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Funde & Fakten

Archäologie trifft Bibelgeschichte: Christopher Kramp stellt in Funde & Fakten echte Ausgrabungen und historische Entdeckungen vor – von den Schriftrollen vom Toten Meer bis zu König Davids Königreich. Kompakt, spannend und erhellend.

Dieser Podcast beinhaltet die folgende Serie:


In dieser Folge von „Funde & Fakten“ tauchen wir in die geheimnisvolle Welt der hethitischen Siegel ein und untersuchen ein besonders brisantes Fundstück aus dem antiken Büklükale. Erfahren Sie, warum das unrechtmäßige Brechen eines Siegels im alten Orient als schweres Vergehen galt und welche faszinierenden historischen Hintergründe sich hinter dieser mächtigen Supermacht der Bronzezeit verbergen.


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Serie: Funde & Fakten

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Transkript

[0:17] Siegel spielen im alten Orient eine außergewöhnlich wichtige Rolle. Ein Siegel unrechtmäßig zu brechen, das war ein schweres Vergehen. In diesem Video wollen wir uns einen besonders krassen Fall anschauen. Und damit herzlich willkommen zu Funde & Fakten, heute mit einem interessanten Siegel.

[0:42] Hier ist es, und man hat es gefunden bei Ausgrabungen in Büklükale. Büklükale liegt heute in der Türkei. Damals war das natürlich nicht Teil der Türkei, sondern Teil eines großen altorientalischen Reiches, nämlich des Reiches der Hethiter. Die waren dort in Zentralanatolien in der Spätbronzezeit, das heißt in der zweiten Hälfte des zweiten Jahrtausends vor Christus.

[1:16] Eine der absoluten Supermächte der gesamten Region, ein Hauptgegner der berühmten Ägypter auch und Ramses II. zum Beispiel. Diese Hethiter sind wahrscheinlich nicht identisch mit den Hethitern, die man im Alten Testament findet. Sie haben sich auch selbst nie Hethiter genannt. Die Bezeichnung Hethiter für dieses anatolische Großreich, die kommt aus unserer modernen Zeit, als die ersten Ausgräber dort in Hattuša, der Hauptstadt der Hethiter, diese Kultur entdeckt haben und man voreilig sie Hethiter nannte, weil man irgendwie so im Hinterkopf hatte, dass es in der Bibel ja auch die Hethiter gab. Die Hethiter der Bibel sind viel weiter südlich in der Levante ansässig, und es spricht sehr viel dafür, dass das Volk der Hattier, das vor den Hethitern auch zum Teil in Anatolien lebte, dass das eher mit den Hethitern zusammenhängen könnte. Aber das ist ein anderes Thema.

[2:20] Wir bleiben heute hier bei den sogenannten Hethitern, die in Zentralanatolien dieses Großreich gehabt haben. Hier sehen wir auf der Karte der Hethiter das Land, und der Pfeil zeigt ungefähr die Lage dieses Ortes, der heute auf Türkisch Büklükale heißt. Die genaue Identifizierung mit einem hethitischen Ort ist umstritten. Da gibt es verschiedene Theorien aus den hethitischen Texten, die hier angeführt werden. Welcher Ort es sein könnte, muss uns heute nicht so unbedingt beschäftigen.

[2:53] Dieser Ort liegt ganz in der Nähe eines Flusses, der in der Antike Halys genannt worden ist, der längste Fluss, der komplett allein durch die heutige Türkei fließt, und nicht so weit entfernt von der Hauptstadt Hattuša, wo die Großkönige der Hethiter residierten. Wie man sehen kann, seit 14 Jahren wird dieser Ort ausgegraben vom japanischen Archäologen Kimiyoshi Matsumura, der beim japanischen Institut für anatolische Archäologie angesiedelt ist. Und im Zuge dieser Ausgrabung hat man dieses interessante Siegel entdeckt.

[3:30] Wie man sieht, ist dort etwas auf dem Siegel geschrieben. Die Hethiter hatten ihr eigenes Schriftsystem, die sogenannte hethitische Keilschrift. Die haben sie von den Babyloniern und den Assyrern adaptiert und für ihre eigenen Zwecke ein bisschen angepasst. Das ist ein eigener Forschungszweig, den man studieren kann und mit dem man sich in der Altorientalistik beschäftigen kann. Die Sprache, die dahinter steht, das Hethitische, ist nicht verwandt mit Sumerisch, Babylonisch oder Assyrisch, sondern gehört zu den indoeuropäischen Sprachen. Ist also letztlich mit Griechisch, mit Latein, aber auch sogar mit Deutsch und Englisch in einem gewissen Sinne verwandt.

[4:19] In dieser Keilschrift ist folgendes auf diesem Siegel aufgeschrieben worden. Diese Inschrift enthält die Phrase: „Wer immer dies, also dieses Siegel aufbricht, wird sterben.“ Das hat die Ausgräber stutzig gemacht, da normalerweise die hethitischen Gesetze eher keine Todesstrafe vorsehen. Im Vergleich zu anderen altorientalischen Rechtssammlungen, wie bei den Assyrern oder den Babyloniern, sind die Hethiter eher milde, was das Strafmaß angeht. Die Strafen sind meistens Zahlungen, Kompensationen, die man vornehmen muss. Dass hier eine Todesstrafe vorgesehen ist, deutet darauf hin, dass es ein sehr, sehr schweres Verbrechen gewesen sein muss, dieses Siegel aufzubrechen, denn bei den Hethitern gab es die Todesstrafe tatsächlich nur bei äußerst schlimmen Verbrechen.

[5:25] Es muss sich also um ein königliches Siegel gehandelt haben. Wir wissen, dass diese Siegel Verträge besiegelt haben und dadurch eine äußerst wichtige Angelegenheit bestätigt haben. Wir können heute nicht mehr sagen, um was es genau ging, denn der Vertrag selbst ist ja nicht mehr erhalten. Wir haben nur noch das Siegel, das einst an diesen Vertrag angebracht worden ist, um diesen Vertrag zu beschützen. Dieser besondere Schutz, den ein Siegel verleiht, und dieser Umstand, dass man dann nicht hineinschauen kann, das nicht sehen darf und nicht sehen kann, wenn es versiegelt ist – diese Tatsache hat auch zu bestimmten Metaphern in der Bibel geführt.

[6:13] Zum Beispiel hier in Jesaja 29, Vers 11: „Darum ist alle Offenbarung für euch geworden wie die Worte eines versiegelten Buches. Wenn man dieses einem gibt, der lesen kann, und zu ihm sagt: ‚Lies das‘, so antwortet er: ‚Ich kann nicht, weil es versiegelt ist.‘“ Etwas, was versiegelt ist, da kann man nicht hineinschauen. Es ist zu gefährlich. Man darf das Siegel nicht brechen.

[6:36] Entsprechend finden wir dann im letzten Buch der Bibel eine sehr interessante Passage in Offenbarung Kapitel 7, Vers 2 und 3. Hier geht es um die Gläubigen der letzten Zeit vor der Wiederkunft Jesu: „Und ich sah einen anderen Engel, der vom Aufgang der Sonne heraufstieg. Er hatte das Siegel des lebendigen Gottes und er rief mit lauter Stimme den vier Engeln zu, denen es gegeben war, der Erde und dem Meer Schaden zuzufügen. Und er sprach: ‚Schädigt die Erde nicht, noch das Meer, noch die Bäume, bis wir die Knechte unseres Gottes an ihren Stirnen versiegelt haben.‘“

[7:10] Hier finden wir dieses Bild, dass Gläubige ein Siegel tragen und damit einen besonderen Schutz von Gott genießen, einen Schutz, der es zu einem Kapitalverbrechen macht, sozusagen, wenn das aufgebrochen werden sollte. Das Bild von dem Siegel ist also ein sehr starkes Bild. Menschen, die das damals gelesen haben, die noch diese Siegelpraxis kannten, die wussten ganz genau: Wenn Gott selbst ein Siegel gibt – wie wir schon gesehen haben, dass bei den Hethitern das Aufbrechen eines königlichen Siegels mit der Todesstrafe geahndet worden ist –, wie viel mehr Autorität hat ein Siegel, das Gott gibt?

[7:53] Und hier, lieber Freund, liebe Freundin, dürfen wir feststellen, dass jeder, der Gott von Herzen dient und ihn lieb hat, die Einladung erhält, ein solches Siegel an der Stirn zu erhalten. Wenn du dich dafür interessierst, was dieses Siegel zu bedeuten hat, dann laden wir dich ein, auf joelmedia.de ein bisschen zu recherchieren. Wir haben eine ganze Reihe von interessanten Videos dazu. Du kannst auch unsere Suchfunktion auf joelmedia.de verwenden, um dich dort zu informieren und dieses Thema vom Siegel Gottes noch genauer und tiefer dort zu studieren.

[8:28] Für heute nehmen wir mit: Ein hethitisches Siegel warnt außergewöhnlich scharf, den königlichen Vertrag nicht zu brechen. Und diese Praxis der Versiegelung wird in der Bibel als eine Metapher verwendet, als ein Symbol für unter anderem die Unantastbarkeit der Gläubigen am Ende der Zeit, wenn sie dieses Siegel Gottes tatsächlich in ihrem Herzen und an ihrer Stirn angenommen haben und auch praktizieren. Aber dazu, wie gesagt, die Einladung, das weiter auf joelmedia.de mit unseren Videos zu studieren. Wir freuen uns, dass ihr heute dabei gewesen seid, und freuen uns, wenn ihr das nächste Mal wieder einschaltet, wenn es hier heißt: Funde & Fakten.


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