In dieser Predigt aus der Serie „Gott auf (m)einer Seite“ behandelt Christopher Kramp die biblischen Lehren aus 1. Korinther 6:15-7:19. Er erklärt die Bedeutung von sexueller Reinheit, die Verbindung zwischen Gläubigen und Christus sowie die biblischen Prinzipien für Ehe und Scheidung. Die Botschaft betont, wie wichtig es ist, Gott in allen Lebensbereichen zu ehren und seine Gebote durch die Kraft des Heiligen Geistes zu halten.
Gott auf (m)einer Seite: 1. Korinther 6:15-7:19
Christopher Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: 1. KorintherPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Tägliche Andachten
Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.
Dieser Podcast beinhaltet die folgenden Serien:
Weitere Aufnahmen
Serie: Gott auf (m)einer Seite
-
0:0
-
0:0
-
0:0
Transkript
[0:30] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu Gott auf (m)einer Seite. Heute mit Seite 119. Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, danke, dass du uns erlöst hast, danke, dass du uns abgewaschen hast, danke, dass du uns erneuert hast durch den Heiligen Geist. Danke, dass durch Jesu Gnade, durch deine Liebe, alle unsere Sünden, die wirklich schlimm und scheußlich gewesen sind, dass du uns davon befreit hast.
[1:08] Wir wollen nie vergessen, dass wir ohne dich ein schlimmes Leben gelebt haben. Wir wollen dir Danke sagen und uns immer wieder neu daran erinnern, was du uns alles schon vergeben hast, dass wir Zuversicht bekommen und Hoffnung, dass du das Werk, das du in uns angefangen hast, auch vollenden wirst. Herr, wir möchten dich bitten, dass du uns heute an diesem Tag uns neu daran erinnerst, wie sehr du uns liebst, was du bereit gewesen bist für uns zu tun und jetzt noch tust.
[1:42] Und dass du uns durch deinen Heiligen Geist heiligst. Sprich du durch dein Wort zu uns. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen. Wir sind in 1. Korinther Kapitel 6. Paulus hat die Gemeindeglieder in Korinth aufgefordert, Streitigkeiten, die sie haben, nicht vor weltlichen Gerichten auszutragen. Und dann hat er sie daran erinnert, dass viele von ihnen zum Teil schlimme, schreckliche Sünden begangen haben, aber dass ihnen Vergebung zuteil geworden ist, dass sie abgewaschen worden sind.
[2:25] Und er spricht weiter, immer noch vor allem auch über das Thema der sexuellen Unzucht, der sexuellen Sünde, im Text dessen, was er schon Kapitel 5 angesprochen hat, nämlich die Präsenz von offener, unvergebener Sünde in der Gemeinde in Korinth. Wir lesen weiter in 1. Korinther 6, Vers 15: "Wisst ihr nicht, dass eure Leiber Glieder des Christus sind? Soll ich nun die Glieder des Christus nehmen und Hurenglieder daraus machen? Das sei ferne!"
[2:51] Paulus sagt, es ist also unmöglich, gleichzeitig Christus nachzufolgen und Hurerei zu betreiben, Unzucht. Oder wisst ihr nicht, dass wer einer anhängt, ein Leib mit dir ist? Denn es heißt, die zwei werden ein Fleisch sein. Das ist natürlich aus 1. Mose Kapitel 2, wo Gott die Sexualität schafft im Rahmen, im geschützten Rahmen, im von Gott gegebenen Rahmen der Ehe. Und das wird deutlich, dass Sexualität Menschen auf das allerengste miteinander verbindet.
[3:25] Und Paulus zeigt, Hurerei, außereheliche Sexualität hat ebenfalls so eine Wirkung, und zwar eine Wirkung, dass Menschen sich mit anderen Menschen verbinden, obwohl das eigentlich theologisch vielleicht gar nicht wollten. Er macht also ganz deutlich, wenn wir mit einer Hure zu tun haben, dann verbinden wir uns mit dieser auf eine Art und Weise, wie wir uns das vielleicht gar nicht vorstellen können. Wer bei dem Herrn anhängt, ist ein Geist mit ihm.
[3:54] Und hier zeigt er, was eigentlich das Ziel Gottes ist. Die Ehe ist ja ein Bild auch für die Beziehung zwischen Gott und Mensch. Und so wie Mann und Frau in der Ehe ein Fleisch werden, kann der Gläubige mit Gott ein Geist werden, ihm anhängen, an ihm kleben. Und das zeigt eigentlich, was für einen hohen Stellenwert die Sexualität in Gottes Plan gehabt hat. Denn die Sexualität sollte auf einer körperlichen Ebene illustrieren und zeigen, was für eine wunderbare, schöne, ja, fruchtbare Verbindung geistlich gesehen Menschen mit Gott haben können.
[4:28] Es ist ein Wunder, dass Gott unsere... dass der Satan versucht, unsere Sexualität kaputt zu machen, dass er sie versucht zu verdrehen, dass sie versucht, ins Abartige zu bringen, damit unser Bild auch von Gott und das Bild von unserer Beziehung zu Gott verdreht wird. Ich denke, viele, wenn ich die meisten von uns, wissen aus eigener Erfahrung, dass sexuelle Sünde auch unsere Beziehung zu Gott stark beeinträchtigt und schwierig gemacht hat und kaputt machen wollte.
[5:02] Das ist allein die Gnade Gottes, die es uns ermöglicht, dass das wiederhergestellt werden kann, was Gott sich gedacht hat, sowohl in der Ehe als auch in unserer persönlichen Beziehung zu Gott. Lasst uns auch Gott darum bitten, dass er unsere Sexualität heilt und uns vergibt, wo wir gesündigt haben, und uns zeigt, was sein Plan in unserem Leben in der Sexualität ist.
[5:31] "Flieht die Unzucht! Jede Sünde, die ein Mensch sonst begeht, ist außerhalb des Leibes. Wer aber Unzucht verübt, sündigt an seinem eigenen Leib." Paulus zeigt hier auch, dass es auch einen gesundheitlichen Aspekt hat, dass Sexualität, die nicht nach Gottes Plan ist, auch den Körper und die Gesundheit, die Gott uns gegeben hat, angreifen kann, sowohl biologisch als auch mental und psychisch.
[5:55] Oder wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des in euch wohnenden Heiligen Geistes ist, den ihr von Gott empfangen habt? Und dass ihr nicht euch selbst gehört. Wir hatten schon gelesen in Kapitel 3, dass die Gemeinde Gottes ein Tempel des Heiligen Geistes ist, aber nicht nur die Gemeinde als Kollektiv, sondern jeder einzelne Gläubige ist ein Tempel des Heiligen Geistes. Und was wir tun mit unserem Körper, hat immer eine direkte Auswirkung auch über die Art und Weise, ob Gottes Geist in uns wohnen kann oder nicht.
[6:30] Denn ihr seid teuer erkauft, darum verherrlicht Gott in eurem Leib und in eurem Geist, die Gott gehören. Gott gehört unser Denken und auch unser Fühlen und unser Körper. Die Bibel zeichnet immer ein ganzheitliches Bild des Menschen, nicht geteilt, einen guten Geist und einen schlechten Körper, wie das im Mittelalter gewesen ist, was auf griechischer Philosophie basiert hat, sondern im biblischen Christentum, in der biblischen Lehre, ist der Mensch eine Einheit.
[7:01] Und was immer den Menschen, seine Einheit stört, sei auf der körperlichen, sei auf der geistigen Ebene, hat Auswirkung auf den gesamten Menschen. Und Gott hat uns durch das Blut Jesu zurückgekauft aus der Knechtschaft zur Sünde. Und zwar hat er uns komplett gekauft, unseren Körper und unseren Geist. Und deswegen sollen wir in allen Bereichen unseres Lebens – und Paulus betont das an mehreren Stellen – Gott verherrlichen.
[7:30] Und ich möchte das in meinem Leben erleben. Du auch. Was aber das betrifft, wovon ihr mir geschrieben habt, so ist es ja gut für den Menschen, keine Frau zu berühren. Und wir hätten natürlich gerne gewusst im Detail, was die Korinther an Paulus geschrieben haben, aber wir haben die Antwort von Paulus, und die ist inspiriert und die ist die entscheidende. Und dafür wollen wir Gott von Herzen dankbar sein.
[7:54] Um aber Unzucht zu vermeiden, soll jeder Mann seine eigene Frau und jede Frau ihren eigenen Mann haben. Der Mann gebe der Frau die Zuneigung, die er ihr schuldig ist. Ebenso aber auch die Frau dem Mann. Hier sehen wir das biblische Ideal, dass Mann und Frau füreinander da sind. Die Frau verfügt nicht selbst über ihren Leib, sondern der Mann. Gleicherweise verfügt aber auch der Mann nicht selbst über seinen Leib, sondern die Frau.
[8:21] Sexualität ist nicht dazu da, dass ich mich selbst befriedige, dass es um mich geht, sondern dass es um meinen Ehepartner geht. Das ist das Ziel der Sexualität. Es soll gerade eben nicht darum gehen, das eigene Ich zu stärken, sondern echte Liebe, die auf den anderen bedacht ist, erfahrbar zu machen. Denn diese echte Liebe, die auf den anderen bedacht ist, ist ja das Prinzip, dass unser gesamtes Leben auch in den Bereichen des Alltags durchströmen sollte.
[8:51] Dass es eben nicht um uns selbst geht, um unsere eigenen Lüste und Befriedigung in allen möglichen Dingen, sondern darum, anderen Menschen Gutes zu tun. Und Sexualität ist ein besonders von Gott geschaffener, heiliger Bereich unseres Lebens, wo wir das in einer besonders schönen und aufregenden Art und Weise erleben dürfen.
[9:14] "Entzieht euch einander nicht, außer nach Übereinkunft eine Zeit lang, damit ihr euch dem Fasten und dem Gebet widmen könnt, und kommt dann wieder zusammen, damit auch euch der Satan nicht versucht." Um eurer Enthaltsamkeit willen. Paulus, als ein guter Seelsorger, macht ganz deutlich, dass auch regelmäßiger Geschlechtsverkehr in der Ehe notwendig und wichtig ist, damit der Satan keine Möglichkeit hat, durch schlechte Gedanken und durch Verführung und Versuchung Menschen auf Abwege zu bringen.
[9:45] Das sage ich aber aus Nachsicht und nicht als Befehl. Denn ich wollte alle Menschen wären wie ich, aber jeder hat seine eigene Gnadengabe von Gott, der eine so, der andere so. Wir wissen über das Familienleben von Paulus nicht allzu viel. Wir wissen, dass er ein Oberster vor seiner Bekehrung im Sanhedrin gewesen ist. Und wir wissen auch, dass eigentlich im Sanhedrin nur verheiratete Männer Aufnahme finden konnten.
[10:11] Das heißt, es ist durchaus gut möglich, dass Paulus zu einem Zeitpunkt mal verheiratet gewesen ist und dann seine Frau verloren hat, vielleicht durch Krankheit, durch einen plötzlichen Tod. Das können wir allerdings nicht genau sagen. Es ist eine Möglichkeit, von der man hier im Hinterkopf haben kann. Ich sage aber den Ledigen und den Witwen: "Es ist gut für sie, wenn sie bleiben wie ich."
[10:36] Auf jeden Fall ist Paulus zu diesem Zeitpunkt, jetzt als Apostel umherziehend, nicht mehr verheiratet oder nicht. "Wenn sie sich aber nicht enthalten können, so sollen sie heiraten, denn heiraten ist besser, als in Glut zu geraten." Den Verheirateten aber gebiete nicht ich, sondern der Herr, dass eine Frau sich nicht scheiden soll von dem Mann. Paulus bezieht sich explizit auf Aussagen wie z.B. in Matthäus 19.
[11:01] "Wenn sie aber schon geschieden ist, so bleibe sie unverheiratet oder versöhne sich mit dem Mann." Und dass der Mann die Frau nicht entlassen soll, bis auf die Ausnahme, die Jesus selbst in Matthäus 19 ja spezifiziert, dass Unzucht ein Grund für die Scheidung sein kann. Es soll nicht aus irgendeinem beliebigen Grund eine Scheidung vorgenommen werden.
[11:24] "Den Übrigen aber sage ich, nicht der Herr: Wenn ein Bruder eine Ungläubige Frau hat und diese einverstanden ist, bei ihm zu wohnen, so soll er sie nicht entlassen." Nun, das bedeutet nicht, dass das hier weniger inspiriert ist. Es bedeutet nicht, dass Paulus hier einfach nur seine persönliche Meinung sagt, die wir beachten können oder nicht. Es bedeutet einfach nur, dass zuvor etwas gesagt hat, was Jesus explizit buchstäblich in seinem irdischen Dienst selbst gesagt hat, was man also in den Evangelien nachlesen kann.
[11:52] Und jetzt sagt Paulus etwas, wofür es kein direktes Jesus-Zitat aus den Evangelien gibt, was aber natürlich genauso – das werden wir noch sehen, wenn wir hier weiterlesen – genauso inspiriert ist wie das, was auch in Matthäus steht. "Und eine Frau, die einen ungläubigen Mann hat, der einverstanden ist, bei ihr zu wohnen, soll ihn nicht verlassen."
[12:13] Also, wenn bei zwei Ungläubigen nur einer zum Glauben findet, ist das kein Grund, den Ungläubigen einfach zu scheiden, also sich von ihm scheiden zu lassen. Denn der ungläubige Mann ist geheiligt durch die Frau, und die ungläubige Frau ist geheiligt durch den Mann. Sonst wären ja eure Kinder unrein. Nun aber sind sie heilig.
[12:34] "Wenn sich aber der Ungläubige scheiden will, so scheide er sich. Der Bruder oder die Schwester ist in solchen Fällen nicht gebunden." In Frieden aber hat uns Gott berufen. Auch hier sehen wir, dass es einen weiteren Grund gibt, in dem Scheidung aus Gottes Sicht dann es ermöglicht, eine Wiederheirat vorzunehmen, wenn jemand sich des Glaubens wegen, weil einer der Ehepartner zum Glauben gefunden hat, von seinem gläubigen Ehepartner scheidet.
[12:59] So ist der gläubige Ehepartner dann auch berechtigt, nach der Bibel wieder zu heiraten. Denn was weißt du, Frau, ob du den Mann retten kannst? Oder was weißt du, Mann, ob du die Frau retten kannst? Das ist übrigens ein wesentliches Prinzip, das man bedenken sollte, auch wenn man eine Eheschließung plant und bereits im Vorhinein weiß, dass man selbst gläubig ist oder und der andere Ehepartner nicht gläubig ist.
[13:27] Viele Menschen denken, dass sie dann im Laufe der Ehe den Menschen noch zu Gott führen können, was oft allerdings auch nicht passiert, und sie dann in ein oft bitteres Leben führen. Deswegen ist es sehr wichtig, dass wir die biblischen Prinzipien über die Eheschließung auch tatsächlich in unserem Leben beachten.
[13:49] Doch wie Gott es jedem einzelnen zugeteilt hat, wie der Herr jeden einzelnen berufen hat, so wandle er. Und so ordne ich es in allen Gemeinden an. Das, was Paulus hier also sagt und schreibt, ist nicht etwas, was allein für die Gemeinde Korinth gilt. Heute ist es manchmal üblich geworden, Aussagen von Paulus dann als allein ortsgebunden, lokal zu definieren.
[14:10] Aber Paulus sagt ganz deutlich, was er sagt, gilt für alle Gemeinden. "Ist jemand nach Erfolg der Beschneidung berufen worden, so suche er sie nicht rückgängig zu machen. Ist jemand in unbeschnittenem Zustand berufen worden, so lasse er sich nicht beschneiden."
[14:24] Beschnitten sein ist nichts, und unbeschnitten sein ist auch nichts. Wohl aber Gottes Gebote halten. Erinnern wir uns an die Ereignisse in der Apostelgeschichte, auch an den Römerbrief. Paulus macht ganz deutlich, es spielt für die Errettung letztlich keine Rolle, ob man ein Judenchrist oder ein Heidenchrist ist, ob man beschnitten oder nicht beschnitten ist.
[14:45] Was zählt, ist das Halten der Gebote durch den Glauben. Können wir durch die Kenntnis des Römerbriefes natürlich ergänzen: Es ist der Glaubensgehorsam, der entscheidend ist. Und da sehen wir also ganz deutlich, dass Paulus nicht niemals in seinem Leben da zu übergehen wollte zu sagen, dass die Gebote Gottes unwichtig werden, sondern neutestamentliches Christentum, wie es Paulus lehrt in seinen Briefen, ist das Halten der Gebote, weil Gott uns durch Gnade erlöst hat, weil er uns liebt und weil er uns durch die Kraft des Heiligen Geistes in die Lage versetzt, durch ihn und durch seine Kraft das Halten zu können, was wir aus eigener Kraft nie hätten halten können.
[15:24] Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von ganzem Herzen Dank sagen, dass du uns deine Gebote nicht nur gegeben hast, sondern dass du Jesus gesandt hast, dass er uns von aller Sünde erlöst und durch den Tod am Kreuz von Golgatha und durch seine Auferstehung und seinen Dienst jetzt im himmlischen Heiligtum und durch den Dienst des Heiligen Geistes, wir in die Lage versetzt werden, deine Gebote halten zu können.
[15:58] Das wünschen wir uns von ganzem Herzen in allen Bereichen unseres Lebens, auch im Bereich der Sexualität, so wie wir es heute gelesen haben. Herr, heile unsere Herzen und schenke uns die Kraft, die von dir kommt, dir gehorsam zu sein, zu unserem Besten. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
Lizenz
Copyright ©2023 Joel Media Ministry e.V.Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International Lizenz.