In diesem Video wird die biblische Geschichte von Paulus‘ Gefangenschaft und seinen Verhandlungen vor den römischen Statthaltern Felix und Festus beleuchtet. Es wird gezeigt, wie Paulus sich verteidigt und wie politische und persönliche Motive die Entscheidungen der Amtsträger beeinflussen. Die Predigt thematisiert auch die Gefahr des Aufschiebens wichtiger Entscheidungen und ermutigt dazu, dem Ruf Gottes sofort zu folgen.
Gott auf (m)einer Seite: Apostelgeschichte 24:24-25:19
Christopher Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: ApostelgeschichtePodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Tägliche Andachten
Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.
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Serie: Gott auf (m)einer Seite
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Transkript
[0:32] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu Gott auf meiner Seite. Heute mit Seite 1169. Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, danke, dass wir dein Wort haben und dass du jeden Tag bereit stehst und dein Wort zu erklären. Wir wollen aus deinem ganzen Wort leben, wollen allem glauben, was Propheten oder Apostel aufgeschrieben haben. Und auch wenn andere uns vielleicht als Sonderlinge behandeln, wollen wir doch die Gewissheit haben, dass wir im Grunde genommen nur dem Glauben folgen, was seit tausenden von Menschen aufgeschrieben worden ist, die mit dir Großes erlebt haben, von deinem Heiligen Geist inspiriert worden sind. Dass wir dem folgen, was seit Jahrhunderten Menschen dazu inspiriert hat, ihr Leben dir zu geben, dass wir dem Weg des Lebens folgen, nämlich dir. Sprich du jetzt auch durch dieses Wort zu uns, erfüll uns mit deinem Heiligen Geist, dass wir verstehen, was du uns sagst und dass wir es ausleben und weitergeben können. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
[1:39] Wir sind in der Apostelgeschichte 24. Paulus ist mittlerweile in Cäsarea dort gebunden beim Statthalter Felix. Er ist angeklagt worden, einige der Ältesten mit dem Hohen Priester haben ihn angeklagt, aber Paulus hat sich glaubhaft verteidigen können. Und Felix lässt ihn unter der Haft Erleichterung zurück und möchte ihn zu einem späteren Zeitpunkt unter der Gegenwart des Befehls. Aber Lysias aus Jerusalem dann noch einmal untersuchen und die Sache untersuchen.
[2:21] Wir lesen weiter in Vers 24: „Nach etlichen Tagen aber kam Felix mit seiner Frau Drusilla, die eine Jüdin war, und ließ den Paulus holen und hörte ihn über den Glauben an Christus.“ Drusilla kannte also das Alte Testament, war davon überzeugt. Hier gab es also ein gutes Potenzial, dass die beiden vom Evangelium auch wirklich persönlich angesprochen werden. Als er aber von Gerechtigkeit und Enthaltsamkeit und dem zukünftigen Gericht redete – wir sehen also, dass Paulus, der immer Christus als den Gekreuzigten im Mittelpunkt hatte, auch andere Themen nicht völlig außer Acht gelassen hat. Er kam auch zu Themen, die auch wir predigen müssen: Gericht, Enthaltsamkeit, die Gerechtigkeit Gottes.
[3:04] Wurde Felix von Furcht erfüllt und er antwortete: „Für diesmal kannst du gehen. Wenn ich aber gelegene Zeit finde, will ich dich wieder rufen lassen.“ Das Evangelium hat an seinem Herzen gewirkt, aber er sah, dass er Entscheidungen treffen müsste. Er sah, dass er Veränderungen in seinem Leben vornehmen müsste. Die Botschaft des Gerichts und die Botschaft eines enthaltsamen Lebensstils – das waren noch unangenehme Wahrheiten. Und statt eine Entscheidung zu fällen, statt dem Werben des Heiligen Geistes nachzugeben, hat er die Entscheidung aufgeschoben und gesagt: „Naja, wenn ich eine gelegene Zeit bekomme.“
[3:41] Die Tragik in dieser Geschichte ist, dass für Felix diese gelegene Zeit nie wieder gekommen ist. Vielleicht gibt es heute auch in deinem Leben und überhaupt in deiner Lebenssituation, wo das Evangelium in seiner vollen Kraft und Schönheit und seinem ganzen Licht auf dein Leben scheint und sie auch zeigt, dass du Dinge ändern musst. Und vielleicht erfüllt dich das ein bisschen mit Furcht, nicht weil Gott die Angst machen möchte, sondern weil du siehst, dass dein Leben bisher nicht richtig verlaufen ist. Dann schieb eine Entscheidung nicht auf. Warte nicht bis zu einem besseren Zeitpunkt. Es gibt keinen besseren Zeitpunkt als den, wenn Gott durch sein Wort direkt zu dir spricht. Einen klaren Beweis wirst du niemals bekommen können als Gottes Wort selbst.
[4:32] Zugleich hofft er aber auch, dass er von Paulus Geld erhalten würde, damit er ihn frei ließe. Darum ließ er ihn auch öfters kommen und besprach sich mit ihm. Eigentlich wusste er, dass Paulus nichts Böses getan hat. Er hätte ihn eigentlich frei lassen müssen. Inhaltlich hat er mit ihm ja durchaus den gewissen Punkt überein gestimmt, aber es war die Korruption, die natürlich dort auch im römischen Reich ganz massiv verbreitet war, die dem ganzen Riegel vorgeschoben hat. Er wollte ein bisschen daran verdienen, für entsprechendes Geld den Paulus freilassen, und der hat nicht daran gedacht, so dass in die Wege zu leiten.
[5:09] Als aber zwei Jahre vergangen waren, bekam Felix den Porcius Festus zum Nachfolger. Und dass ich Felix den Juden zu danken wollte, ließ er ja Paulus gebunden zurück. Felix war jemand, der hätte bekehrt werden können. Er erkannte das Christentum, seine Frau glaubte an das gesamte Alte Testament, und er hat immer wieder einen der größten Evangelisten aller Zeiten, der größten Lehrer der Bibel überhaupt, Paulus, als Privatlehrer gegeben. Er hat ihm erklärt, oder war ja nicht einmal abgeneigt. Er hat es nur vor sich her geschoben. Er wird nie eine Entscheidung gefällt und das Geld gehe hat er das aufgeschoben, was er eigentlich hätte längst tun müssen, mit dem Paulus zu befreien. Und irgendwann war das Zeitfenster, wohin er hätte befreien können, zu. Und dann war es die Politik, die ihn dazu verleitete, Paulus weiterhin gewohnt, dass er wollte anderen einen Gefallen tun. Und so blieb Paulus ja schon längst hätte frei kommen müssen in Gefangenschaft. Auf Menschen, selbst auf vermeintlich gute Menschen, kann man sich nicht verlassen.
[6:20] Als nun Festus in der Provinz angekommen war, zog er nach drei Tagen von Cäsarea hinauf nach Jerusalem. Da wurden der Hohepriester und die vornehmsten der Juden bei ihm vorstellig gegen Paulus und redeten ihn zu. Sobald also der neue da ist, versucht man sofort wieder das Thema aufzugreifen und wieder Paulus anzuklagen. Und sie baten es sich als eine Kunst gegen ihn aus, dass er ihn nach Jerusalem hole. Dabei planten sie einen Anschlag, um ihn unterwegs umzubringen. Der alte Plan, vermutlich sind einige der alten Anschläge Verschwörer schon umgekommen, wenn sie nicht doch dann ihren eigenen Flug gebrochen haben. Aber der Plan ist immer noch derselbe: Man möchte Paulus umbringen.
[6:59] Festus jedoch antwortete: „Paulus werde in Cäsarea in Verwahrung gehalten. Er selbst aber werde in Kürze wieder abreisen.“ Mit anderen Worten, er bleibt selbst nicht lange in die Hose, sondern wird nach Cäsarea wieder zurückgehen. „So lasst und spreche eure Bevollmächtigten mit ihm hinabziehen und wenn eine Schuld an diesem Mann ist, sollen sie ihn anklagen.“
[7:20] Nachdem er aber mehr als 10 Tage bei ihm gewesen war, zog er nach und dann folgenden Tag setzt er sich auf den Richterstuhl und ließ den Paulus vorführen. Der Fall kommt in eine neue Phase vor, einem neuen Richter wird sein Fall neu aufgerollt. Und als dieser erschienen, stellten sich die Juden, die von Jerusalem herabgekommen waren, ringsherum und brachten viele und schwere Anklagen gegen Paulus vor, die sie nicht beweisen konnten. Während er sich so verteidigte: „Weder gegen das Gesetz der Juden, noch gegen den Tempel, noch gegen den Kaiser habe ich etwas verbrochen.“
[7:54] Festus aber, der sich die Juden zu danken wollte, wieder dasselbe Motiv wie auch schon bei Felix, antwortete den Paulus und sprach: „Willst du nach Jerusalem hinaufziehen und dich von und ich dort hier rüber von mir richten lassen?“ Aber Paulus sprach: „Ich stehe vor dem Richterstuhl des Kaisers, dort muss ich gerichtet werden. Den Juden habe ich keinen Unrecht getan, wie du selbst sehr wohl weißt.“ Jeder römische Bürger hatte das Recht, in einem Gerichtsverfahren sich auf den römischen Kaiser zu berufen, der dann dieses Verfahren an sich ziehen konnte. Paulus macht davon Gebrauch und sagt: „Ich möchte vor dem Kaiser selbst gerichtet werden, denn wenn ich im Unrecht bin und etwas begangen habe, was den Tod verdient, so weigere ich mich nicht zu sterben. Wenn aber ihre Anklagen nichtig sind, so kann mich niemand ihnen preisgeben. Ich berufe mich auf den Kaiser.“
[8:49] Das sprach sich Festus, da besprach sich Festus mit seinem Rat und antwortete: „Du hast dich auf den Kaiser berufen, zum Kaiser sollst du gehen.“ Nun ist die Sache klar, Paulus wird nicht in die Gruselum gerichtet werden, sondern in Rom.
[9:03] Als aber etliche Tage vergangen waren, kam der König Agrippa mit Bernike nach Cäsarea, um Festus zu grüßen. Und als es sich mehrere Tage dort aufgehalten hatten, der König Agrippa hatte auch ein Gebiet dort in Palästina, in der Nähe des Genezareth, als so ein quasi wie ein Tetra, einen kleinen König im Grunde genommen. Und als sich mehrere Tage dort aufgehalten hatten, legte Festus dem König die Sache des Paulus vor und sprach: „Es ist ein Mann, von Felix gefangen zurückgelassen worden. Seinetwegen wurden, als ich in Jerusalem war, die Obersten Priester und Ältesten der Juden vorstellig und verlangten seine Verurteilung. Ich antwortete ihnen, es sei nicht der Brauch, darüber einen Menschen dem Tod preis zu geben, ehe der Angeklagte die Kläger vor Augen habe und Gelegenheit erhalte, sich der Klage gegen zu verteidigen.“ Die Römer haben wir sehr viel gehalten auf ihr juristisches System und auf das auf die römischen Gesetze, die allerdings, wie wir das im Fall von Jesus und Pontius Pilatus gesehen haben, schon damals den sündlosen Jesus nicht vor einem Tod bewahren konnten.
[10:12] Als sie nun hierher, als sie nun hier zusammengekommen waren, setzte ich mich ohne irgendeinen Aufschub am folgenden Tag auf den Richterstuhl und ließ den Mann vorführen. Als nun die Kläger auftraten, brachten sie über ihn gar keine Klagen wegen Sachen vor, die ich vermutet hatte, sondern sie hielten ihm eine Gestalt Fragen vor, die ihre besondere Religion betrafen und einen Verstorbenen Jesus, von dem Paulus behauptete, er lebe. Hier sieht man also, dass im Vergleich zu Felix, der sich gut auskannte mit dem Christentum, dieser Porcius Festus im Grunde genommen so gut wie keine Ahnung hat von den Gegebenheiten. Es wäre also sehr viel günstiger gewesen, wenn Felix, der die Sache sehr besser beurteilen konnte, einen Freispruch erwirkt hätte, weil der das verschleppt hatte aus niederen Motiven. Wird jetzt Paulus sage hier von dem Festus ja weiter behandelt und nur deswegen hat sich Paulus dann noch auf den Kaiser überhaupt berufen.
[11:10] Lass uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, du weißt, wie oft wir gute und richtige Entscheidungen aufschieben, auf später verschieben, weil wir der Meinung sind, wir könnten später uns genauso gut entscheiden wie jetzt. Aber Herr, niemand von uns weiß, ob es ein später geben wird. Und selbst wenn es ein später gibt, wissen wir nicht, ob wir dann noch so klar überzeugt sind von dem, was uns jetzt eigentlich klar überführt hat. Herr, schenke uns das Wollen und das Vollbringen, den Mut, Entscheidungen, die heute getroffen werden müssen, auch heute zu fällen. Schenk uns weiter dazu. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
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