In dieser Andacht zu 2. Timotheus 4:1-22 beleuchtet Christopher Kramp Paulus‘ letzte Ermahnungen an Timotheus. Er betont die Wichtigkeit, das unverfälschte Wort Gottes zu predigen und nüchtern im Glauben zu bleiben, selbst inmitten von Widrigkeiten und Abfall. Die Predigt ermutigt dazu, den guten Kampf des Glaubens zu kämpfen und auf die verändernde Kraft des Evangeliums zu vertrauen.
Gott auf (m)einer Seite: 2. Timotheus 4:1-4:22
Christopher Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: 2. TimotheusPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Tägliche Andachten
Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.
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Serie: Gott auf (m)einer Seite
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Transkript
[0:30] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu "Gott auf (m)einer Seite", heute mit 2. Timotheus Kapitel 4. Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir danke sagen, dass du uns dein Wort geschenkt hast. Herr, wir möchten dich bitten, dass du auch heute durch dein Wort zu uns sprichst, dass du uns zeigst, was die Wahrheit ist und dass du uns auch überführst von Sünde, dass du uns korrigierst, dass du uns zeigst, wo wir falsch gedacht haben. Und Herr, wir möchten uns bei dir entschuldigen und um Vergebung bitten, wo wir mit unserem Leben, mit unseren Gedanken, mit unseren Taten dir Unehre gemacht haben. Bitte erfülle uns mit deinem Heiligen Geist, dass wir in der Gerechtigkeit wachsen und lernen, wie du dir wünschst, dass wir leben. Sprich du jetzt durch dein Wort zu uns. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
[1:38] Wir beginnen heute 2. Timotheus Kapitel 4. Paulus hat am Ende von Kapitel 3 gerade, weil in der Endzeit es viele Menschen geben wird, die nur äußerlich Christen sind, aber die Wahrheit eigentlich durch ihr Leben und ihren Charakter verleugnen, den Timotheus darauf aufmerksam gemacht, dass ein wahrer Christ immer auch Widerstand erleiden wird. Er wird Verfolgung erleiden und muss deswegen ganz festhalten an diesem inspirierten Wort, an der Grundlage all dessen, was er glaubt. Denn so sagt Paulus: "Das Wort Gottes ist in seiner Gänze inspiriert. Alle Schrift ist von Gott eingegeben und dient dazu, dass wir belehrt werden, dass wir überführt werden von Sünde, zurechtgewiesen werden und erzogen werden in der Gerechtigkeit, damit wir für jedes gute Werk, das Gott für uns schon vorbereitet hat, völlig ausgerüstet sind."
[2:40] Wir lesen weiter in 2. Timotheus 4 ab Vers 1: "Daher, weil das so ist, daher bezeuge ich dir ernstlich vor dem Angesicht Gottes und des Herrn Jesus Christus, der Lebendige und Tote richten wird, um seiner Erscheinung und seines Reiches willen: Verkündige das Wort, tritt dafür ein, es sei gelegen oder ungelegen, überführe, tadle, ermahne mit aller Langmut und Belehrung."
[3:14] Weil es das Wort Gottes ist, das diese Kraft hat, sagt Paulus zu Timotheus: "Predige das Wort! Predige nicht irgendwelche Geschichten, predige nicht deine Eindrücke, predige nicht irgendwelche Erfindungen oder Theorien. Predige das Wort, weil das Wort kann lehren, das Wort kann überführen, das Wort kann zurechtweisen, das Wort kann uns erziehen. Das Wort brauchen wir." Und als Verkündiger sollten wir immer die Bibel predigen und nicht das, was andere über die Bibel gesagt haben, nicht menschliche Theorien. Die haben keine Kraft und werden nur verwirren und im schlimmsten Fall völlig von Gott wegführen.
[3:59] Paulus war das wichtig und er sagt zu Timotheus: "Ich bezeuge ernstlich vor Gott: Wenn du verkündigst, wenn du predigst, predige das Wort!" Lieber Freund, liebe Freundin, wenn du Andachten hältst in deiner Gemeinde, im Hauskreis, in deiner Familie, predige das Wort! Erzähl nicht einfach nur Geschichten, sondern nimm das Wort, wie es steht, erkläre Bibelvers mit Bibelvers. Und wenn du das tust, wird Gott dich segnen und die Verkündigung des Wortes wird Frucht bringen.
[4:31] "Tue das, es sei gelegen", sagt Paulus, "oder ungelegen." Egal, ob Menschen das gerade hören wollen oder ob ihnen die Ohren jucken nach etwas anderem. Predige das Wort und tu das mit Geduld, nicht mit einem Eifer, wie ihn Jehu gehabt hat, der sich selbst rühmen wollte, wie eifrig er sei. Nein, ermahne mit aller Langmut und Belehrung, wie jemand, der sich Zeit nimmt, um das Wort Gottes Schritt für Schritt verständlich zu machen.
[5:04] "Denn es wird eine Zeit kommen, da werden sie die gesunde Lehre nicht ertragen, sondern sich selbst nach ihren eigenen Lüsten Lehrer beschaffen, weil sie empfindliche Ohren haben", oder manche übersetzen auch, "um sich die Ohren kitzeln zu lassen, wonach ihnen die Ohren jucken", sozusagen. Ich glaube, wir sind schon lange in dieser Zeit angekommen, wo die gesunde Lehre der Bibel nicht mehr gern gehört wird, weder von denen, die sich gar nicht zum Christentum bekennen, noch von denen, die sagen, dass sie Christen sind, aber eigentlich lieber ein eigenes Evangelium sich zusammenbasteln als das, was die Bibel eindeutig offenbart.
[5:48] Und sie werden ihre Ohren von der Wahrheit abwenden und sich den Legenden zuwenden. Das ist passiert im Laufe der Jahrhunderte in der Kirchengeschichte, als die Menschen nicht mehr die Bibel im Zentrum ihres Glaubens hatten, sondern die Fabeln, die Legenden, die sich um bestimmte angeblich heilige Menschen rankten, und immer mehr diese Legenden das Wort Gottes überwucherten. Auch heute sind Menschen oft viel mehr interessiert an fiktionalen Geschichten, an ausgedachten Dingen, an Gerüchten, als an dem klaren, deutlichen, simplen Wort Gottes.
[6:32] "Du aber bleibe nüchtern in allen Dingen, erdulde die Widrigkeiten, tue das Werk eines Evangelisten, richte deinen Dienst völlig aus." In allem sollen wir persönlich nüchtern bleiben. Wenn die Welt ausrastet, wenn die Menschen alle fanatisch werden, wenn sie den gesunden Menschenverstand verlieren, lasst uns nüchtern sein. Gläubige Menschen, die dem Wort Gottes folgen, werden nicht schwärmerisch sein, nicht den Gefühlen nachgehen. Sie werden nüchtern das Wort Gottes studieren. Und wenn dann Theorien aufkommen, die vielleicht sogar ganz populär sind, die vielleicht scheinbar auf den ersten Blick auch ganz gut oder mehr oder weniger gut zur Bibel zu passen scheinen, werden sich echte Christen nicht einfach davon mitschwemmen lassen, sondern nüchtern prüfen, ob das, was jetzt als neues Licht gepredigt wird, ob es wirklich dem biblischen Evangelium entspricht. Und wenn nicht, werden sie sich davon distanzieren.
[7:38] "Denn ich werde schon geopfert, und die Zeit meines Aufbruchs ist nah." Paulus wusste, er wird nicht mehr lange zu leben haben. Es waren mit die letzten Worte, die er hier schrieb. Und ein Mensch, der weiß, dass er nicht mehr lang zu leben hat, der überlegt sich ganz genau, was er sagt. Seine Worte tragen besonderes Gewicht. In ihnen kulminiert all die jahrzehntelange Erfahrung, die Paulus gehabt hat im Werk Gottes. Er hat das Wichtigste zusammengefasst, was ihm so am Herzen lag, dass Timotheus das auf jeden Fall nicht vernachlässigt: das Wort Gottes, die Predigt dessen, was Jesus für uns getan hat, die Nüchternheit und die Treue auch unter unangenehmen Widrigkeiten.
[8:34] "Ich habe den guten Kampf gekämpft, den Lauf vollendet, den Glauben bewahrt. Von nun an liegt für mich die Krone der Gerechtigkeit bereit, die mir der Herr, der gerechte Richter, an jenem Tag zuerkennen wird, nicht aber mir allein, sondern auch allen, die seine Erscheinung lieb gewonnen haben." Paulus konnte sagen, er, der im Philipperbrief gesagt hat: "Ich habe es noch nicht ergriffen, ich strecke mich aus." Er konnte sagen: "Ich habe den guten Kampf gekämpft, den Lauf vollendet."
[9:10] Das christliche Leben ist nicht ein Hamsterrad. Das christliche Leben ist ein Wachstum. Es beginnt und es hat ein Ziel. Und wir dürfen glauben und hier von Paulus lernen, dass ein Mensch am Ende seines Lebens auch wirklich gewiss sein darf und sicher sein darf, dass er den Kampf gekämpft hat, den Lauf vollendet hat, dass er am Ziel angekommen ist und den Glauben bewahrt hat.
[9:47] Lieber Freund, liebe Freundin, lasst uns heute diese Entscheidung fällen, jeden Tag unser Leben Jesus in die Hände zu legen. Denn wenn ich heute glaube und wenn ich morgen mich entscheide zu glauben und übermorgen mich entscheide zu glauben, dann werde ich am Ende meines Lebens zurückschauen können und sagen können: "Ich glaube, ich habe den Glauben bewahrt."
[10:12] Paulus wusste, wenn er stirbt, kommt er nicht direkt in den Himmel. Die biblische Lehre sagt deutlich, dass wenn ein Mensch stirbt, er schläft bis zum Tag der Auferstehung. Und dann, wenn Jesus wiederkommt, sagt Paulus, dann, wenn ich auferstehen werde, dann werde ich die Krone der Gerechtigkeit erhalten. Und alle, die sich auf seine Erscheinung, auf das Kommen Jesu freuen und entsprechend glauben und leben.
[10:44] "Beeile dich, bald zu mir zu kommen." Paulus wollte so gerne Timotheus noch einmal von Angesicht zu Angesicht sehen. "Denn Demas hat mich verlassen, weil er die jetzige Weltzeit lieb gewonnen hat und ist nach Thessalonich gezogen. Kreszens nach Galatien, Titus nach Dalmatien."
[11:04] Demas kommt schon in früheren Briefen vor, zum Beispiel im Kolosserbrief, als ein Mitarbeiter des Paulus. Was für eine Tragödie, dass dieser junge Mann diese Welt so lieb gewonnen hat, dass er den Dienst für Gott und die Zusammenarbeit mit Paulus verlassen hat, den Glauben abgesagt hat, um in dieser Welt reich zu werden. Was für eine traurige Geschichte! Wir hören von Demas dann nichts weiter. Er hat die schlimmste, die schlechteste Entscheidung gefällt, die man nur fällen kann. Lieber Freund, liebe Freundin, verlasse niemals Jesus und niemals den Glauben und das Wort Gottes!
[11:56] "Nur Lukas ist bei mir. Nimm Markus zu dir und bringe ihn mit, denn er ist mir sehr nützlich zum Dienst." Auch das ein ganz unglaublich schöner Vers. Es ist dieser Markus, Johannes Markus, der Schreiber des zweiten Evangeliums, den Paulus nicht bei der zweiten Missionsreise dabei haben wollte, weil er zuvor in der ersten Missionsreise Angst bekommen hatte und bei der Ankunft in Kleinasien nicht mehr dabei sein wollte und dann wieder zurückgefahren ist. Und deswegen, als Barnabas bei der zweiten Missionsreise vorgeschlagen hatte, ihn wieder mitzunehmen, Paulus so kategorisch dagegen war, dass es sogar zur Spaltung zwischen Barnabas und Paulus kam.
[12:48] Aber Markus hatte sich gewandelt. Markus war gereift. Er hatte Erfahrung mit Gott gemacht und über die Jahre und Jahrzehnte hat es sich gezeigt, dass er ein wertvoller Arbeiter ist. Und jetzt am Ende seines Lebens muss Paulus, der einmal dachte, dass man Markus nicht gebrauchen könnte, feststellen, dass er sehr nützlich ist zum Dienst. So nützlich, dass er sich in seinen letzten Tagen wünscht, dass auch Markus ihn noch persönlich besucht. Was für ein Zeugnis für die umwandelnde Kraft des Evangeliums, die uns hilft, auch Menschen mit neuen Augen zu sehen. So schnell haben wir uns ein Urteil erlaubt, so schnell Menschen in Schubladen gesteckt. Aber wenn wir mit Gott zusammenarbeiten, dann werden wir erleben, wie Gott auch unser Urteil über Menschen verändert, weil wir sehen, wie Gott auch an den Menschen selbst wirkt und wie sich dieser Mensch durch Gottes Gnade und Gottes Kraft verändert.
[13:44] "Tychikus aber habe ich nach Ephesus gesandt. Den Reisemantel, den ich in Troas bei Karpus ließ, bringe mit, wenn du kommst, auch die Bücher, besonders die Pergamente."
[13:56] "Alexander der Schmied hat mir viel Böses erwiesen. Der Herr vergelte ihm nach seinen Werken. Vor ihm hüte auch du dich, denn er hat unseren Worten sehr widerstanden." Immer wieder hat der Satan einzelne Personen, die versuchen, durch ihr Wirken, durch ihr Handeln den Gläubigen, den Menschen, die für Gott eintreten, Knüppel zwischen die Beine zu werfen. Und es ist wichtig, vor ihnen zu warnen. Wir dürfen wissen, dass Gott und seine Kraft immer stärker sind.
[14:30] "Bei meiner ersten Verteidigung vor Nero stand mir niemand bei, sondern alle verließen mich. Es werde ihnen nicht angerechnet." Paulus berichtet, wie dieses Verhör, dieses erneute Verhör vor Nero abgelaufen ist. Niemand von seinen Freunden, niemand von den Gemeindegliedern in Rom, niemand war mutig genug, sich neben Paulus vor Nero zu stellen und Paulus zu verteidigen. Niemand. Er stand ganz alleine da.
[14:59] Aber Paulus war deswegen nicht bitter. Er hat es ihnen nicht nachgetragen. Paulus hatte ein sehr mitfühlendes und liebevolles Herz. Es kann sein, dass auch wir manchmal enttäuscht werden, wo wir dachten, dass Menschen zu uns halten sollten und dann aus Angst oder aus anderen Gründen sich von uns abgewandt haben. Mögen wir die Haltung von Paulus haben, der ihnen das nicht nachgetragen hat.
[15:28] "Der Herr aber stand mir bei und stärkte mich, damit durch mich die Verkündigung völlig ausgerichtet würde und alle Heiden sie hören können. Und so wurde ich erlöst aus dem Rachen des Löwen." Auch wenn kein Mitarbeiter, kein Freund, kein Gemeindeglied in Rom sich traute, neben Paulus zu stehen, Paulus stand doch nicht alleine. Auch wenn für das menschliche Auge er ganz alleine vor Nero stand, war er nicht alleine. Er sagte: "Der Herr stand bei mir." Wenn alle menschliche, alle irdische Stütze versagt, Gott ist bei uns. Er, der bei den drei Freunden Daniels mit im Ofen war, stand neben Paulus vor Nero und hat ihm geholfen, vor dieser großen Versammlung am Kaiserhof in Rom das Evangelium von Jesus Christus mit Vollmacht zu verkündigen. Und so wurde er erlöst aus dem Rachen des Löwen.
[16:29] "Der Herr wird mich auch von jedem boshaften Werk erlösen und mich in sein himmlisches Reich retten. Ihm sei die Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen." Mögen diese Worte auch unser Glaubensbekenntnis sein, dass Gott uns von jedem sündigen, boshaften, schlechten Werk erlösen wird, nicht in den boshaften Werken erlösen, sondern von ihnen erlösen, und er wird uns in sein himmlisches Reich retten. Und er, Jesus Christus, ihm sei alle Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.
[17:11] "Grüße Priska und Aquila und das Haus des Onesiphorus, den wir schon am Anfang des Briefes kennengelernt haben. Erastus blieb in Korinth, Trophimus aber ließ ich in Milet krank zurück. Beeile dich, vor dem Winter zu kommen." Immer wieder ist dieser Punkt so deutlich: "Timotheus, ich möchte dich noch einmal sehen."
[17:32] "Es grüßen dich Eubulus und Pudens und Linus und Claudia und alle Brüder. Der Herr Jesus Christus sei mit deinem Geist! Die Gnade sei mit euch! Amen."
[17:47] Möge der Herr Jesus Christus auch mit deinem Geist sein und mit meinem Geist. Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, danke für diese letzten Worte, die wir von Paulus überliefert haben, die in aller Ernsthaftigkeit und Dringlichkeit zeigen, worauf es wirklich ankommt: dass wir in einer Zeit, in der die Menschen nur noch Fabeln hören wollen und die Bibel verdrehen, wir uns ganz fest auf dein unveränderliches Wort gründen, dass wir festhalten an dem Evangelium, wie es uns übergeben worden ist, und dass wir daran glauben, dass du uns von jedem boshaften Werk erlösen wirst, dass wir durch deine Kraft und durch deine Hilfe den Lauf vollenden können, den Glauben bewahren können und den guten Kampf des Glaubens kämpfen können. Und dass wir, die wir uns darauf freuen, dass du, Herr Jesus, bald wiederkommst, auch wir die Krone der Gerechtigkeit erhalten werden und in dein himmlisches Reich gerettet werden. Herr, dafür danken wir dir von ganzem Herzen und beten im Namen Jesu. Amen.
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