In dieser Folge der Serie „Gott auf (m)einer Seite“ beleuchtet Christopher Kramp die dramatische Flucht Davids vor König Saul, der ihm nach dem Leben trachtet. Er analysiert Michals Notlüge und Gottes wundersamen Schutz, der selbst Saul und seine Boten zum Weissagen bringt. Die Episode betont Gottes Treue zu seinen Kindern und die tiefe Freundschaft zwischen David und Jonathan, die selbst Sauls Arglist nicht brechen kann.
Gott auf (m)einer Seite: 1. Samuel 19:11-20:9
Christopher Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: 1. Samuel, BibelPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Tägliche Andachten
Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.
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Serie: Gott auf (m)einer Seite
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Transkript
[0:32] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu "Gott auf (m)einer Seite". Heute mit Seite 327. Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir danke sagen, dass wir dein Wort haben und dass du jeden Tag durch dein Wort zu uns in besonderer Weise sprichst. Und wir möchten dich bitten, dass du unser Herz durch deinen Heiligen Geist erfüllst und dass wir auch denen gegenüber freundlich und liebevoll uns verhalten, die uns Böses tun und uns vernichten wollen. Wir möchten dich bitten, dass du selbst im Alltag auch denen gegenüber christlich uns verhältst, die unsere Feinde sind. Und wir möchten dich bitten, dass du durch dein Wort uns dabei stärkst. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
[1:15] Wir sind in 1. Samuel Kapitel 19. Saul trachtet David nach dem Leben. Er hat ihn versucht wieder einmal mit dem Speer an die Wand zu spießen, und das ist misslungen, weil Gott ihn bewahrt hat. Wir lesen weiter in Vers 11: Saul sandte Boten zu Davids Haus, um ihn zu bewachen und am Morgen zu töten. Michal aber, seine Frau, berichtete David und sprach: "Wenn du diese Nacht nicht deine Seele rettest, so wirst du morgen umgebracht." Und Michal ließ David durchs Fenster hinunter, und er ging davon, floh und entkam. Und Michal nahm den Teraphim – also einen Hausgötzen, den es leider dort im Haus gab – und legte ihn auf das Bett und legte ein Geflecht von Ziegenhaar an sein Kopfende und deckte ihn mit Kleidern zu. Der Saul sandte Boten, um David zu holen. Sie aber sprach: "Er ist krank."
[2:11] Eine Notlüge, die allerdings nicht wirklich gut funktioniert hat. Saul sandte die Boten, David zu sehen, und er sprach: "Bringt ihn samt dem Bett herauf, damit ich ihn töte." Als nun die Boten mitkamen, siehe, da lag der Teraphim im Bett und ein Geflecht von Ziegenhaar an seinem Kopfende. Da sprach Saul zu Michal: "Warum hast du mich so betrogen und meinen Feind laufen lassen, dass er entkam?" Michal sagte zu Saul: "Er sprach zu mir: 'Lass mich gehen, oder ich töte dich!'"
[2:40] Die eine Notlüge zieht die nächste Notlüge nach sich, und das wirft ein schlechtes Licht jetzt auch auf Michal. Michal will sich selbst rechtfertigen, selbst vielleicht retten vor dem Zorn ihres Vaters, aber wirft ein schlechtes Licht auf ihren Ehemann. Notlügen sind keine gute Sache, und sie helfen nicht, uns verschlimmern oft die Situation noch.
[3:04] David aber floh und entkam, und er ging zu Samuel nach Rama und teilte ihm alles mit, das Saul ihm angetan hatte. Und er ging hin mit Samuel, und sie blieben in Najoth. Es wurde aber dem Saul berichtet: "Siehe, David ist in Najoth bei Rama." Da sandte Saul Boten, um David zu holen. Als sie nun die Versammlung der Propheten weissagen sahen und Samuel, der an ihrer Spitze stand, da kam auf die Boten Sauls der Geist Gottes, so dass auch sie weissagten. Als Saul berichtet wurde, sandte er andere Boten, die weissagten. Auch sandte er noch ein drittes Mal Boten, und auch sie weissagten. So als ob sie nicht durchkommen durch diese Mauer, die Gott um seinen Gesalbten David herum gebaut hat – eine unsichtbare Mauer in Anführungsstrichen –, dass jeder Bote, der kommt, um David gefangenzunehmen, abgewiesen wird durch das Wirken des Geistes.
[4:03] Statt David gefangenzunehmen, fangen sie selbst an zu weissagen. Gott ist in der Lage, seine Kinder zu beschützen.
[4:13] David war zu dem gegangen, von dem er wusste, dass er ein Mann Gottes war und wo der Geist Gottes in besonderer Weise ihn beschützen konnte. Und genau das erlebt er jetzt nicht einmal, nicht zweimal, sondern hier dreimal hintereinander.
[4:25] Da ging auch er selbst nach Rama, das ist also Saul. Und als er zu dem großen Brunnen kam, der in Sechu ist, fragte er und sprach: "Wo sind Samuel und David?" Da wurde ihm gesagt: "Siehe, in Najoth bei Rama." Und er ging dorthin nach Najoth bei Rama, und der Geist Gottes kam auch auf ihn, und er ging weissagend weiter, bis er nach Najoth bei Rama kam. Und er zog auch seine Obergewänder aus, und er weissagte sogar vor Samuel ohne Obergewand da, einen ganzen Tag und die ganze Nacht. Daher spricht man: "Ist auch Saul unter den Propheten?"
[5:02] Gott war bereit, David so sehr zu beschützen, dass er eher seinen Heiligen Geist ganz auf Saul – der ja eigentlich schon ganz ohne Gott lebte und von dem der Geist Gottes ja gewichen war, wie wir gesehen haben – Gott war bereit, lieber noch mal den Geist auf Saul auszugießen, so dass dieser weissagt und nicht David gefangen nimmt, als dass er seinen Knecht David preisgeben würde.
[5:31] Was wir auch lernen daraus ist: Nur weil jemand plötzlich vom Heiligen Geist erfüllt ist und weissagt, heißt das noch nicht, dass er auf dem Weg ist, den Gott für ihn vorgesehen hat. Das Gleiche galt ja schon auch für Bileam, der auch Weissagungen gegeben hat, erfüllt vom Heiligen Geist, aber der eigentlich etwas anderes wollte. Saul hatte hier sozusagen die Gelegenheit, die Bileam hatte, noch einmal vor dem Abgrund innezuhalten und festzustellen, dass Gott mächtiger ist als sein eigenes sündiges Herz, dass Gott einen Plan hat, dass Gott David beschützt. Das war die Gelegenheit für Saul, noch einmal festzustellen, dass er auf dem falschen Weg ist.
[6:14] Leider hat er diese Gelegenheit nicht genutzt. Manchmal greift Gott noch auf dramatische Art und Weise in unser Leben ein, um uns zu zeigen, dass wir auf dem falschen Weg sind. Wir sollten diese Gelegenheit nutzen. Wir sehen später noch am Leben von Saul: Diese Gelegenheiten gehen irgendwann auch vorbei, und dann ist es zu spät.
[6:36] David aber floh von Najoth bei Rama und kam und redete mit Jonathan: "Was habe ich getan? Was ist meine Schuld? Was habe ich vor deinem Vater gesündigt, dass er mir nach dem Leben trachtet?" Er sprach zu ihm: "Das heißt, du sollst nicht sterben! Sieh, mein Vater tut nichts, weder groß noch klein, es sei denn, er würde es meinen Ohren offenbaren. Warum sollte denn mein Vater dies dir verbergen? Es ist nichts dran."
[7:01] Jonathan hat ja selbst David gewarnt, aber jetzt glaubt er nicht, dass sein Vater so heimtückisch sein konnte, dass er im Geheimen den Tod Davids plant, ohne Jonathan zu informieren. Aber da hat sich Jonathan getäuscht. Die Sünde hatte sich so tief in das Herz von Saul gefressen, dass er auch seinen eigenen Sohn nicht mehr an seinen Plänen teilhaben ließ.
[7:25] Und David fuhr fort und schwor: "Dein Vater weiß genau, dass ich Gnade vor deinen Augen gefunden habe. Darum wird er denken: 'Jonathan soll es nicht erfahren, damit er nicht bekümmert ist.' Und so wahr der Herr lebt und so wahr deine Seele lebt: Es ist nur ein Schritt zwischen mir und dem Tod." Jonathan aber sprach zu David: "Ich will für dich tun, was dein Herz begehrt." Und David sprach zu Jonathan: "Sieh, morgen ist Neumond, da sollte ich eigentlich mit dem König zu Tisch sitzen. Lass mich gehen, dass ich mich auf dem Feld verberge bis zum Abend des dritten Tages. Sollte mich dein Vater etwas vermissen, so sprich: 'David hat mich sehr gebeten, nach Bethlehem zu seinen Stadtgenossen ziehen zu dürfen, weil dort das jährliche Opfer stattfindet für die ganze Familie.' Sagt er: 'Es ist gut so', bedeutet das Frieden für deinen Knecht. Wird er aber sehr zornig, so wisse, dass Böses bei ihm beschlossen ist." Auch hier sind wir wieder eine Aussage, die nicht wirklich den Tatsachen entsprach, wie wir noch sehen werden. Sauls Verhalten wird Konsequenzen mit sich bringen.
[8:21] Dann aber erweise Gnade gegen deinen Knecht, denn du hast mich, deinen Knecht, in einen Bund vor dem Herrn mit dir eintreten lassen. Wenn aber eine Schuld an mir ist, töte du mich. Warum solltest du mich zu seinem Vater bringen? Und Jonathan sprach: "Das sei ferne von dir! Wenn ich sicher weiß, dass es bei meinem Vater beschlossene Sache ist, Böses über dich zu bringen, sollte ich es dir dann nicht berichten?"
[8:45] Hier sehen wir echte Freundschaft, echte Freundschaft, die das Leben und das Wohlergehen des anderen zur obersten Priorität macht. Lasst uns eine solche Freundschaft mit Gott haben und auch anderen Menschen gegenüber solche Freunde sein.
[9:02] Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, bitte mach uns zu echten Freunden, so wie Jonathan und David eine echte geistliche Freundschaft hatten. Vor allem bitten wir dich, dass wir deine Freunde sein dürfen. Du hast unser Wohlergehen als aller obersten Agendapunkt, als oberste Priorität. Und Herr, gib, dass das unsere oberste Priorität wird, dass du dich freuen kannst. Das bitten wir im Namen Jesu.
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