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Tägliche Andachten

Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.

Dieser Podcast beinhaltet die folgenden Serien:


In dieser Folge von „Gott auf meiner Seite“ beleuchtet Christopher Kramp 2. Samuel 3:6-3:26, wo sich die Machtverhältnisse zwischen David, Isch-Boschet und Abner dramatisch verschieben. Abner wechselt die Seiten und arrangiert die Rückkehr von Davids Frau Michal, während er ganz Israel für David gewinnt. Die Episode kulminiert in Joabs Misstrauen und seiner eigenmächtigen Tat, die Abners Leben beendet, und bietet eine wichtige Lektion über voreilige Urteile und die Gefahr, anderen aufgrund vergangener Erfahrungen falsche Absichten zu unterstellen.


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Serie: Gott auf (m)einer Seite

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Transkript

[0:32] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu "Gott auf meiner Seite" heute mit 2. Samuel 3:6-3:26. Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, möchte ich dich bitten von ganzem Herzen, dass du heute wiederum durch deine Worte des Heiligen Geistes zu uns sprichst und dass wir lernen, auch wirklich zuzuhören und dass wir uns nicht versteifen auf unsere eigenen Ansichten und uns nicht widerspenstig allem guten Rat widersetzen, sondern dass wir bereit sind, belehrt zu werden, damit du zu uns sprechen kannst. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.

[1:21] Wir sind in 2. Samuel Kapitel 3. Der Krieg zwischen David und Isch-Boschet dauert eine Zeit an und David gewinnt immer mehr die Oberhand, während die Nordstämme unter Isch-Boschet immer mehr ins Hintertreffen geraten. Es heißt in Vers 6: "Solange nur der Krieg zwischen dem Haus Sauls und dem Haus Davids dauerte, Abner hielt fest zum Haus Sauls und hatte Sauls Nebenfrau gehabt, die hieß Rizpa, die Tochter des Aja." Und Isch-Boschet sprach zu Abner: "Warum bist du zu der Nebenfrau meines Vaters eingegangen?" Eine ziemlich delikate Sache. Wir werden das noch sehen, später in 1. Könige 2 können wir das auch schon mal im Vorfeld etwas studieren, dass in der damaligen kulturellen Tradition die Heirat oder das Verbinden mit der Nebenfrau des alten Königs gleichbedeutend war mit dem Inanspruchnahme eines Thronanspruches. Mit anderen Worten, was Isch-Boschet dem Abner eigentlich vorwirft, ist, dass er selbst durch bestimmte Ränke versucht, König zu werden. Und es wird nicht genau gesagt, ob das nur ein Vorwurf war oder ob tatsächlich ein solches Vergehen vorgelegen hat. Aber um diese politische Konstellation geht es.

[2:48] Es heißt weiter: Abner wurde aber sehr zornig über diese Worte Isch-Boschets und sprach: "Bin ich denn ein Hundskopf, der mit Juda hält noch heute? Ich erweise doch Treue dem Haus deines Vaters Saul und seinen Brüdern und seinen Freunden, und dass ich dich nicht in die Hand Davids ausgeliefert habe! Und du wirfst mir heute ein Vergehen mit dieser Frau vor? So tue Gott mir dies und das, wenn ich nicht dem David das halte, was der HERR ihm geschworen hat: dass ich das Königreich vom Haus Sauls wegnehme und den Thron Davids aufrecht über Israel und über Juda von Dan bis nach Beerscheba." Mit anderen Worten: in ganz Israel.

[3:25] Hier sehen wir allerdings auch, dass Abner offensichtlich, wie wir das schon an voriger Stelle gesehen haben, ganz genau wusste, dass Gott den David als König ausgewählt hat. Er hat also diese zwei Jahre in bewusster Rebellion gegen Gottes Plan seine eigenen Pläne durchsetzen wollen, indem er diesen Marionettenkönig Isch-Boschet installiert hatte. Aber auf den konnte er sich auch nicht verlassen. Und so entscheidet er sich jetzt auch, das zu tun, was Gott eigentlich ohnehin angekündigt hatte.

[4:00] Isch-Boschet konnte Abner aber kein Wort mehr antworten, so fürchtete er sich vor ihm. Wir sehen, wie sehr der König vom eigentlichen Machthaber, vom General, abhängig war. Und Abner sandte Abgesandte auf der Stelle Boten zu David und ließ ihm sagen: "Wem gehört das Land?" Auch diese Frage zeigt, wer die eigentliche Macht hatte. Und er ließ ihm noch sagen: "Mache einen Bund mit mir. Siehe, meine Hand soll mit dir sein, um ganz Israel auf deine Seite zu bringen." Und David sprach: "Gut, ich will einen Bund mit dir machen, aber eines verlange ich von dir, nämlich: Du sollst mein Gesicht nicht sehen, ohne mir zuvor Michal, die Tochter Sauls, zu bringen, wenn du kommst, um mit mir unter die Augen zu treten."

[4:39] Wir erinnern uns: David hatte damals Hals über Kopf in der Nacht fliehen müssen. Michal hatte ihm bei der Flucht geholfen, auch wenn sie danach behauptet hätte, David hätte sie bedroht. Seitdem haben sich wohl nie wieder gesehen. Saul hat dann seine Tochter mit einem anderen Mann zur Frau gegeben. Die Sache war also in Davids Augen immer noch ungelöst.

[5:02] Und David sandte Boten zu Isch-Boschet, dem Sohn Sauls, und ließ ihm sagen: "Gib mir meine Frau Michal, die ich mir um hundert Vorhäute der Philister zur Frau gewonnen habe." Isch-Boschet sandte hin und ließ sie von ihrem Mann Palti, dem Sohn des Lajisch, wegnehmen. Und ihr Mann ging mit ihr und weinte stets hinterher bis nach Bahurim. Da sprach Abner zu ihm: "Geh und kehre um!" Der Mann tut mir ehrlich gesagt ziemlich leid.

[5:27] Abner hatte auch eine Unterredung mit den Ältesten von Israel. Ihnen und sprach: "Ihr habt doch schon früher danach getrachtet, dass David euer König werden sollte. So führt es nun aus, denn der HERR hat von David gesprochen und gesagt: 'Durch die Hand meines Knechtes David will ich mein Volk Israel retten aus der Hand der Philister und aus der Hand aller ihrer Feinde.'"

[5:53] Jetzt fängt Abner an, seine enorme politische und militärische Macht dafür einzusetzen, dass das geschieht, was Gott längst angekündigt hatte. Und Abner redete auch vor den Ohren der Benjaminiter. Und danach ging Abner auch hin, um vor den Ohren Davids in Hebron all das zu reden, was Israel und dem ganzen Haus Benjamin wohlgefiel. Dass er gesondert mit den Benjaminitern sprach, hatte natürlich den Hintergrund, dass Benjamin als Stamm natürlich ganz besonders am Haus, an der Dynastie Sauls hing, weil Saul natürlich aus dem Stamm Benjamin gewesen war. Als nun auch die Benjaminiter, also ganz Israel, David entschieden wusste: die Sache ist klar.

[6:32] Als dann Abner mit zwanzig Männern zu David nach Hebron kam, bereitete David Abner und den Männern, die bei ihm waren, ein Mahl. Und Abner sprach zu David: "Ich will mich aufmachen und hingehen und ganz Israel zu meinem Herrn, dem König, versammeln, damit sie einen Bund mit mir machen und du König bist über alles, was dein Herz begehrt." So entließ David Abner, und er ging in Frieden fort.

[6:56] Und siehe, die Knechte Davids und Joab kamen von einem Streifzug und brachten große Beute mit sich. Abner war nicht mehr bei David in Hebron, sondern er hatte ihn entlassen, so dass er in Frieden weggezogen war. Als Joab mit dem ganzen Heer kam, teilte man Joab mit: "Abner, der Sohn Ners, ist zum König gekommen, und er hat ihn entlassen, so dass er in Frieden vorgegangen ist." Da ging Joab zum König hinein und sprach: "Was hast du getan? Siehe, Abner ist gekommen. Warum hast du ihn ziehen lassen, dass er gehen kann, wohin er will? Du kennst doch Abner, den Sohn Ners! Er ist gekommen, um dich zu überlisten und auszuspionieren und alles zu erkunden, was du tust."

[7:37] Interessant, dass Joab hier wiederum aufgrund seiner eigenen persönlichen biografischen Erfahrungen – Abner hatte durchaus viele schlimme Dinge getan – hier etwas Falsches unterstellt, was Abner, wie wir aus der Bibel wissen, in dem Fall gar nicht geplant hatte. Wie oft geschieht es, dass wir auch anderen falsche Absichten unterstellen, weil wir negative Erfahrungen gemacht haben. Aber in diesem Fall lägen wir dann in unserer Beurteilung völlig falsch. Und als Joab von David hinausgegangen war, sandte er Boten Abner nach, und sie holten ihn vom Brunnen Sira zurück. Aber David wusste nichts davon.

[8:16] Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, bitte hilf uns doch, dass wir nicht wie Joab anderen Menschen falsche Intentionen und böse Gedanken unterstellen, auch wenn wir vielleicht negative Erfahrungen in der Vergangenheit gemacht haben. Lass uns lernen, immer vom Besten erst einmal auszugehen und alles dir anzuvertrauen, statt unsere eigene Rache zu suchen. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.


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