In dieser Folge der Serie „Gott auf (m)einer Seite“ beleuchtet Christopher Kramp Esra Kapitel 4, Verse 1-18. Er erklärt die anfängliche Begeisterung und Trauer beim Wiederaufbau des Tempels in Jerusalem und die darauf folgende Opposition durch die Samaritaner. Der Sprecher analysiert die historischen und theologischen Hintergründe der Ablehnung und warnt vor falschen Allianzen sowie einem rebellischen Geist unter Gläubigen.
Gott auf (m)einer Seite: Esra 4:1-4:18
Christopher Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: EsraPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Tägliche Andachten
Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.
Dieser Podcast beinhaltet die folgenden Serien:
Weitere Aufnahmen
Serie: Gott auf (m)einer Seite
-
0:0
-
0:0
-
0:0
Transkript
[0:30] [Musik] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu "Gott auf (m)einer Seite" heute mit Seite 519. Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von ganzem Herzen Danke sagen, dass du uns lieb hast. Wir möchten heute an diesem Tag unser ganzes Leben, unser Denken, unser Fühlen, alles, was wir sind und haben, in deiner Hand legen. Wir wollen dich, dein Wort und deine Mission zur obersten Priorität machen und wollen zufrieden sein mit allem, was du uns heute schenkst. Wollen nicht in die Vergangenheit schauen und uns beschweren, wenn früher alles besser gewesen ist, sondern Mut haben und anderen Mut machen, die an deinem Werk arbeiten, dass wir wissen dürfen, dass du uns vorangehst. Erfülle uns heute mit deinem Heiligen Geist, so wie du es versprochen hast, und dafür danken wir dir und bitten dich jetzt, dass du zu uns sprichst nach deiner Verheißung im Namen Jesu. Amen.
[1:40] Wir beginnen heute mit Esra Kapitel 4. Das Volk hat den Grundstein des Tempels gelegt. Viele sind begeistert und die Jugend, aber die, die den alten Tempel gesehen haben, weinen laut, weil sie sehen, dass der zweite Tempel sehr viel kleiner sein wird.
[1:59] Esra 4, Vers 1: „Als aber die Widersacher Judas und Benjamins hörten, dass die Kinder der Wegführung dem Herrn, dem Gott Israels, den Tempel bauten, da kamen sie zu Serubbabel und zu den Familienhäuptern und sprachen zu ihnen: Wir wollen mit euch bauen, denn wir wollen euren Gott suchen, gleich wie ihr. Opfern wir ihm nicht seit der Zeit Asarhaddons, des Königs von Assyrien, der uns hierher gebracht hat.“
[2:28] Die Assyrer hatten ja das Nordreich Israel besiegt, schon unter Salmanassar V. Samaria zerstört und dann die Eliten in verschiedene Regionen, schon nach Medien, gebracht. Und weitere Könige haben daran weitergearbeitet, wie wahrscheinlich Sargon und andere. Und Asarhaddon, der dann am Anfang des 7. Jahrhunderts vor Christus für einige Jahre regierte, hat dann, wie auch zuvor schon einige Könige, fremde Völker dort in das Gebiet des ehemaligen Nordreiches gebracht. Es entstand ein Mischvolk dort um Samaria herum, die sogenannten Samaritaner, die dann noch später, die Samariter in der Zeit Jesu, in dieser Gegend lebten und sich ein großer Gegensatz zwischen ihnen und den Juden entwickelt hatte. Von diesem ist hier die Rede.
[3:30] Sie haben ja durch einen Priester, den dann gesandt wurde auf ihre Nachfrage, den Gott Israels angebetet, aber gleichzeitig ihre Götzen, die sie aus ihren Ländern mitgebracht hatten, verehrt. Und so entstand eine Mischreligion, bei der nur die fünf Bücher Mose anerkannt waren, aber nicht die Propheten.
[3:49] Aber Serubbabel und Jeschua und die übrigen Familienhäupter Israels antworteten ihnen: „Es geziemt sich nicht, dass ihr und wir miteinander das Haus unseres Gottes bauen, sondern wir allein wollen dem Herrn, dem Gott Israels, bauen, wie es uns der König Kyros, der König von Persien, geboten hat.“
[4:07] Gott verbietet falsche Allianzen zwischen dem Volk Gottes und denen, die vorgeben, ebenfalls Gott zu dienen, aber schwerwiegende Irrtümer in ihrer Theologie nicht aufgeben wollen. Deswegen kann ein bibelgläubiger Christ auch nicht Teil der heute so populären ökumenischen Bewegung sein.
[4:30] „Da suchte das Volk im Land, die Hände des Volkes schlaff zu machen und sie vom Bauen abzuschrecken.“ Da sieht man die wahre Gesinnung, die sie eigentlich gehabt haben. „Und sie warnten Ratgeber gegen sie an, um ihr Vorhaben zu verhindern, solange Kyros, der König von Persien, lebte.“
[4:51] Wir sehen dann später in Daniel 10, wie Daniel noch einmal fastet und betet, weil er merkt, dass König Kyros, wann er seine Entscheidungen, wie er dann in der Vision sieht, und hört, dass Gabriel selbst für das Volk eintritt und dann, weil es so schwer ist, sogar Michael hier eintritt wegen dieser Sache. Das ist der eigentliche Sitz im Leben, sozusagen der Hintergrund für das, was wir in Daniel 10 bis 12 lesen als historischer Hintergrund.
[5:24] „Solange Kyros, der König von Persien, lebte, bis Darius, der König von Persien, zur Regierung kam. Als aber Ahasveros König wurde, schrieben die zu Anfang seiner Regierung eine Anklage gegen die Einwohner von Juda und Jerusalem.“
[5:37] Hier geht es um den Sohn von Kyros, den Kambyses. Heute gibt es etliche Theorien, und einige Theorien, die besagen, dass hier ein Zeitsprung ist und erst spätere persische Könige gemeint sind in Vers 6 und 7, aber davon bin ich nicht überzeugt. Alles spricht dafür, meiner Meinung nach, dass hier chronologisch die persische Geschichte behandelt wird und das hat gute Gründe, die wir gleich noch sehen werden.
[6:10] „Und zu den Zeiten Artaxerxes schrieben Rehum, der Statthalter, und Schimschai, der Schreiber, und ihre übrigen Genossen an Artaxerxes, den König von Persien.“ Als Kambyses starb, während seines Feldzuges gegen Ägypten auf dem Rückweg, gab es einen Betrüger, den sogenannten falschen Smerdis. Bardia nannte er sich, nach dem Bruder des Kambyses, den dieser offensichtlich, nach eigenem Bekunden zumindestens, hatte umbringen lassen. Aber dieser Betrüger – es gibt eine große historische Diskussion, ob es nicht wirklich der echte Bardia gewesen sein könnte, aber ich gehe davon aus, dass es tatsächlich ein Betrüger war, der diesen Namen annahm und sich jetzt an die Macht putschte und von vielen im Reich angenommen wurde, der dann auch eine viel restriktivere Religionspolitik durchgeführt hat, als es Kyros getan hatte.
[7:05] Der Brief aber war in aramäischer Schrift geschrieben und ins Aramäische übersetzt. Hier wechselt jetzt der Grundtext vom Hebräischen ins Aramäische für eine gewisse Zeit.
[7:29] Rehum, der Statthalter, der schrieb einen Brief gegen Jerusalem an den König Artaxerxes, der so lautete. Und da, wie gesagt, das geht hier wohl um den falschen Smerdis, diesen Betrüger. „Rehum, der Statthalter, und Schimschai, der Schreiber, und ihre übrigen Genossen, die Dinäer, die Apharsachatiter, die Tarpeliter, die Apharsiter, die Arkewiter, die Babylonier, die Susaniter, die Dehawiter, die Elamiter und die übrigen Völker, die der große und berühmte Asenappar weggeführt hat und in den Städten Samarias wohnen ließ und in den übrigen Gebieten jenseits des Euphratstroms.“ Und so weiter.
[8:21] Also wird Bezug genommen auf die assyrischen Könige, die schon damals diese Samaritaner dort angesiedelt haben. „Dies ist die Abschrift des Briefes, den sie zum König Artaxerxes sandten: Deine Knechte, die Männer jenseits des Stromes.“ Jenseits des Stromes war die Bezeichnung der ganzen Provinz, die westlich vom Euphrat war, aus der Perspektive der Assyrer, Babylonier und auch Perser war das jenseits des Stromes.
[8:51] „Und so weiter. Es sei dem König zur Kenntnis gebracht, dass die Juden, die von dir zu uns heraufgezogen waren und nach Jerusalem gekommen sind, nun die aufrührerische und böse Stadt wieder aufbauen wollen und dass sie die Mauern vollenden und die Grundfesten ausbessern wollen. So sei es dem König zur Kenntnis gebracht, dass, wenn diese Stadt wieder aufgebaut wird und die Mauern vollendet werden, dir aus diesem Grund kein Teil jenseits des Stromes mehr bleiben wird.“
[9:21] „Da wir nun das Salz des Palastes essen, mit anderen Worten, abhängig sind von dir, und es uns nicht geziemt, ruhig zuzusehen, wie der König geschädigt wird, so senden wir zum König und bringen es ihm zur Kenntnis, damit man im Buch der Denkwürdigkeiten deiner Väter nachforsche. Dann wirst du im Buch der Denkwürdigkeiten finden und erfahren, dass diese Stadt eine aufrührerische Stadt war und für die Könige und Provinzen schädlich gewesen ist und dass man seit den ältesten Zeiten dort Aufruhr gestiftet hat, deshalb die Stadt auch zerstört worden ist.“
[9:50] Und hier hatten sie ja Recht. Die Stadt ist von Nebukadnezar zerstört worden, weil vor der Zerstörung die letzten jüdischen Könige immer und immer wieder rebelliert haben. Selbst als sie bei Gott geschworen hatten, Treue, ihm zu dienen, haben sie diesen Treueeid gebrochen. Aus dem in den Augen der Babylonier war ja Jerusalem die rebellische Stadt schlechthin.
[10:16] Eigentlich sollte Jerusalem sowohl für Frieden und Gerechtigkeit sein, für das Evangelium. Stattdessen war der Abfall vor dem babylonischen Exil so schlimm, dass jetzt noch, ja, viele Jahrzehnte später, Heiden sagen konnten: „Schau, diese Stadt war die schlimmste von allen. Sie aufzubauen bedeutet Schaden für das Königreich.“ Lasst uns niemals so rebellisch sein, dass später einmal Weltmenschen sagen, dass man diesen Gläubigen nicht trauen darf, weil sie nur dem Staat schaden.
[10:56] „Wir machen also den König darauf aufmerksam, dass, wenn diese Stadt wieder aufgebaut wird und ihre Mauern vollendet werden, dir aus diesem Grund kein Teil jenseits des Stromes mehr bleiben wird.“
[11:09] „Da sandte der König eine Antwort an Rehum, den Statthalter, und Schimschai, den Schreiber, und an ihre übrigen Genossen, die in Samaria wohnten und in dem übrigen Gebiet jenseits des Stromes: Frieden und so weiter. Der Brief, den ihr an uns gewandt habt, ist mir deutlich vorgelesen worden.“
[11:28] Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dich um Vergebung bitten, wo unser Verhalten, unsere Worte Anlass dazu gegeben haben, dass Weltmenschen, die dich nicht kennen, den Eindruck haben, dass wir nur rebellisch sind und dass wir ein Schaden für die Gesellschaft sind. Wir wissen, dass das Evangelium spaltet. Wir wissen, dass es trennt. Aber wir möchten, dass, wenn wir schon verfolgt werden sollen und wenn Menschen schlecht über uns reden, dann wegen dir und wegen deines Evangeliums, weil sie es ablehnen, aber nicht aufgrund unserer schlechten Taten, auch nicht aufgrund eines aufrührerischen Geistes. Herr, hilf uns, dass wir ein Licht sein können für dich. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
Lizenz
Copyright ©2025 Joel Media Ministry e.V.Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International Lizenz.