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Tägliche Andachten

Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.

Dieser Podcast beinhaltet die folgenden Serien:


In dieser Folge der Serie „Gott auf (m)einer Seite“ beleuchtet Christopher Kramp Hiob Kapitel 20 und 21. Er analysiert Zofars wiederholte Anschuldigungen, Hiobs Leid sei eine direkte Folge seiner Gottlosigkeit und unrechtmäßigen Bereicherung. Kramp zeigt auf, wie Hiob diese einfache Gleichung leidenschaftlich infrage stellt und auf die komplexe Realität verweist, in der es auch Gottlosen gut gehen kann. Die Episode betont die tiefe Sehnsucht Hiobs, gehört und verstanden zu werden, und unterstreicht die Wichtigkeit von Empathie im Umgang mit Leid.


Weitere Aufnahmen

Serie: Gott auf (m)einer Seite

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Transkript

[0:32] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu Gott auf (m)einer Seite, heute mit Seite 567. Lasst uns gemeinsam beten.

[0:38] Lieber Vater im Himmel, danke, dass unser Erlöser Jesus lebt, dass er jetzt vor dir steht und auch dieses Gebet vor dich bringt. Und danke, dass er für uns eintritt, sich hinter unser Anliegen stellt. Danke, dass er Mensch geworden ist, dass er für uns am Kreuz gestorben ist und dass er auferstanden ist, um jetzt unser Hohepriester zu sein und bald unser wiederkommender König. Herr, wir möchten erneut unser Leben in deiner Hand legen, weil wir wissen, dass du uns retten willst und retten kannst. Sprich durch dein Wort jetzt zu uns. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.

[1:23] Wir sind in Hiob und beginnen mit Kapitel 20. Hiob hat in Kapitel 19 inmitten seines unfassbar großen Leides seinem unerschütterlichen Glauben Ausdruck verliehen: „Ich weiß, dass mein Erlöser lebt.“ In Hiob 20 beginnt es in Vers 1...

[1:42] Da antwortet Zofar, der Naamatiter, und sprach: „Darum veranlassen mich meine erregten Gedanken zu einer Antwort, und deswegen drängt es mich zu reden. Eine Zurechtweisung zu meiner Schande muss ich hören, aber mein Geist treibt mich zu antworten um meiner Einsicht willen. Hast du dies nicht von alter Herzeit erkannt, seitdem der Mensch auf die Erde gesetzt wurde, ist das Frohlocken der Gottlosen kurz und die Freude der Frevler währt nur einen Augenblick? Wenn auch sein Stolz bis zum Himmel reichte und sein Haupt die Wolken berührte, so geht er doch gleich seinem Kot auf ewig runter. Die ihn gesehen haben werden sagen: Wo ist er? Wie ein Traum verfliegt man, wird ihn nicht mehr finden. Er wird weggeschickt wie ein Nachtgesicht. Das Auge, das ihn sah, sieht ihn nicht wieder, und er blickt ihn nicht mehr an seinem Ort. Seine Söhne müssen die Armen entschädigen, und seine Hände sein Vermögen wieder herausgeben. Seine Gebeine waren voller Jugendkraft, der liegt mit ihm im Staub.“

[2:47] Ist das Böse noch so süß in seinem Mund, und dass er es unter seiner Zunge weidet, dass er es nicht lassen kann und an seinem Gaumen festhält, so verwandelt sich doch seine Speise in seinen Eingeweiden, wird zu Schlangengift in seinem Innern. Den Reichtum, den er verschlungen hat, muss er wieder von sich geben. Gott treibt es ihm aus seinem Bauch heraus. Zofar scheint zu implizieren, dass Hiob sich unrechtmäßig bereichert hatte, dass der große, außergewöhnliche Reichtum, der ja in Kapitel 1 bezeugt, dass der in Kapitel 1 genommen worden ist, als Satan es erlaubt worden, dass ihm alles zu nehmen, fast alles, was er hatte. Dieser Reichtum, sagt Zofar, den musst du unrechtmäßig erworben haben, denn nur einem Gottlosen passiert es, dass er unrechtmäßigen Gewinn wieder verliert.

[3:49] „Schlangengift gesaugt, darum wird ihn die Zunge der Otter töten. Er wird seine Lust nicht sehen an den Bächen, den Strömen von Honig und von Milch. Den Gewinn muss er zurückgeben, und er kann ihn nicht verschlingen. An dem Reichtum, den er erwarb, wird er nicht froh, denn er hat Arme misshandelt und sie liegen lassen, hat ein Haus beraubt, anstatt gebaut. Seinen Bauch kannte keine Ruhe vor seiner Begehrlichkeit. Es blieb nichts verschont entgegen seiner Freßlust. Darum wird auch sein Gut nicht Bestand haben. Mitten in seinem Überfluss wird er in Not geraten. Alle Hände der Unglücklichen kommen über ihn. Es wird geschehen, während er seinen Bauch noch füllt, wird Gott die Glut seines Zorns über ihn senden und sie auf ihn regnen lassen in seine Eingeweide hinein. Flieht er vor eisernen Waffen, so wird ihn der eherne Bogen durchbohren. Er zieht an dem Pfeil, und er kommt aus dem Rücken, und blitzend fährt er aus seiner Galle. Todesschrecken kommen über ihn. Alles Finsternis ist aufgespart für seine Schätze. Ihn wird ein Feuer verzehren, das nicht angefacht wird. Übel wird es dem ergehen, der in seinem Zelt übrig geblieben ist. Der Himmel wird seine Schuld offenbaren, und die Erde sich gegen ihn empören. Der Ertrag seines Hauses fährt dahin, muss zerrinnen am Tag seines Zorns.“

[5:05] Also, Gottes Zorn ist das, ist das Teil des gottlosen Menschen von Gott, das Erbe, das Gott ihm zugesprochen hat. Zofar bringt letztlich nicht wirklich etwas Neues, sondern wiederholt diese implizite Anschuldigung: Hiob, du musst ein Sünder, du musst gottlos sein, denn ansonsten würde dir so etwas nicht passieren. Was dir passiert, passiert den Gottlosen.

[5:32] Darauf antwortete Hiob und sprach: „Hört, hört doch an, was ich zu sagen habe! Das soll der Trost sein, den ihr mir gewährt.“

[5:42] Für Hiob wäre es schon tröstlich gewesen, wenn man ihm zugehört hätte, aber nicht versucht hätte, mit den vermeintlich korrekten theologischen Konstrukten ihn geradebiegen zu wollen, was fürchterlich daneben ging, weil man die Situation nicht verstand. Wenn man ihm nur zugehört hätte, es hätte ihm schon geholfen. Wie viele Menschen heute wären froh, wenn sie Menschen hätten, die ihnen zuhören würden und ihnen ein Ohr leihen würden.

[6:10] „Erlaubt mir, dass ich rede, und nachdem ich gesprochen habe, magst du spotten. Richte ich etwa eine Klage an einen Menschen? Und warum sollte ich nicht ungeduldig sein? Wendet euch zu mir und staunt, und legt die Hand auf den Mund! Ja, wenn ich daran denke, so ist es schrecklich, und zittert fast mein Leib. Warum leben denn die Gottlosen, werden alt, groß und stark?“

[6:37] Hiob dreht jetzt die Sache und sagt: „Moment mal, es ist nicht so einfach, wie ihr denkt. Es gibt auch Fälle, wo Gottlose alt und groß und stark wirksam gedeiht vor ihrem Angesicht um sie her, und ihre Schützlinge sind vor ihren Augen. Ihre Häuser haben Frieden, keine Furcht, die Rute Gottes schlägt sie nicht. Sein Stier bespringt und nicht umsonst, seine Kuh kalbt ohne Fehlgeburt.“ Das Leben ist nicht so einfach, wie es die Freunde von Hiob darstellen wollen, die es schlechter geht, herzgesund nicht, sondern Hiob weiß aus eigener Anschauung: Es gibt auch Gottlose, denen es die ganze Zeit richtig gut geht, und es gibt ihn, der an Gott festgehalten hat, dem es sehr schlecht geht, und er wünscht sich, dass das einfach gehört wird.

[7:24] Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, vergib uns, wo wir zu viel gesprochen haben und zu wenig gehört haben. Schenke du uns echte, echte geistliche Empathie, die bereit ist zu hören, was der andere sagt und ihn besser zu verstehen. Darum bitten wir dich im Namen Jesu. Amen.


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