In dieser Folge der Serie „Gott auf (m)einer Seite“ beleuchtet Christopher Kramp die Geschichte von Esther 1:16-2:11. Er analysiert die folgenschwere Entscheidung von König Ahasveros, Königin Waschti abzusetzen, und die Suche nach einer Nachfolgerin, die Esther in den Palast führt. Der Sprecher reflektiert über die Konsequenzen unüberlegter Handlungen und die anfängliche Zurückhaltung Esthers und Mordechais, ihren Glauben öffentlich zu leben, und zieht Parallelen zu verpassten Gelegenheiten im eigenen Leben.
Gott auf (m)einer Seite: Esther 1:16-2:11
Christopher Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: EstherPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Tägliche Andachten
Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.
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Serie: Gott auf (m)einer Seite
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Transkript
[0:30] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu "Gott auf (m)einer Seite", heute mit Teil 5. Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir danke sagen von ganzem Herzen, dass du uns Geschichten in der Bibel schenkst, aus denen wir lernen können, in denen wir uns selbst wiederfinden können, und in denen wir sehen können, wie du das Leben von Menschen, von Männern und Frauen in der Vergangenheit geführt hast und wie du auch aus schwierigen Situationen großen Segen hast hervorbringen können. Und Herr, das möchten wir zum Anlass nehmen zu glauben, dass du genau dasselbe auch in unserem Leben tun möchtest und tun kannst. Und so bitten wir dich, dass du durch den Heiligen Geist zu uns sprichst und dass die Worte unser Herz erreichen und wir in dem Glauben, dass du auch in unserem Leben wirken wirst, in den Alltag heute gehen können. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
[1:27] Wir sind in Esther Kapitel 1. Der König Ahasveros, der Xerxes, hat ein großes Festmahl veranstaltet, wollte im betrunkenen Zustand seine Königin Waschti den Großen des Reiches präsentieren, aber sie war für so ein fragwürdiges Vorhaben nicht zu haben. Der König wird zornig und fragt seine engsten Ratgeber, was nach dem Gesetz der Meder und Perser mit der Waschti geschehen soll. Gelesen ab Vers 16: "Da sprach Memuchan vor dem König und den Fürsten: Die Königin Waschti hat sich nicht nur an dem König vergangen, sondern auch an allen Fürsten und an allen Völkern, die in allen Provinzen des Königs Ahasveros leben. Denn das Verhalten der Königin wird allen Frauen bekannt werden, so dass ihre Männer in ihren Augen verächtlich werden. Das heißt, der König Ahasveros befahl, dass die Königin Waschti vor ihnen kommen sollte, aber sie kam nicht."
[2:36] Die Ratgeber befürchten, dass die männerdominierte Gesellschaft ihrer Kultur durcheinander geraten könnte. "Das werden die Fürsten der Perser und Meder heute schon allen Fürsten des Königs erzählen, wenn sie von dem Verhalten der Königin hören, und daraus wird schon genug Verachtung und Verdruss entstehen. Wenn es dem König gefällt, so soll ein königlicher Befehl von ihm ergehen und aufgezeichnet werden unter die Gesetze der Perser und Meder, damit er nicht bloß vorübergehend ist." Denn wir wissen auch aus anderen Bibelstellen, zum Beispiel in Daniel 6, den Vers dort könnt ihr selbst finden, dass die Gesetze der Meder und Perser – oder der Perser und Meder, bis jetzt hier schon in dieser Phase, wo die Perser mehr politisches Übergewicht hatten – heißt, das ist bei denen, dass diese Gesetze nicht zurückgenommen werden konnten, dass sie nicht verändert werden konnten. Und genau auf diesen Aspekt wird angespielt: "Dass Waschti nicht mehr vor dem König Ahasveros erscheinen darf und dass der König ihre königliche Würde einer anderen gibt, die besser ist als sie. Wenn dann dieser Befehl des Königs, den er erlassen wird, in seinem ganzen Königreich, das groß ist, bekannt gemacht wird, so werden alle Frauen ihre Ehemänner in Ehren halten, vornehme und geringe." Diese Rede gefiel dem König und den Fürsten, und der König handelte nach den Worten Memuchans und er sandte Briefe in alle Provinzen des Königs, in jede Provinz in ihrer Schrift und zu jedem Volk in seiner Sprache, dass jedermann Herr sein solle in seinem Haus. Das ließ er bekannt machen in der Sprache des jeweiligen Volkes.
[4:22] Nach diesen Begebenheiten, als sich der Grimm des Königs Ahasveros gelegt hatte, dachte er an Waschti und daran, was sie getan hatte und was über sie beschlossen worden war. Der Zorn geht vorbei, der Alkoholrausch ist vorüber, und nach dem Kater stellte der König fest, wie dumm seine Entscheidung eigentlich gewesen ist. Nun, ein König Xerxes hat in der Regel falsche Entscheidungen nicht zurückgenommen, und diese Entscheidung konnte er schon gar nicht zurücknehmen, weil mittlerweile ein Gesetz der Meder und Perser daraus gemacht worden war. Wir sehen hier noch einmal, wie töricht das ist, sich unter Alkoholrausch zu begeben, weil man dann Entscheidungen fällt, Dinge sagt, die man später bereut und dann nicht wieder gutmachen kann und nicht wieder zurücknehmen kann.
[5:18] Zumindest sprachen die Knechte des Königs, die ihm dienten: "Man suche für den König Mädchen, Jungfrauen von schöner Gestalt." Und der König bestimmte Beamte in allen Provinzen seines Königreichs, damit sie alle Mädchen, Jungfrauen von schöner Gestalt, in die Burg Susa zusammenbringen in das Frauenhaus unter die Obhut Hegais, des königlichen Kämmerers des Königs, des Hüters der Frauen, und man lasse ihnen ihre Reinigungszeiten geben. Und die Jungfrau, die dem König gefällt, die soll Königin werden an Waschtis Stelle. Dieser Vorschlag gefiel dem König, und er machte es so.
[5:55] Es war aber ein jüdischer Mann in der Burg Susa, Mordechai, ein Sohn Jaïrs, des Sohnes Schimis, des Sohnes des Kisch, welcher ein Benjaminiter war, der von Jerusalem weggeführt worden war mit den Gefangenen, die mit Jojachin, dem König von Juda, weggeführt worden waren, die Nebukadnezar, der König von Babel, gefangen weggeführt hatte. Mordechai hätte nicht mehr dort sein müssen. Seine Vorfahren, wie es heißt, waren zur Zeit der zweiten Wegführung, bei der auch der Prophet Hesekiel hinweggeführt worden ist, 595 vor Christus, nach Babylon gebracht worden. Aber Babylon regiert nicht mehr, und Kyrus hatte schon längst erlaubt, dass alle, die zu dem Gott des Himmels beteten, der in Jerusalem verehrt wird, dass sie nach Hause zurückkehren dürften. Und trotzdem gab es noch viele Juden, die dort in Mesopotamien geblieben waren. Und aus dieser Linie, aus dieser Gruppe, war auch Mordechai. Sein Name, interessanterweise, ist höchstwahrscheinlich abgeleitet von dem babylonischen Nationalgott Marduk.
[7:19] Und dieser war Pflegevater der Hadassa, das ist Esther, der Tochter seines Onkels, denn sie hatte weder Vater noch Mutter. Diese junge Frau war von schöner Gestalt und lieblichen Aussehen. Und als ihr Vater und ihre Mutter gestorben waren, hatte Mordechai sie als seine Tochter angenommen. Diese kleine Minifamilie ist uns vielleicht als Bibellesern ganz gut vertraut, aber wir denken nicht darüber nach, dass all das, was hier passiert, die Dramatik hätte vermieden werden können, wenn auch diese Familie oder auch schon die Vorfahren dieser Familie gleich nach Jerusalem gezogen worden wären.
[7:57] Oder es geschah, als das Gebot des Königs oder das Gesetz bekannt gemacht war und viele junge Frauen in die Burg Susa unter die Obhut Hegais zusammengebracht wurden, da wurde auch Esther in das Haus des Königs geholt, unter die Obhut des Hüters der Frauen. Und das Mädchen gefiel ihm, und sie fand Gunst bei ihm, und er sorgte dafür, dass sie ihre Reinigungszeiten und ihre Verpflegung rasch erhielt. Auch gab er ihr sieben auserlesene Mägde aus dem Haus des Königs, und er wies ihr samt ihren Mägden den besten Platz im Frauenhaus an. In gewisser Weise erinnert das so ein wenig auch an die Geschichte von Josef, der dort in Ägypten gefangen genommen worden ist und dann Gunst erlangt und gut behandelt wird. Aber es gibt doch einen Unterschied, und der wird jetzt im nächsten Vers deutlich. "Esther aber gab ihr Volk und ihre Herkunft nicht an, denn Mordechai hatte ihr geboten, es nicht zu sagen." Sie sagt nicht, dass sie Jüdin ist und zum Volk Gottes gehört. Und wie wir annehmen müssen, hat sie entsprechend auch nicht leben können. Denn wer wirklich als Jude nach dem Gesetz Gottes leben möchte, der fällt innerhalb kürzester Zeit auf. Daniel 1 macht das ganz deutlich, und dann kann man sich viele andere Aspekte überlegen, wie zum Beispiel den Sabbat halten.
[9:20] Esther ist also am Anfang der Geschichte kein Vorbild für uns, weder dass sie mit ihrer Familie überhaupt noch da sind – gut, vielleicht war sie selbst etwas jung noch, aber Mordechai und Familie hätten schon längst nach Jerusalem gehen können. Es wäre die Möglichkeit dazu hätte es gegeben. Und jetzt, als sie hier zum Frauenhaus kommt, in dieser Auswahl aller jungen Frauen, da zeigt sie nicht öffentlich ihren Glauben.
[9:52] Und Mordechai ging alle Tage vor dem Hof am Frauenhaus auf und ab, um zu erfahren, ob es Esther wohl gehe und was mit ihr geschehen. Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dich um Vergebung bitten, wo wir in unserem Leben goldene Gelegenheiten verpasst haben, uns von Dingen zu trennen und Dinge zu überwinden, wo du uns schon Türen geöffnet hast und wir einfach nicht durchgegangen sind, sondern, wie wir gerade von Mordechai und Esther gelesen haben, immer noch dort verharren, wo wir gar nicht mehr hätten sein müssen. Ich möchte dich bitten, dass du uns hilfst zu erkennen, wo du Türen der Gelegenheit öffnest und dass wir durch sie hindurchgehen durch deine Kraft. Das bitten wir im Namen Jesu.
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