Christopher Kramp beleuchtet in dieser Folge von „Gott auf (m)einer Seite“ die tiefgreifenden Ereignisse aus 1. Könige 17 und 18. Er erzählt von Elia und der Witwe von Zarephath, deren Glaube durch das Wunder des nicht versiegenden Mehls und Öls sowie die Auferweckung ihres Sohnes auf die Probe gestellt und gestärkt wird. Anschließend geht es um die Hungersnot in Israel, Obadjas mutige Rettung der Propheten und Elias bevorstehende Begegnung mit König Ahab. Eine inspirierende Betrachtung über Gottes Versorgung und die Kraft des Glaubens in Krisenzeiten.
Gott auf (m)einer Seite: 1. Könige 17:12-18:11
Christopher Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: 1. Könige, BibelPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Tägliche Andachten
Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.
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Serie: Gott auf (m)einer Seite
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Transkript
[0:32] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu "Gott auf (m)einer Seite" heute mit Seite 399. Lasst uns gemeinsam beten, lieber Vater im Himmel. Wir danken dir, dass du für uns sorgst. Alles, was wir brauchen, kommt von dir. Und du hast ein Auge auf uns und du sorgst dich um uns und versorgst uns mit allem Guten, was wir brauchen und was schön ist. Und dafür bedanken wir auch, dass wir wissen dürfen, dass du das auch in Zukunft tun willst und dass du uns nicht nur mit materiellen Dingen versorgst, sondern auch jeden Tag mit der geistlichen Botschaft, die wir brauchen, um den Tag zu seiner Ehre zu leben. Und dafür danken wir dir. Ich möchte dich bitten, dass du heute jetzt durch dein Wort, durch den Heiligen Geist, zu uns sprichst. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
[1:19] Wir sind in 1. Könige 17. Elia hat die Gerichtsbotschaft Ahab übermittelt von Gott, dass es nicht regnen wird für eine gewisse Zeit. Und er hat sich dann am Bach Krit versteckt und ist dann, als dieser Bach ausgetrocknet ist, von Gott nach in die Nähe von Sidon geschickt worden zu einer Witwe. Lesen wir ab Vers 12:
[1:46] Sie sprach: "So wahr der Herr, dein Gott, lebt, ich habe nichts Gebackenes, sondern nur eine Handvoll Mehl im Topf und ein wenig Öl im Krug. Und siehe, ich habe ein paar Holzstücke gesammelt und gehe hin und will mir und meinem Sohn da etwas zubereiten, damit wir es essen und danach sterben." Dieser Frau ging es wirklich schlecht. Sie hatte schon alle Hoffnung aufgegeben. Sie war schon über das Stadium hinaus, als die man sich oft hatte, es irgendwie noch zum Besseren sich wenden könnte. Alles, was sie vor sich sah, war der Tod für sich und ihren geliebten Sohn.
[2:28] Elia sprach zu ihr: "Fürchte dich nicht! Geh hin und mache es, wie du gesagt hast. Doch bereite mir davon zuerst einen kleinen Brotfladen und bring mir heraus. Dir und deinem Sohn solltest du danach etwas machen. Denn so spricht der Herr, der Gott Israels:" Er spricht jetzt hier mit einer Witwe, einer, die in der Nähe von Sidon lebt, einer Nachfahrin der alten Kanaaniter, die den Gott Israels gar nicht kennt: "Der Mehltopf soll nicht leer werden und das Öl im Krug nicht weniger werden bis zu dem Tag, da der Herr es auf den Erdboden regnen lassen wird."
[3:02] Und sie ging hin und machte es so, wie Elia gesagt hatte. Und er aß und sie auch samt ihrem Haus viele Tage lang. Während die Propheten in Israel und in Juda selten bis gar nicht Gehör finden, ihre Botschaft wird abgelehnt, sie werden verfolgt, diese Heidin ist bereit, etwas, das wirklich großen Glauben erfordert, sofort zu tun. Sie ist bereit, was möglicherweise in ihren Augen, in menschlicher Perspektive, ihre letzte Möglichkeit für eine letzte Mahlzeit vor dem Tod ist, zu geben für jemand anderen, den sie nicht mal kennt, aus einem anderen Land, aus einem anderen Volk, einer anderen Religion, nur weil dieser Fremde sagt, dass der Gott Israels dafür sorgen würde, dass auch sie danach etwas essen kann. Eigentlich eine unfassbar krasse Geschichte. Und diese Frau hat Glauben, mehr Glauben, viel mehr Glauben als die allermeisten Israeliten im Nordreich und im Südreich. Man erinnert sich so ein wenig dabei an die Geschichte, die ihr in den Evangelien finden könnt, von der Witwe der Syrophönizierin, die aus einer ähnlichen Gegend kam und die dann auch großen Glauben hat, als Jesus sie vor den Jüngern testet.
[4:28] Der Mehltopf wurde nicht leer und das Öl im Krug wurde nicht weniger. Nach dem Wort des Herrn, dass er durch Elia geredet hatte. In einer Zeit, in der das Volk Israel, vor allem angeführt durch die Könige, das Wort Gottes beiseite schob, ignorierte, die Propheten verfolgte, zeigt sich dieser Geschichte, dass man sich auf das Wort Gottes verlassen kann. In einer Zeit der Krise, als das Wort Gottes, das Israel groß gemacht hatte, nichts mehr galt in seinem Volk, wird hier deutlich, dass Gottes Wort jedem helfen kann, egal ob Israelit oder Phönizier, oder welcher Religion und welche kulturellen Abstammung man auch angehört. Wer auf das Wort Gottes vertraut, wer bereit ist, trotz seiner Vergangenheit jetzt auf Gottes Wort zu vertrauen, dem kann Gott reichlich helfen, ihn retten, ihn am Leben erhalten und ihn segnen, auch wenn das unseren menschlichen Verstand übersteigt.
[5:23] Aber nach diesen Ereignissen wurde der Sohn der Frau, der Hauswirtin, krank und seine Krankheit wurde so schwer, dass kein Lebensodem mehr in ihm blieb. Diese Frau ist wirklich intensiv geprüft worden. Sie hatte schon einen starken Glauben bewiesen, aber es sollte sich zeigen, dass Gott noch mehr mit ihr vorhat. Wir lesen im Neuen Testament, ihr könnt die Stelle in den Evangelien ebenfalls finden, wo Jesus sagt, dass es viele Witwen gab in Israel, aber Elia aus gutem Grund zu dieser Witwe gesandt worden ist. Außerdem, und jetzt wird ihr Glaube noch einmal sehr geprüft. Ihr Kind, das sie schon tot glaubte, das durch Gottes Eingreifen am Leben erhalten worden ist, scheint jetzt doch zu sterben und ist dann tot.
[6:19] Und sie sprach zu Elia: "Du Mann Gottes, was habe ich mit dir zu tun? Du bist zu mir hergekommen, damit an meine Schuld gedacht werde und mein Sohn sterbe?" Sie weiß aus eigener Erfahrung schon, dass Elia kein gewöhnlicher Mann ist. Sie weiß, er ist ein Prophet. Sie weiß, dass er der Sprecher des wahrhaftigen Gottes ist, aber sie hat den Eindruck – und das ist sicherlich noch auch ein Relikt ihres alten heidnischen Glaubens –, dass dieser Gott, der jetzt hier durch Elia sich offenbart hat, in Wirklichkeit nur sie strafen wird, dass er den Sohn am Leben erhalten hat und danach die Strafe umso schlimmer zu machen, dass er nur nach ihrer Schuld gesucht hat. Genau das ist das Denken, was Satan den Menschen einredet, dass Gott ein Wesen ist, das nur nach Fehlern sucht, um uns endlich zu bestrafen. Was nützt es, wenn wir wissen, dass Gott existiert, wenn wir wissen, dass er Macht hat, dass er alles weiß, aber dann glauben, dass er nur darauf aus ist, unsere Fehler zu finden, um uns dann so richtig zu bestrafen?
[7:19] Er sprach zu ihr: "Gib mir deinen Sohn her!" Und er nahm ihn von ihrem Schoß und trug ihn hinauf in das Obergemach, wo er wohnte, und legte ihn auf sein Bett. Und er rief den Herrn an und sprach: "Herr, mein Gott, hast du auch über die Witwe, bei der ich zu Gast bin, so Schlimmes gebracht, dass sie ihren Sohn sterben lässt?" Und er streckte sich dreimal über das Kind aus und rief zu dem Herrn und sprach: "Herr, mein Gott, lass doch die Seele dieses Kindes wieder in es zurückkehren!" Er wusste, hier ist ein Mensch, der eigentlich offenbar für das Wirken Gottes ist und es würde so viel helfen, wenn dieses Kind wieder auferstehen würde von den Toten.
[7:59] Und der Herr erhörte die Stimme des Elia und die Seele des Kindes kam wieder in dasselbe und es wurde lebendig. Bis zu dem Zeitpunkt haben wir in der gesamten Bibel nur den Bericht von Mose, dem größten aller Propheten, dem Menschen aller Zeiten, einem besonderen Freund Gottes, der vom Tod wieder auferstanden ist. Und wer bis dahin vielleicht gedacht hat, das wäre ein besonderes Privileg für den besonderen Menschen Mose, der stellt hier erstaunt fest, dass Gott in der Lage ist, das auch für einen, für die Witwe von Zarephath, zu tun, wenn Glaube da ist. Es spielt keine Rolle, wie groß unsere Position, unser Einfluss, unser Alter, wie unsere bisherige kulturelle, religiöse Prägung gewesen ist. Wenn Glaube da ist, wenn Gott dadurch verherrlicht wird, kann an jedem Menschen große Wunder tun.
[8:53] Und Elia nahm das Kind und brachte es von dem Obergemach ins Haus hinab und übergab es seiner Mutter und sprach: "Siehe, dein Sohn lebt!" Diese Geschichte erinnert an ähnliche Geschichten im Neuen Testament, zum Beispiel eine Geschichte von Jesus und seiner Tochter, die ebenfalls von Jesus dann auferweckt worden ist. Da sprach die Frau zu Elia: "Nun erkenne ich, dass du ein Mann Gottes bist und dass das Wort des Herrn in deinem Mund Wahrheit ist." Sie hatte es ja in gewisser Weise schon vorher gewusst, hat ihn schon vorher Mann Gottes genannt, aber jetzt, als sie diese unglaubliche Erfahrung macht, ist ihr Wissen Gewissheit. Und sie weiß jetzt, dass Gott nicht nur real ist, sondern dass es gut mit ihr meint, dass er das Beste für sie will, auch wenn das nicht immer gleich so ausgesehen hat.
[9:40] Und es geschah nach vielen Tagen im dritten Jahr ging das Wort des Herrn an Elia: "Geh hin, zeige dich Ahab und ich will es regnen lassen auf dem Erdboden." Und Elia ging hin, um sich Ahab zu zeigen. Es war aber eine große Hungersnot in Samaria. Und Ahab berief Obadja, seinen Verwalter. Obadja fürchtete den Herrn. Denn es geschah, als Isebel die Propheten des Herrn ausrottete, da Obadja 100 Propheten verbarg sie in Höhlen, hier 50 und dort 50 und versorgte sie mit Brot und Wasser. Es ist eine schlimme Zeit, eine große Krise. Das Wort Gottes sollte vernichtet werden, ausgerottet werden, die Propheten sollten verfolgt werden, getötet werden. Schafft es der, der eine hohe Position dort am Königshof in Samaria hat, doch 100 Propheten geheim am Leben zu erhalten.
[10:27] So sprach nun Ahab zu Obadja: "Zieh durch das Land zu allen Wasserquellen und zu allen Bächen. Vielleicht finden wir Gras, um die Pferde und Maultiere am Leben zu halten, selbst wenn wir nichts von dem Vieh kommen lassen müssen." Es ist interessant: Obadja er sorgt sich um das Leben der Propheten. Ahab sorgt sich um das Leben seiner Pferde. Denn Pferde sind damals sehr teuer und bedeutsam gewesen für die Kriegsführung. Und sie teilten das Land unter sich auf, um es zu durchziehen. Ahab zog allein auf einem Weg und Obadja allein auf einem anderen Weg.
[11:00] Als Obadja auf dem Weg war, siehe da, begegnet ihm Elia. Und als Obadja Elia erkannte, sprach er: "Bist du es, mein Herr Elia?" Er sprach zu ihm: "Ich bin's. Geh hin und sage deinem Herrn: 'Siehe, Elia ist hier!'" Er aber sprach: "Was habe ich gesündigt, dass du deinem Knecht in die Hand geben willst, dass er mich tötet? So wahr der Herr, dein Gott, lebt, es gibt kein Volk noch Königreich, wohin man nicht gesandt hätte, um dich zu suchen. Und wenn sie sagten: 'Er ist nicht hier', so nahm man einen von jenem Königreich und von jenem Volk, dass man dich nicht gefunden habe. Hier sehen wir, wie groß Gottes Gnade gewesen ist, wie groß das Wunder gewesen ist, dass Elia einige Jahre völlig unbemerkt verstecken konnte und das noch in der Nähe der Stadt, aus der Isebel selbst kam. Und du sprichst nun: 'Geh hin zu seinem Herrn: "Siehe, Elia ist hier!"'"
[11:51] Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, wir brauchen echten Glauben, tiefen Glauben an die Kraft deines Wortes. Schenk uns diesen Glauben, den diese Witwe in Zarephath gehabt hat, die viel mehr Glauben gehabt hat als die Könige von Israel und die bereit war, auf dein Wort hin, das, was scheinbar ihre letzte Mahlzeit war, wirklich das Letzte, was sie noch hatte, einem anderen zu geben, in dem Vertrauen darauf, dass du für sie sorgen wirst. Herr, schenke uns diese Erfahrung auch heute. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
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