Christopher Kramp beleuchtet in dieser Folge von „Gott auf (m)einer Seite“ die biblische Erzählung aus 2. Chronik 18. Er analysiert die Begegnung zwischen König Josaphat, dem gottlosen König Ahab und dem Propheten Micha. Die Episode warnt davor, nur das hören zu wollen, was uns gefällt, und betont die Wichtigkeit, allein Gottes Wort als Maßstab für die Wahrheit zu nehmen, selbst wenn es unangenehm ist. Ein Lügengeist spielt dabei eine entscheidende Rolle, um Ahab in sein Verderben zu führen.
Gott auf (m)einer Seite: 2. Chronik 18:5-18:26
Christopher Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: 2. Chronik, BibelPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Tägliche Andachten
Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.
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Serie: Gott auf (m)einer Seite
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Transkript
[0:32] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu „Gott auf meiner Seite“, heute mit Seite 492. Lasst uns gemeinsam beten.
[0:40] Lieber Vater im Himmel, wir möchten Danke sagen, dass du uns jeden Tag segnest und dass wir, wenn wir dir treu sind, geistliche Kraft und Stärke für jeden Tag haben dürfen. Wir möchten Danke sagen, dass du unser Leben führst und dass du auch heute zu uns sprechen möchtest. Wir möchten nicht den Tag durchleben, ohne zu wissen, was du durch dein Wort uns sagen möchtest. Und so möchten wir dich bitten, dass du jetzt zu uns sprichst durch deinen Heiligen Geist, so wie du es versprochen hast. Im Namen Jesu, Amen.
[1:19] Wir sind in 2. Chronik 18. Der gute Südkönig, der König des Südreichs Juda, Josaphat, hat sich mit dem bösen, gottlosen König Ahab des Nordreichs Israel für einen Kriegszug verabredet, hat aber darauf bestanden, bevor man loszieht, zunächst einmal das Wort des Herrn zu hören.
[1:44] Wir lesen in Vers 5: „Da versammelte der König von Israel die Propheten, 400 Mann, und sprach zu ihnen: Sollen wir nach Ramoth in Gilead in den Krieg ziehen, also in das Ostjordanland, oder soll ich es lassen?“ Sie sprachen: „Zieh hinauf, und Gott wird sie in die Hand des Königs geben.“ Josaphat aber sprach: „Ist hier kein Prophet des Herrn, den wir fragen könnten?“ 400 Propheten stießen in dasselbe Horn, sagten dasselbe. Das war ziemlich beeindruckend, aber Josaphat war nicht überzeugt. Nicht immer ist es die Mehrheit, wenn alle dasselbe sagen, die die Wahrheit wirklich verkündigen.
[2:24] Der König von Israel – Verzeihung – sprach zu Josaphat: „Es gibt noch einen Mann, durch den man den Herrn befragen kann, aber ich hasse ihn, denn er weissagt mir nichts Gutes, sondern immer nur Böses. Das ist Micha, der Sohn Jimlas.“ Josaphat aber antwortete: „Der König rede doch nicht so.“
[2:46] Wir Menschen neigen dazu, gerne das zu hören, was wir hören wollen. Das sieht man auch in großen Krisen: Wenn man eine bestimmte Meinung zu einer bestimmten Situation sich gebildet hat, dann hört man vor allem gerne die Leute, die dasselbe sagen, was man selbst denkt. In geistlichen Fragen ist das absolut fatal. Es ist auch sonst nicht gut, aber in geistlichen Fragen ist das geradezu tödlich, wenn wir nur das hören, wonach uns die Ohren jucken. In der Bibel spricht Gott oft Dinge an, die unserem fleischlichen Herzen nicht gefallen, und trotzdem ist es wichtig, dass wir das nicht ignorieren, sondern annehmen.
[3:29] Da rief der König von Israel einen Kämmerer und sprach: „Bringe Micha, den Sohn Jimlas, rasch!“ Und der König von Israel und Josaphat, der König von Juda, saßen jeder auf seinem Thron in königlichen Gewändern gekleidet. Die saßen aber auf dem Platz am Eingang des Tores von Samaria, und alle Propheten weissagten vor ihnen. Und Zidkija, der Sohn Kenaanas, hatte sich Hörner gemacht und sprach: „So spricht der Herr: Hiermit wirst du die Aramäer niederstoßen, bis du sie vernichtet hast.“ Also eine sehr deutliche Illustration der vermeintlichen Botschaft Gottes. Und alle Propheten ebenso sprachen: „Zieh hinauf nach Ramoth in Gilead, und es wird dir gelingen, denn der Herr wird es in die Hand des Königs geben.“ Diese Propheten behaupten, im Namen des wahren Gottes zu sprechen. Das sind keine Baals-Propheten oder Götzenpropheten, sondern Propheten, die behaupten, dass der Gott des Himmels, der Gott Israels, der sie aus Ägypten erlöst hat, der Gott, der auch im Südreich besonders verehrt wird unter Josaphat, dass der die Meinung vertritt, dass man ziehen sollte.
[4:43] Der Bote aber, der hingegangen war, um Micha anzurufen, redete mit ihm und sprach: „Siehe, die Worte der Propheten verkünden einstimmig Gutes für den König. So lasse nun dein Wort auch sein wie das Wort eines jeden von ihnen, und rede Gutes.“ Man versucht also, den Micha im Vorhinein ein bisschen zu briefen, ihm ein bisschen zu sagen, was er sagen soll. Man möchte keine abweichende Meinung hören. Auch das sind Dinge, die wir heute in unserer Gesellschaft immer wieder feststellen, dass Menschen sich das wünschen, dass alle das Gleiche sagen, wenn eine abweichende Meinung kaum noch ertragen kann.
[5:16] Micha aber sprach: „So wahr der Herr lebt, ich will reden, was mein Gott sagen wird.“ Wir brauchen diese Einstellung, dass wir uns nicht von der Mehrheit – egal auf welcher Ebene, auch in der Gesellschaft oder in unserem Umfeld – dass allein die Mehrheit unsere Meinung bestimmt. Von diesem Gedanken müssen wir uns ganz freihalten. Es kann natürlich sein, dass die Mehrheit auch einmal recht hat. Nicht immer ist die Minderheit im Recht, aber die einzige Prüfung, die wir haben, der einzige Maßstab, den wir haben, um zu entscheiden, wer recht hat, wer die Wahrheit sagt, ist allein Gottes Wort. Und Zahlen spielen dort keine Rolle.
[5:58] Und als er zum König kam, sagte der König zu ihm: „Micha, sollen wir nach Ramoth in Gilead in den Krieg ziehen oder soll ich es lassen?“ Und er sprach: „Zieh hinauf, es soll euch gelingen, denn sie werden in eure Hände gegeben werden.“ Da sprach der König: „Wie oft muss ich dich beschwören, dass du nichts als die Wahrheit sagen sollst im Namen des Herrn?“ Der König merkte sofort, dass das, was Micha gesagt hatte, nicht das war, was eigentlich Gott gesagt hatte.
[6:27] Ganz tief in unserem Herzen wissen wir, wenn wir nicht das hören, was eigentlich wahr ist. Wir tun das oft ignorieren, wir tun es verdrängen, aber ein Mensch weiß im tiefsten Herzen, ob er sich selbst belügt oder ob wirklich die Wahrheit zu ihm spricht. Da sagte er: „Ich sah ganz Israel auf den Bergen zerstreut, die Schafe, die keinen Hirten haben.“
[6:51] ein Bild, das Jesus noch aufgegriffen hat in Matthäus 9, von den entsprechenden Versen finden. Und der Herr sprach: „Diese haben keinen Herrn. Ein jeder kehre wieder heim in Frieden.“ Mit anderen Worten, diese Prophezeiung kündigte den Tod des Königs an. Da sprach der König von Israel: „Habe ich dir nicht gesagt, dass er nichts Gutes weissagt, sondern nur Böses?“ Micha aber sprach: „Darum hört das Wort des Herrn!
[7:19] Ich sah den Herrn auf seinem Thron sitzen und das ganze Heer des Himmels stand zu seiner Rechten und zu seiner Linken. Und der Herr sprach: „Wer will Ahab, den König von Israel, betören, dass er hinaufzieht und bei Ramoth in Gilead fällt?“ Und einer sagte dies, der andere das. Da trat ein Geist hervor und stellte sich vor den Herrn und sprach: „Ich will ihn betören.“ Und der Herr sprach zu ihm: „Womit?“ Und er sprach: „Ich will hingehen und ein Lügengeist sein im Mund aller seiner Propheten.“ Da sprach er: „Du sollst ihn betören, und du wirst es auch ausführen. Geh hin und mache es so!“
[7:50] Hier wird der Vorhang beiseitegeschoben, eine Passage, die nicht ganz einfach zu verstehen ist, aber die im Wesentlichen bedeutet, dass Gott es zulässt, dass der Satan, der Lügengeist, durch falsche Propheten Ahab in das Verderben führt, weil Ahab aufgehört hat, auf die wahren Propheten zu hören. Weil Ahab aufgehört hat, auf die Wahrheit zu hören, überlässt Gott ihn der Lüge. Wir finden in 2. Thessalonicher eine ähnliche Idee, dort finden wir, dass Gott einen kräftigen Irrtum senden wird, nicht weil er der Urheber des Irrtums ist, sondern weil er es zulässt, dass, nachdem wir die Wahrheit abgelehnt haben und nicht hören wollen, wir in die Hände derer gegeben werden, die durch Lügen und Verführung uns zu stürzen suchen.
[8:44] „Und siehe, der Herr hat einen Lügengeist in den Mund dieser deiner Propheten gelegt, und der Herr hat Unheil über dich geredet.“ Micha zeigt, dass, obwohl die große Mehrheit der Propheten dasselbe sagt, dass sie doch falsche Propheten sind. Da trat Zidkija, der Sohn Kenaanas, herzu und gab Micha einen Backenstreich und sprach: „Auf welchem Weg ist der Geist des Herrn von mir gewesen, um mit dir zu reden?“ Mit anderen Worten: „Willst du mir etwa den Heiligen Geist absprechen?“ Und das ist eine Idee, die wir manchmal dann hören können, wenn man deutlich machen will, dass bestimmte Lehren, bestimmte Theorien unwahr sind und ihren Ursprung beim Vater der Lüge, dem Satan, haben. Dann fühlen sich Menschen angegriffen, weil sie der Meinung sind, dass sie vom Heiligen Geist geführt werden.
[9:37] Micha sprach: „Du wirst es sehen an jenem Tag, an dem du in die innerste Kammer gehen wirst, um dich zu verbergen.“ Da sprach der König von Israel: „Nehmt Micha und bringt ihn wieder zu Amon, dem Obersten der Stadt, und zu Joas, dem Sohn des Königs, und sagt: So spricht der König: Legt diesen in den Kerker und speist ihn mit Brot der Drangsal und mit Wasser der Drangsal, bis ich in Frieden wiederkomme.“ Eine ganz interessante Sache: Der Micha hatte vorher gesagt, dass Ahab sterben würde, und Ahab tut dem Ganzen ja rebellisch die Stirn bieten und sagen: „Du bleibst da gefangen, bis ich wieder gesund wiederkomme.“ Und daran zeigt sich, dass er dem Wort des Micha überhaupt keinen Glauben schenkte und danach auch nicht handeln wollte.
[10:25] Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, bitte bewahre uns davor, dass wir dein Wort ablehnen, auch wenn es manchmal unangenehm ist und uns zeigt, dass das, was wir vorhaben, nicht gut ist. Hilf, dass wir lernen, dir ganz zu vertrauen und nicht auf die Menge, auf die Mehrheit, auf die Masse zu hören, sondern allein auf dein Wort, was es immer sagt. Und darum bitten wir dich heute im Namen Jesu, Amen.
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