In dieser Predigt aus der Serie „Gott auf (m)einer Seite“ wird der biblische Text aus Daniel 4:7-24 ausgelegt. Rabea Kramp erklärt den Traum Nebukadnezars von einem riesigen Baum und dessen Bedeutung für das Königtum und die Herrschaft Gottes. Die Botschaft betont, dass Gott die Könige einsetzt und absetzt und dass wahre Herrschaft im Dienen und im Wohlergehen der Untertanen liegt. Es wird gezeigt, wie Gott durch harte Urteile zur Erkenntnis führt und wie Hoffnung und Zuversicht durch das Verbleiben eines Wurzelstocks symbolisiert werden.
Gott auf (m)einer Seite: Daniel 4:7-4:24
Rabea Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: DanielPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
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Serie: Gott auf (m)einer Seite
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Transkript
[0:32] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu Gott auf einer Seite. Wir lesen heute zusammen die Seite 917, wir sind mitten in Kapitel 4, in dem großen Kapitel über Nebukadnezar, seine ganz persönliche Geschichte und wie ein weiterer Traum ihn verunsichert hat. Das wollen wir heute lesen. Und bevor wir das tun, lass uns gemeinsam beten. Lieber Vater am Himmel, hab Dank, dass du uns zeigst, wie die Zukunft aussieht. Wir müssen keine Angst haben, wir können geborgen sein in dir. Selbst wenn die Zukunft unheilvoll scheint, müssen wir uns nicht fürchten. Das können wir aus diesem Kapitel, was wir heute lesen, lernen, denn du führst am Ende alles zum Guten. Und dafür danken wir dir. Amen.
[1:18] Wir beginnen in Kapitel 4 ab Vers 7. Wir hatten gelesen, dass Nebukadnezar seinen Traum hatte, dass er wieder seine Wahrsager hat kommen lassen und dass Daniel aber am Ende gekommen ist, um zu hören, was Nebukadnezar geträumt hat und es ihm auch zu deuten. Das sind aber die Gesichte meines Hauptes auf meinem Lager, und nun beginnt Nebukadnezar mit seinem Traum. Ich schaute und siehe, es stand ein Baum mitten auf der Erde, und seine Höhe war gewaltig. Der Baum war groß und stark und sein Wipfel reichte bis an den Himmel und er war bis ans Ende der ganzen Erde zu sehen. Sein Laub war schön und seine Frucht reichlich und Nahrung für alle fand sich an ihm. Unter ihm suchten die Tiere des Feldes Schatten und die Vögel des Himmels wohnten in seinen Zweigen und von ihm nährte sich alles Fleisch.
[2:23] Dieser Baum steht natürlich für das Königtum, wie Nebukadnezar es hätte führen sollen. Wir wissen, dass er ein sehr, ja, temperamentvoller, auch sehr gewaltiger und gewaltvoller Herrscher war. Und hier wird der optimale Zustand beschrieben, wie Gott sich eigentlich so ein Königtum von, wir würden vielleicht sagen, Gottes Gnaden gewünscht hätte, nämlich, dass alle unter dem Baum, unter dem Königtum, Wohlergehen haben, dass sie Nahrung finden, dass es ihnen gut geht, dass der Baum Schatten spendet. Das ist die Idee von Königtum, die Gott hat, dass der König eigentlich der Diener, eine Untertanen ist. Wir haben gelesen, dass der Baum bis an den Himmel reicht und es gab schon einmal ein Bauwerk in Babel, was auch bis an den Himmel reichte, das war der Turmbau zu Babel. Und da verwundert es nicht, dass hier noch mal eine, ja, eine ähnliche Sache verwendet wird, um zu zeigen, Babel strebte immer gern Himmel.
[3:30] Ich schaute in den Gesichtern meines Hauptes auf meinem Lager und siehe, ein heiliger Wächter stieg vom Himmel herab und der rief mit gewaltiger Stimme und sprach: Haut den Baum um und schlagt seine Äste ab, streift sein Laub ab und zerstreut seine Früchte. Die Tiere unter ihm sollen wegfliehen und die Vögel von seinen Zweigen. Aber seinen Wurzelstock sollt ihr in der Erde lassen und zwar in Fesseln aus Eisen und Erz im Gras des Feldes, damit er vom Tau des Himmels benetzt werde und seinen Anteil habe an den Kräutern der Erde. Sein menschliches Herz soll verwandelt werden und es soll ihm ein tierisches gegeben werden und sieben Zeiten sollen über ihm vergehen.
[4:16] Nun, weil dieser Optimalzustand des Königtums, so wie wir es vorgelesen haben, nicht eingetreten ist und Nebukadnezar ja ein sehr Furcht erregender Herrscher war, richtet Gott ihn hier und verband ihn als ein Tier auf das Feld. Er wird sozusagen ebenbürtig oder ja, noch unter seine Untertanen gestellt, indem er so sehr erniedrigt wird, dass er wie ein Tier auf dem Feld lebt. Aber es wird ein Wurzelstock übrig bleiben und das ist das Zeichen der Hoffnung und der Zuversicht für die Zukunft. Das Königtum ist sozusagen ruhig gelegt, stillgelegt und Nebukadnezar bekommt hier sieben Zeiten, das sind sieben Jahre, in denen er nicht auf dem Thron sitzt, sondern ja, wir würden sagen, verrückt geworden ist. Im Rat der Wächter wurde das beschlossen, also im Himmel und von den Heiligen wurde es besprochen und verlangt, damit die Lebenden erkennen, dass der Höchste über das Königtum der Menschen herrscht und es gibt, wem er will, und den niedrigsten der Menschen darüber setzt.
[5:34] Also wir lernen, Gott setzt die Könige ein und setzt Könige ab. Das haben wir auch schon in Daniel 2 gelesen und diese Idee taucht immer wieder im Buch Daniel auf und zieht sich wie ein roter Faden durch das ganze Buch, dass alle Weltreiche, alle Könige, alle Herrscher dieser Welt nur da sind und gehen und sterben oder besiegt werden, weil Gott es so will. Diesen Traum habe ich, der König Nebukadnezar, gesehen. Du aber, Belsazar, gib die Auslegung, weil alle Weisen meines Reiches nicht im Stande sind, mir die Deutung zu verkünden. Du aber kannst es, weil der Geist der heiligen Götter in dir ist.
[6:15] Wir lesen hier zum wiederholten Mal und auch nicht zum letzten Mal, dass die Weisen des Königs hier nicht imstande waren, die Deutung zu verkünden. Diesmal mussten sie nicht mal den Traum erraten, aber trotzdem waren sie nicht in der Lage, nicht einmal die Deutung herauszufinden. Und nun, nachdem Daniel diesen Traum gehört hat, steht hier: Da blieb Daniel, dem man Belsazar nennt, eine Weile ganz starr und seine Gedanken erschreckten ihn. Der König ergriff das Wort und sprach: Belsazar, der Traum und seine Deutung dürfen dich nicht erschrecken. Weil Belsazar antwortete und sprach: Mein Herr, der Traum gelte deinen Feinden und die Auslegung deinen Feinden. Daniel hat hier ganz große Empathie, ganz großes Mitgefühl für Nebukadnezar und er wünscht eigentlich, dass dieser Traum, die Auslegung des Traumes, höchstens den Feinden, die Nebukadnezar hat, gelten, aber bitte nicht Nebukadnezar.
[7:21] Und man kann von Daniel her einiges lernen. Man kann lernen, wie man eine Warnungsbotschaft ganz, ja, mit viel Mitgefühl verpackt, mit viel Empathie weitergeben kann. Dennoch, wir als Gottes Volk haben viele Warnungsbotschaften in der Bibel, die wir weitergeben sollen an die Welt, aber nicht mit ja, mit Furcht leeren sollen, den Leuten über den Kopf bügeln sollen, sondern ihnen naheliegen, dass es ein gutes Ende geben wird, aber vorher eine schwere Zeit kommt. Und Daniel 4 zeigt, wie man im Geiste von Jesus solche prophetischen Botschaften für die Zukunft weitergeben kann.
[8:07] Es heißt weiter: Der Baum, den du gesehen hast, so groß und stark, dass sein Wipfel bis zum Himmel reichte und der über die ganze Erde zu sehen war, der so schönes Laub hatte und so reiche Früchte trug und an dem sich Nahrung für alle fand, unter dem sich die Tiere des Feldes aufhielten und in dessen Zweigen die Vögel des Himmels wohnten, dieser Baum bist du, oh König, der du so groß und stark geworden bist und dessen Majestät so groß ist, dass sie bis zum Himmel reicht. Also wieder diese Parallele zum Turmbau und deine Herrschaft bis an das Ende der Erde. Wenn wir an Kapitel 2 denken, dann hat Daniel dort auch schon mal den Satz gesagt: Das Haupt aus Gold bist du, oh König. Und er sagte: Der Baum bist du, oh König. Also Nebukadnezar hat einen Traum von Gott bekommen über sich selber.
[8:55] Da aber der König einen heiligen Wächter vom Himmel herabstiegen sah und sagen hörte: Haut den Baum um und verdirbt ihn, aber seinen Wurzelstock lasst in der Erde, schon zwei, entfesseln von Eisen und Erz im Gras des Feldes, dass er vom Tau des Himmels benetzt werde und seinen Anteil habe mit den Tieren des Feldes, bis sieben Zeiten über ihn vergangen sind. Das hat König folgende Bedeutung und dies ist der Beschluss des Höchsten, der über meinen Herrn, den König, ergangen ist. Also wir merken, auch Daniel ist hier sehr diplomatisch, sehr korrekt und ist sehr loyal gegenüber Nebukadnezar. Man wird dich von den Menschen ausstoßen und bei den Tieren des Feldes wirst du dich aufhalten und man wird dich mit Gras füttern wie die Ochsen und dich vom Tau des Himmels benetzen lassen und es werden sieben Zeiten über dir vergehen, bis du erkennst, dass der Höchste Macht hat über das Königtum der Menschen und es gibt, wem er will.
[9:57] Also das Ziel dieser ganzen sieben Jahre soll sein, dass Nebukadnezar etwas erkennt. Gott möchte ihn zu einem Punkt führen, den er nicht erreicht hätte, wenn er ihm nicht so eine, so ein hartes Urteil hätte ein gedeihen lassen. Weil aber davon die Rede war, man solle den Wurzelstock des Baumes belassen, so wird auch dir dein Königtum wieder zuteil werden, sobald du erkennen wirst, dass der Himmel herrscht. Darum, oh König, lass dir meinen Rat gefallen und brich mit deinen Sünden durch Gerechtigkeit und mit deinen Missetaten durch Barmherzigkeit gegen Elende, wenn dein Wohlergehen dauerhaft sein soll.
[10:41] Und hier schließt sich der Kreis zu Vers 98, wo ja der Baum und das Königtum als etwas beschrieben wird, was dienen soll, was Wohlergehen der Untertanen bewirken soll. Und Gott sagt, du sollst das erkennen, dass das deine Aufgabe sein soll und hätte gewesen sein sollen. Und wenn du das erkennst, dann werde ich dir dein Königtum wieder zurückgeben. Und ob das so eintritt und ob es sich alles so erfüllt, das werden wir morgen sehen. Lass uns beten.
[11:13] Lieber Vater am Himmel, hab Dank für dein Wort, das so reich ist an Geschichten, die uns so viel lehren können. Weisen Geschichten, die für unser Leben so relevant sind. Herr, lass uns diese Geschichten ganz zu eigen werden, dass wir darüber nachdenken und selber darüber weise werden. Amen.
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