In dieser Folge von „Gott auf (m)einer Seite“ beleuchtet Christopher Kramp die Geschichte Salomos aus 1. Könige 3. Er analysiert Salomos demütiges Gebet um Weisheit und Gottes großzügige Antwort, die über das Erbetene hinausgeht. Anhand des berühmten Urteils über die beiden Frauen wird Salomos göttlich verliehene Weisheit eindrucksvoll illustriert. Der Sprecher betont dabei die Bedeutung von Krisen, um zu offenbaren, was wirklich in unserem Herzen ist.
Gott auf (m)einer Seite: 1. Könige 3:4-3:26
Christopher Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: 1. Könige, BibelPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Tägliche Andachten
Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.
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Serie: Gott auf (m)einer Seite
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Transkript
[0:32] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu "Gott auf (m)einer Seite" heute mit Seite 377. Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von ganzem Herzen Dank sagen, dass wir wissen dürfen, dass du uns lieb hast, dass du unser Bestes führst und dass du für uns da bist jeden Tag. Und Herr, wir möchten dich zurücklieben in unserem ganzen Herzen, mit unserem ganzen Denken und dir Danke sagen für all das Gute, was du für uns tust. Wir sind umgeben von Segen. Wenn wir nur unsere Augen richtig aufmachen, unsere Ohren richtig aufsperren, dann sehen und hören wir überall Beweise dafür, dass du es gut mit uns meinst. Und Herr, wir möchten dich deswegen auch bitten, dass du jetzt durch dein Wort erneut in unsere Herzen sprichst, dass wir besser verstehen, was du uns sagen möchtest und in unserem Glauben wachsen dürfen und in unserer Liebe zu dir, indem wir noch mehr von deiner Liebe verstehen. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
[1:38] Wir sind in 1. Könige Kapitel 3. Noch ist kein Heiligtum, kein Tempel gebaut worden in Jerusalem, weswegen das Volk immer wieder auch auf Höhen opfert. Wir lesen in Vers 4: "Und der König ging nach Gibeon, um dort zu opfern, denn da war die bedeutendste Höhe. Und Salomo opferte 1000 Brandopfer auf jenem Altar. In Gibeon erschien der Herr dem Salomo bei Nacht im Traum, und Gott sprach: Bitte, was ich dir geben soll."
[2:15] Was für eine erstaunliche Aufforderung! Und Salomo sprach: "Du hast deinem Knecht, meinem Vater David, große Gnade erwiesen, wie er denn vor dir gewandelt ist in Wahrheit und Gerechtigkeit und mit aufrichtigem Herzen dir gegenüber. Und du hast ihm diese große Gnade bewahrt und meinem Sohn gegeben, der auf seinem Thron sitzt, wie es an diesem Tag offenbar ist." Salomo beginnt nicht gleich eine Liste herauszuziehen und sagt: "Ich hätte gerne das, das, das und das", sondern er erinnert sich selbst an die Gnade Gottes, die schon vor seiner Regierungszeit, vor seinem eigenen Leben, sichtbar gewesen ist im Leben von Menschen, in diesem Fall im Leben seines Vaters. Statt sofort auf seine eigenen Wünsche zu sehen, sieht er zuerst auf die Gnade und Barmherzigkeit Gottes, die eine solche Kraft gehabt hat, dass David in Gerechtigkeit, in Wahrheit und mit aufrichtigem Herzen leben konnte. Vers 7: "Weil du nun, o Herr, mein Gott, deinen Knecht zum König gemacht hast anstelle meines Vaters David. Ich bin ein junger Bursche, der weder aus- noch einzuziehen weiß." Als Nächstes sieht er das, was Gott für ihn getan hat. Diese Gnade, die er im Leben seines Vaters gesehen hat, die zeigt sich jetzt auch in seinem eigenen Leben. Er hat eine eigene Erfahrung dieser Gnade gemacht und er weiß, er ist von Gott berufen für eine bestimmte Aufgabe. Und dann sieht er drittens, dass er aus eigener Kraft diese Aufgabe gar nicht ausführen kann, dass er viel zu schwach ist. Statt einfach nur Dinge haben zu wollen, überlegt er, was Gott schon alles für ihn getan hat, wie Gott gewirkt hat, wie Gott ist, wozu Gott ihn berufen hat und wie sehr es ihm an eigenen Fähigkeiten mangelt, diese Aufgabe alleine auszuführen. "Und weil dein Knecht mitten unter deinem Volk ist, das du erwählt hast, einem Volk, das so groß ist, dass es vor Menge niemand zählen noch berechnen kann."
[4:11] Es ist also auch die größte Aufgabe. Er versteht, dass er alleine zu wenig ist, um dieser Aufgabe gerecht zu werden, so wie Paulus einmal sagt: "Wer ist für diese Dinge tüchtig?" So folgt aus diesen Gedanken heraus jetzt die Bitte: "Der Herr, so gib du deinem Knecht doch ein verständiges Herz, dass er sein Volk zu richten versteht und unterscheiden kann, was gut und böse ist. Denn wer kann dieses so große Volk richten?"
[4:44] Er wünscht sich nicht mehr Geld, er wünscht sich nicht mehr an anderen Ressourcen, eine starke Armee, was immer man sich in jener Zeit vielleicht aus politischen oder militärischen Gründen hätte wünschen können. Er wünscht sich ein Herz, das mit Gott verbunden ist, ein verständiges Herz. Er wünscht sich, dass er die richtigen Entscheidungen trifft, dass er gut und böse unterscheiden kann, dass er weiß, was gut ist und keine falschen Entscheidungen trifft. Ist das ein Wunsch, den du auch hast? Ich glaube, wenn uns bewusst wird, wie sehr Gott uns persönlich gesegnet hat, wenn wir die Liebe Gottes in der Geschichte sehen und sehen, wie Gott auch uns berufen hat zu einer Aufgabe, die viel zu groß ist, als dass wir sie ohne Gott bewerkstelligen können. Wenn uns bewusst ist, dass wir aus der Gnade Gottes leben, dann werden wir genau darum auch bitten, dass wir Weisheit bekommen, kluge Entscheidungen zu fällen, die mit Gottes Willen in Übereinstimmung sind.
[5:38] Und es war dem Herrn wohlgefällig, dass Salomo um dies bat. Und Gott sprach zu ihm: "Weil du um dieses bittest und nicht um langes Leben und Reichtum und um den Tod deiner Feinde batest, sondern um Einsicht zum Verständnis des Rechts, siehe, so habe ich nach deinen Worten gehandelt. Siehe, ich habe dir ein weises und verständiges Herz gegeben, dass deinesgleichen vor dir nicht gewesen ist und deinesgleichen auch nach dir nicht aufkommen wird." Die Bibel sagt: "Bittet, und es wird euch gegeben." Könnt ihr Matthäus 7 nachlesen. "Und wenn du in meinen Wegen wandeln wirst, dass du meine Satzungen und Gebote befolgst, wie dein Vater David gewandelt ist, so will ich dir ein langes Leben geben." Er möchte ihm all das dazu geben. Vers 13: "Dazu habe ich dir auch gegeben, was du nicht erbeten hast: Reichtum und Ehre, dass deinesgleichen nicht sein soll unter den Königen dein ganzes Leben lang. Und wenn du in meinen Wegen wandeln wirst, dass du meine Satzungen und Gebote befolgst, wie dein Vater David gewandelt ist, so will ich dir ein langes Leben geben."
[6:46] Gott gibt mehr, als wir zu bitten verstehen. Gott kennt unsere Bedürfnisse, und wir müssen Gott nicht unsere Bedürfnisse alle aufzählen und ihn versuchen zu überzeugen, uns diese Dinge zu geben. Er wünscht sich, dass wir verstehen, was wir am dringendsten brauchen. Am dringendsten brauchen wir nicht Geld und auch nicht Erfolg auf der Arbeit und auch nicht Gesundheit. Das sind alles Dinge, die uns auch geben möchte von Herzen, aber sie würden uns nichts nützen, wenn unser Herz verdorben ist und wir all das missbrauchen für die Sünde. Gott wünscht sich, dass wir erkennen, dass wir ein reines, verständiges Herz brauchen, erfüllt von seinem Geist, wo sein Geist sein Gesetz in unser Herz schreibt, unser Denken. Wenn wir darum bitten, kann Gott uns all die anderen Dinge umso mehr geben.
[7:33] Und Salomo erwachte, und siehe, da war es ein Traum. Als er nach Jerusalem kam, trat er vor die Bundeslade des Herrn und opferte Brandopfer und Friedensopfer und veranstaltete ein Mahl für alle seine Knechte.
[7:46] Zu jener Zeit kamen zwei Frauen zum König und trugen vor ihm diese Geschichte. Es ist sehr interessant, was jetzt folgt, weil sie dient auch dazu zu illustrieren, dass tatsächlich Salomo mit einer großen Weisheit ausgestattet worden ist, die richtige Entscheidung zu fällen. Das ist sozusagen die Illustrationsgeschichte zu dem, was wir gerade gelesen haben. Und die eine Frau sprach: "Ach, mein Herr, ich und diese Frau wohnten in demselben Haus, und ich gebar bei ihr im Haus. Und es geschah drei Tage, nachdem ich geboren hatte, gebar sie auch. Wir waren beieinander, und kein Fremder war mit uns im Haus, nur wir beide waren im Haus. Und der Sohn dieser Frau starb in der Nacht, denn sie hatte ihn im Schlaf erdrückt. Und sie stand mitten in der Nacht auf und nahm meinen Sohn von meiner Seite, als deine Magd schlief, und legte ihn in ihre Arme, und ihren toten Sohn legte sie in meine Arme. Und als ich am Morgen aufstand und meinem Sohn stillen, siehe, da war er tot. Und ich betrachtete ihn am Morgen genau, und siehe, es war nicht mein Sohn, den ich geboren hatte." Die andere Frau aber sprach: "Nein, sondern mein Sohn lebt, und dein Sohn ist tot." Aber sie sprach: "Nein, dein Sohn ist tot, und mein Sohn lebt." So redeten sie vor dem König. Der König sprach: "Diese spricht: Der Sohn, der lebt, ist mein Sohn, und dein Sohn ist tot. Jene spricht dann: Nein, dein Sohn ist tot, und mein Sohn lebt." Da sprach der König: "Bringt mir ein Schwert!" Und man brachte das Schwert vor den König. Da sprach der König: "Zerschneidet das lebendige Kind in zwei Teile und gebt dieser die eine Hälfte und jener die andere Hälfte." Da sprach die Frau, welcher der lebendige Sohn gehörte, zum König, denn ihr Erbarmen über ihren Sohn regte sich in ihr und sagte: "Bitte, mein Herr, gebt ihr das lebendige Kind und tötet es nur nicht!" Jene sprach: "Es soll weder mir noch dir gehören, teilt es!"
[9:27] Es ist in der Krise, in der sich zeigt, was uns am Herzen wirklich ist. Es ist in einer Notsituation, dass sich offenbart, ob unser Bekenntnis echtes oder nur ein Lippenbekenntnis, eine Täuschung, eine Heuchelei gewesen ist. Das ist wahrscheinlich einer der Hauptgründe, warum Gott uns immer wieder auch in Krisen hineinführt, in schwierige Situationen, damit wir selbst erkennen, was in unserem Herzen ist.
[9:52] Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, wir möchten von Salomo lernen und um das bitten, was wirklich wichtig ist. Wir glauben, dass du all unsere Bedürfnisse kennst, dass du weißt, was wir essen und trinken und wie wir uns kleiden sollen, dass du weißt, was wir zum Leben in dieser Welt im 21. Jahrhundert wirklich benötigen. Aber du wünschst dir, dass wir erkennen, was wir am dringendsten benötigen, nämlich ein Herz, das mit deinem Herzen im Gleichtakt schlägt, ein Herz, das bereit ist, von deinem Geist geführt zu werden. Und Herr, weil wir so schwach sind und weil wir so wenig alleine vermögen und weil deine Gnade so groß ist, die du uns anbietest, und die Aufgabe, die du uns für uns vorgesehen hast, so unerfüllbar für uns aus eigener Kraft ist, bitten wir dich, dass du uns dieses weise, verständige Herz schenkst, ein reines Herz, in dem du selbst wohnen kannst. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
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