In dieser Predigt taucht Rabea Kramp tief in das achte Kapitel des Buches Daniel ein. Sie erklärt die symbolischen Visionen von Widder und Ziegenbock, die mächtige Reiche wie Persien und Griechenland repräsentieren. Dabei wird die historische Entwicklung bis hin zum Aufstieg Roms und die spätere Aufteilung des Reiches beleuchtet. Ein besonderer Fokus liegt auf der Deutung des kleinen Horns und der Zeitprophezeiung der 2.300 Abende und Morgen, die auf zukünftige Ereignisse hinweist.
Gott auf (m)einer Seite: Daniel 8:1-8:22
Rabea Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: DanielPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Tägliche Andachten
Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.
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Serie: Gott auf (m)einer Seite
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Transkript
[0:32] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu Gott auf (m)einer Seite. Wir lesen heute zusammen die Seite 923 und wir beginnen mit Kapitel 8 im Buch Daniel. Ein tolles Kapitel und wir werden viele Dinge heute besprechen. Ich hoffe, diese zehn Minuten werden ausreichen. Und bevor wir uns dieses sehr interessante, sehr tiefe, auch sehr schwierige Kapitel vornehmen, lasst uns beten.
[0:55] Lieber Vater im Himmel, ich möchte dich um Weisheit bitten. Du hast gesagt: „Wenn es jemandem an Weisheit mangelt, soll er sie von Gott erbitten, der jedem gerne gibt.“ Und das wollen wir heute in Anspruch nehmen, wenn wir ja diese schwierige Zeit, Prophezeiung und dieses tiefe Kapitel lesen, das selbst Daniel nicht ganz verstanden hat und der mehr Erklärung brauchte. Wie viel mehr wir! Und darum bitte ich dich und ich danke dir auch. Amen.
[1:27] Wir lesen ab Vers 1: „Im dritten Jahr der Regierung des Königs Belsaza schien mir da erschien mir Daniel ein Gesicht nach jenem, das mir am Anfang erschienen war.“ Wir sind wieder in der Zeit von Belsaza, etwa im Jahre 550 vor Christus. Und das Kapitel 8 stellt hier wieder den Bezug her zu Kapitel 7 und bezieht sich darauf auf das Gesicht, das Daniel bekam. Und ich schaute in dem Gesicht und es geschah, während ich schaute, da befand ich mich in der Residenz Susa. Das war die alte Hauptstadt damals von Elam, die in der Provinz Elam liegt. Und ich schaute in dem Gesicht und ich war am Fluss Ulay.
[2:22] Und ich hob meine Augen auf und schaute, und siehe da, stand vor dem Fluss ein Widder, der hatte zwei Hörner und beide Hörner waren hoch, aber das eine war höher als das andere. Und das höhere war zuletzt emporgewachsen. Wir werden im Verlauf dieses Kapitels sehen, wer dieser Widder ist. Die Bibel gibt uns selber die Antwort. Und ich greife deswegen schon einmal vor: Was nachher ab Vers 20 steht, dieser Widder steht für das Königreich Persien. Und nun hat der Widder zwei Hörner. Das lag daran, dass die Meder und die Perser zwei Völker waren, die sich hier zusammengetan hatten. Und die Perser waren eigentlich das kleinere, aber unter Kyros wurden sie das mächtigere und erstarkende Königreich.
[3:10] Die Meder stammten eigentlich aus dem Gebiet des Iran, und die Babylonier hatten schon viel früher zusammen mit den Medern die Assyrer besiegt. Die Meder waren nämlich so ein Kriegsvolk aus den Bergen, das so daher geritten kam und die gerne ja als jemand benutzt wurden, mit denen man Kriege führen konnte, an Seite an Seite. Und die Assyrer haben damals die Meder als ein sehr mächtiges Volk angesehen. Und die Assyrer waren ja wirklich auch nicht von schlechten Eltern, was ihre Gewaltbereitschaft und ihre militärische Kraft angeht.
[3:46] Ich sah, wie der Widder gegen Westen, Norden und Süden stieß und kein Tier konnte vor ihm bestehen und niemand konnte auch seiner Gewalt entrinnen, sondern was er tat, er tat, was er wollte und er wurde groß. Also dieses Persien wird ein großes Land und es ist hier sehr kriegerisch unterwegs und auch sehr erfolgreich dabei.
[4:11] Während ich nun acht gab, es jeder kam ein Ziegenbock, also das nächste Tier, von Westen her über die ganze Erde, ohne den Erdboden zu berühren. Also scheint irgendwie so zu fliegen. Der Bock aber hatte ein ansehnliches Horn zwischen seinen Augen. Also dieser Ziegenbock hat nur ein Horn. Und er kam zu dem Widder, der zwei Hörner hatte, den ich vor dem Fluss hatte stehen sehen, und lief wütend mit seiner ganzen Kraft gegen ihn an.
[4:39] Also kam mir so einen kleinen Tierkampf, der hier als Bild benutzt wird. Dieser Ziegenbock, der steht für Griechenland. Und wenn wir an Griechenland denken und wie Griechenland erstarkte, dann müssen wir natürlich sagen, dass hier Alexander der Große in den 330er Jahren eine ganz bedeutende Rolle gespielt hat.
[5:08] Außerdem haben wir hier ja, wir haben ja ein Krieg beschrieben, wie bereits erwähnt. Und das heißt weiter: „Und ich sah, wie er nah an den Widder herankam und sich mit aller Kraft auf ihn warf und den Widder schlug und ihm seine beiden Hörner zerbrach. Und da der Widder nicht stark genug war, um ihm standzuhalten, warf er ihn zu Boden und zertrat ihn. Und niemand rettete den Widder aus seiner Gewalt.“
[5:30] Und hier müssen wir natürlich die Perserkriege nennen, die 490 bis 480 vor Christus zehn Jahre getobt haben. Damals wurde vergeblich versucht, Griechenland einzunehmen. Und das hat Griechenland sehr wütend gemacht. Und deswegen steht es auch und für Sex, dass der Ziegenbock hier sehr wütend ist, weil ihm halt so viel Gewalt angetan wurde. Und deswegen, als er nun erstarkt ist und stärker geworden ist, hat er mit aller Kraft und Wut den Widder niedergetrampelt.
[6:03] Der Ziegenbock aber wurde über die Maßen groß. Wir wissen, Alexander hat sein Reich unglaublich groß ausgedehnt. Als er aber am stärksten war, zerbrach das große Horn und es wuchsen an dessen Stelle vier ansehnliche Hörner auf nach den vier Himmelsrichtungen hin. Wir wissen, dass Alexander in den 30er Jahren gestorben ist, weil er sich, so sagt man ja, mit dem Herkulesbecher so viel Wein eingeflößt hat, dass er es nicht überlebt hat und an Fieber starb.
[6:41] Und dieses große Reich ging dann an seine vier Diadochen. Das hat noch ungefähr 20 Jahre gedauert, weil alle seine Generäle, ungefähr 20 an der Zahl, sich natürlich um dieses Reich gestritten haben. Aber am Ende standen diese vier Diadochen und die haben es dann unter sich aufgeteilt. Deswegen vier Hörner, die in alle Himmelsrichtungen gehen.
[7:04] Und aus einem von ihnen wuchs ein kleines Horn hervor, das tat außerordentlich groß gegen den Süden und gegen den Osten und gegen das herrliche Land. Also aus diesen oder mitten aus diesen vier kommt ein kleines Horn. Ganz wörtlich steht hier eigentlich „Horn der Kleinheit“, also etwas, das sehr klein anfängt, aber sehr groß tut. Und zwar gegen Süden, das beschreibt Karthago und damit hat auch Hannibal zu tun, also die Punischen Kriege, die damals getobt haben. Gegen Osten, das sind die Griechen, denn das kleine Horn ist ja die römische Republik, wie wir dann ja gesehen haben und auch noch sehen werden.
[7:55] Und dieses, aus Sicht der römischen Republik, ist natürlich Griechenland im Osten. Und gegen das herrliche Land, das ist Israel.
[8:03] Und es wagte sich bis an das Heer des Himmels heran und warf von dem Heer und von den Sternen etliche auf die Erde und zertrat sie. Diese Formulierung erinnert uns ein bisschen an eine Stelle in Offenbarung 12, wo auch Sterne vom Himmel gefallen sind, die ja zum Herrn des Himmels gehören und die aus dem Himmel geworfen worden sind, weil sie von jemandem verführt worden sind und sich gegen Gott gewandt haben.
[8:36] Und das kleine Horn werden wir auch noch sehen, ist auch eine Macht, die jemanden verführt und dadurch werden viele fallen. Und das könnte natürlich hier die Christen meinen, die verführt wurden zu einem falschen Glauben. Und wie die Engel, die gefallen sind in Offenbarung 12, auch hier ja niedergetreten werden und herunterfallen.
[9:05] Wir lesen weiter, ja, bis zum Fürsten des Heeres. „Oh, hob es sich also, das kleine Horn, und das nahm ihm das beständige weg und seiner heilige Wohnung wurde verwüstet und das Heer wurde dahin gegeben samt dem beständigen wegen des Frevels. Und das Horn warf die Wahrheit zu Boden und sein Unternehmen gelang ihm.“
[9:26] Also dieses kleine Horn wird entlarvt als das Papsttum. So haben wir es ja auch in Daniel 7 gesehen. Und es kämpft gegen die Wahrheit. Hier steht, das ist die Wahrheit zu Boden wirft. Wir wissen das zum unter anderem dadurch, dass ja das äh, das Papsttum die Gebote verändert hat und den Sabbat gesetzt hat durch den Sonntag und die Gebote anders nummerierte.
[9:54] Und ich hörte einen heiligen reden und ein anderer heiliger fragte den betreffenden: „Wie lange gilt dieses Gesicht, nämlich das von dem beständigen und dem verheerenden Frevel, das sowohl Heiligtum als auch Opferdienst der Zertretung preisgegeben wird?“ Das ist hier eine der allerwichtigsten Fragen im Buch Daniel, wie lange dieses Gesicht geht. Und die Antwort bekommen wir jetzt im vielleicht wichtigsten Vers in diesem Kapitel.
[10:22] Er sprach zu mir: „Bis zu 2.300 Abenden und Morgen, dann wird das Heiligtum gerechtfertigt werden oder auch gereinigt werden.“ Diese Zeitprophezeiung ist die längste, die wir in der Bibel haben. Und ich gehe jetzt nicht näher drauf ein, wie wir zu den Zahlen kommen, die das erklären, weil da müssten wir noch tiefer einsteigen. Wir werden in den nächsten Kapiteln ein bisschen darüber noch erzählen. Aber wir kommen bei diesen 2.300 Abenden und Morgen, die für 2.300 Tage, also für 2.300 Jahre stehen, in das Jahr 1844.
[11:05] Und das ist die Antwort, dass dieses Gesicht so lange geht, bis zu diesem Jahr hin. „Es geschah aber, als ich Daniel das Gesicht sah, um es zu verstehen, siehe, da stand einer vor mir, der aussah wie ein Mann. Und ich hörte über dem Ulay eine Menschenstimme, die rief und sprach: Gabriel, erkläre diesem das Gesicht!“ Hier haben wir den Engel Gabriel zum ersten Mal namentlich in der Bibel erwähnt. Und er wird beauftragt, Daniel dieses Gesicht zu erklären, also das vom Widder und das vom Ziegenbock und von dem kleinen Horn und von den 2.300 Abenden und Morgen.
[11:46] Da kam er an den Ort, wo ich stand. Als er aber kam, erschrak ich so sehr, dass ich auf mein Angesicht fiel. Und er sprach zu mir: „Du sollst wissen, Menschensohn, dass das Gesicht sich auf die Zeit des Endes bezieht.“ Also Gabriel sagte ihm, das ist ein Gesicht, was noch Zukunft passieren wird und was bis zur Zeit des Endes gehen wird.
[12:10] Als er aber mit mir redete, sank ich ohnmächtig zur Erde auf mein Angesicht. Er aber rührte mich an und richtete mich wieder auf an meinem Standort. Und er sprach: „Siehe, ich verkünde dir, was in der letzten Zeit des Zornes geschehen wird, denn es bezieht sich auf die bestimmte Zeit des Endes.“
[12:28] Wieder diese Formulierung: „Der Widder.“ Und nun legt Gabriel dem Daniel hier die Prophezeiung aus: „Der Widder mit den beiden Hörnern, den du gesehen hast, das sind die Könige der Meder und Perser. Der zottige Ziegenbock aber ist der König von Griechenland und das große Horn zwischen seinen Augen, das ist der erste König.“
[12:53] Das ist aber zerbrach und an seiner Stelle vier andere aufgekommen sind, bedeutet, dass aus diesem Volk vier Königreiche entstehen werden, doch nicht mit der Macht, die jener hatte, also nicht mit der Macht, die Alexander der Große hatte, weil das Reich natürlich nun zerteilt ist und somit auch die Machtfülle geteilt ist.
[13:13] Wie es weitergeht mit der Auslegung, die Gabriel dem Daniel gibt, das werden wir morgen sehen. Lass uns beten. Lieber Herr Jesus, ich danke dir, dass du damals den Gabriel gesandt hast, um dieses Gesicht zu erklären. Auch heute versuchen Christen auf der ganzen Welt, diese Kapitel zu verstehen, und sie brauchen den Heiligen Geist. Sie brauchen ja viel Verständnis für dein Wort, um diese schwierigen Prophezeiungen verstehen zu können. Aber sie sind offen und man kann sie verstehen, sind nicht versiegelt. Und dafür danke ich dir, dass wir Kapitel verstehen dürfen und die Weltereignisse, die auch noch in der Zukunft liegen, einordnen können. Amen.
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