In dieser Folge der Serie „Gott auf (m)einer Seite“ beleuchtet Christopher Kramp die Geschichte aus 1. Samuel 13:2-23. Er analysiert König Sauls folgenschweren Fehler, als dieser aus Ungeduld und Angst ein Opfer darbringt, statt auf Samuel zu warten. Die Predigt betont die Wichtigkeit, Gottes Führung und Zeitpunkt zu vertrauen, selbst wenn sich alles aufzulösen scheint, und warnt vor den Konsequenzen eigenmächtigen Handelns.
Gott auf (m)einer Seite: 1. Samuel 13:2-13:23
Christopher Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: 1. Samuel, BibelPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Tägliche Andachten
Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.
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Serie: Gott auf (m)einer Seite
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Transkript
[0:32] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu Gott auf (m)einer Seite, heute mit Seite 317. Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass du uns liebst trotz unserer Schwächen, trotz unserer Fehler, trotz unserer Sünden. Und dass du es möglich machst durch deinen Heiligen Geist, dass wir dir von ganzem Herzen und von ganzem Gemüt, von allem, was wir haben, nachfolgen können. Wir möchten heute ganz neu unser Leben deiner Hand legen und ich bitte, dass du uns führst, dass wir die Erfahrung machen dürfen an diesem Tag, dass du für uns ein Gott bist, unser König bist, und wir möchten auf dein Wort hören, dass du jetzt durch den Heiligen Geist zu uns sprechen möchtest in deinem Wort. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
[1:24] Wir sind in 1. Samuel 13. Samuel hat sein Richteramt endgültig niedergelegt und Saul ist jetzt eine kurze Zeit bereits König gewesen. Nachdem er zwei Jahre regiert hatte, heißt es in Vers 2: Saul wählte sich 3000 Mann aus Israel aus. Davon waren 2000 mit Saul in Michmas und auf dem Bergland von Bethel, und 1000 mit Jonatan in Gibea in Benjamin. Das übrige Volk aber ließ er gehen, jeden in sein Zelt. Es wäre wohl besser gewesen, eine etwas größere Armee angesichts der Bedrohung der Philister zusammenzuhalten. Und Jonatan schlug den Wachposten der Philister, der in Geba war, und ließ die Philister es hören. Saul aber ließ im ganzen Land das Schofarhorn blasen und sagen: Die Hebräer sollen es hören! Und ganz Israel hörte sagen: Saul hat den Philisterposten geschlagen, auch hat sich Israel bei den Philistern verhasst gemacht. Und das Volk wurde zusammengerufen, um Saul nach Gilgal zu folgen.
[2:29] Es kommt wieder zum Konflikt mit den Philistern. Immer und immer wieder sehen wir in dieser Generation, dass die Israeliten mit den Philistern im Krieg stehen. Und erneut bricht hier der Kampf aus. Die Philister versammelten sich aber, um gegen Israel zu kämpfen: 30.000 Wagen, 6000 Reiter und Kriegsvolk, so zahlreich wie der Sand am Ufer des Meeres. Die zogen heraus und lagerten sich bei Michmas, östlich von Bet-Awen. Als die Männer von Israel sahen, dass sie in Not waren, denn das Volk war bedrängt, da versteckte sich das Volk in Höhlen und Dickichten, in Felsklüften, Gewölben und Zisternen. Auch gingen einige Hebräer über den Jordan in das Land Gad und Gilead. Saul aber war noch in Gilgal, und das ganze Volk hinter ihm war verzagt. Die Gefahr ist so groß, die Armee der Philister so beeindruckend, dass die Israeliten nicht glauben, dass sie selbst mit ihrem König hier eine Chance haben.
[3:31] Sie wollten unbedingt einen König haben, der ihre Schlachten erkämpft und für sie in die Schlacht zieht. Aber jetzt haben sie einen und sind trotzdem sich nicht sicher, dass er ihnen den Sieg schenken möchte. Das Volk bricht auseinander. Was muss man tun? Was kann man tun, wenn das Volk in alle möglichen Einzelteile zerbricht?
[3:57] Saul aber wartete sieben Tage lang bis zu der von Samuel bestimmten Zeit. Aber Samuel kam nicht nach Gilgal, und das Volk verließ ihn und zerstreute sich. Je länger er wartete, desto kleiner wurde seine Armee. Es schien so zu sein, als immer weiter zuwarten bedeuten würde, eine absolute Niederlage zu riskieren. Da sprach Saul: Bringt das Brandopfer und die Friedensopfer her! Und er brachte das Brandopfer dar.
[4:26] Statt zu warten auf Samuel, nimmt er selbst die Sache in die Hand. Und wir haben schon gesehen, immer und immer wieder: Die Sache selbst in die Hand zu nehmen, ist keine gute Sache.
[4:39] Wir müssen auf Gott und sein Wort warten. Wir müssen darauf warten, dass er uns führt, wie er es für richtig hält.
[4:46] Und es geschah, als er gerade damit fertig war, das Brandopfer darzubringen, siehe, da kam Samuel. Da ging Saul hinaus, ihm entgegen, um ihn zu grüßen. Ihm war nicht einmal bewusst, dass er hier einen Fehler gemacht hatte, denn das Opfer oblag nicht dem König, sondern dem Priester.
[5:04] Samuel war zwar kein Richter mehr, er war zwar gerade keine politische Verantwortung mehr, aber er war immer noch das geistliche Oberhaupt im Volk Israel. Und Saul hatte hier seine Kompetenzen überschritten und seinen Unglauben, seine Ungeduld zum Ausdruck gebracht.
[5:24] Samuel aber sprach: Was hast du getan, Saul? Saul antwortete: Als ich sah, dass das Volk mich verließ und sich zerstreute, und dass du nicht kamst zur bestimmten Zeit, und dass die Philister bei Michmas versammelt waren, da sprach ich: Nun werden die Philister zu mir nach Gilgal herabkommen, und ich habe das Angesicht des Herrn noch nicht erbeten. Da wagte ich es und brachte das Brandopfer dar. Wörtlich steht: Da machte ich mich stark.
[5:47] Aus eigener Kraft wollte er die Probleme lösen. Und implizit ist es hier ein Vorwurf an Samuel, der nicht rechtzeitig da gewesen ist, und an das Volk, das nicht zu ihm hält.
[6:04] Wenn andere uns verlassen, wenn scheinbar die Dinge schiefgehen, wenn wir nicht mehr wissen, ob wir... wenn unser Vertrauen schwindet und das Vertrauen der anderen in uns schwindet, sind wir dann auch bereit, auf Gottes Führung zu warten, oder versuchen wir alles selbst in die Hand zu nehmen, um irgendwie die Dinge zu reißen?
[6:23] Samuel aber sprach zu Saul: Du hast töricht gehandelt! Du hast das Gebot des HERRN, deines Gottes, das er dir geboten hat, nicht gehalten.
[6:33] Samuel hatte dem Saul sehr deutlich gesagt, schon damals in Kapitel 10, dass er auf ihn warten solle in Gilgal. Denn sonst hätte der HERR jetzt dein Königtum über Israel auf ewig bestätigt. Was als existenzielle Krise dem Saul vorkam, war in Wirklichkeit ein Test gewesen. Ein Test, der, genau genommen, gar nicht so schwer gewesen war: warten. Wenn wir den Test bestehen würden, den Gott uns gibt, dann könnte er Großes durch uns wirken. Gott hätte dies... Er hat Großes vor mit den Menschen, aber der Test in Adam und Eva, bei dem sie versagt haben, hat dazu geführt, dass die Dinge nicht so kommen, wie Gott es vorgesehen hatte. Nun aber wird dein Königtum keinen Bestand haben. Der HERR hat sich einen Mann nach seinem Herzen ausgesucht, dem hat der HERR geboten, über sein Volk Fürst zu sein, weil du nicht gehalten hast, was dir der HERR gebot.
[7:26] Saul war ein König, der buchstäblich stand. Er war größer, schöner, hatte militärische Erfolge vorzuweisen. Aber Gott sucht Menschen, die nach seinem Herzen sind. Nicht unsere Intelligenz, unsere Schönheit, unsere Erfahrung und so Stärke, was immer auch Menschen rühmen mögen, macht uns vor Gott angenehm, sondern dass wir bereit sind, ihm zu folgen und auch zu warten auf seinen richtigen Zeitpunkt.
[7:55] Und Samuel machte sich auf und ging von Gilgal hinauf nach Gibea in Benjamin. Saul aber musterte das Volk, das noch bei ihm war, etwa 600 Mann.
[8:07] Und sein Sohn Jonatan und das Volk, das noch bei ihm war, lagen in Gibea in Benjamin. Die Philister aber hatten sich bei Michmas gelagert. Der Verheerungszug zog in drei Abteilungen aus dem Lager der Philister aus. Die eine Abteilung nahm den Weg nach Ofra, nach dem Gebiet von Schual hin. Die andere Abteilung aber nahm den Weg nach Beth-Horon, und die dritte den Weg zu dem Gebiet, das über das Tal Zeboim hinweg zur Wüste hinunterblickte. Aber im ganzen Land Israel war kein Schmied zu finden, denn die Philister hatten gesagt, damit sich die Hebräer nicht Schwerter und Speere machten.
[8:39] Sie hatten also eigentlich das Monopol auf die Eisenherstellung und Bronzeherstellung wohl und hatten diese Fertigkeit den Israeliten nicht weitergegeben. Wie abhängig waren sie von den Philistern in der Waffenherstellung und überhaupt in der Herstellung von solchen Gegenständen!
[9:00] So musste ganz Israel zu den Philistern hinabgehen, wenn jemand seine Pflugschar, seinen Spaten, seine Axt oder seine Sichel schärfen hatte. Wenn die Schneiden an den Pflugscharen, an den Spaten und den Gabeln und den Äxten abgestumpft waren und um die Ochsenstachel geradezurichten. Und so kam es, dass am Tag der Schlacht weder Schwert noch Speer zu finden war in der Hand des ganzen Volkes, das mit Saul und Jonatan war. Nur für Saul und seinen Sohn Jonatan war etwas vorhanden. Und ein Vorposten der Philister rückte bis zum Pass von Michmas vor.
[9:29] Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, zeig uns doch ganz deutlich in unserem Leben, dass die Momente, wo du uns prüfst, wo wir das Gefühl haben, alles bricht auseinander, nicht Momente sind, an denen du uns verlässt, sondern Momente, an denen du uns zeigen möchtest, wie wichtig es ist, dass wir uns auf dich verlassen, dass wir nicht in Panik geraten und dass wir nicht glauben, dass, wenn wir selbst das in die Hand nehmen, wir nur dann glücklich werden können, sondern dass wir verstehen, dass du keinen Fehler machst, auch wenn menschlich gesehen manchmal die Dinge auseinanderzubrechen scheinen. Herr, schenk uns den Glauben, den wir brauchen, um auch in der Krise auf dich zu vertrauen. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
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