Christopher Kramp beleuchtet in dieser Folge der Serie „Gott auf (m)einer Seite“ die Kapitel 26 bis 28 des Buches Hiob. Er analysiert Hiobs Beschreibung der Schöpfermacht Gottes in der Natur und seine unbeirrbare Haltung, an seiner Gerechtigkeit festzuhalten, selbst als er sich von Gott verlassen fühlt. Kramp betont die Bedeutung des Verständnisses des Großen Kampfes, um Leid und Gottes Handeln richtig einzuordnen, und geht auf Hiobs eindrückliche Beschreibung des frühen Bergbaus ein.
Gott auf (m)einer Seite: Hiob 26:10-28:7
Christopher Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: HiobPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
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Serie: Gott auf (m)einer Seite
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Transkript
[0:30] [Musik] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu „Gott auf (m)einer Seite“, heute mit Hiob 26:10-28:7. Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir danke sagen, dass wir in deinem Wort und in der Natur überall deine Handschrift sehen können, verstehen können, was du uns sagen möchtest, dass dein Wort und es auch die Schätze der Natur aufschließen, damit wir sie richtig verstehen und richtig interpretieren können. Ich möchte danke sagen, dass du uns umgeben hast mit Zeugen deiner Macht und Liebe und Treue. Ich möchte dich bitten, dass du auch heute jetzt durch dein Wort zu uns sprichst. Du uns durch den Heiligen Geist mit deinem Heiligen Geist erfüllst. Sei unser Lehrer nach deiner Verheißung. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
[1:15] Wir sind in Hiob Kapitel 26. Hiob beschreibt gerade die Schöpfermacht Gottes, wie sie sich auch in der Natur zeigt. Wir lesen ab Vers 10: Er, das ist Gott, hat einen Kreis abgesteckt auf der Oberfläche der Wasser bis zur Grenze von Licht und Finsternis. Die Säulen des Himmels erbeben vor Schrecken vor seinem Schelten. Durch seine Kraft erregt das Meer, und mit seinem Verstand zerschlägt er das ungeheure Gestirn, hebräisch: Rahab. Durch seinen Hauch wird der Himmel klar. Mit seiner Hand durchbohrt er die flüchtige Schlange. Siehe, das sind die Umrisse seiner Wege. Vielleicht ist das Wort, das wir davon vernehmen, aber den Donner seiner Macht, wer versteht ihn?
[2:09] In der Natur sehen wir umrisshaft das Wesen Gottes, und wir sehen in vielen Punkten noch Hinweise auf die ursprüngliche Schönheit und Vollkommenheit der Schöpfung. Aber diese Welt – und das war auch schon die Welt zur Zeit von Hiob – leidet unter dem Fluch der Sünde. Und vieles, was Gott ursprünglich geplant hat, ist nicht mehr so klar und so deutlich sichtbar. Wir sehen das ganze Buch Hiob in gewisser Weise auch als ein schlaglichtartiges Schlaglicht auf die Situation, dass, obwohl Gott perfekt und vollkommen ist, aufgrund der Existenz Satans und des Sündenfalls und des großen Kampfes Menschen trotzdem leiden und Dinge nicht genau verstehen und nicht begreifen können. Das zeigt uns, warum auch in unserem Leben solche Situationen immer wieder eintreten.
[3:08] Und Hiob setzte seine Rede fort und sprach: So wahr Gott lebt, der mir mein Recht entzogen und der Allmächtige, der meine Seele verbittert hat. Ja, solange noch mein Odem in mir ist und der Hauch Gottes in meiner Nase. Das ist ein interessanter Vers, um deutlich zu machen, dass der Lebensodem tatsächlich der Atem ist, den wir in unserer Nase ein- und ausatmen. Das Buch Hiob schreibt hier an mehreren Stellen sehr wesentliche Ideen und Gedanken auch über das Wesen des menschlichen Lebens, das Wesen von Leben und Tod. Wir haben von dem Todesschlaf gesehen, und hier wird auch das bestätigt, was wir schon in 1. Mose gesehen haben, dass der Mensch eine Kombination aus Materie und Lebensfähigkeit ist. Sondern meine Lippen nichts Verkehrtes reden und meine Zunge keine Lüge aussprechen. Hiob sagt nicht: Weil Gott scheinbar – in seinem Eindruck eben nicht das gewährt, was ihm eigentlich zustünde – ein Recht entzogen hat, deswegen will ich jetzt auch einfach tun und lassen, was ich will und mich von Gott lossagen. Das hat ja seine Frau vorgeschlagen am Anfang des Buchs. Aber Hiob sagt: Nein, ich werde am Recht festhalten. Ich werde mich nicht von Gott trennen, auch wenn es so aussieht, als ob er sich von mir, gegen mich ist. Und damit wird Hiob zu einem ganz deutlichen Typus auf Jesus, der auch dann an Gott dem Vater festhielt, als er das Gefühl hatte, dass Gott ihn verlassen hatte, als die Sünden, das alles in der Welt auf ihm lasteten.
[4:46] Fern sei von mir, dass ich euch recht gebe. Ich werde mir meine Unschuld nicht nehmen lassen bis ans Ende. Hiob war nicht rechthaberisch, sondern Hiob wusste ja, von wem er diese Unschuld hatte. Sie kam ja von Gott.
[5:08] Ich halte an meiner Gerechtigkeit fest und werde sie nicht loslassen. Mein Gewissen straft mich über keinen meiner Tage. Meinem Feind aber ergehe es wie dem Gottlosen und meinem Widersacher wie dem Übeltäter. Hiob weiß, er hat einen Fall, kann das aber nicht genau definieren. Er versteht offensichtlich noch nicht, was wirklich im großen Kampf vor sich geht. Und das zeigt also in dieser drastischen, fast schmerzlichen, fast unerträglichen Intensität, wie wichtig es ist, zu verstehen, was im großen Kampf vor sich geht, damit wir auch Gottes Wirken und Handeln richtig einschätzen und uns solche Seelenqualen möglichst erspart bleiben.
[5:59] Denn was für eine Hoffnung hat der Frevler, wenn Gott ihm abschneidet, wenn er ihm seine Seele entzieht? Wird Gott sein Geschrei erhören, wenn Not über ihn kommt? Wird er dann am Allmächtigen seine Lust haben? Wird er Gott anrufen zu jeder Zeit? Ich will euch über die Hand Gottes belehren und euch nicht verhehlen, was bei dem Allmächtigen gilt. Siehe, ihr selbst habt es alle gesehen. Warum schwätzt ihr dann so? Das ist das Teil des gottlosen Menschen von Gott, und dies ist das Erbe, das die Gewalttätigen empfangen von dem Allmächtigen. Wenn seine Kinder sich mehren, so ist es für das Schwert, und seine Sprösslinge können sich nicht an Brot sättigen. Die ihm noch übrig blieben, sinken durch die Pest dahin, und ihre Witwen beweinen sie nicht. Wenn er auch Geld zusammenrafft wie Staub und Kleider aufhäuft wie Straßendreck. Er bringt sie zwar zusammen, aber der Gerechte wird sie anziehen, und das Geld wird der Unschuldige erben. Erbaut sein Haus wie die Motte und wie die Laubhütte, die sich der Wächter macht. Reich legte sich hin, nun ist ihm nichts mehr weggenommen. Er schlägt die Augen auf, und nichts ist mehr da. Also plötzlich verliert er seinen Reichtum. Ihn ergreift wie eine Wasserflut der Sturmwind, führt ihn über Nacht davon. Ein Ostwind hebt ihn empor, und es fährt dahin, rafft ihn von seiner Stätte hinweg. Schonungslos schleudert er – also Gott – Geschosse nach ihm. Allerseits muss er fliehen vor seiner Hand. Man klatscht über ihn in die Hände und zischt ihn aus von seinem Wohnort her.
[7:33] Denn für das Silber gibt es einen Fundort und für das Gold einen Platz, wo man es läutert. Jetzt kommt ein ganz interessanter Abschnitt mit einer ganz interessanten Beschreibung des Bergbaus. Eisen wird aus dem Erdenstaub gewonnen, und Gestein schmilzt man zu Kupfer. Zur Zeit von Hiob hatte bereits der Bergbau eingesetzt, vielleicht auch neu eingesetzt nach der Sintflut. Silber, Gold, Eisen, Kupfer wurden gewonnen. Man macht der Finsternis ein Ende und forscht alles vollkommen aus, selbst das Gestein, das in Finsternis und Dunkelheit liegt. Einen Schacht bricht man auf, von da aus, wo man wohnt. Wie vergessen, ohne ihren Fuß aufzusetzen, baumeln und schwanken sie beiweg von den Menschen. Hier wird beschrieben, wie Menschen, die im Bergbau gearbeitet haben, dort auf solche Schächte hinabgelassen worden sind, um nach diesen kostbaren Edelmetallen zu suchen und sie abzubauen. Aus der Erde kommt zwar Speise hervor, aber unter ihr ist es wie von Feuer durchwühlt. Oben auf der Oberfläche sind zwar die Äcker und die Gärten und die Felder, aber unten drunter, tief im Gestein, da ist die Lava, und da ist alles, was diesen Steinen ihren Wert verleiht, was erst durch den Bergbau sichtbar wird. Ihr Gestein ist der Fundort des Saphirs, und Goldstaub ist in ihrer Einfahrt. Ist, den kein Raubvogel kennt und den auch das Auge des Habichts nicht erspäht. Die Vögel gehen nicht so tief, gehen nicht in die Erde, aber der Mensch tut das. Wir werden sehen, was Hiob mit dieser sehr eindrücklichen Bildersprache uns sagen möchte.
[9:17] Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, bitte gib, dass wir verstehen, dass die Gerechtigkeit, die du uns schenkst, so wertvoll ist, dass egal, was passiert in unserem Leben, wir sie nicht loslassen wollen. Gib, dass wir sie als das Allerhöchste, das Allergrößte, das Allerwichtigste in unserem Leben schätzen und nicht aufgeben. Herr, du weißt, wie oft wir in unserem Leben die Gerechtigkeit, die du uns geschenkt hast, vernachlässigt haben, aufgegeben haben für Dinge, die völlig unnötig waren, die zum Teil böse waren. Hilf uns, das nicht mehr zu tun, dass wir von ganzem Herzen an deiner Gerechtigkeit festhalten. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
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