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Manuskript zur Sendung >>> CSH_Manuskript_2020 3rd Nr 1

In dieser ersten Folge der Cannstatt Study Hour Serie „Freunde für Gott gewinnen“ erklärt Christopher Kramp, warum Zeugnis geben so wichtig ist. Er beleuchtet Gottes tiefen Wunsch, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. Anhand biblischer Beispiele und Gleichnisse zeigt er auf, wie zentral das Suchen und Retten verlorener Menschen für Jesus ist und wie wir als seine Nachfolger dazu berufen sind, diese Aufgabe fortzuführen.


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Serie: Cannstatt Study Hour 2020 Q3: Freunde für Gott gewinnen

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Transkript

[0:00] Hallo und herzlich willkommen zur Cannstatt Study Hour. Ich freue mich, euch hier begrüßen zu können aus unserem neuen Studio. Wie ihr seht, hat sich vieles verändert. Wir sind Gott von Herzen dankbar, dass wir dieses neue Studio finden durften und jetzt nach einigen Monaten des Umbaus auch mit dieser ersten Aufnahme beginnen können. Wir möchten uns auch ganz herzlich bedanken bei allen lieben Menschen, die durch Gebet und auch finanzielle Unterstützung dieses neue Studio möglich gemacht haben. Wir möchten mit einer neuen CSH-Serie, mit einer ersten Folge aus dieser neuen Serie, dieses Studio sozusagen einweihen, als ein Weihgeschenk auch für Gott.

[1:07] Und eine ganz besondere Serie haben wir uns vorgenommen für die nächsten drei Monate. Es soll darum gehen, Freunde für Jesus zu gewinnen. Ein sehr praktisches Thema, ein Thema, das uns alle angeht und das uns dazu führen soll, nachzudenken, wie wir unseren Glauben gewinnbringend mit anderen teilen können. Zu dieser ersten Folge, die auf das Bibelgespräch am 4. Juli abzielt, mit dem Thema, warum Zeugnis geben, möchte ich natürlich auch alle Zuschauer auf Amazing Discoveries ebenfalls begrüßen. Und bevor wir mit diesem besonderen Thema beginnen, wollen wir gemeinsam Gott bitten, dass er unsere Gedanken lenkt und leitet. Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, wir danken dir so sehr, dass wir dein Wort haben und dass du uns so reich segnest. Und wenn wir jetzt die nächsten Minuten uns Gedanken machen darüber, wie wir auch diesen Glauben und diese Hoffnung, die wir haben, anderen Menschen weitergeben können, dann möchten wir dich bitten, dass du mit deinem Heiligen Geist unsere Herzen erfüllst und uns zeigst, wie wir gewinnbringend für dich wirken können. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.

[2:27] 1. Timotheus, Kapitel 2 und dort Vers 3 und 4 ist der erste Text, mit dem wir uns beschäftigen wollen. Und er ist sozusagen ein Fanal, ein Grundsatz, nicht nur für das Thema heute, sondern für dieses gesamte Quartal, für diese neue Serie der Cannstatt Study Hour. In 1. Timotheus 2 und dort Vers 3 und 4 heißt es über Gott selbst: Denn dies ist gut und angenehm vor Gott, unserem Retter, welcher will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. Hier sehen wir, was Gott möchte, was er vorhat, was seine Pläne sind. Paulus ist ganz deutlich, Gott wünscht sich, dass alle Menschen gerettet werden und interessanterweise, er sagt, dass alle gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen. Er möchte nicht nur, dass sie irgendwie gerettet werden, sondern dass sie erkennen, wie er ist, dass sie die Wahrheit begreifen, dass sie aus den Systemen der Lüge und des Betruges herausgerettet werden.

[3:42] Und das erinnert uns so ein wenig an das, was Jesus selbst gesagt hat in Johannes Kapitel 8. Dort lesen wir in Johannes 8 Vers 32, in einem sehr berühmten Vers: Und ihr werdet die Wahrheit erkennen und die Wahrheit wird euch freimachen. Warum wünscht sich Gott, dass wir Wahrheit erkennen? Weil er weiß, die Wahrheit ist gut für uns. Gott möchte nämlich das Beste für dich und für mich. Er wünscht sich, dass es uns gut geht und er weiß, Wahrheit ist immer besser, immer heilsamer als Lüge oder Täuschung. Manchmal gibt es Menschen, die haben den Eindruck, dass die Wahrheit wie eine Last ist und sie wünschen sich vielleicht, dass sie von der Wahrheit nicht so viel erfahren hätten, damit sie das nicht alles umsetzen müssen. Ganz im Gegenteil, die Wahrheit, wie Gott sie uns gibt, die Wahrheit, wie die Bibel sie offenbart, ist für uns. Sie macht frei. Warum müssen wir frei werden? Vers 34 sagt uns jeder, wahrlich, wahrlich, ich sage euch, jeder, der die Sünde tut, ist ein Knecht der Sünde, aber von dieser Knechtschaft können wir frei werden. Denn Vers 36 sagt: Wenn euch nun der Sohn freimachen wird, so seid ihr wirklich frei. Beachten wir, in Vers 32 ist es die Wahrheit, die uns frei macht. In Vers 36 sagt Jesus über sich selbst, als den Sohn Gottes, dass er es ist, der uns frei macht. Mit anderen Worten, da besteht kein Unterschied zwischen der Wahrheit und Jesus selbst. Und natürlich hat das damit zu tun, dass Jesus von sich selbst gesagt hat in Johannes 14 und dort Vers 6, dort heißt es: Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich. Wenn die Bibel von der Wahrheit spricht, die wir erkennen dürfen, von der Gott sich wünscht, dass alle Menschen sie erkennen, dann geht es nicht nur um eine theoretische Liste von theologischen Einsichten. Es geht um Jesus selbst, der die Wahrheit ist, der uns das Leben geben kann und der unser Retter ist.

[5:52] Gott möchte, dass das nicht nur ein paar Auserwählte erleben, ein paar, die vielleicht aufgrund ihrer Erziehung oder ihrer Bildung oder ihrer Herkunft in den besonderen Genuss kommen, Gott zu kennen. Nein, Gott wünscht sich das für jeden und er schaudert bei dem Gedanken, dass Menschen dieses Geschenk ablehnen und nicht in Anspruch nehmen. In Ezekiel 18 Vers 32 hat Gott das sehr deutlich, unmissverständlich zum Ausdruck gebracht. Er sagt in Ezekiel 18 und dort Vers 32: Denn ich habe kein Gefallen am Tod, dessen, der sterben muss, spricht Gott der Herr. So kehrt er um und ihr sollt leben. Gott wünscht sich, dass niemand stirbt. Er hat keine Freude, wenn Menschen als Sünder verloren gehen. Er hat keine Freude, wenn Menschen das ewige Leben verpassen. Das gefällt ihm nicht. Er hat einen ganz anderen Wunsch. Er möchte, dass jeder Mensch gerettet wird und seine Aufforderung ist sehr deutlich: Kehrt um und kommt zu mir. Verlasst den Weg der Bosheit.

[7:04] Ebenfalls im Neuen Testament finden wir diesen Gedanken ausgedrückt bei Petrus in 2. Petrus Kapitel 3 und dort Vers 9. 2. Petrus Kapitel 3 und dort Vers 9 und dort lesen wir folgenden Vers: Der Herr zögert nicht die Verheißung hinaus, wie etliche es für ein Hinauszögern halten, sondern er ist langmütig und gegen uns, weil er nicht will, dass jemand verloren geht, sondern dass jedermann Raum zur Buße habe. Gott hat Geduld mit Menschen. Er hat Geduld mit dieser Welt und wenn wir uns vielleicht manchmal das Ende herbeisehnen und das nicht zu Unrecht, weil wir diese Welt nicht mehr ertragen können mit ihrer Bosheit und ihrer Sünde und ihrem Leid und wir uns nach dem Himmel sehen, dann dürfen wir wissen, auch Gott sehnt sich danach, dass wir bei ihm sind, aber er sehnt sich am allermeisten danach, dass alle bei ihm sind.

[8:05] Nun, wir wissen aus der Bibel und es gibt viele Bibelstellen, die das belegen, dass am Ende nicht alle gerettet werden. Es ist sehr deutlich, dass wohl die große Mehrheit das Geschenk Gottes ablehnen wird und das wird niemandem mehr Schmerz bereiten als Gott selbst, denn er wünscht sich, dass möglichst viele erkennen, wie er wirklich ist und nicht den Lügen glauben, die Menschen über ihn erzählt haben oder auch einfach nur persönlich für sich glauben und deswegen wartet Gott. Er ist langmütig, er zögert noch hinaus, so sagt es die Bibel, er zögert nicht die Verheißung aus, aber er ist geduldig, weil er auf keinen Fall möchte, dass irgendjemand, der noch die Chance gehabt hätte, bei ihm zu sein, diese Chance verpasst, weil es nicht eine Gelegenheit dazu gegeben hätte. Er wünscht sich, dass jedermann Raum zur Buße habe.

[8:57] Das ist das große Bild, das ist das, was eigentlich Gott bewegt und deswegen hat Jesus auch sehr deutlich in Matthäus 24, Vers 14 gesagt, dass es zwar eine ganze Reihe von Zeichen gibt, die wir manchmal so die Zeichen der Zeit nennen, die uns zeigen, wo wir uns befinden, dem Strom der Zeit, die deutlich machen, dass Jesus bald wiederkommen wird, aber Jesus hat auch gesagt, dass diese einzelnen Zeichen für sich genommen noch nicht das Ende anzeigen. Sie sind wie Wehen, die immer stärker werden und wir hören immer wieder von verschiedenen Zeichen, ob es Kriege oder Seuchen, wie es in vergangener Zeit ganz stark gewesen ist oder Hungersnöte, Erdbeben, Verfolgung von Gläubigen, all das findet statt, aber auch schon seit Jahrhunderten. Jesus sagt, es gibt ein Zeichen, das erfüllt werden muss, bevor er wiederkommen kann. In Matthäus 24 und dort Vers 14 steht: Und dieses Evangelium vom Reich wird in der ganzen Welt verkündigt werden, zum Zeugnis für alle heidnischen Völker und dann wird das Ende kommen. Jesus ist hier sehr deutlich, er sagt die ganze Welt, er sagt alle heidnischen Völker, da geht es nicht darum, dass wir mal auf jedem Kontinent mal gewesen sind, in jedem Nationalstaat mal ein Seminar gehalten haben. Alle Völker, alle Nationen, alle Stämme, alle Sprachen, wie Offenbarung 14, Vers 6 ausdrückt, sollen das ewige Evangelium hören und verstehen. Auch wenn nicht alles annehmen werden, sollen doch alle die Gelegenheit bekommen, Gott kennenzulernen und Jesus ist sehr deutlich und dann wird das Ende kommen.

[10:39] Der Hauptgrund, warum Jesus nach ungefähr 2000 Jahren, seitdem er in den Himmel aufgefahren ist, immer noch nicht gekommen ist, ist, dass die Christenheit in 2000 Jahren diesen einfachen Grundsatz, diesen einfachen Befehl, diesen einfachen Wunsch Jesu, dass alle davon hören, immer noch nicht umgesetzt hat, vollständig. Es war ein Wunsch, den Jesus seinen Jüngern gleich bei seiner Himmelfahrt gegeben hatte, in Matthäus 28 und dort Vers 18 und 20 heißt es: Und Jesus trat herzu, redete mit ihnen und sprach: Mir ist gegeben alle Macht im Himmel und auf Erden. So geht nun hin und macht zu Jüngern alle Völker und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie alles halten, was ich euch befohlen habe und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis ans Ende der Weltzeit. Amen.

[11:39] Jesus hat sehr deutlich auch hier gemacht, dass er sich wünscht, dass alle Völker diese Gelegenheit bekommen. Es war ein Auftrag an alle seine Nachfolger, anderen vom Evangelium zu erzählen und er sagt, dass er diese Aufgabe ihnen nicht einfach nur übergibt und sie alleine lässt. Nein, er sagt, ich bin bei euch alle Tage, weil es ja sein Anliegen ist. Deswegen ist er auch im himmlischen Heiligtum. Es ist sein Anliegen, es ist das Anliegen von Gott dem Vater, es ist das Anliegen des Heiligen Geistes. Wer Mission macht, wer Menschen erreichen will für Gott, der begibt sich direkt dorthin, wo Jesus denkt, wo Jesus arbeitet, was er eigentlich plant.

[12:25] Jesus kam auf diese Welt nicht einfach nur, um eine Religion zu gründen oder ein paar kluge Sachen zu sagen. Jesus hatte ein klar definiertes Ziel, als er auf diese Erde kam. In Lukas 19 und dort Vers 10 sagt er das so, dass niemand es missverstehen kann. In Lukas 19 Vers 10 lesen wir: Denn der Sohn des Menschen, Jesus, ist gekommen, wozu? Um zu suchen und zu retten, was verloren ist. Jesus blieb nicht im Himmel und wartete, dass Menschen zu ihm kommen. Er kam zu uns, er hat gesucht, um möglichst viele zu retten, um den Verlorenen hinterher zu gehen. So denkt Jesus.

[13:11] Und die Frage ist, wenn wir uns Nachfolger Jesu nennen, wenn wir den Namen Jesus auf den Lippen tragen, wenn wir uns Christen nennen, denken wir so wie Jesus? Ist das die Nummer eins auf unserer Agenda? Ist das unser Lebenswerk, so wie es das Lebenswerk von Jesus war, verlorene Menschen zu suchen und zu retten? Dieses Denken hat Jesus nicht erst dann entwickelt, als er auf der Erde hier als Messias vor etwa 2000 Jahren gelebt hat. Nein, diese Art zu denken zeigt sich in den allerersten Seiten der Bibel. An dem Tag, an dem die Sünde in diese Welt kam und ihr schreckliches Werk begann, an demselben Tag kam Jesus zum Menschen.

[13:55] In 1. Mose 3 und dort Vers 8 lesen wir: Und sie hörten die Stimme Gottes des Herrn, der im Garten wandelte, als der Tag kühl war und der Mensch und seine Frau versteckten sich vor dem Angesicht Gottes des Herrn hinter den Bäumen des Gartens. Da rief Gott der Herr den Menschen und sprach: Wo bist du? Hier sehen wir denselben, der dann 4000 Jahre später als Baby in Bethlehem geboren wird und dann einige Jahrzehnte später im Jordan getauft wird und mit dem Heiligen Geist erfüllt, als Messias umherzieht. Derselbe Jesus geht hier schon den zwei verlorenen Menschen hinterher. Er sucht sie sozusagen und stellt ihnen die Frage: Wo seid ihr? Mensch, wo bist du? Warum tut er das? Nicht nur, um festzustellen, was geschehen ist, denn das weiß er schon längst. Nicht, um sie einfach nur anzuklagen und ihnen zu sagen, wie schlecht sie sind. Nein, er kommt, und das wird deutlich in Vers 15, um ihnen Hoffnung zu geben, um ihnen zu sagen, dass ihr Fall nicht hoffnungslos ist, sondern dass sie gerettet werden können.

[15:11] In 1. Mose 3, Vers 15 lesen wir: Und ich will Feindschaft setzen zwischen dir, der Schlange, und der Frau, zwischen deinem Samen und ihrem Samen. Er wird dir den Kopf zertreten und du wirst ihn in die Ferse stechen. Jesus hat hier verheißen, dass jemand auf diese Welt kommen würde, geboren von einer Frau, der dem Satan den Kopf zertreten wird, der den Satan besiegen wird. Und die gesamte Bibel bezeugt, dass er selbst derjenige ist, der dieses Werk getan hat, dass er selbst den Satan besiegt hat und den Tod und den Teufel und die Sünde, dass er selbst auf diese Welt gekommen ist, dass er sich selbst hier angekündigt hat. Er kam schon hier, um zu suchen und zu retten.

[16:01] Von der ersten bis zur letzten Seite der Bibel zeigt sich dieser Wunsch von Jesus. Seit es die Sünde gibt, bis zur Wiederkunft, wird ihm dieses Bestreben immer an Lenken und Leiden, das ist das, wie sein Denken zuallererst ausgerichtet ist, Menschen zu suchen und zu retten, das, was verloren ist. Und so kam Jesus auf die Welt, so wie es die Prophetie vorhergesagt hat.

[16:36] In Psalm 40 finden wir eine Aussage, von der wir wissen dürfen, dass sie irgendwann mal im Himmel gesprochen worden ist, so wie sie dort steht. In Psalm 40, ab Vers 7: Opfer und Gaben hast du nicht gewollt, Ohren aber hast du mir gegraben, Brandopfer und Sündopfer hast du nicht verlangt. Da sprach ich: Siehe, ich komme, in der Buchrolle steht von mir geschrieben, deinen Willen zu tun, mein Gott begehre ich und dein Gesetz ist in meinem Herzen. Ich habe Gerechtigkeit als frohe Botschaft verkündigt, in der großen Gemeinde, siehe, ich will meine Lippen nicht verschließen, Herr, das weißt du. Deine Gerechtigkeit verbarg ich in meinem Herzen, ich redete von deiner Wahrheit und von deinem Heil. Deine Wahrheit, deine Gnade und Wahrheit verschwieg ich nicht vor der großen Gemeinde. Hier beschreibt Jesus das, was ihn bewegte. Er wusste, dass es nicht die Opfer sind, die die Israeliten brachten, die eigentlich wirklich das Problem lösen konnten. Nein, er selbst würde kommen, er selbst würde die Gerechtigkeit Gottes verkündigen, die gute Botschaft, die frohe Botschaft, das Evangelium und zwar vor der großen Gemeinde. Er würde seine Lippen nicht verschließen, er würde von Gott erzählen, wie Gott wirklich ist und wie sehr Gott uns mag und er würde vielen Menschen versuchen, diese Hoffnung zu geben. Das war sein Plan.

[18:05] Und ähnlich finden wir das auch in Jesaja 61 und dort ab Vers 1, wo ebenfalls von dem Messias gesprochen wird, wo Jesus hier prophetisch von sich selbst redet. In Jesaja 61 und dort Vers 1 heißt es: Der Geist des Herrschers, des Herrn, ist auf mir, weil der Herr mich gesalbt hat. Wozu? Den Armen frohe Botschaft zu verkünden, so wie Jesus später in der Bergpredigt sagt: Glückselig sind die geistlich Armen, denn ihrer ist das Reich der Himmel. Er hat mich gesandt zu verbinden, die zerbrochenen Herzen sind, den Gefangenen Befreiung zu verkünden, den Gefangenen und Öffnung des Kerkers, den Gebundenen, um zu verkündigen das angenehme Jahr des Herrn und den Tag der Rache unseres Gottes und um zu trösten alle Trauernden und um den Trauernden von Zion zu verleihen, dass ihnen Kopfschmuck statt Asche gegeben werde, Freudenöl statt Trauer und Feierkleider statt eines betrübten Geistes, dass sie genannt werden Bäume der Gerechtigkeit, eine Pflanzung des Herrn zu seinem Ruhm.

[19:12] Jesus kam, um Menschen zu helfen. Er kam, um die, die zerbrochene Herzen haben, ihnen diese Herzen zu verbinden, um die, die gefangen sind, frei zu machen. Er kam, um ihnen das zu erklären, zu verkündigen. Er kam, um die Trauernden zu trösten. Das ist das Wesen von Jesus. So hat er sich seinen Dienst vorgestellt und so stellt er sich auch unseren Dienst vor, wie wir jetzt hier sehen werden.

[19:40] Denn in Jakobus Kapitel 5 sehen wir, dass das etwas ist, was nicht allein auf Jesus als Person beschränkt ist. In Jakobus Kapitel 5 und dort Vers 19 und 20, da spricht der Bruder von Jesus uns an, wenn er sagt: Brüder, wenn jemand unter euch von der Wahrheit abirrt und es führt ihn einer zur Umkehr, so soll er wissen, wer einen Sünder von seinem Irrweg zur Umkehr führt, der wird eine Seele vom Tod erretten und eine Menge Sünden zudecken. Ist dir bewusst, lieber Freund, liebe Freundin, was für einen gewaltigen Dienst du tust, wenn du einen Menschen aus den Fängen des Satans zu Jesus bringst? Nun, wir können keinen Menschen erlösen. Wir können keine Bekehrung herbeizaubern, aber wir können erzählen, was wir mit Jesus erlebt haben. Wir können durch unsere Worte und noch mehr durch unser Leben den Menschen zeigen, dass Gott mit uns lebt und dass wir Gott kennen und dass er gut zu uns ist, dass er uns geholfen hat. Wir können ein Zeugnis geben von dem und wir können Menschen warnen vor den Fallen der Sünde. Wir können sie warnen vor falschen Entscheidungen. Wir können versuchen, ihnen deutlich zu machen, wie wichtig es ist, ihr Leben wirklich dem zu geben, der ihr Leben erfunden hat. Und wer so einen Menschen zu Jesus bringt, der bewahrt ihn davor, viele weitere schlimme Entscheidungen zu fällen, die ihn und andere dann negativ beeinflussen würden und belasten würden, er deckt tatsächlich eine Menge Sünden zu.

[21:31] Jesus hat in Lukas 15 drei Gleichnisse erzählt, die auch in ihrer Gesamtheit eine unglaublich schöne Botschaft uns präsentieren. In diesen drei Gleichnissen präsentiert Jesus drei verschiedene Szenarien, wie Menschen, die verloren sind, gerettet werden können und er präsentiert vor allem, wie sehr sich der Himmel wünscht, dass Menschen, die verloren sind, gerettet werden.

[22:06] In Lukas 15 lesen wir ab Vers 3: Er sagte aber zu ihnen dieses Gleichnis und sprach: Welcher Mensch unter euch, der 100 Schafe hat und eines von ihnen verliert, lässt nicht die 99 in der Wildnis und geht dem Verlorenen nach, bis er es findet. Jesus stellt hier eine ganz simple Frage. Wenn du weißt, dass etwas verloren ist, das dir wertvoll ist, denn so ein Schaf war damals durchaus etwas wert. Rinder, Schafe, Ziegen, Herdentiere waren ein wesentlicher Bestandteil des Reichtums durchaus im alten Orient. Wenn dir etwas verloren gegangen ist, dann setzt du neue Prioritäten. Bevor der Hirte merkt, dass etwas verloren ist, hat er gedacht, die höchste Priorität ist einfach die Schafe zu hüten, die er hat. Aber jetzt merkt er, ein Schaf ist verloren und dieses verlorene Schaf ist ihm so wichtig, dass er die Schafe, die in Sicherheit sind, für den Moment verlässt. Nein, er hört nicht auf Hirte zu sein, aber er konzentriert sich auf das Wichtigste, auf das Wesentlichste. Die anderen Schafe können einen Moment warten, bis er das Verlorene gefunden hat.

[23:23] Wie oft geschieht es, dass wir verlorene Schafe bemerken und trotzdem glauben, unsere wichtigste Aufgabe besteht es, die bestehenden Schafe zu organisieren und zu behüten und zu bewahren. Nein, Jesus sah das anders. Jesus glaubte nicht, dass es seine wichtigste Aufgabe ist, im Himmel die sündlosen Engel weiter zu regieren. Seine wichtigste Aufgabe war es, die Menschen zu retten. Und so kam er vom Himmel auf die Erde, legte seine königliche Krone sozusagen ab, wurde Mensch und kam auf diesen kleinen rebellierenden Planeten, um das eine Schaf zu suchen. Er ließ die anderen 99 im Himmel, die ungefallenen Welten, einen Moment für sich, ganz für sich waren sie ja sowieso nicht, Gott, der Vater war ja immer da, aber die Verlorenen waren ihm am wichtigsten.

[24:20] Dieses Gleichnis illustriert, dass es Menschen gibt, die wissen, dass sie verloren sind, wie das Schaf, aber den Weg nicht zurückkennen. Das Schaf merkt, wenn es irgendwo im Gebüsch ganz alleine fest steckt und nicht vorwärts, nicht rückwärts kommt, es merkt, das war nicht der Plan. Ich sollte eigentlich bei meinen anderen Schafen sein, aber es findet den Weg nicht zurück und es braucht jemand, der dieses verlorene Schaf findet. Wir lesen weiter: Und wenn er es gefunden hat, nimmt er es auf seine Schulter mit Freuden. Er treibt das Schaf nicht einfach vor sich her und schimpft, warum es überhaupt erst mal weggelaufen ist, nein, er nimmt es auf seine Schulter und trägt es mit Freuden. Und wenn er nach Hause kommt, ruft er die Freunde und Nachbarn zusammen und spricht zu ihnen: Freut euch mit mir, ich habe mein Schaf gefunden, das verloren war.

[25:15] Und jetzt kommt diese wunderschöne Anwendung, die Jesus macht: Ich sage euch, so wird auch Freude sein im Himmel über einen Sünder, der Buße tut, mehr als 99 Gerechte, die keine Buße brauchen. Wenn du dem Himmel Freude machen möchtest, wenn du möchtest, dass Gott sich freut, finde jemanden, der verloren ist und bringe ihn zu Jesus.

[25:34] Das zweite Gleichnis in Vers 8: Oder welche Frau, die zehn Drachmen hat, zündet nicht, wenn sie eine Drachme verliert, ein Licht an und kehrt das Haus und sucht mit Fleiß, bis sie sie findet. Diese Drachme ist verloren und weiß es nicht einmal, kennt den Weg nicht zurück. Die Drachme hat keine Ahnung, dass sie verloren ist. Es gibt Menschen, die wissen gar nicht, dass sie verloren sind, die denken, da wo sie sind, ist alles richtig und so muss es sein. Und trotzdem sind sie verloren und es braucht jemand, der erkennt, dass sie verloren sind und sie zu Jesus bringt.

[26:13] Interessant ist auch hier, diese Frau, die zündet ein Licht an, sie kehrt das Haus, sie sucht mit Fleiß. Diese Frau hat wirklich ganz viel Eifer. Sie lässt sich nicht einfach von dem ersten Misserfolg abhalten. Sie sucht so lange, bis sie gefunden hat. Es ist nicht nur so ein sporadisches, naja mal gucken, ob ich es finde, ich finde es nicht. Nein, sie kehrt alles um, sie macht alles sauber. Sie sucht in jeder Ecke, bis sie gefunden hat. Die Frage ist nicht nur, welche Priorität hat das Suchen nach verlorenen Menschen. Die Frage ist auch, wie viel Einsatz zeigen wir? Wie systematisch gehen wir vor? Wie leicht lassen wir uns vielleicht ablenken? Wie wichtig ist es uns? Und wieder heißt es hier, und wenn sie sie gefunden hat, ruft sie die Freundin in Vers 9 und die Nachbarin zusammen und spricht: Freut euch mit mir, denn ich habe die Drachme gefunden, die ich verloren hatte.

[27:12] Und wiederum kommt wie ein Refrain dieser Gedanke: Ich sage euch, so ist auch Freude vor den Engeln Gottes über einen Sünder, der Buße tut. Die Engel singen jedes Mal, wenn ein Mensch erkennt, dass er ein Sünder ist und ein Mensch sich zu Gott wendet und im Glauben die Gerechtigkeit Jesu annimmt, im Glauben annimmt, dass Jesus für ihn gestorben ist und das Leben ergreift, das Jesus allein schenken kann.

[27:40] Das dritte Gleichnis, vielleicht das bekannteste in mancher Hinsicht. Und er sprach: Ein Mensch hatte zwei Söhne und der jüngere von ihnen sprach zum Vater: Gib mir den Teil des Vermögens, der mir zufällt, Vater. Und er teilte ihnen das Gut. Und nicht lange danach packte der jüngere Sohn alles zusammen und reiste in ein fernes Land. Und dort verschleuderte er sein Vermögen mit ausschweifendem Leben. Nachdem er aber alles aufgebracht hatte, kam eine gewaltige Hungersnot über jenes Land. Und auch er fing an, Mangel zu leiden. Da ging er hin und hängte sich an einen Bürger jenes Landes, der schickte ihn auf seine Äcker, die Schweine zu hüten. Und er begehrte seinen Bauch zu füllen mit den Schoten, welche die Schweine fraßen und niemand gab sie ihm. Hier ist ein Mensch, der dachte, er kann einfach sein Leben leben, wie er will. Und er landet buchstäblich im Schlamm, ganz unten aufgeschlagen, scheinbar ohne Hoffnung.

[28:35] Aber da heißt es hier in Vers 17: Er aber kam, er kam aber zu sich selbst und sprach: Wie viele Tagelöhner meines Vaters haben Brot im Überfluss. Ich habe Verderben vor Hunger. Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir und ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu heißen. Mache mich zu einem deiner Tagelöhner. Hier ist jemand, der weiß, dass er verloren ist und er weiß auch den Weg. Es gibt Menschen, die wissen ganz genau, wie es zurückgeht zu Gott. Sie kennen die Wahrheit, aber sie haben die Wahrheit verlassen. Sie dachten, die Welt ist besser als das, was Gott ihnen schenken kann. Sie haben sich von Gott entfernt, ihm den Rücken zugewandt, haben sich in die Welt gestürzt, haben ihr Leben verprasst, nur um festzustellen, dass all das, was Satan ihnen vorgegaukelt hat, in Wirklichkeit nur eine Illusion war. Sie sind mit dem Boden aufgekommen und es gibt immer wieder Menschen, die selbst merken, weil der Heilige Geist direkt zu ihnen spricht, dass sie zurück müssen und sie kommen zu sich selbst und sie gehen zurück.

[29:43] Und jetzt ist interessant, es ist zwar niemand, der ihn gesucht hat in dem Sinne, aber doch als er zurückkommt zum Vater, ist die Einstellung des Vaters mehr als bezeichnet. Und er machte sich auf und ging zu seinem Vater. Als er aber noch fern war, sah ihn sein Vater und hatte Erbarmen und er lief, fiel ihm um den Hals und küsste ihn. Nun, wenn wir sehen, dass ein Mensch, der uns vielleicht enttäuscht hat, der in die Welt abgedriftet ist, der sein Leben verkorkst hat, wenn der die ersten Anzeichen macht, zurückzukehren, so ganz von Ferne noch, wie reagieren wir? Bleiben wir im Sessel sitzen und denken wir, mal sehen, ob es bis hierher zurück zur Gemeindeschaft oder sind wir wie dieser Vater, der bei dem ersten Anzeichen von Umkehr Erbarmen hat und läuft, sucht und läuft, um zu retten. Der Vater fiel ihm um den Hals und küsste ihn.

[30:57] Dieser Vater ist ja primär nicht mal ein Bild für uns, sondern primär ein Bild für Gott selbst, der übrigens mit seiner Liebe, so sagt es ja Jeremia 31 Vers 3, uns zu sich zieht. Denn selbst dieses Gleichnis, so schön es ist, kann die ganze Tiefe der Liebe Gottes nur unvollständig wiedergeben, denn Gott wartet ja nicht nur auf der Schwelle. Selbst wenn ein Mensch ohne äußere Hilfe zurückkehrt, so kann er doch nur kommen, weil der Heilige Geist schon längst an ihm zieht, der die Liebe Gottes mit Seilen sozusagen ihn zu sich zieht.

[31:34] Das heißt, der Sohn aber sprach zu ihm: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir und ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu heißen. Aber der Vater sprach zu seinen Knechten: Bringt das beste Festgewand her und zieht es ihm an und gibt ihm einen Ring an seine Hand und Schuhe an seine Füße und bringt das gemessene Kalb her und schlachtet es und lasst uns essen und fröhlich sein. Wenn ein Mensch umkehrt, zu Gott wiederfindet, weil er auf Gottes Einladungen reagiert, wird Gott immer sich freuen. Niemals wird er sagen, ja, ich weiß noch nicht genau, jetzt bewähre dich erstmal, schau mal, auch wenn wir mal den Eindruck haben, wir müssen uns erst bewähren. Nein, Gott nimmt uns an, wie wir sind und hat dann mehr als genug Ressourcen, um uns zu verändern und während wir mit ihm gehen, wird er uns so umgestalten, dass wir irgendwann mal im Himmel mit ihm leben können. Aber er nimmt uns an, wie wir sind und er freut sich. Er freut sich über jeden, der ihn findet.

[32:29] Wie sehr freuen wir uns über jeden, der Jesus findet. Die Freude Gottes ist manchmal ein Thema, das wir vielleicht vernachlässigen. In Zephania Kapitel 3 und dort Vers 17, da heißt es über Gott: Der Herr, dein Gott, ist in deiner Mitte ein Held, der rettet. Er wird sich über dich freuen mit Wonne. Er wird still sein in seiner Liebe. Er wird über dich jubelnd frohlocken. Gott hat so eine tiefe Sehnsucht danach, dass Menschen ihn kennenlernen, dass sie ihn kennenlernen, wie er wirklich ist. So viele Menschen haben irgendwelche Ideen von Gott, die sie von anderen Menschen gehört haben, die aber gar nicht dementsprechend, wie Gott ist. Er sehnt sich danach, dass Menschen ihn kennenlernen, wie er wirklich ist und dazu braucht er Menschen, die ihn schon kennen. Er braucht Menschen, die schon mit ihm Erfahrung gemacht haben, die erlebt haben, dass seine Verheißungen wirklich vertrauenswürdig sind, dass man sich doch verlassen kann, dass Gott wirklich treu ist und auch, dass wenn man ihn verletzt hat, dass er nicht beleidigt ist, dass er uns zurücknimmt.

[33:40] Hast du die Erfahrung gemacht, dass obwohl du gegen ihn gesündigt hast, er trotzdem treu zu dir ist, dass er trotzdem dir vergeben hat, dass er dich immer wieder neu segnet? Hast du die Erfahrung gemacht, dass er dein Leben mit Freude füllt? Ich habe diese Erfahrung in meinem Leben immer und immer und immer wieder gemacht und ich staune selbst, wie gut Gott zu mir gewesen ist, obwohl ich es nicht verdient habe. Je mehr wir diese Erfahrung machen, desto mehr werden wir es wünschen, anderen davon zu erzählen, was Jesus für uns persönlich getan hat.

[34:10] In Johannes 7 und dort Vers 37 und 38. Johannes 7 und dort Vers 37 und 38. Dort heißt es: Aber am letzten, dem großen Tag des Festes, stand Jesus auf, rief und sprach: Wenn jemand dürstet, der komme zu mir und trinke. Wer nicht glaubt, wie die Schrift gesagt hat, aus seinem Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen. Das sagt er aber von dem Geist, den wir empfangen sollten, welche an ihn glauben, denn der Heilige Geist war noch nicht da, weil Jesus noch nicht verherrlicht war. Jesus sagt hier: Wenn du Durst hast, komm her. Auch in Offenbarung haben wir diesen gleiche Aufforderung: Wer dürstet, der nehme das Wasser des Lebens umsonst.

[34:59] Wir können Jesus' Angebot, dass er uns begnadigen möchte, dass er uns vergeben möchte, dass er uns zu sich zieht, annehmen, so wie wir sind und dieses Geschenk wird in uns sein. Er sagt: Wer nicht glaubt, wie die Schrift gesagt hat, aus seinem Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen. Was meint das? Schauen wir ein bisschen zurück in Johannes 4. Da haben wir fast dasselbe Bild, als eine Frau zu Jesus kam, als Jesus gerade in Samaria an einem Brunnen war und die Geschichte ist gut bekannt. Die Frau kommt aus der Stadt, sie will nur Wasser schöpfen, aber Jesus beginnt ein Gespräch mit ihr und auf eine unfassbar taktvolle Art und Weise zeigt er ihr, dass er ihre wirklichen tiefen Probleme, ihr Mangel an Liebe, ihre Sehnsucht nach Liebe und Geborgenheit und Treue und Verlässlichkeit, dass er diese ganzen Bedürfnisse wirklich stillen kann.

[35:53] Er sagt zu ihr dann in Johannes 4, Vers 13 und 14: Jesus antwortete und sprach zu ihr: Jeden, der von diesem Wasser, also das Wasser des Brunnens trinkt, wird wieder dürsten. Wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, den wird in Ewigkeit nicht dürsten, sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, wird in ihm zu einer Quelle von Wasser werden, das bis ins ewige Leben quillt. Wir sind es gewohnt, dass wenn wir Durst haben, wir zu einer externen Quelle gehen, zu einem Brunnen damals oder zu einer Wasserflasche heute. Wir sind es gewohnt, dass die Lösung unseres Problems außerhalb von uns ist und wir gehen zum Wasser, zu einer Wasserflasche oder zum Brunnen oder zum Waschbecken und wir trinken und irgendwann sind wir wieder durstig und müssen wieder dorthin. Aber Jesus sagt, das Wasser, das ich dir anbiete, das ist nicht außerhalb von dir, sodass du dann immer wieder dahin gehen musst, so wie die Griechen zu ihren Tempeln gehen mussten, um wieder Vergebung zu bekommen oder wo man irgendwie zu einem schreien muss oder zu einem Guru oder zu einem Priester. Er sagt, das, was du brauchst, kann direkt bei dir sein, in dir, in deinem Herzen, in deinem Gedanken durch den Heiligen Geist.

[37:02] Und das führt dazu, wenn es in uns ist, wenn es nicht nur außerhalb von uns ist und wir ständig wieder neu durstig werden, sondern wenn wir konstant mit Gottes Geist erfüllt sind, dann wird es sogar überquellen, sagt er. Es wird quellen bis ins ewige Leben. Und was das ganz praktisch bedeutet, sieht man in derselben Geschichte. Denn diese Frau, als sie all das so ansatzweise begreift, versteht und annimmt, dass Jesus ihr Erlöser ist, da lesen wir in Vers 28: Nun ließ die Frau ihren Wasserkrug stehen und lief in die Stadt und sprach zu den Leuten: Kommt, seht einen Menschen, der mir alles gesagt hat, was ich getan habe, ob dieser nicht der Christus ist. Da gingen sie aus der Stadt hinaus und kamen zu ihm.

[37:42] Eine Frau war Jesus begegnet, die war voller Probleme, ein wirklich schwieriger Fall, beziehungsgestört. Aber Jesus konnte innerhalb kurzer Zeit ihr zeigen, dass er die Lösung ist, dass er ihr helfen kann. Und als sie das annahm, als sie das glaubte, war sie so erfüllt, dass sie sofort anderen davon erzählen musste.

[38:10] In Wirklichkeit ist der Schlüssel dazu, bereit zu sein, über Jesus zu reden, einfach nur der, den wahren biblischen Jesus zu kennen. Ich vermute, dass es niemanden gibt, der den wahren biblischen Jesus persönlich kennenlernt, der nicht sofort auch gerne von ihm redet. Das gibt es gar nicht. Es kann zwar sein, dass wir so Theorien über Jesus begriffen haben, dass wir theologisch das alles genau erklären können, so wie man vielleicht ganz viel von Angela Merkel weiß vielleicht, ja, und dann ihren ganzen Lebenslauf, ihre Biografie, alles kennt. Aber es ist ein Unterschied, ob man alles von ihr weiß oder mit ihr befreundet ist. Es ist ein Unterschied, ob man alles von Jesus weiß oder mit ihm befreundet ist. Denn wenn man mit ihm befreundet ist, wird man von ihm erzählen.

[39:05] In Lukas 6 und dort Vers 38 sagt uns Jesus, was das Gesetz des Universums ist. Dort steht zwar nicht das Gesetz des Universums, aber genau das ist das Gesetz des Lebens, das Gesetz, das im Himmel gilt. Wenn Lukas 6, Vers 38 gibt, so wird euch gegeben werden. Ein gutes, vollgedrücktes und gerütteltes und überfließendes Maß wird man in euren Schoß schütten, denn mit demselben Maß, mit dem ihr anderen zumesst, wird euch wieder zugemessen werden. Wenn wir geben, können wir erst richtig gesegnet werden.

[39:38] So finden wir das auch schon in den Sprüchen. In Sprüche, Kapitel 11 und dort Vers 25: Eine segnende Seele wird reichlich gesättigt und wer anderen zu trinken gibt, wird selbst erquickt. Ich kann das aus eigener Erfahrung seit vielen Jahren sagen, immer dann, wenn ich anderen Menschen das Evangelium erkläre, wird es selbst für mich klar. Wenn ich anderen versuche zu helfen, aus der Bibel Antworten zu finden für ihre persönlichen Probleme, erkenne ich selbst besser, wie Jesus mir hilft. Wer anderen zu trinken gibt, wird selbst erquickt und das ist eine Wahrheit, von der ich persönlich sagen kann, dass ich sie sehr, sehr oft in meinem Leben erlebt habe. Dieses Wort ist wahr, das weiß ich aus Überzeugung und Erfahrung.

[40:24] So finden wir in Sprüche 11, Vers 30 diesen Satz: Die Frucht des Gerechtigkeit ist ein Baum des Lebens und der Weise gewinnt Seelen. Wenn wir die Weisheit Gottes in unser Herz bekommen, wenn wir uns für Gottes Gedanken interessieren, wenn wir weise werden, wie Jesus es sich wünscht, werden wir Menschen für ihn gewinnen.

[40:42] Apostelgeschichte 13 gibt uns eine interessante Geschichte, als Paulus und Barnabas unterwegs sind und es sich herausstellt, dass viele der Juden dort an dem Ort, wo sie sind, das Evangelium nicht annehmen wollen, heißt es hier ab Vers 46: Da sagten Paulus und Barnabas freiwillig: Euch musste das Wort Gottes zuerst verkündigt werden, da ihr es aber von euch stoßt und euch selbst des ewigen Lebens nicht würdig achtet, so wenden wir uns zu den Heiden, denn so hat uns der Herr geboten: Zitat: Ich habe dich zum Licht für die Heiden gesetzt, damit du zum Heil seist bis an das Ende der Erde. Als die Heiden das hörten, wurden sie froh und priesen das Wort des Herrn und es wurden alle, die gläubig, die zum ewigen Leben bestimmt waren.

[41:32] Beachten wir hier, dass Paulus und Barnabas einen Text aus dem Alten Testament, aus dem Propheten Jesaja zitieren und den schauen wir uns kurz an. In Jesaja und dort Kapitel 49 und dort Vers 6. Jesaja 49, Vers 6, dort finden wir genau diesen zitierten Abschnitt. Interessant ist jetzt folgendes, es heißt ja hier in Vers 6: Ja, er spricht: Es ist zu gering, dass du mein Knecht bist, um die Stämme Jakobs aufzurichten und die Bewahrten aus Israel wiederzubringen, sondern ich habe dich auch zum Licht für die Heiden gesetzt, damit du mein Heil seist bis an das Ende der Erde. Im Kontext geht es hier in Jesaja 49 um den Knecht des Herrn, es geht um den Messias. Es ist eine Aufgabe an den Messias, Licht zu sein bis an das Ende der Erde, denn Jesus sagte, ich bin das Licht der Welt, aber er sagte auch zu seinen Jüngern, die ihm nachfolgen, die ihn imitieren sollen: Ihr seid das Licht der Welt.

[42:36] Und deswegen sagen Paulus und Barnabas, dass diese Prophezeiung, die auf den Messias zutrifft, seine Aufgabenbeschreibung, was er tun soll, dass sie sich damit identifizieren und dieses Werk weiterführen, mit ihm zusammenarbeiten und deswegen sind sie auch das wahre Israel, denn der, der das tut, wird genannt Israel. Vers 3: Und er sprach zu mir: Du bist mein Knecht, bist Israel, durch den ich mich verherrliche. Und deswegen kann Paulus sagen, dass sie, die das Werk des Messias tun, dass sie das wahre Israel Gottes sind.

[43:06] Die Israeliten waren ja dazu berufen worden, ein Zeugnis zu sein für alle Heidenvölker. Wir haben die Zeit jetzt nicht, aber ihr könnt das nachlesen in 2. Mose 19, dass als Gott die zehn Gebote den Israeliten gab, da gab er sie ihnen, damit sie ein Königreich von Priestern sind. Priester sind Menschen, die zwischen Gott und Menschen vermitteln, die die Menschen, die Gott noch nicht kennen, zu Gott führen. Das sollten nicht nur die hohen Priester, das sollten alle Priester, das sollten alle Israeliten tun. Dafür hatte Gott das Volk Israel erwählt und als dann viele Israeliten Jesus abgelehnt haben, aber Menschen Jesus gefolgt sind, die dann Christen genannt wurden, dann wurde diese Aufgabe ihnen übertragen, denn was heißt übertragen, denn diese Aufgabe hängt immer an Jesus. Es ist ja Jesus, der der Weg zu Gott ist und nur diejenigen, die mit Jesus kooperieren, erfüllen den Auftrag Israels.

[44:00] Zum Ende wollen wir in 2. Korinther lesen. 2. Korinther 5 und dort ab Vers 14, dort heißt es: Denn die Liebe des Christus drängt uns. Paulus wurde nicht gedrängt durch ein Komitee, durch ein Seminar, durch Leute, die ihn dafür bezahlt haben, für Leute, die gesagt haben, du musst. Er hat keine Daumenschrauben gespürt von anderen Geschwistern, die gesagt haben, warum machst du nicht? Er sagt, die Liebe Christi drängt uns. Die Frage ist vielleicht ein bisschen, wenn wir uns gar nicht gedrängt fühlen, reden wir dann vielleicht nur von der Liebe Gottes, ohne sie zu spüren?

[44:44] Paulus, der die Liebe Gottes kannte, aus eigener Erfahrung sagt: Die Liebe, denn die Liebe des Christus drängt uns, da wir von diesem überzeugt sind, wenn einer für alle gestorben ist, so sind sie alle gestorben und er ist deshalb für alle gestorben, damit die, welche leben, nicht mehr für sich selbst leben, sondern für den, der für sie gestorben und auferstanden ist. Paulus wusste, was er sagte, er wollte nicht mehr für sich selbst leben, er wollte für Jesus leben. Er hat gesagt, dass er gekreuzigt ist mit Jesus und das, was er jetzt lebt, dass Jesus in ihm lebt. Er wollte Jesus imitieren.

[45:15] Vers 16: So kennen wir denn nun von nun an niemand mehr nach dem Fleisch, wenn wir aber auch Christus nach dem Fleisch gekannt haben, so kennen wir ihn doch nicht mehr so. Vers 17: Darum, ist jemand in Christus, so ist er eine Neuschöpfung, das Alte ist vergangen, siehe, es ist alles neu geworden. Ich persönlich bin dafür überzeugt, dass die Welt von Gott geschaffen worden ist, weil ich in meinem eigenen Leben erlebt habe, in meinem eigenen Leben und im Leben von anderen Menschen, wie sehr Gott Neues schaffen kann.

[45:46] Das alles aber kommt von Gott, der uns mit sich selbst versöhnt hat, durch Jesus Christus und uns den Dienst der Versöhnung gegeben hat. Gott selbst hat uns mit sich versöhnt und die, die schon diese Versöhnung erlebt haben, die gemerkt haben, dass Gott gut und freundlich und nett ist, haben den Auftrag, anderen davon zu erzählen.

[46:02] Vers 19: Weil nämlich Gott in Christus war und die Welt mit sich selbst versöhnte, indem er ihnen ihre Sünden nicht anrechnete und das Wort der Versöhnung in uns legte. Es ist Gott selbst, der uns die Worte geben möchte. Wir müssen nicht einfach nur von einer Theorie erzählen, sondern Gott selbst ist mit uns. Jesus hat ja gesagt, er ist bei uns bis ans Ende der Tage. Wenn wir mit ihm leben, werden wir das tun, was er sich wünscht. Und er wird uns die Worte geben, die Worte der Versöhnung.

[46:34] Vers 20: So sind wir nun Botschafter für Christus. Und zwar so, dass Gott selbst durch uns ermahnt. So bitten wir nun stellvertretend für Christus: Lasst euch versöhnen mit Gott. Paulus sagt etwas Außergewöhnliches, wenn wir mit Gott leben und aus bestem Wissen und Gewissen erfüllt vom Heiligen Geist erzählen, was wir mit Gott erlebt haben, dann reden nicht nur wir, dann redet Gott durch uns. Was für ein Privileg, was für eine, was für ein Furcht, was für ein schöner Gedanke, dass wir sterblichen, schwachen, sündigen Menschen, indem wir unser Leben Gott geben und ihm vertrauen, ihn als unseren Freund annehmen, dass er durch uns spricht.

[47:22] Möchtest du, lieber Freund, liebe Freundin, heute Jesus so völlig in dein Herz lassen, dass keine Ecke übrig bleibt und möchtest du ihm Freude machen, möchtest du Gott, dem Vater und auch dem Heiligen Geist Freude machen, indem du anderen davon erzählst, was du mit ihnen erlebt hast. Gott segne deine Entscheidung. Nächste Woche werden wir uns wieder hier an gleicher Stelle sehen, um dann mit dem nächsten Thema fortzufahren. Bis dahin wünsche ich Gottes reichen Segen im Studium seines Wortes und im Erzählen von dem, was er für dich getan hat. Gott segne dich. Amen.


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