In dieser Folge von „Gott auf meiner Seite“ beleuchtet Christopher Kramp 2. Könige 9:2-21, wo Jehu zum König über Israel gesalbt wird. Er erklärt die theologische Bedeutung der Salbung als Hinweis auf den Messias und Jehus göttlichen Auftrag zur Ausrottung des Hauses Ahabs. Kramp diskutiert auch historische Erkenntnisse der Tel-Dan-Stele und warnt vor Jehus Tendenz zum Fanatismus, die trotz seiner Berufung zum Problem wurde. Die Episode schließt mit einem Gebet um Weisheit und Ausgewogenheit im Glauben.
Gott auf (m)einer Seite: 2. Könige 9:2-9:21
Christopher Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: 2. Könige, BibelPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Tägliche Andachten
Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.
Dieser Podcast beinhaltet die folgenden Serien:
Weitere Aufnahmen
Serie: Gott auf (m)einer Seite
-
0:0
-
0:0
-
0:0
Transkript
[0:32] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu "Gott auf meiner Seite". Wir danken dir, dass wir jetzt zu dir kommen können, und wir wissen, dass du traurig bist über jedes falsche Wort, das wir gesagt haben, über jede falsche Tat, über jede Sünde, die wir begangen haben. Aber wir wissen auch, dass du gnädig und barmherzig bist, dass du uns zu dir siehst und dass dein Wort in unserem Herzen wirken kann. Wir möchten dich bitten, dass wir heute diesen Tag ganz neu mit dir beginnen, dass wir durch dein Wort gestärkt werden und erfahren, was du heute für uns vorgesehen hast. Das bitten wir alles im Namen Jesu. Amen.
[1:18] Wir sind in 2. Könige Kapitel 9. Elisa sendet einen von den Prophetensöhnen, um einen König für das Nordreich Israel zu salben. Wir lesen ab Vers 2: „Und wenn du da hinkommst, so schau, wo ist der Sohn Jehus, des Sohnes Nimschi. Und geh hinein und lass ihn aufstehen aus der Mitte seiner Brüder und führe ihn in die innerste Kammer. Und nimm die Ölflasche und gieße sie auf sein Haupt aus und sprich: So spricht der Herr: Ich habe dich zum König über Israel gesalbt. Und du sollst die Tür öffnen und fliehen und dich nicht aufhalten.“ Schon Elia hatte am Berg Sinai, am Horeb, den Auftrag erhalten, dass dieser Jehu zum König gesalbt werden sollte, genauso auch wie Elisa (selbst) und auch wie Hasael, der jetzt unter dem Wirken von Elisa gesalbt worden ist. So ging der junge Mann, der Diener des Propheten, hin nach Ramot in Gilead. Und als er hineinkam, siehe da, saßen die Hauptleute des Heeres beisammen. Und er sprach: „Ein Wort habe ich an dich, o Hauptmann.“ Und Jehu sprach: „An welchen von uns allen?“ Er sprach: „An den Hauptmann.“ Da stand Jehu auf und ging in das Haus hinein. Er aber goss das Öl auf sein Haupt und sprach zu ihm: „So spricht der Herr, der Gott Israels: Ich habe dich zum König gesalbt über das Volk des Herrn, über Israel.“
[2:52] Es gibt gar nicht so viele Könige im Alten Testament, wo die Salbung tatsächlich auch berichtet wird. Wir erinnern uns an Saul und an David natürlich, und auch daran, dass Salomo gesalbt worden ist. Diese Salbung war ein psychologisch-theologischer Hinweis auf den eigentlichen König, auf den das gesamte Königtum Israels eigentlich hinweisen sollte. Gott wollte ursprünglich ein Königtum haben, aber als das Volk es an sich ja eingefordert hatte, nahm Gott dieses Königtum und wollte durch die Salbung des Königs hinweisen auf den kommenden Gesalbten, auf den Messias. Das Öl in der Bibel ist oft ein Symbol für den Heiligen Geist und damit ein Symbol dafür auch, dass der Messias vom Heiligen Geist erfüllt werden würde.
[3:48] „Und du sollst das Haus Ahabs, deines Herrn, erschlagen, so will ich das Blut der Propheten, meiner Knechte, und das Blut aller Knechte des Herrn an ihm rächen. Ja, das ganze Haus Ahabs soll umkommen, und ich will von Ahab alles ausrotten, was männlich ist, sowohl Mündige als auch Unmündige in Israel.“ Wir hatten schon gesehen, dass im Laufe der Zeit erst die Dynastie, das Haus von Jerobeam, und dann von Baascha ausgerottet worden ist, und jetzt auch die Dynastie, das Haus von Omri und Ahab, so wie der Herr es schon zuvor gesagt hatte durch Elia. „Und ich will das Haus Ahabs machen wie das Haus Jerobeams, des Sohnes Nebats, und wie das Haus Baaschas, des Sohnes Ahijas.“ Mit Jehu sollte eine neue Dynastie beginnen, die jetzt einen Neuanfang wagen könnte, die erneut die Chance bekam, jetzt das Volk und damit das ganze Reich Israel wieder zu Gott zu führen. „Und die Hunde sollen Isebel fressen auf dem Acker von Jesreel, und niemand soll sie begraben.“ Und er öffnete die Tür und floh. Als nun Jehu zu den Knechten seines Herrn herausging, sprach man zu ihm: „Bedeutet es Friede? Warum ist dieser Verrückte zu dir gekommen?“ Er sprach zu ihnen: „Ihr kennt doch den Mann und seine Rede.“ Sie sprachen: „Das ist nicht wahr, sag es uns doch!“ Da sprach er: „So und so hat er mit mir geredet und gesagt: So spricht der Herr: Ich habe dich zum König über Israel gesalbt.“ Da eilten sie und nahmen jeder sein Gewand und legten sie unter ihn auf die bloßen Stufen. Und sie stießen das Schofarhorn und riefen: „Jehu ist König geworden!“ So machte Jehu, der Sohn Josaphats, des Sohnes Nimschi, eine Verschwörung gegen Joram. Joram aber hatte mit ganz Israel in Ramot in Gilead gegen Hasael, den König von Aram, Wache gehalten.
[5:38] Wir haben zumindest eine Verschwörung in der Bibel, die durch die Salbung Gottes, auf das Wort Gottes hin, selbst entstanden ist. Dieser Krieg gegen Hasael, von dem haben wir schon gehört. Joram, der noch König im Nordreich ist, war dort verwundet worden. Wir wissen aus der 1991 gefundenen Tel-Dan-Stele, wo verschiedene Fragmente so zusammengesetzt worden sind, dass Hasael, der König Arams, der dort eine Inschrift hinterlassen hat, den Eindruck hatte, dass in diesem Krieg Joram und auch Ahasja, der König des Südens, gestorben wären. Und deswegen behauptet er, dass er Joram getötet hätte. Aber wir sehen jetzt gleich hier und in den folgenden Abschnitten, dass die Geschichte noch etwas anders gewesen ist. Aber der König Joram war wieder umgekehrt, um sich in Jesreel heilen zu lassen von den Wunden, die ihm die Aramäer geschlagen hatten, als er mit Hasael, dem König von Aram, kämpfte. Und Jehu sprach: „Wenn es euch recht ist, so soll niemand aus der Stadt entfliehen, um hinzugehen und es in Jesreel zu berichten.“ Joram wollte nicht, dass seine Verwundung bekannt wird, und diese Verwundung ist vielleicht auch dem Hasael verborgen geblieben. Hasael hat wahrscheinlich nur dann später gehört, dass der König tot ist, und hat daraus geschlossen, dass er schon im Kampf gestorben ist und deswegen möglicherweise sogar ganz aufrichtig den Eindruck gehabt, dass er selbst durch seine Armee natürlich den Joram getötet hat. Und Jehu ritt nach Jesreel, denn Joram lag dort. Auch war Ahasja, der König von Juda, herabgekommen, um Joram zu besuchen. Der Wächter aber, der auf dem Turm von Jesreel stand, sah Jehu kommen und sprach: „Ich sehe eine Schar.“ Da sprach Joram: „Nimm einen Reiter und sende ihn ihnen entgegen und frage: Bedeutet es Friede?“ Und ein Reiter ritt ihm entgegen und sprach: „So spricht der König: Bedeutet es Friede?“ Jehu aber sprach: „Was geht dich der Friede an? Kehre um, folge mir!“ Und der Wächter berichtete und sprach: „Der Bote ist zu ihm gekommen und kehrt nicht zurück.“ Er sandte einen zweiten Reiter. Als der zu ihm kam, sprach er: „So spricht der König: Bedeutet es Friede?“ Jehu sprach: „Was geht dich der Friede an? Kehre um, folge mir!“ Da berichtete der Wächter und sprach: „Der ist auch zu ihnen gekommen und kehrt nicht zurück. Und das ist ein Jagen wie das Jagen Jehus, des Sohnes Nimschi, denn er jagt, als wäre er rasend.“
[8:06] Jehu hatte einen klaren Blick für seine Mission. Aber wir werden noch sehen: Jehu hat es übertrieben. Jehu hatte den Hang zum Fanatismus, und das wurde zum Problem. Da sprach Joram: „Spanne an!“ Und man spannte seinen Streitwagen an, und sie zogen aus, Joram, der König von Israel, und Ahasja, der König von Juda, jeder auf seinem Streitwagen. Sie fuhren Jehu entgegen, und sie trafen ihn auf dem Acker Nabots des Jesreeliters. Genau der Ort, der seinen Weinberg nicht verkaufen wollte und dann sterben musste durch die Intrigen, die dieselbe (Isebel) angestellt hatte.
[8:52] Lieber Vater im Himmel, wir sehen, wie Jehu von dir berufen worden ist, König über Israel zu sein. Und wir werden auch noch sehen, dass er einiges Gutes getan hat, und doch hatte er einen Hang zum Fanatismus, zum Übertreiben dessen, was du ihm aufgetragen hast. Und Herr, wir möchten dich bitten, dass du uns nicht nur Einsicht in die Wahrheit schenkst, sondern uns auch davor bewahrst, die Wahrheit durch Fanatismus in Misskredit zu bringen. Wir möchten dich bitten, dass du uns Ausgewogenheit schenkst und das Wirken des Heiligen Geistes, das uns in alle Wahrheit führt und echte Liebe schenken möchte. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
Lizenz
Copyright ©2025 Joel Media Ministry e.V.Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International Lizenz.