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Tägliche Andachten

Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.

Dieser Podcast beinhaltet die folgenden Serien:


In dieser Predigt aus der Serie „Gott auf (m)einer Seite“ behandelt Christopher Kramp 1. Korinther 7:20-8:3. Er erklärt, wie Christen in ihrem jeweiligen Lebensumstand, sei es als Sklave oder Freier, Gott dienen sollen und dass gesellschaftliche Unterschiede vor Gott keine Rolle spielen. Weiterhin geht er auf die Bedeutung der Ehe ein und wie sie das Leben mit Gott beeinflussen kann, sowie auf die Unterscheidung zwischen Erkenntnis und Liebe im Umgang mit Götzenopfern und anderen Gemeindemitgliedern.


Weitere Aufnahmen

Serie: Gott auf (m)einer Seite

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Transkript

[0:30] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu Gott auf meiner Seite. Heute mit 1. Korinther Kapitel 7, Vers 20 bis 8, Vers 3. Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, hab Dank, dass wir zu dir kommen können, wie wir sind. Dass wir nicht erst uns qualifizieren müssen, nicht erst etwas absolvieren müssen, bevor wir in deine Nähe treten dürfen. Sondern dass wir von dir so angenommen sind, wir sind sündig, schwach, hilflos, aber dass wir nicht nur so kommen können, wie wir sind, sondern dass du uns völlig veränderst, dass dein Wort als dein Licht in unser Herz hineinscheint, dass deine Liebe uns zu dir zieht und die Kraft des Heiligen Geistes unser Leben verändert. Herr, darum bitten wir auch heute an diesem Tag, dass du durch dein Wort zu uns sprichst und wir erleben, unser Leben durch deine Kraft sich verändert. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.

[1:35] Wir sind in 1. Korinther Kapitel 7. Paulus spricht zu den Gemeindegliedern in Korinth darüber, dass egal, in welchem Zustand sie Christen geworden sind, ob als beschnittene Juden oder unbeschnittene Heiden, sie in diesem Zustand auch bleiben sollen. Ein Juden-Christ muss nicht versuchen, ein Heiden-Christ zu werden, und ein Heiden-Christ muss nicht versuchen, ein Juden-Christ zu werden. Denn Beschneidung ist letztendlich oder Unbeschnittenheit ist vor Gott letztlich unentscheidend. Entscheidend ist, dass wir die Gebote Gottes halten. Wir lesen weiter in Vers 20: „Jeder bleibe in dem Stand, in dem er berufen worden ist.“ Bist du als Sklave berufen worden? So sei deshalb ohne Sorge. Wenn du aber auch frei werden kannst, so benutze es lieber.

[2:22] Jemand, der also in die Gemeinde gekommen ist und Sklave gewesen ist bei seiner Taufe, muss nicht aus eigener Kraft oder sollte nicht aus eigener Kraft versuchen, etwas daran zu ändern. Wenn aber die Gelegenheit bekommt, darf er sie gerne in Anspruch nehmen, frei zu werden. Denn der im Herrn berufene Sklave ist ein Freigelassener des Herrn. Damals gab es die Möglichkeit, Sklaven freizulassen, die dann ehemals Sklaven gewesen sind und dann als Freigelassene die Rechte eines freien Menschen gehabt haben. Und das ist, worauf Paulus hier anspielt. Ebenso ist auch der berufene freie ein Sklave des Christus. Vor Jesus macht es also keinen Unterschied, ob wir so Sklaven oder Freigelassene oder freie sind. Das heißt, was wir hier, wenn wir das auf unsere Zeit übertragen, wo es zum Glück keine Sklaverei mehr gibt, die an sich ja dem Ideal Gottes völlig entgegensteht und die wir als Christen auch zurecht verurteilen. Was der Paulus sagen möchte, ist, dass egal in welchem sozialen, in welcher sozialen Kaste, in welcher sozialen Schicht wir uns befinden, vor Gott sind wir alle gleich. Jemand, der sich in einer hohen Schicht befindet, ist trotzdem noch ein Sklave Jesu, und jemand, der sich aber in einer unteren Schicht befindet, ist trotzdem frei in Christus. Und das zeigt, dass alle gesellschaftlichen Unterschiede innerhalb der Gemeinde keine Rolle spielen dürfen. „Ihr seid teuer erkauft, werdet nicht Knechte der Menschen.“ Brüder, jeder bleibe vor Gott in dem Stand, in dem er berufen worden ist. Paulus ist das wichtig, und er betont es hier noch einmal und er macht ganz deutlich: Wir sind teuer erkauft. Das hat er schon in Kapitel 6 am Ende in Vers 20 beschrieben, diese Erkauftung, dass Gott durch das Blut von Jesus uns erworben hat, uns erkauft hat und dass wir deswegen mit unserem Körper sorgsam umgehen sollen und uns nicht der Unzucht, nicht der Hurerei hingeben sollen. Auf die gleiche Art und Weise sagt er auch, weil Gott uns erkauft hat, unseren Körper, unseren Geist, unser ganzes Menschsein, sollen wir uns nicht von Menschen abhängig machen, sondern wir haben einen Herrn, den wir von ganzem Herzen völlig übergeben, untergeben sein sollten, nämlich unseren Herrn Jesus Christus. Und deswegen hat jeder Mensch eine eigene Würde und muss niemals sich so weit einem anderen Menschen unterstellen, dass er seine eigene Persönlichkeit dadurch verliert.

[4:48] Wegen der Jungfrauen aber habe ich keinen Befehl des Herrn. Ich gebe aber ein Urteil ab als einer, der vom Herrn begnadigt worden ist, treu zu sein. So halte ich nun um der gegenwärtigen Not willen das für richtig, dass es für einen Menschen gut ist, so zu bleiben, wie er ist. Und Paulus bezieht sich auf eine gegenwärtige Not, die womöglich mit den Verfolgungen der Christen zu tun haben könnte oder mit bestimmten Situationen, in denen es schwierig gewesen ist zu der Zeit, Hochzeiten, also Eheschließung vorzunehmen. Bist du an eine Frau gebunden? So suche keine Trennung von ihr. Bist du frei von einer Frau? So suche keine Frau. Wenn du aber auch heiratest, so sündigst du nicht. Und wenn die Jungfrau heiratet, so sündigt sie nicht. Doch werden solche Bedrängnis im Fleisch haben, die ich euch gerne ersparen möchte. Das sage aber, das sage ich euch, Brüder: Die Zeit ist nur noch kurz bemessen. So sollen nun in der noch verbleibenden Frist die, welche Frauen haben, sein, als hätten sie keine. Und die weinen, als weinten sie nicht. Und die sich freuen, als freuten sie sich nicht. Und die kaufen, als besäßen sie es nicht. Und die diese Welt gebrauchen, als gebrauchten sie gar nicht. Denn die Gestalt dieser Welt vergeht.

[6:01] Paulus möchte deutlich machen, dass wir in keiner Frage, weder in der Frage unseres Berufes, noch in der Frage der Ehe, noch in der Frage unserer Hobbys, unserer Emotionen, was immer uns so Freude macht oder auch traurig macht, nichts so sehr uns hinein vertiefen lassen dürfen, dass wir das große Ziel der Wiederkunft Jesu aus den Augen verlieren, dass wir das große Ziel des ewigen Lebens nicht mehr wirklich deutlich vor Augen haben. „Ich will aber, dass ihr ohne Sorgen seid.“ Der Unverheiratete ist für die Sache des Herrn sorgt, wie er dem Herrn gefällt. Der Verheiratete aber sorgt für die Dinge der Welt, wie er der Frau gefällt. Es ist ein Unterschied zwischen der Ehefrau und der Jungfrau. Die Unverheiratete ist besorgt um die Sache des Herrn, dass sie heilig sei, sowohl am Leib als auch am Geist. Die Verheiratete aber sorgt für die Dinge der Welt, wie sie dem Mann gefällt. Das sage ich aber zu eurem eigenen Nutzen, nicht um euch eine Schlinge um den Hals zu werfen, sondern um des Anstandes willen und damit ihr ohne Ablenkung beständig beim Herrn bleiben könnt.

[6:57] Und Paulus macht ganz deutlich, er will das nicht als absolute Regel oder als Vorschrift für alle deutlich machen. Er sagt ja an anderer Stelle auch, das werden wir noch später lesen, in einem der anderen Briefe, dass es eine Lehre von Dämonen ist, wenn man verbietet zu heiraten. Wenn aber jemand meint, er handle unsittlich an seiner Jungfrau, wenn sie über die Jahre der Reife hinauskommt und wenn es dann so sein muss, der tue, was er will. Sie sündigen nicht. Sie mögen heiraten. Wenn aber einer im Herzen feststeht und keine Not hat, sondern Vollmacht nach seinem eigenen Willen zu handeln und in seinem eigenen Herzen beschlossen hat, seine Jungfrau zu bewahren, der handelt recht. Also, wer verheiratet, handelt recht. Wer aber nicht verheiratet, handelt besser.

[7:39] Hier ist zum Verständnis auch wichtig, dass damals die Familienväter das entscheidende Wort darüber zu sagen hatten, ob es zu einer Eheschließung kam oder nicht. Eine Frau ist durch das Gesetz gebunden, solange ihr Mann lebt. Wenn aber ihr Mann entschlafen ist, so ist sie frei, sich zu verheiraten, mit wem sie will, doch nur im Herrn. Hier sehen wir noch einmal ganz deutlich, dass es Gottes Wille und Gottes Wunsch ist, dass wir gläubige Ehepartner heiraten. Und dieses Prinzip wird oft oder immer wieder nicht wirklich konsequent beachtet und hat für viel, viel Leid, persönliches Leid und familiäres Leid gesorgt. „Glückseliger aber ist sie nach meinem Urteil, wenn sie so bleibt.“ Ich denke aber, dass auch ich den Geist Gottes habe. Also Paulus macht hier am Ende deutlich, diese Ratschläge sind nicht einfach seine persönliche Meinung, die uns nicht interessieren brauchen, sondern es sind Gedanken, die vom Heiligen Geist inspiriert sind. Und wir sehen ganz deutlich, dass er nicht gegen die Ehe ist, aber er deutlich machen möchte, dass auch heiraten eine Gefahr bedeuten kann, wenn das nämlich dazu führt, dass wir mehr über unseren Ehepartner nachdenken als über Gott, wenn unsere Ehe uns vom Werk Gottes wegzieht. Und deswegen ist es wichtig, dass wir uns Gedanken machen, wenn wir vor der Frage der Eheschließung stehen, ob diese Eheschließung dazu dient, Gott die Ehre zu geben, ob sie dazu führt, dass man sich gegenseitig noch mehr unterstützen kann, auch im Werk Gottes und auch in der persönlichen Heiligung im Leben mit Gott. Wenn eine Eheschließung dazu führt, dass wir hinterher weniger mit Gott zu tun haben, weniger für Gott tun, unsere Beziehung zu Gott schlechter geworden ist, dann war die Ehe keine gute Entscheidung.

[9:24] Was aber die Götzenopfer angeht, so wissen wir, wir alle haben Erkenntnis. Die Erkenntnis bläht auf, die Liebe aber baut. Paulus kommt jetzt zu einem weiteren Punkt. Wir sehen, dass es verschiedene Fragestellungen gab, mit denen die Gemeinde in Korinth gerungen hat. Und bei den Götzenopfern ging es ja, das haben wir schon im Zusammenhang mit Römer 14 kurz angedeutet, mal. Es ging darum, dass Fleisch verkauft wurde auf den Märkten, das zuvor, ohne dass man das jetzt direkt hätte sehen können, Götzen geweiht worden ist. Paulus sagt: „Die haben Erkenntnis, aber das Wissen um Zusammenhänge ist doch nicht das, was zum Frieden in der Gemeinde dient.“ Erkenntnis kann dazu führen, dass wir uns über andere erheben, während die Liebe wirklich echte Erbauung bringt und der Gemeinde nützt. „Wenn aber jemand meint, etwas zu wissen, der hat noch nichts so erkannt, wie man erkennen soll.“ Und das ist ein wichtiges Prinzip auch, unabhängig von der Frage des Götzenopferfleisches. Wie oft gibt es Streit in der Gemeinde, weil jemand etwas erkannt hat oder meint, etwas erkannt zu haben und sich dann über andere hebt, weil er etwas weiß, was andere nicht wissen. Und diese Einstellung: „Ich weiß etwas, was sie andere nicht wissen, und ich kann damit zeigen, wie viel geistlicher ich bin“, beweist eigentlich genau das Gegenteil von Geistlichkeit. Wenn aber jemand Gott liebt, der ist von ihm erkannt. Liebe zu Gott, echt eine echte Beziehung mit Jesus ist echte Erkenntnis. Und diese wahre Erkenntnis Gottes sollen wir anstreben, nicht, dass wir einfach mehr wissen als andere und das vielleicht noch raushängen lassen und ihnen das Gefühl geben, dass sie noch nicht so weit sind wie wir. Sondern echte, wahre Gotteserkenntnis bedeutet, ihn lieb zu haben, weil er so gut zu uns ist.

[11:14] Deswegen ist es wichtig, dass wir auch heute an diesem Tag uns Gott ganz widmen, dass wir nicht darauf stolz sind, was wir wissen, sondern dass es unser persönliches Verlangen ist, mit Jesus zusammen zu leben. Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, danke, dass du in deinem Wort zu den verschiedensten Fragen uns klare Anweisungen und Prinzipien gibst und Ratschläge. Und Herr, wir danken dir für das Geschenk der Ehe. Du hast dieses Geschenk uns gemacht schon im Garten Eden, und gemeinsam mit dem Sabbat ist es eines der beiden Dinge, die wir vom Paradies noch mitnehmen durften in diese Welt, die voller Sünde ist. Aber Herr, wir möchten dich bitten, dass, wenn wir heiraten, wenn wir mit einer Eheschließung ins Auge fassen oder wenn wir verheiratet sind, dass wir diese Ehe so gestalten, dass sie uns näher zu dir bringt und nicht von dir wegzieht, dass sie uns im Glauben stärkt und nicht im Glauben schwach werden lässt. Schenk du uns Weisheit dazu und jedem, der noch nicht verheiratet ist, Weisheit, ob und wann und wie er sich verheiraten soll oder nicht. Wir danken dir, dass du uns in allen diesen Fragen, in unserem Leben, ja, den praktischen Fragen, die uns im Alltag beschäftigen, dass du uns führen willst und kannst. Dafür danken wir dir im Namen Jesu. Amen.


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