In dieser Predigt taucht Rabea Kramp tief in Daniel Kapitel 11 ein und beleuchtet die komplexen historischen und prophetischen Ereignisse, die sich dort entfalten. Von Alexander dem Großen über die Diadochenkriege bis hin zum Aufstieg des Römischen Reiches werden die Machtkämpfe und politischen Intrigen detailliert erklärt. Die Ausführungen zeigen, wie sich biblische Prophezeiungen über Jahrhunderte hinweg erfüllt haben und wie Gott auch in turbulenten Zeiten seine Pläne verfolgt.
Gott auf (m)einer Seite: Daniel 11:3-11:20
Rabea Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: DanielPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Tägliche Andachten
Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.
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Serie: Gott auf (m)einer Seite
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Transkript
[0:32] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu "Gott auf (m)einer Seite". Wir lesen heute zusammen die Seite 927 und ich muss sagen, ich habe vor keiner Seite so viel Respekt wie vor dieser. Denn wir haben das Kapitel 11 im Buch Daniel vor uns und wir werden tief, tief, tief in die Geschichte eintauchen. Und ich werde versuchen, euch so gut es geht, mitzunehmen in die Dinge, die hier aufgeschrieben sind. Und ich hoffe, dass ihr nicht einfach nur zuhört, sondern dass ihr nach Hause geht und versucht, es auch zu verstehen. Denn dieses Kapitel ist ein ganz geschichtsträchtiges und ja, viele Prophezeiungen haben sich erfüllt, aber am Ende werden sich noch einige erfüllen müssen.
[1:15] Und bevor wir dieses sehr, sehr schwere Kapitel verstehen zu versuchen, lasst uns beten. Lieber Herr Jesus, ich möchte dich bitten, dass du uns Demut gibst und ganz, ganz viel Verständnis für dieses tolle Kapitel Daniel 11, das uns aber auch viel Geschichtswissen abverlangt. Und ich möchte dich bitten, da, wo ich vielleicht Dinge sage, die nicht ganz zutreffen, dass du hilfst, dass wir sie trotzdem irgendwie verstehen können. Und es gibt auch Verse, die nicht ganz gesichert, nicht ganz geklärt sind, wie die heutzutage zu verstehen sind. Da bitten wir dich um deinen Heiligen Geist, dass wir sie vielleicht eines Tages verstehen dürfen. In deinem Namen, Amen.
[2:03] Wir haben gestern Vers 1 und 2 gelesen und noch die Könige von Persien betrachtet. Und in Kapitel 11, Vers 3 steigen wir ein mit dem König von Griechenland. Es wird aber ein tapferer König auftreten und eine große Herrschaft gründen und tun, was ihm gefällt. Damit ist Alexander der Große gemeint. Und zwischen Xerxes und Alexander, der letzte König, von dem wir Vers 2 gelesen haben, und Alexander liegen etwa 150 Jahre. Also wir haben ja einen ganz beträchtlichen Zeitsprung zwischen Vers 2 und Vers 3. Also es gab noch mehrere persische Könige, bis dann die Griechen hier auf den Plan traten. Aber wie sein Reich aufgekommen ist, also das von Alexander, so wird es auch zerbrechen, also sehr schnell und nach den vier Himmelsrichtungen zerteilt werden. Aber nicht nur unter seine Nachkommen, nicht unter seine Nachkommen und nicht mit gleicher Macht, wie er sie ausgeübt hat. Denn sein Reich wird ausgerissen und anderen zu Teil als jenen.
[3:15] Wir wissen, dass Alexander der Große keine nennenswerten Nachkommen hatte, die ihn hätten beerben können. Seine Frau war gerade schwanger, als er gestorben ist. Er hat sozusagen die Geburt seines Sohnes nicht mehr erlebt. Er hatte selber nur einen Behinderten Halbbruder, nämlich Philipp, der ja dann auch noch einige Zeit gelebt hat, den man da nicht umgebracht hat, weil er eigentlich keine Gefahr dargestellt hat, irgendwie auf dem Thron landen zu wollen. Aber deswegen ist ein riesengroßer Streit entbrannt über das große Reich, das Alexander erobert hat, unter seinen Generälen, ungefähr 20. Und es war ein langer, langer Krieg, der 20 Jahre gedauert hat, ungefähr, bis sich am Ende vier dieser Wochen dieser Generäle herauskristallisiert haben, nämlich Kassander, Lysimachos, Seleukos und Ptolemaios, die dann das Reich unter sich aufgeteilt haben. Aber es steht ja am Ende des Verses, dass diese Reiche auch nicht ja, die Macht nicht bestehen wird und es ihnen auch nicht zuteil werden wird, sondern einem anderen.
[4:29] Und damit ist ein Ägypter gemeint, nämlich Ptolemaios I. Soter, der König des Südens. Damit ist dieser Ptolemaios gemeint. Er wird erstarken, aber von seinen Fürsten, und damit ist General Seleukos I. Nikanor gemeint, einer noch stärker werden als er und eine Herrschaft begründen. Seine Herrschaft wird eine große Herrschaft sein. Und warum? Weil er hat die Seleukiden begründet. Seleukos hatte ursprünglich ja den östlichen Teil von Alexanders Reich für Alexander erobert und Seleukos wurde aber aus dem Osten vertrieben und floh nach Ägypten, weswegen er dann da General wurde. Und Ptolemaios half ihm und gab ihm dann eine Armee und Seleukos bezwangen dann Lysimachos und gewannen Syrien und Kleinasien und machten sich dann zum König des Nordens. Ganz wichtig, also wir haben den König des Nordens und des Südens, und die beiden beschäftigen uns jetzt im Verlauf dieses Kapitels.
[5:41] Wichtig ist noch zu erwähnen, dass alle diese Nachkommen von Alexander in den nächsten 15 Jahren ausgerottet wurden. Ja, also seine Frau, sein Sohn, alle wurden getötet von den Generälen, damit hier keiner einen Anspruch auf den Thron haben konnte. Und nach Jahren werden sie sich verbünden und die Tochter des Königs des Südens, das war die Berenike. Sie war die Tochter vom Ptolemaios II. Philadelphos, wird zum König des Nordens kommen, um einen Ausgleich zustande zu kriegen. Der König des Nordens war damals und der Ptolemaios vom Süden und der Antiochos vom Norden haben ein Heiratsgeschäft gemacht mit der Berenike, die hier einheiratet in den Süden. Das ist der Ausgleich, der hier gemeint ist. Aber sie wird die Macht nicht behalten und auch er wird nicht bestehen, noch seine Macht.
[6:31] Sondern sie Birne wird da hingegeben werden, sie und die sie kommen ließen und sie gezeugt hat, also ihr Vater und der sie eine Zeit lang zur Frau genommen hatte. Antiochos II. heiratete hier die Tochter von Ptolemaios II., diese Berenike. Aber der Antiochos hatte schon eine Frau, das war nämlich die Laodike, die er dann aber verlassen hat für die Berenike. Und obwohl der Antiochos diese Berenike überhaupt nicht geliebt hat, es war einfach nur eine politische Heirat, hat er sie halt genommen.
[7:12] Und es heißt weiter: Es wird aber ein Schössling aus der gleichen Wurzel, also aus der Ptolemaios-Linie, also König des Südens, der sie, also Berenike, entstammte, an seine Stelle treten und wird gegen das Herz zu Felde ziehen. Ja, er wird in die Festung des Königs des Nordens eindringen und sie siegreich bewältigen. Die Berenike hatte einen Bruder, das war Ptolemaios III. Euergetes. Und der wird hier an ihre Stelle treten. Nun, was ist geschehen, als Ptolemaios starb, also der Vater von Berenike? Trennte sich der Antiochos von der Berenike wieder und nahm wieder seine alte Frau, die Laodike, zu sich. Aber die Laodike war so verbittert, dass sie verlassen worden war, und tötete Antiochos, also ihren Mann. Sie tötete Berenike und sie tötete deren auch ihren Sohn und sogar die Angestellten. Also sie hat, hat alle, alle niedergemacht und niedergemetzelt oder metzeln lassen.
[8:23] Und der Bruder von Berenike, der rächt jetzt diesen Mord oder diese Morde und nimmt Seleukiden und Syrien ein. Auch ihre Götter samt ihren gegossenen Bildern und kostbaren goldenen und silbernen Geräten wird er in die Gefangenschaft nach Ägypten bringen, also dieser Bruder von Berenike. Und auch einige Jahre vor dem König des Nordens standhalten, also der König des Südens bleibt hier länger, stärker als der König des Nordens. Ptolemaios III. hat 2500 goldene und silberne Götter hier geraubt und mitgenommen. Deswegen wird das hier bei ihm berichtet.
[9:04] Und das heißt weiter: Dieser, damit ist Seleukos II. Kallinikos gemeint. Wir sind im Jahr 242. Wird zwar in das Reich des Königs des Südens eindringen, aber wieder in seiner zurückkehren. Also der König des Nordens versucht gegen die Königin zu kämpfen, schafft es nicht und kehrt wieder zurück. Doch werden seine Söhne, und das sind Seleukos III. Keraunos und Antiochos III., auch genannt Antiochos der Große, sich zum Krieg rüsten und einige gewaltige Menge von Streitkräften zusammenziehen. Und er, also Antiochos der Große, wird kommen und überschwemmen und überfluten und zurückkehren und sie werden bis zu seiner Festung Krieg führen. Ich versuche mal, ein bisschen geschichtlich aufzuarbeiten. Seleukos II. hatte zwei Söhne: Seleukos III. und Antiochos der Große. Und die haben hier gekämpft und die nehmen Gaza ein und Judäa und Phönizien. Und das war ungefähr im Jahr 219 vor Christus.
[10:08] Und der König des Südens, das war mittlerweile, mittlerweile ist es Ptolemaios IV. Philopator, wird darüber erbittert sein. Ist ja klar, ne? Und ausziehen und mit jenem, dem König des Nordens, nämlich Antiochos dem Großen, kämpfen. Dieser wird zwar in ein großes Heer auf ein großes Heer aufstellen, aber die Menge wird in die Hand des Königs des Südens, also Ptolemaios IV., gegeben werden. Um euch ein paar Fakten zu geben, Vers 10 und 11 und auch 12 gleich sprechen von dieser Schlacht. Das ist die Schlacht von Raphia, die 217 stattfand. Und es wäre mir gelesen, Antiochos der Große hatte so eine ganz große Armee. Die Zahlen sind so überliefert, dass es 70.000 Fußsoldaten waren und 5.000 Reiter auf beiden Seiten. Und Antiochos verlor 10.000 und 4.000 wurden gefangen genommen. Also er hat unglaublich Verluste eingefahren. Ptolemaios verlor ein bisschen weniger. Die Ägypter hatten aber außerdem ganz, ganz viele große Tiere, von denen es hier auch berichtet ist. Er hatte 73 große Tiere aus Somalia, also Elefanten und so. Und die Syrer hatten 102 Elefanten aus Indien geholt. Und trotz dieser großen Übermacht gewann Ägypten.
[11:32] Interessante Lehre. Wir haben auch Geschichtsschreiber, die überliefern, dass da so große Elefanten so unglaublich furchtbar gekämpft haben. Also da wäre, damit Pferden kam, der war da wirklich verloren. Also die haben alles aufgefahren, was aufgefahren ging. Und wenn die Menge weggenommen wird, wird sein Herz übermütig werden, so dass er 10.000 niederwerfen, aber doch nicht mächtig bleiben wird. Mit diesen 10.000 sind die Juden gemeint. Sondern der König des Nordens wird wiederum einher aufstellen, also immer noch Antiochos der Große, größer als das frühere war und wird nach etlichen Jahren an der Spitze einer großen und wohlgerüsteten Streitkraft wiederkommen.
[12:23] Zu dieser Zeit war schon ein neuer König in Ägypten, also im Süden. Das war dann Ptolemaios V. Epiphanes, genannt. Aber der war erst sechs Jahre alt. Und deswegen hat Antiochos der Große diese Chance genutzt. So ein Kindskönig kann man leichter besiegen als ein Erwachsenen. Und dann hat er diese große Macht zusammengerufen, dieses Militär und hat hier ja, ist ja nach Ägypten gezogen.
[12:55] Und ab Vers 14 begeben wir uns auf viel unsicheres. Bisher konnten wir noch sagen, das war der König, das war der König. Und jetzt wird es ein bisschen schwammiger. Da gibt es auch ganz unterschiedliche Auslegungen von verschiedenen Theologen in unserer Gemeinde, die ja unterschiedliche Ansätze verfolgen. Denn wir sind ja nun an der Schwelle zum Römischen Reich. Und wo genau die Römer jetzt hier auftauchen, oft in Vers 14 oder 14, das ist halt die große Frage. Aber wir lesen erstmal: Und auch werden zu jeder Zeit viele gegen den König des Südens aufstehen, auch gewalttätige Leute aus deinem Volk werden sich erheben, um die Weissagung zu erfüllen, aber sie werden fallen. Nun, wäre es mit deinem Volk gemeint? Wir wissen ja, Gabriel spricht hier mit Daniel, und es sind wahrscheinlich die Juden gemeint. Aber wenn man den Vers mal im Englischen liest, dann kann man sehen, dass man eigentlich gar nicht genau sagen kann, ob es nun die Juden sind oder ob es gewalttätig die Geläuterten sind, die den Juden etwas antun. Denn im Englischen steht hier: "The rubbers of the people shall exiled them south to establish the vision", also die Weissagung zu erfüllen. Und ja, wie gesagt, das ist nicht ganz klar, ob das jetzt die Juden sind, hier gewalttätig sind, oder ob es andere sind, die den Juden Gewalt antun.
[14:19] Auf jeden Fall können wir sagen, dass Antiochos der Große sich hier mit Philipp von Makedonien zusammentut. Und dass das ähm ja, so ein bisschen da rein mündet, dass dann hier die Römer irgendwann übernehmen. Denn der König des Nordens, und das könnten die Römer sein, wird kommen und einen Wall aufwerfen und eine befestigte Stadt einnehmen. Und die Streitkräfte des Südens werden nicht standhalten, auch nicht die beste Mannschaft seines Volkes. Denn da wird keine Kraft zum Widerstand sein. Sondern der, damit ist der König des Nordens gemeint, welcher gegen ihn gekommen ist, wird tun, was ihm beliebt, und niemand kann vor ihm bestehen. Und er wird Stellung nehmen in dem herrlichen Land, und Verheerung wird in seiner Hand sein.
[15:06] Also im herrlichen Land, das wissen wir, dass es das Land Israel ist. Das meint, und wir haben gesagt, es geht hier um das Volk Gottes, immer wieder im im elften Kapitel im Buch Daniel. Es geht hier um das Volk Gottes. Deswegen taucht das herrliche Land immer wieder auf. Es wird aber er, der König des Nordens, wird aber sein Augenmerk darauf richten, sein ganzes Königreich in die Gewalt zu bekommen und sich dazu mit ihm, dem König des Südens, zu vertragen und wird es Durchführung. Und wird ihm eine Tochter von seinen Frauen geben, um es zu verderben. Aber sie wird nicht bestehen und wird für ihn nichts ausrichten. Manche Ausleger sagen, hier ist Kleopatra gemeint. Ob das dann tatsächlich so ist, das wissen wir nicht ganz genau.
[15:57] Dann wird er seine Augen auf die Inseln richten und viele einnehmen. Aber ein Feldherr wird seinem hohen lachenden Ende machen. Er wird ihm genug geben, dass ihm das Hören höhnen vergeht. Darauf wird er sich den Festungen seines Landes zuwenden, wird aber straucheln und fallen, dass man ihn nicht mehr finden wird. Und an seiner Stelle wird ein Auftreten, der einen Steuereintreiber durch die Herrlichkeit des Reichs ziehen lässt. Aber nach einigen Tagen wird er zerschmettert werden, und zwar weder durch Zorn noch im Krieg.
[16:30] Und in fast 20, hier sind wir wieder ein bisschen sicherer gelandet. Denn dieser Steuereintreiber, das ist Caesar Augustus. Und den finden wir im Buch Lukas in Kapitel 2, der ja die Volkszählung und die Einreibung hier sich zur Aufgabe gemacht hat. Und warum steht hier: Er wird weder durch Zorn noch im Krieg sterben? Wir wissen, Augustus ist nach einem langen Leben ganz natürlich gestorben, ein ganz seltenes Schicksal für einen römischen Kaiser, denn die meisten wurden umgebracht und ermordet. Und hier ist dieser Gründer des Römischen Imperiums, der ganz friedlich einschlafen darf.
[17:14] Und wie es morgen weitergeht und welche Prophezeiungen wir hier über Jesus finden, der im Zentrum von Kapitel 11 steht, das dürfen wir morgen lesen. Und ihr könnt gespannt sein. Lasst uns beten. Lieber Herr Jesus, Dank, dass du die Geschichte so detailliert hast aufschreiben lassen. Und wir können sehen, wie sie sich genauso erfüllt hat, dass du jeden Menschen kennst, der in der Zukunft geboren werden wird, sein Schicksal kennst, sein Leben kennst, weiß, wie er sich entscheiden wird. Herr, du bist allwissend, deswegen kannst du auch in die Zukunft blicken und Prophezeiungen geben. Hab du Dank, dass wir sie lesen und verstehen dürfen. Amen.
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