Veröffentlicht am
310 Klicks

Podcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts

Tägliche Andachten

Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.

Dieser Podcast beinhaltet die folgenden Serien:


In dieser Folge der Serie „Gott auf (m)einer Seite“ taucht Christopher Kramp tief in die Kapitel 24 bis 26 des Buches Hiob ein. Er beleuchtet Hiobs Klage über die Ungerechtigkeit in der Welt und die scheinbare Untätigkeit Gottes, die er den oberflächlichen Argumenten seiner Freunde gegenüberstellt. Besonders hervorgehoben wird Hiobs beeindruckende Rede über Gottes Souveränität und Weisheit in der Schöpfung. Die Folge lädt dazu ein, über die zeitlosen Fragen des Leidens und des Vertrauens in Gottes Plan nachzudenken.


Weitere Aufnahmen

Serie: Gott auf (m)einer Seite

  • 0:0
  • 0:0
  • 0:0

Transkript

[0:30] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu "Gott auf meiner Seite" heute mit Seite 570. Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, danke, dass wir dein Wort haben und danke, dass wir uns täglich damit beschäftigen können. Gib, dass wir es noch viel mehr schätzen, dass wir noch viel mehr Autorität in deinem Wort legen, auch für unser persönliches Leben. Dass wir dein Wort höher einschätzen als unsere eigene Meinung, dein Wort höher einschätzen als unsere eigenen Gefühle, unsere eigenen Grundsätze. Dass wir wirklich nicht nach dem handeln, was wir denken, sondern was dein Wort sagt. So bitten wir dich, dass du auch heute durch den Heiligen Geist zu uns sprichst und dein Wort offenbarst. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.

[1:21] Wir sind in Hiob Kapitel 24. Hiob zeichnet gerade ein Bild der Ungerechtigkeit in der Gesellschaft seiner Zeit und hat das verbunden mit der Frage, warum Gottes Gericht nicht schon eher diesen Sachen Einhalt gebietet. In Vers 6 lesen wir: "Sie ernten das Futter auf dem Feld und halten Nachlese im Weinberg des Gottlosen. Entblößt bringen sie die Nächte zu, sie haben kein Gewand und wenn es kalt wird, keine Decke. Vom Regen der Berge werden sie durchnässt, und weil sie keine Zuflucht haben, klammern sie sich an den Felsen. Man reißt das Waisenkind von der Brust, und aus der Armenhand nimmt man als Pfand. Entblößt gehen sie umher ohne Gewand, sie müssen Garben tragen und hungern dabei. Innerhalb der Mauern der Reichen pressen sie Öl, treten die Kelter und müssen doch Durst leiden. Von der Stadt her ächzen Sterbende, und die Seele der Erschlagenen schreit. Wie, Gott achtet nicht auf das Unrecht?"

[2:25] Eine ganz beeindruckende Passage. Wir sehen hier zum einen ganz eindrücklich, wie schon zur Zeit von Hiob, einige Zeit nach der Sintflut, das gesellschaftliche Leben wieder von Sünde und Ungerechtigkeit geprägt war, wie wir es heute noch sehen können überall auf der Welt. Und das hat sich in der Zwischenzeit nie wirklich verändert. Wir sehen hier diese alte Frage, die Hiob bewegt, die danach noch viele, viele Menschen bewegt hat: Warum lässt Gott das zu? Warum, warum geschieht das diesen Menschen? Die Argumentation seiner Freunde war gewesen: Jedem, dem es schlecht geht, der muss ein Gottloser gewesen sein. Aber Hiob zeigt: So ist es nicht. Ungerechtigkeit hat Konsequenzen weit über das Persönliche hinaus. Unschuldige sind davon betroffen. Das macht übrigens die Sünde so hassenswert in Gottes Augen, weil die Sünde nicht nur den Sünder kaputt macht, sondern auch noch andere, die nichts dafür können.

[3:26] "Jene hassen das Licht, sie wollen seine Wege nicht kennen und bleiben nicht auf seinen Pfaden. Bei Tagesanbruch steht der Mörder auf, um den Elenden und Armen umzubringen. Des Nachts aber ist er wie ein Dieb. Das Auge des Ehebrechers wartet auf die Dämmerung. Er spricht: Kein Auge soll mich sehen und verhüllt sein Angesicht. In der Finsternis bricht man eben die Häuser ein. Bei Tag halten die sich eingeschlossen, sie scheuen das Licht." Hier werden einige der Kapitalverbrechen beschrieben, die allesamt Mord, Ehebruch, Diebstahl – eine Übertretung der Zehn Gebote – darstellen. "Denn für sie alle ist der Morgen gleich wie Todesschatten, denn sie sind vertraut mit dem Schrecken des Todesschattens. Schnell treibt er auf der Oberfläche des Wassers dahin. Verflucht ist sein Erbteil auf Erden, sein Weg führt nicht durch Weingärten. Die Hitze und Sonne bluten die Schneewasser weg, sodass der Tod weicht, die, welche gesündigt haben. Der Mutterschoß wird ihnen vergessen, Würmer laben sich an ihm. Man wird an ihn gedacht, und wie einen Baum wird sein Übermut gebrochen. Er beraubt die Unfruchtbare, die nicht geboren hat, und tut nichts Gutes. Und Mächtige rafft er dahin durch seine Kraft. So ist man seines Lebens nicht mehr sicher. Er gibt ihm Sicherheit, und jeder verlässt sich darauf, und seine Augen wachen über ihre Wege. Sie kommen hoch, aber wenig braucht, so sind sie dahin. Sie sinken hin und werden zusammen gerafft wie alle anderen auch, und wie die Ährenspitze werden sie abgebrochen. Oder ist es nicht so? Wer will mich lügen strafen und meine Rede zunichtemachen?"

[5:01] Da antwortete Bildad, der Schuachiter, und sprach: "Herrschaft und Schrecken sind bei ihm, Frieden schafft er in seinen Höhen. Sind seine Scharen zu zählen? Und über wem erhebt sich nicht sein Licht? Wie kann aber das Sterbliche gerecht sein vor Gott? Und wie will der rein sein, der von der Frau geboren ist? Sieh, sogar der Mond leuchtet nicht hell, und die Sterne sind nicht rein in seinen Augen. Wie viel weniger Sterbliche, die Made und das Menschenkind, der Wurm!"

[5:27] Bildad wiederholt nur noch das, was in der Form auch schon an anderer Stelle gesagt worden war, zum Beispiel in Hiob 15, Vers 15 und 16. Er greift noch mal das Altbewährte, die altbekannten Ideen auf, die Hiob widerlegt hatte, und bringt nichts Neues. Interessanterweise redet er nur sehr kurz, und Zofar redet dann gar nicht mehr ein drittes Mal. Man hat den Eindruck, als ob damit auch ausgedrückt werden sollte, dass hier nichts Neues mehr zu sagen gibt vonseiten der Freunde. Aber Hiob hat noch einiges, einiges Wesentliches zu sagen.

[6:07] Und Hiob antwortete und sprach: "Wie hast du doch den Ohnmächtigen unterstützt und den machtlosen Armen geholfen?" Hier hört man die Ironie heraus. "Wie hast du den beraten, dem Weisheit fehlt, und Einsicht in Fülle mitgeteilt? Wen hast du mit deinen Worten getroffen? Und wessen Odem ist aus dir hervorgegangen? Man kann übersetzen, dass ein Geist – dessen Geist sprichst du eigentlich? – Die Schatten werden zitternd erfasst unter den Wassern und ihren Bewohnern. Das Totenreich liegt enthüllt vor ihm, und der Abgrund hat keine Decke. Er spannt den Norden aus über der Leere und hängt die Erde über dem Nichts auf."

[6:44] Aus naturwissenschaftlicher Sicht eine sehr bemerkenswerte Passage, die deutlich macht, dass man damals schon eine Ahnung davon hatte, wie der Planet Erde in diesem großen, vermeintlich weitestgehend Nichts, dem Universum, schwebt. "Er bindet die Wasser in seinen Wolken zusammen, und das Gewölk zerreißt nicht unter ihm. Er verschließt den Anblick des Thrones, er breitet sein Gewölk darüber."

[7:13] Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir danke sagen, dass wir dein Wort haben und daraus lernen können. Wir möchten dir danke sagen, dass du uns für die Fragen des Lebens, die manchmal wirklich komplex und nagend sind, dass du uns Antworten gibst, die, wenn wir suchen und forschen, uns zeigen, dass wir dir vertrauen können. Auch wenn wir nicht alles verstehen werden, auch wenn nicht alles gerecht in dieser Welt abläuft, gibt es doch allen Grund, dir zu vertrauen. Dafür danke ich dir persönlich und dafür danken wir dir alle gemeinsam im Namen Jesu. Amen.


Lizenz

Copyright ©2025 Joel Media Ministry e.V.
Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International Lizenz.