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Tägliche Andachten

Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.

Dieser Podcast beinhaltet die folgenden Serien:


In dieser Folge von „Gott auf (m)einer Seite“ beleuchtet Christopher Kramp die problematische Auswahlprozedur für die Königin im Buch Esther und Esthers Aufstieg zur Königin. Er kritisiert Esthers anfängliches Verbergen ihres Glaubens, betont aber Mordechais mutiges Bekenntnis als Jude, das ihn in direkten Konflikt mit dem aufgestiegenen Haman bringt. Die Episode zeigt, wie Gott auch in schwierigen und menschlich fehlerhaften Umständen wirken kann, wenn Menschen sich zu ihm bekennen.


Weitere Aufnahmen

Serie: Gott auf (m)einer Seite

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Transkript

[0:32] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu Gott auf (m)einer Seite, heute mit Seite 546. Lasst uns gemeinsam beten.

[0:39] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir danke sagen, dass wir dein Wort haben und dass du uns mit deinem Heiligen Geist erfüllen möchtest, auch heute an diesem Tag. Wir möchten dich bitten, dass wir Gelegenheiten bekommen, zu unserem Glauben zu stehen und im Alltag zu bezeugen, dass wir zu dir gehören und von dir Kraft erhalten und dass unser Leben durch deine Gegenwart leuchtet. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.

[1:09] In Esther Kapitel 2. Esther und Mordechai leben in Susa. Die junge Esther wird ausgewählt, teilzunehmen an dieser Prozedur, aus der der König Xerxes eine neue Königin für sich auswählen möchte.

[1:29] Wir lesen weiter ab Vers 12: Wenn die Reihe an jede junge Frau kam, zum König Xerxes zu kommen, nachdem sie zwölf Monate lang gemäß der Verordnung für die Frauen behandelt worden war – denn damit wurden die Tage ihrer Reinigung ausgefüllt: sechs Monate wurden sie mit Myrrhenöl und sechs Monate mit Balsam und mit den Reinigungszeiten der Frauen behandelt. Dann kam die Jungfrau zum König. Dann gab man ihr alles, was sie wünschte, um damit vom Frauenhaus zum Haus des Königs zu gehen. Am Abend ging sie hinein und am Morgen kam sie zurück in das andere Frauenhaus, unter die Obhut des Kämmerers des Königs, des Hüters der Nebenfrauen. Sie kamen nicht wieder zum König, außer wenn der König Gefallen an ihr hatte, dann wurde sie mit Namen gerufen.

[2:22] Wir sehen hier eine sehr frauenfeindliche und sehr bedenkliche Prozedur, in der Frauen einfach als Objekte im Wesentlichen benutzt worden sind. Und auch das ist ein sehr dramatischer Aspekt der Geschichte, dass der oft manchmal ausgeblendet wird. Das, was hier geschieht, hat überhaupt gar nichts mit dem zu tun, was Gott sich eigentlich für die Ehe ausgedacht und gewünscht hat und auch in seinem Wort uns dargelegt hat.

[3:00] Und als die Reihe an Esther kam, die Tochter Abihails, des Onkels Mordechais, die er als Tochter angenommen hatte, zum König kommen sollte, wünschte sie sich nichts als was Hegai, der Kämmerer des Königs, Hüter der Frauen, ihr riet. Und Esther fand Gnade bei allen, die sie sahen.

[3:20] Obwohl sie sich hier noch nicht zu ihrem Glauben wirklich bekennt, zeigte sie zumindestens von ihrem Charakter und ihrem Wesen so, dass sie Gunst gewinnt. Wir haben schon die Parallele zu Josef das letzte Mal gezogen.

[3:36] Und Esther wurde vom König Xerxes in sein königliches Haus geholt, im zehnten Monat, das ist der Monat Tebet, im siebten Jahr seiner Regierung. Das Jahr 479 v. Chr. Kurz zuvor hatte Xerxes in der berühmten Schlacht von Salamis 480 v. Chr. die Seeschlacht gegen die Griechen vor Athen verloren. Damit war dieser gigantische Griechenland-Feldzug des Xerxes nach großen Anfangserfolgen letztlich gescheitert.

[4:10] Der König gewann Esther lieber als alle anderen Frauen. Sie fand Gnade und Gunst vor ihm mehr als alle Jungfrauen. Und er setzte die königliche Krone auf ihr Haupt und machte sie zur Königin an dieser Stelle. Und der König veranstaltete für alle seine Fürsten und Knechte ein großes Festmahl, das Festmahl der Esther. Und er gewährte in den Provinzen eine Steuererleichterung und teilte eine Kornspende aus mit königlicher Freigebigkeit.

[4:42] Und als man zum zweiten Mal Jungfrauen zusammenbrachte, saß Mordechai im Tor des Königs. Er hat also eine Beamtenfunktion ausgeübt. Esther aber hatte weder ihre Herkunft noch ihr Volk angegeben, wie ihr Mordechai geboten hatte. Denn Esther handelte nach der Weisung Mordechais, wie zu der Zeit, als sie noch von ihm erzogen worden war.

[5:04] Mordechai hatte also einen großen Einfluss auf sie, aber dieser Einfluss war so stark, dass sie sich nicht einmal zu ihrem eigenen Glauben bekannt hat. Sie hat viele Jahre dort offensichtlich, wie wir noch sehen werden, gelebt und dass irgendjemand gemerkt hätte, dass sie nach dem Alten Testament erzogen worden ist. Weder beim Essen noch in der Frage des Sabbats oder anderen Fragen hat das jemand bemerkt. Das also deutlich macht, dass sie ihren Glauben nicht wirklich ausleben können oder wollen, sich nicht dafür eingesetzt, ihren Glauben auszuleben, soweit wir das hier beurteilen können.

[5:41] Das zeigt uns, dass es gefährlich ist, wenn wir so sehr auf den Rat von Freunden und Familienangehörigen hören, dass wir nicht einmal bereit sind, zu unserem Glauben im Alltag, im Berufsleben, wo auch immer, zu stehen.

[5:54] In jenen Tagen, als Mordechai im Tor des Königs saß, gerieten die zwei Kämmerer des Königs, welche die Schwelle hüteten, Bigthan und Teresch, in Zorn und trachteten danach, Hand an den König Xerxes zu legen. Da wurde dies Mordechai bekannt, und er sagte es der Königin Esther. Esther aber sagte es dem König in Mordechais Namen. Da wurde die Sache untersucht und als wahr befunden, und die beiden wurden an ein Holz gehängt. Und dies wurde vor dem König in das Buch der Chronik geschrieben.

[6:28] Wird noch wichtig werden im Laufe dieser Geschichte. Nach diesen Begebenheiten erhob der König Xerxes Haman, den Sohn Hammedathas, des Agagiters, an Macht und Würde und setzte ihn über alle Fürsten, die bei ihm waren.

[6:40] Es sieht so aus, als ob er als Agagiter wohl von den Amalekitern abstammen könnte, die schon seit Jahrhunderten in großer Feindschaft zum Volk Gottes gewesen sind, seit den Tagen Moses, seit dem Auszug aus Ägypten, als die Amalekiter die Nachhut Israels schmählich und hinterrücks angegriffen haben und großen Schaden verursacht haben. Und immer wieder, wie zum Beispiel auch zur Zeit Sauls, dem Volk aufgetragen worden, das Andenken an Amalek auszulöschen. Es gab einen Krieg zwischen Gott selbst und seinem Volk und dem Volk Amalek.

[7:20] Und es scheint so zu sein, dass hier dieser Haman und sein Handeln ebenfalls in einem Kontext dieses generationenübergreifenden Krieges, dieses großen Kampfes sozusagen, von dem die Amalekiter ja auch ein Typus sozusagen sind, dass es da hineingehört.

[7:38] Und alle Knechte des Königs, die im Tor des Königs waren, beugten die Knie und fielen vor Haman nieder, denn der König hatte es so geboten. Aber Mordechai beugte die Knie nicht und fiel nicht nieder. Und damit macht er deutlich, dass er die Zehn Gebote ehrt.

[7:55] Wir erinnern uns an eine ganz ähnliche Geschichte, erinnern uns vielleicht an die Geschichte in Daniel Kapitel 3 Vers 3, wo es um das ganz ähnliche Prinzip der Anbetung geht.

[8:05] Da sprachen die Knechte des Königs, die im Tor des Königs waren, zu Mordechai: Warum übertrittst du das Gebot des Königs? Und es geschah, als sie dies täglich zusagten und er ihnen nicht gehorchte, sagten sie es Haman, um zu sehen, ob Mordechais Begründung gelten lassen würde. Und er wollte also wissen, ob sozusagen diese Religions- oder dieser religiöse Aspekt eine Ausnahme ermöglichen würde. Denn er hatte ihnen gesagt, dass er ein Jude sei.

[8:31] Nun hat Mordechai sich zu seinem Glauben hier ganz deutlich bekannt. Und es bringt ihn in Konflikt mit den Gewohnheiten, ja, den Gepflogenheiten, den Gesetzen des Staates.

[8:44] Als Haman sah, dass Mordechai die Knie nicht beugte und nicht vor ihm niederfiel, da wurde er mit Wut erfüllt. Wir erinnern uns vielleicht auch an die Geschichte von Daniel 3, wo Nebukadnezar zornig wird, weil sein Gebot übertreten wird, dass alle das goldene Bild anbeten sollen.

[9:03] Doch es war ihm zu wenig, an Mordechai allein Hand zu legen, sondern weil man ihm das Volk Mordechais genannt hatte, trachtete Haman danach, alle Juden im ganzen Königreich des Xerxes, das Volk Mordechais, zu vertilgen.

[9:22] Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir danke sagen, dass du die Ehe gestiftet hast und dass du ein hohes Ideal für sie gegeben hast. Und wir haben gesehen, dass sie in dieser Geschichte dieses Ideal mit Füßen getreten worden ist. Und doch wissen wir – und wir werden es in den kommenden Einheiten sehen –, dass du noch großes Heil, großen Segen hast erwachsen lassen aus der ganzen Geschichte. Und das zeigt uns, dass auch wenn wir in Situationen in unserem Leben geraten sind, die weitab sind von dem, was du dir gewünscht hast, dass wenn wir uns zu dir bekennen, du uns reichlich segnen kannst. Und dass auch wenn wir ja nicht so gelebt haben, wie du es gewünscht hast, dass du uns dennoch gebrauchen kannst, wenn wir uns zu dir kehren. Und dafür danken wir dir im Namen Jesu. Amen.


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