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Tägliche Andachten

Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.

Dieser Podcast beinhaltet die folgenden Serien:


In dieser Folge von „Gott auf (m)einer Seite“ beleuchtet Christopher Kramp die tragischen Ereignisse in 2. Könige 16-17. Er analysiert König Ahaz‘ Abkehr von Gottes Geboten durch die Einführung aramäischer Kultpraktiken und die daraus resultierende Verdrängung des wahren Gottesdienstes. Anschließend wird der Untergang des Nordreiches Israel unter König Hosea durch die assyrische Eroberung thematisiert, wobei die biblischen Gründe für diesen Fall als Warnung für die Gegenwart dienen.


Weitere Aufnahmen

Serie: Gott auf (m)einer Seite

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Transkript

[0:32] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu Gott auf meiner Seite, heute mit Seite 430.

[0:39] Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, danke, dass wir in jeder Notsituation zu dir kommen können, dass wir uns nicht auf weltliche Kraft und Weisheit stützen müssen, sondern dass du uns helfen kannst. Herr, vergib uns, wo wir deine Hilfe nicht in Anspruch genommen haben, sondern stattdessen die Hilfe von Menschen, die uns gar nicht helfen können. Wir möchten dich bitten, dass du uns stärkst in unserem Glauben und uns ermutigst, dir völlig und ganz zu vertrauen, koste es, was es wolle. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.

[1:20] Wir sind in 2. Könige Kapitel 16. Ahaz ist König im Südbereich Juda, und er ist ein böser König, der den Götzendienst wieder sehr stark fördert. Zu seiner Zeit wird er angegriffen von Rezin, dem König von Aram-Damaskus, und Pekach, dem Sohn Remaljas, dem König von Israel, sein Reich. Und in dieser Bedrängnis wendet sich Ahaz nun an den assyrischen König Tiglat-Pileser III., den er mit wertvollen Dingen besticht, gegen seine beiden Feinde zu ziehen. Das tut der Assyrerkönig auch und besiegt Aram-Damaskus ein für alle Mal und führt die Aramäer gefangen von dort weg.

[2:06] Wir lesen in Vers 10: „Da zog der König Ahaz Tiglat-Pileser, dem König von Assyrien, entgegen nach Damaskus und sah den Altar, der in Damaskus war. Da sandte der König Ahaz dem Priester Urija ein Abbild des Altars und seine genaue Vorlage, wie er gemacht war.“ Der israelitische Altar im Tempel von Jerusalem war ja auch nach einer Vorlage gemacht, nämlich nach der Vorlage, die Mose gesehen hatte auf dem Berg Sinai, und die dann auch David durch Inspiration in seinen Plänen vor Augen hatte. Das israelitische Heiligtum war nach der Vorlage des himmlischen Heiligtums gebaut. Aber Ahaz hatte viel mehr Interesse daran, den Gottesdienst jetzt nach den Gewohnheiten und Traditionen der Aramäer zu kopieren, obwohl die ja gerade von seinem Verbündeten, nämlich Tiglat-Pileser, besiegt worden waren. Und der Priester Urija ließ den Altar genau nach dem bauen, was der König Ahaz von Damaskus aus gesandt hatte. So ließ ihn der Priester Urija anfertigen, bis der König Ahaz aus Damaskus kam. Und als der König aus Damaskus kam und den Altar sah, trat er zu dem Altar und opferte darauf. Und er verbrannte darauf sein Brandopfer und sein Speisopfer und goss ein Trankopfer darauf und sprengte das Blut der Friedensopfer, die er da brachte, auf den Altar.

[3:32] „Aber den ehernen Altar, der vor dem Herrn stand, rückte er von der Vorderseite des Hauses weg, aus dem Zwischenraum zwischen dem neuen Altar und dem Haus des Herrn, und stellte ihn nördlich von dem neuen Altar auf.“ Da gibt es jetzt tatsächlich eine Reformation, aber eine zum Schlechten. Da wird der Gottesdienst in Richtung aramäischen Gottesdienst verändert. Da wird das, was in Damaskus praktiziert worden ist, kopiert, und Gottes Original buchstäblich an die Seite gedrängt. Wie oft geschieht es heute noch, dass auch in der Christenheit die Welt zum Vorbild wird, auch gerade in Fragen des Gottesdienstes und der Anbetung, und das Original Gottes an die Seite gedrängt wird? Und der König Ahaz gebot Priester Urija und sprach: „Auf dem großen Altar – das ist also der neue, der nach dem Vorbild in Damaskus gemacht worden ist – sollst du das Morgenbrandopfer anzünden und das Abendspeisopfer und das Brandopfer des Königs und sein Speisopfer, auch das Brandopfer des einfachen Volkes samt ihrem Speisopfer und ihren Trankopfern. Und alles Blut des Brandopfers und alles Blut der Schlachtopfer sollst du darauf sprengen. Wegen des ehernen Altars aber will ich mich noch bedenken.“ Mit anderen Worten: Alles, was eigentlich bisher üblich war im Tempel von Jerusalem, sollte jetzt über diesen neuen Altar, der dem aramäischen Gottesdienst nachgebildet war, geschehen. Der eigentliche Altar, den Gott vorgesehen hatte, der hatte eigentlich keine wirkliche Funktion. Der wurde jetzt buchstäblich aus dem Gottesdienst verdrängt. Und der Priester Urija machte alles genau so, wie es ihm der König Ahaz befahl. Der König Ahaz ließ auch die Stiegen an den Gestellen herausbrechen und die Becken oben entfernen. Und das Wasserbecken nahm er von den ehernen Rindern, die darunter waren, herab und setzte es auf eine steinerne Unterlage. „Auch die Sabbat-Halle, die man am Haus gebaut hatte, und den äußeren Eingang des Königs, verlegte er im Haus des Herrn wegen des Königs von Assyrien.“ Um also mit den Assyrern wirklich gemeinsame Sache machen zu können, hat Ahaz es für nötig erachtet, Veränderungen am Heiligtum vorzunehmen. Wehe uns, wenn wir meinen, aufgrund von bestimmten politisch wichtigen Allianzen, auch innerkirchlich oder innerhalb der Christenheit, wir Veränderungen vornehmen müssen an der prophetischen Wahrheit und an der Lehre des Heiligtums.

[6:12] Insbesondere interessant ist hier, dass die Sabbat-Halle verlegt worden ist. Die biblische Prophetie macht deutlich, dass aus politischen Gründen einmal auch der Sabbat, der wahre Sabbat des Herrn, der siebte Tag der Woche, der seit der Schöpfung der Ruhetag Gottes ist, in den Zehn Geboten selbst von Gott verankert, dass dieser Sabbat beiseite gesetzt werden soll, um die Welt und die Christenheit miteinander zusammenzubringen. Wir sehen hier im Leben von Ahaz einen interessanten Typus auf das, was auch in der Endzeit passieren wird. Was aber mehr von Ahaz zu sagen ist: „Was er getan hat, ist das nicht geschrieben im Buch der Könige von Juda?“ Und Ahaz legte sich zu seinen Vätern und wurde begraben bei seinen Vätern in der Stadt Davids. Und Hiskia, sein Sohn, wurde König an seiner Stelle.

[7:04] „Im zwölften Jahr des Ahaz, des Königs von Juda, wurde Hosea, der Sohn Elas, König über Israel in Samaria. Der regierte neun Jahre lang. Und er tat, was böse war in den Augen des Herrn, doch nicht wie die Könige von Israel, die vor ihm waren.“ Hosea ist eine interessante Figur. Er war auch ein böser König, aber verglichen mit allen Königen vor ihm, gehörte er wahrscheinlich zu den zwei besten – in Anführungsstrichen muss man das wahrscheinlich setzen – die das Nordreich Israel je gehabt hat. Niemand anders sonst außer wahrscheinlich Jehu, war so vergleichsweise gut wie Hosea, obwohl er letztendlich in den Augen Gottes trotzdem ein böser König gewesen war.

[7:44] „Gegen ihn zog Salmanassar – das ist Salmanassar V., der Sohn von Tiglat-Pileser III. – der König von Assyrien, herauf, und Hosea wurde ihm Untertan und zahlte ihm Tribut.“ Die assyrischen Könige hatten jetzt schon eine enorme Machtstellung im nördlichen Syrien und auch ausgreifend Richtung Süden aufgebaut. „Als aber der König von Assyrien erfuhr, dass er eine Verschwörung gemacht und Boten zu So gesandt hatte, dem König von Ägypten, und dem König von Assyrien nicht wie alle Jahre Tribut gezahlt hatte, da nahm er ihn fest und legte ihn gebunden ins Gefängnis.“ Man hatte sich mit den Assyrern verbunden und dachte jetzt auch schnell wieder aus diesem Bündnis herauskommen zu können. Aber das war ein Irrtum. Man hatte ihnen den kleinen Finger gegeben, jetzt nahmen die Assyrer die ganze Hand. „Und der König von Assyrien durchzog das ganze Land und kam vor Samaria und belagerte es drei Jahre lang.“ Das ist übrigens in etwa die Standardlänge, die Assyrer brauchten, um eine Stadt zu belagern. Wir sehen das auch bei anderen großen Eroberungen, die sie in den Jahrzehnten zuvor begangen haben, dass sie meistens eine Stadt drei Jahre lang belagert haben, bis sie diese Stadt erobert haben. „Im neunten Jahr Hoseas eroberte der König von Assyrien Samaria und führte Israel gefangen nach Assyrien und siedelte sie in Halah und am Habor, dem Fluss Gosan, und in den Städten der Medien, also auf der iranischen Hochebene, dort, wo die nicht besonders gebildeten, nicht besonders zivilisierten Meder Nomadentum auslebten.“

[9:27] Hier endet auf tragische Weise die Geschichte des Nordreiches Israel, das etwas mehr als 200 Jahre lang existiert hatte nach der Teilung zur Zeit von Rehabeam und Jerobeam I. Und in diesen etwas mehr als 200 Jahren gab es nicht einen guten König. Der Götzendienst, der am Anfang angefangen worden ist, der hat sich nie – er hat nie aufgehört – und führt am Ende in diese schlimme Katastrophe. Das Nordreich Israel wird weggeführt und wird auch nie wieder in den künftigen Generationen zurückkehren, jedenfalls nicht als komplettes Volk. Und das wird als Anlass jetzt genommen, eine große Betrachtung über diesen Zusammenhang hier in der Bibel vorzunehmen. Es heißt weiter ab Vers 7: „Und dies geschah deshalb, weil die Kinder Israels gesündigt hatten gegen den Herrn, ihren Gott, der sie aus dem Land Ägypten geführt hatte, aus der Hand des Pharao, des Königs von Ägypten, und weil sie andere Götter fürchteten.“ Hier sehen wir, wie plötzlich jetzt aus dem jährlichen Bericht, was so Stück für Stück passiert ist, herausgesucht wird sozusagen und einmal als großes Panorama betrachtet wird. Die Israeliten, die Jahrhunderte zuvor aus Ägypten befreit worden waren durch die Erlösung Gottes, erleben jetzt diese schwere, schwere Niederlage, den Verlust ihres eigenen Landes. „Und weil sie nach den Satzungen der Heidenvölker wandelten, die der Herr vor den Kindern Israels vertrieben hatte, und nach den Satzungen der Könige von Israel, die diese gemacht hatten.“ Sie waren erlöst worden, aber hatten diese Erlösung nicht weiter ausgelebt, sondern sich wieder an den sündigen Nachbarn orientiert, hatten sich selbst Gesetze gegeben, statt die zu halten, die Gott gegeben hatte. „So hatten die Kinder Israels gegen den Herrn, ihren Gott, heimlich Dinge getrieben, die nicht recht waren. Sie bauten sich Höhen an all ihren Wohnorten, von den Wachtürmen bis zu den festen Städten. Und sie errichteten sich Gedenksteine und Ascherabilder auf allen hohen Hügeln und unter allen grünen Bäumen.“ Sie hatten angefangen, erst im Geheimen, und dann immer öfter auch ganz offen diesen Gottesdienst zu praktizieren. Er war überall gegenwärtig gewesen und ist niemals ausgerottet worden und ist dann der Ruin für das ganze Volk geworden.

[11:44] Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir Danke sagen, dass dein Wort uns so deutlich zeigt, was passiert, wenn wir Erlösungen, die du für uns bewirkt hast, geringschätzen, indem wir dein Wort verachten, seine Gebote nicht halten, uns vielmehr an der Welt orientieren. Dann kommt irgendwann der Punkt, wo alles in der Katastrophe endet, so wie es für das Nordreich Israel in der Katastrophe endete. Und Herr, gib, dass wir diese Lektion ganz deutlich sehen, dass es nicht ein einzelner Fehler war von Hosea, der ja tatsächlich noch einer der besseren Könige gewesen ist, sondern ein langes, angestautes Anwachsen von Sünden, die nie wirklich bereut und bereinigt worden sind. Und Herr, hilf uns, dass wir in unserem Leben nicht ein solches Sündenregister anlegen, dass wir nicht weiter Sünden anhäufen, sondern uns umkehren und dich suchen von ganzem Herzen. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.


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