Christopher Kramp beleuchtet in dieser Folge von „Gott auf (m)einer Seite“ die Kapitel Esra 5 und 6. Er analysiert die königlichen Dekrete von Kyros und Darius, die den Wiederaufbau des Tempels in Jerusalem ermöglichten und unterstützten. Der Vortrag betont, wie Gott selbst heidnische Herrscher nutzte, um sein Werk voranzutreiben, und reflektiert über die ungenutzten Potenziale, wenn Gottes Volk nicht alle Türen nutzt, die er öffnet.
Gott auf (m)einer Seite: Esra 5:17-6:17
Christopher Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: Bibel, EsraPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Tägliche Andachten
Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.
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Serie: Gott auf (m)einer Seite
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Transkript
[0:32] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu "Gott auf (m)einer Seite". Heute mit Esra 5:17-6:17. Lasst uns gemeinsam beten.
[0:38] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dich bitten, dass du uns wieder belebst, neu erweckst durch ein prophetisches Wort, dass wir neuen Eifer bekommen für dich und dein Werk, dienen und das voranzubringen, was du dir wünschst. Herr, vergib uns, wenn wir uns zurückgelehnt haben, und sprich du heute durch dein Wort zu uns und zeig uns, wie du Türen öffnen kannst, von denen wir nichts geahnt und uns nichts zugemutet haben. Herr, wir möchten dir alles, was wir haben, unsere Gedanken, was wir im Alltag tun, übergeben und bitten, dass du uns jetzt mit deinem Heiligen Geist erfüllst. Und danken wir dafür im Namen Jesu. Amen.
[1:22] Wir sind in Esra Kapitel 5.
[1:31] Die Bewohner von Jerusalem und Juda haben den Bau des Tempels wieder aufgenommen, obwohl noch ein königliches Verbot bestand, ermutigt und gestärkt durch die beiden Propheten Haggai und Sacharja. Tatnai, der dort Statthalter ist, mit einigen anderen, erklären sie es ihm mit Verweis auf den Erlass des Königs Kyros und erzählen die Geschichte Jerusalems, angefangen von Salomo und warum die Stadt zerstört worden ist, der Tempel zerstört worden ist unter Nebukadnezar. Und Tatnai erlaubt ihnen tatsächlich, weiterzuarbeiten, möchte aber eine Bestätigung von Darius erhalten, schreibt einen Brief und bittet jetzt um Nachprüfung, ob das, was die Juden hier behauptet haben, auch wirklich wahr ist.
[2:20] Wir lesen weiter in diesem Brief, der die Antwort der Juden zum Teil wiedergibt. In Vers 16: „Da kam dieser Kyros also nach Babel und legte den Grund für das Haus Gottes in Jerusalem, und seit jener Zeit und bis jetzt baut man daran. Es ist aber noch nicht vollendet.“
[2:42] Es war ja schon wieder einige Zeit vergangen, mehr als 15 Jahre schon, seit die ersten zurückgekehrt waren. „Und nun, wenn es dem König gefällt, so lasse er im Schatzhaus des Königs, das dort in Babel ist, nachforschen, ob wirklich vom König Kyros befohlen worden ist, dieses Haus Gottes in Jerusalem aufzubauen, und der König sende uns seine Entscheidung darüber.“
[3:05] Also, Tatnai sagt, das ist, was die Juden gesagt haben, sie behaupten, das ist eigentlich ihnen erlaubt worden ist und sie weiterarbeiten möchten. Und jetzt, lieber König, lieber Darius, schau nach in Babylon, schau nach dort, wo die Urkunden, die Archive aufbewahrt werden, ob dieser Befehl zu finden ist. Esra Kapitel 6 Vers 1:
[3:24] „Da befahl der König Darius, dass man im Urkundenhaus nachforschen sollte, wo die Schätze von Babel aufbewahrt wurden. Da fand man in Achmeta, nicht in Babel, sondern in Achmeta, das ist das alte Ekbatana, die alte Hauptstadt der Meder, in der Königsburg, die in der Provinz Medien liegt, eine Schriftrolle. Darin war folgende Denkschrift niedergeschrieben:
[3:52] Im ersten Jahr des Königs Kyros befahl der König Kyros betreffs des Hauses Gottes in Jerusalem: Das Haus soll wieder aufgebaut werden als eine Stätte, wo man Opfer darbringt. Sein Grund soll tragfähig sein, seine Höhe 60 Ellen und seine Breite auch 60 Ellen.“
[4:12] Hier werden noch Details dieses Erlasses genannt, die wir aus Esra 1 noch nicht kennen oder 2. Chronik 36. Unter anderem wird hier die von Kyros vorgesehene Größe des Tempels angedeutet, und die ist spektakulär! Der salomonische Tempel war 60 Ellen lang. Eine Elle ist ungefähr ein halber Meter, so pi mal Daumen ein halber Meter. Das heißt, ungefähr 30 Meter lang, zehn Meter breit und 15 Meter hoch. Dieser neue Tempel, den Kyros jetzt erlaubte, sollte 30 Meter breit und 30 Meter hoch sein. Also, wenn die Länge gleich bleiben würde – die Länge wird hier ja nicht angegeben –, dann wäre das eher ein kubusähnliches Gebäude. Man wird wohl davon ausgehen, dass es dann noch etwas länger gewesen wäre. Aber selbst wenn die Länge bei 30 Metern geblieben wäre, dann wäre dieser Tempel sechsmal so groß gewesen wie der salomonische.
[5:11] Wir haben schon gelesen, dass der tatsächliche Tempel, der Grundriss, der gelegt wurde, noch viel kleiner gewesen ist als der salomonische. Aber hier sehen wir, was eigentlich möglich gewesen wäre. Was wäre passiert, wenn alle Juden Babylon verlassen hätten mit allen Ressourcen an Geld und an Personalkraft? Man hätte einen Tempel bauen können, den die Welt noch nicht gesehen hat.
[5:33] Wie viele Möglichkeiten gehen ungenutzt verloren, verstreichen ungenutzt, weil Gottes Volk sie nicht nutzt? Gott hatte es möglich gemacht, einen Tempel zu bauen, der so gewaltig gewesen wäre, dass er ein Weltwunder gewesen wäre. Aber dieser Tempel, den Kyros erlaubt, ist so nie gebaut worden. Von der Bauart her: drei Lagen
[5:59] Quadersteine und eine Lage neue Balken. „Und die Kosten sollen vom Haus des Königs bestritten werden. Dazu soll man die goldenen und silbernen Geräte des Hauses Gottes, die aus dem Tempel in Jerusalem weggenommen und nach Babel gebracht hat, zurückgeben, damit sie wieder in den Tempel in Jerusalem an ihren Ort gebracht werden, und du sollst sie im Haus Gottes niederlegen.“
[6:21] Das war der Wortlaut des Befehls von Kyros. Und jetzt kommt der Befehl von Darius, was Darius jetzt kommentiert, schreibt: „Darius, der Große, der Erste, so:
[6:32] Haltet euch nun fern von dort, ihr Statthalter jenseits des Stroms, und Tatnai und eure Genossen, Schetar-Bosnai, die ihr jenseits des Stromes seid! Lasst sie arbeiten an diesem Haus Gottes!
[6:44] Man nennt das auch den zweiten Erlass, der Erlass des Darius, mehr als 15 Jahre nach dem Erlass, dem Dekret von Kyros. „Der Statthalter von Juda und die Ältesten der Stadt sollen das Haus Gottes an seiner Stelle wieder aufbauen.“
[7:00] Dieser zweite Erlass bestätigt den ersten und soll ermöglichen, dass der Tempel aufgebaut wird, vollendet wird. „Auch ist von mir befohlen worden, wie ihr diesen Ältesten Judas behilflich sein sollt, damit sie dieses Haus Gottes bauen können. Man soll aus den Gütern des Königs, von den Steuern jenseits des Stromes, diesen Leuten die Kosten genau erstatten, damit sie nicht behindert werden. Und was sie benötigen an jungen Stieren oder Widdern oder Lämmern als Brandopfer für den Gott des Himmels, oder an Weizen, Salz, Wein und Öl, das soll ihnen nach Angabe der Priester in Jerusalem täglich gegeben werden ohne Verzug.“
[7:41] Also, diese Anfrage an Darius führt dazu, dass die ganze Tempelkommission noch eine starke Unterstützung von Seiten des Königs erhält, „damit sie dem Gott des Himmels Opfer darbringen und für das Leben des Königs und seiner Söhne beten.“
[7:55] „Es ist auch von mir Befehl gegeben worden, dass, wenn irgendein Mensch dieses Gebot übertritt, man von seinem Haus einen Balken nehmen, ihn daran hängen und töten soll, und sein Haus soll deswegen zu einem Misthaufen gemacht werden.“ Wir erinnern uns an eine ähnliche
[8:07] Formulierung in Daniel Kapitel 2, wo Nebukadnezar solch eine Strafe ankündigt. „Der Gott aber, der seinen Namen dort wohnen lässt, stürze alle Könige und Völker, die ihre Hand ausstrecken werden, diesen Erlass zu übertreten, indem sie dieses Haus Gottes in Jerusalem zerstören. Ich, Darius, habe dies befohlen. Es soll genau ausgeführt werden.“ Wieder
[8:31] haben wir einen heidnischen König, der das Werk Gottes fördert, unterstützt. Auch wenn einige seiner Strafmaßnahmen hier nicht wirklich so sind, dass man sie als christlich bezeichnen könnte, sehen wir doch, wie Gott einen heidnischen König benutzt, um in einer Krisenzeit das Werk Gottes zu bestätigen und zu fördern.
[8:55] Wir sehen, dass Gott sein Werk in seiner Hand hat. „Tatnai, der Statthalter jenseits des Stromes, und Schetar-Bosnai und ihre Genossen befolgten genau den Befehl, den der König Darius gesandt hatte.“ Das konnten die Juden alleine nicht bewerkstelligen. Sie konnten nur im Glauben vorangehen. Sie konnten auf das prophetische Wort von Haggai und Sacharja, auf den Geist der Weissagung, hören und dann glauben, dass die Türen öffnen würde. Und Gott hat das Seine getan und sorgte für die politischen Maßnahmen, dass tatsächlich die Türen sich öffneten. Ist das nicht wunderbar?
[9:26] „Und die Ältesten der Juden bauten weiter, und es gelang ihnen durch die Weissagung der Propheten Haggai und Sacharja, des Sohnes Iddos.“
[9:34] Warum hatten sie Erfolg? Weil sie auf die Propheten hören! Wir haben schon in 2. Chronik 20 gesehen, dass wenn wir auf Gott vertrauen und seinen Propheten glauben, werden wir Erfolg haben. Wenn wir das Werk Gottes, seine Mission, voranbringen wollen in dieser Welt, um jetzt abschließen zu wollen, dann müssen wir seinem Wort, den Propheten im Geiste der Weissagung, vertrauen.
[9:54] „So bauten sie und vollendeten es nach dem Befehl des Gottes Israels und nach dem Befehl des Kyros und des Darius und des Artaxerxes, der Könige von Persien.“
[10:07] Der Bau war letztendlich möglich, weil Gott es wollte. Gott hat den Erlass gegeben schon zur Zeit von Jesaja, denn Jesaja 44 und 45 wird gesagt, dass Gott sich gewünscht, dass er prophezeit hat, dass der Tempel wieder gebaut wird. Und drei große Könige des persischen Weltreichs: Kyros, Darius und dann hier Artaxerxes, den wir, obwohl er namensgleich ist mit dem Artaxerxes in Esra 4, der der falsche Partner gewesen, hier noch nicht kennengelernt haben. Dieser Artaxerxes ist dann der, der uns ab Kapitel 7 entgegentreten wird. Wir haben in diesem Vers alle drei großen Erlasse, alle drei großen Dekrete versammelt: das Dekret von Kyros, das von Darius, das zweite, und dann das von Artaxerxes. Das von Kyros direkt nach der Eroberung Babylons, dann Darius zehn Jahre später, 520 vor Christus, und das von Artaxerxes werden wir noch kennenlernen, dann in Kürze.
[11:07] „Sie vollendeten aber dieses Haus am dritten Tag des Monats Adar, das ist der zwölfte Monat, also ungefähr so Februar/März. Das war im sechsten Jahr der Regierung des Königs Darius.“ Also, noch ungefähr vier Jahre hat man daran gebaut. „Und die Kinder Israels, die Priester, die Leviten und der Überrest der Kinder der Gefangenschaft feierten die Einweihung dieses Hauses Gottes mit Freuden. Und sie brachten zur Einweihung dieses Hauses Gottes 100 Stiere, 200 Widder, 400 Lämmer und als Sündopfer für ganz Israel zwölf Ziegenböcke nach der Zahl der Stämme Israels.“
[11:49] Die Zahlen sind natürlich kein Vergleich mit dem, was bei der Einweihung des salomonischen Tempels geschlachtet worden. Es ist eine viel kleinere Angelegenheit und trotzdem in Gottes Augen genauso wertvoll.
[12:00] Interessant sind auch die zwölf Ziegenwidder nach den Stämmen Israels. Diese Übrigen, vor allem aus dem Stamm Juda und Benjamin bestehend, haben sich als die legitimen Erben des gesamten Volkes Israel, aller zwölf Stämme, gesehen und diese Tradition als die Übrigen auch weiterführen wollen. Was für eine
[12:18] interessante Lektion! Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel,
[12:24] wir möchten Danke sagen, dass wir sehen können, dass du der Held der Geschichte bist und dass du Türen öffnest, über die wir nur staunen können. Und dass wir leider auch sehen müssen, dass viele Türen, die du öffnest, völlig ungenutzt bleiben. Herr, was für eine großartige Gelegenheit es gewesen wäre, einen noch viel größeren Tempel zu bauen, der so großartig gewesen wäre, dass er eine Attraktion für alle Völker gewesen wäre. Und Herr, wir sehen aber auch in unserem Leben, denn wir ganz ähnlich sind, dass wir viele große Chancen verpasst haben, wo du Türen geöffnet hast und wir nicht durchgegangen sind. Herr, vergib uns und hilf uns, dass unser Glaube gestärkt wird und wächst, dass, wenn du Türen öffnest, wir sie im Glauben nutzen und vorangehen. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
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