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Tägliche Andachten

Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.

Dieser Podcast beinhaltet die folgenden Serien:


In dieser Folge der Serie „Gott auf (m)einer Seite“ beleuchtet Christopher Kramp 1. Samuel 14:24-45. Er analysiert König Sauls egozentrische und unsinnige Befehle, die das Volk schwächen und sogar seinen eigenen Sohn Jonathan in Gefahr bringen. Der Sprecher kontrastiert Sauls menschliche Schwächen mit Gottes weiser Führung und betont, wie Jonathans Glaube und das Eingreifen des Volkes Gottes Werk bewahren. Die Episode lädt dazu ein, menschliche Autorität kritisch zu hinterfragen und sich stattdessen auf Gottes souveräne Herrschaft zu verlassen.


Weitere Aufnahmen

Serie: Gott auf (m)einer Seite

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Transkript

[0:32] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu "Gott auf (m)einer Seite". Heute mit Seite 319. Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir so sehr danke sagen, dass wir dein Wort haben, dazu die Bibel haben, dass wir jeden Tag aus deinem Wort lesen können und lernen können für den Alltag. Wir möchten dich bitten, dass wir heute nicht einfach nur herumsitzen, geistlich gesehen, sondern dass wir überlegen, was wir tun können, auch wenn es vielleicht nur wenig ist, aber dass wir etwas tun können, was dein Werk voranbringt, dass das Reich Gottes sichtbar wird in unserer Umgebung durch unser Handeln und Tun, unsere Worte. Herr, wir möchten dich bitten, dass du uns Mut schenkst, voranzugehen, vielleicht jemand mitzunehmen in dem, was wir tun. Wir möchten, dass wir ein Licht und ein Vorbild werden für viele andere, dass eine Erweckung entstehen kann in unseren Kreisen durch deinen Heiligen Geist. Das bitten wir jetzt, wenn du durch deine Worte sprichst. Im Namen Jesu. Amen.

[1:26] Wir sind in 1. Samuel Kapitel 14. Jonathan und der Waffenträger sind dem Glauben vorangegangen und haben erlebt, wie Gott für sie gewirkt hat, wie Gott mit ihnen gekämpft hat und ein großer Sieg über die Philister errungen worden ist. Es heißt in Vers 24: "Die Männer Israels waren aber sehr angestrengt an jenem Tag." Und Saul beschwor das Volk und sprach: "Verflucht sei der Mann, der Speise isst bis zum Abend, bis ich mich an meinen Feinden gerächt habe." Da nahm niemand im Volk eine Speise zu sich.

[2:01] Saul hatte gewartet, aber jetzt, als andere den Sieg erringen, möchte Saul sein eigenes Ego pflegen.

[2:11] Später werden wir in einer Geschichte mit David sehen, dass er ein Problem damit hatte, wenn andere gelobt worden sind, mehr als er selbst.

[2:24] Gott hatte oft in Kämpfen dem Volk den Sieg geschenkt, zu seiner Ehre, zu ihrer Güte. Das hat er immer dazu geführt, dass Gott gute Gebote und sinnvolle Regeln gegeben hat. Aber es gibt hier eine völlig unsinnige Regel aus etwas, das völlig widersprüchlich ist und gar nicht zum eigentlichen Ziel, nämlich einen schnellen Sieg zu erringen, passt.

[2:45] Wenn wir unsere eigene Ehre polieren wollen und dabei unsere Macht missbrauchen, dann führt das zu unsinnigen Regeln, die das Volk verhindern und ihm schaden, anstatt dass es zum Guten ist.

[3:03] Hier sieht man den Unterschied zwischen dem König, den sie hatten – Gott – und jetzt diesem menschlichen König, der eben durch sein eigenes Ego jetzt das Volk in Bedrängnis bringt.

[3:16] Das ganze Land aber kam gerade in die Zeit der Honigernte, und Honig befand sich auf dem freien Feld. Als das Volk zu den Honigwaben kam, siehe, da floss der Honig. Aber niemand nahm davon etwas mit der Hand zu seinem Mund, denn das Volk fürchtete sich vor dem Schwur. Jonathan aber hatte es nichts gehört, als sein Vater das Volk beschwor. Und er streckte die Spitze seines Stabes aus, den er an seiner Hand hatte, und tauchte ihn in eine Honigwabe und nahm eine Handvoll in den Mund. Da wurden seine Augen munter. Aber einer aus dem Volk ergriff das Wort und sprach: "Dein Vater hat das Volk feierlich beschworen und gesagt: 'Verflucht sei der Mann, der heute Speise isst.'" Das Volk aber war ermattet. Da sprach Jonathan: "Mein Vater hat das Land ins Unglück gebracht. Seht doch, wie munter meine Augen geworden sind, weil ich ein wenig von diesem Honig zu mir genommen habe. Ach, wenn doch das Volk heute ungehindert von der Beute seiner Feinde gegessen hätte, die es gefunden hat! Wäre dann die Niederlage der Philister nicht noch größer geworden!"

[4:14] Jonathan hat einen sehr viel klareren Blick für die Belange des Volkes Gottes als sein Vater.

[4:19] Er sah ganz genau, dass diese menschengemachte Regel das Volk hinderte, statt dass es zum Gelingen beitrug.

[4:28] Wie oft entstehen auch in unseren Gemeinden vielleicht oder auch in unserem Alltag menschengemachte Regeln, die unsere eigene Autorität irgendwie fördern sollen, untermauern sollen, die aber in Wirklichkeit den Fortgang des Werkes Gottes behindern und Schwierigkeiten machen.

[4:51] Interessant ist allerdings, dass Jonathan niemals offen gegen seinen Vater rebelliert hat, obwohl hier schon von Anfang an sichtbar wird, dass Jonathan sehr viel weiser als sein Vater Saul war. Wir werden sehen, dass er bis zuletzt, selbst in Zeiten, als sein Vater noch sehr viel mehr abgefallen war, dass Jonathan immer treu auch zu seinem Vater stand, trotz dessen Fehlern und trotz dessen Irrtümern. Er hat nicht gegen ihn rebelliert.

[5:19] Doch schlugen sie die Philister an jenem Tag von Michmas bis nach Ajalon. Obwohl das Volk ermattet war, fiel das Volk über die Beute her, und sie nahmen Schafe und Rinder und Kälber und schlachteten sie auf der Erde, und das Volk aß das Fleisch mit dem Blut.

[5:33] Ein unsinniges Verbot führt dazu, dass das Volk irgendwann nicht mehr kann und das völlig ins Gegenteil umschlägt und Dinge tut, die auch nach Gottes Wort nicht erlaubt worden sind.

[5:48] Da berichtete man dies dem Saul und sprach: "Siehe, das Volk versündigt sich an dem Herrn, indem es mitsamt dem Blut isst." Er sprach: "Ihr habt treulos gehandelt! Wälzt sofort einen großen Stein zu mir her." Und Saul sprach weiter: "Zerstreut euch unter das Volk und sagt ihnen, dass jedermann seinen Ochsen und sein Schaf zu mir bringen soll und es hier schlachten soll, und es dann esst, damit ihr euch nicht an dem Herrn versündigt, indem ihr das Fleisch mit dem Blut esst." Da brachte das ganze Volk jeder, was es zur Hand hatte, in jener Nacht dazu und schlachtete es dort. Und Saul baute dem Herrn einen Altar. Das war der erste Altar, den er dem Herrn baute.

[6:20] Und Saul sprach: "Lasst uns bei Nacht hinabziehen, den Philistern nach, und sie berauben, bis es heller Morgen wird und niemand von ihnen übrig lassen." Sie antworteten: "Tu alles, was gut ist in deinen Augen." Aber der Priester sprach: "Lasst uns hier zu Gott nahen." Und Saul fragte Gott: "Sollen wir hinabziehen den Philistern nach? Willst du sie in die Hand Israels geben?" Aber er antwortete ihm nicht an jenem Tag.

[6:47] Dieses Motiv wird wiederkehren im Leben von Saul. Er nimmt die Dinge in die eigene Hand, er will alles selbst bestimmen und dann sogar seine eigene Autorität durch Machtmissbrauch untermauern. Und dann wundert er sich, dass Gott nicht zu ihm spricht. Gottes Stimme kann uns nicht den Weg zeigen, wenn wir selbstbestimmt tun wollen, was uns gefällt.

[7:14] Da sprach Saul: "Es sollen alle Häupter des Volkes zutreten und erforschen und sehen, an wem heute diese Schuld liegt, denn so wahr der Herr lebt, der Israel gerettet hat, wenn sie auch an meinem Sohn Jonathan wäre, so soll er gewiss sterben!" Da antwortete ihm niemand vom ganzen Volk. Und Saul sprach zu ganz Israel: "Ihr sollt auf einer Seite treten, ich und mein Sohn Jonathan wollen auf dieser Seite treten." Das Volk sprach zu Saul: "Tue, was gut ist in deinen Augen." Und Saul sprach zu dem Herrn, dem Gott Israels: "Gib, dass die Wahrheit offenbar wird." Da wurden Jonathan und Saul getroffen, um das Volk in Freiheit zu setzen. Und Saul sprach: "Werft das Los über mich und meinen Sohn Jonathan!" Da wurde Jonathan getroffen. Und Saul sprach zu Jonathan: "Sage mir, was hast du getan?" Und Jonathan sagte es ihm und sprach: "Ich habe nur ein wenig Honig gekostet mit der Spitze des Stabes, den ich in meiner Hand hatte. Und siehe, ich sollte sterben!" Da sprach Saul: "Gott tue mir dies und das, Jonathan, du musst gewisslich sterben!"

[8:07] Was für eine Starrsinnigkeit! Das Gebot Gottes hatte er noch im Kapitel zuvor übertreten. Aber das eigene unsinnige und unmenschliche Gebot möchte er selbst dann noch durchdrücken, wenn sein eigener Sohn davon betroffen ist, obwohl der nicht einmal davon gewusst hatte.

[8:31] Wir sehen in diesem Kapitel sehr deutlich, dass es sehr viel besser ist, Gott zum König zu haben als einen Menschen, selbst wenn diese Menschen so groß und so schön und so militärisch erfolgreich am Anfang gewesen ist wie Saul.

[8:49] Aber das Volk sprach zu Saul: "Sollte Jonathan sterben, der Israel diese große Rettung verschafft hat? Das geschehe so wahr der Herr lebt! Es sollte kein Haar von seinem Haupt auf die Erde fallen, denn er hat an diesem Tag mit Gott gewirkt." So erlöste das Volk den Jonathan, dass er nicht sterben musste.

[9:04] Noch bei der Schlacht um Jabesch war es das Volk gewesen, das einige Menschen umbringen wollte, die die Ehre Samuels nicht anerkannt hatten, und Saul war gewesen, der nicht für seine eigene Ehre eintreten wollte, sondern der sie verschont hat, die ihn damals beleidigt hatten. Jetzt ist es genau umgekehrt.

[9:20] Saul ist um seine eigene Ehre so sehr besorgt, um seine Autorität. Denn er ist vielleicht auch davon traumatisiert, dass das ganze Volk ihn verlassen hat, und er will offensichtlich durch Macht und Autorität eine Demonstration seiner Autorität zusammenhalten und ist bereit, seinen eigenen Sohn dafür zu opfern.

[9:39] Jetzt ist das Volk das, das dagegen spricht und sich dafür einsetzt, dass an einem Tag, an dem Gott den Sieg geschenkt hat, kein Mensch umkommt, insbesondere nicht der, der ja der ganze Initiator war, es war Jonathan gewesen, der diesen Sieg möglich gemacht hatte, weil er auf Gott vertraut hatte. Es war für das Volk sichtbar gewesen, dass Gott durch Jonathan gewirkt hatte und nicht durch Saul. Lasst uns gemeinsam beten.

[10:10] Lieber Vater im Himmel, wir sehen ganz deutlich, es kann keinen besseren König geben als dich. Menschen, selbst wenn sie gute Anlagen haben, sind so leicht dabei, völlig unsinnige Dinge zu tun, falsche Entscheidungen zu treffen und dann aus purem Stolz und Egoismus und Autoritätssucht diese Dinge ganz gnadenlos und unbarmherzig durchzudrücken. Herr, wenn wir in die Bibel schauen, dann sehen wir, du bist ganz anders. Und Herr, vergib uns, wenn wir zu oft auch in der Gemeinde durch menschliche Regeln versuchen, menschliche Autorität zu untermauern, wenn es doch eigentlich nur darum geht, mit dir zusammenzuarbeiten. Herr, hilf uns, dass wir heute an diesem Tag lernen, von unseren eigenen Ansprüchen und Macht dem Weg zu kommen und auf das zu schauen, was du bewegst. Stell uns die Augen, die das Volk damals gehabt hat, zu sehen, wer wirklich mit dir zusammenarbeitet und dass wir danach streben, dass wir es sind, die so von deinem Geist erfüllt sind, dass wir im Glauben vorangehen. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.


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