In dieser Folge der Serie „Gott auf (m)einer Seite“ beleuchtet Christopher Kramp die Verse aus 2. Korinther 11:26-12:15. Er spricht über Paulus‘ vielfältige Leiden, seine himmlischen Visionen und den „Pfahl im Fleisch“, der ihn demütig hielt. Die Botschaft betont, dass Gottes Kraft in unserer Schwachheit vollkommen wird und seine Liebe uns auch in unseren Fehlern nicht verlässt. Eine Ermutigung, in allen Lebenslagen auf Gottes Gnade zu vertrauen und seine Stärke in der eigenen Schwäche sichtbar werden zu lassen.
Gott auf (m)einer Seite: 2. Korinther 11:26-12:15
Christopher Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: 2. KorintherPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Tägliche Andachten
Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.
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Serie: Gott auf (m)einer Seite
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Transkript
[0:30] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu Gott auf meiner Seite, heute mit Seite 1220. Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, wir möchten Dir so sehr danke sagen, dass Du für uns da bist, dass Du uns stärkst und dass wir uns auf Dein Wort verlassen können. Und Herr, wir können uns auf uns selbst nicht verlassen und auch nicht auf andere Menschen, aber auf Dich können wir uns verlassen. Wir möchten Dich bitten von ganzem Herzen, dass Du unser Lehrer bist, dass wir Dein Wort zu unserem Studium machen und dass wir durch die enge, freundschaftliche Verbindung mit Dir gestärkt und geschützt werden vor allen Angriffen Satans und vor allen Irrlehrern, die uns von Dir wegziehen wollen. Herr, Dank, dass Du direkt zu uns redest und dass wir Deine Freunde sein dürfen, dass wir Deine Kinder sein dürfen. Dafür loben und preisen wir Deinen Namen. Erfülle uns jetzt mit Deinem Heiligen Geist, gib, dass wir Dein Wort gut verstehen und hab Dank dafür. Amen.
[1:34] Wir sind in 2. Korinther Kapitel 11. Paulus, der die Korinther vor den falschen Aposteln warnt, die sich dort als besonders bedeutend aufspielen und meinen, als Hebräer und Diener des Christus viel erlitten zu haben und deswegen ein besonderes Recht hätten, Autorität für sich in Anspruch zu nehmen. Paulus warnt sie vor diesen falschen Aposteln, die das Evangelium verdrehen, die Christus falsch darstellen und zeigt, dass selbst der Satan sich als ein Engel des Lichts verkleidet. Deswegen ist es nicht verwunderlich, dass auch falsche Apostel im Namen Jesu auftreten. Und er macht dann deutlich, dass all deren Rühmen letztlich nutzlos ist, denn er selbst, Paulus, auch wenn er als schwach gilt, als also ohne große Autorität in Korinth aufgetreten ist, dass er noch viel mehr erlitten hat als diese vermeintlichen Apostel. Lesen wir weiter in 2. Korinther 11 und dort Vers 26, wo Paulus schon seit einigen Versen beschreibt, was er alles im Dienst für Jesus erlitten hat:
[2:40] "Ich bin oftmals auf Reisen gewesen, in Gefahren auf Flüssen, in Gefahren durch Räuber, in Gefahren vom eigenen Volk, Gefahren von Heiden, in Gefahren in der Stadt, in Gefahren in der Wüste, in Gefahren auf dem Meer, in Gefahren unter falschen Brüdern, in Arbeit und Mühe, oftmals in Nachtwachen, in Hunger und Durst, oftmals in Fasten, in Kälte und Blöße." Zu all dem der tägliche Andrang zu mir, die Sorge für alle Gemeinden. Das Leben von Paulus war kein Zuckerschlecken. Es war nicht einfach ein angenehmes Leben, wo alles so glatt ging, wie man sich vorstellen konnte. Paulus hatte eine innige Beziehung zu Jesus und trotzdem gab es von außen viele Probleme, viele Schwierigkeiten, durch die Gott ihn hindurchgetragen hat. Und zu all dem hat er sich Sorgen gemacht, Gedanken gemacht. Er konnte nicht ruhen, wenn er wusste, dass in bestimmten Gemeinden Irrlehrer auftreten, dass es Probleme gab, dass es Streit gab, wie es in Korinth Spaltung gab über verschiedene Gruppierungen, die dann sich einzelnen Aposteln anschließen wollten. Paulus hat sich täglich Gedanken gemacht, wie es den Gemeinden geht und wir lesen ja in den Briefen, dass er ständig für sie gebetet hat.
[3:49] Beten wir so sehr für unsere Geschwister? Machen wir uns solche Sorgen, wie es den Gemeinden geht? Vielleicht sind wir nicht alle Gemeindeleiter oder Pastoren, die auch aufgrund ihrer besonderen Position eine besondere Bürde von Gott auferlegt bekommen für diese Geschwister, die ihnen anvertraut sind. Aber trotzdem, glaube ich, können wir etwas von Paulus hier lernen, dass wir uns bei allen Schwierigkeiten, die uns im Leben so begegnen, allen äußeren Herausforderungen, auch gleichzeitig immer Gedanken machen sollten, wie es unseren Geschwistern geht. "Wer ist schwach und ich bin nicht auch schwach? Wem wird Anstoß bereitet und ich empfinde nicht brennenden Schmerz?" "Wenn ich mich rühmen soll, so will ich mich meiner Schwachheit rühmen. Der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der gelobt sei in Ewigkeit, er weiß, dass ich nicht lüge." Paulus sagt: Ich sage wirklich die Wahrheit, ich habe enorm viel erlitten für dieses Evangelium. Und wir sollten uns auch bewusst machen, wie viel die Pioniere des Evangeliums im Neuen Testament, wie viel überhaupt Menschen, die das Evangelium vorangebracht haben, sei es in der Kirchengeschichte, in der Reformation, dann auch in späteren Zeiten, wie viel die oft erlitten haben und dadurch auch eine besondere Erfahrung mit Gott gemacht haben. Ihr Wort sollte uns nicht unwichtig sein.
[5:15] "In Damaskus bewachte der Stadthalter des Königs Aretas die Stadt der Damaszener, weil er mich verhaften wollte." Das war, als Paulus auf dem Weg nach Damaskus sich bekehrt hat und dann in Damaskus anfing, für Jesus zu sprechen. "Und ich wurde durch ein Fenster in einem Korb an der Mauer hinabgelassen und entkam seinen Händen." "Das Rühmen nützt mir freilich nichts, doch will ich auf die Erscheinungen und Offenbarungen des Herrn zu sprechen kommen." Paulus sagt: Mit all dem kann ich natürlich keinen endgültigen Punkt machen, aber ich will auch noch was über anderes sprechen, über Visionen. "Ich weiß von einem Menschen in Christus, der vor 14 Jahren, ob im Leib oder ob außerhalb des Leibes, ich weiß es nicht, Gott weiß es, bis in den dritten Himmel entrückt wurde. Und ich weiß von dem betreffenden Menschen, ob im Leib oder außerhalb des Leibes, weiß ich nicht, Gott weiß es, dass er in das Paradies entrückt wurde und unaussprechliche Worte hörte, die ein Mensch nicht sagen darf. Wegen eines solchen will ich mich rühmen, meiner selbst wegen aber will ich mich nicht rühmen, als nur meiner Schwachheiten."
[6:17] Paulus in seiner ganz typischen christlichen Demut rühmt sich nicht dessen, was eigentlich Tatsache ist, nämlich dass genau er dieser Mann gewesen ist, dass er diese unfassbaren Offenbarungen hatte. Aber Paulus will nicht damit sich rühmen. Er will nicht sagen: Ihr sollt auf mich hören, weil ich so großartige Visionen gehabt habe, weil Gott mich so unglaublich privilegiert hat, so etwas sehen und hören zu können. Er sagt: Wenn ich mich eigentlich rühmen möchte, meine Schwachheit.
[6:56] "Zwar wäre ich, wenn ich mich rühmen wollte, deshalb nicht töricht, denn ich würde die Wahrheit sagen. Ich enthalte mich aber dessen, damit niemand mehr von mir hält, als was er an mir sieht oder von mir hört." Und hier wird deutlich, dass Paulus sagt: Wenn ich mich dessen rühmen würde, solcher Offenbarungen, dann würde ich die Wahrheit sagen. Er sagt: Ich könnte also zu euch gekommen sein und erzählt haben von all den gigantischen Visionen, was ich im Paradies gehört habe. Das habe ich nicht getan, das werde ich auch weiter nicht tun, sagt er, weil er sagt: Ich möchte, dass ihr das Evangelium basierend auf dem seht, was ihr selbst gesehen und gehört habt. Und deswegen rühmt er sich nicht der Dinge, die in der Vergangenheit Gott Großes ihm getan hat. Er rühmt sich nicht der spektakulären Dinge, die Gott ihm besonders anvertraut hat. Er rühmt sich seiner Schwachheiten. "Und damit ich mich wegen der außerordentlichen Offenbarungen nicht überhebe, wurde mir ein Pfahl fürs Fleisch gegeben, ein Engel Satans, dass er mich mit Fäusten schlage, damit ich mich nicht überhebe."
[8:05] Paulus sagt: Auch ich, Paulus, stehe in der Gefahr, überheblich zu werden. Kein Mensch, und sei es ein Paulus oder ein Mose oder ein Daniel oder wer auch immer in der Bibel uns als besondere Glaubenshelden vorgeführt wird, niemand ist vor dieser Gefahr gefeit, sich selbst zu erheben. Und Gott hat viele Wege, tausend Wege, von denen wir nichts wissen, in denen er uns hilft, dass unser Stolz nicht die Überhand bekommt, dass er nicht gewinnt in unserem Leben. Und vielleicht hat er in unserem persönlichen Leben ein anderes Mittel, als dass er bei Paulus angewendet hat. Paulus hatte konstante körperliche Schwierigkeiten, die immer wieder seiner Abhängigkeit von Gott bewusst gemacht haben. Und obwohl er in Visionen bis in den dritten Himmel entrückt worden ist und Dinge gesehen hat, die ein Mensch gar nicht hören kann normalerweise, und gesehen hat und gehört hat, hat er doch hier auf dieser Erde körperliche Leiden gehabt.
[9:13] Paulus, das haben wir gesehen an anderer Stelle schon, hatte Probleme mit seinen Augen. Es gab damals noch keine Brillen. Er konnte nicht wirklich weit sehen, offenbar. Er musste – er konnte seine Briefe nicht selbst schreiben, musste sie diktieren. Und an der großen Unterschrift, die er dann darunter gab, das werden wir auch noch im Galaterbrief sehen, wird deutlich, dass er mit seinen Augen ein echtes Problem gehabt hat. Für einen solchen Mann, der gerne studierte, ein echtes Hindernis und auch für die Mission eine echte Bürde.
[9:46] "Seinetwegen habe ich dreimal den Herrn gebeten, dass er von mir ablassen soll." Paulus hat darum gebeten, dass diese Schwierigkeiten aufhören. "Und er, das heißt Gott, hat zu mir gesagt: Lass dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft wird in der Schwachheit vollkommen." "Darum will ich mich am liebsten viel mehr meiner Schwachheiten rühmen, damit die Kraft des Christus bei mir wohne." Gott hat ihm deutlich gemacht: Die Vollkommenheit in Christus besteht nicht darin – das ist eine Sache, die ich in meinem Leben lernen möchte und ich hoffe du auch, die müssen wir so dringend lernen – denn die Vollkommenheit in Christus besteht nicht in der Abwesenheit von Schwierigkeiten. Sie besteht nicht darin, dass die Probleme aufhören. Sie besteht nicht darin, dass Verfolgung aufhört. Sie besteht nicht darin, dass körperliche Gebrechen aufhören. Die Vollkommenheit in Christus besteht darin, dass Gottes Kraft in meiner Schwachheit vollkommen wird und ich alles ertragen kann und alles durchleben kann, überleben kann und in allem Gott dankbar sein kann. Weil das ist etwas, was auch Menschen in der Mission dann sehen. Sie sehen – sie wissen vielleicht nicht von den großen Visionen und sie würden es nicht glauben, wenn man es erzählt, sagt Paulus. Sie wissen nicht von all den schweren Dingen, die ich in meinem Leben durchgemacht habe, aber sie können sehen, dass in der gegenwärtigen Situation, in meinem jetzigen Problem, Gottes Kraft in mir wirkt und damit wird die Kraft sichtbar für andere.
[11:22] "Darum habe ich Wohlgefallen an Schwachheiten, an Misshandlung, an Nöten, an Verfolgung, an Ängsten um des Christus willen. Denn wenn ich schwach bin, dann bin ich stark." Weil dann die Kraft Jesu sichtbar wird. Es ist in unserer Schwäche, wenn wir in unseren schwachen Momenten an Jesus festhalten, dann zeigt sich die ganze Kraft des Evangeliums, der Gnade Gottes. Dann ist es ja nicht unsere Kraft, dann ist es nicht, weil es uns so gut geht, dann ist es nicht unsere Weisheit, unsere Klugheit, unsere Stärke, dann ist es, obwohl wir schwach sind, obwohl wir töricht sind, obwohl wir gefallen sind, obwohl wir in Versuchung sind, obwohl wir nicht weiter wissen, zeigt sich Gottes Kraft in unserem Leben. Und das zeigt, dass die Kraft und die Freude und der Frieden und die Frucht des Geistes, die sich in unserem Leben dann zeigt, von Gott kommt und nicht von uns.
[12:24] "Ich bin töricht geworden mit meinem Rühmen, ihr habt mich dazu gezwungen. Denn ich sollte von euch empfohlen werden, da ich den bedeutenden Aposteln in nichts nachstehe, wenn ich auch nichts bin. Die Zeichen eines Apostels sind unter euch gewirkt worden in aller Geduld, in Zeichen und Wundern und Kraftwirkung." Paulus erinnert sie daran, dass es auch Zeichen und Wunder bei ihnen gegeben hat. Sie konnten wissen und wussten auch, dass Paulus ein echter christlicher Apostel war. "Denn worin seid ihr benachteiligt worden gegenüber den restlichen Gemeinden, außer dass ich selbst euch nicht zur Last gefallen bin? Vergeb mir dieses Unrecht!" Paulus sagt: Das Einzige, was ihr nicht erlebt habt, als ich bei euch Missionar war, war, dass ich euch nicht um finanzielle Unterstützung gebeten habe. Das ist alles.
[13:12] "Siehe, zum dritten Mal bin ich nun bereit, zu euch zu kommen, und ich werde euch nicht zur Last fallen. Denn ich suche nicht das Eure, sondern euch. Es sollen ja nicht die Kinder den Eltern Schätze sammeln, sondern die Eltern den Kindern." Paulus sagt mit anderen Worten: Ich fühle mich wie ein Vater für euch und ich möchte nicht von euch etwas haben, ich möchte euch etwas geben. "Ich aber will sehr gerne Opfer bringen und geopfert werden für eurer Seelen. Sollte ich auch, je mehr ich euch liebe, desto weniger geliebt werden?" Paulus sagt: Auch wenn ihr mich nicht zurücklieben würdet, je weniger ihr mich lieben würdet, ich würde euch immer mehr lieben. Und damit zeigt Paulus interessanterweise, wie Jesus ist. Jesu Liebe zu mir und zu dir wird nicht weniger dadurch, wenn wir ihn auch nicht zurücklieben. Interessanter Gedanke, denn alles, was wir aus unserer persönlichen Erfahrung kennen, ist: Wenn man aufhört, einen Menschen zu lieben, wenn man sich nicht mehr um ihn kümmert, wenn man vielleicht ihn mit Argwohn betrachtet, dann kühlt auch die Liebe des anderen, die Freundschaft ab. Aber bei Gott ist es anders. Seine größte Liebe, oder besser gesagt, nicht seine größte Liebe, sondern der größte Beweis seiner Liebe hat Gott gebracht, als die Welt in Rebellion ging. Er war Jesus am Kreuz für uns gestorben, als wir noch Sünder waren. Gottes Liebe wird nicht geringer, wenn wir uns von ihm abwenden. Er nimmt sie noch zu, um uns wieder zurückzuholen.
[14:44] Lasst uns Gott von ganzem Herzen danken für die Kraft, die für dich und für mich bereitsteht. Lieber Vater im Himmel, wir möchten Dir danke sagen, dass Du heute durch Dein Wort zu uns sprichst und dass wir wissen dürfen, dass Deine Liebe nicht abnimmt, wenn wir in unserem Leben lau geworden sind, wenn unsere Liebe erkaltet ist, unsere erste Liebe, wenn wir uns haben verführen lassen. Sondern Deine Liebe ist umso stärker noch, wenn sie von uns zeitweise zurückgestoßen worden ist, ignoriert worden ist, abgelehnt worden ist, kommt sie doch mit noch größerer Macht zurück in der Hoffnung, dass wir unser Herz öffnen. Und Herr, wir möchten heute unser Herz öffnen, möchten Deine ganze Liebe, Deine Gnade und Deine Kraft einladen. Wir wissen, dass Du nicht alle äußerlichen Probleme wegnehmen wirst, Du wirst auch nicht alle Versuchungen wegnehmen, aber Du wirst uns Kraft schenken, treu zu sein in Deiner Liebe, sodass auch andere sehen können, dass das Evangelium wirklich funktioniert. Hab Dank dafür von ganzem Herzen. Amen.
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