe ohne Schafhirte. Vers 4, dass ihr, die älteren Frauen, die jungen Frauen lehrt. Diesen Gemeindedienst müssen wir neu auferstehen lassen. Sehr vernachlässigt.

[38:55] Ist die Idee hier am Schluss einer Führungsautorität neu? Ich habe gelesen, dass manche meinen, diese Gedanken, die ich hier vorgetragen habe, die sind ganz neu, wurden noch nie in der Gemeinde und im Adventismus vorgetragen und sind eine Neuerfindung, um die Frauen zu unterdrücken. Dazu möchte ich einfach nur hintereinander ein paar Texte lesen. 1. Korinther 16, Vers 15: „Ich ermahne euch aber, Brüder, ihr kennt das Haus des Stephanas, dass sie die ersten Christen in Achaia waren und dass sie sich selbst in den Dienst für die Heiligen gestellt haben, ordnet euch ihnen unter und allen, die mitarbeiten und sich abmühen.“ Das heißt, eine Führungsleiterkraft, ein Amt, das führt, ein Haupt, findet sich im Neuen Testament schon.

[39:57] 1. Thessalonicher 5, Vers 12 und 13. Ist also nicht eine isolierte Idee in einem spezifischen kulturellen Kontext, sondern zieht sich durch das gesamte Neue Testament. 1. Thessalonicher 5, Vers 12: „Wir bitten euch aber, Brüder, dass ihr die anerkennt, die unter euch arbeiten und euch vorstehen im Herrn und euch ermahnen. Achtet sie überaus wert in Liebe wegen ihrer Arbeit. Haltet Frieden untereinander.“ Ganz wichtiger Hinweis. Haben wir Frieden in der Gemeinde? Warum nicht? Vielleicht ignorieren wir ein System, ein ganzes Modell, das hier im Neuen Testament aufgestellt wird.

[40:50] 1. Timotheus 5, Vers 17: „Die Ältesten, die gut vorstehen, halte man doppelter Ehre wert.“ Es geht hier nicht unbedingt um Geld, besonders die im Wort und in der Lehre arbeiten. 2. Titus 2, Vers 15: Ich möchte nur aufzeigen, es ist nicht ein isolierter Fall hier. „Solches rede und ermahne und weise mit allem Nachdruck zurecht. Niemand soll dich verachten.“

[41:25] 3. Hebräer 13, Vers 7. Und dann werde ich bald abschließen. Hebräer 13, Vers 7: „Denkt an eure Leiter, die euch das Wort Gottes gesagt haben. Schaut den Ausgang ihres Lebens an und folgt ihrem Glauben nach.“ Große Verantwortung natürlich, ein Haupt in der Gemeinde zu sein. Darum geht es nicht um Arroganz, Stolz oder Hochmut.

[42:04] Apostelgeschichte, Kommentar der Schwester White, Seite 95: „Indem die Apostel sie geeignete Männer als Leiter zu fungieren, hielten sie sich an den hohen Standard der Führungsautorität, wie im Alten Testament beschrieben.“

[42:25] Ein letzter Gedanke. Wie steht es um die Einheit der Gemeinde? Und als Beispiel wird oft China erwähnt. Wir haben zwei Pastoren bestätigt, die gerade aus China zurückgekommen sind, dass der Druck auf die Frauen, Führungsrollen zu übernehmen, eigentlich gar nicht von den Frauen kommt in China, sondern von westlichen Theologen. Natürlich ist die Situation in China kompliziert. Aber allgemein gesprochen, wenn wir Frauen nicht ordinieren, wird das nicht die Einheit der Gemeinde zerstören. Dazu möchte ich nur zwei Zitate lesen. Gospel Workers, Seite 92: „Die Wahrheit ist Gottes Basis für die Einheit seines Volkes.“ Nochmal, ein Satz: „Die Wahrheit ist Gottes Basis für die Einheit seines Volkes.“ Nicht ein kultureller Kompromiss.

[43:37] His Service, Sein Dienst, HS, Seite 197: „Wir können Friede und Einheit nicht auf Kosten der Wahrheit kaufen.“ Der Konflikt ist vielleicht lang und schmerzhaft, aber wir müssen um jeden Preis am Wort Gottes festhalten. Und das wurde von einer Frau geschrieben.

[44:00] Mein letztes Zitat. Und dann ein Appell, ein Aufruf. Im Zeugnis zur Gemeinde, Band 1, Seite 421, schreibt Ellen White: „Die Schrift ist eindeutig, wenn es zur Beziehung von Mann und Frau kommt und deren Rechten.“ Die Schrift ist eindeutig. Dieses Zitat kann nur wahr sein, wenn es sich noch heute um eine geschlechtsspezifische Gemeindeordnung handelt.

[44:35] Wir leben in einem Zeitalter der moralischen Verwirrung. Die Gemeinde hat jetzt eine Chance, der Gesellschaft ein Modell vorzustellen, vorzuleben, das sich auf göttliche Weisung beruft. Wenn man sich die Nachrichten und die Welt anschaut, die Gesellschaft, können wir unsere eigenen Probleme lösen? Ich meine nicht. Deswegen, nach dem Neuen Testament, universal, es sei der Mann ein Mann und die Frau eine Frau, so auch wie in der Schöpfung. Ich danke euch und bitte Gott für seinen Segen, für seine Gemeinde. Amen.


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