Christopher Kramp beleuchtet in dieser Predigt 5. Mose 28:68-29:19, wo Gott einen neuen Bund mit der zweiten Generation Israels in Moab schließt. Er betont, dass dieser Bund, der später als der Neue Bund bei Jeremia und Paulus wiederkehrt, eine tiefere Herzensbeziehung zu Gott erfordert. Kramp warnt davor, geistliche Worte nur intellektuell aufzunehmen, während man im Herzen an Sünde festhält, und ruft dazu auf, Gott ein reines, von seinem Geist bewohntes Herz zu schenken.
Gott auf (m)einer Seite: 5. Mose 28:68-29:19
Christopher Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: 5. Mose, BibelPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
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Serie: Gott auf (m)einer Seite
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Transkript
[0:32] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu "Gott auf (m)einer Seite" heute mit Seite 234. Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, du kennst uns ganz genau, du kennst unsere Herzen besser, als wir sie kennen. Und deswegen möchten wir dich bitten, dass du heute zu uns sprichst, dass du uns vor bösen Wegen und Verirrungen bewahrst, dass du uns den Weg des Lebens zeigst, dass du uns mit deinem Heiligen Geist erfüllst nach deiner Verheißung. Das bitten wir im Namen Jesu, der jetzt für uns eintritt. Amen.
[1:06] Wir sind in 5. Mose 28, haben den Segen und auch den Fluch besprochen und sind jetzt am Ende der Beschreibung des Fluches angekommen. Vers 68 heißt es: "Und der Herr wird dich auf Schiffen nach Ägypten zurückführen auf dem Weg, von dem ich dir gesagt habe: Du wirst ihn nie mehr sehen. Und ihr werdet euch dort euren Feinden als Knechte und Mägde verkaufen wollen, und es wird doch kein Käufer da sein."
[1:38] Dies sind die Worte des Bundes, von dem der Herr dem Mose geboten, mit den Kindern Israels zu schließen im Land Moab, außer dem Bund, den er mit ihnen am Horeb geschlossen hatte. Hier gibt es einen anderen Bund, einen weiteren Bund, einen Bund mit der zweiten Generation der Israeliten. Der Bund am Horeb, das war der Bund, den Gott mit den Israeliten am Sinai geschlossen hatte im zweiten Jahr der Wüstenwanderung. Aber jetzt, in 40 Jahren, vielen, liebe Hörer, ist gar nicht klar, dass es diesen Bund in Moab gegeben hat. Dabei ist dieser Bund von außerordentlicher Bedeutung. Und lasst uns mehr darüber erfahren.
[2:16] Und Mose berief ganz Israel und sprach zu ihnen: "Ihr habt alles gesehen, was der Herr im Land Ägypten vor euren Augen dem Pharao und allen seinen Knechten in seinem ganzen Land getan hat: die großen Prüfungen, die eure Augen gesehen haben, jede großen Zeichen und Wunder. Und der Herr hat euch bis zum heutigen Tag noch kein verständiges Herz gegeben, Augen, die gesehen, und Ohren, die gehört haben." 40 Jahre war es schon her, dass Gott sie – knapp 40 Jahre – dass Gott sie aus Ägypten geführt hatte. Und doch war ihr Herz noch immer nicht wirklich beschnitten. Das ist ja, was Gott sich eigentlich wünschte: echte Beziehung.
[2:51] "Ich habe euch 40 Jahre lang in der Wüste geführt. Eure Kleider sind an euch nicht zerlumpt, und der Schuh an eurem Fuß ist nicht abgenutzt. Ihr habt kein Brot gegessen und ihr habt dabei noch starkes Getränk getrunken, damit ihr erkennt, dass ich der Herr, euer Gott, bin." Gott hat sie alle 40 Jahre lang in der Wüste gesegnet, obwohl sie in ihrem Herzen noch nicht diese Verbindung mit Gott hatten, die er sich eigentlich wünschte. Gott segnet uns auch dann in vielen Bereichen unseres Lebens, wenn wir noch längst nicht dort sind geistlich, wo wir eigentlich sein könnten und auch sein müssten. Und Gott führt uns Schritt für Schritt an seiner Hand.
[3:33] "Und als ihr an diesen Ort kamt, da zogen Sihon, der König von Heschbon, und Og, der König von Baschan, uns entgegen, um mit uns zu kämpfen. Und wir schlugen sie, und wir nahmen ihr Land ein und gaben es den Rubenitern und Gaditern mit dem halben Stamm Manasse zum Erbteil." Wir haben in 4. Mose noch am Anfang von 5. Mose von diesen Geschichten gelesen, wie die Riesen besiegt worden sind. Mose erinnert das Volk an all das, was Gott getan hat beim Auszug aus Ägypten, während der Wüstenwanderung und jetzt auch vor wenigen Monaten bei der Eroberung der Gebiete im Ostjordanland. "So bewahrt nun die Worte dieses Bundes und tut sie, damit ihr Gelingen habt in allem, was ihr tut."
[4:13] Wünschst du dir Erfolg in dem, was du tust? Halte den Bund von Moab! "Ihr alle steht heute vor dem Herrn, eurem Gott: eure Häupter, eure Stämme, eure Ältesten und eure Vorsteher, alle Männer Israels, und eure Kinder, eure Frauen und ein Fremdling, der inmitten eures Lagers ist, von deinem Holzhauer bis zu deinem Wasserträger." Für alle Geschlechter, alle Klassen der Gesellschaft, Ausländer und Einheimische, alle gemeinsam sind angesprochen.
[4:44] Dieser Bund, den Gott hier mit dem Volk schließt, ist für jeden, um einzutreten in den Bund des Herrn, deines Gottes, und in seine Verpflichtung, die der Herr, dein Gott, heute mit dir abschließt, "damit du dich heute bestätige als ein Volk und dass er dein Gott sei, wie er zu dir geredet hat und wie er deinen Vätern, Abraham, Isaak und Jakob, geschworen hat." Vielleicht hast du schon viel mit Gott erlebt, aber Gott möchte den Bund mit dir erneuern. Er möchte ihn vertiefen, weil es vielleicht in unserem Leben auch noch das verständige Herz nicht so ist, wie Gott es sich wünscht, dass unsere Augen noch nicht sehen, unsere Ohren nicht hören, wie Gott es sich wünscht. Gott möchte den Bund kräftigen, möchte ihn verstärken, vertiefen.
[5:22] "Denn ich schließe diesen Bund und diese Verpflichtung nicht mit euch allein," ist ein toller Vers, "sondern sowohl mit dem, der heute hier mit uns steht vor dem Herrn, unserem Gott, als auch mit dem, der heute nicht anwesend ist." Mit anderen Worten: Dieser Bund ist für jeden Menschen, denn alle Menschen, die jemals gelebt haben, fallen in zwei Kategorien: Entweder sie waren damals anwesend oder sie waren nicht anwesend. Der Bund von Moab gilt für jeden. Er ist ein ewiger Bund. Und der Bund von Moab beschreibt das, was später Jeremia als den neuen Bund beschreibt in Jeremia 31, 31. Dort könnt ihr die Verse finden, von dem dann Paulus später in Hebräer 8 ebenfalls berichtet. Auch dort könnt ihr die Verse euch anschauen.
[6:06] "Denn ihr wisst ja, wie wir im Land Ägypten gewohnt haben und wie wir mitten durch die Heidenvölker gezogen sind, durch deren Gebiete gezogen seid. Und ihr habt ihre Gräuel gesehen und ihre Götzen aus Holz und Steinen, Silber und Gold, die bei ihnen sind. Darum hütet euch, dass nicht etwa ein Mann oder eine Frau, eine Sippe oder ein Stamm unter euch sei, dessen Herz sich heute von dem Herrn, unserem Gott, abwendet, wer hingeht, den Göttern jeder Nation zu dienen; dass nicht etwa eine Wurzel unter euch sei, die Gift und Wermut trägt." Und Mose wusste genau, was die nächste Runde kommen würde. Er warnt sie rechtzeitig.
[6:40] "Und dass keiner, wenn er die Worte dieser Verpflichtung hört, sich dennoch in seinem Herzen glücklich preisen, spricht: 'Ich werde Frieden haben, wenn ich auch in der Verstocktheit meines Herzens wandle,' so dass dann das bewässerte Land mitsamt dem trockenen hinweggerafft würde." Wie oft passiert das? Es ist uns auch schon passiert, dass wir geistliche Worte hören, Predigten hören und trotzdem in unserem tiefsten Inneren Sünde weiter hegen und pflegen. Dann können wir nicht Teilhaber des neuen Bundes sein. Die Worte sollen nicht nur in unsere Ohren dringen, sie sollen wirklich unser Herz erreichen, unser Herz verändern, dass wir nicht mehr zweigleisig fahren: einerseits intellektuell Gott folgen, aber in unserem Herzen vielleicht auch an der Sünde hängen. Gott wünscht sich, dass unsere Herzen rein gemacht werden und von seinem Geist bewohnt werden können.
[7:25] "Der Herr wird nicht gewillt sein, einem solchen zu vergeben, sondern dann wird er seinen Zorn und seinen Eifer rauchen lassen über einen solchen Mann. Und er wird auch – es wird auf ihm der ganze Fluch, der in diesem Buch geschrieben steht, lasten, den wir in 28 gelesen haben. Und der Herr wird seinen Namen unter dem Himmel austilgen."
[7:44] Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, danke, dass du einen Bund mit jedem Einzelnen von uns machen möchtest. Danke, dass du dich nicht zufriedengibst mit dem Status quo, sondern dass du den Bund vertiefen und erneuern möchtest, dass du diese Beziehung bestätigen möchtest, dass du uns sehende Augen und hörende Ohren geben möchtest, ein verständiges Herz. Herr, vergib uns, wenn wir es waren, in die Gemeinde gegangen sind, dein Wort gelesen, aber gleichzeitig an Sünde festgehalten haben. Bitte gib, dass wir verstehen, dass das in diesem Bund von Moab, diesem ewigen neuen Bund, nicht möglich ist. Und reinige unsere Herzen und fülle sie mit deinem Heiligen Geist. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
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