[0:30] Hallo und herzlich willkommen hier auf www.joelmedia.de zu unserer Reihe "Fundament des Glaubens". Heute mit Teil Nummer 6: Das Gebet. Wir werden uns anschauen, wofür das Gebet gut ist, dass es eine Kommunikation zwischen Gott und uns ist, der Grund des Gebets, welche Motivation wir haben sollten, Inhalte und Form, ob die Fürbitte effektiv ist und über das beantwortete Gebet. Und bevor wir uns diesen spannenden Liebestudium widmen, lade ich euch zu Hause ein, mit mir gemeinsam zu beten, um Gott für seinen Segen zu bitten für diese halbe Stunde, die wir verbringen werden. Lieber Vater im Himmel, wir kommen hier vor deinem Thron, um dir Dank zu sagen und um dich anzubeten. Heiland, dass du es ermöglicht hast, dass wir die Zeit haben, heute gemeinsam in dein Wort zu studieren. Und großer Gott, wenn wir noch nicht selbstständig beten können, dass wir den Mut und das Vertrauen heute schöpfen können, zu dir zu beten, in der Form, die du möchtest. Großer Gott, ich bitte dich, sei du mit deinem Heiligen Geist mitten unter uns. Gib uns deine Weisheit und gib uns Kraft und Verstand, deinen Willen zu erkennen und auch umzusetzen. Heiland, so danken wir dir und bitten all das im kostbaren Namen von Jesus Christus. Amen.
[2:20] Die erste Frage, die wir uns gemeinsam stellen sollten, ist: Warum sollte ich überhaupt beten? Und die Bibel gibt hierauf eine spannende Antwort in den Psalmen. Lasst uns aufschlagen den Psalm 36 und die Verse 8 und 10. Psalm 36, Verse 8 und 10. "Wie köstlich ist deine Gnade, oh Gott, dass Menschenkinder Zuflucht finden unter dem Schatten deiner Flügel. Sie laben sich an den reichen Gütern deines Hauses. Mit dem Strom deiner Wonne drängst du sie. Denn bei dir ist die Quelle des Lebens. In deinem Licht schauen wir das Licht." Hier zeigt uns die Bibel ganz eindrücklich, warum wir überhaupt beten sollten. Denn Gott ist die Quelle eines Lebens und wir dürfen diese Quelle anbeten. Er ist die Liebe und aufgrund seiner Liebenswürdigkeit ist es schön, mit ihm zu sprechen. Er ist der, der uns zuerst geliebt hat und deshalb können wir ihn lieben. Und es ist das Privileg von denjenigen, die im Himmel sein werden, Gott täglich anzubeten. Und das ist eine Angewohnheit, die wir uns jetzt schon zu eigen machen können. Ich weiß, wie das ist, dass es sich anfangs komisch anfühlt, zu Gott zu beten. Aber ihr werdet feststellen, dass im Laufe der Zeit es zu einer Selbstverständlichkeit wird für euch und zu einem Quell wirklich der Freude und der Ruhe. Und wie das auch für euch zutreffen kann, das werden wir heute erörtern.
[4:02] Und die Frage ist: Warum sollte Gott überhaupt meine Gebete erhören? Ich denke, das ist eine wichtige Frage, denn es beten so viele Leute und so viele Gebete werden nicht erhört. Warum sollte er meine Gebete erhören? Lasst uns dazu gemeinsam aufschlagen, Epheser Kapitel 2 und da den Vers 18. "Denn durch ihn haben wir beide den Zutritt zu dem Vater in einem Geist." Und lasst uns dazu noch aufschlagen, Römer Kapitel 8, die Verse 26 und 27. Römer Kapitel 8, die Verse 26 und 27. "Ebenso kommt aber auch der Geist unseren Schwachheiten zur Hilfe. Denn wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie es sich gebührt. Aber der Geist selbst tritt für uns ein mit unaussprechlichen Seufzern. Der aber die Herzen erforscht, weiß, was das Trachten des Geistes ist. Denn er tritt für die Heiligen ein, wie es Gott entspricht." Was sagen uns diese beiden Texte nun über das Gebet aus? Der erste Text in Epheser, der sagt, dass wir durch Jesus Christus Zugang zum Vater haben. Das heißt, unsere Gebete durch die Werke von Christi, die er hier durch seinen Erdendienst gemacht hat, sind würdig, vom Vater gehört zu werden. Durch Jesu Christi erhört uns der Vater. Und wenn wir jetzt Römer noch nebendran legen, ist es so, dass wir sehen, wie der Heilige Geist wirkt in diesem Gespräch mit Gott. Nämlich, wir wissen, Gott möchte eine Beziehung mit uns aufbauen. Und wir wissen auch, wie wir in den vergangenen Studien gelernt haben, Gott spricht über sein Wort zu uns. Aber jede Kommunikation, jede Beziehung braucht Kommunikation und die muss wechselseitig sein. Das heißt, wir hören Gott durch sein Wort und wir unterhalten uns mit Gott durch das Gebet. Und unsere Sprache, unsere Motivation, unsere Gedanken sind alle irgendwo unrein. Das liegt einfach an unserem Wesen, an unserer Sündigkeit. Aber Römer versichert uns, Römer 8, Verse 26 und 27, versichert uns, der Geist bringt unsere Gebete mit unaussprechlichen Seufzern vor Gott. Was sagt das genau aus? Und zwar, wenn ich ein wirkliches, ehrliches Anliegen habe und damit vor Gott trete, muss ich mich nicht sorgen, welche Worte ich verwende. Solange es für mich irgendeinen Sinn macht, ist das ein gutes Gebet. Und der Geist trägt es und übersetzt es vor den Altar. Und dort gelangt es auch zu Jesus Christus und gemeinsam, der Geist und Christus vermischen die Gebete und bringen sie vor den Vater. Und das ist der Grund, warum der Vater uns erhört. Gott hilft uns in unserer Unvollkommenheit und Gott ermöglicht es uns, zu ihm zu beten. Und wir müssen uns das vorstellen, der Schöpfer des gesamten Universums ist da und hat ein offenes Ohr für jedes seiner Geschöpfe, das in Not ist. Und wir sind der einzige Planet, der in Not ist. Und er hat ein offenes Ohr für uns.
[7:53] Und wir werden das jetzt weiter gemeinsam studieren. Die Frage ist: Was bringt das Beten? Welchen Einfluss hat das Gebet auf mein Leben, wenn ich es tue? Und lasst uns dazu gemeinsam weitere Texte aufschlagen. Einmal Jeremia Kapitel 33, den Vers 3. "Rufe mich an, so will ich dir antworten und dir große und unbegreifliche Dinge verkündigen, die du nicht weißt." Und in Matthäus 26, den Vers 41, da lesen wir: "Wacht und betet, damit ihr nicht in Versuchung kommt. Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach." Gott kann mehr tun, als wir erwarten. Wenn wir Gott um etwas bitten, dann sehen wir hauptsächlich unsere Probleme und wir können uns irgendwie eine Lösung vorstellen. Aber Gott macht es auf eine Art und Weise, die noch viel, viel besser ist. Außerdem hilft das Gebet in Anfechtung und Versuchung. Wenn wir sehen, dass wir eine schwierige Aufgabe vor uns haben, dass wir mit dieser Sorge zu Gott kommen dürfen und wir müssen diese Sorge nicht selber tragen, sondern wir dürfen sie an Gott abgeben. Und je mehr ihr betet, desto mehr Gebetserfahrungen werdet ihr machen. Ihr werdet merken, dass Gott wirklich da ist, um euch zu helfen. Dass das nicht eine Einbildung ist, sondern dass irgendjemand die Geschicke so lenkt und leitet, dass es am Ende am besten für euch ist. Ihr kriegt damit nicht immer das, was ihr möchtet. So ist es bei mir auch. Ich habe in der letzten Zeit seltsame Aufgaben von Gott gestellt bekommen und ich muss sagen, die erschüttern mich schon sehr, weil sie mich in meiner Bequemlichkeit treffen, weil sie mich in meiner Ansicht treffen, welchen Weg er für mich vorgesehen hat. Und genau daran erkennt man oftmals, es ist nicht das, was wir wollen, wichtig, sondern das, was er will. Und wenn wir eine Bitte vor ihn bringen, er wird alles tun, um sie zu erfüllen. Auch wenn er uns Wege gehen lassen muss, die für uns im ersten Moment unsinnig oder unbequem erscheinen. Und das ist die Verheißung, die er uns geben könnte.
[10:35] Die Frage ist: Gibt es denn etwas, was unsere Gebete daran hindern könnte, gehört zu werden? Also ist irgendwas da, neben der Decke, dass unsere Gebete nicht erhört werden? Und ich denke, das ist einer der Hauptgründe, die wir heute ergründen sollten, warum so viele Gebete auf der Welt nicht erhört werden. Zum Beispiel beten viele Leute um Reichtum. Warum wird dieses Gebet bei den wenigsten erhört? Und bei denen, bei denen es erhört wird, da scheint es auch nicht mit rechten Dingen zuzugehen. Woran liegt das? Lass uns gemeinsam aufschlagen, wieder zwei Texte. Der erste, den finden wir im Psalm 66, Vers 18. "Hätte ich unrecht vorgehabt in meinem Herzen, so hätte der Herr nicht gehört." Und jetzt lasst uns noch den zweiten Text anschauen, in Hebräer 11, Vers 6. "Ohne Glauben aber ist es unmöglich, ihm wohl zu gefallen. Denn wer zu Gott kommt, muss glauben, dass er ist und dass er die belohnen wird, welche ihn suchen." Wir sehen hier also die zwei Haupthindernisse, die unsere Gebete haben vor Gott. Wir haben schon gelernt, dass durch die Sünde die Beziehung mit Gott gestört wurde. Und tatsächlich ist es nicht so, dass sich Gottes Gefühle zu uns Menschen verändert haben. Nein, unsere Gefühle zu Gott haben sich verändert. Und so ist es auch, dass unsere Sünden die Ursache sind, dass Gott uns nicht hört. Was bedeutet das? Wenn ich eine Sünde in meinem Leben, eine wissentliche Sünde in meinem Leben habe und die nicht lassen möchte, nehmen wir einmal das Lügen. Das siebte Gebot sagt, nein, das achte Gebot sagt: "Du sollst nicht falsches Zeugnis reden wider deines Nächsten." Und das ist eine Sache, die ich nicht lassen möchte, weil hier eine kleine Notlüge, hier möchte ich mich ein bisschen besser darstellen, als ich tatsächlich bin. Und das ist ein Grund, warum Gott meine Gebete nicht erhört. Weil er sagt: "Boris, du siehst, dass du etwas tust, was du nicht sollst. Wenn ich dich jetzt segne, dann bestärke ich dich in dieser Sache. Und Boris, das belastet unsere Beziehung. Das kann ich nicht tun. Aus Liebe zu dir erfülle ich dir das nicht, bis du die Sache bereinigt hast." Und da wir die Sache nicht von alleine bereinigen können, hilft uns auch Gott in diesem Moment.
[13:43] Und der zweite Text, der Hebräer-Text, sagte, wir sollen glauben, dass er ist. Wenn wir nämlich wirklich glauben, dass es einen Gott gibt, der wirklich zuhört, der wirklich auf unsere Gebete antwortet und wirklich jene belohnt, die ihn suchen, dann wird er es tun. Das hier ist, was in der Christenheit oft, oft, oft falsch verwendet wurde. Dass man nämlich sagt: "Ja, meine Gebete werden nicht erhört." Und dann sagst du: "Du glaubst nicht genug." Wisst ihr, was wir tun können, wenn wir, wenn unser Glaube nicht groß genug ist? Wir können darum bitten. Einer der Männer, die zu Jesus gekommen sind, sagen: "Herr, ich glaube. Aber wenn ich nicht genug glaube, so hilft meinem Unglauben." Und genau das dürfen wir auch tun. Wenn wir nicht genügend glauben, dann dürfen wir Gott darum bitten. Und ich kann euch sagen, in meinem Leben haben sich so viele Dinge rasant verändert, als ich Gott kennengelernt habe und als ich das erste Gebet gesprochen habe. Das Gebet Gott, also damals wusste ich noch nicht, dass ich Gott anspreche. Aber was ist Wahrheit? Und dann mein erstes tatsächliches Gebet an Gott, wo ich gesagt habe: "Gott, wenn es dich gibt, lass mich dich finden. Zeige mir, dass du es bist. Gib mir die Möglichkeit und die Zeit, die Bibel zu studieren." Und er hat wunderbare Dinge gemacht. Das sind alles Dinge, die ich nicht beeinflussen konnte von außen. Und wisst ihr, man kann sagen, das ist Zufall. Allerdings bin ich mathematisch fit genug, dass ich sagen kann, die Summe der sogenannten Zufälle, die in meinem Leben passiert sind, die in den letzten anderthalb Jahren passiert sind, kann kein Zufall mehr sein. Die Wahrscheinlichkeit ist zu gering. Die Wahrscheinlichkeit ist höher, dass ich jetzt hier im Studio vom Blitz getroffen werde und gleichzeitig im Lotto gewinne, obwohl heute, nehmen wir an, an einem Donnerstag auf, also dass ich tatsächlich heute im Lotto gewinne, ist die Wahrscheinlichkeit in der Kombination höher als das, was mir alles passiert ist. Und ich denke, dadurch, dass etwas wahrscheinlich möglich ist, heißt das noch lange nicht, dass das gut ist. Wenn ihr sagt, die Wahrscheinlichkeit ist dennoch möglich, ich biete euch an, sendet alle an Joel Media einen Euro und die Wahrscheinlichkeit ist sehr, sehr hoch, dass ihr fünf Millionen direkt zurückkriegt. Nicht von Joel, sondern von irgendwoher. Die Wahrscheinlichkeit ist höher als das, dass so viele Gebete erhört werden und das nur Zufall wäre. Da könnt ihr euch selber testen in diesem Moment.
[16:43] Aber das ist ja hinfällig. Gibt es denn auch falsche Motivationen für unser Gebet? Und das ist eine wichtige Frage, die wir uns stellen müssen. Das ist auch eine Frage der Selbsterforschung und sie ist essentiell. Lasst uns gemeinsam lesen Jakobus Kapitel 4 und dann den Vers 3. "Ihr bittet und bekommt es nicht, weil ihr in böser Absicht bittet, um es in euren Lüsten zu vergeuden." Was meint Jesus an dieser Stelle? Ich habe eine Ahnung bekommen, was er meint. Ich habe erfahren, dass wir einen liebenden Vater haben, der uns alles schenken möchte. Wirklich. Er möchte die Tore des Himmels für jeden Einzelnen von uns öffnen und uns segnen und segnen und segnen in einer Weise, wie wir uns das nicht vorstellen können. Und ich bin mittlerweile der absolut festen Überzeugung, Gott, wenn ich Geld brauche, aus irgendeinem Grund, zum Beispiel Reparatur des Autos oder Flugkosten nach Philippinen, also Manila oder sonst was, dass ich sage: "Gott, ich habe das Geld nicht, aber ich glaube, dass du möchtest, dass das funktioniert. Bitte hilf mir." Er stellt Gelder bereit. Und das sind Dinge, die ich erleben durfte. Wenn ich aber sage: "Gott, ich möchte Geld haben, weil ich Sicherheit haben will, weil ich mal in den Vergnügungspark will, weil ich einfach mal gedankenlos das Geld ausgeben können darf, ohne mir Gedanken darüber zu machen." Da sagt Gott nein. Warum sagt Gott nein? Gott sagt deshalb nein, weil das die Belastung, weil das die Beziehung zwischen ihm und mir belasten würde. Das heißt, er würde alles, alles geben, sofern es nicht unsere Beziehung mit ihm belastet.
[18:48] Ich habe einen guten Freund. Er hadert mit Gott, weil er einfach keine Partnerin findet, die zu ihm passt. Und er hat Gott doch so oft schon darum gebeten. Nur ich kenne ihn. Ich weiß, dass er sein Herz zu sehr an diesen Menschen binden würde, weil es eine stärkere Bindung wäre als die zwischen ihm und Gott. Und das ist der Grund, warum Gott dieses Gebet nicht erhört. Weil er nicht möchte, dass da eine stärkere Bindung zwischen zwei Menschen ist, weil wenn sie abfällt, dann fällt er mit hinterher. Und das ist nicht etwas, was Gott möchte. Gott möchte, dass die Beziehung zwischen meinem Freund und ihm fest ist und er glücklich ist, auch ohne Freundin. Und sobald das erreicht ist, ist der Zeitpunkt, dass Gott das Gebet erhört. Aber das ist eine Sache, die möchte er noch nicht wahrhaben.
[20:13] Und die Frage, die sich einige von euch heute sicherlich stellen, ist: Wie bete ich überhaupt? Was soll ich Gott überhaupt sagen? Aber auch hier weiß die Bibel Rat. Lasst uns Philipper 4, die Verse 6 und 7 aufschlagen. "Sorgt euch um nichts, sondern in allem lasst durch Gebet und Flehen mit Danksagung eure Anliegen vor Gott kund werden. Und der Friede Gottes, der allen Verstand übersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken bewahren in Christus Jesus." Wir dürfen Gott sagen, was uns bedrückt. Wir dürfen ihm sagen, was uns Kummer macht. Aber wir dürfen auch sagen, wofür wir dankbar sind. Und liebe Freunde, das ist nicht etwas, was Gott unbedingt möchte. Diese Danksagung, wie es Philipper sagt: "Lasst durch Gebet und Flehen mit Danksagung eure Anliegen vor Gott kund werden." Im Griechischen ist das eine Phrase von etwas Andauerndem, also wirklich ohne Unterlass. Und jetzt ist die Frage: Was ist Gott für ein Typ? Braucht er diese ständige Lobhudelei? Ich denke, nein. Gott braucht diese Lobhudelei nicht. Aber wir brauchen sie.
[21:46] Und dazu kann ich euch wieder ein Beispiel aus meinem Leben sagen. Und zwar, ich habe gedacht, wenn ich das Auto habe, dann bin ich glücklich. Wenn ich eine Partnerin habe, die so und so aussieht, dann bin ich glücklich. Wenn ich so und so ein Einkommen habe, dann bin ich glücklich. Wenn ich die und die Position und Verantwortung trage, dann bin ich glücklich. Und die Sachen habe ich alle erreicht. Und ich habe gemerkt, ich wurde nicht glücklich. Ich habe versucht, dieses Loch in mir zu stopfen mit all diesen Dingen und ich habe sie erreicht und habe gemerkt, ich werde dadurch nur elender. Warum werde ich dadurch elender? Weil ich die Ziele alle erreicht habe und merke, ich bin keinem Glück hinterhergejagt. Das alles macht mich nicht glücklich. Und direkt nach meiner Bekehrung habe ich angefangen, Gott zu danken. Für das Wenige, was ich hatte. Ich habe ja, wie ihr sicherlich schon mitbekommen habt, ich habe alles weggegeben. Ich hatte nur noch ganz wenig in meiner Wohnung, aber ich war dankbar für das, was ich hatte. Und alles, was Gott dazu gegeben hat, da wurde ich nur noch dankbarer. Das heißt, während mein Leben davor war, sage ich, da muss ich hin, dann bin ich glücklich. Und ich habe mich dahin gekämpft und merkte, ich bin nicht glücklich, ich brauche ein neues Ziel und muss dem hinterher rennen. Und während meines Christseins ist es so, dass ich gesagt habe: "Das ist das Fundament, hier bin ich glücklich." Und Gott gibt was dazu und ich bin noch glücklicher. Und Gott gibt was dazu und ich bin noch glücklicher. Dadurch, dass ich dankbar bin, werde ich zufrieden, weil ich sehe nicht auf das, was mir vermeintlich fehlt, sondern ich sehe auf das, was ich alles habe. Und das macht mich dankbar, das macht mich zufrieden und ich weiß, wem ich folge.
[23:49] Das ist nicht nur ein psychologischer Aspekt. Auch die Psychologen sagen alle: "Sei dankbar für das, was du hast, das macht dich glücklich." Aber wem sollen wir dankbar sein? Dem Schicksal, den Umständen? Ich denke, es ist viel angenehmer, einer Person, einem Wesen dankbar zu sein.
[24:13] Und tatsächlich gibt es sogar noch stärkere Gebete, als die Gebete, die wir einfach an Gott richten, um ihm zu sagen, da habe ich Sorgen, das könnte ich gebrauchen, wie würdest du das machen? Die Gebete sind wichtig, aber es gibt noch mächtigere Gebete. Lasst uns doch gemeinsam aufschlagen, 1. Timotheus, Kapitel 2, und da die Verse 1 und 3. Und da habe ich dann nachher noch eine Mitteilung für euch, die mir auch immer wieder schwerfällt. 1. Timotheus, Kapitel 2, die Verse 1 bis 3. "Denn dies ist gut und angenehm vor Gott, unserem Retter." Und schaut euch den Text noch ein wenig an. Vielleicht fällt euch etwas auf. Wir sollen hier alle Menschen, aber dann nochmal besondere, nämlich für Könige, was sind Könige? Das sind die Herrscher, und die in hoher Stellung beten. Und hier geht es jetzt nicht um Vorlieben, um Interessen, um persönliche Empfindungen, wer mir sympathisch ist, sondern wir sollen tatsächlich für die Regierungschefs beten. Und das gilt auch zum Beispiel für Angela Merkel und für Donald Trump. Und das sind Dinge, die ich gerne mal vergesse, weil ich in meiner Vorstellung, dass habe, dass Politiker eigentlich Diener des Volkes sein sollten. Aber ich mehr und mehr das Gefühl gewinne, dass die Wünsche, Bedürfnisse und Sorgen des Volkes den Politikern zunehmend egal zu sein scheinen. Das soll keine Anklage sein, aber das ist das, was ich mitbekomme. Dass auch der Bürger sagt: "Die da oben, die wissen doch gar nicht mehr, was Sache ist." Und ich denke, dort ist es doppelt und dreifach wichtig, für sie zu beten, dass sie gute Entscheidungen treffen, denn wir können von Frau Merkel halten, was wir wollen. Wir leben in Frieden. Wir haben keine Kriegstreiberin, dass wir befürchten müssen, dass Krieg bei uns losgeht, dass eine Fehde mit Frankreich oder Polen angefangen wird oder mit England oder der Schweiz oder was weiß ich. Ich denke, auch da dürfen wir dankbar sein. Und dort sind Fürbitten so wichtig.
[27:12] Auch sagt die Bibel, dass wir für Kranke beten sollten. Wir haben jetzt in der Gemeinde ein Liebesgeschwisterchen, das krank wurde, eine schwere Erkrankung hatte. Die Ärzte wussten nicht, was er hat. Und wir haben für ihn gebetet und gefastet. Und nicht nur das Wissen, dass wir das getan haben, hat ihm so viel Kraft gegeben, sondern er wurde auch wieder aufgerichtet. Er ist jetzt auf dem Weg der Besserung und lass uns weiter beten, dass es ihm weiterhin gut geht. Denn Gott wird immer eines geben. Wenn er auch keine Heilung gibt, so wird er doch Frieden schenken und Erlösung.
[27:55] Mein Großvater ist vor zwei Tagen gestorben und ich bin so froh, dass ich bei ihm noch am Sterbebett war, um mit ihm zu beten, um ihm noch ein bisschen aus der Bibel vorzulesen. Er konnte nicht viel aufnehmen, aber das, was er konnte, das Letzte, was wir gesprochen haben, war über das Wort Gottes. Und dafür bin ich auch sehr, sehr dankbar. Und ich habe das Vertrauen in Gott, dass er sein Herz nochmal so bewegt hat, damit ich ihn eines Tages wiedersehen darf. Und das ist ein Frieden, den ich habe, mit dem ich mich trösten kann. Ich weiß, ich sehe ihn wieder und muss nicht in Trauer vergehen.
[28:44] Und Gottes Antwort ist nicht immer Ja. Tatsächlich ist Gottes Antwort nicht immer Ja oder Nein. Aber Gottes Antwort ist immer Ja oder Nein oder noch nicht. Und tatsächlich ist das "noch nicht" das Schwierigste, weil sich Gott dort einfach nicht äußert. Beim Ja äußerte er sich deutlich, beim Nein äußerte er sich deutlich durch die Lenkung der Umstände. Bei "Warte" ist es immer ein wenig schwierig, aber genau das ist auch die Frucht des Geistes, dass wir diese Geduld aufbringen können.
[29:25] Und jetzt ist die Frage: Gibt es denn eine bestimmte Gebetshaltung? Ich habe euch hier eine kleine Matrix aufgemalt, wo ihr sehen könnt, was die verschiedenen Gebetshaltungen in der Bibel sind. Dass man sich dort gar nicht so große Gedanken machen muss. Man kann mit erhobenen Händen beten, in 1. Timotheus 2, Vers 8. Man kann sitzend beten, wie in 1. Chroniken 17, Vers 16. Man kann gehend beten, das sehen wir in 2. Könige 4, Vers 33 und 35. Man kann stehend beten, wie in Lukas 18, Vers 13. Oder knieend, wie in Apostelgeschichte, Kapitel 9, Vers 40. Oder verneigt oder liegend. Das sind tatsächlich zwei Haltungen. Das eine ist wirklich auf dem Erdboden liegen, das andere ist mit geneigtem Haupt sein, auf Knien oder im Stehen. Aber das sei jetzt nicht so wichtig. Das sehen wir in Nehemia 8, Vers 6 und in Markus 14, Vers 35. Und wir sehen hier, dass es nicht so wichtig ist, welche äußere Form wir haben.
[30:37] Auch ist die Frage: Wie oft sollten wir denn beten? Und auch da gibt die Bibel interessante Antworten. Lass uns dazu drei Bibeltexte aufschlagen. Der erste finden wir im Psalm 55, der Vers 17. "Ich aber rufe zu Gott, und der Herr wird mir helfen." In 1. Thessalonicher, Kapitel 5, Vers 17, lesen wir: "Betet ohne Unterlass." Und in Daniel, Kapitel 6, Vers 11, Daniel ist bei mir so durchstudiert, das muss ich nur aufschlagen. Daniel 6, Vers 11 und da der zweite Teil. "Und er, das ist Daniel, fiel dreimal am Tag auf die Knie nieder und betete und dankte vor seinem Gott, ganz wie er es zuvor immer getan hatte." Also die Bibel gibt uns den Ratschlag, dass wir durchaus dreimal beten dürfen: Morgens, mittags, abends. Aber die Bibel sagt auch, wir sollen ohne Unterlass beten. Also wir sollen in einer ständigen Beziehung und Kommunikation mit Gott sein. Das heißt, auch die Gedanken, die ich denke, liest Gott. Und wenn sich meine Gedanken um dies und jenes kreisen, das sieht Gott auch. Aber wenn ich zum Beispiel Auto fahre oder in der Straßenbahn oder einen Spaziergang mache und sage: "Wie toll ist die Natur, wie schön ist das Wetter, danke, dass es nicht regnet." Das sind alles Dinge, die wie Wohlgeruch zum Himmel steigen. Und Gott ist froh, solche Art von Gebet zu hören. Das ist eine Sache, die wir wirklich hier mitnehmen können.
[32:28] Und woher wissen wir, dass Gott diese Gebete tatsächlich beantwortet? Und ich denke, das ist die Schlüsselfrage, die wir uns immer stellen müssen. Und dazu lasst uns aufschlagen 1. Johannes, Kapitel 5, die Verse 14 und 15. "Und das ist die Freimütigkeit, die wir ihm gegenüber haben, dass er uns hört, wenn wir seinem Willen gemäß um etwas bitten. Und wenn wir wissen, dass er uns hört, um das, was wir ihn auch bitten, so wissen wir, dass wir das Erbetene haben, das wir von ihm erbeten haben." Und dazu lasst uns noch zwei andere Texte lesen, in Markus 11, Vers 24. "Darum sage ich euch, alles, was ihr auch immer im Gebet erbittet, glaubt, dass ihr es empfangt, so wird es euch zuteil werden." Und Jesaja, Kapitel 43, Vers 26. "Erinnere mich, wir wollen miteinander rechten." Das heißt, den Willen Gottes tun in unserem Gebet. Wenn wir so bitten, wie Gott es will, dann wird es uns zuteil werden. Deshalb ist im Vaterunser auch "dein Wille geschehe". Wenn wir unseren Willen Gott unterordnen, dann werden wir sehen, dass unsere Gebete erhört sind.
[34:00] Und tatsächlich ist das der eigentliche Zweck, der eigentliche Inhalt und Grund des Gebets, dass wir unseren Willen unter den Willen Gottes drunter setzen. Und dann können wir Gebetserfahrung machen. Gott will nicht Sünder haben, denen es gut geht, sondern er möchte treue Nachfolger, denen er helfen kann. Das ist dieses Schicksal, das wir auf diesem Planeten haben. Und es gibt dazu eine einfache Merkformel auf Englisch. Ich habe noch kein deutsches Akronym für ABC gefunden, aber ich suche, und ihr dürft gerne Kommentare schreiben, wenn ihr einen kennt. Ich sage es euch auf Englisch: The ABC of Prayer, das ABC des Gebets, ist Ask for it. Wir sollen darum bitten. Also was immer wir haben möchten oder brauchen, darum sollen wir Gott bitten. B ist Believe that you receive and thank for it. B ist: Glaube daran, dass du es erhältst und sei schon dankbar dafür. Danke Gott schon so, als hättest du es schon erhalten. Und C ist Claim. Und das ist das Gleiche, was Jesaja gesagt hat. "Erinnere mich, wir wollen miteinander rechten." Das heißt, wenn ich irgendwo eingeladen bin und nicht weiß, was ich reden soll und meinen Glauben verteidigen soll, dann bitte ich zu Gott und sage: "Gott, du hast verheißen in deinem Wort: 'Sorget euch nicht, was ihr sagen sollt. In der Stunde, da ihr es sagt, wird es euch gegeben werden.'" Und ich zeige mit dem Finger auf diese Bibelstelle und sage: "Gott, du hast es versprochen. Hier steht es schwarz auf weiß in deinem Wort. Wenn du es nicht erfüllst, bist du ein Lügner." Und ich kann euch eins sagen, mein Gott ist kein Lügner. Mein Gott ist jemand, der seine Versprechen hält. Und diese Erfahrung kannst auch du machen.
[36:00] Ich möchte mit euch zum Abschluss noch einen letzten Bibelfers lesen. Und den finden wir in Lukas Kapitel 11, die Versen 9 und 10. "Und ich sage euch: Bittet, so wird euch gegeben. Sucht, so werdet ihr finden. Klopft an, so wird euch aufgetan. Denn jeder, der bittet, empfängt. Und wer sucht, der findet. Und wer anklopft, dem wird aufgetan." Das ist eine Verheißung, die Jesus seinen Jüngern, seinen Nachfolgern gegeben hat. Und lieber Freund, liebe Freundin, lieber Zuschauer, wenn du Jesus nachfolgen möchtest, wenn du deinen Willen ihm unterordnen möchtest, wirst du sehen, dass er jedes Gebet erhört. Mit Ja, mit Nein oder mit Warte. Aber immer so, wie es uns zum Besten dient. Gott ist tatsächlich der beste Freund, den wir uns vorstellen können. Weil er gibt uns nicht unseren Willen, sondern er gibt uns immer das Beste. Weil er hat so einen weiten Horizont und sieht jede kleine Auswirkung.
[37:21] Und wenn du dich heute dafür entschieden hast, künftig mehr zu Gott zu beten, zum Schutz für dich und deine Familie, für deine Arbeit, für deine Kollegen, für deine Freunde, du kennst jetzt den Weg. Und ich kann euch eins sagen, nur der erste Schritt ist schwer bei der Übergabe des Willens. Danach gibt es nichts mehr zu verlieren. Aber es gibt so viel zu gewinnen. Und ich lade euch ein, wenn ihr diesen Ruf spürt, gemeinsam mit mir zu unserem großartigen Gott zu beten. Großer Gott, hab Dank für das Wort, das du uns gegeben hast. Und hab Dank, dass wir im Gebet zu dir kommen dürfen. Großer Gott, es tut uns leid, wenn wir in der Vergangenheit nach unserem Willen und nach unseren Lüsten gebetet haben, nach Sachen gefragt haben, die überhaupt nicht gut für uns sind und deshalb mit dir hadern. Großer Gott, ich bitte dich, da, wo wir Zweifel haben, dass du dein Wort hältst, so bitte ich dich, dass du uns Erfahrungen schenkst, dass wir dieses Vertrauen gewinnen dürfen. Und Heiland, gib uns die Möglichkeit, dass jeder zu uns dasselbe sagen kann, wie in der Bibel von Abraham berichtet wird. Abraham war ein Freund Gottes. Großer Gott, so beten wir, lass auch uns zu deinen Freunden werden. Großer Gott, so beten wir dich, dass du unser Herz reinigst, nicht so, wie wir das wollen, sondern wie du das möchtest. Und danken dir im kostbaren Namen Jesu. Amen.
[39:32] Vielen Dank, dass ihr heute wieder eingeschaltet habt. Und wir sehen uns nächstes Mal zu der nächsten spannenden Folge. Das wird das Thema Nummer 7 sein: Die Wiederkunft. Das Ereignis, auf das die Christen seit fast 2000 Jahren warten. Wir werden uns anschauen, welche Zeichen Jesus genannt hat, bevor er wiederkommt. Ob davon schon was in Erfüllung gegangen ist. Und wir werden sehen, was diese große Hoffnung, die die Menschheit hat, wirklich zugrunde liegt. Ich wünsche euch eine gesegnete Woche. Ich freue mich, euch nächste Woche wiederzusehen. Gottes Segen.