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Tägliche Andachten

Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.

Dieser Podcast beinhaltet die folgenden Serien:


In dieser Folge der Serie „Gott auf (m)einer Seite“ beleuchtet Christopher Kramp die Geschichte von Bileam und Balak aus 4. Mose 22. Er zeigt auf, wie Bileam trotz Gottes klarem Willen versucht, seinen eigenen Wünschen zu folgen, und welche ernsten Konsequenzen dies nach sich zieht. Die Episode mit der sprechenden Eselin dient als eindringliche Metapher für menschliche Blindheit gegenüber Gottes Führung und den fundamentalen Unterschied zwischen Gottes langmütigem Zorn und menschlicher, unüberlegter Wut. Eine tiefgehende Lektion über Gehorsam und die Konsequenzen unserer Entscheidungen.


Weitere Aufnahmen

Serie: Gott auf (m)einer Seite

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Transkript

[0:32] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu „Gott auf (m)einer Seite“, heute mit Seite 179.

[0:36] Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, wir wissen nicht, was böse Menschen heute gegen uns planen. Wir können wissen, dass du alles weißt und dass du deine schützende Hand über uns hältst und dass der Satan uns niemals angreifen kann, ohne dass du uns alle nötige Kraft und Weisheit zur Verfügung stellst. So möchten wir dich bitten, dass du heute durch dein Wort zu uns sprichst und uns mit deinem Heiligen Geist erfüllst. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.

[1:09] Wir sind in 4. Mose 22 bei der Geschichte des Königs Balak von Moab, der den Bileam anwerben will, um das Volk Israel, das an der Grenze zum Moab im Tal am Jordan liegt, zu verfluchen. Und wir lesen ab Vers 7: „Und die Ältesten der Moabiter gingen hin mit den Ältesten der Midianiter und hatten den Wahrsagerlohn in ihren Händen. Sie kamen zu Bileam und sagten ihm die Worte Balaks. Und Bileam sprach zu ihnen: Bleibt hier über Nacht, und ich will euch antworten, so wie der HERR zu mir reden wird. So blieben die Fürsten der Moabiter bei Bileam. Und Gott kam zu Bileam und sprach: Was sind das für Leute bei dir? Und Bileam sprach zu Gott: Balak, der Sohn Zippors, der König der Moabiter, hat mir eine Botschaft gesandt: Siehe, das Volk, das aus Ägypten gezogen ist, bedeckt das ganze Land. So komm nun und verfluche es mir, vielleicht kann ich dann mit ihm kämpfen und es vertreiben. Aber Gott sprach zu Bileam: Geh nicht mit ihnen, verfluche das Volk nicht, denn es ist gesegnet.“

[2:16] Gottes Meinung ist klar. Hier sollte eigentlich alles vorbei sein. „Bileam stand am Morgen auf und sprach zu den Fürsten Balaks: Geht hin in euer Land, denn der HERR hat mir die Erlaubnis verweigert, mit euch zu ziehen. Und die Fürsten der Moabiter machten sich auf, kamen zu Balak und sprachen: Bileam weigert sich, mit uns zu ziehen.“

[2:37] „Da sandte Balak noch einmal Fürsten, die bedeutender und vornehmer waren als jene. Als diese zu Bileam kamen, sprachen sie zu ihm: So spricht Balak, der Sohn Zippors: Lass dich doch nicht davon abhalten, zu mir zu kommen, denn ich will dir große Ehre erweisen, und alles, was du mir sagst, das will ich tun. So komm doch und verfluche mir dieses Volk. Bileam antwortete und sprach zu den Knechten Balaks: Wenn mir Balak sein Haus voll Silber und Gold gäbe, so könnte ich doch den Befehl des HERRN, meines Gottes, nicht übertreten, um etwas Kleines oder Großes zu tun. Und nun bleibt doch auch ihr noch hier über Nacht, damit ich erfahre, was der HERR weiter mit mir reden wird.“

[3:14] Hier wird ganz deutlich, wie Bileam den Willen Gottes kennt: Er soll nicht gehen. Aber es wird auch deutlich, dass er unbedingt gehen will, denn er wünscht sich, dass Gott seine Meinung ändert.

[3:25] Wie oft passiert es, dass wir vielleicht etwas nicht tun, weil Gott es verboten hat, aber wir wünschen uns, dass wir es tun können? Wie oft ist es so, dass wir vielleicht eine Sünde einfach nur deswegen nicht begehen, weil uns Gott es verboten hat, aber wenn wir es tun dürften, wir es sofort tun würden, weil uns der Wahrsagerlohn – in Anführungsstrichen die Ehre, das, was wir durch die Sünde bekommen könnten – so attraktiv erscheint.

[3:52] Und es passiert etwas Interessantes: „Da kam Gott in der Nacht zu Bileam und sprach zu ihm: Wenn die Männer gekommen sind, um dich zu rufen, so mache dich auf und gehe mit ihnen. Doch nur das, was ich dir sagen werde, nur das darfst du tun.“ Ändert Gott seine Meinung, weil er sich vorher nicht genau im Klaren war? Was natürlich nicht seine erste Meinung war, das, was er wollte.

[4:10] Aber Gott gibt uns die Erlaubnis zu tun, was wir möchten, wenn wir bereit sind, die Konsequenzen dessen zu ertragen. Gott schenkt uns oder gibt uns das, was wir wollen. Israeliten wollten in der Wüste sterben, Gott gab es ihnen. Und hier steckt eine tiefe Lektion, die wir sehen werden.

[4:31] „Bileam stand am Morgen auf und sattelte seine Eselin und zog mit den Fürsten der Moabiter. Aber der Zorn Gottes entbrannte darüber, dass er ging, und der Engel des HERRN trat ihm als Widersacher an den Weg. Er ritt auf seiner Eselin, und seine beiden Burschen waren bei ihm.“ Also, Gott will nicht, dass er geht. Er erlaubt ihm, dass er geht, aber will ihm jetzt etwas zeigen, nämlich, dass er eigentlich gegen den Willen Gottes handelt. „Als nun die Eselin den Engel des HERRN im Weg stehen sah, mit gezücktem Schwert in seiner Hand, da bog die Eselin vom Weg ab und ging aufs Feld. Bileam aber schlug die Eselin, um sie auf den Weg zurückzuhalten.“

[5:09] Gottes Zorn ist entbrannt, und der Engel hat ein gezücktes Schwert. Die Eselin sieht das, aber Bileam sieht es nicht. Und die Eselin geht umher. Und dann heißt es weiterhin in Vers 24: „Der Engel des HERRN trat in einem Hohlweg bei den Weinbergen. Eine Mauer war auf dieser Seite, eine Mauer auf jener Seite. Als nun die Eselin den Engel des HERRN sah, drängte sie sich an die Wand und klemmte Bileams Fuß an die Wand. Da schlug er sie noch mehr.“

[5:39] „Da ging der Engel des HERRN weiter und trat an einen Ort, wo kein Platz zum Ausweichen war, weder zur Rechten noch zur Linken. Als nun die Eselin den Engel des HERRN sah, fiel sie unter Bileam auf ihre Knie. Da entbrannte der Zorn Bileams, und er schlug die Eselin mit dem Stecken.“

[6:01] Hier entbrennt der Zorn von zwei Personen: von Gott und von Bileam. Gottes Zorn entbrennt, und er lässt den Bileam immer ausweichen, und der sieht gar nicht, dass er ausweicht. Er sieht gar nicht, dass Gott ihm entgegensteht, sondern er denkt, alles ist gut, dass er jetzt ausgewichen ist und ärgert sich noch über den Umweg. Er sieht nicht, dass Gott eigentlich nicht will, was er dort tut. Die Eselin sieht das sogar, aber er ist dümmer als ein Esel, weil er Gottes Wort verachtet und hofft, dass Gott irgendwie seine Meinung geändert hat. Haben wir das vielleicht schon in unserem Leben getan, dass wir wussten: Gott will etwas nicht, und dann bitten und betteln wir so lange, dass wir uns irgendwie überreden: Naja, vielleicht ist es doch Gottes Wille, und wir tun es zu hastig, oder dass sich vielleicht doch die Türen öffnen. Aber es war gar nicht Gottes eigentlicher Plan.

[6:49] Und jetzt ist Bileam zornig, und jetzt schlägt er die Eselin. Achtet, was passiert! Vers 28: „Da öffnete der HERR der Eselin den Mund, und sie sprach zu Bileam: Was habe ich dir getan, dass du mich nun dreimal geschlagen hast?“ Spätestens hier müsste Bileam sich erschreckt haben: Was ist hier los? Die Eselin redet! Aber er ist so zornig, dass er nicht einmal merkt, dass ein Tier mit ihm redet. „Bileam sprach zu der Eselin: Weil du Mutwillen mit mir getrieben hast! Wenn nur ein Schwert in meiner Hand wäre, ich hätte dich jetzt umgebracht!“

[7:20] Der HERR ist... Der Engel des HERRN hat ein Schwert in der Hand und hat ihn schon längst umbringen können und hat es nicht getan.

[7:28] Hier sehen wir den Unterschied zwischen dem Zorn Gottes und dem Zorn des Menschen. Der Zorn Gottes ist langmütig und lässt den Bileam gehen und wieder gehen, und mehrere Gelegenheiten, ihn umzubringen, lässt er verstreichen, weil er das zeigen möchte. Er möchte ihn aber... Der Zorn des Menschen ist blind und ohne Verstand und tötet diejenigen, die ihm eigentlich noch helfen.

[7:59] „Die Eselin aber sprach zu ihm: Bin ich nicht deine Eselin, die du von jeher geritten hast bis zu diesem Tag? War es jemals meine Art, mich so gegen dich zu verhalten? Und Bileam antwortete: Nein. Da öffnete der HERR dem Bileam die Augen, und er sah den Engel des HERRN im Weg stehen, und das gezückte Schwert in seiner Hand. Da verneigte er sich und warf sich auf sein Angesicht.“

[8:17] Lasst uns beten: Lieber Vater im Himmel, lass uns lernen zu sehen, wenn du gegen etwas bist, auch wenn wir es uns so sehr wünschen. Lass uns lernen, dass dein Zorn anders ist als der Zorn von Menschen, und dass nicht alles, was du zulässt, das ist, was du dir eigentlich wünschst. Gib, dass wir zuerst nach deinem Willen fragen und nicht nach einer Möglichkeit, irgendwie einen Ausweg zu finden, so dass wir doch noch unseren Willen kriegen. Verändere unser Herz durch deinen Heiligen Geist. Das bitten wir dich im Namen Jesu. Amen.

[8:55] [Musik]


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