In dieser Folge der Serie „Gott auf (m)einer Seite“ beleuchtet Christopher Kramp die dramatische Flucht Davids vor König Saul. Nach einem herzzerreißenden Abschied von Jonathan sucht David Zuflucht bei Priester Ahimelech in Nob, wo er durch Notlügen an heiliges Brot und Goliaths Schwert gelangt. Seine Angst treibt ihn weiter zu König Achisch nach Gat, wo er sich gezwungen sieht, Wahnsinn vorzutäuschen. Die Episode zeigt eindringlich die Konsequenzen menschlicher Angst und mangelnden Vertrauens in Gottes Führung.
Gott auf (m)einer Seite: 1. Samuel 20:36-21:16
Christopher Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: 1. Samuel, BibelPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Tägliche Andachten
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Serie: Gott auf (m)einer Seite
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Transkript
[0:32] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu "Gott auf (m)einer Seite", heute mit Seite 329. Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, ich möchte danke sagen, dass du heute durch dein Wort sprechen möchtest. Wir möchten dich bitten, dass du uns durch dein Wort zugkräftigst und stärkst und dass wir auch bereit sind, für die Wahrheit einzustehen, so wie Jonathan bereit war, für die Wahrheit und für seinen Freund David einzustehen. Gib, dass wir uns für andere Menschen einsetzen, wenn sie in Gefahr sind, und gib, dass du jetzt durch dein Wort zu uns sprichst, dass wir genau dafür vorbereitet werden. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
[1:14] Wir sind in Ersten Samuel, Kapitel 20. Saul hat beinahe seinen eigenen Sohn Jonathan umgebracht, weil der es gewagt hat, für David einzustehen. Jetzt versteht auch Jonathan, dass Saul David wirklich auf jeden Fall umbringen möchte. Wir lesen den Vers 36. Es kommt jetzt zu dem verabredeten Zeichen. Jonathan sprach zu seinem Burschen: "Lauf, suche doch die Pfeile, die ich abschießen werde." Als der Bursche lief, schoss er einen Pfeil über ihn weg. Als der Bursche zu der Stelle lief, wo Jonathan den Pfeil geschossen hatte, rief ihm Jonathan nach und sprach: "Liegt der Pfeil nicht jenseits von dir?" Das war das Zeichen für eine negative Nachricht. Und Jonathan rief dem Burschen zu und sprach: "Schnell, beeile dich, steh nicht still!" Und Jonathans Bursche hob den Pfeil auf und brachte ihn zu seinem Herrn. Doch wusste der Bursche von nichts, nur Jonathan und David wussten um die Sache. Da gab Jonathan dem Burschen, der bei ihm war, seine Waffen und sprach zu ihm: "Geh und bring sie in die Stadt." Sobald der Bursche weg war, kam David von der südlichen Seite her und fiel auf sein Angesicht und verneigte sich dreimal. Danach küssten sie einander und weinten zusammen, David aber am allermeisten. Und Jonathan sprach zu David: "Geh hin in Frieden, wie wir beide im Namen des Herrn geschworen und gesagt haben: So sei der Herr Zeuge zwischen mir und dir, zwischen meinem Samen und deinem Samen ewiglich." Und David machte sich auf und ging. Jonathan aber kam in die Stadt. Und David begab sich nach Nob zu dem Priester Ahimelech. Ahimelech aber kam David bestürzt entgegen und sprach zu ihm: "Warum kommst du allein, und es ist kein einziger Mann bei dir?" David sprach zu Ahimelech, dem Priester: "Der König hat mir das befohlen und zu mir gesagt: Lass niemand wissen, warum ich dich gesandt und was ich dir befohlen habe. Die Leute aber habe ich da und dorthin gestellt."
[3:18] Wir haben gesehen, wie Michal eine Notlüge begangen hatte. Wir haben gesehen, wie David etwas Falsches gesagt hatte in Bezug auf ein Opfer in Bethel, Kapitel 20. Jetzt sehen wir wieder eine Notlüge, und wir sehen jetzt und werden jetzt sehen, wie sehr diese Notlüge zu einer Katastrophe führt. "Und nun, was hast du zur Hand? Gib mir fünf Brote oder was sonst vorhanden ist." Der Priester antwortete David und sprach: "Ich habe kein gewöhnliches Brot zur Verfügung, sondern nur heiliges Brot, wenn die Leute sich nur der Frauen enthalten haben." David antwortete dem Priester und sprach: "Die Frauen waren uns schon gestern und vorgestern versagt, als ich auszog. Auch waren die Leiber der Leute rein, obwohl dies ein gewöhnlicher Auftrag ist. Um wie viel mehr werden sie heute am Leib rein sein!" Da gab ihm der Priester heiliges Brot, denn es war kein anderes da, außerdem die Schaubrote, die man vor dem Angesicht des Herrn hinweggetan hatte, um warmes Brot aufzulegen an dem Tag, da man sie wegnahm.
[4:15] Was wäre passiert, wenn David die Wahrheit gesagt hätte? Hätte der Priester Ahimelech mit seiner Lebenserfahrung und Weisheit, geführt vom Heiligen Geist, ihm einen guten Rat geben können? Aber David hat eine solche Angst um sein Leben, dass er für einen Moment wohl aus den Augen verlor, dass Gott für ihn sorgen kann, so wie er auch schon für ihn gesorgt hatte, als er zu Samuel geflohen war und Gott dafür gesorgt hatte, dass niemand ihn ergreifen kann. Doch wenn wir aus den Augen verlieren, wie Gott uns in der Vergangenheit bewahrt hat, dann werden wir leicht Fehler machen in der Gegenwart oder Zukunft, wenn wir plötzlich wiederum angegriffen werden.
[5:03] An jenem Tag aber war dort vor dem Herrn ein Mann von den Knechten Sauls eingeschlossen, der hieß Doeg, der Edomiter, der Aufseher über die Hirten Sauls. Und David fragte Ahimelech: "Gibt es nicht irgendeinen Speer oder ein Schwert bei dir? Denn ich habe nicht einmal mein Schwert und meine Waffen zur Hand genommen, weil die Sache des Königs solche Eile hatte." Der Priester antwortete: "Das Schwert Goliaths, des Philisters, den du im Terebinthental erschlagen hast – siehe, es liegt hinter dem Efod in ein Gewand eingewickelt. Wenn du das für dich nehmen willst, so nimm es, denn es ist kein anderes hier außer diesem." David sprach: "Es gibt nicht seinesgleichen, gib es mir." Und David machte sich auf und floh an jenem Tag vor Saul und kam zu Achisch, dem König von Gat. Er hat das Schwert Goliaths von Gat und bringt es jetzt wieder an den Ort, sozusagen, an dem Goliath gewesen ist. Da sprachen die Knechte des Achisch zu ihm: "Ist das nicht David, der König des Landes? Ist das nicht der, von welchem sie im Reigen sangen: 'Saul hat seine Tausende geschlagen, David aber seine Zehntausende'?" Diese Worte nahm sich David zu Herzen und fühlte sich sehr vor Achisch, dem König von Gat. Und er stellte sich wahnsinnig vor ihren Augen und gebärdete sich wie verrückt unter ihren Händen und kritzelte an die Flügel des Stadttores und ließ seinen Speichel in seinen Bart laufen.
[6:23] Die Angst vor Menschen lässt uns plötzlich merkwürdige Entscheidungen treffen, so wie später auch Elia, der Angst hatte vor Isebel. Das könnt ihr nachlesen in Erste Könige 19. So David hier Angst vor Menschen, und das führt zu einer Notlüge in diesem Kapitel. Das führt dazu, dass er sich verstellen muss, und das hat alles noch schlimmere Konsequenzen.
[6:56] Da sprach Achisch zu seinen Knechten: "Ihr seht doch, dass der Mann verrückt ist. Was bringt ihr ihn denn zu mir? Fehlt es mir etwa an Verrückten, dass ihr diesen Mann hergebracht habt, damit er bei mir tobt? Sollte der in mein Haus kommen?"
[7:13] Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, bitte schenke uns doch, dass wir uns daran erinnern, wie du uns in der Vergangenheit geführt hast, und dass wir heute auf dich vertrauen und dass wir bei deinem Wort bleiben, komme, was da wolle, und dass wir nicht von Menschen Angst haben, sondern dass wir echte Gottesfurcht haben und dass wir nicht anfangen mit Notlügen und Verstellung und versuchen, uns einen Vorteil zu verschaffen, sondern dass wir dir vertrauen. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
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