In dieser Folge der Serie „Gott auf (m)einer Seite“ beleuchtet Christopher Kramp Hebräer 11:23-12:6. Er führt uns durch die Glaubensgeschichten alttestamentlicher Helden wie Mose und Rahab, die trotz Widrigkeiten an Gottes Wort festhielten. Der Sprecher betont, dass der wahre Glaube sich nicht an äußeren Umständen misst, sondern am Vertrauen auf Gottes Verheißungen. Die zentrale Botschaft ist die Ermutigung, auf Jesus Christus zu schauen, den Anfänger und Vollender unseres Glaubens, um Ausdauer im geistlichen Kampf zu finden.
Gott auf (m)einer Seite: Hebräer 11:23-12:6
Christopher Kramp · Gott auf (m)einer Seite ·Themen: HebräerPodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Tägliche Andachten
Täglich kurze 2-minütige Andachten aus der Bibel für einen guten Start in den Tag. Diese Aufnahmen sind einer Videoserie auf https://www.joelmedia.de/serien/mit-gott-leben/ entnommen.
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Serie: Gott auf (m)einer Seite
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Transkript
[0:30] Hallo, liebe Freunde, willkommen zu Gott auf (m)einer Seite. Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, danke für die Kraft, die du uns schenkst, danke für deine Gegenwart und dass du zu uns sprichst. Herr, heute sehnen wir uns danach, diesen Glauben zu haben, den Abel und Henoch, Abraham und Noah, Isaak und Jakob, Sara, den sie gehabt haben. Herr, wir möchten heute glauben, dass du da bist, aber nicht nur das, nicht nur glauben, dass du existierst, sondern auch glauben, dass du, weil du uns lieb hast, belohnen wirst, dass du uns Gutes geben möchtest, dass du dein Wort auch hältst und dass wir uns so verlassen können. Herr, hilf uns, dass wir Glauben pflegen und dass wir ihn in allen Angriffen, die der Satan gegen uns richtet, nicht aus den Augen verlieren. Schenk du mir diesen Glauben und jedem Einzelnen, der jetzt dieses Video sieht oder auch hört. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
[1:55] Wir sind in Hebräer Kapitel 11. Paulus zeigt, wie die Patriarchen des Alten Testamentes, die Männer und Frauen, die dort in 1. Mose eine wichtige Rolle gespielt haben, wie sie durch den Glauben gelebt haben, durch den Glauben Opfer gebracht haben, durch den Glauben entrückt worden sind, durch den Glauben die Arche gebaut haben, durch den Glauben ins Land Kanaan gezogen sind, durch den Glauben schwanger geworden sind, durch den Glauben als Nomaden gelebt haben, durch den Glauben bereit waren, auch enorm emotional aufreibende Gebote, Befehle, Anweisungen Gottes zu befolgen, wie Abraham, als er die Opferung Isaaks durchführen wollte. Wir haben gesehen, dass oftmals sie das Verheißene nicht selbst gesehen haben, sondern nur von Ferne schon ahnen konnten und dass sie im Glauben daran festgehalten haben, dass sie einmal mit Gott auf der neuen Erde im himmlischen Jerusalem sein werden.
[3:01] Wir lesen weiter in Hebräer 11 und dort ab Vers 23: „Durch Glauben wurde Mose nach seiner Geburt von seinen Eltern drei Monate lang verborgen gehalten, weil sie sahen, dass er ein schönes Kind war, und sie fürchteten das Gebot des Königs nicht.“ Der König hatte befohlen, alle männlichen Jungen, die geboren werden in Ägypten, umzubringen. Aber die Eltern von Mose haben Gott mehr vertraut als den lebensfeindlichen Gesetzen dieses Pharaos. Sie haben sich nicht davor gefürchtet, sie haben vertraut, dass Gott ihr Kind bewahren kann, auch wenn scheinbar die politische Lage das unmöglich gemacht hat. Sie hatten Glauben. Dieser Glaube seiner Eltern, den hat Mose mit aufgegriffen.
[3:48] „Durch Glauben weigerte sich Mose, als er groß geworden war, ein Sohn der Tochter des Pharaos zu heißen.“ Er ist ja aufgewachsen am ägyptischen Königshof, hätte selbst Pharao werden können, vermutlich. Aber er hat sich geweigert, sich als Ägypter zu identifizieren. „Er zog es vor, mit dem Volk Gottes Bedrängnis zu leiden, anstatt den vergänglichen Genuss der Sünde zu haben, da er die Schmach des Christus für größeren Reichtum hielt als die Schätze, die in Ägypten waren; denn er sah die Belohnung an.“ Es war eine Glaubensentscheidung für Mose, all die Schätze und all die politische Macht, die ihm offenstand, beiseitezulegen und sich lieber mit dem verachteten Volk Gottes zu identifizieren. Menschlich gesehen war das die dümmste Entscheidung, aber er wusste, dass Gott einmal einen himmlischen, ewigen Lohn für ihn bereithält. So wie Abraham auf die Stadt wartete, die Gott bereitet hat, und deswegen der beeindruckenden Metropole den Rücken kehren konnte, so konnte Mose im Glauben Ägypten den Rücken kehren, weil er wusste, diese Schätze dort sind vergänglich, aber Gott hat etwas Unvergängliches.
[5:08] Wir brauchen in unserem Leben den Glauben, dass Gott uns unvergängliche Dinge schenken wird. Vielleicht nicht jetzt, oder nicht vielleicht, sondern definitiv nicht jetzt gleich sofort, aber wenn Jesus wiederkommt. Und jetzt segnet er uns mit vielen Dingen, aber wir müssen glauben, dass er uns einmal alles schenken wird, was er versprochen hat, auch wenn wir es jetzt noch nicht sehen oder nur von Ferne begrüßen können.
[5:41] „Durch Glauben verließ Mose Ägypten, ohne die Wut des Königs zu fürchten; denn er hielt sich an den Unsichtbaren, als sähe er ihn.“ Es war eine Glaubensentscheidung, diese riesige Menge an Israeliten aus Ägypten zu führen, obwohl der König so lange dagegen gekämpft hatte und dann ja auch kurz danach wieder mit seiner ganzen Streitmacht das zunichtemachen wollte. Mose lebte so, als würde er Gott persönlich sehen können. Er, der Unsichtbare, war so nahe bei Mose. Mose hat so eng mit ihm gelebt, dass man den Eindruck hatte, dass er tatsächlich Gott sehen kann.
[6:20] Leben wir in unserem Alltag so, als würden wir den Unsichtbaren sehen? Das können wir auch. Mose war kein Übermensch. Das, was Henoch tat, mit Gott zu wandeln, das, was Hiob tat, an Gott festzuhalten in den größten Krisen, das, was Mose tat, so zu leben, als würde er Gott sehen, das ist das Vorbild für uns heute, im Glauben zu leben. Ich möchte mich dafür entscheiden. Du auch?
[6:51] „Durch Glauben hat er das Passah durchgeführt und das Besprengen mit Blut, damit der Verderber ihre Erstgeborenen nicht antaste.“ Es war eine Glaubensentscheidung, das Blut an die Türpfosten zu streichen, im Glauben daran, dass Gott sein Wort wahr macht und jede dieser Türen, wo das Blut des Lammes angestrichen war, verschonen würde. So ist es eine Glaubenssache, dass wir glauben, dass wenn wir auf das Blut des Lammes Jesus, der am Kreuz für uns gestorben ist, wenn wir uns darauf verlassen, uns dazu öffentlich bekennen, dass wir dadurch frei werden und nicht verloren gehen, sondern ewiges Leben haben. Es war eine Glaubenssache, so wie damals es hier eine Glaubenssache für Mose war.
[7:33] „Durch Glauben gingen sie durch das Rote Meer wie durch das Trockene, während die Ägypter ertranken, als sie das versuchten.“ Dort gab es zwei Gruppen von Menschen: das riesige Volk Israel und dann die große Armee der Ägypter. Beide versuchten, nach menschlichem Maßstab gesehen, dasselbe. Beide gingen durch das geteilte Rote Meer, aber bei den Israeliten führte das dazu, dass sie gerettet wurden. Bei den Ägyptern führte dieselbe Aktion, in dasselbe Wasser oder in dasselbe trockene Flussbett hinunterzugehen, zu ihrer Zerstörung.
[8:18] Warum? Weil die Israeliten aus Glauben handelten, denn Gott hatte gesagt: „Geht vorwärts!“ Das heißt, der Glaube der Israeliten zeigte sich daran, dass sie Gottes Wort vertrauten. Die Ägypter taten zwar dieselbe Handlung, aber nicht, weil Gott ihnen gesagt hatte: „Geht vorwärts!“, denn Gottes Wort an die Ägypter war gar nicht: „Geht vorwärts!“, denn Gott wollte ja nicht, dass die Ägypter die Israeliten erreichen. Gottes Wort an die Ägypter war: „Kehrt nach Hause zurück!“ Da gibt es also zwei Menschen, die nach menschlichen Augen dasselbe tun, aber der eine tut es aus Glauben, weil er Gottes Wort folgt, und der andere tut es in Rebellion gegen Gott. So ist der Glaube nicht am äußeren Werk zu beurteilen.
[9:02] Genauso wie wir gesehen haben, dass der eine durch Glauben gestorben ist und der andere durch Glauben gerade nicht gestorben ist. Abel ist tot, weil er geglaubt hat. Henoch ist nie gestorben, weil er geglaubt hat. Wer von den beiden hatte den größeren Glauben? Das können wir nicht sagen, das ist gar nicht der Punkt. Denn was es uns viel mehr zeigt, ist, dass echter Glaube manchmal sehr unterschiedliche äußere Auswirkungen hat. Manche sind durch Glauben gestorben, manche sind durch den Glauben verschont geblieben. Manche sind durch den Glauben geheilt worden, manche sind krank geblieben, weil sie Glauben hatten. Der Noah ist an seinem Ort geblieben durch den Glauben. Abraham hat seinen Ort verlassen durch den Glauben. Durch Glauben ist Sara schwanger geworden, um den Isaak zu gebären. Durch Glauben war Abraham bereit, genau diesen Isaak umzubringen. Glaube kann im konkreten Detail unterschiedliche Ausprägungen haben, unterschiedliche Handlungen nach sich ziehen, aber allen ist gemeinsam, dass sie immer Gottes Wort an sie vertraut haben. Es war immer Gottes Wort, das gesagt hat, und dem haben sie gefolgt, dem sind sie gefolgt, dem haben sie vertraut. Und gleichzeitig können Menschen dieselbe Handlung tun wie ein Gläubiger, ohne Glauben, weil sie nicht auf Gottes Wort basierte, und dann gibt es auch keinen Segen.
[10:24] „Durch Glauben fielen die Mauern von Jericho, nachdem sie sie sieben Tage umgangen worden waren.“ Es sah menschlich völlig unsinnig aus, aber sie haben geglaubt, dass Gottes Wort das tut, was es sagt. Und obwohl sie keine Belagerungsmaschinen hatten, fielen die Mauern von Jericho, weil Gott für sie das tat, was sie nicht tun konnten. Wenn wir das bisschen tun, was wir tun können, und glauben, dass Gott den Rest tut, wird Gott den Rest tun, den er verheißen hat.
[10:52] „Durch Glauben ging Rahab, die nicht verloren, mit den Ungläubigen, weil sie die Kundschafter mit Frieden aufgenommen hatte.“ Glaube ist nicht etwas, was auf eine Nation, auf eine bestimmte Volksgruppe beschränkt ist. Selbst die kanaanitische Rahab wurde gerettet, weil sie Glauben hatte. Ganz egal, wie ihr Leben zuvor gewesen ist, ganz egal, was sie alles an schrecklichen Dingen getan hatte als Kanaaniterin, und durch den Glauben wurde sie gerettet. Egal, wer du bist, lieber Freund, liebe Freundin, egal, was deine Vergangenheit gewesen ist, egal, wie schrecklich deine Lebensbilanz bisher war, der Glaube allein kann dir Rettung bringen, wird dir Rettung bringen. Wenn du an Jesus glaubst, bist du ein neuer Mensch und bist Teil des Volkes Gottes, so wie die Rahab Teil des Volkes Gottes wurde und am Ende sogar eine Vorfahrin von Jesus Christus.
[11:42] „Und was soll ich noch sagen? Die Zeit würde mir ja fehlen, wenn ich erzählen wollte von Gideon und Barak und Simson und Jefta und David und Samuel und den Propheten.“ Paulus schreibt und realisiert: Das Alte Testament ist voll von Glaubenden überall. Er sagt: „Ich habe gar nicht Zeit, die Zeit würde mir fehlen, das alles im Detail aufzuschreiben.“ Wir hätten natürlich heute – wir sagen heute: Paulus, hättest du dir die Zeit noch genommen, es wäre so spannend zu sehen, was du alles noch an Lektionen rausgefunden hättest durch den Heiligen Geist inspiriert. Aber wir sind dankbar für das, was wir haben und sehen, dass wir noch mehr entdecken können, dass auch in den Geschichten der Richter und der Propheten, der Könige, wir viele Glaubensbeispiele sehen können, auch wenn sie nicht in Hebräer 11 aufgezeichnet sind. Das ist eine Aufforderung auch an uns, noch weiterzugehen, noch mehr Beispiele für den rettenden, lebendigen Glauben zu finden als Vorbilder. Denn alles, was geschrieben ist, sagt der Paulus in Römer 15: „Alles, was zuvor geschrieben worden ist, ist geschrieben worden für uns, damit wir durch den Trost der Schriften Hoffnung haben.“ Alles ist geschrieben, das als Typus, sagt er in 1. Korinther, das in 1. Korinther 10, damit wir, die wir auf das Ende der Zeit, jetzt auf die das Ende der Zeit gekommen ist, dass wir daraus lernen können, dass wir unterwiesen werden.
[12:55] „Die durch Glauben Königreiche bezwangen, Gerechtigkeit wirkten, Verheißungen erlangten, die Rachen der Löwen verstopften, sie haben die Gewalt des Feuers ausgelöscht, sind der Schärfe des Schwertes entkommen, sie sind aus Schwachheit zu Kraft gekommen, sind stark geworden im Kampf, haben die Heere der Fremden in die Flucht gejagt. Frauen erhielten ihre Toten durch Auferstehung wieder.“ Denken wir uns an die Geschichten von Elia und Elisa. „Andere aber ließen sich Märtyrer und nahmen die Befreiung nicht an, um eine bessere Auferstehung zu erlangen. Und andere erfuhren Spott und Geißelung, dazu Ketten und Gefängnis. Sie wurden gesteinigt, zersägt, versucht. Sie erlitten den Tod durch Schwert.“ Und hier ist es interessant, wie wir in Vers 34 gelesen haben: „Sie sind der Schärfe des Schwertes entkommen“, und hier heißt es: „Sie erlitten den Tod durch Schwert.“ Manche werden durch den Glauben vor dem Tod bewahrt, manche werden durch den Glauben umgebracht. Manche werden vor dem Schwert bewahrt und manche werden genau durch dieses Schwert umkommen. Und niemand kann sagen, dass der eine mehr Glauben hatte als der andere.
[13:57] Und so ist es auch in unserem Leben. Wir können durch Äußeres, von Handlungen, beurteilen, ob jemand Glauben hatte. Das kann allein Gott beurteilen, der genau weiß, was einem Menschen gezeigt hat, was sein Wort für diesen Menschen gewesen ist, was dieser Mensch verstanden hat und ob dieser Mensch wirklich aus Glauben an Gott gehandelt und gelebt hat. „Sie zogen umher in Schafspelzen und Ziegenfellen, erlitten Mangel, Bedrückung, Misshandlung. Sie, deren die Welt nicht wert war, irrten umher in Wüsten und Gebirgen, in Höhlen und Löchern der Erde.“ Das zeigt uns, dass in dieser Welt gläubige Menschen nicht den Lohn empfangen, den sie eigentlich verdienen, nicht die Wertschätzung bekommen, die ihnen eigentlich entgegengebracht werden müsste. Aber das macht ihnen nichts aus, denn sie wissen nicht nur, dass Gott existiert, sondern dass er die belohnen wird, die auf ihn harren, die ihn suchen.
[14:52] „Und diese alle, obgleich sie durch den Glauben ein gutes Zeugnis empfingen, haben das Verheißene nicht erlangt, weil Gott für uns etwas Besseres vorgesehen hat, damit sie nicht ohne uns vollendet würden.“ Sie alle werden erst mit uns auf der neuen Erde sein, mit uns aufstehen, mit uns gemeinsam die Herrlichkeit des neuen Jerusalems und dann der neuen Erde genießen. Sie alle sind noch nicht vollendet. Sie alle mussten erst durch das Kreuz von Jesus auch ganz offiziell juristisch freigesprochen sein von der Sünde. Und sie alle müssen erst in der Auferstehung – abgesehen von Henoch – das erleben. Wir werden alle gemeinsam den Lohn entgegennehmen dürfen, den Gott in Liebe uns vorbereitet hat.
[15:46] „Da wir nun eine solche Wolke von Zeugen um uns haben“ – und er sagt, das ist also diese riesige Gruppe von Menschen aus dem Alten Testament – „so lasst uns jede Last ablegen und die Sünde, die uns so leicht umstrickt. Es geht ja auch so, dass die Sünde uns so leicht versucht, wieder einzufangen und uns so leicht umstrickt.“ Paulus sagt: „Lasst uns auf die – da wir so viele Beispiele haben von Menschen, die trotz ihrer Schwachheiten, trotz der Sünden am Ende doch Überwinder gewesen sind – lasst uns die Sünde, die Last, ablegen und lasst uns mit Ausdauer laufen in dem Kampf, der vor uns liegt.“ Hier haben wir wieder das Thema des Hebräerbriefes: Ausdauer, standhaftes Ausharren, die Zuversicht nicht wegwerfen, nicht wanken, nicht abgleiten, festhalten, mit Ausdauer laufen, indem wir hinschauen auf Jesus. Nicht auf Abraham und nicht auf Mose, nicht auf Rahab oder Sara, sondern auf Jesus. Wir haben die Wolke von Zeugen, die alle auf Jesus geschaut haben, und wir wollen es ihnen nachmachen und nicht auf sie schauen, sondern auf Jesus schauen. Ein echter Glaubensheld, ein echter Glaubenszeuge, wird uns immer ermutigen, auf Jesus zu schauen, weil darin besteht ja sein Glaube, indem wir hinschauen auf Jesus, den Anfänger und Vollender des Glaubens.
[17:02] Paulus hat schon den Philippern gesagt, dass er überzeugt ist, dass der, der ein gutes Werk in ihnen angefangen hat, es auch vollenden wird bis auf den Tag des Christus, in Philipper 1 Vers 6. „Der um der vor ihm liegenden Freude willen das Kreuz erduldete und dabei die Schande für nichts achtete und der sich zur Rechten des Thrones Gottes gesetzt hat.“ Ja, der Mose hat die Schätze Ägyptens ignoriert, der hat die Schmach auf sich genommen, weil er auf die Freude des himmlischen Lohns geschaut hat. Aber das größte Glaubensvorbild ist nicht Mose. Abraham hat beiseitegelassen, hat als Nomade gelebt, als einfacher Nomade, weil er auf die zukünftige Stadt gehofft hat. Aber Abraham ist nicht der größte Glaubensheld, der größte Glaubenszeuge, ist Jesus Christus, der das Kreuz erduldete, die Schmach, der alle Sünden auf sich genommen hat und der am Kreuz von Golgatha nicht mehr emotional wusste, ob er auferstehen würde. Die Trennung vom Vater war so krass, so intensiv, so real, dass Jesus nicht mehr hindurchsehen konnte durch die Pforten des Grabes. Alles, was ihm blieb, war der Glaube, der Glaube an das, was er in der Bibel gelesen hatte. Und obwohl er es nicht mehr emotional wusste, konnte er es noch glauben. Er konnte sich daran festhalten, dass Gott es versprochen hatte, obwohl jetzt alles dagegen zu sein schien. Er nicht einmal die Gegenwart des Vaters mehr spürte, konnte er mit nacktem Glauben darauf vertrauen, dass Gott seine Verheißung wahr macht. Und warum hat er alles erduldet? Wegen dem Lohn. Aber sein Lohn, der Lohn in seinen Augen, ist nicht eine Stadt aus Gold, ist nicht die Schätze des Himmels. Der Lohn, auf den er wartete, ist die Freude, dass du und ich einmal bei ihm sein werden. Das ist der Lohn, auf den er hofft, der so groß ist, dass er bereit war, alle Sünden der Welt vor Gott zu tragen.
[19:30] Wenn wir das sehen und darauf schauen, dann werden wir nicht müde, dann werden wir nicht den Mut verlieren, dann werden wir bleiben auf dem Weg des Lebens, dann werden wir weiterlaufen und dann kann die Sünde so oft kommen und an uns umstricken wollen. Dann, wenn wir darauf schauen, dann wissen wir: Jesus ist treu. „Der um der vor ihm liegenden Freude willen das Kreuz erduldete und dabei die Schande für nichts achtete, der sich zur Rechten des Thrones Gottes gesetzt hat als unser Hohepriester, zu dem wir jetzt kommen können.“ Wir können auf ihn schauen und zu dem kommen, der für uns gestorben ist, der für uns versucht worden ist ohne Sünde und doch alle Sünde für uns getragen hat. „Achtet doch auf ihn, der solchen Widerspruch von den Sündern gegen sich erduldet hat, damit ihr nicht müde werdet und den Mut verliert.“ Paulus möchte das große Hauptthema vom Hebräerbrief: dass wir dranbleiben, dass wir nicht aufgeben, dass wir nicht wanken, dass wir nicht zurückweichen, nicht zurückgleiten, nicht abfallen, nicht rebellieren, nicht den Mut verlieren. Und das Geheimrezept ist Christus am Kreuz. Wenn wir auf ihn schauen, werden wir nicht den Mut verlieren, wir werden nicht aufgeben. Indem wir auf Jesus schauen, werden wir bis ans Ziel laufen, den Kampf vollenden, weil Jesus den Glauben anfängt und ihn vollendet. Jesus schubst uns nicht nur an. Das Kreuz ist nicht einfach nur, dass Jesus uns auf den Weg des Lebens bringt und dann sagt: „Jetzt aber, jetzt streng dich an, jetzt lauf, mach es besser!“, sondern das Kreuz ist Anfang und Ende, den gesamten Heiligtumsdienst, unser gesamtes Leben hindurch. Es ist immer das Blut von Jesus am Kreuz, das uns reinigt, das uns vergibt, das uns stärkt, das uns Kraft gibt, das uns heiligt.
[21:35] „Ihr habt noch nicht bis aufs Blut widerstanden im Kampf gegen die Sünde.“ Und hier wird Paulus jetzt sehr praktisch. Das ist der Grund, warum wir so oft abweichen. Es vor uns liegt ein Kampf, vor uns liegt ein Wettlauf, ein Wettrennen, und wir müssen auf Jesus schauen, und zwar in jeder Situation. Wir müssen bis aufs Blut, bis in absolut radikal und uns vollständig auf Jesus allein verlassen. Ist dein Wunsch heute, dich allein, komme, was da wolle, in jeder Situation auf Jesus zu verlassen? „Und habt das Trostwort vergessen, das zu euch als zu Söhnen spricht: Mein Sohn, achte nicht gering die Züchtigung des Herrn und verzage nicht.“
[22:21] Züchtigung des Herrn und verzage nicht, wenn du von ihm zurechtgewiesen wirst. Denn wen der Herr lieb hat, den züchtigt er, oder schlägt den Sohn, den er annimmt. Jeder, der Kinder hat, weiß: Wenn man Kindern eine gute Erziehung angedeihen lassen möchte, dann muss man ihnen Konsequenzen geben. Man kann nicht alles durchgehen lassen. Und manchmal haben Kinder das Gefühl, dass das ungerecht ist, aber in Wirklichkeit ist es das Beste für sie. Und so kommen wir manchmal in Situationen im Leben, wo wir das Gefühl haben, alles ungerecht ist. Warum passiert mir das? Wir verstehen nicht, dass Gott uns auch durch die Schwierigkeiten des Lebens vorbereiten möchte, trainieren möchte und unseren Glauben stärken möchte für den Kampf, der vor uns liegt.
[23:04] Lasst uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, danke, dass Jesus unter allen Glaubenszeugen, durch die du gesprochen hast auf vielfältige Art und Weise im Alten Testament, mit Abstand der wichtigste und größte und beeindruckendste Glaubenszeuge ist. Er, der unser Hohepriester ist, unser Apostel, unser Schöpfer, unser wiederkommender König, ist auch der größte Glaubenszeuge. Und wenn wir auf ihn schauen, dann wissen wir, dass er, der das Werk vollendet hat, bereit ist, auch das zu vollenden, was er begonnen hat. Und wenn Jesus es vollendet, dann müssen wir keine Angst haben, ob es vollendet wird, denn wir wissen, dass alles, was Jesus anfängt, er auch vollendet. Er hat am Kreuz gesagt: "Es ist vollbracht." Er hat das Werk beendet, das du ihm gegeben hast. Und wenn wir unsere Erlösung, unsere Heiligung ihm in die Hände geben, dann wissen wir, dass er es vollenden wird. Heute wollen wir uns entscheiden, weiterzulaufen, auch wenn die Sünde uns umstrickt, weiter zu kämpfen, auch wenn uns Lasten niederdrücken, bis aufs Blut zu widerstehen, und zwar nicht aus eigener Kraft, sondern indem wir in jeder Situation auf das Kreuz schauen. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
[24:52] [Musik]
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