In dieser Predigt „Herzen im Wind“ aus der Serie „Geschichten vom Ölberg“ von Ronny Schreiber wird die Begegnung Jesu mit Nikodemus beleuchtet. Anhand biblischer Begebenheiten wird die Bedeutung der Wiedergeburt aus Geist und Wasser erklärt und wie Gott Menschen Schritt für Schritt zu sich führt. Die Predigt zeigt anhand von Beispielen wie Nathanael und dem Blindgeborenen, dass Gottes Wirken Zeit braucht und wie wichtig es ist, Menschen Raum zum Wachsen zu geben. Abschließend wird die Bedeutung des Mutes zur Nachfolge Christi hervorgehoben, auch wenn es Gegenwind gibt.
Geschichten vom Ölberg – Herzen im Wind
Ronny Schreiber · PredigtenWeitere Aufnahmen
Serie: Predigten
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Transkript
[0:00] Hallo und herzlich willkommen heute Abend wieder zu einer kleinen Bibelstunde hier. Einige von euch haben bestimmt eingeschaltet, die sich gesagt haben, wir werden heute Abend die Zeit des Endes sehen und das Offenbarungsseminar, aber ich glaube, im Livestream wurde schon angekündigt, dass der Christopher heute Abend nicht da ist. Stattdessen werde ich heute Abend wieder hier sein und wir werden eine Fortsetzung machen von dem, was wir die letzte Woche schon gemacht haben, nämlich Geschichten vom Ölberg. Und da werden wir heute Abend reingucken, es gibt noch viel mehr vom Ölberg zu erzählen. Es gibt genau genommen eine ganze Menge Geschichten vom Ölberg und was wir uns heute angucken werden, nennt sich Herzen im Wind, Herzen im Wind und was es damit auf sich hat, schauen wir gleich gemeinsam rein.
[0:38] Ich würde gerne am Anfang mit euch allen zusammen noch beten, dass wir Gott um seinen Geist bitten, damit wir das auch verstehen, was wir lesen. Herr unser Gott, wir danken dir dafür, dass wir hier zusammen sein können, dass wir hier Gemeinschaft haben dürfen miteinander und vor allem mit deinem Geist her. Wir danken dir dafür, dass dein Geist es ist, der uns in die Schrift hineinführen will, der uns alles erklären will, Herr, der uns die verborgenen Schätze heben lässt, dass wir bereichert werden durch das, was wir lesen und das, was wir hören. Lieber Vater, wir möchten dich bitten, dass du unsere Herzen öffnest, dass dein Heiliger Geist wirken kann im Wort und im Hören, Herr. All das legen wir in deine Hände und danken wir dafür. Im Namen Jesu. Amen.
[1:17] Wie angekündigt, Geschichten vom Ölberg, Herzen im Wind heißt es und es begab sich, dass eines Nachts Jesus Christus war wieder auf dem Ölberg. Jesus Christus war öfter mal auf dem Ölberg, da hat er sich oft zurückgezogen, um die Zeit zu nutzen zum Gebet, zum Stille werden, um einfach Ruhe und Zeit mit seinem Vater zu verbringen. Und in dieser Nacht saß Jesus ganz alleine auf dem Ölberg, seine Jünger waren nicht dabei. Er saß ganz alleine und plötzlich kam jemand zu ihm in dieser Nacht. Und in dieser Nacht kam nicht irgendeiner zu ihm, nein, es kam ein ganz hohes Tier zu ihm. Es war der Nikodemus. Jesus Christus sitzt ganz alleine auf dem Ölberg und des Nachts kommt Nikodemus. Und Nikodemus war ein Pharisäer, also einer der obersten des Volkes, ein religiöser Führer. Und ganz interessant an diesem Mann ist, dass er nicht tagsüber zu Jesus Christus kommt, wie die meisten Menschen das ja auch machen. Nikodemus kommt mitten in der Nacht. Nikodemus war nämlich nicht so ganz sicher, was das mit dem Jesus Christus auf sich hat. Ob Jesus wirklich der Christus ist oder ob Jesus nur wieder einer von vielen Rabbinern oder von vielen Heuchlern ist, der behauptet, er sei der Christus. Und weil der Nikodemus eine so hohe Position hatte, hat er sich gesagt, da bin ich lieber vorsichtig und gehe mal nachts hin, da sieht mich keiner.
[2:28] Und wir schauen uns das mal an. Die Geschichte finden wir in Johannes Kapitel 3. Und mit dem Nikodemus hat es eine ganz, ganz spannende Geschichte gemacht noch. Wir lesen jetzt mal den Anfang. In Johannes 3. Johannes 3 und hier ab Vers 1 heißt es: Es war aber ein Mensch unter den Pharisäern namens Nikodemus, ein Oberster der Juden. Der kam bei Nacht zu Jesus und sprach zu ihm: Rabbi, wir wissen, dass du ein Lehrer bist, der von Gott gekommen ist, denn niemand kann diese Zeichen tun, die du tust, es sei denn, dass Gott mit ihm ist. Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir, wenn jemand nicht von Neuem geboren wird, so kann er das Reich Gottes nicht sehen.
[3:13] Das ist interessant. Nikodemus sagt: Wir wissen, dass du ein Lehrer bist, der von Gott gekommen ist. Und Jesus Christus antwortet: Wahrlich, wahrlich, niemand nicht von Neuem geboren ist, so kann das Reich Gottes gar nicht sehen. Interessant. Nikodemus spricht zu ihm in Vers 4: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Er kann doch nicht zum zweiten Mal in den Schoß seiner Mutter eingehen und geboren werden. Das war eine Provokation von Nikodemus. Er weiß, er kann mit dieser Antwort von Jesus Christus nichts anfangen. Ellen White schreibt eine ganze Menge darüber und er bringt jetzt so eine ironische Antwort und sagt: Wie soll das passieren? Also, wie stellst du dir das vor? Und Nikodemus war auch so ein bisschen angekratzt, schreibt Ellen White, weil er als einer der Obersten, der Pharisäer, als einer der obersten der Lehrer, so eine neue Lehre bekommt, die er nicht weiß. Und Jesus Christus sagt ihm schon direkt, wie es ist.
[4:08] Und auf diese Ironie von Nikodemus geht Jesus gar nicht ein. Hier ist die Antwort in Vers 5: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir, wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, so kann er nicht in das Reich Gottes eingehen. Was aus dem Fleisch geboren ist, das ist Fleisch und was aus dem Geist geboren ist, das ist Geist. Wundere dich nicht, dass ich dir gesagt habe, ihr müsst von Neuem geboren werden. Der Wind weht, wo er will und du hörst seinen Sausen, aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er geht. So ist jeder, der aus dem Geist geboren ist.
[4:36] Das ist das Erste, was Jesus Christus und Nikodemus da in diesem Dialog austauschen. Und eigentlich ist Jesus gar nicht so auf seine Sachen eingegangen. Jesus Christus hat einfach gute Saat auf guten Boden gesät. Jesus Christus hat gesehen, Nikodemus ist guter Boden, ich bringe ihm meine Lehre. Er sagt, man muss von Neuem geboren werden, wenn man in das Reich Gottes hineinkommen will. Genau genommen, man muss von Neuem geboren werden, wenn man das Reich Gottes überhaupt erst sehen will. Danach hat er Nikodemus überhaupt gar nicht gefragt. Im Leben Jesu schreibt Ellen White, dass Nikodemus eigentlich, er wollte nur ein paar so zwei, drei gesimplte theologische Fragen mit Jesus klären. Er wollte seine Meinung dazu haben, aber Jesus geht da gar nicht darauf ein. Er gibt ihm gleich erstmal so die fundamentale Grundlehre und sagt, man muss von Neuem geboren werden, wenn man das überhaupt erleben will, überhaupt sehen will, das Reich Gottes.
[5:26] Und nachdem Jesus Christus das gesagt hat, gibt er ihm was mit auf den Weg. Und zwar die Verse, das Gespräch geht dann noch weiter. Wir springen jetzt ein bisschen, springen in die Verse 14 bis 16. Und dieser Text, der soll nachher am Ende für uns noch ganz spannend werden. In Vers 14 bis 16 heißt es: Und wie Mose in der Wüste die Schlange erhöhte, so muss der Sohn des Menschen erhöht werden, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern das ewige Leben hat. Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.
[6:01] Eine ganz bedeutende Stelle, die im späteren Leben von Nikodemus noch eine ganz, ganz große Rolle spielen soll. Das, was Jesus Christus hier zu ihm gesagt hat. Da kommen wir aber nachher noch drauf. Das ist das, was Jesus Christus ihm mitgibt. Nikodemus konnte zu diesem Zeitpunkt, wo er Jesus Christus hier gesehen hat, wo er hier das nachts mit ihm im Gespräch war, eigentlich noch gar nicht verstehen, worüber Jesus Christus spricht. Er hat diese Lehre erstmal nur aufgenommen, aber er konnte damit nichts anfangen.
[6:30] In Vers 6 hatten wir ja gelesen, dass Jesus Christus sagt: Was aus dem Fleisch geboren ist, das ist Fleisch und was aus dem Geist geboren ist, das ist Geist. Hier macht er deutlich, dass es hier einen Unterschied gibt zwischen dem einen, der aus Fleisch kommt und dem anderen, der aus Geist ist. Und wenn wir Paulus hinzuziehen und fragen, was Paulus dazu sagt, zu dem einen, der aus Fleisch ist und dem anderen, der aus Geist ist, dann werden wir sehen, dass Nikodemus gar keine Chance hatte, Jesus zu verstehen. Denn im 1. Korinther 2, und hier die Verse 12 bis 14. Hier sagt Paulus: 1. Korinther 2, ab Vers 12: Wir aber haben nicht den Geist der Welt empfangen, sondern den Geist, der aus Gott ist, sodass wir wissen können, was uns von Gott geschenkt ist. Und davon reden wir auch, nicht in Worten, die von menschlicher Weisheit gelehrt sind, sondern in solchen, die vom Heiligen Geist gelehrt sind, indem wir Geistliches geistlich erklären. Der natürliche Mensch aber nimmt nicht an, was vom Geiste Gottes ist, denn es ist ihm eine Torheit und er kann es nicht erkennen, weil es geistlich beurteilt werden muss.
[7:42] Paulus sagt, viele Dinge können wir gar nicht verstehen, weil wir Menschen fleischlich denken, weil wir Menschen den Geist der Welt haben. Aber um Gottes Dinge zu verstehen, müssen wir den Geist Gottes haben, sonst erklären sie sich uns nicht, sonst werden sie nicht aufgeschlossen. Jesus sagt ja auch, der Geist Gottes ist es, der uns in alle Wahrheit führt. Und Jesu Worte sind ja Wahrheit. Es heißt ja in Johannes 17, 17: Dein Wort ist Wahrheit. Also muss der Geist Gottes in uns wirken, wenn wir die Worte Jesu überhaupt verstehen wollen.
[8:13] Und Jesus Christus hat Nikodemus trotzdem diese Lehre gesagt, obwohl Nikodemus in dem Moment überhaupt nicht verstehen konnte, worum es eigentlich geht. Er hat ihm dazu noch dieses Gleichnis gesagt, das später in dem Leben von Nikodemus eine große Rolle spielen sollte, als er auf diese Schlange, diese eherne Schlange in der Wüste einging. Ich denke, ihr kennt alle diese Geschichte. Als Mose das damals machte, das Volk Israel war krank. Es waren viele feurige Schlangen und wenn sie gebissen worden sind, wurden sie krank und starben. Es sei denn, sie sahen auf eine eherne Schlange, die Mose aufgerichtet hat. Wenn sie darauf geguckt haben, wurden sie sofort wieder gesund. Und diese Geschichte, die berief diesen Pharisäer wieder ins Gedächtnis. Nikodemus kannte sie ja auswendig. Als Pharisäer kannte er die ganze Bibel auswendig, also das damalige Alte Testament. Und auf diese Geschichte geht Jesus Christus ein. Er sät erstmal Saat auf gutem Boden.
[9:03] Und wir müssen erkennen, dass Gott in der Bibel sagt, alles hat seine Zeit. Im Prediger Salomo steht in Prediger 3, und wir können das mal lesen, Prediger 3, nicht alles, aber vielleicht zwei Verse. Das ist so ein bisschen die Art und Weise, wie Jesus Christus auch Menschen erreicht hat. Und wie es auch gut für uns ist, wo wir was daraus lernen können. Im Prediger 3, Vers 1 heißt es: Alles hat seine bestimmte Stunde und jedes Vorhaben unter dem Himmel hat seine Zeit. Wenn wir jetzt in Vers 11 lesen, schreibt der Prediger in Vers 11: Er, also Gott, hat alles vortrefflich gemacht zu seiner Zeit. Auch die Ewigkeit hat er ihnen ins Herz gelegt, nur dass der Mensch das Werk, das Gott getan hat, nicht von Anfang bis zu Ende ergründen kann.
[9:58] Der Prediger sagt, alles hat seine Zeit. Und Gott hat den Menschen sogar schon die Ewigkeit ins Herz gelegt. Also der Mensch sucht auch danach. Er sucht nach der Ewigkeit, aber er kann nicht alles ergründen. Und schon gar nicht, wenn seine Gedanken menschlich sind, also wenn seine Gedanken fleischlich sind. Wohl aber, wenn er vom Heiligen Geist geführt ist, dann kann er Stück für Stück und immer mehr erkennen. Also am Anfang alles noch verschwommen und plötzlich kann er immer mehr erkennen.
[10:23] Und so braucht auch Nikodemus, das werden wir später noch sehen, seine Zeit zum Reifen. Jesus Christus streut ja auf gutem Boden und Nikodemus braucht eine Weile zum Reifen. Das ist was, was wir lernen können. Wir streuen ja auch oft und versuchen Menschen zu Christus zu führen, versuchen Menschen das Evangelium nahezubringen. Und wir sind so begeistert davon und wollen, dass andere Menschen genauso begeistert sind. Aber hier müssen wir daran denken, alles hat seine Zeit.
[10:48] Erklärt wird es nochmal im Markus-Evangelium. Markus geht darauf ein im Kapitel 4. Und Markus 4 macht sehr deutlich, wie es eigentlich funktioniert. Jesus Christus hat ja eben gerade noch gesagt zu Nikodemus: Der Wind weht, wo er will und du hörst sein Sausen, aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er geht. Und so ist jeder, der aus dem Geist geboren ist.
[11:15] Und hier vielleicht noch, das füge ich noch kurz ein. Ellen White schreibt dazu, dass sie sagt, so ist das bei den Menschen, manchmal sehen wir gar nicht, also sie haben manchmal, haben Menschen gar kein direktes Erlebnis, wann sie zu Jesus Christus kommen. Einige wachsen da einfach irgendwie rein und werden nach und nach verändert. Aber man hört das Sausen, also man erkennt die Früchte des Geistes. Einige haben ja ein ganz klares Erlebnis und sagen: Seitdem bin ich Christ, hier habe ich Christus kennengelernt und seitdem gehöre ich zu Christus. Und bei einigen wächst das so rein. Und Jesus sagt, es ist wie der Wind, du weißt nicht, woher er kommt und wohin er geht. Du hörst sein Sausen, du siehst seine Auswirkungen. Du siehst vielleicht, wie der Wind die Blätter bewegt. Du kannst was erkennen, da verändert sich was, da ist was. Aber das siehst du in den Menschen. Sie sind verändert worden, Menschen wurden verändert.
[12:00] Und ich glaube, wir kennen alle Menschen, wahrscheinlich ihr vom Livestream kennt auch Menschen, die verändert worden sind, die ihr vielleicht vorher mal kanntet, die Christus kennengelernt haben und die plötzlich völlig neue Menschen sind. Und es ist schön, sowas zu sehen. Aber das braucht seine Zeit, es geht nach und nach. Wir lesen, wir waren in Markus 4. Markus 4, Vers 26 bis 29. Markus 4, Vers 26. Und er sprach, also es ist Jesus: Mit dem Reich Gottes ist es so, wie wenn ein Mensch den Samen auf die Erde wirft und schläft und aufsteht, Nacht und Tag, und der Same keimt und geht auf, ohne dass er es weiß. Denn die Erde trägt von selbst Frucht, zuerst den Keim, danach die Ähre, dann den vollen Weizen in der Ähre. Aber die Frucht es zulässt, schickt er sogleich die Sichel hin, denn die Ernte ist da.
[12:48] Auch hier sagt Jesus, es ist so, du siehst Saat auf gutem Boden, oder das Wort Gottes in das Herz der Menschen, und es vergeht Tag und Nacht, so wie der Landwirt, der Bauer, der die Saat streut, und du weißt nicht genau, was da passiert, aber es geht auf. Man kann nicht erklären, warum Leben in dieser Saat ist, warum die plötzlich aufgeht. Kommt Wasser, plötzlich fängt sie an, Wurzeln zu fassen, und es kommt ein Keim, und es kommt eine Frucht, und es liegt alles in diesem kleinen Kern drin. Das ist ein kleines Wort im Herzen des Menschen, das plötzlich aufgeht. Aber nicht, weil der Bauer was dafür kann. Der Bauer fängt ja nicht an, diesen Kern aufzubohren, und er versucht, eine Pflanze rauszuziehen. Sondern alles geschieht von alleine. Der Boden bringt von selbst Frucht hervor. Also, wenn die Umstände stimmen, wächst eine Frucht, und das braucht seine Zeit. Also Tag und Nacht vergeht.
[13:32] Manchmal sind wir, wenn wir Menschen zu Christus führen, wollen wir ganz, ganz schnell, dass sie genauso begeistert sind wie wir, dass sie die gleichen Erkenntnisse haben und sagen: So muss es sofort sein. Es muss sofort die volle Frucht da sein. Man muss sofort alle Geistesfrüchte sehen. Aber so wird Gottes Geist nicht. Gottes Geist ist eher so ein sanftes Säuseln. Er ist nicht der Feuersturm, er ist nicht das große Erdbeben. Es ist das sanfte Säuseln im Herzen der Menschen, das nach und nach die Menschen verändert.
[13:58] Und was wir hier bei Nikodemus gesehen haben, das können wir uns nochmal angucken, wenn Saat auf gutem Boden fällt, was die Auswirkungen sind in der Geschichte von Nathanael. In Nikodemus hatten wir gelesen, in Johannes 3. Und in Johannes 1 steht die Geschichte von Nathanael. Der Nathanael war übrigens auch einer von diesen zwölf Jüngern. Viele Menschen kennen ihn nicht unter dem Namen Nathanael, weil Nathanael auch Bartholomäus heißt. Und Bartholomäus ist vielleicht ein Begriff, den wir kennen, also von den zwölf Jüngern.
[14:30] Bitte? Nee, das war Bartimäus, der Blinde. Nathanael wird oft gerade in den Kirchengeschichten Bartholomäus genannt. Und Bartholomäus hat auch eine spannende Geschichte. Ich greife wieder mal ein bisschen vorweg. Auch hier aus Ellen White. Ellen White schreibt das ganz schön, dass sie sagt, der Nathanael, der hatte so eine Eigenschaft, der hatte so einen Feigenbaum, unter dem er immer saß. Da hat er studiert, da hat er gebetet, da hat er sich zurückgezogen. Und da hat er mit seinem Freund Philippus zusammen. Und da haben sie wirklich so Zeit gehabt in Gemeinschaft mit Gott. Und das war auch immer so sein Platz. Wenn er Ruhe brauchte, ging er raus zu seinem Feigenbaum und da saß er dann.
[15:16] Und es war nun eines Tages so, dass Johannes der Täufer stand auf und predigte. Und Johannes der Täufer hat zur Buße gerufen und zur Umkehr gerufen. Das war auch für den Philippus alles ganz logisch, was er macht. Und dann auf einmal sagt er ja, nach mir wird einer kommen, und plötzlich sagt er da: Siehe das Lamm Gottes. Als Jesus Christus kommt. Und er schreibt über Nathanael, dass Nathanael furchtbar enttäuscht war. Er schaut sich das an und denkt: Das soll der Messias sein. Und er sieht Jesus den Zimmermann. So ein heruntergekommener, von schwerer Arbeit gezeichneter Mann, der da zu Johannes geht. Und Nathanael war sehr enttäuscht. Er hat das gesehen auf die Taufe und Nathanael ging wieder zurück.
[15:58] Und jetzt schreibt sie, dass er mal wieder unter seinen Feigenbaum gegangen ist und da gebetet hat, wo er sonst auch die Schriften studiert hat. Und er hat um Weisheit gebetet. Er möchte wissen, ob Jesus Christus, von dem Johannes Zeugnis gibt, ob dieser Handwerker, ob das wirklich der Sohn Gottes sein kann, der Messias, auf den alle warten. Und da betet er unter seinem Feigenbaum. Er möchte Wahrheit und Verständnis von Gott haben. Ob das wahr sein kann, dass dieser Handwerker wirklich der Sohn Gottes ist.
[16:28] Wir gehen mal ein in die Geschichte. Johannes 1, ab Vers 45. Ach, wir können auch an 43 anfangen. Da lesen wir gleich die schnelle Nachfolge von Philippus mit. Ab Vers 43: Am folgenden Tag wollte Jesus nach Galiläa reisen. Da findet er Philippus und spricht zu ihm folgendem nach. Philippus aber war von Bethsaida, aus der Stadt des Andreas und Petrus. Vers 45: Philippus findet den Nathanael und spricht zu ihm: Wir haben den gefunden, von welchem Mose im Gesetz und die Propheten geschrieben haben. Jesus, den Sohn Josef von Nazareth.
[17:04] Und da war vielleicht ein Stück zu viel. Philippus sagt: Wir haben den gefunden. Jesus, den Sohn Josef aus Nazareth. Vielleicht war Nazareth ein Tick zu viel. Denn 46: Nathanael war ja nun studiert. Ein aufrichtiger, studierter Mann. Nathanael sprach zu ihm: Jesus, du sollst dem Abbe von Nazareth etwas Gutes kommen. Philippus spricht zu ihm: Komm und sieh. Das ist clever. Philippus möchte gerne seinen Freund, den Nathanael, zu Christus führen. Was ja auch wahrscheinlich die Motivation von jedem von uns ist. Unsere Freunde, unseren Lieben, unsere Bekannten zu Christus zu führen. Der Nathanael war wirklich ein aufrichtiger, studierter, feiner Kerl. Und solche Menschen kennt ihr wahrscheinlich auch zuhause. Und Philippus geht zu ihm und sagt: Wir haben den gefunden.
[17:54] Philippus lässt sich nicht auf diese Diskussion ein. Als Nathanael sagt: Was kann aus Nazareth Gutes kommen? Jetzt könnte sich Philippus hinsetzen, wie sonst auch immer. Sie könnten unter einem Feigenbaum sitzen und können sich darüber unterhalten, ob das nun sinnvoll ist, dass dieser Handwerker der Sohn Gottes ist oder nicht. Und man kann diskutieren. Nathanael lässt sich ein und versucht Pro und Kontra abzuwägen. Versucht Argumente zu zerstreuen und zu sagen, warum Jesus Christus wohl der Sohn Gottes ist. Das Problem, das ich dabei oft hatte, ist, dass egal, ob das Argument gut war oder schlecht war, weder haben mich die Argumente der anderen Leute beeindruckt, noch haben meine Argumente die anderen Menschen beeindruckt. Es führte eher dazu, dass sich Herzen verhärtet haben. Und nachher war es einfach nur: Du und dein Jesus, lass mich in Ruhe. Also, man hatte keine richtige Grundlage. Ein bisschen übereifrig gewesen. Aber der Philippus macht das sehr gut. Der Philippus sagt zu ihm im Vers 46: Komm und sieh.
[18:50] Und tatsächlich, mal weiterlesen. In Vers 47: Jesus sah den Nathanael auf sich zukommen und spricht von ihm: Siehe, wahrhaftig ein Israelit, in dem keine Falschheit ist. Nathanael spricht zu ihm: Woher kennst du mich? Jesus antwortete und sprach zu ihm: Ehe dich Philippus rief, als du unter dem Feigenbaum warst, sah ich dich. Nathanael antwortete und sprach zu ihm: Rabbi, du bist der Sohn Gottes, du bist der König von Israel. Jesus antwortete und sprach zu ihm: Du glaubst, weil ich dir gesagt habe, ich sah dich unter dem Feigenbaum? Du wirst Größeres sehen als das.
[19:24] Und er spricht zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, künftig werdet ihr den Himmel offen sehen und die Engel Gottes auf- und niedersteigen auf den Sohn des Menschen. Das ist die Szene von der Jakobsleiter, die er ihm da nochmal zeigt. Ihr werdet sehen, wie Engel dem Sohn des Menschen dienen werden. Aber Nathanael war natürlich total ergriffen. Die ganze Zeit sitzt er unter dem Feigenbaum und betet und er betet: Herr, schaff mir doch Verständnis. Und er realisiert plötzlich, mit wem er die ganze Zeit gesprochen hat. Nämlich mit dem Handwerker. Denn Jesus Christus, ich sah dich unter dem Feigenbaum, du hast ja mit mir geredet. Also, ich sah dich unter dem Feigenbaum, als du um Verständnis gebetet hast. Zeig mir die Wahrheit, offenbar mir doch, ob es wirklich der Sohn Gottes ist, ob es wirklich der verheißene Messias ist. Und Nathanael sieht sofort: Wow, woher kennst du mich? Und dann sagt er gleich: Du bist wirklich der König von Israel, sagt er in Vers 49. Ein großes Bekenntnis.
[20:18] Und ich glaube, das, was wir hier lernen können in dieser Geschichte, ist das, so wie wir auch die Menschen zu Christus führen können. Nämlich Philippus geht hin und sagt: Komm und sieh. Er fängt nicht an mit ihm zu diskutieren, sondern sagt: Komm und guck es dir selber an. Und wenn wir Menschen von Christus erzählen, dann sind das die Früchte, die arbeiten für uns. Die Geistesfrüchte. Was sind zum Beispiel Geistesfrüchte? Galater 5, Vers 22 spricht davon: Freundlichkeit, also Freude steht da sogar. Freundlichkeit, Freude, Liebe, Sanftmut, Demut, Selbstbeherrschung. Also verschiedene Dinge, die die Menschen an uns sehen können. Hoffentlich. Also Früchte, die der Geist Gottes in uns bewirkt hat. Dinge, die der alte Mensch nicht hatte, die plötzlich da sind. Und in dieser Freude, in dieser Begeisterung von Jesus zu sprechen, werden die Menschen das schon interessant finden. Auch wenn sie unsere Argumente nicht hören wollen. Das ist ja auch recht.
[21:14] Jeder Mensch muss selbst die Wahrheit finden. Man kann jemand anders ja nicht eine Wahrheit aufdrücken. Dann ist das ja nicht wirklich von Herzen. Er muss ja wirklich selber zu Gott finden. Und hier ist etwas, was Paulus uns lehrt. Also, ich sag mal, ich erzähle die Menschen von Christus und die Geistesfrüchte werden sie sehen und das wird sie überzeugen. Das sind nicht oft unsere Argumente.
[21:38] Das Zweite ist, es ist gut, wenn wir die Menschen in eine neutrale Position bringen. Also, wenn wir sie nicht hinsetzen, um mit denen anzufangen zu diskutieren, weil sie sind immer in der Gegenwehr. Sie müssen sich immer wehren gegen irgendwelche Argumente oder auch nicht. Und das geht relativ schnell. Lasst den Menschen Raum zu überlegen. Jeder Mensch muss wissen, was ist Wahrheit und was ist falsch. Was ist Lüge. Sonst laufen alle Menschen Gefahr, auch in die Irre geführt zu werden. Also, Menschen müssen wirklich frei denken können. Bringt sie auf eine neutrale Position. Also, nimmt sie mit in einen Gottesdienst oder in eine Evangelisation. Gebt ihnen ein Buch oder eine DVD. Also, wo sie wirklich mal in Ruhe sich das mal angucken können. Und nicht immer gleich darauf sind zu sagen ja oder nein, wenn sie in eine Diskussion stecken. Wo sie erstmal das angucken können und dann darüber nachdenken können. Das ist hilfreich. Also, jeder Mensch sollte die Zeit haben, sich damit beschäftigen zu können.
[22:22] Und das ganz Wichtige, der dritte Punkt. Lasst Gott sprechen. Also, unsere Worte mögen nichts in den Herzen von Menschen. Aber Gottes Worte haben Kraft. Also, wenn sie die Sachen aus der Bibel hören. Deswegen ist es gut, wenn sie bei einer Evangelisation dabei sind, wo sie einfach hinten als Beobachter sitzen können. Im Gottesdienst, wo sie so ein bisschen am Rand sitzen können und mal gucken können, was wird da eigentlich gesprochen. Wenn sie ein Buch haben, wo sie lesen können, wo die Worte Gottes drin sind. Das ist gut für die Menschen, dass sie das machen können. Wir müssen uns immer sagen, dass wirklich unsere Worte nichts in den Herzen der Menschen verursachen können. Und das ist auch gut so.
[23:04] Genau, zum Beispiel den Menschen erstmal ein Bibelvers zu geben. Wo du das gerade sagst, werde ich jetzt mal eine kleine Szene aus meinem Leben erzählen. Das musste ich auch lernen. Ich war früher, wie ich Christus kennengelernt habe, da war ich so 18 Jahre alt ungefähr. Und ich war total eifrig. Und ich wollte allen Menschen von Jesus Christus erzählen. Und so mit 18, 19 Jahren, da war ich bei uns in Hamburg, da war so eine kleine Einkaufsstraße. Und da habe ich gesehen, da stand jemand mit einer Gitarre und hat Lieder gespielt. Da war so ein großes Schild vor sich, wo Jesus lebt. Er hatte einen ganzen Büchertisch und jede Menge Bücher aufgestellt. Ich wusste weder zu welcher Gemeinde er gehört, noch sonst irgendwo. Ich war damals Christ in der evangelischen Kirche. Aber ich war ganz in Flamme und wollte den Menschen von Jesus Christus erzählen. Und dieser Mensch spielte da. Und ich saß, habe mich gegenübergesetzt, habe ihm zugehört und dachte, er spielte immer Lieder über die Liebe Jesu. Ich dachte, wie schön. Da ist noch ein Mann, der brennt und er möchte den Menschen das weitergeben. Und er macht das viel besser, als ich dachte. Das ist ja toll. Und dann bin ich nach hinten an seinen Stand und habe mir die Bücher da angeguckt, die er da ausgelegt hat. Da dachte ich: Hm. Toll, was der alles macht. Also, der zieht von Stadt zu Stadt. Ich habe mich da mit ihm unterhalten. Und er legt diese Bücher aus und schenkt diese Bücher den Menschen, spielt mit der Gitarre den Menschen Bibelfersen mitzugeben.
[24:22] Und dann kam, wie er da stand mit seiner Gitarre, kamen so ein paar Jugendliche, so drei, vier, fünf Jugendliche waren das. Und ich sprach mit ihm und sagte: Dein Jesus lebt ja, kannst du ihn uns zeigen? Und er sagte: Jesus könnt ihr erleben. Und ich dachte: Hm. Denn zeig ihn uns, wenn dein Jesus lebt, dann zeig ihn uns doch mal. Und ich wollte natürlich gleich mit reinspringen, wie ich so war in meinem jugendlichen Leichtsinn, bin ich da reingesprungen in diese Diskussion und habe gedacht: Jesus könnt ihr nicht sehen, ihr könnt ihn erleben, ihr könnt ihn fühlen wie den Wind. Und ich fing an zu argumentieren und wir hatten richtig so ein Streitgespräch da. Aber es führte tatsächlich zu nichts.
[24:54] Und irgendwann während wir da so diskutierten, er schlug zwischendurch so auf seine Gitarre und machte sich so ein bisschen umlustig und ich habe da versucht mit den Leuten irgendwie zu sagen und zu argumentieren, dass es doch ganz logisch ist, dass Jesus Christus, dass er Gottes Sohn ist. Das führte nachher dazu, dass er hat mir irgendwann so beiseite genommen und dann sagte er in einem Psalm. Dieser Straßenprediger, der fing irgendwann an, Psalm 23, glaube ich, hat er angefangen, ganz ruhig, ganz langsam Psalm 23 zu sagen. Die Jugendlichen, die wurden immer ruhiger, guckten ihn an und dachten: Was für ein Freak. Und verkrümelten sich so langsam. Und ich dachte: Warum hast du das gemacht? Und er meinte: Weißt du, unsere Worte bringen nichts. Also, wenn wir denen das sagen, wenn wir jetzt anfangen zu diskutieren, wir verhärten die Leute nur. Gib ihm Psalm mit, die machen sich jetzt über uns lustig, vielleicht denken sie zu Hause mal drüber nach. Gib dem Geist Gottes doch Angriffsfläche. Danke, dass du das gerade gesagt hast. Ich dachte: Schön, manchmal ist es so. Gib den Leuten einfach einen Psalm mit. Der Geist kann bewirken, dass sie vielleicht zu Hause drüber nachdenken. Ich wünsche es den jungen Leuten, die damals dabei standen, schon vor 13, 14 Jahren. Wer weiß, wo sie heute sind.
[26:02] Wo waren wir? Wir waren beim Nathanael, richtig? Und wie man mit Menschen spricht, wenn man mit ihnen umgeht. Dazu wollte ich noch Philipper mit euch lesen. Nämlich Philipper 4. Das ist, glaube ich, ein Text, den alle kennen. Und das ist auch gut so. Ein total schöner Text. Der ist ein bisschen, wo der Geist Gottes wirklich in uns Zeugnis geben kann. Philipper 4. Und hier die Verse 4-9. Wie heißt es? Freut euch im Herrn alle Zeit, freuet euch. Eure Sanftmut lasst alle Menschen erfahren, der Herr ist nah. Sorgt euch um nichts, sondern in allem lasst durch Gebet und Flehen mit Danksagung euer Anliegen von Gott kund werden. Und der Friede Gottes, der allen Verstand übersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken bewahren in Christus Jesus. Im Übrigen, ihr Brüder, alles, was wahrhaftig, was ehrbar, was gerecht, was rein, was liebenswert, was wohllautend, was irgendeine Tugend oder etwas Lobenswertes ist, darauf seid bedacht. Was ihr auch gelernt und empfangen und gehört und an mir gesehen habt, das tut. Und der Gott des Friedens wird mit euch sein.
[27:12] Das eine finde ich schön, das wurde auch gerade von hinten schon gesagt, eine Sache, die die Menschen an uns sehen können, ist hoffentlich die Freude, wenn wir von Gott erzählen. Also, dass wir uns wirklich darüber freuen können, wenn wir den Namen Jesus Christus nennen. Und das glaube ich, das sehen die Menschen auch. Also, dass da eine Veränderung ist und dass der Grund Jesus Christus ist.
[27:28] Und eine Sache, die ich noch ganz spannend fand, ich dachte, wenn wir den Text hier schon mal lesen, vielleicht was für uns ganz gut ist. Das sind zwei Lehren, die wir hier vielleicht mit rausnehmen. Wir verändern unseren Charakter ja auch durch das Wort Gottes. Und durch die positiven Dinge, wenn wir uns damit beschäftigen, verändern wir unseren Charakter zum Positiven hin. Das ist das, was in Vers 8 steht, worauf wir bedacht sein sollen. Beschäftigen wir uns mit guten und positiven Dingen, mit der Bibel, mit der Zeit im Gebet, mit all dem, was irgendeine Tugend ist, sagt Paulus, dann wird unser Charakter zum Positiven hin verändert. Beschäftigen wir uns mit schlechten Dingen, also was immer das sein mag, das können zum Beispiel schlechter Umgang sein, das können schlechte Aufenthaltsorte sein, das kann Fernsehen sein, schlechte Filme, das kann ein schlechter Lebensstil sein, das kann alles Mögliche sein. Beschäftigen wir uns mit schlechten Dingen, verändern wir unseren Charakter zum Schlechten hin. Und wir haben da immer die Wahl. Also, das Beste, um unseren Charakter zu formen, ist wirklich mit dem Wort Gottes zu arbeiten. Denn der Geist Gottes wird uns in alle Wahrheit führen. Die Wahrheit aber ist das Wort Gottes, der Geist Gottes führt uns also in die Bibel. Und die Wahrheit ist auch Jesus Christus, also führt uns der Geist durch die Bibel in Jesus Christus. Wenn wir den Charakter von Gott annehmen wollen, Jesus Christus ist ein Charakter in uns, dann sollten wir die Bibel studieren und uns mit den Dingen beschäftigen, die gut sind. Und wir machen immer Rückschritte, wenn wir uns mit schlechten Dingen beschäftigen. Vielleicht so als Randnotiz, das ist für uns ganz wichtig, dass wir daran denken.
[28:52] Okay, der Nathanael ist auf eine ganz interessante Weise zu Gott gekommen. Von Nikodemus wissen wir es noch nicht, wir haben es noch nicht gelesen. Aber bevor wir gleich zu Nikodemus wieder reinspringen, was aus dem Gespräch am Ölberg eigentlich wurde, will ich noch eine Sache mit euch kurz angucken, wie Jesus Christus den Menschen dazu bringt, die Wahrheit zu erkennen. Also ihn zu erkennen. Und das lesen wir auch in Johannes, und zwar in Johannes 9. Und in Johannes 9 sind es die ersten 12 Verse, die wir lesen.
[29:28] Wie heißt es? Und als er vorbeiging, sah er einen Menschen, der blind war, von Geburt an. Und seine Jünger fragten ihn und sprachen: Rabbi, wer hat gesündigt, so dass dieser blind geboren ist? Er oder seine Eltern? Das war damals so die Lehre-Einordnung. Das war damals so das, was die Menschen so geglaubt haben. Wenn da einer mit einer Behinderung geboren ist, dann muss entweder er ein Sünder sein, oder seine Eltern haben gesündigt, sonst hätten sie ja nicht so ein Kind. Stimmt, das glauben heute noch Menschen. Also, warum trifft mich dieser Fluch? Was habe ich getan? Warum bin ich blind? Oder warum sind meine Kinder blind? Oder warum ist aus meinen Kindern nichts geworden? Warum hatte ich so ein schlechtes Elternhaus?
[30:10] Hierzu vielleicht, ich lese euch das kurz vor. Gott ist da sehr, sehr deutlich. In Ezekiel 18 steht dazu was. Ich kann es euch kurz vorlesen. Ezekiel 18, 1-4. Ich springe kurz, einfach mal, um das aus dem Weg zu räumen. Ezekiel 18, 1-4. Hier heißt es: Und das Wort des Herrn erging an mich folgendermaßen: Was gebraucht ihr dafür ein Sprichwort im Land Israel, das besagt: Die Väter haben saure Trauben gegessen, und die Kinder bekommen stumpfe Zähne? So wahr ich lebe, spricht Gott der Herr. Ihr sollt dieses Sprichwort künftig in Israel nicht mehr gebrauchen. Siehe, alle Seelen gehören mir, wie die Seele des Vaters mir gehört, so gehört mir auch die Seele des Sohnes. Die Seele, die sündigt, soll sterben.
[30:56] Also, ganz klar, Gott sagt nicht, der hat gesündigt, sondern die Seele, die sündigt, soll sterben. Also nicht der Fluch von dem einen trifft den anderen. Also, die Frage von seinen Jüngern hier ganz verständlich, da war ein Mann, der blind war, und seine Jünger sagen: Wer hat denn nun gesündigt? Und Jesus, seine Antwort ist in Vers 3: Jesus antwortete: An ihm sollen die Werke Gottes offenbar werden. Ich muss die Werke dessen wirken, der mich gesandt hat, solange es Tag ist, denn es kommt die Nacht, da niemand wirken kann. Solange ich in der Welt bin, bin ich das Licht der Welt.
[31:34] Und als er dies gesagt hatte, spielte er auf die Erde und machte einen Brei mit dem Speichel und strich den Brei auf die Augen des Blinden und sprach zu ihm: Geh hin, wasche dich im Teich Siloah. Das heißt übersetzt der Gesandte. Und die, die ihn zuvor als Blinden gesehen hatten, sprachen: Ist das nicht der, welcher da saß und bettelte? Etliche sagten: Er ist's, andere aber: Er sieht ihm ähnlich. Er selbst sagte: Ich bin's. Da sprachen sie zu ihm: Wie sind deine Augen geöffnet worden? Er antwortete und sprach: Ein Mensch, der Jesus heißt, machte einen Brei und bestrich meine Augen und sprach zu mir: Geh hin zum Teich Siloah und wasche dich. Als ich aber hinging und mich wusch, sprach ich zu ihm.
[32:18] Jesus Christus und dieser Blinde, der ist interessant. Ihr kennt viele Geschichten von Blinden in der Bibel und Jesus Christus hat Arten und Weisen, diese Menschen zu heilen. Einige kommen zu ihm und sagen: Herr, erbarme dich über uns, und Jesus Christus sagt: Okay, ihr sollt wieder sehend werden. Anderen legt er die Hände auf oder machte irgendwas. Und hier macht er einen Brei. Amen.
[32:48] Hier macht Jesus Christus etwas ganz Spannendes. Dieser Blinde hatte eine Besonderheit zu den anderen Blinden in der Bibel. Wisst ihr welche? Es steht hier, er war von Geburt an blind. Dieser Mensch hatte noch nie Augen, die funktioniert haben. Von Geburt an war er blind. Seine Eltern geben davon später Zeugnis, wenn wir den Text weiterlesen. Dieser Mensch hatte noch nie Augen, spuckt auf die Erde, macht einen Brei und streicht ihn dir auf die Augen. Woher kennen wir das? Barbara hat es gerade gesagt. Als Gott den Menschen schuf, machte er auch so einen Brei, baute den Menschen und dann blies er in den Mund des Lebens in die Nase. Es wurde eine lebendige Seele. 1. Mose 2, Vers 7. Er hatte nie funktionierende Augen. Jesus Christus machte ihm welche. Er nahm wieder diesen Brei, den er schon vor Jahrtausenden genommen hatte, machte ihn das auf die Augen und sagte: Geh und wasch dich im Teich. Er hat ihm neue Augen gemacht. Er konnte ihn gar nicht heilen, da war nichts zu heilen. Er hat ihm neue Augen gegeben und sagte: Geh und wasch dich im Teich Siloah. Und er läuft los, geht zum Teich Siloah, wäscht sich und plötzlich heißt es, er konnte sehen, aber Jesus war gar nicht mehr da. Barbara sagt, er hat die Augensalbe bekommen. Ja, genau, er hat die Augensalbe bekommen, nämlich im Teich Siloah.
[34:08] Im Teich Siloah bekam er diese Augensalbe. Diese Augensalbe ist natürlich, wir kennen es aus der Offenbarung, Offenbarung 3, die Gemeinde Laodizea, kaufe dir Augensalbe. Und da ist sie ein Symbol für, für die Wahrheit, für den Geist, für das Öl. Jesus Christus macht ihm neue Augen und er schickt ihn los, geht zum Teich Siloah. Siloah war übrigens der Teich mit dem ruhigen Wasser vor dem Teich Siloah. Da war das ruhige, lebendige Wasser. Und da schickt er ihn hin. Er macht ihm erst neue Augen und dann schickt er ihn los.
[34:46] Jesus Christus muss das übrigens mit jedem Menschen machen. Der Psalmist spricht davon. Psalm 51, 12, da sagt David: Schaffe mir Gott ein neues Herz und von neuem einen beständigen Geist in meinem Inneren. Auch Jesus Christus muss jedem Menschen erstmal ein neues Herz machen, damit er das Geistliche erstmal verstehen kann. Sonst ist er sein Leben lang blind für geistliche Wahrheiten. Er kriegt erstmal ein neues Herz und dann sagt er: Geh mal zum Geist Gottes. Geh mal zum Silo. Und der Mensch macht sich auf den Weg. Jesus Christus ist jetzt außen vor. Er geht los und der Geist Gottes leitet ihn in alle Wahrheit. Was wir erleben ist, der Mensch kann plötzlich sehen.
[35:26] Jetzt aber kann der Mensch sehen und er kam nun wieder. Jesus Christus hat dafür gesorgt, dass er ein neues Herz hat, und er hat dann gesagt: Gehen Sie zu ihm. Wie sind deine Augen geöffnet worden? Und er antwortete und sprach: Ein Mensch, der Jesus heißt, machte einen Brei. Also, er hat noch gar keine Beziehung zu Jesus. Er sagt: Irgend so ein Mensch, der Jesus heißt, machte einen Brei. Und es fällt 12, fragen sie: Wo ist er? Und der antwortete: Ich weiß nicht. Keine Ahnung. Er hat angefangen, er hat gesagt, ich muss gehen, weil sonst derjenige nicht kommt. Also, mein Vater sendet euch den Geist. Das wird der Gesandte. Dieser Mensch kann jetzt sehen, weiß aber gar nicht, wer der Jesus Christus ist. Noch nicht.
[36:18] Wenn wir die Geschichte weiterlesen, das ganze Kapitel, er spricht von den Blinden, von seiner Lebensgeschichte, die ist total spannend. Wenn ihr es schon mal gelesen habt, es ist total interessant, was da jetzt passiert. Wir können jetzt leider nicht auf alles eingehen. Aber wir können vielleicht zumindest Stück für Stück, wir können mal die Verse, es geht dazu weiter, welche Verse wir lesen, es geht dazu weiter, dass jetzt die Pharisäer da spitz kriegen und sagen: Was ist denn nun passiert? Wieso kannst du plötzlich sehen? Und dann gibt es so einen Riesenaufwand, sie holen auch seine Eltern mit rein, sie verhören die alle und sagen: Genau, das ist gut, man kennt die Geschichte schon. Sie holen auch die Eltern dazu ran und er selber gibt Zeugnis. Die Pharisäer können gar nicht glauben, was sie da sehen und vermuten. Dann lesen wir Vers 25, 26 und 27. Barbara hat es gerade schon erwähnt. Er wird also verhört von den Pharisäern. Vielleicht Vers 24 dazu: Da riefen sie zum zweiten Mal den Menschen, der blind gewesen war und sprachen zu ihm: Gib Gott die Ehre. Da antwortete Jena und sprach: Ob er ein Sünder ist, weiß ich nicht. Eines weiß ich, dass ich blind war und jetzt sehend bin. Sie sprachen aber wiederum zu ihm: Was hat er mit dir gemacht? Wie hat er dir die Augen geöffnet? Er antwortete ihnen: Ich habe es euch schon gesagt und ihr habt nicht darauf gehört. Warum wollt ihr es noch einmal hören? Wollt auch ihr seine Jünger werden?
[37:50] Was sagt er damit unter sich selbst? Er ist eigentlich schon sowas wie sein Jünger. Vorhin hat er Jesus noch gesagt: Es war ein Mensch, von dem ich nicht weiß, wo er ist. Plötzlich sagt er: Es ist ein Rabbi. Wollt auch ihr seine Jünger werden? Er muss ein Rabbi sein, sonst hat er keine Jünger. Oder ein Prophet. Und ganz am Ende, jetzt passiert nämlich das, dass die ihn ausstoßen aus der Synagoge. Die sagen: Wenn du dem anhängst, haben wir mit dir nichts mehr zu schaffen. Sie schmeißen ihn aus der Synagoge raus, was natürlich für einen Juden furchtbar war. Aber der Blinde weiß ja, was er erlebt hat.
[38:26] Und in Vers 35 bis 38 lesen wir dann: Jesus hörte, dass sie ihn ausgestoßen hatten. Und als er ihn fand, sprach er zu ihm: Glaubst du an den Sohn Gottes? Er antwortete und sprach: Wer ist es, Herr, damit ich an ihn glaube? Jesus aber sprach zu ihm: Du hast ihn gesehen, und der mit dir redet, der ist es. Er aber sprach: Ich glaube, Herr, und fiel anbetend vor ihm nieder.
[38:54] Interessant, oder? Ein einfacher Mann, von dem ich nicht weiß, wo er ist, er muss sowas wie ein Rabbi, ein Prophet sein, seid auch ihr seine Jünger, also irgendwie, ich glaube an den. In der nächsten Szene, er fällt anbetend, so offenbart sich, er fällt anbetend vor ihm nieder. Aber was war die Zeit dazwischen? Also, zwischen der Herzensumkehr und zwischen der Geistesklausel, bis es losging, braucht es eine Weile. Er hat einen Rechtsstreit geführt, er muss ihn verteidigen, er hat Angriffe gekriegt, und dann offenbart sich Jesus, er fällt nieder und sagt, er betet ihn an. Anbetung, das heißt natürlich, er glaubt, dass er der Sohn Gottes ist. Niemand anders hätte angebetet werden können.
[39:32] Das ist die Geschichte von den Blinden und wie Jesus Christus das so führt. Also auch er gibt ihm Zeit, er lässt ihm Zeit zu wachsen. Das hat er mit uns auch gemacht, und das macht er auch mit jedem anderen Menschen. Also, Gott gibt den Menschen Zeit zu wachsen, es wird den Menschen auch Zeit geben zu wachsen. Da haben wir jetzt einige Beispiele, und dann kommen wir gleich zum Ende.
[39:52] Ich will noch kurz auf Nikodemus mit euch gucken, denn er hat eine ganz spannende Geschichte. Aber wir kennen diesen Weg, diese Geschichte. Er macht zum Beispiel einen ganz kurzen Weg bei der Frau am Jakobsbrunnen. Kennt ihr wahrscheinlich in Johannes 4. Zuerst sagt er: Du bist doch irgendein Mann, irgendein fremder Mann, was erbittest du von mir? Dann nennt sie irgendwann Rabbi, dann Prophet, und plötzlich: Ich hab Messias. Ganz kurzer, vernünftigste Wortfolge. Ich hab da den gefunden, der der Messias sein soll, sagt sie am Ende. Kurzer Weg bei der Frau am Jakobsbrunnen, aber auch Schritt für Schritt. Dann haben wir das gerade bei dem Blindgeborenen erlebt. Etwas längerer Weg, aber verhältnismäßig klein. Bei Nikodemus, Nikodemus war ein langer Weg. Nikodemus hatten wir gelesen in Johannes 3, wie er des Nachts Jesus Christus begegnet, und wie Jesus ihm erst sagt, du musst von neuem geboren werden, und ihm dann dieses Gleichnis gibt, das hatte ich ja vorhin schon angesprochen, da kommen wir nochmal drauf, mit dieser ehernen Schlange. Und das gibt er ihm mit, und wir lesen mal einen kleinen Teil aus Nikodemus' seiner Lebensgeschichte in Johannes 7.
[41:12] Tja, wir lesen mal ab Vers 43. Es geht hier um Jesus Christus. Und es entstand nun seinetwegen, also wegen Jesus, eine Spaltung unter der Volksmenge. Und etliche von ihnen wollten ihn ergreifen, doch legte niemand Hand an ihn. Nun kamen die Diener zu den obersten Priestern und Pharisäern zurück, und diese sprachen zu ihnen: Warum habt ihr ihn nicht gebracht? Die Diener antworteten: Nie hat ein Mensch so geredet wie dieser Mensch. Also, die, die ihn eigentlich verhaften sollten, haben ihm zugehört. Komm zurück zu den Pharisäern. Da antworteten sie: Seid auch ihr verführt worden? Glaubt auch einer von den Obersten oder von den Pharisäern an ihn? Aber dieser Pöbel, der das Gesetz nicht kennt, der ist unter dem Fluch.
[42:02] Schau mal, wer jetzt plötzlich seine Stimme erhebt, Vers 50. Da sprach zu ihnen Nikodemus, der ihren war: Richtet unser Gesetz einen Menschen, es sei denn, man habe ihm zuvor selbst gehört und erkannt, was er tut? Sie antworteten und sprachen zu ihm: Bist du etwa auch aus Galiläa? Forsche nach und sieh, kein Prophet ist aus Galiläa hervorgegangen. Und so ging jeder in sein Haus. Das gleiche Argument, was wir bei Nathanael kennen. Das kann aus Nazareth Gutes kommen. Sie sagen: Forsch doch mal nach, gehörst du auch zu denen, der ist doch aus Galiläa. Welcher Prophet kommt denn aus Galiläa?
[42:36] Aber Nikodemus, das ist eine Zeit zurück, da hat er mit Jesus Christus nachts auf dem Ölberg gesprochen. Jetzt plötzlich ist er dabei, diese Lehre zu verteilen. Er sagt: Mach nichts mit dem. Dieser Jesus Christus, lass uns den lieber anhören. Er ist nicht gegen Jesus, ganz im Gegenteil. Er findet diesen Menschen sogar sehr spannend. Aber er ist noch kein Jünger. Auch Nikodemus läuft seinen Weg. Er geht Schritt für Schritt.
[43:04] Und Nikodemus' seinen Weg, wir können ihn weiterlesen. Und zwar in Johannes 19, 38-42. Johannes 19, 38-42. Jesus Christus wurde gekreuzigt. Danach bat Josef von Arimathäa, der ein Jünger Jesu war, jedoch heimlich aus Furcht vor den Juden, den Pilatus, dass er den Leib Jesu abnehmen dürfe, und Pilatus erlaubte es. Da kam er und nahm den Leib Jesu herab. Es kam aber auch Nikodemus, der zuvor bei Nacht zu Jesus gekommen war und brachte eine Mischung aus Myrrhe und Aloe, 100 Pfund. Sie nahmen nun den Leib Jesu und banden ihn samt dem wohlriechenden Gewürzen in leinene Tücher, wie die Juden zu begraben pflegten. Es war aber ein Garten an dem Ort, wo Jesus gekreuzigt worden war, und in dem Garten ein neues Grab, in das noch niemand gelegt worden war. Dorthin nun legten sie Jesus wegen des Rüsttages der Juden, weil das Grab nahe war.
[44:24] Hier taucht Nikodemus schon wieder auf und plötzlich ist Nikodemus nämlich ganz auf der Seite der Jünger. Er tut sich mit dem Josef von Arimathäa zusammen und die beiden sind zwei sehr vermögende Leute und die geben viel Geld aus für diese Beerdigung. Ganz interessant finde ich, wenn wir die Geschichte von Nikodemus am Anfang spricht Jesus Christus zu ihm und sagt: Der Mensch muss von Neuem geboren werden. Es gibt den fleischlichen Menschen und den geistlichen Menschen. Er sagt, der Geist weht, wo er will. Mittendrin in der Geschichte von Nikodemus erkennen wir, dass Nikodemus anfängt Jesus Christus zu verteidigen und am Ende kommt er plötzlich mit 100 Pfund Salböl. Ist da was für ein Wohlsalböl in der Bibel? Ein heiliger Geist. Ich finde es ganz spannend, dass es da steht. Für die Geschichte von Nikodemus. Am Ende ist er da voll geistig. Der brennt für Jesus Christus. Der geht sogar zu den Römern und nimmt ihn ab. Später Ellen White schreibt, dass er die erste Gemeinde gepusht hat. Dass er sie vorangebracht hat. Die erste Gemeinde war nahezu abhängig von Nikodemus. Er hat sie wieder vorangebracht. Er hat sie motiviert, die Jünger. Er hat wirklich eingestanden. Er hat sie verteidigt von den Pharisäern und den Obersten. Nikodemus war ein ganz wichtiges Lied später in der ersten Gemeinde.
[45:32] Die Folge davon war, dass sie Nikodemus all sein Geld und alles weggenommen hatten, was er hatte. Er war nachher kein reicher Mann mehr und kein Oberster der Juden mehr. Aber er hat das ewige Leben bekommen. Das ist eine interessante Geschichte, wie Jesus Christus auch mit dem Nikodemus geht. Anfangs sagt er ihm, das brauchst du. Ellen White schreibt, er hatte sich erst zu dem Zeitpunkt, als er Jesus Christus am Kreuz sah, hat er sich an die Nacht erinnert und Jesus ihm gesagt hat, der Sohn des Menschen muss erhöht werden. So wie die Schlange in der Wüste erhöht wurde. Das heißt, Nikodemus hat die ganze Zeit immer schon im Herzen gehabt, dieses Hin und Her. Jesus müsste doch der Messias sein. Eigentlich müsste ich mich ihm anschließen, aber ich kann nicht. Wie ist es, wenn? Wie sich so ein Mensch seine Gedanken macht? Ich müsste mich einer Gemeinde anschließen, aber Nikodemus hat damit gekämpft. Und da stand viel auf dem Spiel. Aber der Moment, wo er Christus am Kreuz sieht, wo er sieht, was Christus wirklich für ihn getan hat, da sagt er: Jawohl, ich folge Christus nach. Und das geht vielen Menschen so. Die, die Christus am Kreuz sehen, verstehen, was Christus eigentlich für sie getan hat. Da folgen sie ihm dann.
[46:40] Und ich glaube, aus diesen Texten, die wir zusammen gelesen haben, können wir einiges lernen. Das eine ist, glaube ich, wir können sämtliche Gedanken machen oder Ideen nehmen. Aber das andere ist, wir können Pusten mit oder individuellen ... Geist würde machen. Das ist auch eine learning for all. Das sind Steppen für Steppen. Und 99,3 % der Hilfe, die wir da geben, ... und das sind nicht alle. Teilweise dauert sie auch noch lange, jahrelang. Manche Leute sollten sich seit Jahrtausenden daran richten. Aber das sollten wir niemals vergessen. Das finde ich einen ganz interessanten Vers. Der steht immer wieder im Hohelied. Hohelied 2 Vers 7 heißt es zum Beispiel: Lasst der Liebe ihre Zeit. Das ist immer wieder so ein Refrain im Hohelied. Kommt glaube ich dreimal vor. Genau.
[47:35] Wir können auch den ganzen Vers mal lesen. Ich beschwöre euch, ihr Töchter Jerusalems. Hohelied 2 Vers 4 ist es. Äh, 2 Vers 7. Und wer die anderen beiden findet, ist auch gut. Steht glaube ich dreimal. Genau. 2 Vers 7. Ich beschwöre euch, ihr Töchter Jerusalems. Bei den Gazellen oder den Hindern des Feldes. Erregt und erweckt nicht die Liebe, bis es ihr gefällt. Immer wieder. Das hier spricht von der Liebe zwischen Jesus Christus und seiner Gemeinde. Erweckt die Liebe nicht, bis es ihr selber gefällt. Gebt den Menschen doch Zeit. Verstockt keine Herzen. Verfestigt nicht die Herzen gegen Christus. Sondern macht den Boden weit. Sorgt im Gebet für diese Menschen. Bringt sie Schritt für Schritt voran. Damit sie doch das ewige Leben haben.
[48:25] Aber, vielleicht bist du auch so einer, dem es geht, wie Nikodemus. Der eigentlich schon eine ganze Menge von der Wahrheit gehört hat. Und schon ganz oft sich mit Jesus Christus beschäftigt hat. Und immer wieder hin und her gerissen ist. Mach ich den Schritt oder mach ich den Schritt nicht? Gehe ich mal zu einem Gottesdienst oder lass ich es? Gehör ich zu einer Gemeinde oder will ich da lieber nicht rein? Was sagen die Menschen um mich herum? Vielleicht stehst du auch an so einem Punkt. Sagst irgendwie, es ist für mich Zeit, eine Entscheidung zu treffen.
[49:07] Ich glaube, das ist auch daran bei jedem Menschen. Wenn man sich überlegt und sich Gedanken gemacht hat, ist Christus wirklich die Wahrheit? Ist das, was Christus sagt, wirklich echt? Ist Christus wirklich der Messias? Wenn du in deinem Herzen schon den Entschluss gefasst hast und Jesus Christus als den Messias erkannt hast, dann ist es eigentlich nur noch Mut, der fehlt, um den Schritt zu machen zu Christus. Das geht vielen Menschen so. Eigentlich sind sie schon da, aber es fehlt Mut. Viele Menschen, auch in der Bibel, sind verloren gegangen, weil sie die Wahrheit zwar erkannt haben, aber den Mut nicht hatten, diesen einen Schritt zu machen. Nikodemus wäre auch verloren gegangen, wenn er den Mut nicht hätte, diesen einen Schritt zu machen. Sagen: Okay, ich bekenne das. Ja, ich erkenne die Wahrheit und ja, egal was die Menschen um mich herum sagen, ich mache es. Wer weiß, wo wir stehen.
[49:39] Wenn du zu den Leuten gehörst, die sagen: Naja, eigentlich habe ich die Wahrheit schon erkannt und eigentlich fehlt mir nur Mut, fehlt mir der letzte Schritt, dann möchte ich dir zwei Dinge mitgeben. Das eine ist Offenbarung 3, Vers 20, wo es da heißt: Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wer diese meine Stimme hört, zu dem werde ich eintreten und werde das Mahl mit ihm halten. Das ist Jesus Christus. Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an. Ich bin doch schon in deinem Herzen. Und wenn du das Klopfen Jesu hörst, mach die Tür auf, er wird zu dir einkommen, er wird in deinem Leben kommen und er wird das Mahl mit dir halten.
[50:11] Darüber hinaus sagt Jesus Christus noch in Matthäus 28, Vers 20: Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende. Also, den Schritt auf Jesus Christus zu, werden wir nicht bereuen, weil wir wissen, Jesus Christus ist das A, der auf uns wartet, er klopft schon an die Tür. Und das zweite ist, Jesus Christus ist ein Versprechen. Ich bin bis ans Ende der Welt bei euch. Und die Frage ist, wer von uns diese Einladung Gottes annehmen möchte? Amen.
[50:43] Lass uns noch beten, ja? Herr unser Gott, wir möchten dir von ganzem Herzen dafür danken, dass du in unsere Herzenstür klopfst, dass du um Einlass bittest, dass du dich nicht aufdrängst und aufzwingst, sondern dass du möchtest, dass wir aus freien Zügen die Tür öffnen. Und Herr, du hast versprochen, dass du in unser Leben kommen möchtest, dass du bis in alle Ewigkeit bei uns sein willst, dass du unser liebender Vater sein willst, dass du uns segnen wirst, und dass du uns verändern möchtest. Du möchtest uns so viele Geistesgaben schenken, und du möchtest unser Leben verwandeln in dein Ebenbild. Lieber Vater, manchmal fehlt uns nur der Mut dazu. Aber Herr, wir möchten diesen Mut haben. Wir möchten uns nicht fürchten davor, was die Menschen sagen, denn du kannst mehr bieten, Herr. Du bist in der Vergangenheit mit uns gewesen, hast uns geführt, Schritt für Schritt, seit wir kleine Kinder sind, Herr, seit wir auf die Welt gekommen sind, und noch davor kanntest du uns. Du hast unseren Weg geführt, Herr, und wir möchten dich bitten, dass du unseren Weg weiterhin in die Hand nimmst, dass du uns Schritt für Schritt in deine Gegenwart führst, bis wir eines Tages bei dir sind in die Ewigkeit. Im Namen Jesu. Amen.
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