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Tägliche Andachten

Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.

Dieser Podcast beinhaltet die folgenden Serien:


In dieser Folge von „Gott auf (m)einer Seite“ beleuchtet Christopher Kramp die komplexe Familiengeschichte Davids aus 2. Samuel 13:36-14:18. Nach Absaloms Rache und Flucht sinnt König David auf Vergebung, zögert aber, seinen Sohn zurückzuholen. Durch die kluge Intervention einer Frau aus Tekoa wird David mit seiner eigenen Nachsichtigkeit konfrontiert, was eine tiefere Botschaft über Gottes Wunsch nach der Rückkehr des Verstoßenen offenbart.


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Serie: Gott auf (m)einer Seite

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Transkript

[0:32] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu Gott auf meiner Seite, heute mit Seite 356. Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, wir möchten Danke sagen, dass wir dein Wort haben, das ein Korrektiv ist für unser Denken und auch für alles das, was wir in der Welt hören. Dass wir dein Wort haben als ein Maßstab der Wahrheit. Herr, du weißt, es gibt so viele schlimme Dinge in dieser Welt, und dann werden diese Dinge oft auch noch völlig übersteigert, und wir sind oft mit Gerüchten konfrontiert, die wir nicht einordnen können. Wir danken dir, dass wir dein Wort haben und dass du uns auch vor falschen Gerüchten oder übertriebenen Gerüchten bewahrst. Dass du jetzt deinen Heiligen Geist zu uns sprechen möchtest. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.

[1:13] Wir sind in 2. Samuel Kapitel 13. Absalom hat sich an Amnon für die Vergewaltigung seiner Schwester Tamar gerächt und ihn totgeschlagen. Die übrigen Königssöhne Davids sind geflohen. Das Gerücht, dass sie alle erschlagen worden seien, hat sich als falsch erwiesen. Und wir lesen in Vers 36: Und es geschah, als er ausgeredet hatte, siehe, da kamen die Söhne des Königs und hoben ihre Stimme und weinten. Und auch der König und alle seine Knechte hoben ein großes Wehklagen. Absalom aber war entflohen und ging zu Talmai, dem Sohn Ammihuds, dem König von Geshur. David aber trug die ganze Zeit hindurch Leid um seinen Sohn. Nachdem aber Absalom geflogen und nach Geshur gezogen war, blieb er dort drei Jahre. Und der König David unterließ es, Absalom zu verfolgen, denn er hatte sich über den Tod Amnons getröstet.

[2:11] Die generelle Tendenz von David, die wir aus diesen Geschichten ableiten können, ist, sehr nachsichtig mit seinen Kindern zu sein. Das ist auf der einen Seite ein Hinweis auf die tiefe Liebe, die er zu ihnen gehabt hat, auf der anderen Seite aber auch ein Hinweis darauf, dass er oft sie möglicherweise – und sicherlich nicht – so klar erzogen hat, wie seine Pflicht gewesen wäre. Dieses Phänomen haben wir auch schon an anderen Stellen gesehen, bei Eli natürlich ganz krass, aber auch bei Samuel. Und diese Geschichten sind auch deswegen aufgeschrieben, um uns zu zeigen, dass auch Männer Gottes mitunter in der Erziehung nicht so handeln, wie Gott es eigentlich für richtig erachtet. Und dadurch auch Probleme im eigenen Leben, in ihren Familien entstehen. Und auch wir sollten uns daran lernen, wenn wir diese Erziehungsverantwortung haben, wirklich mit Liebe, aber auch Treue zum Prinzip, Kinder zu erziehen.

[3:05] Als aber Joab, der Sohn der Zeruja, merkte, dass das Herz des Königs sich zu Absalom neigte, da sandte er hin nach Tekoa und ließ eine kluge Frau von dort holen und sprach zu ihr: Stell dich doch trauernd und ziehe Trauerkleider an und salbe dich nicht mit Öl, sondern stelle dich für eine Frau, die lange Zeit um einen Toten Leid getragen hat. Joab merkt, dass David sich wünscht, dass Absalom zurückkehrt. Und dass er möchte ihr ein bisschen nachhelfen und benutzt jetzt dazu diese kluge Frau. Die Menschen aus Tekoa hatten den Ruf, besonders weise zu sein. Dann sollst du zum König hineingehen und mit ihm so und so reden. Und Joab legte ihr die Worte in den Mund. Als nun die Frau von Tekoa mit dem König reden wollte, fiel sie auf ihr Angesicht zur Erde, neigte sich und sprach: Hilf doch, König! Der König aber sprach zu ihr: Was fehlt dir? Sie sprach: Ach, ich bin eine Witwe, und mein Mann ist gestorben. Und deine Magd hat zwei Söhne. Die stritten miteinander auf dem Feld, und als die niemand retten dazwischen trat, da schlug einer den andern und tötete ihn. Und siehe, da nun ist die ganze Mannschaft gegen deine Magd aufgestanden, und sie sagen: Gib den her, der seinen Bruder erschlagen hat, damit wir ihn töten für die Seele seines Bruders, den er umgebracht hat, und damit wir auch den Erben vertilgen. Sie wollen so den Funken auslöschen, der noch übrig geblieben ist, um meinem Mann keinen Namen und keine Nachkommenschaft auf Erden zu lassen.

[4:31] Sie spricht also, dass manchmal Menschen unter dem Vorwand der Gerechtigkeit und des Kampfes gegen die Sünde nur ihre eigenen Interessen verfolgen.

[4:43] Da sprach der König zu der Frau: Geh heim, ich will deinetwegen Befehl geben. Da sprach die Frau von Tekoa zum König: Auf mir, mein Herr und König, sei die Schuld und auf dem Haus meines Vaters. Der König aber und du seist unschuldig. Der König sprach: Der gegen dich redet, den bringe zu mir, so soll er dich nicht mehr antasten. Sie sprach: Der König gedenke doch an den Herrn, deinen Gott, dass der Bluträcher nicht noch mehr Unheil anrichte und dass man meinen Sohn nicht verderbe. Er sprach: So wahr der Herr lebt, es soll kein Haar von deinem Sohn auf die Erde fallen. Und die Frau sprach: Lass doch deine Magd meinem Herrn, dem König, etwas sagen. Er sprach: Rede! Die Frau sprach: Warum hast du denn so etwas gegen das Volk Gottes im Sinn? Und mit dem, was der König geredet hat, hat er sich selbst schuldig gesprochen, weil der König den nicht zurückholen lässt, den er verstoßen hat.

[5:34] Interessant, dass innerhalb kürzester Zeit zwei Personen David konfrontieren, indem sie eine fiktive Geschichte erzählen, die Sympathie Davids sozusagen erwecken und ihm dann sagen: Du bist der Mann! Du bist es, denn du hast dich durch deine eigenen Worte verurteilt. Einmal war das bei Nathan im Kapitel 12 in Bezug auf Davids Sünde mit Batseba, und jetzt hier ein ganz ähnliches Prinzip.

[6:05] Denn wir müssen zwar gewiss sterben und sind wie das Wasser, das sich auf die Erde ergießt und dass man nicht wieder auffangen kann. Aber Gott will das Leben nicht hinwegnehmen, sondern sinnt darauf, dass der Verstoßene nicht von ihm verstoßen bleibe. Allein dieser Vers hier ist ein Schatz inmitten dieser Geschichte. Gott wünscht sich nicht den Tod der Gottlosen. Wir kennen die Stellen in Hesekiel 18, wo Gott das explizit sagt. Gott wünscht sich, dass alle Menschen gerettet werden. Wir wissen aus vielen Stellen der Bibel, dass das am Ende zwar nicht sein wird, weil viele Menschen sich gegen Gott entscheiden, aber Gott selbst hat niemals den Wunsch, Menschen von ihm wegzustoßen. Er hat immer den Wunsch, Menschen zu sich zu ziehen.

[6:46] Gott sinnt darauf, dass der Verstoßene nicht verstoßen bleibt. Wir sehen das später beim Volk Israel, dass selbst als sie ins Exil verstoßen wurden, dass Gott nach Wegen sucht, sie wieder zurückzubringen. Zu ihm. Wenn wir uns von Gott entfernt haben, dann sinnt Gott darauf, wie er uns wieder zurückbringen kann. Gott hat kein Interesse daran, dass wir verloren gehen. Er wünscht sich, dass du und ich bei ihm sind. Das wünscht er sich von ganzem Herzen. Deswegen vergibt er uns auch so gerne. Er freut sich, wenn er uns vergeben kann, wie Micha 7, Vers 18 und 19, uns deutlich sagen. Und diese Geschichte lehrt uns auch, dass Gottes Liebe für den Verlorenen auch uns ein Vorbild ist, dass wir genauso handeln sollen. Das ist die Botschaft, die diese Frau an David richtet.

[7:34] Dass ich nun gekommen bin, mit meinem Herrn, dem König, dies zu reden, geschah deshalb, weil das Volk mir Angst machte. Dann deine Magd aber sagte sich: Ich will doch mit dem König reden, vielleicht wird der König tun, was seine Magd sagt. Der König wird seine Magd erhören, dass er mich errette aus der Hand des, der mich samt meinem Sohn aus dem Erbe Gottes vertilgen will. Und deine Magd sagte sich: Das Wort meines Herrn, des Königs, wird mir gewissen Trost sein, denn mein Herr, der König, ist wie ein Engel Gottes, so ein Gutes und Böses anzuhören. Darum sei der Herr, dein Gott, mit dir. Der König antwortete und sprach zu der Frau: Verheimliche mir doch nicht, was ich dich frage. Die Frau sprach: Mein Herr, der König, rede!

[8:15] Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, danke, dass wir heute in dieser Geschichte lernen dürfen, dass du nicht den Tod des Gottlosen wünschst, sondern dass du darauf sinnt, dass der, der von dir verstoßen worden ist, nicht mehr verstoßen bleibt, sondern dass er zurückkehrt. Dass du nach Wegen suchst, wie du jeden Menschen zu dir zurückziehen kannst. Und Herr, so möchten wir dich heute bitten, dass du uns das ganz deutlich zeigst, dass wir das selbst erleben und auch anderen weitergeben. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.


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