In dieser Folge der Serie „Gott auf (m)einer Seite“ beleuchtet Christopher Kramp Hiob 21:11-22:16. Er analysiert Hiobs Argumentation, dass es den Gottlosen oft gut geht und sie nicht immer sofort bestraft werden, was im Widerspruch zur Ansicht seiner Freunde steht. Anschließend widmet er sich der zweiten Rede des Elifas, der Hiob direkt der Sünde bezichtigt und ihm vorwirft, Gottes Gerechtigkeit zu leugnen. Das Video betont die Komplexität des Lebens und Gottes Wege, die menschliches Verständnis oft übersteigen.
Gott auf (m)einer Seite: Hiob 21:11-22:16
Christopher Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: Bibel, HiobPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Tägliche Andachten
Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.
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Serie: Gott auf (m)einer Seite
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Transkript
[0:31] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu "Gott auf meiner Seite", heute mit Seite 568. Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, wir kommen auch heute zu dir und wollen hören, was du uns zu sagen hast. Eröffne unsere Ohren und unsere Herzen, damit wir dich, dein Wesen, die Prinzipien deines Reiches, deine Botschaft für diese Zeit, für die ganze Welt besser verstehen können. Herr, segne uns durch dein Wort, so wie du es versprochen hast, und mache uns zu Menschen, die in ihrem alltäglichen Leben immer mehr von deiner Herrlichkeit, deinem Charakter weitergeben. Herr, das wünsche ich für mich und für jeden einzelnen, der dieses Video sieht. Segne uns durch dein Wort, so wie du versprochen hast. Erfülle uns mit deinem Heiligen Geist. Amen.
[1:28] Wir sind in Hiob Kapitel 21. Hiob antwortet auf die zweite Rede des Zofar und macht deutlich, dass es keineswegs so ist, dass es den Gottlosen immer nur gleich schlecht geht, sondern er hat beobachtet, dass es vielen Gottlosen oft ausgesprochen gut geht. Etwas, das erstaunlich ist, aber trotzdem eine Realität in diesem Leben. Wir lesen weiterhin fest, wo Hiob über diese Gottlosen spricht: „Ihre Jungen lassen sie ausziehen wie eine Schafherde, und ihre Kinder hüpfen herum. Die singen laut Harfe und Laute und sind fröhlich beim Klang der Schalmei. Sie verbringen ihre Tage in Wohlleben und fahren in einem Augenblick in das Totenreich.“ Im Nu ist die Idee also, dass es nicht plötzlich, unerwartet ist, sondern ohne langen Leidensweg, ohne große Schmerzen.
[2:21] Und doch sprechen sie zu Gott: „Weiche von uns! Nach der Erkenntnis deiner Wege fragen wir nicht. Was ist schon der Allmächtige, dass wir ihm dienen sollten? Und was nützt uns, ihn anzurufen?“ Hiob macht deutlich: Es gibt Menschen, die als Gottlose sterben, und in diesem Leben scheinen sie keine großen Konsequenzen davon gespürt zu haben.
[2:50] Die Bibel zeigt jetzt, dass das gerechte Urteil nicht in diesem Leben zuallererst zu erwarten ist, sondern am Ende der Zeit, im letzten Gericht. Das Leben hier auf dieser Erde ist zunächst einmal komplexer und unübersichtlicher, als es die Freunde gerne haben wollen. Das ändert nichts an der Tatsache, dass wirklich jede Sünde ihren verdienten Lohn empfangen wird, nämlich den ewigen Tod.
[3:18] Doch sie: „Ihr Glück liegt nicht in ihrer Hand! Darum sei der Rat der Gottlosen fern von mir!“ Hiob sagt, das soll aber nicht dazu führen, dass er diesem Weg folgen will. Er beobachtet nur, dass das so ist, aber er möchte nicht so sein wie die Gottlosen. „Der Rat der Gottlosen entfernt von mir!“ Es erinnert an Psalm 1, der nicht wandelt nach dem Rat der Gottlosen. Denn ein Gottloser ist nicht in seiner Hand, ob es ihm gut oder schlecht geht. „Wie oft erlischt die Leuchte der Gottlosen? Oder als ihr Unglück, das ihnen Verderben zuteilt, in seinem Zorn? Es kommt eben doch auch oft sehr, sehr oft vor, dass Gottlose schon in diesem Leben schwere Konsequenzen zu spüren haben.
[4:04] Werden sie wie Spreu, wie Stroh vor dem Wind und wie Spreu, die der Sturm entführt. Das passt zu Psalm 1. Dort heißt es: Sie bestehen nicht zu, die Gottlosen, sondern sie sind wie Spreu, die der Wind verweht. Wir denken da auch an Daniel Kapitel 2, als die Statue dann durch den Stein, Symbol für das Reich Gottes, das durch die Wiederkunft Jesu eingeleitet wird, zersplittert und die Überreste vom Wind wie Spreu auf der Sommertenne weggetragen werden.
[4:39] „Spart Gott das Unglück des Gottlosen für seine Kinder auf? Ihm selbst sollte er vergelten, so dass er es weiß. Seine eigenen Augen sollen sein Verderben sehen, und den Zorn des Allmächtigen soll er selbst trinken.“
[4:52] Hiob möchte deutlich machen: Es ist nicht fair, fände er, sollte Gott die Schuld eines Menschen auf seine nachfolgende Generation legen. Denn wir wissen aus der Bibel auch an anderer Stelle, dass niemals ein Sohn für die Sünden seines Vaters stirbt oder umgekehrt ein Vater für die Sünden seines Sohnes stirbt. Aber wir wissen auch sehr wohl, dass die Missetat Konsequenzen hat. Gott achtet darauf, dass bis ins dritte und vierte Glied die Sünde sich im Leben einer Generation weiter – nicht vererbt ist das falsche Wort – aber weiter getragen wird, durch Beispiel gelehrt wird und das Leben von ganzen Generationen oft kaputt macht, die davon betroffen sind.
[5:37] „Seine eigenen Augen sollen sein Verderben sehen, und den Zorn des Allmächtigen soll er selbst trinken. Denn was liegt ihm an seinem Haus nach seinem Tod, wenn die Zahl seiner Monate abgerissen ist? Kann man Gott Erkenntnis lehren, da er es doch ist, der die Hohen richtet? Der eine stirbt im Vollbesitz seiner Kraft, vollkommen ruhig und satt. Doch seine Tröge fließen über von Milch, und das Mark seiner Gebeine ist getränkt. Der andere aber stirbt mit betrübter Seele und hat nie Gutes geschmeckt. Gemeinsam legen sie im Staub, und Würmer bedecken sie beide. Seht, ich kenne eure Überlegungen und die listigen Pläne, mit denen ihr mir Unrecht tun wollt, wenn ihr denkt: Wo ist das Haus des Fürsten, und wo ist das Zelt, bei dem die Gottlosen wohnten? Habt ihr nicht die befragt, die auf dem Weg vorüberzogen, und habt ihr ihre Hinweise nicht beachtet, dass der Böse verschont wird am Tag des Unglücks und dem Tag des Zorns entgeht?“
[6:27] Die Freunde hatten immer wieder Hiob vorgeworfen, nicht darauf zu hören, was die Alten sagen und was man doch schon immer beobachtet hat. Aber Hiob dreht den Spieß um und sagt: Kennt ihr nicht diese Beobachtungen aus dem realen Leben, die auch andere schon gemacht haben?
[6:41] „Wer kann ihm ins Angesicht seinen Wandel vorhalten und sein Tun? Wer vergilt es ihm? Doch er wird feierlich zu Grabe getragen, und über seinem Grab hält man Wache.
[6:54] Angenehm sind ihm die Schollen des Tales. Hinter ihm her zieht jedermann, und vor ihm her eine unzählbare Schar. Was tröstet ihr mich damit mit Nichtigkeiten? Eure Antworten sind nichtig.“
[7:07] Darauf antwortete Elifas, der Temaniter, und sprach: „Kann ein Mann Gott etwas nutzen? Es nützt der Verständige nur sich selbst. Hat der Allmächtige Freude, wenn du gerecht bist? Ist es ihm ein Gewinn, wenn du in Unschuld wandelst?“
[7:22] Ein sehr merkwürdiges Bild von Gott, das Elifas hier hat. Er hat einen sehr verzerrten, einen verzerrten Eindruck von Gott, so als ob es Gott egal wäre, ob wir gut oder schlecht sind, ob wir gerecht oder ungerecht sind.
[7:35] „Straft er dich etwa wegen deiner Gottesfurcht oder geht er deshalb mit dir ins Gericht? Sind nicht deine Missetaten groß und deine Schulden ohne Ende?“
[7:44] Und jetzt wird er fast sehr deutlich, was er vorher immer wieder andeutungsweise hat rüberbringen wollen und auch seine beiden Freunde.
[7:51] „Du hast deine Brüder grundlos gepfändet und den Entblößten die Kleider ausgezogen. Du hast den Ermatteten kein Wasser zu trinken gegeben und dem Hungrigen das Brot verweigert. Dem Gewalttätigen gehört das Land, und der Angesehene wohnt darin.“
[8:04] Hier ist eine Anspielung darauf, dass Hiob so einflussreich war, so groß war im Land des Ostens. Und Elifas zum Beispiel deutlich machen: Das kann ja nur so gewesen sein, dass du dir es mit Gewalt genommen hast.
[8:19] „Du hast Witwen leer fortgeschickt, und die Arme der Waisen wurden zerbrochen. Deshalb waren ringsum dich her Fallen, sodass dich plötzlich Schrecken überfielen. Oder siehst du die Finsternis nicht und die Wasserfluten, die dich bedeckt haben? Ist Gott nicht so hoch wie der Himmel? Sieh doch die höchsten Sterne, wie hoch sie stehen! Und du denkst: Was weiß Gott? Sollte er durch das Wolkendunkel hindurch richten? Die Wolken sind eine Hülle für ihn, so dass er nicht sehen kann, und er wandelt auf dem Himmelsgewölbe umher.“
[8:48] Elifas unterstellt Hiob, dass dieser geheim sündigen zu können glaubt und zu glauben, dass Gott es dann nicht mitbekommt.
[8:55] „Willst du denn den Weg der Vorzeit befolgen, den Pfad, auf dem die Frevler einhergingen, die vor ihrer Zeit weggebracht wurden, deren Fundamente ein Strom wegriss?“
[9:05] Elifas bezieht sich hier auf die Menschen vor der Sintflut, deren Fundamente durch den Wasserstrom der Sintflut weggerissen worden sind. Die Frevler, die nicht starben, so als wären sie alt gewesen, wie die Menschen vorher, sondern die starben, weil Gott sie im Gericht weggenommen hat. Also eine Zeit, in der diese Begebenheit, diese Geschichte auch der Sintflut noch relativ, relativ frisch in Erinnerung gewesen ist.
[9:35] Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, wir danken dir, dass dein Wort uns die Realität dieses Lebens deutlich zeigt und durch deine Gegenwart auch aufzeigt, so dass wir verstehen, dass es in all dem, was wir sehen, da deine Hand zu beobachten gibt, dass wir aber auch sehen, dass das Leben sehr komplex ist, dass wir nicht mit unseren eigenen menschlichen Ideen und Konstrukten alles erklären können, sondern es viele Dinge gibt, die unseren Verstand übersteigen, und dass wir dann vertrauen müssen, dass du trotzdem alles richtig machst und tust. Herr, bitte hilf uns, dass wir keinen falschen Eindruck von dir bekommen, sondern dass wir dich so kennenlernen, wie du wirklich bist, und dass wir auch anderen nicht ein falsches Bild von dir vermitteln, sondern aus Erfahrung erzählen, was du für uns getan hast. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
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