In dieser Predigt aus 1. Könige 2:29-3:3 beleuchtet Christopher Kramp die Schicksale von Joab und Schimi. Er zeigt auf, wie beide Männer trotz gewährter Gnade die Autorität des Königs missachteten und die Konsequenzen ihrer Handlungen tragen mussten. Die Botschaft unterstreicht die Wichtigkeit, Gottes Gebote ernst zu nehmen und seine Gnade nicht als Freifahrtschein für Ungehorsam zu missverstehen.
Gott auf (m)einer Seite: 1. Könige 2:29-3:3
Christopher Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: 1. Könige, BibelPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Tägliche Andachten
Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.
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Serie: Gott auf (m)einer Seite
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Transkript
[0:32] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu "Gott auf meiner Seite" heute mit Seite 376.
[0:36] Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, danke, dass dein Wort jeden einzelnen Tag zu uns spricht und danke, dass wir immer wieder Neues entdecken dürfen über dich und auch immer wieder an Altes erinnert werden, das wir so leicht vergessen.
[0:53] Und bitte hilf uns, dass wir auch heute uns wieder daran erinnern, wie wichtig es ist, dass wir unser ganzes Herz, unser ganzes Denken dir ergeben und auch bei dir lassen, dass du es wirklich verändern kannst, dass wir nicht immer wieder in die alten Fehler und in die alten rebellischen Muster zurückfallen, so dass wir durch deinen Geist verändert, Fortschritte machen und wachsen in der Heiligung, Herr.
[1:20] Darum bitten wir dich, weil du es verheißen hast und weil du versprochen hast, dass durch deine Kraft es in unseren Herzen passieren wird. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
[1:33] Wir sind in Erster Könige Kapitel 2. Nach dem Tod von David versucht Adonija, der gemeinsam mit Abjatar und mit Joab immer noch den Plan hat, das Königtum an sich zu reißen durch eine Intrige, genau das zu bewerkstelligen, indem Salomo durch Batseba um die Hand von Abischag gebeten wird.
[2:05] Aber Salomo erkennt die Verschwörung und lässt Adonija töten. Er verstößt Abjatar, den er nämlich nicht töten will, weil er so viel für David auch getan hat und die Lade des Herrn getragen hat.
[2:16] Und auch Joab weiß jetzt, dass es ihm wohl an den Kragen gehen wird, und er flieht in das Zelt des Herrn, in das Heiligtum, und hält sich an den Hörnern des Altars fest.
[2:27] Wir lesen uns Vers 29: "Und es wurde dem König Salomo berichtet: Joab ist zum Zelt des Herrn geflohen, und siehe, er steht am Altar." Da sandte Salomo Benaja, den Sohn Jojadas, und sprach: "Schlag Joab!"
[2:41] Der über all die Jahre und Jahrzehnte eine ganze Reihe von wirklich kaltblütigen Morden begangen hatte, der eine solche Macht hatte, dass selbst David sich nicht getraut hat, ihn abzusetzen.
[3:03] Er versucht jetzt, sich hier im Heiligtum Gnade zu erwirken.
[3:06] Als Benaja zum Zelt des Herrn kam, sprach er zu ihm: "So spricht der König: Hinaus!" Er sprach: "Nein, sondern hier will ich sterben." Und Benaja brachte dem König Bescheid und sprach: "So hat Joab gesprochen und so hat er mir geantwortet."
[3:18] Der König sprach zu ihm: "Mache es so, wie er gesagt hatte. Erschlage ihn und begrabe ihn, damit du das Blut, das er ohne Grund vergossen hat, von mir und dem Haus meines Vaters hinweg nimmst. Und der Herr lasse sein Blut auf seinen eigenen Kopf kommen, weil er zwei Männer erschlagen hat, die gerechter und besser waren als er, und sie mit dem Schwert umgebracht hat, ohne dass mein Vater David etwas davon wusste, nämlich Abner, den Sohn Ners, den Heerführer Israels, und Amasa, den Sohn Jeters, den Heerführer Judas. Ihr Blut komme auf Joabs Kopf und auf den Kopf seines Samens ewiglich. David aber und sein Same, sein Haus und seinen Thron sollen ewiglich Frieden von dem Herrn haben."
[4:03] Joab hatte viele Jahre Zeit gehabt, diese Sünden zu bereuen. Und selbst als er jetzt diese Rebellion des Adonija gegen den Willen Gottes unterstützte, hatte er noch einmal die Gelegenheit gehabt, sich gedanklich bekehren zu lassen vom Heiligen Geist.
[4:22] Denn Salomo hatte ihn am Leben gelassen, genauso wie Adonija auch. Er hatte die Möglichkeit gehabt, sein Tun zu überdenken, zu bereuen. Er hatte die Möglichkeit gehabt, zum Heiligtum zu gehen und von Herzen um Vergebung zu bitten, so wie es David getan hat und Vergebung erhalten hat.
[4:40] Aber jetzt, als es zu spät ist, beruft er sich äußerlich auf das Heiligtum, aber sein Herz war nicht verändert. Das zeigt die Tatsache, dass er offensichtlich in dieser Rebellion immer noch hier beteiligt gewesen ist.
[4:52] Am Ende der Zeit wird es nicht ausreichen, wenn wir formal einfach zu Gott rufen, wenn wir die Chancen, die wir gehabt haben, unser Herz verändern zu lassen, nicht genutzt haben.
[5:04] Da ging Benaja, der Sohn Jojadas, hinauf und stieß ihn nieder und tötete ihn. Und er wurde in seinem Haus begraben in der Wüste.
[5:13] Es kommt der Zeitpunkt, wo ein äußerliches Rufen nach Gott nichts mehr helfen wird, so wie es dem Joab nichts geholfen hat, sich hier im Heiligtum zu verstecken. Sein Herz war nie zum Heiligtum Gottes geworden, und so nützt ihm jetzt das äußerliche Heiligtum hier, das Heiligtum, auch nichts mehr.
[5:34] Da setzte der König Benaja, den Sohn Jojadas, an seiner Stelle über das Heer. Den Priester Zadok aber setzte der König an die Stelle Abjatars.
[5:44] Und der König sandte hin und ließ Schimi rufen und sprach zu ihm: "Baue dir ein Haus in Jerusalem und wohne dort und gehe nicht von dort hinaus, weder hierhin noch dorthin."
[5:53] Das ist dieser Schimi, der dem David geflucht hatte, der die Autorität Davids verachtet hatte und den David dann nach seiner Rückkehr aus dem Ostjordanland, nach dem Sieg im Bürgerkrieg über Absalom, begnadigt, ihm vergeben hatte, ihn nicht umgebracht hatte.
[6:16] Wir sehen hier, wie Salomo auch diesem Schimi eine Chance gibt, eine Möglichkeit, sich zu bewähren, eine Gnadenzeit, sozusagen der Bewährungsfrist.
[6:28] Er sagt weiterhin, Vers 37: "An dem Tag, an dem du hinausgehst und den Bach Kidron überschreiten wirst, sollst du wissen, dass du gewiss sterben musst. Dein Blut sei auf deinem Kopf." Er hat es also selbst in der Hand. Er kann sich an die Anweisung des Königs halten, dessen Autorität achten und am Leben bleiben, oder dessen Autorität missachten und damit zeigen, dass sein Herz nicht wirklich sich verändert hat seit den Tagen, als er die Autorität Davids geschmäht hatte.
[6:54] Er sprach: "Das Wort ist gut. So wie es mein Herr, der König, gesagt hat, so wird dein Knecht es machen."
[7:01] So wohnte Schimi lange Zeit in Jerusalem. Also eine ganze Zeit lang ging das gut.
[7:06] Es geschah aber nach drei Jahren, dass von Schimi zwei Knechte davonliefen zu Achisch, dem Sohn Maachas, dem König von Gat. Und es wurde Schimi gemeldet: "Siehe, deine Knechte sind in Gat."
[7:19] Da machte sich Schimi auf und sattelte seinen Esel und ritt nach Gat zu Achisch, um seine Knechte zu suchen. Und Schimi kam wieder und brachte seine Knechte von Gat zurück.
[7:28] Was hat wohl Schimi gedacht? Vielleicht hat er gedacht, dass seine Knechte für ihn so wichtig sind und dass er ein Recht hat, sie zu holen, dass man an dieser Stelle eben das Gebot des Königs nicht unbedingt halten muss, dass das wichtiger sei als das Gebot des Königs.
[7:44] Und es wurde dem Salomo gemeldet, dass Schimi von Jerusalem nach Gat gegangen und wieder gekommen sei.
[7:51] Da sandte der König hin und ließ Schimi rufen und sprach zu ihm: "Habe ich von dir nicht einen Eid genommen bei dem Herrn und überzeugt und gesagt: An dem Tag, an dem du ausziehst und hierhin oder dorthin gehen wirst, sollst du wissen, dass du unbedingt sterben musst? Und du hast mir gesagt: Das Wort ist gut, ich habe es gehört. Warum hast du dich denn nicht gehalten an den Eid, den du bei dem Herrn geschworen hast, und an das Gebot, dass ich dir gegeben habe?"
[8:12] Gott hat nichts dagegen, grundsätzlich einen entlaufenen Knecht zurückzuholen. Aber hier gibt es einen anderen Gedanken.
[8:23] Der Schimi war eigentlich schon des Todes. Er hätte sterben sollen, aber er war begnadigt worden. Und jetzt sollte sich zeigen, ob er die Gnade wirklich annimmt, ob er bereit ist, das Wort des Königs höher zu achten als seinen eigenen Willen und das Pochen auf sein eigenes Recht.
[8:45] Und als sich zeigte, dass er das Wort des Königs beiseite wischte, als es seinen eigenen Wünschen entgegenstand, zeigte sich, dass er die Lektion nicht gelernt hatte.
[8:57] Das, glaube ich, ist ein Typus, ein Beispiel für uns. Wir sind wie Schimi. Wir haben Jesus schwer angefeindet durch unsere Sünden. Wir haben ihn beleidigt. Wir haben, geistlich gesprochen, ihn ans Kreuz genagelt. Wir sind eigentlich des Todes.
[9:21] Aber Jesus hat uns vergeben. Er möchte uns am Leben erhalten. Aber er prüft uns. Er prüft uns, ob wir jetzt seinen Anweisungen Folge leisten oder ob wir in bestimmten Situationen unseres Lebens sagen: "Ja, eigentlich hat Gott gesagt, und ich weiß es auch, es ist auch gut, aber jetzt will ich meinen Willen haben. Ich habe ein Recht, das zu tun, und da wird Gott schon nicht so kleinlich sein."
[9:43] Wer so denkt, beweist, dass er den Ernst der Lage nicht verstanden hat, den Ernst auch unserer eigenen Situation, dass wir allein aus Gnade leben und deswegen Gottes Gebote nicht einfach beiseiteschieben können, als ob sie unwichtig wären.
[9:57] Die Geschichte von Schimi will uns etwas lehren darüber, wie wichtig es ist, Gottes Gebote zu halten, insbesondere dann, wenn wir allein aus Gnade noch am Leben sind.
[10:10] Und der König sprach zu Schimi: "Du weißt um alles Böse, das du meinem Vater David zugefügt hast. Dein Herz ist sich dessen bewusst. So wird nun der Herr deine Bosheit auf deinen eigenen Kopf kommen lassen. Aber der König Salomo wird gesegnet sein, und der Thron Davids wird feststehen vor dem Herrn ewiglich."
[10:27] Und der König gebot Benaja, dem Sohn Jojadas, hinzugehen und stieß ihn nieder, dass er starb. Und die Königsherrschaft wurde gefestigt in der Hand Salomos.
[10:38] Und Salomo verschwägerte sich mit dem Pharao, dem König von Ägypten, und nahm die Tochter des Pharaos zur Frau und brachte sie in die Stadt Davids, bis er sein Haus und das Haus des Herrn und die Mauern um Jerusalem her fertig gebaut hatte.
[10:56] Gott hat eigentlich davor gewarnt, fremdländische Frauen aus dem Ausland zu heiraten, weil sie das Herz den Göttern zuneigen würden. Und nach Jahrzehnten und noch vielen anderen Frauen, die Salomo geheiratet hat aus dem Ausland, zeigt sich genau das dann später auch im Leben von Salomo.
[11:14] Nur opferte das Volk noch auf den Höhen, denn dem Namen des Herrn war noch kein Haus gebaut worden bis zu jener Zeit. Salomo aber liebte den Herrn, so dass er in den Ordnungen seines Vaters David wandelte. Nur brachte er Schlachtopfer und Räucheropfer auf den Höhen.
[11:33] Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, bitte hilf uns zu verstehen, dass Vergebung nicht dazu führt, dass wir einfach tun und lassen wollen können, was wir wollen und deine Gebote ignorieren können, sondern dass gerade weil wir Vergebung erlebt haben, weil wir, obwohl wir eigentlich des Todes sein müssten, noch leben dürfen, wir umso eifriger darauf achten sollten, deinen Geboten wirklich Folge zu leisten.
[12:04] Ergib, dass wir diesen Gedanken unserem Herzen verstehen und durchdenken, begreifen und vor allem durch die Kraft des Heiligen Geistes umsetzen. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
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