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Tägliche Andachten

Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.

Dieser Podcast beinhaltet die folgenden Serien:


In dieser Predigt beleuchtet Christopher Kramp die Missionsreisen des Apostels Paulus, beginnend in Athen und dann weiter nach Korinth. Er erklärt, wie Paulus versuchte, die Philosophen mit Logik und die Gläubigen mit der Botschaft des Kreuzes zu erreichen. Die Predigt zeigt auch die Herausforderungen und Widerstände, denen Paulus begegnete, und wie er trotz allem unermüdlich das Evangelium verkündete.


Weitere Aufnahmen

Serie: Gott auf (m)einer Seite

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Transkript

[0:32] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu Gott auf (m)einer Seite. Heute mit Seite 1159. Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, wir sind ja so dankbar für dein wunderbares Wort. Gibt so viel interessante Dinge darin zu lesen und zu verstehen. Wir möchten ja so sehr danke sagen, dass wir deine Stimme zu unserem Herzen hören können und dass du jeden Tag uns mit guten Dingen beschenken möchtest, dass du jeden Tag uns dein Wort erklären möchtest. Wir möchten jeden Tag dein Wort ein bisschen besser verstehen und ich bitte, dass du auch heute zu uns sprichst, damit wir in die Lage versetzt werden, Wahrheit von Irrtum unterscheiden zu können. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.

[1:17] Amen. Wir sind in der Apostelgeschichte 17. Paulus ist allein in Athen und er beginnt dort mit den verschiedenen, mit den Juden zu sprechen, mit den Gottesfürchtigen und auch mit den Philosophen. Und er wird dann gebeten auf dem Areopag seine Lehre einmal systematisch vorzutragen. Er beginnt damit, dass er auf die verschiedenen Götzenbilder dort in Athen verweist und auf den Altar hinweist, der dem Unbekannten Gott gewidmet ist. Und das nimmt er als Ausgangspunkt, um über den wahren Gott zu sprechen. Wir lesen ab Vers 24: „Der Gott, der die Welt gemacht hat und alles, was darin ist, er, der Gott des Himmels und der Erde ist, wohnt nicht in Tempeln, die von Händen gemacht sind.“

[2:06] Paulus kann sich hier nicht auf das Alte Testament beziehen, denn das kennen die allerwenigsten. Er bezieht sich jetzt auf die Schöpfung, auf das, was auch griechische Denker nachvollziehen und verstehen können. Er lässt sich auch nicht von Menschenhänden bedienen, als ob er etwas benötigen würde, wäre doch selbst allen Leben und ohne und alles gibt. Und Paulus versucht jetzt mit Logik den so sehr an Logik trainierten Philosophen und mit Logik des Evangeliums zu erklären. Er zeigt ihnen, das kann ja nicht sein, dass wenn es einen Gott gibt, der alles geschaffen hat, man diesen Gott jetzt irgendwie bedienen müsste. Er braucht nichts von uns, sondern er hat alles selbst in der Hand und er hat aus einem Blut jedes Volk der Menschheit gemacht, dass sie auf dem ganzen Erdboden wohnen sollen und hat im Voraus verordnete Zeiten und die Grenzen ihres Wohnens bestimmt, damit sie den Herrn suchen sollten, ob sie ihn wohl umher tasten, wahrnehmen und finden möchten. Und doch ist er ja jedem einzelnen von uns nicht fern.

[3:13] Paulus zeigt also, dass es einen Schöpfer geben muss, etwas, was angesichts der Schönheit und der strukturierten Natur auch einem griechischen Denker nachvollziehbar sein musste. Und er will dann deutlich machen, dass Götzendienst diese Erkenntnis eines Schöpfergottes widerspricht und dass Gott eigentlich möchte, dass auch sie, die bisher von Gott nicht viel gehört haben, durch Nachdenken und durch Umher tasten ihn finden. Gott ist der Herr der Geschichte, er ist Herr der Geographie, er kennt die verschiedenen Völker und hat für sie alle etwas vorbereitet. Und dann sagt er etwas sehr Schönes: Wir sollen umher tasten, ihn finden, aber er ist gar nicht weit weg. Es ist nicht so, wie wenn Kinder beim Kindergeburtstag spielen und sie spielen Topfschlagen und dann wird der Topf ganz weit weg versteckt und man muss ewig lange suchen. Nein, der Topf ist ganz in der Nähe. Um im Bild zu sagen: Gott ist ganz in der Nähe. Jeder, der ein bisschen nach ihm sucht, kann und wird ihn finden, denn er ist ja jedem einzelnen von uns nicht fern, sagt Paulus.

[4:19] Denn jetzt zitiert er: „In ihm leben und sind wir.“ Noch einige von euren Dichtern gesagt haben: „Denn auch wir sind von seinem Geschlecht.“ Paulus kannte also offenbar auch griechische Dichter und Literaten. Er war ein Meister der Bibelauslegung, aber er kannte sich auch ein bisschen in der Literatur seiner Zeit aus und er sucht jetzt nach Zitaten von Philosophen, von Poeten, um Gedanken zu illustrieren aus der griechischen Literatur, die er jetzt in seiner Predigt hier gezeigt hat. Da wir nun von göttlichem Geschlecht sind, dürfen wir nicht meinen, die Gottheit sei dem Gold oder Silber oder Stein gleich, einem Gebilde menschlicher Kunst und Erfindung. Sein Punkt ist: Wenn schon eure eigenen Dichter deutlich gemacht haben, dass der Mensch etwas sehr, also im Bilde Gottes ist oder zumindestens sozusagen mit Gott eng verbunden ist, das ist ja der Gedanke. Wenn sie eng mit Gott verbunden sind, die Menschen, dann können doch die Götter nicht aus Metall sein, denn der Mensch ist schon mehr als Gold und Silber. Wenn Gott mit dem Menschen so eng verbunden ist, dann ist die Idee eines Götzendienstes, dann ist die Idee von Götzenbildern, in sich unschlüssig.

[5:33] Er zeigt also oder er versucht mit menschlicher Logik zu zeigen, wie unsinnig der Götzendienst ist und dass der Götzendienst auch den eigenen griechischen Überzeugungen eigentlich, wenn man ganz gründlich das durchdenkt, widerspricht.

[5:51] Nun hat zwar Gott über die Zeiten der Unwissenheit hinweg gesehen. Jetzt aber gebietet er allen Menschen überall Buße zu tun. Und das ist auch ein sehr interessanter Gedanke, den Paulus hier ausspricht. Er sagt, es ist jetzt, wo das Licht jetzt kommt, jetzt ist es eure Gelegenheit zu handeln. Gott übersieht die Zeit der Unwissenheit, aber jetzt, wo das Evangelium euch erreicht, habt ihr auch eine Verantwortung. Ihr müsst eine Entscheidung fällen, ihr müsst umkehren, weil er einen Tag festgesetzt hat, an dem er den Erdkreis in Gerechtigkeit richten wird durch einen Mann, den er dazu bestimmt hat und den er für alle beglaubigte, indem er ihn aus den Toten auferweckt hat.

[6:28] Und wir sehen, wir Paulus zwar versucht hat, die Schöpfung als Argument zu bringen und sogar griechische Dichter zitiert hat, aber am Ende kommt man nicht daran vorbei, Jesus zu erhöhen, Jesus in den Mittelpunkt zu stellen. Sein Tod und seine Auferstehung zu einem zentralen Argument zu machen. Das hat Paulus nie ersetzen wollen.

[6:52] Als sie aber von der Auferstehung der Toten hörten, spotteten die einen, die anderen aber sprachen: „Wir wollen dich darüber nochmals hören.“ Und so ging Paulus aus ihrer Mitte hinweg. Einige Männer aber schlossen sich ihm an und wurden gläubig, unter ihnen auch Dionysius, ein ganz typischer griechischer Name, der ein Mitglied des Areopags war, und eine Frau namens Damaris und andere mit ihnen. Es gibt also ein paar Leute, die dort in Athen durch Paulus gewonnen worden sind, aber es entsteht keine wirklich große Gemeinde dort.

[7:27] Danach aber verließ Paulus Athen und kam nach Korinth. Und wir wissen aus dem Korintherbrief, den er dann später geschrieben hat, dass sich Paulus vorgenommen hat, in Korinth nur noch Christus zu predigen und ihnen gekreuzigt. Er hatte versucht, hier in Athen die Philosophen mit Philosophie, die Logiker mit Logik zu erreichen, aber das hatte nur begrenzten Erfolg. Es hatte Erfolg und es war nicht verkehrt, aber es war nicht die optimale Missionsmethode.

[7:52] In Korinth hat er sich vorgenommen, in allem, was er sagte, Christus zu erhöhen und Christus im Zentrum zu haben als den Gekreuzigten. Und dort fand er einen Juden namens Aquila aus Pontus gebürtig, also auch aus dem aus Nord-Anatolien am Schwarzen Meer, der vor kurzem mit seiner Frau Priskilla aus Italien gekommen war, weil Claudius, das ist der Kaiser Claudius, befohlen hatte, dass alle Juden in Rom, alle Juden Rom verlassen sollten.

[8:25] Zu diesem Gegner, die Geschichte zwischen den Römern und Juden ist eine sehr wechselvolle, aber schon damals gab es so eine Diktat des römischen Kaisers, die Juden aus Rom zu vertreiben. Und das hat natürlich dann auch hier Aquila und Priskilla getroffen. Und weil er das gleiche Handwerk hatte, blieb er bei ihnen und arbeitete. Sie waren nämlich von Beruf Zeltmacher.

[8:52] Und hier sehen wir, dass Paulus nicht nur Theologe war, er war auch ein Handwerker, konnte Zelte herstellen. Und das zeigt, dass das war damals Teil der jüdischen Bildungsphilosophie, dass ein Mensch auch praktische Dinge lernen sollte und nicht nur abstrakte, theoretische Dinge.

[9:10] Er hatte aber jeden Sabbat Unterredung in der Synagoge und überzeugte Juden und Griechen. Und wir sehen jetzt, mittlerweile dieses Muster ist ganz deutlich. Er geht am Sabbat in die Synagoge, dort, wo die Menschen schon die Liebe kennen und predigt das Evangelium und erreicht damit Juden und dann auch immer Griechen.

[9:25] Als aber Silas und Timotheus aus Mazedonien ankamen, wurde Paulus durch den Geist gedrängt, den Juden zu bezeugen, dass Jesus der Christus ist. Offensichtlich hat er auch, das ist einmal sehr Schritt für Schritt angefangen, also nicht gleich die Wahrheit ausgepackt, die am meisten Widerspruch erzeugt hat. Er hat offensichtlich Sabbat für Sabbat das Ganze vorbereitet, aber dann irgendwann kommt der Punkt, wo er vom Geist gedrängt wird, jetzt nicht länger zu warten, nicht noch mehr das aufzuschieben, sondern auch zum Punkt zu kommen, zu der Entscheidungswahrheit über Jesus.

[10:02] Wir können daraus lernen, dass wir nicht mit der Tür ins Haus fallen müssen, dass wir nicht die entscheidende Wahrheiten gleich beim ersten Mal sagen müssen. Aber wir können auch nicht das Ganze so lange hinauszögern, bis irgendwann vielleicht das Interesse abgenommen hat. Wir müssen dann auch zum richtigen Zeitpunkt die entscheidenden Wahrheiten präsentieren.

[10:21] Als sie aber wieder strebten und lästerten, schüttelte er die Kleider aus und sprach zu ihnen: „Euer Blut sei auf eurem Haupt! Ich bin rein davon. Von nun an gehe ich zu den Heiden.“ Die Juden, viele von ihnen, wollen das Evangelium von Jesus nicht hören. Sie wollen nicht glauben, dass Jesus der Christus ist. Aber Paulus verändert sich jetzt an die Griechen und die anderen Nationen hier in Korinth.

[10:42] Das war eine große Hafenstadt, wo viele verschiedene Menschen auch zusammengekommen sind, wo auch die Moral zum Teil sehr gering gewesen ist. Das werden wir dann aber noch im Korintherbrief sehen.

[10:56] Und er ging von dort weg und begab sich in das Haus eines gottesfürchtigen Mannes mit Namen Justus, dessen Haus an die Synagoge stieß. Also jemand, der in der Nähe wohnte, der aber offensichtlich kein Jude war, war ein Gottesfürchtiger, also ein Heide, der zum Judentum sich bekannte.

[11:13] Und der hier mit Justus einen römischen Namen hatte. Christus aber, der Synagogenvorsteher, wurde an den Herrn gläubig, samt seinem ganzen Haus. Auch viele Korinther, die zuhörten, wurden gläubig und ließen sich taufen. Obwohl Paulus nicht länger in der Synagoge gewirkt hat, gab es doch zum Teil einflussreiche Leute aus der Synagoge, die sich jetzt zum Christentum bekannten und getauft worden sind.

[11:33] Und der Herr sprach durch ein Gesicht in der Nacht zu Paulus: „Fürchte dich nicht, sondern rede und schweige nicht.“ Vielleicht hat Paulus überlegt, ob es sich nicht noch lohnt, hier länger in Korinth zu bleiben. Aber Jesus ermutigt ihn und sagt: „Hier sollst du noch weiter predigen, denn ich bin mit dir und niemand soll sich unterstehen, dir zu schaden, denn ich habe ein großes Volk in dieser Stadt.“

[11:59] Jesus sah Dinge, die Paulus nicht sehen konnte. Er sah die Herzen von Menschen, die, wenn sie erst einmal über einen längeren Zeitraum mit dem Evangelium konfrontiert sein würden, es tatsächlich ihr Herz verändern würde. Hier könnte eine echte, große Gemeinde entstehen, und das ist ja auch dann tatsächlich passiert.

[12:13] Und er blieb ein Jahr und sechs Monate dort und lehrte unter ihnen das Wort Gottes. Paulus nimmt sich jetzt Zeit. Korinth ist eine der größten, eine wesentliche Stadt in Griechenland. Von dort führen viele Handelswege über das Mittelmeer in andere Regionen. Dort das Evangelium zu predigen bedeutet, sich wirklich an eine Schaltzentrale begeben zu haben, so dass viele Menschen, die kommen und gehen, vom Evangelium hören können.

[12:43] Als aber Gallio, Statthalter von Achaja, war, ist ein Gallio, den kennen wir auch sonst aus der Geschichte. Wir können damit auch sein Aufenthalt hier datieren, ja, das ist ja 51. Traten die Juden einmütig gegen Paulus auf und führten ihn vor den Richterstuhl. Kein Ort, an dem wir bisher nicht Widerstand erlitten haben. Und fast immer kommt der Widerstand durch Menschen, die eigentlich das Alte Testament kennen, aber die nicht glauben wollen, dass Jesus der Messias ist.

[13:08] Und sie jetzt dann wiederum Jesus, Verzeihung, Paulus verfolgen und sprachen: „Dieser überredet die Leute zu einem gesetzwidrigen Gottesdienst.“ Und wir sehen, wie sehr dieses Argument immer mehr aufgegriffen wird von den Gegnern des Evangeliums hier, während der zweiten Missionsreise, dass man behauptet, dass das Evangelium gegen die Gesetze der Römer sein. Und das ist natürlich eine ganz interessante Sache auch im Hinblick auf die Endzeit, wenn es auch Gesetze geben wird, die die wahre Anbetung Gottes verbieten werden.

[13:43] Als aber Paulus den Mund öffnen wollte, sprach Gallio zu den Juden: „Wenn es sich nun um ein Verbrechen oder eine böse Schändlichkeit handeln würde, ihr Juden, so hätte ich euch vernünftigerweise zugelassen.“

[13:56] Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, wir sind dir dankbar für jeden einzelnen Beweis, für jeden Hinweis, den wir haben können aus der Natur, aus den Naturwissenschaften, aus der Archäologie, aus der Philosophie, aus der Logik, aus den verschiedenen Bereichen der Geschichte. Wir wissen dankbar für alles, was den Glauben untermauert und stützt. Aber wir wollen niemals aus den Augen verlieren, dass es nur eins gibt, was den Glauben im Kern hält, und das ist die Botschaft vom Kreuz, die Botschaft der Erlösung von Jesus, der für uns gestorben ist, unsere Sünden auf sich genommen hat und seine Gerechtigkeit schenkt. Und damit den Charakter Gottes. Treffen sich alle großen Wahrheiten. Und bei aller Begeisterung für die verschiedenen Wissensgebiete dieser Welt, die uns helfen können, nicht besser zu verstehen, wollen wir niemals das Kreuz aus den Augen verlieren und es soll immer im Zentrum unseres Forschens und Denkens bleiben. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.


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