In dieser Folge von „Gott auf (m)einer Seite“ beleuchtet Christopher Kramp 2. Chronik 35. Er beschreibt, wie König Josia das Passahfest nach 500 Jahren wieder gemäß Gottes Wort feiert und damit eine wahre Erweckung durch Bibelstudium initiiert. Doch Josias tragisches Ende im Kampf gegen Pharao Necho dient als eindringliche Warnung: Selbst nach großen geistlichen Erfolgen ist es entscheidend, Gottes Anweisungen stets zu folgen, auch wenn sie aus unerwarteter Quelle kommen.
Gott auf (m)einer Seite: 2. Chronik 35:6-35:24
Christopher Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: 2. ChronikPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Tägliche Andachten
Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.
Dieser Podcast beinhaltet die folgenden Serien:
Weitere Aufnahmen
Serie: Gott auf (m)einer Seite
-
0:0
-
0:0
-
0:0
Transkript
[0:32] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu Gott auf (m)einer Seite, heute mit Seite 513. Lasst uns gemeinsam beten.
[0:39] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von ganzem Herzen Dank sagen, dass du auch heute durch dein Wort direkt zu uns sprechen möchtest. Möchtest du alles hinfort, was uns hindern könnte, deine Stimme wirklich zu hören, was dich hindern könnte, uns zu segnen. Wasche uns ganz rein in dem Blut, das Jesus für uns vergossen hat. Wir wollen auf deine Verheißung bauen, aus deinem Wort leben. Sprich durch den Heiligen Geist jetzt zu uns. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
[1:17] Wir sind in 2. Chronik 35. Josia, der das Volk aufgrund des wiederentdeckten Buches des Gesetzes, das im Tempel entdeckt worden ist – von dem alle ausgehen, dass das Fünfte Buch Mose gewesen ist –, der das Volk wieder in dem Bund zu Gott erneuert hat, diesen Bund wieder neu gefestigt hat, der hat jetzt auch das Passah wieder hergestellt. Und wir sind gerade dabei, den Anweisungen, die er den Leviten gibt, in diesem Zusammenhang in Vers 6 geht es weiter.
[1:49] Das heißt dort: „Und schlachtet das Passah heilig und bereitet es zu für eure Brüder, dass sie handeln nach dem Wort des Herrn durch Mose.“ Und Josia schenkte den Söhnen des Volkes Kleinvieh, Lämmer und Ziegen, alles zu den Passahopfern für alle Anwesenden, 30.000 an der Zahl, dazu 3.000 Rinder, und dies aus dem Besitz des Königs. Auch seine Fürsten schenkten freiwillig Gaben für das Volk, für die Priester und für die Leviten. Hilkija, Sacharja und Jehiel, die Obersten des Hauses Gottes, gaben den Priestern für die Passahopfer 2.600 Lämmer, dazu 300 Rinder. Und Konanja, Schemaja und Netanel, seine Brüder, und Hasabja und Jeïel und Josabad, die Obersten der Leviten, stifteten den Leviten für die Passahopfer 5.000 Lämmer und 500 Rinder.
[2:42] Nach diesen Vorbereitungen zum Dienst hatten die Priester ihren Platz und die Leviten in ihren Abteilungen nach dem Gebot des Königs. Und sie schlachteten das Passah. Die Priester vollzogen die Besprengung mit dem Blut, das sie aus ihrer Hand empfangen hatten, und die Leviten zogen den Lämmern die Haut ab. Und sie legten das Brandopfer beiseite, um es den Abteilungen der Vaterhäuser der Kinder des Volkes zu geben, damit sie es dem Herrn darreichten, wie es im Buch Mose geschrieben steht. Ebenso machten sie es mit den Rindern.
[3:12] Alles wird genau so getan, wie es im Wort Gottes steht. Auch das eine Folge der Erweckung, die durch das Wort Gottes geschieht, die nicht auf Emotionalität basiert oder vermeintlichen Zeichen und Wundern, sondern die auf dem Wort Gottes basiert. Wenn das Wort Gottes studiert wird, dann werden wir wieder in unserem Leben nach dem Wort Gottes uns ausrichten. Dann werden wir auch die Erlösung so verstehen, wie sie im Wort Gottes beschrieben ist. Denn das Passah war ja eine Illustration der Erlösung Gottes, erinnerte an die Erlösung, die Gott damals in der zehnten Plage durch das Blut des Lammes bewirkt hatte für die Israeliten, und wie es schon voraus auf das wahre Lamm Gottes, Jesus, am Kreuz von Golgatha durch sein Blut, durch das Blut Jesu Christi für dich und für mich ewige Erlösung bewirkt hat. Und diese Erlösung sollte so gedacht werden, wie es im Buch Mose stand. Wir werden durch das Bibelstudium die Erlösung so verstehen, nicht wie es irgendeine Kirche lehrt oder wie es unsere Gefühle uns sagen, sondern wie es das Wort Gottes wirklich lehrt.
[4:28] Auch das ein Zeichen echter Erweckung und Reformation. Und sie bereiteten das Passah am Feuer nach der Vorschrift. Was aber geheiligt war, kochten sie in Töpfen, Kesseln und Schalen, und sie teilten schnell unter alle Söhne des Volkes aus. Danach aber bereiteten sie es auch für sich und für die Priester zu. Denn die Priester, die Söhne Aarons, waren mit der Darbringung des Brandopfers und der Fettstücke bis in die Nacht beschäftigt. Deshalb bereiteten die Leviten für sich und für die Priester, die Söhne Aarons, zu.
[5:02] Also ein schönes Bild dafür, ein schönes Beispiel dafür, dass man im Werk Gottes auch füreinander da ist. Wenn der andere so viel mit einer bestimmten Aufgabe zu tun hat, dass er nicht mehr das tun kann, was notwendig wäre, kann jemand anders einspringen oder für ihn das noch tun, was er selbst nicht mehr zeitlich schafft. Die Leviten und Priester haben nicht nur ihre Aufgabe gemacht, sie haben miteinander gearbeitet. Es macht einen großen Unterschied, ob wir im Werk Gottes nur jeder für sich hin arbeiten, sondern ob wir miteinander arbeiten.
[5:34] Und die Sänger, die Söhne Asaph, standen an ihrem Platz nach dem Gebot Davids und Asaphs und Heman und Jeduthun, des Sehers des Königs. Und die Torhüter waren an allen Toren. Sie brauchten ihren Dienst nicht zu verlassen, denn ihre Brüder, die Leviten, bereiteten für sie zu. Auch hier dasselbe: Die Leviten denken auch an die, die eine besondere Aufgabe haben, wie zum Beispiel hier die Sänger. So wurde an jedem Tag der ganze Dienst des Herrn eingerichtet, die Passahopfer und der Brandopferdienst auf dem Altar des Herrn nach dem Gebot des Königs Josia.
[6:09] Der ganze Dienst des Herrn wurde wieder gefeiert, so wie man es eigentlich tun sollte. So feierten die Kinder Israels, die anwesend waren, zu jener Zeit das Passah und das Fest der ungesäuerten Brote sieben Tage lang. Es war aber kein derartiges Passah in Israel gefeiert worden seit der Zeit des Propheten Samuel, und keiner der Könige von Israel, also nicht einmal David oder Salomo, hatten ein solches Passah veranstaltet wie Josia es hielt mit den Priestern und Leviten und mit ganz Juda und mit allen, die von Israel anwesend waren, auch mit den Einwohnern von Jerusalem.
[6:51] 500 Jahre, so ganz grob über den Daumen gepeilt. Und 500 Jahre lang war das Passah nicht so gefeiert worden, wie es eigentlich nach dem Wort Gottes hätte gefeiert werden sollen. Aber das Studium der Bibel hat dazu geführt, diese Wahrheit wieder zu entdecken.
[7:12] Auch in der Christenheit hat es immer wieder lange Zeiträume gegeben, wo bestimmte wichtige Wahrheiten – man denke zum Beispiel an den Sabbat oder auch den Zustand der Toten oder das Heiligtum – wenig verstanden worden sind oder zum Teil ganz vergessen worden sind. Aber die Tatsache, dass viele gute Christen in der Vergangenheit diese Dinge nicht erkannt haben, nicht praktiziert haben, ist kein Argument, sie nicht jetzt doch umzusetzen. Denn Gottes Wort führt uns zu einer Erweckung, Reformation, die uns immer wieder neu zeigt, was es im Wort Gottes an verborgenen Schätzen gibt, die vielleicht seit langer Zeit verschüttet worden sind, die aber jetzt wiederentdeckt werden sollen.
[7:50] Im achtzehnten Jahr der Regierung Josias wurde dieses Passah gefeiert.
[8:00] Nach alledem, als Josia das Haus des Herrn wiederhergestellt hatte, zog Necho, der König von Ägypten, herauf, um bei Karkemisch am Euphrat eine Schlacht zu liefern, und Josia zog aus, ihm entgegen.
[8:15] Die weltpolitische Lage war dramatisch. Assyrien brach zusammen. Die Meder und vor allem die Babylonier in Allianz hatten das assyrische Weltreich in die Knie gezwungen, und es gab nur noch, wenn überhaupt, ein paar letzte Reste in Nordsyrien. Und die Ägypter sahen die Gelegenheit, auch wieder großen Einfluss zu haben, und haben sich hier in der südlichen Levante dann bis zum Euphrat ausgebreitet. Im Zuge dieser ganzen geopolitischen Schachzüge ist dieser Feldzug von Necho zu sehen, und Josia stellt sich ihm entgegen.
[8:54] Jener aber sandte Boten zu ihm und ließ ihn sagen: „Was habe ich mit dir zu schaffen, du König von Juda? Nicht gegen dich ziehe ich heute, sondern gegen ein Haus, das mit mir im Krieg liegt. Und Gott hat gesagt, ich solle Eile haben. Lass ab von Gott, der mit mir ist, damit er dich nicht verderbe.“
[9:20] Josia hatte zwar keinen Propheten, der ihm sagte an dieser Stelle, was er zu tun und zu lassen hat, aber Gott sprach durch diesen Pharao und machte deutlich: „Ich kämpfe nicht gegen dich, ich habe etwas anderes vor. Stell dich mir nicht in den Weg, provoziere keinen Kampf, ich bin nicht gegen dich.“
[9:38] Aber Josia wandte sein Angesicht nicht von ihm ab, sondern verkleidete sich, um mit ihm zu kämpfen. Und er hörte nicht auf die Worte, die aus dem Mund Gottes kamen, sondern zog zum Kampf auf die Ebene bei Megiddo. Er hat es nicht für möglich gehalten, nicht für möglich gehalten, dass Gott vielleicht sogar durch diesen Pharao zu ihm spricht, und er kämpft gegen den Pharao, der in Wirklichkeit nur Gottes Willen diese Sachen ausführt.
[10:09] Aber die Schützen trafen den König Josia, und der König sprach zu seinen Knechten: „Bringt mich weg, denn ich bin schwer verwundet.“ Und wer sich an die Geschichte in oder an den Königsgeschichten im Buch der Könige erinnert, der erinnert sich vielleicht daran, dass es eine fast identische Geschichte gibt mit dem König Ahab, der auch verkleidet in eine Schlacht zog und dann trotz seiner Verkleidung getroffen worden ist und der in 1. Könige 22,34 tatsächlich auch sagt: „Bringt mich weg, denn ich bin schwer verwundet.“ Eine der dramatischen Erkenntnissen für mich persönlich in den letzten Wochen in der Geschichte der Könige Israels ist, dass der König Ahab, der vermutlich schlimmste König des abgefallenen Nordreiches Israel, und Josia, der beste König, den man im ganzen südlichen Reich jemals gehabt hat, am Ende beide das gleiche Schicksal erleiden.
[11:17] Weil Josia nicht auf Gottes Wort hört, das aus einer unerwarteten Quelle kommt, sondern lieber kämpfen will und sich beweisen will, obwohl Gott ihm keinen Auftrag dazu gegeben hat.
[11:31] Gibt es auch für uns heute eine Lehre aus dieser Geschichte?
[11:45] Wir sind niemals, niemals sicher, wenn wir aus eigener Kraft Kämpfe kämpfen, die Gott uns nicht aufgetragen hat. Selbst wenn dir, oder gerade deswegen, wenn wir vorher große Erkenntnis im Wort Gottes gewonnen haben und große Erweckung erlebt haben und Gottes Wort wiederhergestellt haben.
[12:09] Da hoben ihn seine Knechte von dem Streitwagen auf seinen anderen Wagen, den er bei sich hatte, und brachten ihn nach Jerusalem. Und er starb und wurde begraben in den Gräbern seiner Väter. Und ganz Juda und Jerusalem trugen Leid um Josia. Eine der traurigsten Geschichten der ganzen Bibel. Er hätte in Frieden sterben sollen, das war Gottes Plan gewesen. Aber Gottes Plan konnte sich nicht erfüllen, weil Josia eigenständig gehandelt hat.
[12:43] Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir Danke sagen für dein Wort, danke auch für die feierlichen Warnungen, die es enthält. Ich möchte dich bitten von ganzem Herzen: Sprich du zu jedem Einzelnen, zu mir, zu jedem, der dieses Video sieht und hört, dass wir lernen, auf deine Stimme zu hören und nicht eigene Kämpfe zu kämpfen, die du uns nicht aufgetragen hast. Ja, darum bitte ich dich von ganzem Herzen. Hab Dank dafür, dass du das in uns bewirken möchtest.
Lizenz
Copyright ©2025 Joel Media Ministry e.V.Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International Lizenz.