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In dieser Predigt von Daniel Pel wird das Thema Anbetung in der Bibel beleuchtet. Es wird zwischen wahrer und falscher Anbetung unterschieden, wobei die wahre Anbetung als Antwort auf Gottes Schöpfung und Erlösung verstanden wird. Anhand biblischer Beispiele wie der Schöpfungsgeschichte, Jeremia und der Offenbarung wird gezeigt, wie Anbetung missbraucht werden kann, wenn sie menschlichen Motiven wie Angst oder Machtstreben entspringt.

In dieser Predigt von Daniel Pel geht es um das Wesen wahrer und falscher Anbetung. Anhand biblischer Beispiele aus 1. Mose, Jeremia, Offenbarung und 1. Könige wird beleuchtet, wie Gott uns nach seinem Bild und Atem geschaffen hat und wie Anbetung als Antwort darauf verstanden werden kann. Es wird gezeigt, wie menschliche Macht und Angst zu falschen Anbetungsformen führen können, die vom wahren Plan Gottes abweichen.


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Serie: Gefangen im Kreuzfeuer - der Große Kampf und Du!

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Transkript

[0:31] Wir freuen uns sehr, dass ihr wieder eingeschaltet habt, um mit uns gemeinsam die Bibel zu studieren. Wir werden gemeinsam das Thema Anbetung in der Bibel studieren. Wir werden gemeinsam betrachten, was wahre Anbetung ist und was falsche Anbetung ist. Es wird eine ganz spannende Reise durch die Bibel werden.

[1:04] Bevor wir damit aber beginnen, wollen wir noch ein Wort des Gebetes sprechen. Lieber Vater im Himmel, wir bitten, dass dein Heiliger Geist jetzt mitten unter uns ist. Und wir bitten dich, dass du unsere Herzen öffnest, während wir deine Bibel öffnen. Und dass wir in der Lage sein werden, deine Stimme, die zu uns spricht, deutlich zu erkennen. Und wir bitten dies in deinem kostbaren Namen. Amen.

[1:42] Ich würde gerne im ersten Buch der Bibel beginnen. In 1. Mose 1, da lesen wir über den Schöpfungsbericht. Gott hat alles erschaffen durch das Wort seines Mundes. Und dann kommen wir zu Vers 26, wo es ganz deutlich heißt: „Und Gott sprach: Lasst uns Menschen machen nach unserem Bild.“ Seht ihr, die Schöpfung des Menschen ist anders als der Rest der Schöpfung. Wir sind im Bilde Gottes geschaffen worden. Und wir werden sehen, wie wichtig dies ist im Kontext von wahrer und falscher Anbetung. Wir werden sehen, wie wichtig es ist, wenn es um das Thema von wahrer und falscher Anbetung geht.

[2:45] In 1. Mose 2, Vers 7 lesen wir, wie Gott das erste menschliche Wesen erschaffen hat. Es heißt, dass Gott den Menschen von der Erde gestaubt hat, aus dem Dampf des Grundes, aus seinem Nostril, aus dem Atem des Lebens, und der Mensch wurde ein lebendiges Wesen. Seht ihr, es war nicht genug, dass Gott den Menschen in die Existenz gesprochen hat, sondern er hat Menschen mit seinen eigenen Händen und mit seinem eigenen Atem geschaffen. Und ich möchte, dass wir zwei Schlüsselworte hier betrachten, die in den Passagen, die wir gerade gelesen haben, eine wichtige Rolle spielen, nämlich Bild und Atem.

[3:38] Gott erschafft uns in seinem Bild durch seinen Atem. Und wisst ihr, dass wahre Anbetung tatsächlich ist, Gott seinen Atem zurückzugeben durch Lob und Danksagung. In anderen Worten, unser Leben, das er uns gegeben hat, den Atem, den er uns gegeben hat, wird jetzt verwendet, um ihm Ehre und Herrlichkeit zu geben. Um ihm die Ehre und die Herrlichkeit zu geben. Wir werden also geschaffen und als Reaktion, als Dankbarkeit auf das, was Gott geschaffen hat, beten wir ihn an. Und in diesem Sinne ist Anbetung keine menschliche Initiative, sondern nur eine Antwort auf die Herrlichkeit Gottes.

[5:04] Es gibt dieses Bild in der Bibel, wo Gott sich als den Töpfer darstellt und er möchte, dass wir der Ton sind in seinen Händen. Wir können das in Jeremia 18 gemeinsam betrachten. Und schaut, was Gott dem Propheten Jeremia sagt. Und dort im Vers 1 lautete folgendermaßen: „Mache dich auf und geh in das Haus des Töpfers hinab. Dort will ich dich meine Worte hören lassen.“ Und ich ging in das Haus des Töpfers hinab und siehe, da fertigt er gerade ein Werkstück auf der Scheibe an. Und das Gefäß, das er aus Ton gemacht hatte, war in der Hand des Töpfers missraten, also machte er es wieder zu einem anderen Gefäß, weil es gut für den Töpfer war, es zu machen.

[6:17] Also sagte Gott zu Jeremia: „Geh in den Töpfer.“ Gott wollte, dass Jeremia den Töpfer am Arbeiten sieht, weil er eine sehr wichtige Lektion zu erlernen hatte. Daraus konnte er eine wichtige Lektion lernen, die er zu lehren hatte. Beachtet, was im Vers 5 und 6 jetzt als nächstes passiert. Da erging das Wort des Herrn an mich, also Jeremia, folgendermaßen: „O Haus Israel, kann ich nicht mit euch umgehen wie dieser Töpfer, spricht der Herr? Seht, wie der Ton in den Händen des Töpfers ist, so seid ihr in meinen Händen, o Haus Israel.“

[7:04] Gott erweist seinen Wunsch, der Töpfer zu sein, und wie er uns in seiner Figur formen und gestalten will. Und was heute oft passiert ist, dass dieses Bild umgedreht wird. Und statt Gott zu sein, der Töpfer, und der Mensch zu sein, der Ton, die Menschheit wurde zum Töpfer, und Gott wurde zum Ton. Und was passiert ist, dass anstatt, dass Gott der Töpfer und der Mensch der Ton ist, wird ganz oft der Mensch zum Töpfer und Gott zum Ton.

[7:51] Und anstatt, dass Gott die Menschen in sein Bild verwandeln kann, fangen die Menschen an, Gott in ihrem Bild zu erschaffen. Wie können wir sicherstellen, dass wir nicht Gott in unser Bild schaffen, sondern dass wir es ihm erlauben, uns nach seinem Bild zu schaffen? Es ist ganz wichtig, dass wir sicherstellen, dass wir von Gott verändert werden und dass wir nicht versuchen, ihn zu verändern. Das ist der Unterschied zwischen wahrem und falschem Anbetung. In wahrer Anbetung werden wir von Gott verändert. In falscher Anbetung versuchen wir, Gott zu verändern.

[8:47] Und das ist ein Thema, das sich durch die gesamte Bibel hindurchzieht. Wir können das bemerken, wenn wir gemeinsam in das letzte Buch der Bibel gehen, in die Offenbarung. Und dort das 13. Kapitel. Und bemerkt hier einmal die Sprache in Vers 15. Er spricht von dieser Macht, die am Ende der Zeit emporkommt. Eine menschliche Macht, die die Anbetung derjenigen, die auf dieser Welt leben, in Anspruch nehmen wird.

[9:47] Erinnert euch, die beiden Schlüsselworte, die wir in 1. Mose gefunden hatten, waren das Bild, der Mensch war im Bild Gottes gemacht, und der Atem, den Gott in den Menschen hineinließ. Nun schaut, was in Offenbarung 13, Vers 15 über diese menschliche Macht gesagt wird, die versucht, Gottes Stelle einzunehmen. „Und es wurde ihm gegeben, dem Bild des Tieres einen Geist zu verleihen, wörtlich sogar, ihm Atem zu verleihen, sodass das Bild des Tieres sogar redete und bewirkte, dass alle getötet wurden, die das Bild des Tieres nicht anbeteten.“

[10:42] Hier in Offenbarung 13 lesen wir von einer menschlichen Macht, die versucht, die Stelle Christi einzunehmen. Und hier ist jetzt Anbetung keine Antwort mehr, sondern es ist ein Gebot, und es heißt sogar, dass alle diejenigen, die dieser Form von Anbetung nicht folgen, getötet werden. Diese menschliche Macht ist hier zum Töpfer geworden. Diese Macht hat ein eigenes Bild von Gott geschaffen. Und wenn man dieser Macht keine Anbetung entgegenbringt, dann gibt es Konsequenzen.

[11:46] Es ist ganz interessant zu bemerken, dass wahre Anbetung immer eine Reaktion auf das ist, eine Antwort auf das ist, was Gott für uns getan hat, während falsche Anbetung eine menschliche Initiative ist, die mit Konsequenzen verbunden ist, wenn man ihr nicht folgt.

[12:04] Wenn wir in das allernächste Kapitel in Offenbarung gehen, Kapitel 14, da erleben wir einen Ruf in der Endzeit, unseren Schöpfer anzubeten, weil er etwas für uns getan hat. Wir wollen dort Vers 6 und 7 betrachten. „Und ich sah einen anderen Engel inmitten des Himmels fliegen, der hatte ein ewiges Evangelium zu verkündigen, denen, die auf der Erde wohnen, und zwar jeder Nation und jedem Volkstamm und jeder Sprache und jedem Volk.“ Dieser Engel ist ein Symbol für all die Botschafter, die die letzte Warnungsbotschaft vor der Wiederkunft Jesu in die Welt hinaustragen.

[13:10] Und das Fundament dieser Botschaft, die von Gott kommt, ist das ewige Evangelium. Er sagt mit einer lauten Stimme: „Fürchtet Gott und gebt ihm die Ehre, denn die Stunde seines Gerichts ist gekommen. Und betet den an, der den Himmel und die Erde und das Meer und die Wasserquellen gemacht hat.“

[13:39] Also in der Offenbarung finden wir diese zwei Wege, diese zwei Straßen. In Offenbarung 13 finden wir diese weltliche, diese menschliche Macht, die sich an die Stelle Christi stellt und eine falsche Anbetungsform gebietet, und zwar unter Androhung der Todesstrafe. Aber in Offenbarung 14 finden wir dann den Ruf, der vom Himmel ausgeht. Und was ist der Ruf? Was ist die Botschaft? Die Botschaft ist, dass das ewige Evangelium verkündet werden soll und dass wir denjenigen anbeten sollen, der Himmel und Erde gemacht hat. Wir sollen den Schöpfer anbeten.

[14:38] Wir gehören ja zu Gott in zweifacher Hinsicht. Wir gehören zu ihm, weil er uns geschaffen hat, weil er unser Schöpfer ist. Wir gehören zu ihm, weil er uns erlöst hat, weil er für unsere Sünden gestorben ist. Und zwar so, wie es sich im ewigen Evangelium darstellt. Es gibt alle Gründe dieser Welt, Gott anzubeten. Davon bekommen wir unsere Identität. Er ist derjenige, der uns in seine Existenz atmet. Wir sind in seinem Bild gemacht worden. Und wahre Anbetung ist in dem Sinne, dass wir den Atem, den er uns gegeben hat, zurückgeben. Wir geben es ihm zurück in Ehre und Dankbarkeit für das, was er für uns getan hat. Und in einer bestimmten Art und Weise ist wahre Anbetung das Zurückgeben dieses Atems, indem wir ihm danken und ihm loben und ihn preisen für das, was er getan hat für uns.

[15:45] Und das Gegenbild davon ist, dass wenn menschliche Wesen diese Stelle Christi für sich in Anspruch nehmen und sie gebieten Anbetung durch Gewalt an, und hier sogar durch eine Todesstrafe. Seht ihr, die menschliche Anbetung hier ist eine menschliche Initiative. Und wahre Anbetung ist immer eine Antwort auf das, was Gott getan hat.

[16:30] Ich möchte, dass wir gemeinsam zu 2. Korinther gehen. In 2. Korinther 3, Vers 18 können wir dort ein ganz entscheidendes Prinzip entdecken, das in dieses Thema Falsch- und Wahre Anbetung hineinspielt. Die Bibel sagt hier: „Wir alle aber, indem wir mit unverhülltem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn anschauen, wie in einem Spiegel, werden verwandelt in dasselbe Bild von Herrlichkeit zu Herrlichkeit, nämlich vom Geist des Herrn.“

[17:22] Dieses biblische Prinzip, das wir finden, ist, dass wir durch das verändert werden, was wir betrachten. Wenn wir also Gott betrachten, so wie er wirklich ist, und er hat sich ja in der Bibel selbst offenbart, dann werden wir in sein Bild verwandelt und genau dafür hat er uns ja geschaffen. Erinnert euch, er ist der Töpfer, wir sind der Ton. Aber durch Falsch-Anbetung wird jetzt ein neues Bild dargestellt, in dem jetzt der Mensch der Töpfer wird und Gott der Ton. Und indem der Mensch das betrachtet, wird er jetzt immer mehr in dieses Bild verwandelt, aber das ist nicht mehr das Bild Gottes.

[18:09] Nachdem wir dieses Fundament gelegt haben, wollen wir uns einer alttestamentlichen Geschichte widmen, die jetzt illustriert, was passiert, wenn wir uns falscher Anbetung hingeben. Ich möchte, dass ihr euch in eure Bibel umschaut, die euch den Menschen zeigt, was in der Bibel genau passiert, wenn wir uns falscher Anbetung hingeben. Wir gehen jetzt zu den ersten Königen im Buch 1. Könige.

[18:52] Ich werde euch ein bisschen Hintergrund zur Geschichte geben, bevor ich diese Geschichte lese. Salomon war der Sohn von David und wurde ein sehr mächtiger und sehr wichtiger König. In der Zeit von Salomon hatte das Königreich eine absolute Höhe erreicht, was die Macht und die Größe anging. Salomon war überreich gesegnet von Gott. Er hatte besondere Weisheit und Erkenntnis und Entscheidungsvermögen bekommen. Und es ging alles sehr gut los. Aber im Verlauf seines Lebens hat Salomon sich von Gott entfernt und er fing an, anderen Nationen hinterher zu gehen. Und er verlor die ganz besondere Identität, die Gott ihm gegeben hatte. Nun, ganz am Ende hat er sich dann zu Gott bekehrt. Er hat sogar ein Buch geschrieben, das Buch Prediger, das berichtet, was in seinem Leben passiert ist und wie er ganz am Ende sich zu Gott zurückgewandt hat. Aber aufgrund seiner Abkehr von Gott, hat er eine Präferenz, die er nicht mehr hatte. Aber aufgrund seiner Abkehr von Gott, wurde ein Prophet gesandt, der die Botschaft verkündete, dass das Königreich geteilt werden würde.

[20:37] Und das passierte während des Sohnes von Salomon. Der Sohn von Salomon war ein König mit dem Namen Rehabeam. Und Rehabeam war ein wirklich äußerst harter und unbarmherziger König. Und was passiert ist, ihr werdet euch erinnern, dass Israel von zwölf Stämmen besteht. Und was passiert ist, wir erinnern uns, dass Israel aus zwölf Stämmen bestand. Und was passiert ist, dass zehn dieser zwölf Stämme nicht mehr damit einverstanden waren, dass König Rehabeam ihr Leiter sein sollte. Und so haben sie ihren eigenen König gewählt, der Jerobeam hieß. Und sie haben sich dann im Norden ein eigenes Königreich gegründet. Und seit der Zeit von Rehabeam und Jerobeam haben wir dann zwei Königreiche.

[22:02] Und wenn man sich die Könige oder das Reich Juda, das Südreich Juda anschaut, das ist ein bisschen wie eine Achterbahnfahrt, man hat gute Könige, man hat schlechte Könige, immer im Wechsel. Es gab Zeiten von Erweckung, Reformation, es gab Zeiten, wo die Nation sich von Gott abgewandt hat. Aber in Bezug auf das nördliche Königreich, kann man sagen, es ging im Grunde genommen die gesamte Zeit nur bergab. Und es begann damit, dass Jerobeam eine neue Form von Anbetung einführte und institutionalisierte.

[22:53] Und in 1. Könige 12, ab Vers 25 wollen wir uns anschauen, was er eigentlich getan hat. „Jerobeam aber baute sich auf dem Bergland Ephraim aus und wohnte darin. Und Jerobeam sagte in seinem Herzen, dass das Königreich nun wieder dem Haus David zufallen wird.“ Er hatte also Angst, dass das Königreich vielleicht wieder zurückkehren wird an den Enkel von David, Rehabeam. Und er hatte diese Furcht, weil jedes Jahr das gesamte Volk in den Süden nach Jerusalem gehen würde, um dort im Tempel anzubeten. Es gab bestimmte Feste, die die Juden hatten, wie zum Beispiel das Passafest, wo sie zum Tempel gehen würden. Der König denkt sich also, wenn das Volk jetzt zurück nach Jerusalem geht jedes Jahr, dann werden sie sich auch dem König dort wieder anschließen und so muss ich eine eigene Form von Anbetung hier in meinem Land etablieren.

[24:23] Schauen wir uns Vers 27 an. „Wenn dieses Volk hinaufziehen wird, um im Haus des Herrn in Jerusalem Opfer darzubringen, so wird sich das Herz dieses Volkes wieder zu ihrem Herrn wenden, zu Rehabeam, dem König von Juda. Ja, sie werden mich töten, um sich wieder Rehabeam, dem König von Juda, zu wenden.“

[24:56] „Es ist zu viel für dich, um nach Jerusalem zu gehen. Hier sind deine Götter, Israel, die dich aus dem Land von Ägypten herausgebracht haben.“ Und er setzte einen in Bethel auf und den anderen in Dan. Und er stellte das eine in Bethel auf und das andere setzte er nach Dan. Und er hat diese beiden neuen Anbetungsstätten jetzt ganz strategisch aufgestellt, das eine im Norden seines Königreichs, das andere im Süden. Er wollte sicherstellen, dass das Volk auf keinen Fall mehr nach Jerusalem in das südliche Königreich gehen würde. Und so hat er also in seinem nördlichen Königreich zwei Anbetungsstätten gegründet.

[26:07] Es gibt einige Beobachtungen, die wir machen sollten, wenn wir diese Geschichte lesen. Was war das Motiv hinter dieser Neugründung von Anbetungsstätten, die Jerobeam vorgenommen hatte? Das Motiv dahinter war offensichtlich Furcht. Wir gehen einmal zurück zu Vers 26, wo es heißt: „Rehabeam aber dachte in seinem Herzen, das Königreich wird nun wieder dem Haus David zufallen.“ Und weil er Angst hatte, das Volk zu verlieren, deswegen hat er diese beiden goldenen Kälber gemacht. Wenn also Furcht das Motiv hinter der Anbetung ist, dann können wir sicher sein, dass es sich um falsche und nicht um richtige Anbetung handelt.

[27:13] Und dieses Prinzip kann man auch heute noch erkennen. Traurigerweise gibt es heute viele religiöse Lehrer und Führer in unserer Welt, die Angst haben, dass die Glieder ihrer Kirche woanders hingehen. Und da geht es vor allem meistens auch um junge Leute. Und deswegen bringen sie ganz neue Formen in die Kirchen hinein, die gar nicht mit den Prinzipien wahrer Anbetung übereinstimmen, nur um die Leute zu halten und zu unterhalten. Und das Problem daran ist, dass jetzt Anbetung wieder eine menschliche Initiative ist, eine Initiative, die aus Furcht heraus geschieht. Und wie wir schon gesagt haben, wahre Anbetung muss ja eine Reaktion sein, eine Antwort auf Gottes Liebe. Es ist die Liebe Gottes, die uns motivieren sollte, nicht die Furcht vor Menschen.

[28:36] Eine weitere wichtige Beobachtung ist, dass ganz offensichtlich Jerobeam das Objekt der Anbetung geändert hat. Er ändert die Anbetung insofern, als jetzt ein goldenes Kalb das Objekt ist, das angebetet wird. Also zunächst einmal waren ja vorher die Menschen gewohnt, in den Tempel nach Jerusalem zu gehen. Und der Tempel war eigentlich ein symbolisches Bild, das den Dienst des kommenden Messias beschreiben sollte. Aber in diesem neuen Objekt der Anbetung gibt es kein Opfer und es gibt vor allem keinen Hinweis auf den kommenden Messias.

[29:44] In diesem Fall wird Jerobeam der Töpfer, Gott wird der Ton, er schafft Gott in sein eigenes Bild. Ich kann es mir kaum richtig vorstellen, wie das gewesen sein muss, als er diese neue Form der Anbetung eingeführt hat. Und dann Jerobeam, er zieht den Vorhang zurück und da ist es, das goldene Kalb. Ist da niemand in dieser ganzen Versammlung, der jetzt, als er das sieht, sich fragt: „Ja, Moment mal, das kommt mir irgendwie bekannt vor.“

[30:44] Lass mich eine Frage stellen: Ist da eine andere Stelle in der Bibel, wo wir von einem goldenen Kalb lesen? Ja, also selbstverständlich. In 2. Mose 32 lesen wir von dieser Geschichte, dass Aaron ein goldenes Kalb für das Volk gemacht hat, während Mose auf dem Berg Sinai gewesen ist. Und es ist ganz interessant in der Geschichte dort, dass auch Aaron dort eigentlich Furcht gehabt hatte und deswegen das getan hat, genauso wie Jerobeam.

[31:22] Wenn die Menschen ihre Geschichte im Gedächtnis gehabt hätten, dann hätten sie sich gegen diese neue Form der Anbetung gewandt. Aber ganz offensichtlich ist ihre eigene Geschichte vergessen. Und sie hatten ihre kostbare Identität in den Augen Gottes verloren. Und so nehmen sie dieses neue Anbetungsobjekt, das durch den König eingeführt worden ist, dankbar an.

[32:03] Und ganz kurz anschauen, was in 2. Mose 32 passiert ist, als das goldene Kalb zum ersten Mal in der Bibel eingeführt wurde. In 2. Mose 32 ab Vers 21. Und das ist jetzt die Stelle, wo Mose tatsächlich vom Berg herunterkommt und Aaron damit konfrontiert und wissen will, was ist hier passiert. „Zu Aaron aber sprach Mose: Was hast du diesem Volk getan, dass du eine so große Sünde über sie gebracht hast?“ Da sagte Aaron: „Mein Herr, lass es seinen Zorn nicht entbrennen, du weißt, dass dieses Volk bösartig ist. Sie sprachen zu mir: Mache uns Götter, die uns vorangehen, denn wir wissen nicht, was aus diesem Mann Mose geworden ist, der uns aus dem Land Ägypten herausgeführt hat.“

[33:18] Und dann hat er wirklich eine ziemlich schwache Entschuldigung in Vers 24. „Da sprach ich zu ihnen: Wer Gold hat, der reißt es ab. Da gaben sie mir es und ich warf es ins Feuer, daraus ist dieses Kalb geworden.“ Ja, natürlich, ganz klar. Also wir haben hier ein goldenes Kalb, das aus dem Feuer heraus springt. Aaron versucht sich einfach von jeglicher Form der Verantwortung zu befreien.

[33:51] Und traurigerweise passiert das auch heute noch oft genug. Und statt dass Pastoren für die Wahrheit einstehen, erlauben sie es ihren Gemeinden, neue Formen der Anbetung einzuführen, die von Gottes wahrer Anbetung wegführen. Und traurigerweise ist das dann auch immer eine menschliche Initiative, statt einer Antwort auf die Güte und auf die Größe und Liebe Gottes. Und so finden wir, dass diese Geschichte, die in 2. Mose 32 aufgezeichnet ist, sich in der Zeit von Jerobeam wiederholt hat. Auch darin liegt eine interessante Parallele zwischen der Zeit, in der wir leben, und der Zeit, in der Jerobeam sich wiederholt hat.

[34:49] Sie sehen, Mose ging hoch auf den Berg. Und während Mose auf dem Berg war, hat sich dies ergeben. Weißt du, als Mose auf dem Berg war, hat er für die Menschen seine Wiederkunft verzögert. Und die Menschen hatten den Eindruck unten, dass Mose seine Wiederkunft sozusagen verzögert. Und weil er seine Wiederkunft verzögerte, haben sie jetzt neue Formen der Anbetung eingeführt.

[35:26] In dieser Geschichte ist Mose ein Typus auf Jesus. Du siehst, Jesus, als er auf dieser Erde war, gerade bevor er seine Jünger verlassen hat, hat er gesagt: „Ich werde wiederkommen.“ Er ist mit seinem himmlischen Vater hochgegangen, genau wie Mose mit seinem himmlischen Vater auf dem Berg. Und während Jesus bei seinem himmlischen Vater im Himmel ist und sich darauf vorbereitet, wiederzukommen, ist es traurig, dass wir feststellen müssen, dass viele Christen den Eindruck haben, Jesus verzögert seine Wiederkunft. Und so werden neue Formen der Anbetung in die Kirche eingeführt.

[36:17] Wollen wir nochmal zurückgehen zu 1. Könige 12 und weitere Parallelen hier feststellen zu unserer Zeit. Wir haben herausgefunden, dass die Motivation für die Anbetung von Jerobeam war Furcht. Was dazu geführt hat, dass das Objekt der Anbetung sich geändert hat. Nun, wir werden wahrscheinlich kein goldenes Kalb in heutigen Gemeinden finden. Aber was immer den Platz einnimmt von dem klar offenbarten Willen Gottes, ist ein falsches Bild.

[37:12] Wir wollen Vers 28 betrachten. Vers 28 sagt, dass der König sich nicht an die wahren Propheten gewandt hat, die ihm gesandt wurden. Er hat sich viel mehr an Menschen gewandt, die sich mehr um seine Herrlichkeit als um die Herrlichkeit Gottes gesorgt haben. Wenn wir uns für echte Anbetung und für echte Anbetungsstile interessieren, die wir in unserem Gottesdienst einbeziehen sollen, dann müssen wir zum Wort Gottes gehen und dort den Rat holen.

[38:15] Wenn wir uns anschauen, wie sich diese Geschichte weiter hier entfaltet. Vers 30. „Aber dieses Volk wurde für Israel zur Sünde und das Volk lief zu dem einen Kalb bis nach Dan.“ Wenn man sich auf der Karte anschaut, wo Dan zu finden ist, dann ist das ziemlich im nördlichen Teil des Königreichs. Dan ist wohl im südlichen Teil des nördlichen Königreichs. Nun der Punkt ist, viele, die auf dem Weg nach Dan waren, waren auf dem Weg Richtung Jerusalem. Und das war der Weg, auf den sie eigentlich dann zum Tempel gehen sollten. Aber anstatt weiter zu gehen auf diesem Weg, haben sie gestoppt und sie haben das goldene Kalb angebetet. Und sie haben den Worten gefolgt: „Es ist zu viel für euch nach Jerusalem hinaufzuziehen.“

[39:39] Und es ist interessant, dass wir heute manchmal Kompromisse in unserer christlichen Erfahrung eingehen, weil wir einfach nur denken, dass es zu viel ist. Wir wissen, dass das Standard und das Ideal sind, aber wir stoppen ein bisschen davor, weil es einfach zu viel ist. Der Ruf an euch und an mich ist, dass Gott uns mit seiner Kraft füllen lässt, eine Kraft außer uns, um uns zu stärken, um in Ordnung mit seinem Willen und seiner Art zu leben. So, dass wir ihm den ganzen Weg folgen können. So, dass wir nicht dort stoppen, wo er nicht sein Ideal für unsere Leben ist.

[40:40] Vers 31. „Er machte auch ein Höhenheiligtum und setzte aus dem ganzen Volk Leute zu Priestern ein, die nicht von den Söhnen Levis waren.“ Es schien nur vielleicht wie eine kulturelle Sache zu sein, dass nur Leviten Priester sein könnten. Und Jerobeam sagt: „Ich denke, jeder könnte ein Priester sein“, und er fängt an, einfach Leute ganz frei auszuwählen, die er sich nimmt. Und das Problem darin besteht darin, dass er sich jetzt von dem Originalplan entfernt, den Gott eigentlich bezüglich der Anbetung gegeben hatte.

[41:49] Im 2. Buch Mose hatte Gott ursprünglich gesagt, dass ein Heiligtum gebaut werden sollte, damit Gott in ihrer Mitte wohnen könnte. Gott hat nicht gesagt: „Mach jetzt irgendwas, was euch einfällt, und ich bin dann schon bei euch.“ Nein, er gab einen sehr besonderen Plan, einen Blueprint, wie genau das Heiligtum gebaut werden sollte. Denn das Heiligtum war wie ein Bilderbuch, das die Erlösung beschreibt und den Weg, den wir zu Gott zurückfinden können. Und Gott hatte die Leviten dazu auserwählt, denen zu sein, die im Heiligtum Dienst tun. Und stattdessen hat jetzt aber Jerobeam diesen ganzen Originalplan beiseite gelegt und verachtet und sein eigenes Heiligtum und vor allem seine eigene Anbetung und seinen eigenen Priester dort institutionalisiert.

[43:08] Wenn wir jetzt dieses Kapitel langsam ans Ende kommen, dann wollen wir noch den letzten Wechsel betrachten, den Jerobeam hier durchführt. In Vers 32 und Vers 33 von Kapitel 12. „Ihr Fähne ordnete Jerobeam ein Fest an, den er auf dem 15. Tag des 8. Monats wie das Fest in Juda und opferte auf dem Altar, ebenso machte er es in Bethel, indem er den Kälbern opferte, die er gemacht hatte, und er ließ in Bethel die Priester der Höhen den Dienst verrichten, die er eingesetzt hatte. Und er veranstaltete den Kindern Israels ein Fest und opferte auf dem Altar und räucherte.“

[44:29] Nicht nur hat Jerobeam das Objekt der Anbetung geändert, nicht nur hat er die Diener dieser Anbetung geändert, aber Jerobeam verändert jetzt auch die Zeit der Anbetung. Und er hat das Fest, das ursprünglich am 7. Monat gewesen ist, auf den 8. Monat verlegt. Es war eine Zeit, die er sich in seinem eigenen Herzen ausgedacht hatte.

[45:08] Und es ist ganz interessant zu bemerken, wie er die Zeit der Anbetung verändert hat. Und wie er das Fest, das ursprünglich am 7. Monat gewesen ist, auf den 8. Monat verschoben hat. Wisst ihr, dass es ein Muster ist, das wir auch in der Prophetie finden, wenn es dort um die letzte Zeit, die Endzeit geht. Das Buch Offenbarung offenbart, dass es dort eine menschliche Macht geben wird, die die Kontrolle übernehmen wird. Das Geist verleihen wird einem neuen Bild, das zwar nicht das Bild Gottes darstellt, aber ein Bild von Menschen. Und diese Macht will dann versuchen, den Platz Christi einzunehmen. Und das geschieht unter anderem auch durch die Art und Weise, dass die Zeit der Anbetung verschoben und verändert wird.

[46:21] Seht ihr, im Herzen des Gesetzes Gottes, da finden wir ein Gebot, das sich mit dem Sabbat beschäftigt. Das vierte Gebot ist das. Der siebte Tag Sabbat sollte heilig gehalten werden. Und die Prophezeiung offenbart, wie dort eine menschliche Macht versuchen wird, und sie ist schon dabei, das zu tun, wie der siebte Tag Sabbat, der am Samstag ist, vom Samstag auf den Sonntag verlegt werden soll. Da wird das Bild Gottes verändert, indem das Gesetz Gottes verändert wird, wo sich ja das Bild Gottes befindet.

[47:18] Aber der Ruf, der an dich und mich ergeht, ist, dass wir zurückkehren zu dem Originalplan. Und das Original kann nur im Wort Gottes gefunden werden. Im Wort Gottes empfangen wir das Bild Gottes. Und indem wir dieses Bild betrachten, werden wir verwandelt. Lasst uns zurückkehren zu wahrer Anbetung. Lasst uns Gott erlauben, der Töpfer zu sein, und lasst uns selbst der Ton sein. So, dass er uns in seinem Bild machen kann, statt dass wir ihn in unserem Bild machen. Und dass wir ihm erlauben können, sein Gesetz in unsere Herzen zu schreiben.

[48:19] Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, hab Dank, dass du mit uns gewesen bist. Hab Dank, dass du uns zu wahrer Anbetung rufst. Und Herr, wir beten dich nicht an, weil wir etwas getan hätten, aber wir beten dich an als Antwort und Reaktion auf das, was du getan hast. Du hast uns in deinem Bild geschaffen. Du hast uns deinen Atem gegeben. Aber nicht nur das, du hast uns durch deinen Sohn Jesus erlöst. Wir gehören dir in doppelter Hinsicht. Und wir wollen dir die Ehre und die Herrlichkeit und alles geben, was dir gehört.

[49:12] Gib uns bitte, Herr, Unterscheidungsvermögen, dass wir Wahrheit und Irrtum, dass wir richtige und falsche Anbetung unterscheiden können. Und hilf uns, dass dein Wort zu einem Musterplan für unser Leben wird. Und das bitte ich im kostbaren Namen Jesu. Amen.

[49:49] Vertraue und glaube, es hilft, es heilt die göttliche Kraft!


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