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Tägliche Andachten

Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.

Dieser Podcast beinhaltet die folgenden Serien:


In dieser Folge der Serie „Gott auf (m)einer Seite“ bekräftigt Christopher Kramp Hiobs letzte Worte seiner Verteidigung aus Kapitel 31. Nachdem Hiobs drei Freunde verstummt sind, tritt Elihu auf den Plan. Er ist erzürnt über Hiobs Selbstgerechtigkeit und die Unfähigkeit der Freunde, eine überzeugende Antwort zu geben. Elihu kündigt an, objektiv und vom Geist Gottes geleitet zu sprechen, und betont, dass Weisheit nicht allein vom Alter abhängt.


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Serie: Gott auf (m)einer Seite

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Transkript

[0:32] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu Gott auf (m)einer Seite, heute mit Seite 575. Lasst uns gemeinsam beten.

[0:40] Lieber Vater im Himmel, danke, dass wir zu dir kommen können. Danke, dass du uns Kraft für jeden einzelnen Tag schenkst. Auch heute möchten wir so leben, dass es dir wohlgefällt. Wir möchten es bei Hiob gelesen haben und einen Bund mit unseren Augen machen, dass sie nichts anschauen, was uns von dir wegzieht. Dass wir uns von ganzem Herzen auch vornehmen, das zu tun, was du uns gezeigt hast, dass es richtig ist. Dass wir uns bewusst entscheiden, nicht gegen dich zu rebellieren. Wir brauchen dazu deine Kraft. Lass uns mit deinem Heiligen Geist erfüllt sein. So bitten wir, dass du auch heute durch dein Wort uns persönlich ansprichst. Und wir danken dir, dass wir wissen dürfen, dass wir aus jedem Wort leben können, das aus deinem Mund hervorgeht. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.

[1:25] Wir sind in Hiob Kapitel 31. Hiob hat noch einmal bekräftigt und betont, dass er nicht gegen Gott rebelliert hat, dass er nicht die Dinge getan hat, die man als Sünde hätte bezeichnen können. Dass er an seiner Unschuld festhält. Wir lesen in Vers 35:

[1:47] „Ach, hätte ich einen, der mir Gehör schenkte! Siehe, da ist meine Unterschrift! Der Allmächtige antworte mir! Und mein Gegner schreibe eine Klageschrift gegen mich!“

[2:01] Das ist ganz offen juristische Terminologie. Hiob möchte zum Ausdruck bringen, wenn ich vor Gericht erscheinen müsste, dann könnte ich meine Unterschrift untersetzen und wäre sicher. So sagt Hiob, dass er in diesem Gericht nicht verurteilt werden würde.

[2:19] „Ich würde sie auf meine Schulter nehmen und als Ehrenkranz um mein Haupt winden.“ Gemeint ist die Klageschrift. „Meine Schritte dürfte ich ihm getrost aufzählen und ihm nahen wie ein Fürst.“

[2:35] „Wenn mein Ackerboden gegen mich schreit und seine Furchen miteinander weinen, weil ich ohne ihn zu bezahlen in seinen Ertrag verzehrt habe und die Seele seines Besitzers aushauchen ließ, so soll statt Weizen Dornengestrüpp hervorkommen und Unkraut anstatt der Gerste.“ Dorn und Unkraut sind ja seit 1. Mose 3,18 Symbol für die Folgen und Konsequenzen der Sünde.

[2:59] Ende. Es sind die Reden Hiobs. Und jene drei Männer hörten auf, Hiob zu antworten, weil er in seinen Augen gerechtfertigt war.

[3:09] Es entsteht also jetzt eine Situation, da erst einmal eine Stille wohl entstanden ist. Dieses ständige Hin und Her von Hiob und seinen drei Freunden, die ihn eigentlich mehr angeklagt haben, hört auf. Alles scheint gesagt zu sein, die Argumente sind ausgetauscht, es ist ja auch immer wiederholt worden, was bereits gesagt worden ist.

[3:29] Da entbrannte der Zorn des Elihu, des Sohnes Barachels, des Busiters aus dem Geschlecht Ram. Über Hiob entbrannte sein Zorn, weil er meinte, er sei Gott gegenüber im Recht. Über seine drei Freunde aber entbrannte sein Zorn, weil sie keine Antwort fanden und Hiob doch verurteilt hatten.

[3:49] In dieser Weise stand Elihu also so ein bisschen zwischen den Parteien. Er hat inhaltlich nicht mit Hiob übereingestimmt, aber er war auch unzufrieden mit der Unfähigkeit der anderen Freunde. Bisher hatten wir von ihm noch gar nichts gelesen und nicht einmal wirklich gewusst, dass er dabei gewesen ist. Und das zeigt, dass hier ein ganz überraschender Moment in dieser Geschichte auftaucht.

[4:14] Elihu aber hatte mit seiner Rede an Hiob gewartet, denn jene waren älter als er. Im Grunde genommen eine feine Geste der Höflichkeit, dass man zuerst die alten und erfahrenen reden lässt. Als aber Elihu sah, dass im Mund jener drei Männer keine Antwort mehr war, entbrannte sein Zorn. Und Elihu, der Sohn Barachels, des Busiters, ergriff das Wort und sprach:

[4:34] „Jung bin ich an Jahren, ihr aber seid grau. Darum scheute und fürchtete ich mich, euch mein Wissen zu verkünden. Ich dachte, die Betagten sollen reden und die Bejahrten Weisheit lehren.“

[4:47] Es ist sicher ein, im Grunde genommen, gutes Prinzip, wenn man jung und unerfahren ist, erst einmal ein wenig zu warten, sich nicht zu sehr in den Vordergrund zu drängen und auch davon auszugehen, dass Menschen mit mehr Lebenserfahrung auch vielleicht die klügeren und erfahreneren sind, die die weiteren Urteile fällen können.

[5:08] „Aber der Geist ist es im Menschen und der Odem des Allmächtigen, der sie verständig macht. Angesehene sind nicht weise und Alte verstehen sich nicht aufs Recht.“ Der Punkt ist jetzt also: Es ist nicht immer so, dass die Alten mehr wissen als der Junge, denn letztendlich ist es Gottes Geist. Es ist der Geist Gottes, der verständig macht, und der kann auch einen Jungen verständig machen. Und das ist natürlich eine sehr wichtige Wahrheit. Ob sie auf Elihu dann auch zutrifft, das müssen wir dann noch sehen, aber eine wichtige, entscheidende Erkenntnis ist hier an dieser Stelle für uns persönlich, dass wir nicht erst alt werden müssen, um vom Geist Gottes in die Wahrheit und Weisheit Gottes geleitet zu werden.

[5:52] „Darum sage ich: Hört auf mich, so will ich mein Wissen verkünden! Ja, auch ich habe eure Reden abgewartet, auf eure Einsichten gehört, bis ihr die rechten Worte finden würdet. Und ich habe aufmerksam auf euch achtgehabt, aber siehe da, war keiner, der Hiob widerlegt hätte, der seine Reden beantwortet hätte.“ Elihu hat einen guten Punkt hier.

[6:13] Es reicht nicht, einfach nur dagegen zu sein. Man sollte auch seine Meinung begründen, und wenn man der Meinung ist, jemand anders liegt falsch, dann sollte man das auch nachweisen können. „Sagt nur ja nicht: Wir

[6:23] haben die Weisheit gefunden, Gott wird ihn wegfegen, nicht ein Mensch! Er hat seine Worte nicht an mich gerichtet, so will ich ihm auch nicht mit euren Worten antworten.“

[6:33] „Wir sind bestürzt, sie geben keine Antwort mehr, die Worte sind ihnen ausgegangen. Und ich sollte warten, weil sie nichts sagen, weil sie da stehen und nicht mehr antworten? So will auch ich nun meinen Teil erwidern und mein Wissen verkünden.“

[6:47] „Ja, auch ich, der ich bin voll von Worten, und der Geist, der in mir ist, drängt mich dazu. Siehe, mein Inneres ist wie Wein, der keine Öffnung hat, wie Wein, der aus neuen Schläuchen hervorbricht. Ich will reden, damit ich Luft bekomme. Ich will meine Lippen auftun und antworten.“ Man merkt, wie es in ihm brodelte, kaum an sich halten kann und regelrecht gehofft hat, vermutlich

[7:06] jetzt endlich bald an die Reihe zu kommen, um das zu sagen, was er denkt.

[7:11] „Ich will aber für niemanden Partei ergreifen und keinem Menschen schmeicheln.“ Er sagt jetzt, dass er jetzt erst einmal eine neutrale Position einnehmen möchte in diesem Streit zwischen Hiob und seinen Freunden. „Denn ich kann nicht schmeicheln, leicht könnte mein Schöpfer mich sonst wegraffen.“

[7:29] Auch das ist eine wichtige Lektion für uns heute, dass wir nicht Menschen schmeicheln und die Wahrheit verbiegen, um ihnen zu gefallen.

[7:42] Wir sollen in unserer Beurteilung von Situationen immer versuchen, soweit es uns möglich ist, objektiv zu sein. „Doch höre, Hiob, auf meine Rede und nimm alle meine Worte zu Ohren! Siehe doch, ich öffne meinen Mund, meine Zunge redet in meiner Mundhöhle. Meine Reden kommen aus aufrichtigem Herzen und meine Lippen sprechen lautere Wahrheit aus. Der Geist Gottes hat mich gemacht, und der Odem des Allmächtigen hält mich am Leben.“

[8:13] „Kannst du es, so widerlege mich! Bist du es, so tritt vor mich hin! Siehe, ich bin vor Gott gleich wie du, auch ich bin aus Lehm gebildet.“ Das weist zurück auf die Tatsache, dass Gott den Menschen aus Staub und Erde gemacht hat. „Siehe, Furcht vor mir soll dich nicht schrecken, und meine Hand soll dich nicht niederdrücken.“

[8:32] Er sagt also, ich will dich nicht bedrängen, ich will dich nicht falsch behandeln. Höre jetzt zu, denn ich möchte ganz neutral, ganz objektiv, ganz transparent mit dir reden. Lasst uns gemeinsam beten.

[8:42] Lieber Vater im Himmel, schenke uns die Einstellung, dass wir nicht einfach Partei für Menschen ergreifen, sondern dass wir wirklich von ganzem Herzen nach der Wahrheit suchen. Dass wir bereit sind, uns selbst zu hinterfragen und, soweit es uns möglich ist, objektiv Dinge zu beurteilen und zu bewerten. Herr, hilf uns, dass wir eine echte Liebe zur Wahrheit haben. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.


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