In dieser Predigt aus der Serie „Gott auf (m)einer Seite“ behandelt Christopher Kramp den Abschnitt Apostelgeschichte 23:34-24:23. Er beleuchtet die Anklage gegen Paulus vor dem römischen Stadthalter Felix und wie Paulus sich geschickt verteidigt, indem er seinen Glauben auf das Alte Testament gründet und auf die gemeinsame Hoffnung der Auferstehung verweist. Die Predigt betont die Bedeutung eines reinen Gewissens und die Kraft von Jesu Blut zur Vergebung von Sünden.
Gott auf (m)einer Seite: Apostelgeschichte 23:34-24:23
Christopher Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: ApostelgeschichtePodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
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Serie: Gott auf (m)einer Seite
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Transkript
[0:30] Hallo liebe Freunde, willkommen zu Gott auf meiner Seite. Heute mit Seite 1168. Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, danke, dass du unsere Wünsche kennst, du kennst unsere Sehnsüchte. Du weißt, was unsere großen Ziele im Leben sind. Du weißt, was das Beste für uns ist. Du hast große Freude, uns mehr zu geben und uns mit größerem Segen zu überschütten, als wir überhaupt erbitten und uns ausdenken könnten. Herr, schenke uns das Vertrauen jeden Tag, dass du keinen Fehler machst, sondern dass du uns richtig führst. So möchte ich, wir möchten unser Leben in deine Hand legen und darauf vertrauen, dass du uns so führen wirst, wie wir uns wünschen, geführt zu werden, wenn wir bereits alle Umstände erkennen könnten. Herr, wir möchten dich bitten, dass du jetzt durch dein Wort zu uns sprichst, dass du uns ermutigst und stärkst, ermahnst und tröstest. Und Dank dafür im Namen Jesu. Amen.
[1:50] Wir sind in Apostelgeschichte 23. Die Juden hatten, oder besser gesagt, 40 unter ihnen, 40 Juden hatten sich verschworen, Paulus umzubringen. Sie haben dann einen Komplott mit den Obersten Priestern und Ältesten des Sanhedrin gemacht, um ein scheinbares Verhör, eine scheinbare Untersuchung anzuleiern in Jerusalem, so aber nie hätte kommen sollen, weil auf dem Weg dorthin Paulus bereits hätte umgebracht werden sollen. Das Ganze wird aber aufgedeckt durch seinen Neffen. Und so sendet der Lysias, der römische Befehlshaber der Truppen dort in Jerusalem, ihn mit Soldaten nach Cäsarea zum Stadthalter der Provinz Judäa, nämlich zu Felix.
[2:36] Wir lesen weiter in Vers 34: „Nachdem aber der Stadthalter den Brief gelesen hatte und auf die Frage, aus welcher Provinz er sei, erfahren hatte, dass er aus Kilikien stammte, also aus der heutigen Südtürkei am Mittelmeer, sprach er: ‚Ich will dich verhören, wenn deine Ankläger auch eingetroffen sind.‘“ Und er befahl, ihn im Prätorium des Herodes zu bewachen, einem Gebäude, das Herodes der Große, der gestorben war, kurz nachdem Jesus geboren worden war, dort gebaut hatte.
[3:08] Nach fünf Tagen aber kam der Hohepriester Ananias mit den Ältesten und einem Anwalt, einem gewissen Tertullus, herab. Der hier einen römischen Namen trägt und ganz offensichtlich wahrscheinlich auch im römischen Recht gut gebildet gewesen ist. Und sie erschienen vor dem Stadthalter gegen Paulus. Als dies aber gerufen worden war, begann Tertullus mit der klaren Rede und sprach: „Dass wir viel Frieden durch dich genießen und dass diesem Volk durch deine Fürsorge heilsame Zustände geschaffen worden sind, das erkennen wir alle Zeit und überall, hochedler Felix, mit aller Dankbarkeit.“ Also da sieht man, wie das damals auch in der römischen Antike funktioniert hat, diese Schmeichelei und dass die hohe Ehre, die man den Politikern und den Magistraten entgegengebracht hat.
[3:59] „Damit ich dich aber nicht allzu sehr bemühe, bitte ich dich, uns in Kürze nach deiner Freundlichkeit anzuhören. Wir haben nämlich diesen Mann als eine Pest befunden, als einen, der Aufruhr stiftet unter allen Juden in der ganzen Welt, als einen Anführer der Sekte der Nazarener.“ So wird also das Christentum von ihnen genannt. Jesus war ja aus Nazareth, und das war ja schon zur Zeit von Jesus eine Stadt, deren Ruf sehr zweifelhaft gewesen ist. Dieser Name, die Sekte der Nazarener, soll also offensichtlich ja der ganzen christlichen Bewegung so einen negativen Touch geben. Das Wort „Sekte“ hier ist an sich noch gar nicht so negativ behaftet gewesen in der Antike, wie das heute aufgrund moderner, katastrophaler Entwicklungen, moderner Irlehrer der Fall ist. Sekte bedeutet einfach eine bestimmte Richtung, eine bestimmte Religionspartei sozusagen, die eine bestimmte Glaubensüberzeugung vertrat.
[4:56] „Er versuchte sogar, den Tempel zu entheiligen. Doch wir ergriffen ihn und wollten ihn nach unserem Gesetz richten. Aber Lysias, der Befehlshaber, kam dazu und entriss ihn mit großer Gewalt unseren Händen.“ Also, die stellen das jetzt so da, als ob sie eigentlich nur für Recht und Ordnung sorgen wollten und dass der römische Befehlshaber hier seine Kompetenzen überschritten hat und gewaltsam ihn entrissen hätte.
[5:18] „Und er befahl, dass seine Ankläger zu dir kommen sollten. Von ihm kannst du es selbst, wenn du ihn verhörst, alles erfahren, dessen wir ihn anklagen.“ Und auch die Juden stimmten dem zu und behaupteten, es verhielte sich so.
[5:32] Paulus aber gab, nachdem ihn der Statthalter durch ein Zeichen zum Reden aufgefordert hatte, folgende Antwort: „Ich weiß, dass du seit vielen Jahren Richter über dieses Volk bist. So verteidige ich meine Sache desto zuversichtlicher, weil du erfahren kannst, dass es nicht länger als 12 Tage her ist, seit ich hinaufzog, um in Jerusalem anzubeten.“ Also, Paulus spielt darauf an, dass Felix schon lange Zeit dort ist und auch die Gegebenheiten in Judäa gut kennt und auch die verschiedenen Strömungen, die es dort gab.
[6:01] „Und sie fanden mich weder im Tempel, dass ich mich mit jemand gestritten oder einen Volksauflauf erregt hätte, noch in den Synagogen, noch in der Stadt. Sie können auch das nicht beweisen, dessen sie mich jetzt anklagen.“
[6:13] „Das bekenne ich dir aber, dass ich nach dem Weg, den sie eine Sekte nennen, dem Gott der Väter auf diese Weise diene, dass ich an alles glaube, was im Gesetz und in den Propheten geschrieben steht.“ Paulus sagt also: Ich bekenne, dass ich an das gesamte Alte Testament glaube. Sie nennen das eine Sekte, aber ich bin eigentlich nur einer, der allem glaubt, was Propheten über den Messias vorhergesagt haben. Er ist also keine Splittergruppe, keine Sondergruppe, sondern obwohl er von der Mehrheit der Juden als eine solche behandelt wird, ist er derjenige, der eigentlich wirklich allem glaubt, was im Alten Testament steht. Das zeigt uns, dass die neutestamentlichen Apostel, wie wir das so oft gesehen haben in der Apostelgeschichte, ihren Glauben vollumfänglich auf das Alte Testament gegründet haben.
[7:07] Paulus macht auch ganz deutlich, dass er sich von den Dingen distanziert, die ihm vorgeworfen werden, und er macht ganz deutlich, es gibt dafür keinen Beweis.
[7:16] Und dann lesen wir weiter: „Und ich habe die Hoffnung zu Gott, auf die auch sie selbst warten, dass es eine künftige Auferstehung der Toten geben wird, sowohl der Gerechten als auch der Ungerechten. Daher übe ich mich alle Zeit ein unverletztes Gewissen zu haben gegenüber Gott und den Menschen.“ Und er beschreibt also seinen Glauben auf eine Art und Weise, dass auch im Wesentlichen seine Ankläger zustimmen können. Er bringt jetzt nicht die Details, die den größten Widerstand erzeugen, sondern er beschreibt Dinge, die er für ganz entscheidend hält, bei denen auch seine Ankläger sagen: Ja, das glauben wir im Prinzip auch. Und das zeigt wiederum auch das Geschick des Paulus, Brücken zu bauen und nicht unnötig zu provozieren.
[8:00] „Daher übe ich mich daran, alle Zeit ein unverletztes Gewissen zu haben gegenüber Gott und den Menschen.“ Übrigens auch ein ganz wesentliches Prinzip für uns. Auch wir haben das Vorrecht durch Gottes Kraft so zu leben, dass wir ein unverletztes Gewissen haben. Und wenn wir unser Gewissen verletzt haben, weil wir gesündigt haben, sei in Gedanken, sei in Taten oder auch in Worten, dann haben wir das Blut Jesu, das uns reinwäscht von aller Sünde. Die Bibel sagt ja, dass wenn wir unsere Sünde bekennen, in Johannes 1 Vers 9, ist er Gott treu und gerecht, dass er uns die Sünde vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit. Das Blut Jesu reinigt uns von aller Sünde, steht dort in Johannes 1 Vers 7. Aber wir haben umso mehr das Vorrecht, als Gereinigte auch mit einem unverletzten Gewissen vor Gott und den Menschen zu leben. Und ich wünsche mir das, dass ich so leben kann, dass mein Gewissen mich nicht anklagen muss. Wünschst du dir das auch? Gott möchte uns das schenken.
[8:57] „Ich bin aber nach vielen Jahren gekommen, um Moses für mein Volk und Opfer zu bringen. Dabei fanden mich etliche Juden aus der Provinz Asien im Tempel, als ich gereinigt war, ohne dass ein Volksauflauf oder Tumult entstanden wäre. Die sollten vor dir erscheinen und Anklage erheben, wenn sie etwas gegen mich hätten, oder diese selbst sollen sagen, ob sie irgendein Unrecht an mir gefunden haben, als ich vor dem Hohen Rat stand, außer um jenes einzigen Wortes willen, das ich ausrief, als ich unter ihnen stand: ‚Wegen der Auferstehung der Toten werde ich heute von euch gerichtet!‘“
[9:30] Als Felix dies hörte, verwies er sie auf eine spätere Zeit, da er über den Weg recht genau Bescheid wusste. Mit anderen Worten, Felix wusste vom Christentum, er kannte sich ziemlich gut aus und wusste, was die Christen glauben.
[9:44] Und sprach: „Wenn Lysias, der Befehlshaber, herabkommt, will ich eure Sache untersuchen.“ Und er befahl dem Hauptmann, Paulus in Gewahrsam zu halten und ihm Erleichterung zu gewähren und auch keinem der seinen zu verbieten, ihm Dienste zu leisten oder zu ihm zu kommen.
[10:02] Es war also wirklich Gottes gute Fügung, dass Paulus jetzt hier zum Stadthalter Felix gekommen ist, der schon einiges über das Christentum wusste und der ihn gut behandelt hat. Lass uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, wir wünschen uns von ganzem Herzen, dass wir heute durch den Alltag gehen dürfen, dass wir diesen Tag erleben können mit einem reinen Gewissen. Das können wir aus eigener Kraft nicht, aber das können wir, weil du, Herr Jesus, durch den Heiligen Geist in unserem Herzen wohnen möchtest, so dass unsere Worte, Taten, ja sogar unsere Gedanken, unsere Empfindungen, unsere Motive mit deinem Gesetz der Liebe in Übereinstimmung sind. Bitte schenk du uns die Kraft dazu, das wollen und vollbringen. Im Namen Jesu. Amen.
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