Gott auf (m)einer Seite: 1. Korinther 14:16-15:2
Christopher Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: 1. KorintherPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Tägliche Andachten
Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.
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Serie: Gott auf (m)einer Seite
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Transkript
[0:30] [Musik] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu Gott auf (m)einer Seite.
[0:39] Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, wir möchten Dir so sehr danke sagen, dass Du uns lieb hast, dass Du für uns da bist und dass Deine Liebe ohne Grenzen ist. Wir möchten Dich bitten, dass Du uns durch den Heiligen Geist mit Deiner Liebe erfüllst, dass das, was immer wir tun, auch in der Gemeinde, die Gemeinde erbaut und stärkt. Dass es unser größtes Anliegen ist, dass andere einen Nutzen haben und nicht, dass wir uns selbst darstellen wollen, sondern dass andere gesegnet werden. Herr, das bitten wir Dich von ganzem Herzen. Erfülle uns mit Deinem Heiligen Geist. Von alleine können wir solche Gedanken nicht denken und auch nicht ausführen. Das kannst nur Du in uns. Wir wollen mit Dir verbunden bleiben. Sprich Du durch Dein Wort heute zu uns und gib, dass wir es gut verstehen. Im Namen Jesu, Amen.
[1:27] Wir sind in 1. Korinther 14. Kapitel 13 hat Paulus gezeigt, dass das entscheidende Fundament, das überhaupt alle Geistesgaben wirklich zum Nutzen werden lässt, die Liebe ist. Die Liebe, die Gottes Charakter repräsentiert, die Liebe, die Gott ist. Diese Liebe wird für immer bestehen und nur durch sie werden alle anderen Gaben, Talente, Fähigkeiten, Aufgaben, die wir vom Heiligen Geist bekommen, überhaupt erst ein Segen.
[1:50] Und dann spricht Paulus insbesondere über die Gabe der Prophetie, der Weissagung, und die Gabe des Sprachensprechens. Das heißt, in fremden Fremdsprachen zu sprechen, was in der Mission enorm wichtig und hilfreich ist, wenn dann, geführt vom Heiligen Geist, man Menschen erreichen kann, deren Sprache man sonst nicht sprechen kann und die sonst keine Möglichkeit hätten, das Evangelium zu erhalten.
[2:15] Aber er zeigt jetzt, dass es im Gottesdienst nicht so viel bringt, wenn man solch eine Fähigkeit hat, zum Beispiel als Grieche Keltisch reden zu können, dass man dann im Gottesdienst vor allen anderen Griechen sein Keltisch präsentiert, weil niemand etwas davon hat.
[2:29] Die Gemeinde fühlt sich dann, man hat den Eindruck, als wäre ein Fremder, ein Ausländer im Gottesdienst, den man nicht verstehen kann. Und deswegen ist die Gabe der Prophetie viel entscheidender, weil dort in der Heimatsprache, in der eigenen Muttersprache, wichtige geistliche Erkenntnisse vermittelt werden.
[2:49] Wir lesen weiter in 1. Korinther 14, und dort Vers 16: "Sonst, wenn du mit dem Geist den Lobpreis sprichst, wie soll der, welcher die Stelle des Unkundigen einnimmt, das Amen sprechen zu deiner Danksagung, da er nicht weiß, was du sagst?"
[3:01] Wenn also jemand in einer anderen Sprache betet und ich gar nicht weiß, um was er gebetet hat, kann ich auch nicht von Herzen Amen sagen, weil ich ja nicht weiß, was er gesagt hat. "Du magst wohl schön Dank sagen, aber der andere wird nicht erbaut."
[3:13] Hier sehen wir wieder, das ist also diese Sprachengabe im Geist kein Kauderwelsch, sondern es ist sogar eine, es kann sogar ein sehr schöner Dank sein auf Keltisch, von jedem Kelten wunderbar zu verstehen. Und für die Griechen klingt es dann wie etwas, was sie nicht einordnen können.
[3:31] "Ich danke meinem Gott, dass ich mehr in Sprachen rede als ihr alle." Paulus sagt es also nicht, weil er irgendwie neidisch wäre auf die, die besonders viele Sprachen reden können. Er als Missionar in fremden Gebieten hat mehr als alle anderen die Fähigkeit von Gott, dann Sprachen reden zu können, die er selbst nicht studiert hat, die Gott ihm gegeben hat, um Menschen zu erreichen, die bisher nicht hätten erreicht werden können.
[3:56] "Aber in der Gemeinde will ich lieber fünf Worte mit meinem Verstand reden, damit ich auch andere unterweise, als 10.000 Worte in einer Sprache."
[4:03] Hier sehen wir also, Paulus ist dankbar für die Sprachengabe. Sie hat ihren spezifischen missionarischen Zweck, aber in der Gemeinde, sagt er, will ich darauf weitestgehend verzichten. Lieber rede ich nur fünf Worte, aber mit meinem Verstand, nicht sozusagen als durch eine geistliche Gabe, durch die ich jetzt eine andere Sprache sprechen kann, sondern einfach durch eigene Überlegung, die ich in meiner eigenen Muttersprache dann oder in der Sprache, die in der Gemeinde verstanden wird, besser gesagt, die er dann redet.
[4:34] "Ihr Brüder, werdet nicht Kinder im Verständnis, sondern in der Bosheit seid Unmündige, im Verständnis aber werdet erwachsen."
[4:44] Im Gesetz steht geschrieben: "Ich will mit fremden Sprachen und mit fremden Lippen zu diesem Volk reden, aber auch so werden sie nicht auf mich hören, spricht der Herr."
[4:53] Und das ist jetzt ein ganz wichtiger Schlüssel. Paulus verwendet in dieser ganzen Diskussion um die Sprachengabe ein Zitat aus Jesaja 28, wo es im Kontext darum geht, dass Gott ein Gericht durch die Babylonier androht.
[5:12] Die Babylonier werden nach Jerusalem kommen, sie werden das Volk dann Zug um Zug verschleppen und die Stadt zerstören. Und die Sprache der Babylonier war für die Judäer natürlich ein scheinbares Kauderwelsch. Sie konnten das Babylonisch nicht verstehen.
[5:29] Nun ist es aber so, dass Babylonisch an sich eine sehr klare und auch sehr schöne Sprache ist. Das kann ich tatsächlich aus eigener Erfahrung hier sagen, nicht dass ich sie durch die Geistesgabe sprechen könnte, aber ich habe die Sprache gelernt. Babylonisch kann man verstehen, wenn man eben Babylonisch kann. Es ist eine sehr schöne und strukturierte Sprache.
[5:48] Aber für die Judäer war es eine fremde Sprache. Und genau diesen Vergleich, ein Stammeln, so klang das für die Judäer, weil sie diese Sprache nicht kannten. So wie für uns auch quasi alle anderen fremden Sprachen nur wie ein Kauderwelsch klingen.
[6:02] Und genau das ist der Hintergrund für all das, was Paulus sagt, wenn er diese Dinge schreibt. Er spricht also nicht von einer Sprache, die in sich unverständlich wäre und einfach nur irgendein Kauderwelsch wäre, sondern von einer Sprache mit Syntax, mit Grammatik, mit Regeln, die tatsächlich auch von einem bestimmten Volk oder von einer Volksgruppe verstanden wird.
[6:22] "Darum dienen die Sprachen als ein Zeichen, und zwar nicht für die Gläubigen, sondern für die Ungläubigen." Sie sind also für die Mission gedacht, denn dadurch kann das Evangelium Menschen erreichen, die sonst nicht erreicht werden würden. "Die Weissagung ist aber nicht für die Ungläubigen, sondern für die Gläubigen." Die Gabe der Prophetie ist insbesondere für die Gemeinde gedacht und nicht so sehr für die Außenmission.
[6:47] "Wenn nun die ganze Gemeinde am selben Ort zusammenkäme und alle würden in Sprachen reden und es kämen Unkundige oder Ungläubige herein, würden sie nicht sagen, dass ihr von Sinnen seid?"
[7:00] Interessanterweise haben wir so ein ähnliches Phänomen in der Apostelgeschichte, als der Heilige Geist den Aposteln es ausgab, also die Fähigkeit gab, in verschiedenen Sprachen zu reden, weil dort gerade auch in Jerusalem sehr viele verschiedene Sprachgruppen vorhanden gewesen sind. Und alle, die aus der jeweiligen Sprachgruppe waren, konnten auch tatsächlich das Elamisch verstehen und das Medische und das Arabische und das Lateinische. Sie konnten diese Sprachen verstehen. Aber die, die diese Sprache nicht kannten, die also als Unkundige daneben standen, die hatten den Eindruck, als wären die Apostel durchgedreht. Für sie klang das alles wie Kauderwelsch. Sie dachten sogar, die Apostel sind betrunken. Genau das ist das, was hier gemeint ist. Jemand, der von außen, der das nicht beurteilen kann, denkt vielleicht, sie sind von Sinnen, obwohl es eigentlich um ganz vernünftige Sprachen geht.
[7:50] Aber, Verzeihung, "Wenn aber alle Weissagten und es käme ein Ungläubiger oder Unkundiger herein, so würde er von allen überführt, von allen erforscht, und so würde das Verborgene seines Herzens offenbar. Und so würde er auf sein Angesicht fallen und Gott anbeten und bekennen, dass Gott wahrhaftig in euch ist."
[8:09] Wenn also im Gottesdienst dann die Gabe der Prophetie vorhanden ist, dann würde durch diese Gabe der Prophetie auch ein Ungläubiger erkennen, weil nämlich durch die Gabe der Prophetie die entsprechenden Propheten seine innersten Geheimnisse kennen würden und wissen würden, was wirklich in seinem Leben passiert und ihm das zeigen und sagen könnten, dann würde er erkennen, dass Gott hier in besonderer Weise wirkt.
[8:33] Eine wichtige Aufgabe von Propheten ist ja nicht nur, die Zukunft vorherzusagen, sondern vor allem auch Menschen wirklich in ihrem Herzen anzusprechen, ihnen deutlich zu machen, dass Gott ihre Wege kennt, nicht einfach nur einen menschlichen Rat zu geben, sondern zu sagen: "So spricht der Herr, das und das ist in deinem Leben wirklich los, das ist wirklich verkehrt." Und jeder wahre Prophet hat auch diese Aufgabe, Menschen zu ermahnen und zu korrigieren und auf den Weg der Wahrheit und des Lebens wieder zurückzubringen.
[9:00] "Wie ist es nun, ihr Brüder, wenn ihr zusammenkommt? So hat jeder von euch etwas: einen Psalm, eine Lehre, eine Sprachenrede, eine Offenbarung, eine Auslegung. Alles lasst zur Erbauung geschehen."
[9:16] Die Gemeindeglieder in Korinth haben verschiedene Geistesgaben und alle sollen sich einbringen, so dass die Gemeinde gestärkt wird. "Wenn jemand in einer Sprache reden will, so sollen es zwei, höchstens drei sein und der Reihe nach, und einer soll es auslegen."
[9:29] Also, wenn es da Geschwister gibt, die tatsächlich Kapadokisch und Keltisch reden können oder meinetwegen auch Babylonisch, weil die das in der Mission in Korinth gebraucht haben, dann sollen sie im Gottesdienst das zeigen als Dank zu Gott, und zwar nicht alle durcheinander, sondern einer nach dem anderen. Und dann soll es auch übersetzt werden ins Griechische, so dass die, die dann in der Gemeinde sind, auch einen Nutzen davon haben.
[9:53] "Ist aber kein Ausleger da, so schweige in der Gemeinde. Er mag aber für sich selbst und für Gott reden." Dann kann man immer noch zu Hause aus Freude, weil es einem so viel Spaß macht und weil man Gott so dankbar ist, dass man jetzt Keltisch reden kann, dann kann man das zu Hause gerne tun. Aber in der Gemeinde ist es ohne Nutzen und deswegen soll man dann schweigen.
[10:09] "Propheten aber sollen zwei oder drei reden und die anderen sollen es beurteilen." Das heißt, es soll geprüft werden. Die anderen sollen mit der Bibel in der Hand dastehen oder sitzen und überprüfen, ob das, was die Propheten sagen, tatsächlich vom Geist Gottes geführt ist oder ob jemand nur seinen eigenen Eindrücken gefolgt ist.
[10:29] "Wenn aber einem, der da sitzt, eine Offenbarung zuteil wird, so soll der erste schweigen. Denn ihr könnt alle einer nach dem anderen weissagen, damit alle lernen und alle ermahnt werden."
[10:40] "Und die Geister der Propheten sind den Propheten Untertan. Denn Gott ist nicht ein Gott der Unordnung, sondern des Friedens."
[10:49] Gottes Geist zwingt Propheten nicht plötzlich loszureden, obwohl vielleicht gerade ein anderer dran ist, sondern Gottes Geist ist immer in Harmonie mit Ordnung. Das heißt, sollte ich den Geist der Weissagung haben und ich bekomme eine Vision, bedeutet das nicht, dass ich jetzt andere unterbrechen muss, sondern ich habe immer noch die Geister der Propheten sind den Propheten Untertan. Der Prophet hat immer noch die Kontrolle, dann seine Offenbarung dann mitzuteilen, wann es passt.
[11:13] Und das ist genau der Punkt, den Paulus machen möchte: Der Gottesdienst soll ordentlich und systematisch und strukturiert ablaufen, denn Gott hat nichts mit Unordnung zu tun, sondern Frieden.
[11:30] Frieden hat etwas mit Ordnung zu tun. Wenn Gott uns Frieden in unser Herz schenkt, dann ordnet er auch unser Leben. Und auch unser Gottesdienst soll durch seine Ordnung und Strukturiertheit bezeugen, was Gott in unserem Leben tut. Chaos ist niemals ein Hinweis auf die Gegenwart Gottes.
[11:51] "Eure Frauen sollen in den Gemeinden schweigen, denn es ist ihnen nicht gestattet zu reden, sondern sie sollen sich unterordnen, wie es auch das Gesetz sagt. Wenn sie aber etwas lernen wollen, so sollen sie daheim ihre eigenen Männer fragen, denn es ist für Frauen schändlich, in der Gemeinde zu reden."
[12:07] "Oder ist von euch das Wort Gottes ausgegangen oder ist es zu euch allein gekommen? Wenn jemand glaubt, ein Prophet zu sein oder geistlich, der erkenne, dass die Dinge, die ich euch schreibe, Gebote des Herrn sind." Das, was er hier sagt, ist also das, was Gott angeordnet hat.
[12:24] "Wenn es aber jemand missachten will, der missachte es." "Also, ihr Brüder, strebt danach zu weissagen und das Reden in Sprachen verhindert nicht. Lasst aber alles anständig und ordentlich zugehen."
[12:37] Der entscheidende Punkt ist nicht, dass eine Geistesgabe unterdrückt werden soll, aber es soll alles nach dem Maßstab der Ordnung und der Strukturiertheit geprüft werden.
[12:48] "Ich erinnere euch aber, ihr Brüder, an das Evangelium, dass ich euch verkündigt habe, dass ihr auch angenommen habt, indem ihr auch feststeht, durch das ihr auch gerettet werdet, wenn ihr an dem Wort festhaltet, dass ich euch verkündigt habe, es sei denn, dass ihr vergeblich geglaubt hättet."
[13:04] Paulus macht hier einen Punkt, den er immer und immer wieder macht und den auch die anderen neutestamentlichen Schreiber machen, nämlich, dass das Evangelium immer wiederholt werden muss. Paulus sagt: "Ich wiederhole es nicht, weil ihr es vergessen habt. Ich wiederhole es nicht, weil ihr es nicht umsetzt. Ich wiederhole es, obwohl ihr es gehört habt und es kennt und darin fest gegründet seid, weil ich nicht möchte, dass ihr es irgendwann aufgebt." Das Evangelium, die einfachen Grundwahrheiten unserer Erlösung müssen auch von uns immer und immer wiederholt werden, damit wir in ihnen gefestigt werden.
[13:38] Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, wir möchten danke sagen, dass wir Gottesdienst erleben dürfen, dass wir Gottesdienst feiern dürfen und möchte Dich bitten, dass wir unseren Beitrag auch in einem Gottesdienst leisten, der für alle in der Gemeinde zum Segen wird. Gib, dass wir uns nicht selbst erhöhen wollen, sondern zum Nutzen für andere etwas beitragen und gib, dass wir selbst einen Beitrag dazu leisten, dass unsere Gottesdienste ordentlich und strukturiert und ja, friedfertig ablaufen, sodass auch Menschen, die als Gäste kommen, beeindruckt sind, dass Du alles unter Kontrolle hast und dass Du gegenwärtig bist. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen. [Musik]
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