In dieser Folge von „Gott auf (m)einer Seite“ beleuchtet Christopher Kramp die Kapitel 1. Samuel 22:19-23:18. Er vergleicht Sauls Verblendung und Rachsucht mit Davids Bereitschaft, Fehler einzugestehen und Gottes Führung zu suchen. Die Episode betont die Wichtigkeit, Gottes Wort über menschliche Meinungen zu stellen, und hebt Jonathans selbstlose Freundschaft zu David als Vorbild hervor.
Gott auf (m)einer Seite: 1. Samuel 22:19-23:18
Christopher Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: 1. Samuel, BibelPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Tägliche Andachten
Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.
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Serie: Gott auf (m)einer Seite
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Transkript
[0:32] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu Gott auf (m)einer Seite, heute mit Seite 331. Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir Danke sagen, dass wir auch heute aus deinem Wort lernen können. Wir möchten dich bitten, dass du durch den Heiligen Geist zu uns sprichst, dass wir jeden Tag aus deinem Wort das lernen können, was uns für den Alltag hilft und was uns formt. Wir möchten, dass dein Geist uns in allen Belangen des Lebens führt, und darum danken wir dir, dass du jetzt zu uns sprechen wirst im Namen Jesu. Amen.
[1:07] Wir sind in 1. Samuel Kapitel 22. Saul hat in einem Wutanfall, weil er geglaubt hat, dass die Priester David in einer Rebellion unterstützt haben, alle Priester und die ganze Stadt Nob umbringen lassen. Wir lesen in Vers 20: Es kam aber ein Sohn Ahimelechs, des Sohnes Ahitubs, er hieß Abjatar, und der floh zu David. Und Abjatar berichtete David, dass Saul die Priester des Herrn getötet habe. David aber sprach zu Abjatar: Ich wusste wohl an jenem Tag, als Doeg, der Edomiter, dort war, dass er es Saul gewiss sagen werde. Ich bin schuldig an allen Seelen aus dem Haus deines Vaters.
[1:57] Das war der große Unterschied zwischen Saul und David. Saul hat sich nicht belehren lassen. Er hat nie eingesehen, dass er etwas falsch gemacht hat, und so sind Vergehen, die er begangen hat, immer größer angewachsen, bis sie zu tiefem Hass wurden. David hat oft in seinem Leben große Fehler gemacht, aber er war bereit einzusehen, dass er falsch gelegen hat. Er war bereit, sich korrigieren zu lassen. Er war bereit, Verantwortung zu übernehmen und von alleine zu erkennen, weil Gottes Geist an ihm gewirkt hat, dass er gesündigt hat.
[2:33] Auch wir sollen lernen, wir müssen lernen, unsere Fehler einzugestehen und offen zu bekennen, wenn wir etwas Falsches getan haben.
[2:42] Bleibe bei mir und fürchte dich nicht, denn der, der nach meinem Leben trachtet, trachtet auch nach deinem Leben. Doch bei mir bist du gut beschützt.
[2:53] Es wurde aber dem David berichtet: Siehe, die Philister kämpfen gegen Keila und plündern die Scheunen. Da fragte David den Herrn und sprach: Soll ich hingehen und diese Philister schlagen? Und der Herr sprach zu David: Geh hin und schlage die Philister und rette Keila.
[3:08] Jetzt hat David etwas gelernt. Statt auf eigene Faust loszugehen und mit Notlügen zu versuchen, sich durchzuschlagen, fragt er Gott, was er tun soll.
[3:18] Auch wir müssen lernen aus unseren Fehlern, dass wir Gott darum bitten, dass er uns zeigt, was wir tun sollen und wann wir es tun sollen.
[3:27] Aber die Männer Davids sprachen zu ihm: Siehe, wir fürchten uns schon hier in Juda, und nun sollen wir sogar nach Keila gegen die Schlachtreihen der Philister ziehen?
[3:38] Gottes Wort war eindeutig gewesen, aber seine Freunde sind skeptisch. Sie halten ihn zurück, sie geben Gegenargumente, die menschlich gesehen ja durchaus sinnvoll sind.
[3:50] Da fragte David den Herrn wieder, und der Herr antwortete ihm und sprach: Mache dich auf, ziehe nach Keila, denn ich will die Philister in deine Hand geben.
[3:59] Immer und immer wieder sehen wir in den Geschichten, nicht nur in 1. Samuel, auch schon in den Büchern vorher, dass Männer Gottes in Situationen gekommen sind, wo es menschlich gesehen sinnvoller gewesen wäre, sich zurückzuziehen, nicht einzugreifen, zu warten, wo Gott gesagt hat: Geht vorwärts, ich werde dir den Sieg schenken.
[4:18] Auch David kam in eine solche Situation, ähnlich wie sie Gideon oder auch schon Mose und Josua erlebt haben.
[4:24] Das zeigt uns, dass bestimmte Prinzipien jeder Mensch lernen muss, ganz egal in welchem Zeitalter er lebt. Wir alle kommen in Situationen, wo Gott sagt: Geht vorwärts! Und Menschen uns vielleicht aber zurückhaltend sagen: Das ist unrealistisch und nicht sinnvoll.
[4:42] David hat nicht auf seine Männer gehört, sondern er hat sich noch einmal an Gott gewandt und wollte sichergehen, dass Gott mit ihm ist. Lasst uns immer zuerst Gottes Wort zur Grundlage unserer Entscheidung machen und nicht die Meinung anderer, auch wenn sie uns nahestehende Freunde sind.
[4:58] So zog David samt seinen Männern nach Keila und kämpfte gegen die Philister und trieb ihr Vieh weg und fügte ihnen eine große Niederlage zu. So rettete David die Einwohner von Keila.
[5:10] Es geschah aber, als Abjatar, der Sohn Ahimelechs, zu David nach Keila floh, da trug er das Ephod mit sich hinab. Da wurde Saul gesagt, dass David nach Keila gekommen sei. Und Saul sprach: Gott hat ihn in meine Hand ausgeliefert!
[5:28] Hier sehen wir, wie verblendet Saul gewesen ist, dass er tatsächlich geglaubt hat, dass Gott noch mit ihm sei bei seinem Vorhaben, einen unschuldigen Menschen aus reiner Rachsucht und Eifersucht und aus Neid umzubringen.
[5:42] Wenn wir an Sünde festhalten und nicht bereit sind, uns durch das prophetische Wort korrigieren zu lassen, so wie auch Saul sich nicht bereit gezeigt hat, sich von Samuel korrigieren zu lassen, dann werden wir irgendwann glauben, dass Gott mit uns ist, wenn wir dabei sind, schwere Sünden zu begehen.
[6:03] Das wird übrigens auch in der Endzeit so sein: Menschen werden glauben, dass sie Gott einen Gefallen tun, wenn sie in Wirklichkeit die wahren Gläubigen verfolgen werden.
[6:12] Und so ließ Saul das ganze Volk zum Krieg zusammenrufen und nach Keila abziehen, um David und seine Männer zu belagern. Weil aber David erfuhr, dass Saul Böses gegen ihn plante, sprach er zu Abjatar, dem Priester: Bringe das Ephod her! Und David sprach: Herr, du Gott Israels, dein Knecht hat die zuverlässige Nachricht gehört, dass Saul danach trachtet, nach Keila zu kommen und die Stadt um meinetwillen zu verderben.
[6:42] David hat die Nachrichten gehört, er weiß, was menschlich zu wissen war, aber er weiß, dass es bestimmte Dinge gibt, die er nicht durch Spione und durch Nachrichten, durch Kurierdienste erfahren kann, sondern nur durch Gott.
[6:56] Wir können durch menschliche Aufklärung etwas über den Allgemeinzustand in der Welt erfahren. Wir können ungefähr abschätzen, was vielleicht andere vorhaben, so wie uns das berichtet wird. Aber wir wissen nur, oder wir können nur dann wissen, was wirklich passieren wird, wenn wir uns an Gott wenden. Nur Gott kennt die Zukunft.
[7:18] David hat zwar auch die Augen offen gehalten, die Ohren offen gehalten für die Nachrichten um ihn herum, aber er hat alles zu Gott getragen und gebracht und ihn gefragt, was wirklich passieren wird.
[7:29] Werden die Bürger von Keila mich in Sauls Hand ausliefern? Und wird Saul herabkommen, wie dein Knecht gehört hat? Das lasse doch deinem Knecht wissen, Herr, du Gott Israels! Da sprach der Herr: Er wird herabkommen.
[7:43] Was würde passieren, wenn wir jedes Gerücht, jede Nachricht, jede Vermutung, die heutzutage auch in dieser Krisenzeit uns erreicht, vor Gott vorlegen und ihn bitten, uns zu zeigen, ob da wirklich was dran ist oder ob es sich nur um Lug und Trug handelt?
[7:56] David sprach: Werden die Bürger von Keila mich und meine Männer in Sauls Hand ausliefern? Der Herr sprach: Sie werden dich ausliefern.
[8:05] Das ist interessant, dass David die Menschen von Keila gerettet hatte und sich trotzdem nicht auf ihren Schutz verlassen konnte. Auch wenn wir anderen Menschen Gutes tun im Auftrag Gottes, können wir uns nicht immer darauf verlassen, dass diese Menschen dann auch zu uns halten. Und doch war es richtig, ihnen zu helfen.
[8:25] Gott führt uns Schritt für Schritt auch, um Menschen zu helfen, die uns danach vielleicht nicht so loyal und freundlich gesinnt sind, wie wir es uns eigentlich wünschen würden.
[8:34] Dann machte David sich auf, er und seine Männer, etwa 600. Die Anzahl war mittlerweile gewachsen, wir haben im Kapitel 22 von 400 Mann gelesen. Und sie zogen aus von Keila und gingen, wohin sie gehen konnten. Als nun Saul berichtet wurde, dass David von Keila entkommen sei, da ließ er von dem Kriegszug ab.
[8:52] David aber blieb in der Wüste auf den Bergfesten und hielt sich im Bergland auf in der Wüste Sif. Und Saul suchte ihn alle Tage, aber Gott gab ihn nicht in seine Hand.
[9:02] Ist das nicht eine interessante, fast schon leicht ironische Wendung hier? In Vers 7 haben wir gesehen, dass Saul glaubte, dass Gott David in seine Hand gegeben hat. Das hat er gedacht. Aber hier sagt uns der Schreiber von 1. Samuel, wer auch immer das gewesen ist, dass Gott eben nicht den David in die Hand Sauls gegeben hat.
[9:27] Als nun David erfuhr, dass Saul ausgezogen sei, um ihm nach dem Leben zu trachten, und David befand sich gerade in der Wüste Sif, in Horesch, da machte sich Jonathan, Sauls Sohn, auf und ging hin zu David nach Horesch und stärkte dessen Hand in Gott.
[9:45] Das ist ein wahrer Freund: auch in der größten Krise, in der größten Notsituation zu uns steht. Vielleicht gibt es Menschen, die wirklich schwer zu leiden haben, die verfolgt werden, und die es gut gebrauchen könnten, dass du, dass ich ihnen die Hände stärken.
[10:04] Jonathan wusste ganz genau, dass David König werden würde, und er sprach zu ihm: Fürchte dich nicht, denn die Hand meines Vaters wird dich nicht finden, sondern du wirst König werden über Israel, und ich will der Nächste nach dir sein. Auch mein Vater Saul weiß dies.
[10:20] Jonathan dachte nicht an sein Erbe, an seinen Ruhm, an seine Macht, sondern daran, dass jemand anderes König wird. Wie oft denken wir daran, dass wir jemand anderen stärken, dass jemand anderes berühmt wird, dass jemand anderes Erfolg hat in seinem Dienst, und unabhängig davon, was mit uns ist? So oft ist es leider so, dass wir an unsere eigene Position, an unseren eigenen Ruhm denken. Aber Jonathan ist uns ein gutes Vorbild. Er schaut nicht auf sich selbst, sondern auf das Wohlergehen seines Freundes.
[10:59] Und sie machten beide einen Bund miteinander vor dem Herrn. Und David blieb in Horesch, Jonathan aber ging wieder heim.
[11:06] Hier sehen wir, dass man einen Bund immer und immer wieder erneuert, wenn schon zwischen Menschen, David und Jonathan, wie viel mehr unser Bund mit Gott, den wir auch immer und immer wieder erneuern dürfen.
[11:18] Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von ganzem Herzen Dank sagen, dass wir sehen können, was echte Freundschaft bewirkt. Wir möchten dich bitten, dass auch wir in unserer Freundschaft zu dir gestärkt werden. Du stärkst uns, so wie Jonathan David gestärkt hat. Gib, dass unser Bund ganz fest bleibt, dass auch wir andere Menschen stärken, dass wir nicht auf unseren eigenen Ruhm und unsere eigene Macht bedacht sind, sondern darauf, dass andere ihr volles Potenzial entfalten können und den Plan ausführen können, den du für sie hast. Das bitten wir in Jesu Namen. Amen.
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